{"id":10178,"date":"2017-08-15T00:00:00","date_gmt":"2017-08-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10178"},"modified":"2017-08-15T00:00:00","modified_gmt":"2017-08-14T22:00:00","slug":"islamistische-dolchstosslegende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10178","title":{"rendered":"Islamistische Dolchsto\u00dflegende"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hat die westliche Au\u00dfenpolitik im Nahen Osten eigentlich mit \u201eislamistisch\u201c motivierten Gewalttaten zu tun? Eine Frage, die hierzulande vor allem seit den Ereignissen vom 11. September immer wieder aufgeworfen und kontrovers diskutiert wird. Vielen erscheint jedoch der Erkl\u00e4rungsansatz, wonach derartige Gewaltaktionen durch die interventionistische Politik des Westens bef\u00f6rdert werden, inzwischen als wenig plausibel. Die besagte Region sei vielmehr selber schuld an ihrem gegenw\u00e4rtigen Zustand, der sich aus der Unf\u00e4higkeit speise, moderne rechtliche, politische und wirtschaftliche Strukturen zu entwickeln. Zudem sei die Kolonialzeit l\u00e4ngst \u00fcberwunden und die einst besetzten L\u00e4nder sind von ihren \u201eHerren\u201c l\u00e4ngst in die Unabh\u00e4ngigkeit entlassen worden. Somit sei die These von der Schuld des Westens unter dem Strich nichts weiter als ein \u201eislamistisches Hirngespinst\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie popul\u00e4r diese Ansicht im \u00f6ffentlichen Diskurs derzeit ist, demonstrierte der <i>Welt<\/i>-Autor Torsten Kraul, der anl\u00e4sslich der Pariser Anschl\u00e4ge im November 2015 sogar von einer <i>\u201eDolchsto\u00dflegende der Islamisten\u201c<\/i> sprach. Das Weltbild der <i>\u201eTerroristen\u201c<\/i> beschreibt er dabei als ein <i>\u201eSud aus Selbstmitleid, Verdr\u00e4ngung, Gr\u00f6\u00dfenwahn und bis zur Unkenntlichkeit verdrehter historischer Zusammenh\u00e4nge\u201c<\/i>. Daraus sch\u00f6pfe sich die <i>\u201eislamistische Dolchsto\u00dflegende mitsamt der Ausrede einer westlichen Verschw\u00f6rung\u201c<\/i>, die <i>\u201egenauso eine M\u00e4r [ist] wie damals die durchaus vergleichbare Extremistensaga vom ewig bedrohten deutschen Volk\u201c<\/i>, so Kraul. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt, d\u00fcrfte die islamische Welt die milit\u00e4rischen Feldz\u00fcge der USA in Afghanistan und im Irak, und damit die Zerst\u00f6rung einer ganzen Region, nicht so eng sehen. Die Existenz diverser Foltergef\u00e4ngnisse samt der dort ver\u00fcbten Verbrechen sei bestenfalls der Einbildungskraft der \u201eIslamisten\u201c geschuldet. Und die bewusste Unterst\u00fctzung und Kooperation der despotischen Regime sowie die enge Zusammenarbeit mit den dortigen Geheimdiensten h\u00e4tten der Kraul\u2019schen Lesart zufolge weder den Unmut der Bev\u00f6lkerung hervorgerufen noch irgendwelche Widerst\u00e4nde in ihr geweckt. Doch um den Wahnsinn dieser Aussagen zu erkennen, bedarf es keiner \u201eislamistischen Legenden\u201c. So bezeichnete der k\u00fcrzlich verstorbene Geostratege und einflussreiche US-Politberater Zbigniew Brzezinski die gegenw\u00e4rtigen Umbr\u00fcche im Nahen Osten als <i>\u201epolitisches Erwachen der Muslime\u201c<\/i>. Dieses sei aus seiner Sicht eine <i>\u201ezum Teil versp\u00e4tete Reaktion auf ihre mitunter brutale Unterdr\u00fcckung vorwiegend durch europ\u00e4ische M\u00e4chte\u201c<\/i>. Es ist ein <i>\u201etiefes Gef\u00fchl erlittenen Unrechts und eine religi\u00f6se Motivation, die eine gro\u00dfe Zahl von Muslimen gegen die nicht-muslimische Welt vereint\u201c<\/i>. F\u00fcr Brzezinski pr\u00e4gte gerade die koloniale Vergangenheit das Bewusstsein der Menschen in dieser Region, in der <i>\u201edurch eine lange zur\u00fcckhaltende Wut und Frustration eine m\u00e4chtige Kraft entstand, die jetzt zutage tritt und Vergeltung fordert\u201c<\/i>. Ob die einstige \u201eGraue Eminenz\u201c des Wei\u00dfen Hauses in ihrer Einsch\u00e4tzung der <i>\u201eislamistischen Dolchsto\u00dflegende\u201c<\/i> anheimgefallen war, kann Kraul anhand seiner k\u00fcchenpsychologischen Ans\u00e4tze gerne selbst beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwas weniger rei\u00dferisch versucht der Islamwissenschaftler Guido Steinberg in einem Beitrag f\u00fcr die <i>Internationale Politik<\/i> das Vorgehen des Westens im Nahen Osten zu skizzieren. Ausgehend zun\u00e4chst von seiner Feststellung, dass Terrorismus sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun h\u00e4tte, setzt er die religi\u00f6se Ideologie der verschiedenen militanten Gruppen und ihre Berufung auf die Offenbarungstexte in den Vordergrund und sieht darin das zentrale Motiv daf\u00fcr, Anschl\u00e4ge im Westen zu ver\u00fcben. Daher sei der Vorwurf, dass der \u201eislamistische Terror\u201c lediglich eine Reaktion auf die Politik westlicher Staaten ist, <i>\u201efalsch \u2013 oder zumindest sehr ungenau\u201c<\/i>. Zwar gibt Steinberg zu, dass die milit\u00e4rischen Interventionen der USA oder Europas durchaus <i>\u201edazu beigetragen haben, junge M\u00e4nner in vielen L\u00e4ndern davon zu \u00fcberzeugen, dass der Westen [\u2026] einen Krieg gegen den Islam\u201c <\/i>f\u00fchrt. Dennoch sei <i>\u201edie Entstehung gro\u00dfer und beinahe weltumspannender terroristischer Netzwerke ohne die parallele Entwicklung einer aus sich heraus attraktiven Ideologie nicht m\u00f6glich gewesen. [\u2026] Die Kriege des Westens und die dschihadistische Ideologie stehen in einer Wechselwirkung; die Ideologie ist aber der weitaus wichtigere Faktor\u201c<\/i>. Um seine These (post)faktisch zu belegen, zieht Steinberg den Aufstieg des IS als Beispiel heran. So schlossen sich die meisten ausl\u00e4ndischen K\u00e4mpfer dieser Organisation an, nachdem sie im Fr\u00fchjahr 2013 unter dem Namen \u201eIslamsicher Staat im Irak und Syrien\u201c zu agieren begann. Der wesentliche Grund daf\u00fcr sei Steinberg zufolge auf den <i>\u201eunter Salafisten verbreiteten Wunsch [zur\u00fcckzuf\u00fchren], in einem islamischen Staat zu leben und zu k\u00e4mpfen\u201c<\/i>, den vor allem der IS zu jener Zeit bediente. Dies wurde sp\u00e4testens ab Juni 2014 mit der Ausrufung eines \u201eKalifats\u201c deutlich, infolgedessen sich zahlreiche Muslime aus den unterschiedlichsten L\u00e4ndern auf den Weg in das Gebiet des IS machten. Ginge es seinen Anh\u00e4ngern in erster Linie darum, dass Assad-Regime zu st\u00fcrzen, w\u00e4ren die ausl\u00e4ndischen K\u00e4mpfer auch den anderen bewaffneten Gruppen beigetreten, so Steinberg. Es w\u00e4re somit ein Fehlschluss zu behaupten, dass die Intervention der US-gef\u00fchrten Koalition im Irak und Syrien seit 2014, die durch ihre kaltbl\u00fctigen Luftangriffe die ohnehin zerst\u00f6rte Region nochmals in Schutt und Asche legte, den IS provoziert und zu Anschl\u00e4gen in Europa animiert h\u00e4tte. Steinberg betont an dieser Stelle, dass der IS bereits <i>\u201eab Fr\u00fchjahr 2014 damit [begann], europ\u00e4ische K\u00e4mpfer nach Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Deutschland zu schicken, damit sie dort Strukturen aufbauen und Anschl\u00e4ge ver\u00fcben\u201c<\/i>; zu einer Zeit also, in der die USA und Russland noch nicht in den Konflikt eingegriffen h\u00e4tten. Daraus ergibt sich f\u00fcr Steinberg einerseits, dass die j\u00fcngsten Anschl\u00e4ge in Europa <i>\u201eg\u00e4nzlich unabh\u00e4ngig von amerikanischer und europ\u00e4ischer Politik\u201c<\/i> ver\u00fcbt wurden und vielmehr ideologisch begr\u00fcndete Entscheidungen seien. Andererseits w\u00fcrde eine \u00c4nderung westlicher Politik den IS keineswegs dazu bewegen, seine Angriffe gegen den Westen zu beenden. Aus dieser Perspektive heraus pl\u00e4diert der renommierte Politberater und Vertreter transatlantischer Interessen daf\u00fcr, neben politischen Schritten nach wie vor die milit\u00e4rische Karte zu spielen und h\u00e4lt eine <i>\u201e\u00fcbergro\u00dfe Vorsicht bei repressiven Ma\u00dfnahmen\u201c <\/i>f\u00fcr unangemessen. Denn diese w\u00fcrden entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung nicht automatisch zur Radikalisierung und damit zur Entstehung neuer militanter Gruppierungen unter Muslimen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Grunde genommen spiegeln Steinbergs Ausf\u00fchrungen den immer st\u00e4rker werdenden Drang innerhalb der westlichen Welt wider, ihre r\u00fccksichtslose Au\u00dfenpolitik der vergangenen Jahrzehnte im Nahen Osten zu amnestieren. Auf diese Weise w\u00fcrde jeglicher Zusammenhang zu den Gewaltaktionen militanter islamischer Gruppen im Westen aufgel\u00f6st und lediglich als Resultat ihrer \u201eIdeologie\u201c verkl\u00e4rt werden. Doch Steinbergs \u201eAnalyse\u201c weist bei genauerer Betrachtung erhebliche substanzielle Defizite auf. So seien aus seiner Sicht die j\u00fcngsten IS-Anschl\u00e4ge vor allem deshalb keine Reaktion auf die westlichen Luftangriffe, da der IS zu derartigen Taten aufrief, bevor ihn die USA und ihre Verb\u00fcndeten im Rahmen einer Milit\u00e4rkoalition attackierten. Dabei blendet er die Entstehungsgeschichte des IS und somit die Zusammenh\u00e4nge mit der Irak-Invasion 2003 geflissentlich aus. Denn gerade der US-Einmarsch in den Irak und das gesamte Vorgehen der Vereinigten Staaten haben nicht nur die Voraussetzungen f\u00fcr die Entstehung dieser Gruppierung erm\u00f6glicht, sondern bieten ebenso eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr das zum Teil aggressive Auftreten des IS. An dieser Stelle tritt ein immer wiederkehrendes Argumentationsmuster zutage. Das Zeitfenster, in dem vor allem das Ph\u00e4nomen militanter Gruppen untersucht werden soll, wird im aktuellen Diskurs zunehmend eingegrenzt. Auf diese Weise werden auch die Entstehungsmotive derartiger Gruppen nur unzureichend in den Kontext der post-kolonialen Ordnung wie auch der gegenw\u00e4rtigen Regionalpolitik eingebettet. Doch um dieses Ph\u00e4nomen tats\u00e4chlich begreifen zu k\u00f6nnen, bleibt eine genaue historische Betrachtung \u2013 insbesondere die Frage, wie die westlichen Staaten den Nahen Osten unter ihrer Einflusssph\u00e4re zu bringen wussten \u2013 unverzichtbar. Der franz\u00f6sische Politologe und Experte f\u00fcr Internationale Beziehungen Bertrand Badie spricht dabei in seinem Buch <i>\u201eThe Imported State \u2013 The Westernization of the Political Order\u201c<\/i> von einem zweistufigen Prozess. Nachdem zun\u00e4chst die Kolonialm\u00e4chte die westlichen Ideen in jene L\u00e4nder \u201eexportierten\u201c, wurden auf der zweiten Stufe die n\u00f6tigen Herrschaftsstrukturen herangez\u00fcchtet, die das westliche Gedankengut nicht zuletzt \u00fcber das Bildungssystem festigten und folglich bis heute reproduzieren. Die anschlie\u00dfend auf Grundlage des Laizismus entstandenen Nationalstaaten fanden jedoch im religi\u00f6sen Teil der Bev\u00f6lkerung nicht den erwarteten R\u00fcckhalt. Die immer engere Zusammenarbeit mit dem Westen, begleitet von einem zunehmend repressiven Staatsapparat lie\u00dfen mit der Zeit die ersten Widerst\u00e4nde in der Bev\u00f6lkerung entstehen. Und diese Widerst\u00e4nde, die sich sukzessiv in einer Verachtung gegen\u00fcber den eigenen Regierungen und dem Westen niederschlugen, traten zun\u00e4chst politisch in Erscheinung. Doch die \u00e4u\u00dferst brutale Unterdr\u00fcckung insbesondere der islamischen Opposition bereitete schlie\u00dflich den N\u00e4hrboden, auf dem die ersten militanten Bewegungen in Form der Dschama\u2019a Islamiyya und des Islamischen Dschihads aufkeimten. Beispielhaft f\u00fcr einen solchen methodischen \u00dcbergang ist auch der Algerische B\u00fcrgerkrieg und die Rolle der Islamischen Heilsfront (FIS). Nachdem sich bei den algerischen Parlamentswahlen 1991 ein Sieg der FIS abzeichnete, annullierte das Milit\u00e4r die Wahlen, l\u00f6ste das Parlament auf und setzte die Verfassung au\u00dfer Kraft. Die darauffolgende Verhaftungswelle, durch die tausende FIS-Mitglieder in algerischen und marokkanischen Gef\u00e4ngnissen landeten, f\u00fchrte im Jahre 1992 nicht nur zum Verbot der Partei. Vielmehr bewirkte dieses Vorgehen die Entstehung eines militanten Fl\u00fcgels, der infolgedessen den bewaffneten Kampf gegen das algerische Milit\u00e4r aufnahm. Ebenso zu erkennen ist, dass sich mit der Ausweitung westlicher Milit\u00e4reins\u00e4tze die Militanz des islamischen Widerstandes zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. Daher trifft auch Steinbergs \u201eFeststellung\u201c keineswegs zu, dass die \u201ereligi\u00f6se Ideologie\u201c die zentrale Motivation der militanten Gruppen sei und weniger die westliche Interventionspolitik. Denn dies w\u00fcrde suggerieren, dass s\u00e4mtliche islamische Bewegungen, die den Islam als ideologisches Fundament verinnerlicht haben, ihre Ziele auf militantem Wege zu realisieren versuchen. Dass dies in einem eklatanten Widerspruch zu den realen Verh\u00e4ltnissen steht, sollte gerade Steinberg als ausgewiesener Nahost-Experte wissen. Ein einfacher Blick in die islamische Welt f\u00fchrt deutlich vor Augen, dass die geographischen Hotspots bewaffneter Gruppen stets in jenen L\u00e4ndern vorzufinden sind, in denen der Westen oder einer ihrer regionalen Partner milit\u00e4risch w\u00fctet. Und da derzeit im Irak und Syrien die heftigsten K\u00e4mpfe stattfinden, sollte es nicht \u00fcberraschen, dass dort die militante Ausdrucksform des islamischen Widerstands dominiert. Im Gegensatz dazu l\u00e4sst sich am Beispiel Zentralasiens beobachten, dass zwar eine starke islamische Opposition existiert, doch da es bislang weder zu einem ausgewachsenen milit\u00e4rischen Konflikt noch zu einer ausl\u00e4ndischen Intervention gekommen ist, h\u00e4lt sich die Militanz der Muslime in dieser Region nach wie vor in Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Steinberg diese Zusammenh\u00e4nge sehr wohl bekannt sind, l\u00e4sst sich vor allem anhand seiner bislang ver\u00f6ffentlichten Literatur erkennen. So schrieb er noch im Jahre 2014 in seinem Buch <i>\u201eAl-Qaidas deutsche K\u00e4mpfer\u201c<\/i>, hinsichtlich der Motivation militanter Gruppen auch Deutschland verst\u00e4rkt ins Visier zu nehmen, folgendes: <i>\u201eDas Beispiel Deutschlands zeigt, welche Folgen die Intervention des Westens in muslimischen L\u00e4ndern hat, denn Deutschland wurde haupts\u00e4chlich wegen seiner in Afghanistan stationierten Truppen zum Ziel von Terrorplanungen. Einerseits veranlasste die deutsche Pr\u00e4senz dschihadistische Organisationen zu Anschl\u00e4gen mit dem Ziel einen R\u00fcckzug deutscher Truppen zu erzwingen. Andererseits [\u2026] war die Anwesenheit deutscher und anderer westlicher Truppen am Hindukusch ein Faktor, der eine massive Radikalisierung zuk\u00fcnftiger Dschihadisten aus Deutschland in Gang setzte. Viele erkl\u00e4rten, das Leid, das westliche Streifkr\u00e4fte den afghanischen Muslimen zugef\u00fcgt haben, sei ein Hauptmotiv gewesen, sich den Dschihadisten anzuschlie\u00dfen\u201c<\/i>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Hintergrund dieses recht konkreten Zitats ist eher davon auszugehen, dass Steinberg im Gewand eines Akademikers versucht, seine transatlantische Agenda zu kommunizieren. Daher seien folgende Fragen an Herrn Steinberg gerichtet: Glauben Sie angesichts der genannten Faktenlage, die Sie selbst in Ihren B\u00fcchern beschreiben, dass der R\u00fcckzug der westlichen Staaten aus dem Nahen Osten die Gefahr von Anschl\u00e4gen hierzulande keineswegs reduzieren w\u00fcrde? Denken sie wirklich, dass repressive Ma\u00dfnahmen gegen\u00fcber Muslimen zu keiner Radikalisierung bzw. Entstehung militanter Gruppen f\u00fchren w\u00fcrde? Sind die Bespiele \u00c4gyptens und Algeriens, denen Sie in Ihrem Buch <i>\u201eDer nahe und der ferne Feind\u201c<\/i> jeweils ein eigenes Kapitel widmeten, nicht ausreichend, um einen zumindest semi-kausalen Zusammenhang zu erkennen? Wenn Sie \u2013 Herr Dr. Steinberg \u2013 ihre wissenschaftliche Integrit\u00e4t bewahren wollen, sind Sie aufgefordert diese offenkundigen Widerspr\u00fcche in ihrer \u201eArgumentation\u201c aufzuheben und zu einer differenzierten Betrachtung der Gemengelage im Nahen und Mittleren Osten zur\u00fcckzukehren. Wir f\u00fcr unseren Teil freuen uns auf Ihre erhellende Stellungnahme, mit der Sie unsere unerh\u00f6rte Vermutung sicherlich in das Reich der \u201eislamistischen Dolchsto\u00dflegende\u201c verbannen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was hat die westliche Au\u00dfenpolitik im Nahen Osten eigentlich mit \u201eislamistisch\u201c motivierten Gewalttaten zu tun? 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