{"id":10196,"date":"2017-10-07T00:00:00","date_gmt":"2017-10-07T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10196"},"modified":"2017-10-07T00:00:00","modified_gmt":"2017-10-07T00:00:00","slug":"die-hintergruende-des-referendums-zur-unabhaengigkeit-der-region-kurdistan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10196","title":{"rendered":"Die Hintergr\u00fcnde des Referendums zur Unabh\u00e4ngigkeit der Region Kurdistan"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort auf eine Frage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Hintergr\u00fcnde des Referendums zur Unabh\u00e4ngigkeit der Region Kurdistan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weshalb besteht Barzani auf die Durchf\u00fchrung des Referendums zur Unabh\u00e4ngigkeit der Region Kurdistan, obwohl es weder eine internationale noch eine regionale Zustimmung zu diesem Referendum gibt? Schadet das Referendum unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden nicht den Interessen der Kurden selbst? Ist zu erwarten, dass das Referendum durchgef\u00fchrt wird? Ist es m\u00f6glich, dass ein kurdischer Staat in dieser Region gegr\u00fcndet wird, falls das Referendum zustande kommt und die Mehrheit sich daf\u00fcr entscheidet? M\u00f6ge Allah es dir vergelten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt einen Grundsatz: Trifft ein Regent eine Entscheidung gegen das Interesse seines Landes, so hei\u00dft das, dass er ein Vasall ist und die Entscheidung von einem anderen Staat zur Wahrung dessen eigenen Interesses diktiert wurde. Dieser Grundsatz trifft weitgehend auf die Kurden in der Region Kurdistan zu. Die Beweise hierf\u00fcr sind folgende:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Jeder politisch Verst\u00e4ndige erkennt die gewaltige Problematik der Existenz eines Kurdenstaates. Tats\u00e4chlich w\u00fcrden Bestrebungen zur Schaffung eines Kurdenstaates der Autonomen Region Kurdistan in der gegenw\u00e4rtigen internationalen Lage schaden, und zwar nicht nur politisch und ideell, sondern auch materiell. So besteht das Problem nicht in der Gr\u00fcndung eines Kurdenstaates im Irak. W\u00e4re es so, dann l\u00e4ge es grunds\u00e4tzlich im Bereich des M\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn das System, das die Amerikaner nach ihrer Besetzung des Irak eingef\u00fchrt haben und das als \u201eVerfassung Paul Bremers\u201c bekannt ist, hat den Irak in einen f\u00f6deralen Staat umgewandelt, dessen Regionen nur locker mit der Zentralregierung verbunden sind. Auf diese Weise konnte die Regierung der Region Kurdistan in ihrer Herrschaft und ihrem Handeln m\u00e4chtiger werden als die Zentralregierung in Bagdad. So tragen die ungl\u00e4ubigen Kolonialstaaten den Samen der Aufteilung und Zerlegung jedes von ihnen besetzten islamischen Landes stets im Sinn. Alles, worauf sie warten, ist die richtige Gelegenheit. Sie tun es aus Hass auf den Islam und die Muslime. In einer Antwort auf eine fr\u00fchere Frage vom 12.08.2014 hielten wir fest: <em>Seitdem die USA 2003 den Irak besetzten, arbeiten sie daran, ihn f\u00fcr eine Teilung vorzubereiten. Paul Bremer erstellte die Verfassung auf Basis eines ethnisch-konfessionellen Proporzsystems, das auf den Pr\u00e4sidenten der Republik, den Parlamentspr\u00e4sidenten und den Ministerpr\u00e4sidenten zugeschnitten war. Da die Exekutivmacht in H\u00e4nden des Ministerpr\u00e4sidenten liegt und Bremer diesen Posten dem konfessionellen Quotensystem unterwarf, war der Posten dazu geeignet, Provokationen und Spannungen unter den \u00fcbrigen Gesellschaftskomponenten zu sch\u00fcren. Der Verfassungstext selbst legt das f\u00f6derale System der Autonomien vor, wobei den Autonomien gro\u00dfe Befugnisse zukommen. Den USA ist es also gelungen, den Boden f\u00fcr eine Zerst\u00fcckelung des Irak in Autonomieregionen zu bereiten<\/em>.\u201c Demnach handelt es sich bei der Kurdenregion vom praktischen Aspekt her um einen Staat, dem nur mehr die offizielle Form wie Botschaften, Mitgliedschaft in der UNO und \u00e4hnliche Formalien fehlen. Praktisch gesehen ist die Region Kurdistan aber ein Staat im Staat, der faktisch von der Zentralregierung abgekoppelt ist. Der Irak als Einheitsstaat hat somit aufgeh\u00f6rt zu existieren! Aufgrund dessen braucht die Autonome Region Kurdistan keine staatliche Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung im Irak, denn sie agiert in der Praxis als unabh\u00e4ngiger Staat. Deshalb besteht die Problematik, wie wir bereits erw\u00e4hnt haben, nicht in der Schaffung eines Kurdenstaates in den Grenzen der Region Kurdistan im Irak. Sie hat auch nichts zu tun mit den Kurdengebieten au\u00dferhalb des Irak.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00fcndung irgendeines Kurdenstaates z\u00f6ge automatisch einen heftigen Sturm bei den Kurden in der gesamten Region nach sich. Dieser Staat w\u00fcrde nicht innerhalb der Grenzen der Region Irakisch-Kurdistan bleiben. K\u00e4me es dazu, w\u00e4re es ein schmerzhafter Schlag, vor allem f\u00fcr die USA und deren Vasallen in der T\u00fcrkei, im Iran und in Syrien. Und der politisch Sachverst\u00e4ndige erkennt, dass die gegenw\u00e4rtigen internationalen und regionalen Umst\u00e4nde die Gr\u00fcndung eines Kurdenstaates, sei es in der T\u00fcrkei, im Irak oder in Syrien, nicht zulassen. Mir erscheint es abwegig, dass die kurdischen Politiker, zu denen auch Barzani z\u00e4hlt, dies nicht erkennen. Wie oben erw\u00e4hnt, k\u00f6nnen aus der Idee, einen Kurdenstaat zu gr\u00fcnden, Chaos sowie unkontrollierbare Bewegungen in der Region, insbesondere in der kurdischen, entstehen. Der Schaden w\u00e4re, wie schon gesagt, ideeller, politischer und materieller Natur. Somit richtet sich die Entscheidung Barzanis in der jetzigen Lage gegen die Interessen seines eigenen Landes. Das ist der erste Teil des oben erw\u00e4hnten Grundsatzes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Welcher Staat nun hinter der Entscheidung Barzanis steckt, dem diese Entscheidung auch dienlich ist, so gibt es deutliche Hinweise darauf. Es ist nicht schwer, diesen Staat ausfindig zu machen und ihn mit einem Fingerzeig zu benennen. Angesichts des amerikanischen Widerstands sowie des Widerstands der pro-amerikanischen L\u00e4nder, die die Region Kurdistan umgeben, w\u00e4re Barzani (alleine) zur Ank\u00fcndigung eines solchen Referendums f\u00fcr die Gr\u00fcndung eines vom Irak vollkommen getrennten Staates nicht imstande. Er h\u00e4tte nicht die St\u00e4rke zu einer Konfrontation mit den opponierenden internationalen und regionalen M\u00e4chten. Es sei denn, eine andere Gro\u00dfmacht treibt Barzani dazu an und best\u00e4rkt ihn in seiner Entscheidung. Denn die gesamte Region Kurdistan w\u00e4re zu schwach, sich diesen L\u00e4ndern alleine entgegenzustellen, insbesondere den USA, die den gesamten Irak kontrollieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon erw\u00e4hnt, ist leicht festzustellen, dass diese Gro\u00dfmacht, die hinter Barzani steht und ihn anweist, Entscheidungen wie diese zu treffen, Gro\u00dfbritannien ist. Die Verbindung zwischen Barzanis Familie und Gro\u00dfbritannien besteht bereits seit der Endphase des Osmanischen Staates. Barzani erbte diese Verbindung von seinem Vater Mustafa Mullah Barzani und davor von seinem Onkel Ahmad Barzani. Vor den beiden Letztgenannten f\u00fchrte bereits Abdussalam Barzani zwischen 1909 und 1914 einen bewaffneten kurdischen Aufstand gegen den Osmanischen Staat, der von Gro\u00dfbritannien offen unterst\u00fctzt wurde. Die ganze Familie ist also in gediegener Weise mit Gro\u00dfbritannien verbunden. Und betrachten wir die Positionen zum Referendum, so stellen wir fest, dass die britische Position das Referendum bef\u00fcrwortet, auch wenn dies in einer hinterlistigen, irref\u00fchrenden Weise geschieht, f\u00fcr die Gro\u00dfbritannien ja bekannt ist:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispielsweise traf Barzani am 24.08.2017 Frank Baker, den britischen Botschafter im Irak, der damit Gro\u00dfbritanniens Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihn zum Ausdruck brachte. \u00dcber das Treffen berichtete die kurdische Seite \u201eRudaw\u201c am 24.08.2017 wie folgt: <em>Bei dem Treffen Barzanis mit dem britischen Botschafter im Irak dr\u00fcckte der Gast das Verst\u00e4ndnis seines Landes f\u00fcr die Rechte des Volkes in Kurdistan aus. Er informierte den Pr\u00e4sidenten der Autonomen Region Kurdistan \u00fcber den britischen Standpunkt bez\u00fcglich der Abhaltung des Referendums<\/em>. In der Sprache der Diplomatie versteht man daraus die Unterst\u00fctzung. Den Pr\u00e4sidenten \u00fcber die britische Position in Kenntnis zu setzen, ohne irgendetwas Zus\u00e4tzliches zu erw\u00e4hnen, bedeutet ebenfalls die Unterst\u00fctzung. Das hei\u00dft, die britische Position bez\u00fcglich der Entscheidung Barzanis ist positiv, best\u00e4rkt ihn sogar darin und erwartet von ihm die Fortsetzung des Vorhabens trotz des Widertands der USA und der pro-amerikanischen L\u00e4nder in der Region.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Beispiel: \u201eKurdistan24\u201c berichtete am 05.09.2017 aus Erbil: <em>Falah Mustafa, Leiter des Amtes f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten in der Autonomen Region Kurdistan sagte zu Kurdistan24, dass \u201eGro\u00dfbritannien nicht gegen die Durchf\u00fchrung des Referendums ist und sich den kurdischen Bestrebungen nicht widersetzt\u201c. Die Aussage Mustafas erging nach dem Treffen des britischen Staatssekret\u00e4rs f\u00fcr Angelegenheiten des Nahen Ostens und Nordafrikas Alistair Burt mit kurdischen Beamten in Erbil. Der britische Minister f\u00fcr Angelegenheiten des Nahen Ostens und Nordafrikas Alistair Burt traf am Sonntag in Erbil ein, um mit den kurdischen Beamten mehrere Fragen zu er\u00f6rtern. Die Kurden planen die Durchf\u00fchrung eines Referendums zur Unabh\u00e4ngigkeit der Region Kurdistan vom Irak am 25. September als ersten Schritt, um einen unabh\u00e4ngigen Staat zu gr\u00fcnden<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien ist also jener Staat, der hinter Barzanis Entscheidung zum Referendum steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Das Interesse Gro\u00dfbritanniens an dieser Entscheidung f\u00fcgt sich nahtlos in die Ereignisse nach dem Wahlsieg Trumps ein, als sich die britische Premierministerin May beeilte, am 26.01.20017 nach Washington zu reisen, um Trump pers\u00f6nlich zu gratulieren. Seinerzeit lobte Trump May \u00fcberschw\u00e4nglich, und sie tat es ihm gleich. Doch jeder von ihnen bezweckte damit etwas anderes. Trump wollte, dass Gro\u00dfbritannien den Zerfall der EU vorantreibt, indem es seine Verbindungen zu Europa ohne Z\u00f6gern abbricht. Gleichzeitig sollte es sich nach Kr\u00e4ften darum bem\u00fchen, ein Klima f\u00fcr das Auseinanderbrechen der EU zu schaffen, vor allem in Frankreich und den Niederlanden, wo Wahlen anstanden. May hingegen erwartete von Trump Handelsabkommen, die sie als neues Druckmittel gegen die L\u00e4nder der EU einsetzen k\u00f6nnte, um bei dem Austritt aus der EU Zugest\u00e4ndnisse zu erhalten. Trump und May konzentrierten sich w\u00e4hrend des Besuchs auf den von ihnen jeweils beabsichtigten Zweck. Ganz nach englischer Art versuchte May ihre Handelsabsichten auf verdrehte Weise zu verschleiern. Doch Trumps Mangel an diplomatischem Geschick und seine offenen Bemerkungen machten es May unm\u00f6glich, ihre Absichten zu verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als aber in Frankreich und den Niederlanden die Bef\u00fcrworter der EU die Wahlen gewannen, dar\u00fcber hinaus Deutschland die EU stark unterst\u00fctzt und ihr gro\u00dfe Aufmerksamkeit schenkt, erkannte Trump, dass Gro\u00dfbritannien vor allem an Handelsabkommen mit den USA interessiert war und dem Zerfall der EU nicht jene Aufmerksamkeit schenkte, die Trump eigentlich vorschwebte. Das alles erregte Trumps Gem\u00fct, wodurch es zum Schlag gegen Gro\u00dfbritannien in seiner \u201eKernfestung\u201c Katar mit diesem Boykott und diesem Embargo kam. Bereits in der Antwort auf eine Frage, die wir am 23.7.2017 ver\u00f6ffentlichten, haben wir das dargelegt. Dort f\u00fchren wir aus: <em>Was Gro\u00dfbritannien angeht, so besuchte die britische Premierministerin Theresa May Washington am 26.01.2017 schon zu einem fr\u00fchen Zeitpunkt. Ihr Eifer, ein Handelsabkommen mit Washington zu unterzeichnen, sollte die anderen L\u00e4nder der EU ermutigen, diese ebenfalls zu verlassen. Und so erneuerte Gro\u00dfbritannien seine starke Bindung an die USA und setzte gro\u00dfe Hoffnungen in Trump. Nachdem sich aber die Hoffnung der USA in Bezug auf die Aufl\u00f6sung der EU nicht erf\u00fcllte, was sich im Wahlsieg der Bef\u00fcrworter Europas in den Niederlanden und in Frankreich manifestierte, verschwand Trumps positive Sicht auf Gro\u00dfbritannien, von welchem er erwartet hatte, den Zerfall Europas anzuf\u00fchren. Als sich jedoch der Londoner Brexit in Paris und Amsterdam nicht wiederholte, ging Amerika wieder dazu \u00fcber, an den internationalen Interessen Gro\u00dfbritanniens so stark zu nagen, dass es London einen Schock versetzte. So animierten die USA ihren Agenten al-Sisi dazu, Haftar mehr Unterst\u00fctzung zukommen zu lassen, ohne auf die internationalen Interessen Gro\u00dfbritanniens in Libyen R\u00fccksicht zu nehmen. Auf fast schockierende Weise stifteten die USA ihre Vasallen an, Druck auf Katar auszu\u00fcben, das die britische Speerspitze in der arabischen und islamischen Region darstellt<\/em>. Trump riss nach all dem der Geduldsfaden, und er beeilte sich, nach Saudi-Arabien zu reisen und einen Gipfel abzuhalten, um Gro\u00dfbritannien mit der Belagerung und dem Boykott Katars vernichtend zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Gro\u00dfbritannien kam daher nicht umhin, etwas zu unternehmen, um die Interessen der USA in der Region zu st\u00f6ren. Es bediente sich Barzanis und des Referendums, um den USA und ihren Vasallen ein \u00c4rgernis zu bereiten. Nat\u00fcrlich ist Gro\u00dfbritannien nicht f\u00e4hig, die USA mehr als nur zu st\u00f6ren und zu ver\u00e4rgern. Es ist nicht in der Lage, auf offenen Konfrontationskurs mit den USA zu gehen, sondern vermag nur Behinderungs- und St\u00f6raktionen zu setzen, wenn es eine g\u00fcnstige Gelegenheit und eine einflussreiche Handlung w\u00e4hlt wie eben das Referendum in der Region Kurdistan. Gro\u00dfbritannien ist darauf bedacht, dass Barzani in dieser Angelegenheit bis zum \u00c4u\u00dfersten geht, denn die gegenw\u00e4rtige Lage ist f\u00fcr die USA und ihre Vasallenstaaten T\u00fcrkei, Iran und Syrien aufgrund der anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen \u00e4u\u00dferst angespannt. Deswegen bestand Barzani auf die Abhaltung des Referendums. Und Gro\u00dfbritannien warb f\u00fcr das Referendum mit dem Argument, dass dadurch die Gr\u00fcndung eines unabh\u00e4ngigen Kurdenstaates in der Region Kurdistan realisiert werde. In ihrer \u00fcblichen Art der T\u00e4uschung und Hinterlist geht es den Briten weniger um die Interessen der Kurden als vielmehr um die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen. In dieser Hinsicht verbindet sie mit den Kurden eine lange Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Antwort auf eine Frage vom 01.04.2009 erw\u00e4hnten wir: <em>Gro\u00dfbritannien versprach Mahmoud al-Hafid im Jahr 1919 einen kurdischen Staat als Gegenleistung daf\u00fcr, dass er das osmanische Protektorat in Sulaimaniyyah angreift. Al-Hafeed und seine Leute griffen an, t\u00f6teten ihre osmanischen Geschwister im Protektorat und vertrieben die \u00dcberlebenden. Doch Gro\u00dfbritannien brach sein Versprechen und verbannte Mahmud al-Hafid nach Indien, seiner damaligen Kolonie. Ebenso bestand Gro\u00dfbritannien 1920 im Vertrag von S\u00e8vres mit dem Osmanischen Staat auf eine Klausel, die sich auf die Gr\u00fcndung eines kurdischen Staates bezieht, um den Kalifen Mahmoud Wahiduddin in Bedr\u00e4ngnis zu bringen. Unterh\u00e4ndler war die Delegation des Kalifen. Nachdem aber Gro\u00dfbritannien Erfolg damit hatte, Mustafa Kemal als Pr\u00e4sidenten der t\u00fcrkischen Republik aufzustellen, und das Kalifat nicht mehr existierte, verhandelte man in Lausanne im Jahr 1924 den Vertrag mit Mustafa Kemals republikanischen Unterh\u00e4ndlern, wobei Gro\u00dfbritannien diesmal die Klausel eines Kurdenstaates ablehnte, da es sein Ziel bereits erreicht hatte, n\u00e4mlich die Zerst\u00f6rung des Kalifats, so dass es nicht mehr auf diese Klausel zur\u00fcckgreifen musste. Gro\u00dfbritannien hatte die Nationalgef\u00fchle der Kurden entfacht und alle nationalistischen Streitigkeiten in der Region angestiftet. Es nutzte diejenigen, die es anstiftete, aus und rief sie zum Ungehorsam und zur Rebellion gegen den islamischen Staat auf, bis sich Gro\u00dfbritanniens Zweck erf\u00fcllte. Danach lie\u00df es seine Kollaborateure entweder fallen oder machte sie zu britischen Sklaven, indem es sie als sogenannte Herrscher und F\u00fchrer einsetzte.<\/em> In dieser Art und Weise geht Gro\u00dfbritannien mit seiner T\u00e4uschungs- und Irref\u00fchrungstaktik vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Und so h\u00e4lt Barzani beharrlich an dem f\u00fcr den 25.09.2017 angesetzten Referendum fest, um seinen Staat zu bekommen! Er schert sich nicht um die Einw\u00e4nde, die im Hinblick auf die Abstimmung sowohl von internationaler als auch von regionaler Seite und selbst von Seiten mancher Kurden vorgebracht werden. Vielmehr erkl\u00e4rte er: <em>Die Autonome Region Kurdistan hat es am Mittwoch erneut abgelehnt, die f\u00fcr den 25. September beschlossene Abstimmung \u00fcber die Losl\u00f6sung vom Irak zu verschieben oder zu stoppen<\/em>, und das trotz internationaler und regionaler Bem\u00fchungen, Erbil von diesem Schritt abzuhalten, und trotz der Nichtanerkennung des Referendums und seiner Resultate seitens der Zentralregierung in Bagdad. Der Oberste Rat des Referendums in der Kurdenregion diskutierte am gestrigen Tag in einer Sitzung unter dem Vorsitz des Kurdenpr\u00e4sidenten Masud Barzani die Resultate des letzten Besuchs der kurdischen Delegation in Bagdad bez\u00fcglich des Referendums. Auch ging es um die Ergebnisse aus der Unterredung zwischen Barzani und Mattis in Erbil. <em>Pr\u00e4sident Masud Barzani versicherte, dass das Referendum um keine Minute verschoben und zum festgelegten Datum am 25. September stattfinden werde<\/em>, teilte der Berater Barzanis mit. (Dubai-Al-Arabiya.net, 24.08.2017) Dabei war bekannt, dass das Referendum sowohl international als auch regional auf starke Ablehnung stie\u00df:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die USA waren bereits vom ersten Tag an, als Barzani am 07.06.2017 das Referendum angek\u00fcndigt hatte, gegen die Abstimmung. So gab der Kurdenpr\u00e4sident in seiner damaligen Erkl\u00e4rung bekannt, dass der Volksentscheid am 25. September in den irakischen Kurdengebieten stattfinden werde, um \u00fcber einen unabh\u00e4ngigen kurdischen Staat abzustimmen. Die USA lie\u00dfen \u00fcber ihren Sondergesandten f\u00fcr die Anti-IS-Koalition Brett McGurk mitteilen, dass die Durchf\u00fchrung des Referendums sich zum jetzigen Zeitpunkt destabilisierend auswirken w\u00fcrde. <em>Wir glauben, dass eine Abstimmung nicht im September stattfinden sollte, da ein Referendum mit solch einem schnellen Zeitplan besonders in den umstrittenen Gebieten deutlich destabilisierend wirken w\u00fcrde<\/em>, sagte McGurk. (AFP, 08.06.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuletzt brachte der amerikanische Au\u00dfenminister Rex Tillerson in einem mit Kurdenchef Barzani gef\u00fchrten Telefongespr\u00e4ch vom 11.08.2017 den Wunsch Washingtons zum Ausdruck, das Referendum zu verschieben. Er unterstrich dabei, dass er den Dialog und das Gespr\u00e4ch mit Bagdad unterst\u00fctze. Am 22.08.2017 sandten die USA ihren Verteidigungsminister James Mattis nach Bagdad zu einem Treffen mit dem irakischen Premierminister Haidar al-Abbadi, danach reiste dieser nach Erbil weiter, um sich mit Barzani zu treffen. Anschlie\u00dfend begab er sich am 23.08.2017 nach Ankara, um Erdogans T\u00fcrkei, dem aktiven amerikanischen Arm in der Region, in Bewegung zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Ablehnung kam ebenso von den amerikatreuen L\u00e4ndern in der Umgebung. Saad al-Hadithi, der Sprecher des irakischen Premierministers, erkl\u00e4rte: <em>Jeder Standpunkt und jeder Schritt, der von irgendeiner Seite im Irak vertreten oder unternommen wird, muss auf der Verfassung beruhen. Jeder Beschluss, der die Zukunft des Irak betrifft, welcher laut Verfassung ein demokratischer, f\u00f6deraler Staat mit voller nationaler Souver\u00e4nit\u00e4t ist, muss den entsprechenden Verfassungstext ber\u00fccksichtigen [\u2026] Keine der Seiten darf alleine und isoliert von den anderen \u00fcber das Schicksal des Irak bestimmen.<\/em> (Die amerikanische al-Hurra-Seite, 09.06.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die T\u00fcrkei hat von Anfang an ihre Ablehnung des Referendums und der Ausrufung eines unabh\u00e4ngigen Kurdistan bekundet. So ver\u00f6ffentlichte das t\u00fcrkische Au\u00dfenministerium eine Stellungnahme, in welcher der Beschluss des kurdischen Regionalpr\u00e4sidiums als \u201eschwerwiegender Fehler\u201c bezeichnet wird, der \u201edie Einheit und die territoriale Integrit\u00e4t des Irak bedrohe\u201c. (al-Hurra, 09.06.2017) Erdogan erkl\u00e4rte nach einem Zusammentreffen mit US-Au\u00dfenminister Mattis: <em>Die Entscheidung, ein Referendum durchzuf\u00fchren, ist falsch<\/em>. (Aljazeera, 24.08.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso erkl\u00e4rte der Iran am Samstag, den 11.06.2017, kurz nach Ank\u00fcndigung des Referendums, dass er die f\u00fcr September geplante Abstimmung im irakischen Kurdistan entschieden ablehne. Teheran hob dabei <em>seine klare Haltung zur Einheit des irakischen Territoriums<\/em> hervor. Und der iranische Au\u00dfenamtssprecher Bahram Qasimi machte klar: <em>Die im Alleingang getroffenen Entscheidungen, die fern der nationalen und legitimen Standards und Rahmen liegen, werden zu zus\u00e4tzlichen Problemen und zu einer Versch\u00e4rfung der Sicherheitslage im Irak f\u00fchren<\/em>. (http:\/\/afkarhura.com, 15.06.2017) Zudem ver\u00f6ffentlichte die Nachrichtenseite afkarhura.com am 07.09.2017 ein Statement des Pr\u00e4sidenten des iranischen Schura-Rates, in dem es hei\u00dft: <em>Der Berater des Pr\u00e4sidenten des islamischen Schura-Rates f\u00fcr internationale Angelegenheiten Hussein Amir Abdullahian betonte, dass die Abstimmung im irakischen Kurdistan eine neue Krise ausl\u00f6sen werde<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgen die USA \u00fcber Getreue innerhalb Kurdistans. Dazu geh\u00f6ren die kurdische Goran-Bewegung (Wandel) und Talabanis Partei Patriotische Union Kurdistans. Die Goran-Bewegung zeigte sich ablehnend gegen\u00fcber Barzanis Plan zur Durchf\u00fchrung einer Volksbefragung. Hoshiar Abdullah, Mitglied der Bewegung im kurdischen Parlament, erkl\u00e4rte: <em>Die Goran-Bewegung h\u00e4lt an ihrer Meinung weiter fest, dass es ein falsches Timing f\u00fcr das Referendum ist und dass es sich um die pers\u00f6nliche und parteiliche Agenda des Masud Barzani handelt<\/em>. Er betonte, dass <em>die Demokratische Partei Kurdistans Bauer (in diesem Schachspiel) und kein Player <\/em>sei. (Elaph, 05.08.2017) Auch Fuad Masum, Pr\u00e4sident der Republik Irak, der Talabanis Patriotischer Union Kurdistans angeh\u00f6rt, ist gegen den Volksentscheid und bezeichnete ihn als verfassungswidrig. Die Demokratische Partei Kurdistans antwortete in einer Stellungnahme auf die Erkl\u00e4rung Masums, dass diese <em>gef\u00e4hrlich<\/em> und <em>ein schlechtes Signal an die Staaten der Welt <\/em>sei<em>, was das Ergebnis der Abstimmung untergraben und herabwerten<\/em> werde. (gleiche Quelle)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieser internationalen und regionalen Einw\u00e4nde h\u00e4lt Barzani an der Durchf\u00fchrung des Volksentscheids fest und teilte, wie zuvor erw\u00e4hnt, mit, dass er ihn um keine Minute verschieben werde. Das alles geht auf das Betreiben Gro\u00dfbritanniens zur\u00fcck, so, wie wir es bei der obigen Darlegung der Ereignisse erl\u00e4utert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Nachdem wir nun die Hintergr\u00fcnde des Referendums beleuchtet haben, k\u00f6nnen wir die Antwort darauf geben, was hinsichtlich der Abstimmung voraussichtlich geschehen wird. Laut unserer Analyse sieht dies folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Welcher Fall auch eintritt; es ist nicht damit zu rechnen, dass ein international anerkannter Kurdenstaat entstehen wird. Denn der von Amerika entworfene Plan f\u00fcr den Irak sieht vor, dass dieser als f\u00f6deraler Staat mit autonomen Regionen existiert, die durch ein fragiles Band mit dem Zentralstaat verbunden sind, d.&nbsp;h. de facto geteilt, was die Regierungsverwaltung betrifft, aber offiziell weiterhin ein f\u00f6deraler, aus Autonomien bestehender Staat, der Irak hei\u00dft. So sieht der amerikanische Entwurf f\u00fcr den Irak seit der US-Invasion von 2003 aus. Mit der Besetzung des Irak trugen die USA den Keim f\u00fcr die Teilung des Irak und dessen Zerfall mit sich, ohne jedoch dessen Teile offiziell zu Staaten zu proklamieren. Das sollte vielmehr zu angemessener Zeit passieren. Paul Bremer, der damalige US-Statthalter \u00fcber den Irak, hatte seinerzeit eine f\u00f6derative Verfassung autonomer Gebiete f\u00fcr den Irak erschaffen, wodurch dessen Status als starker, einheitlicher Staat mit zentraler Autorit\u00e4t beendet und durch einen fragilen f\u00f6deralen Staat ersetzt wurde, in welchem den Autonomieregierungen st\u00e4rkere Macht zukommt als der Zentralregierung. Auf diese Weise sollte der Irak daf\u00fcr vorbereitet werden, aus ihm mehrere offizielle Staaten zu kreieren, und zwar dann, wenn die USA so weit sind und es in ihrem Interesse liegt. Doch zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt sieht der amerikanische Plan vor, dass der Irak ein f\u00f6deraler, aus Autonomien bestehender Staat bleibt, von der Zentralregierung durch ein fragiles Band zusammengehalten. Am 12.08.2014 hatten wir bereits eine Antwort auf eine Frage ver\u00f6ffentlicht, in der es hie\u00df: <em>Seitdem die USA 2003 den Irak besetzten, arbeiten sie daran, ihn f\u00fcr eine Teilung vorzubereiten. Die Verfassung, die Paul Bremer auf Basis eines ethnisch-konfessionellen Proporzsystems erstellte, schnitt er auf den Pr\u00e4sidenten der Republik, auf den Parlamentspr\u00e4sidenten und den Ministerpr\u00e4sidenten zu. Da die Exekutive in H\u00e4nden des Ministerpr\u00e4sidenten liegt und Bremer diesen Posten vom konfessionellen Quotensystem abh\u00e4ngig machte, waren Konflikte und Spannungen mit den \u00fcbrigen Gesellschaftskomponenten vorprogrammiert. Der Verfassungstext selbst legt das f\u00f6derale System der Autonomien vor, wobei den Autonomien gro\u00dfe Befugnisse zukommen. Den USA ist es also gelungen, den Boden f\u00fcr eine Spaltung des Irak in Autonomieregionen zu bereiten.<\/em> Derzeit ist die US-Politik nicht zur Gr\u00fcndung einzelner Staaten im Irak gewillt, sondern m\u00f6chte einen lose zusammengehaltenen f\u00f6deralen Staat, der faktisch geteilt ist, jedoch formal als Staat weiterexistiert. Daher ist es unter den gegebenen Umst\u00e4nden eher unwahrscheinlich, dass der Irak im rechtlichen Sinne in mehrere Staaten geteilt wird, sondern dass er nach dem Plan Bremers de facto geteilt ist, wobei die autonomen Regionen des Irak st\u00e4rker sein sollen als es das Zentrum des Staates ist \u2013 zumindest auf absehbare Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die Ank\u00fcndigung eines Referendums kam auf Gehei\u00df Gro\u00dfbritanniens, das sich ein Ventil f\u00fcr das britische Dilemma schaffen will, welches aus der Katar-Krise resultierte. Folglich w\u00fcrde die Abstimmung gestoppt werden, sollten die USA dazu beitragen, den Bann von Katar aufzuheben oder zumindest in angemessener Weise zu lockern, so dass das Gesicht Katars gewahrt bliebe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Die USA w\u00e4ren in der Lage, das Referendum zu verhindern, wenn sie wollten. Schlie\u00dflich sind sie der einzige Staat, der im Irak das Sagen hat. Das kann entweder durch Amerika direkt geschehen, indem pro-amerikanische kurdische Bewegungen in Kurdistan aktiviert werden. Es k\u00f6nnen aber auch die T\u00fcrkei oder der Iran gegen die Kurdenregion \u2013 genauer gegen Barzani \u2013 mobilisiert werden, auch wenn es den Einsatz materieller Druckmittel erfordern sollte. So reiste der iranische Generalstabschef Muhammad Bakri zum ersten Mal seit Entstehung der iranischen Republik im Jahr 1979 am 15.08.2017 zu einem dreit\u00e4gigen Besuch in die T\u00fcrkei. Der t\u00fcrkische Staatspr\u00e4sident Erdogan empfing ihn im Pr\u00e4sidentenpalast in Ankara. Das Treffen der beiden dauerte 50 Minuten, wie die offizielle Nachrichtenagentur Anadol berichtete, was auf die Wichtigkeit der Angelegenheit hindeutet. Begleitet wurde der iranische Stabschef vom Kommandanten der Bodentruppen sowie vom Kommandanten der Grenztruppen neben einer Reihe von iranischen Spitzen aus dem Milit\u00e4r, wie die offizielle iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete. Au\u00dfenamtssprecher Bahram Qasimi bezeichnete den Besuch Muhammad Bakris in der T\u00fcrkei und dessen Treffen mit seinem t\u00fcrkischen Amtskollegen als einen \u201eMeilenstein\u201c und als \u201eerg\u00e4nzenden Schritt in den Beziehungen beider L\u00e4nder\u201c. (iranische Agentur Mehr, 21.08.2017) Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser Besuch der Koordinierung eventueller milit\u00e4rischer Ma\u00dfnahmen in der Region diente, falls diese sich als n\u00f6tig erweisen, um die Abstimmung zu verhindern oder einschneidende Konsequenzen aus dem Weg zu r\u00e4umen. Untermauern w\u00fcrde dies der Besuch des US-Au\u00dfenministers in Ankara am 23.08.2017, also nach dem Besuch des iranischen Generalstabschefs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Sollten die USA bef\u00fcrchten, dass es zu brisanten Turbulenzen kommt, die aus den in Punkt c) genannten Aspekten resultieren k\u00f6nnen, so w\u00fcrden sie das Referendum zwar nicht stoppen, jedoch daf\u00fcr sorgen, dass es ohne nachhaltige Effekte und somit ergebnislos bleibt. Und sie w\u00fcrden verhindern, dass sich aus dem Volksentscheid separatistisch gef\u00e4rbte Ma\u00dfnahmen ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Zum Schluss sei gesagt: Wahrlich schmerzt es, dass es den ungl\u00e4ubigen Kolonialisten gelungen ist, das islamische Band aus dem Leben der Muslime zu eliminieren und es durch verrottete Bindungsarten zu ersetzen. Mit diesem islamischen Band haben die Muslime \u2013 Araber wie Nichtaraber \u2013 machtvolle W\u00fcrde erlangt. Alle anderen Bindungsarten sind zerst\u00f6rerische Elemente, die zur Zerr\u00fcttung der Muslime gef\u00fchrt haben: Kriege zwischen ihnen stehen an der Tagesordnung und die Br\u00fcderlichkeit ist ihnen abhandengekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nationalismus ist ein Zerst\u00f6rungsfaktor f\u00fcr das Bauwerk der Umma. So, wie er in der Vergangenheit ein Zerst\u00f6rungsfaktor f\u00fcr den islamischen Staat war, setzt der ungl\u00e4ubige Kolonialist, wenn er kann, auch heute noch dieses Werkzeug ein, um den Rest dessen zu zerst\u00f6ren, was der Umma an Einheit geblieben ist. Danach verwandelt er die muslimischen L\u00e4nder zu Kampfarenen der Gro\u00dfm\u00e4chte und zum Gegenstand blutiger Auseinandersetzung und Br\u00fcderk\u00e4mpfe unter Muslimen. Dabei hat der Islam all das verboten und auf Einheit und Br\u00fcderlichkeit unter den Muslimen gepocht. Der Erhabene sagt:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0627\u0639\u0652\u062a\u064e\u0635\u0650\u0645\u064f\u0648\u0627 \u0628\u0650\u062d\u064e\u0628\u0652\u0644\u0650 \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u0650 \u062c\u064e\u0645\u0650\u064a\u0639\u064b\u0627 \u0648\u064e\u0644\u064e\u0627 \u062a\u064e\u0641\u064e\u0631\u064e\u0651\u0642\u064f\u0648\u0627 \u0648\u064e\u0627\u0630\u0652\u0643\u064f\u0631\u064f\u0648\u0627 \u0646\u0650\u0639\u0652\u0645\u064e\u062a\u064e \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u0650 \u0639\u064e\u0644\u064e\u064a\u0652\u0643\u064f\u0645\u0652 \u0625\u0650\u0630\u0652 \u0643\u064f\u0646\u062a\u064f\u0645\u0652 \u0623\u064e\u0639\u0652\u062f\u064e\u0627\u0621\u064b \u0641\u064e\u0623\u064e\u0644\u064e\u0651\u0641\u064e \u0628\u064e\u064a\u0652\u0646\u064e \u0642\u064f\u0644\u064f\u0648\u0628\u0650\u0643\u064f\u0645\u0652 \u0641\u064e\u0623\u064e\u0635\u0652\u0628\u064e\u062d\u0652\u062a\u064f\u0645 \u0628\u0650\u0646\u0650\u0639\u0652\u0645\u064e\u062a\u0650\u0647\u0650 \u0625\u0650\u062e\u0652\u0648\u064e\u0627\u0646\u064b\u0627 \u0648\u064e\u0643\u064f\u0646\u062a\u064f\u0645\u0652 \u0639\u064e\u0644\u064e\u0649\u0670 \u0634\u064e\u0641\u064e\u0627 \u062d\u064f\u0641\u0652\u0631\u064e\u0629\u064d \u0645\u0650\u0651\u0646\u064e \u0627\u0644\u0646\u064e\u0651\u0627\u0631\u0650 \u0641\u064e\u0623\u064e\u0646\u0642\u064e\u0630\u064e\u0643\u064f\u0645 \u0645\u0650\u0651\u0646\u0652\u0647\u064e\u0627 \u0643\u064e\u0630\u064e\u0670\u0644\u0650\u0643\u064e \u064a\u064f\u0628\u064e\u064a\u0650\u0651\u0646\u064f \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0644\u064e\u0643\u064f\u0645\u0652 \u0622\u064a\u064e\u0627\u062a\u0650\u0647\u0650 \u0644\u064e\u0639\u064e\u0644\u064e\u0651\u0643\u064f\u0645\u0652 \u062a\u064e\u0647\u0652\u062a\u064e\u062f\u064f\u0648\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und haltet alle fest am Seil Allahs und geht nicht auseinander! Und gedenkt Allahs Gunst an euch, als ihr Feinde wart, Er dann eure Herzen zusammenf\u00fchrte, worauf ihr durch Seine Gunst Br\u00fcder wurdet. Und als ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch davor errettete. So macht Allah euch Seine Zeichen klar, auf dass ihr rechtgeleitet werden m\u00f6get!<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">3:103<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch sagt Er:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651\u0645\u064e\u0627 \u0627\u0644\u0652\u0645\u064f\u0624\u0652\u0645\u0650\u0646\u064f\u0648\u0646\u064e \u0625\u0650\u062e\u0652\u0648\u064e\u0629\u064c<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Wahrlich, die Gl\u00e4ubigen sind Br\u00fcder.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">49:10<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls verboten hat der Islam alle Formen von Stammeseifer. Dazu geh\u00f6ren Nationalismus, Patriotismus und Tribalismus. \u02bfAmr ibn D\u012bn\u0101r berichtete: <em>Ich h\u00f6rte \u011e\u0101bir ibn \u02bfAbdill\u0101h sagen<\/em>: <em>\u201eWir befanden uns auf einem Feldzug. Da schlug ein Mann von den muh\u0101\u011fir\u016bn (Auswanderern) einen von den an\u1e63\u0101r (Unterst\u00fctzern). Daraufhin rief der an\u1e63\u0101r\u012b: \u201aO an\u1e63\u0101r! Und der muh\u0101\u011fir rief: \u201aO muh\u0101\u011fir\u016bn!\u2018 Allah lie\u00df es Seinen Gesandten (s) h\u00f6ren. Dieser fragte: \u201aWas ist da?\u2018 Sie antworteten: \u201aEin Mann von den muh\u0101\u011fir\u016bn schlug einen von den an\u1e63\u0101r. Da rief der an\u1e63\u0101r\u012b: \u201aO an\u1e63\u0101r!\u2018, und der muh\u0101\u011fir rief: \u201aO muh\u0101\u011fir\u016bn!\u2018\u2018 Daraufhin sprach der Gesandte (s):<\/em><\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u062f\u064e\u0639\u064f\u0648\u0647\u064e\u0627\u060c \u0641\u064e\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651\u0647\u064e\u0627 \u0645\u064f\u0646\u0652\u062a\u0650\u0646\u064e\u0629\u064c\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Lasst ab davon, denn es ist verrottet!<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">Bu\u1e2b\u0101r\u012b<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ibn Mi\u011flaz berichtet von \u011eundub ibn \u02bfAbdill\u0101h al-Ba\u011f\u0101l\u012b, der sagte: <em>Es sprach der Gesandte Allahs<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0645\u064e\u0646\u0652 \u0642\u064f\u062a\u0650\u0644\u064e \u062a\u064e\u062d\u0652\u062a\u064e \u0631\u064e\u0627\u064a\u064e\u0629\u064d \u0639\u064f\u0645\u0650\u0651\u064a\u064e\u0651\u0629\u064d\u060c \u064a\u064e\u062f\u0652\u0639\u064f\u0648 \u0639\u064e\u0635\u064e\u0628\u0650\u064a\u064e\u0651\u0629\u064b\u060c \u0623\u064e\u0648\u0652 \u064a\u064e\u0646\u0652\u0635\u064f\u0631\u064f \u0639\u064e\u0635\u064e\u0628\u0650\u064a\u064e\u0651\u0629\u064b\u060c \u0641\u064e\u0642\u0650\u062a\u0652\u0644\u064e\u0629\u064c \u062c\u064e\u0627\u0647\u0650\u0644\u0650\u064a\u064e\u0651\u0629\u064c\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Wer unter einer Flagge der Blindheit stirbt, zum Stammeseifer aufruft oder den Stammeseifer unterst\u00fctzt, stirbt einen Tod des Heidentums.<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">Muslim<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Muslime haben jahrhundertelang in Gr\u00f6\u00dfe, die ihnen ihre Glaubensordnung, und in St\u00e4rke, die ihnen ihr Herr verliehen hat, gelebt, geeint durch die Br\u00fcderlichkeit des Islam. Zu den Gef\u00e4hrten des Gesandten Allahs (s) z\u00e4hlten Ab\u016b Bakr, \u02bfUmar, \u02bfAl\u012b, Salm\u0101n, der Perser, und Bil\u0101l, der \u00c4thiopier. Sie waren Diener Allahs und untereinander Br\u00fcder, die gemeinsam in den <em>\u011fih\u0101d<\/em> auf dem Wege Allahs zogen. Jerusalem wurde von \u02bfUmar, dem Araber, er\u00f6ffnet. \u1e62al\u0101\u1e25 ad-D\u012bn (Saladin), der Kurde, befreite es von den Kreuzfahrern, und schlie\u00dflich bewahrte es \u02bfAbd al-\u1e24am\u012bd (Abdulhamid), der T\u00fcrke, vor den Juden. So sind die Muslime zu Gr\u00f6\u00dfe gelangt und so sollte es f\u00fcr jeden gelten, der hinh\u00f6rt und Zeuge ist.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0641\u0650\u064a \u0647\u064e\u0670\u0630\u064e\u0627 \u0644\u064e\u0628\u064e\u0644\u064e\u0627\u063a\u064b\u0627 \u0644\u0650\u0651\u0642\u064e\u0648\u0652\u0645\u064d \u0639\u064e\u0627\u0628\u0650\u062f\u0650\u064a\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">In diesem ist f\u00fcrwahr eine Botschaft f\u00fcr Leute, die dienen.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">21:106<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>18. \u1e0e\u016b l-\u1e24i\u011f\u011fa 1438 n.&nbsp;H.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>09.09.2017 n.&nbsp;Chr.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Weshalb besteht Barzani auf die Durchf\u00fchrung des Referendums zur Unabh\u00e4ngigkeit der Region Kurdistan, obwohl es weder eine internationale noch eine regionale Zustimmung zu diesem Referendum gibt?<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":12964,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1187,1594,2216,2646],"class_list":["post-10196","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-hintergruende","tag-kurdistan","tag-region","tag-unabhaengigkeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10196"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10196\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}