{"id":10262,"date":"2018-04-24T00:00:00","date_gmt":"2018-04-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10262"},"modified":"2018-04-24T00:00:00","modified_gmt":"2018-04-23T22:00:00","slug":"nichts-als-profit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10262","title":{"rendered":"Nichts als Profit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Existenz der Dritten Welt ist eine Folge des Kapitalismus, der, da V\u00f6lker ihre Reicht\u00fcmer nicht freiwillig herausgeben, mit kolonialistischer Methode vorgeht. Jeder wei\u00df, dass die Ursache f\u00fcr Hunger und Armut in den L\u00e4ndern der Dritten Welt im kapitalistischen System begr\u00fcndet liegt, das nur funktioniert, wenn sich der kleinere Teil der Weltbev\u00f6lkerung auf Kosten der anderen bereichert, um ein Leben der Wohlstandsmaximierung f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Wer das Gl\u00fcck hat, nicht zur Dritten Welt zu geh\u00f6ren, sollte sich aber nicht allzu sehr in Sicherheit wiegen. Der Kapitalismus schl\u00e4gt aus allem und jedem Profit, wann und wo immer es m\u00f6glich ist. Nur geschieht es in den westlichen Industriestaaten unauff\u00e4lliger und moderater als in der Dritten Welt. Aber auch da leiden die Menschen unter dem Kapitalismus, ohne jedoch die Ursache realisieren zu k\u00f6nnen. Der Mensch hat grunds\u00e4tzlich und unabh\u00e4ngig von seiner Herkunft keinen Wert im kapitalistischen System, auch wenn es, oberfl\u00e4chlich gesehen, so scheint, als g\u00e4be es Unterschiede unter den Menschen. Die einzige Differenz besteht in den Rahmenbedingungen, die den Grad der Ausbeutung der Menschen festlegen. Deshalb versucht der Kapitalismus die f\u00fcr ihn g\u00fcnstigsten Rahmenbedingungen zu schaffen, wie etwa die Errichtung von Diktaturen in den L\u00e4ndern der Dritten Welt, weil dort am meisten zu holen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Blick auf einen Bereich wie das Gesundheitssystem in einem reichen Land wie Deutschland, der eigentlich frei von Profit und Nutzen sein und nur das Wohlergehen des Menschen im Fokus haben sollte, l\u00e4sst erkennen, dass der Kapitalismus keine Gelegenheit ausl\u00e4sst und der Mensch ihm grunds\u00e4tzlich gleichg\u00fcltig ist. Das kapitalistische System macht ihn zum Freiwild wirtschaftlicher Interessen und liefert ihn auch oder gerade in seinem hilfsbed\u00fcrftigen Zustand der Profitgier anderer aus. Letztendlich spielt es \u00fcberhaupt keine Rolle, ob ein kranker Mensch gesund wird, solange seine Krankheit profitabel ist. Gesundheit steht allenfalls an letzter Stelle, weil auch das Gesundheitssystem kapitalistisch ausgerichtet ist. Selbst da schafft der Kapitalismus die entsprechenden Rahmenbedingungen, um nicht nur mit kranken Menschen Gewinn zu machen, sondern um den Gewinn zu steigern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus kapitalistischer Sicht ist Krankheit kein zu bek\u00e4mpfender Zustand, sondern ein lukratives Gesch\u00e4ft. Dass die Pharmaindustrie nur an Profit interessiert ist und sich allein daran orientiert, streitet niemand ab. Heilung steht nicht im Mittelpunkt, sondern der Verkauf von Medikamenten \u2013 selbst wenn sie keine Wirkung haben \u2013 zu einem m\u00f6glichst hohen Preis. Aber auch bei \u00c4rzten ist die Heilung von Menschen in den Hintergrund ger\u00fcckt, weil das kapitalistische System den Arzt in die Rolle eines Kapitalisten gezwungen hat, der gen\u00f6tigt ist, seinen Beruf nach Kriterien des Profits auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Beispiel von Krankenh\u00e4usern zeigt sich besonders deutlich, dass der Mensch im kapitalistischen System keinen Wert hat, auch nicht in einem westlichen Industrieland wie Deutschland. Es geht hier aber weniger darum, Missst\u00e4nde in deutschen Krankenh\u00e4usern oder eine fehlerhafte Gesundheitspolitik anzuprangern. Vielmehr muss reflektiert werden, dass es vor dem Hintergrund des kapitalistischen Systems nie ein f\u00fcr den Menschen ad\u00e4quates Gesundheitssystem geben kann, weil es zwangsl\u00e4ufig auf der kapitalistischen Idee aufbaut, die den Profit zum alleinigen Ma\u00dfstab erhebt. Das gilt im \u00dcbrigen nicht nur f\u00fcr das Gesundheitssystem, sondern f\u00fcr alle Bereiche. Man braucht die Menschen im Grunde nur in dem Ma\u00dfe gesund zu halten, dass die Wirtschaft keinen Schaden nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An deutschen Krankenh\u00e4usern sieht es so aus, dass jeder Patient als Fall abgerechnet wird. Das Krankenhaus erh\u00e4lt also eine sogenannte Fallpauschale, und zwar unabh\u00e4ngig von der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. Jeder Patient ist somit kein Mensch, der im Krankenhaus genesen soll, sondern ein Fall, den man schnellstm\u00f6glich wieder loswerden m\u00f6chte, um Platz zu schaffen f\u00fcr den n\u00e4chsten Fall, f\u00fcr den man eine Pauschale bekommt. Je schneller also ein Krankenhaus einen Fall entl\u00e4sst, desto gewinnbringender ist das. Das bedeutet aber nicht, dass alle Patienten gleichwertige F\u00e4lle darstellen. Denn f\u00fcr manche Behandlungen und Operationen gibt es mehr Geld als f\u00fcr andere, so dass \u00c4rzte oftmals nach wirtschaftlichen Aspekten entscheiden bzw. entscheiden m\u00fcssen. Die Durchf\u00fchrung einer Operation h\u00e4ngt also nicht von der medizinischen Notwendigkeit ab, sondern davon, wie profitabel sie f\u00fcr das Krankenhaus ist. Krankenh\u00e4user picken sich auf diese Weise profitable Patienten heraus und lehnen weniger lukrative Patienten ab. Dar\u00fcber hinaus werden die Gesundheit und das Wohl der Menschen aufs Spiel gesetzt, indem ihnen unn\u00f6tige Operationen aufgeschwatzt werden, weil sie wirtschaftlichen Gewinn bedeuten. V\u00f6llig unn\u00f6tige Operationen sind daher nicht das Ergebnis \u00e4rztlicher Inkompetenz, sondern wirtschaftlicher Interessen. \u00c4rzte und Krankenh\u00e4user leugnen nicht einmal diesen profitorientierten Umgang mit den Patienten. Der gesundheitliche Schaden von Menschen wird wissentlich in Kauf genommen. Schuld daran ist aber nicht das einzelne Individuum, sondern der kapitalistische Staat, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen hierzu geschaffen hat, weil er die Angelegenheiten der Menschen nach rein kapitalistischen Kriterien wahrnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kapitalismus schr\u00f6pft die Menschen in den westlichen Industriestaaten genau wie die Menschen in anderen Teilen der Welt, denn es liegt in der Natur dieser Ideologie. Dass es auch anders geht, f\u00fchrt der Islam vor. Er sch\u00fctzt den Menschen vor jeglicher Profitgier. Dabei geht es nicht um einen Vergleich zwischen dem kapitalistischen und dem islamischen Gesundheitssystem, das ausschlie\u00dflich die Genesung des Menschen im Fokus hat. Es geht vielmehr darum, dass der Kapitalismus den Menschen in allen Bereichen dem Profit und Nutzen preisgibt, w\u00e4hrend der Islam den Menschen vollst\u00e4ndig davor sch\u00fctzt, ausgebeutet zu werden. Selbst im islamischen Wirtschaftssystem geht es nicht um die Frage nach Profit, sondern um den Menschen und die Gew\u00e4hrleistung seiner Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rbed\u00fcrfnisse. Das Wohl der Menschen definiert der Islam nicht \u00fcber ein Bruttoinlandsprodukt, das nichts dar\u00fcber aussagt, ob es den Menschen in der Realit\u00e4t tats\u00e4chlich gut geht. Ein gutes Bruttoinlandsprodukt kann trotzdem bedeuten, dass die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung arm ist. Der Islam legt vielmehr wert darauf, dass die Grundversorgung eines jeden Individuums gesichert ist und jeder dar\u00fcber hinaus die M\u00f6glichkeit erh\u00e4lt, weitere Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen und seinen Wohlstand zu steigern, jedoch nicht auf Kosten anderer. Profit hat im Islam keinerlei Relevanz \u2013 in keinem Bereich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Existenz der Dritten Welt ist eine Folge des Kapitalismus, der, da V\u00f6lker ihre Reicht\u00fcmer nicht freiwillig herausgeben, mit kolonialistischer Methode vorgeht. 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