{"id":10276,"date":"2018-05-24T00:00:00","date_gmt":"2018-05-24T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10276"},"modified":"2018-05-24T00:00:00","modified_gmt":"2018-05-24T00:00:00","slug":"muhammad-bin-salmans-besuche-in-grossbritannien-den-usa-und-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10276","title":{"rendered":"Muhammad bin Salmans Besuche in Gro\u00dfbritannien, den USA und Frankreich"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort auf eine Frage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Muhammad bin Salmans Besuche in Gro\u00dfbritannien, den USA und Frankreich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 10.04.2018 beendete Saudi-Arabiens Thronfolger Muhammad bin Salman seine zweit\u00e4gige Frankreich-Tour. Davor hatte er drei Tage lang Gro\u00dfbritannien besucht (10.03.2018), um im Anschluss daran vom 20.03. bis zum 08.04.2018 in die USA zu reisen. Empfangen wurde er wie ein Staatsoberhaupt. Was steckt hinter diesen Besuchen? Auff\u00e4llig ist, dass die Reisen in L\u00e4nder gingen, deren Interessen divergieren. Was also ist deren gemeinsamer Nenner? Wir bitten um Kl\u00e4rung, m\u00f6ge Allah es dir reich belohnen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Antwort:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentlich beabsichtigte Reise ist jene in die Vereinigten Staaten. Der Besuch Muhammad bin Salmans in Gro\u00dfbritannien war eine Art Beschwichtigungsbesuch, nachdem er gegen die britischen Getreuen in Saudi-Arabien mit folgenschweren Ma\u00dfnahmen vorgegangen war. Die Frankreichreise hingegen war lediglich ein Randbesuch, der bin Salman Popularit\u00e4t verschaffen sollte, indem er die m\u00e4chtigen Staaten Europas und Amerika bereist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Folgenden die Details:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: Der Besuch Muhammad bin Salmans in Gro\u00dfbritannien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eingel\u00e4utet wurde die Tour bin Salmans am 07.03.2018 in Gro\u00dfbritannien, wo er sich zu einem dreit\u00e4gigen Besuch aufhielt. Wie bereits erw\u00e4hnt, handelte es sich um einen Beschwichtigungsbesuch, da dem Kronprinzen bewusst ist, dass die Briten innerhalb der K\u00f6nigsfamilie tiefe Wurzeln haben und ihm Schwierigkeiten bereiten k\u00f6nnten. Er besuchte Gro\u00dfbritannien also, um es zu bes\u00e4nftigen, indem er, wenn auch nur in begrenztem Umfang, wirtschaftliche Anreize bot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das l\u00e4sst sich anhand des Abschlusskommuniqu\u00e9s belegen, dessen Inhalt eher auf eine gew\u00f6hnliche Visite mit den \u00fcblichen Vereinbarungen hinweist. Es ist generell und unspezifisch formuliert, mit Ausnahme einiger Anreize wirtschaftlicher Art.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abschlusserkl\u00e4rung enth\u00e4lt z. B. Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Einige allgemeine Sachverhalte, die standardm\u00e4\u00dfig in Abschlusserkl\u00e4rungen enthalten sind:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Vereinigte K\u00f6nigreich unterst\u00fctzt ausdr\u00fccklich Saudi-Arabiens \u201eVision 2030\u201c und dessen wirtschaftlich-gesellschaftliches Reformprogramm, das die Diversifizierung der Wirtschaft zum Ziel hat. (\u2026) Prinz Muhammad bin Salman und Premierministerin Theresa May riefen am Mittwoch den \u201eRat Strategischer Partnerschaft\u201c (UK-Saudi Strategic Partnership Council) ins Leben, der ein Schl\u00fcsselmechanismus f\u00fcr einen regelm\u00e4\u00dfigen Dialog zur St\u00e4rkung aller Bereiche bilateraler Beziehungen sein soll. (\u2026) Das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien w\u00fcrdigt die Erfahrung und Expertise des Vereinigten K\u00f6nigreichs im Bereich der unterschiedlichen Bildungsstufen, angefangen vom Kindergarten \u00fcber die Primar- und Sekundarstufe bis hin zur h\u00f6heren Bildung, ebenso wie die ausgezeichnete F\u00f6rderung beruflicher Ausbildung. (\u2026) Das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien hebt die umfangreiche Erfahrung Gro\u00dfbritanniens in der Gesundheitsf\u00fcrsorge anerkennend hervor. (\u2026) Das Vereinigte K\u00f6nigreich erkennt die Wichtigkeit an, den saudischen Konzern Aramco als Teil des wirtschaftlichen Reformplans Saudi-Arabiens zu betrachten. (\u2026) Das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien unterstreicht die Position Londons als globalen Hauptfinanzmarkt. Die London Stock Exchange Group hat sich mit der saudischen Wertpapierb\u00f6rse (Tadawul) auf ein Programm zum Kapazit\u00e4tsaufbau und auf Trainingsma\u00dfnahmen geeinigt, um die Entwicklung der Wertpapierm\u00e4rkte zu unterst\u00fctzen. (\u2026) Saudi-Arabien und das Vereinigte K\u00f6nigreich betonen die Wichtigkeit und die Rolle der Beziehung in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit bei der Verwirklichung der gegenseitigen nationalen und regionalen Sicherheit und Stabilit\u00e4t. (\u2026) Beide L\u00e4nder bekunden die feste Absicht, ihre Bem\u00fchungen auf den Kampf gegen Terrorismus und Extremismus zu fokussieren. Dies soll durch Informationsaustausch und durch das Verstehen der Methoden erfolgen, die die Terroristen und Extremisten anwenden, um daf\u00fcr anf\u00e4llige Gruppen zu beeinflussen. (\u2026) Die Regierungen beider L\u00e4nder unterzeichneten Absichtserkl\u00e4rungen zur Vertiefung der Aspekte der Kooperation und der Partnerschaft untereinander. (\u2026) Die Unterzeichnung umfasst ebenso den Wunsch beider Seiten, bilaterale Gespr\u00e4che fortzuf\u00fchren, um zu einem Abkommen zu gelangen, das die Lieferung von zus\u00e4tzlich 48 Eurofightern Typhoon an das K\u00f6nigreich beinhaltet. (\u2026) Beide L\u00e4nder unterstreichen die Notwendigkeit, dass der Iran sich in der Region an die Prinzipien der Koexistenz h\u00e4lt und sich aus den inneren Angelegenheiten der Staaten heraush\u00e4lt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Einige allgemeine und nicht spezifizierte politische und sicherheitsrelevante Aspekte, deren Fokus nicht auf der detaillierten L\u00f6sung der Angelegenheiten liegt:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; <em>Beide L\u00e4nder heben die Wichtigkeit einer politischen L\u00f6sung der Jemenkrise hervor, die auf der Initiative des Golfkooperationsrates und auf dessen Implementierungsmechanismen basiert sowie auf den Ergebnissen des \u201eNationalen Dialogs\u201c und auf der UN-Resolution 2216. Diese soll zu einer politischen L\u00f6sung f\u00fchren, die die Sicherheit und die territoriale Integrit\u00e4t des Jemen garantieren soll. Beide Seiten versicherten, den neu ernannten Jemen-Sondergesandten Martin Griffiths mit aller Kraft zu unterst\u00fctzen. (\u2026) Sie stimmen in der Wichtigkeit \u00fcberein, dass die internationale Gemeinschaft Druck auf die Huthi-Milizen aus\u00fcben muss, um humanit\u00e4re Hilfe ungehindert in von ihnen kontrollierte Gebiete hineinzulassen. (\u2026) Das Vereinigte K\u00f6nigreich begr\u00fc\u00dft das Einverst\u00e4ndnis Saudi-Arabiens, sich bei der von der Allianz gef\u00fchrten Milit\u00e4roperation unabl\u00e4ssig an das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht zu halten. (\u2026) Beide L\u00e4nder wiederholten ihre Zusicherung, an der Zweistaaten-L\u00f6sung auf Basis der Arabischen Friedensinitiative und der relevanten UN-Resolutionen festzuhalten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Einige wirtschaftliche Aspekte, die beschwichtigend wirken sollen, nachdem bin Salman gegen die Getreuen Gro\u00dfbritanniens mit harter Hand vorgegangen war:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Saudi-Arabien und das Vereinigte K\u00f6nigreich verpflichten sich zu einer langfristigen Partnerschaft zur Realisierung der \u201eVision 2030\u201c, was eine Reihe von Bereichen einschlie\u00dft. Dazu geh\u00f6ren: Die Bewertung von M\u00f6glichkeiten und wechselseitige Investitionen mit (und \u00fcber) Gro\u00dfbritannien durch den Public Investment Fond (PIF) und den bilateralen Handel beider L\u00e4nder. (\u2026) Diese M\u00f6glichkeiten erreichen zusammen ein Volumen von 100 Milliarden Dollar in einem Zeitrahmen von zehn Jahren, darunter seitens des Public Investment Funds (PIF) mit direkten Investitionen von bis zu 30 Milliarden Dollar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Vereinigte K\u00f6nigreich und das K\u00f6nigreich Saudi-Arabien begr\u00fc\u00dfen die w\u00e4hrend dieser Reise get\u00e4tigte Vereinbarung zum Abschluss einer gro\u00dfen Anzahl grundlegender Handelsabkommen. Dies wird voraussichtlich ein Volumen von 20 Milliarden Dollar \u00fcbersteigen, was Arbeitspl\u00e4tze und Prosperit\u00e4t sowohl im Vereinigten K\u00f6nigreich als auch im K\u00f6nigreich Saudi-Arabien schaffen und sichern wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus allem geht deutlich hervor, dass der prim\u00e4re Zweck des Gro\u00dfbritannienbesuchs nicht \u00fcber ein Bes\u00e4nftigen und Wogengl\u00e4tten hinausgeht. Der Gro\u00dfteil der Abschlusserkl\u00e4rung ist allgemeines Gerede, mit Ausnahme einiger wirtschaftlicher Versprechen, die unerheblich und von m\u00e4\u00dfiger Bedeutung sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens: Bin Salmans Besuch der Vereinigten Staaten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer den USA-Besuch bin Salmans mitverfolgt hat, konnte erkennen, wie die USA ihn zu einem folgsamen Sklaven dressieren. Sie erniedrigen ihn und er l\u00e4chelt dabei. Sie erpressen ihn und er gibt klein bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Folgenden die Erkl\u00e4rung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Kaum hat Salman nach dem Tod seines Bruders Abdullah am 23.01.2015 den Thron \u00fcbernommen, begann er mit eiligen Ma\u00dfnahmen, seine Herrschaft und die seines Nachfolgers zu konsolidieren. Seinen Bruder Mukrin bin Abdulaziz, der den Briten zugerechnet wird, setzte er als Thronfolger ab und ernannte seinen eigenen Sohn Muhammad bin Salman zum Vizethronfolger. Er stattete ihn mit vielerlei Vollmachten aus, um dessen Macht zu festigen. Zahlreiche Mitglieder des K\u00f6nigshauses, die eine Konkurrenz f\u00fcr ihn darstellten oder loyal zu den Briten stehen, setzte er ab oder eliminierte sie. Seine starke Loyalit\u00e4t zu den USA zeigte er offen. Anschlie\u00dfend folgte der zweite Schritt: Die Amerikaner sollten sich bin Salmans und seiner F\u00e4higkeiten sicher sein. Um ihn n\u00e4her kennenzulernen und sich der Dimension seiner Treue und Loyalit\u00e4t den USA gegen\u00fcber zu vergewissern, reiste er, nachdem Donald Trump offiziell Pr\u00e4sident der USA geworden war, am 15.03.2017 nach Washington. Trump empfing ihn im Wei\u00dfen Haus mit den h\u00f6chsten Ehren und im Beisein seines Vizes Mike Pence und seines Nationalen Sicherheitsberaters, was eine Aufwertung bin Salmans bedeutete. Trump demonstrierte seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr bin Salman. Der n\u00e4chste Schritt wurde am 04.11.2017 vollzogen, um die Autorit\u00e4t bin Salmans zu st\u00e4rken. Hierzu stutzte man die Fl\u00fcgel der Vasallen Gro\u00dfbritanniens und auch die von anderen. Alle hatten sich nun der Herrschaft bin Salmans zu beugen. Sie wurden gedem\u00fctigt und regelrecht erpresst, als man ihre Konten einfrieren lie\u00df und Hunderte von Prinzen, Ministern, Verantwortlichen und Gesch\u00e4ftsleuten unter dem Deckmantel der Korruptionsbek\u00e4mpfung in Gewahrsam nahm. Dann verk\u00fcndete er, dass 100 Milliarden Dollar auf diese Weise zusammengekommen seien. Und nun erfolgt mit seinem zweiten Besuch in Washington der vorletzte Schritt, um seine Loyalit\u00e4t den Vereinigten Staaten gegen\u00fcber und die Bande zu ihnen zu st\u00e4rken. Dieser Besuch diente au\u00dferdem der Wegbereitung zum letzten Schritt, der da w\u00e4re, bin Salman zum tats\u00e4chlichen K\u00f6nig zu kr\u00f6nen \u2013 zu einem Zeitpunkt, den sie bald erwarten. Und so startete bin Salman seine Auslandsreisen, im Rahmen derer er als De-Facto-K\u00f6nig empfangen wurde, so geschehen bei seiner Visite in \u00c4gypten am 04.03.2018 und bei seinem Besuch in Gro\u00dfbritannien am 07.03.2018, wo er von der Queen pers\u00f6nlich empfangen wurde. Unterstrichen wurde diese Tatsache ebenfalls durch seinen l\u00e4ngeren Aufenthalt in den USA und den dortigen Empfang. Trump selbst deutete dies an. An bin Salman richtete er die Worte: \u201eEs haben sich wunderbare Dinge getan seit Eurem letzten Besuch im Wei\u00dfen Haus. Ihr wart der Kronprinz und nun seid Ihr mehr als der Kronprinz.\u201c (Sputnik, 21.03.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Kaum war bin Salman am 20.03.2018 in Washington eingetroffen, traf er sich auch schon mit dem Pr\u00e4sidenten, der ihn mit den Worten begr\u00fc\u00dfte: \u201eEs ist mir eine Ehre, den saudischen Thronfolger empfangen zu d\u00fcrfen. Uns verbindet eine tiefe Freundschaft und eine sehr starke Beziehung [\u2026]. Ich traf Euch im vergangenen Mai im Rahmen meines Besuches in Saudi-Arabien, als uns Saudi-Arabien einen Betrag von 400 Milliarden Dollar versprach. Vielmehr noch wird diese Beziehung durch die gewaltigen Investitionen verst\u00e4rkt werden.\u201c \u201eSaudi-Arabien ist ein sehr wohlhabendes Land, und es wird den USA, wie wir hoffen, etwas von diesem Wohlstand abgeben in Form von Jobs und in Form des Einkaufs von Equipment\u201c, erkl\u00e4rte Trump weiter. Bin Salman antwortete darauf: \u201eDie S\u00e4ulen der Freundschaft zwischen den beiden L\u00e4ndern sind stabil. Die Beziehungen umfassen die Bereiche Wirtschaft und Sicherheit. Wir arbeiten an einem Plan f\u00fcr ein Investitionsvolumen von 200 Milliarden Dollar zwischen beiden Staaten. Das kann sich bis auf 400 Milliarden Dollar erh\u00f6hen.\u201c (CNN, 20.03.2018) Die USA erpressen also Saudi-Arabien und pl\u00fcndern mittels der Herrscher den Reichtum der Muslime. Diese Herrscher haben das ihnen anvertraute Gut veruntreut und Verrat an der Umma begangen. Woran n\u00e4mlich Donald Trump und die Amerikaner interessiert sind, ist der Raub der muslimischen Reicht\u00fcmer, und das \u00fcber den Weg der Saud-Familie, deren Loyalit\u00e4t den Ungl\u00e4ubigen geh\u00f6rt. Sie schmieden Allianzen mit ihnen und erweisen ihnen ihre Dienste, indem sie den Einfluss der Ungl\u00e4ubigen im Nahen Osten wahren und deren Wirtschaft beleben. Und zu allem \u00dcbel \u00fcbernehmen sie die komplette Rechnung f\u00fcr die Verteidigung der Vorherrschaft der Ungl\u00e4ubigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Trump pr\u00e4sentierte den Fernsehkameras Schautafeln, die er bin Salman vor die Brust hielt. Auf ihnen waren Zeichnungen und Bilder von R\u00fcstungsg\u00fctern zu sehen, die Saudi-Arabien von den USA kaufen und in naher Zukunft erhalten wird. Trump z\u00e4hlte die Deals, die Waffentypen und deren milliardenhohen Wert auf. Dabei kl\u00e4rte er bin Salman auf: \u201eDieser Betrag ist nur Peanuts f\u00fcr Euch\u201c. \u201eDiese Deals werden neue Arbeitspl\u00e4tze (in den USA) schaffen. Bis zu 40.000 Jobs werden erwartet\u201c, erkl\u00e4rt er weiter. (Sputnik, 21.03.2018) Es fehlte nur noch, dass Trump die Tafeln mit einer Kette versieht und dem Prinzen um den Hals h\u00e4ngt. Er schien bin Salman folgende Botschaft vermitteln zu wollen: <em>Unsere Unterst\u00fctzung f\u00fcr dich h\u00e4ngt davon ab, wie viele gewaltige Geldsummen du uns aush\u00e4ndigst und wie sehr du uns das Land dienstbar machst. Du hast all unsere Befehle ohne den geringsten Widerstand auszuf\u00fchren.<\/em> Ein solches Gebaren kommt einer Dem\u00fctigung bin Salmans gleich, die er allerdings wie ein Narr wegl\u00e4chelte, w\u00e4hrend Trump weiter ein r\u00fcpelhaftes und ignorantes Verhalten ihm gegen\u00fcber an den Tag legte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. a) W\u00e4hrend seines USA-Trips traf bin Salman mit vielen Offiziellen aus der US-Administration und aus weiteren wichtigen Sektoren zusammen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er traf mit US-Verteidigungsminister James Mattis und dem Stabschef der US-Armee Joseph Dunford zusammen und bekr\u00e4ftigte ihnen gegen\u00fcber seine Loyalit\u00e4t zu den USA. \u201eDie heutigen Herausforderungen, denen sich beide Staaten stellen m\u00fcssen, sind nicht die Ersten. Heute sehen wir uns mit gef\u00e4hrlichen Herausforderungen in der Region und in der Welt konfrontiert, sei es durch das Verhalten des iranischen Regimes oder in Form der terroristischen Organisationen\u201c, erkl\u00e4rte bin Salman. (Al-Weeam al-saudiya, 24.03.2018). \u201eWir m\u00fcssen unsere Anstrengungen dringend reaktivieren, um eine friedliche L\u00f6sung f\u00fcr den B\u00fcrgerkrieg im Jemen zu finden. Wir unterst\u00fctzen euch auf diesem Weg.\u201c An die Journalisten gerichtet, sagte er: \u201eWir wollen diesen Krieg beenden. Das ist das Endziel. Wir werden ihn unter positiven Bedingungen f\u00fcr das jemenitische Volk und mit Verwirklichung der Sicherheit f\u00fcr die L\u00e4nder auf der Arabischen Halbinsel beenden. (Reuters, 22.03.2018) Der Jemen stellt ein Thema dar, bei dem die USA noch nicht ihr endg\u00fcltiges Ziel erreicht haben. Und der saudische Staat, der die Mission \u00fcbernommen hat, Amerikas Interessen zu realisieren, steckt nach wie vor in einem Dilemma, aus dem er noch nicht herausgefunden hat. W\u00e4re dieses Problem beendet und k\u00e4me er unbeschadet aus diesem Dilemma heraus, w\u00e4re bin Salmans Autorit\u00e4t gest\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Muhammad bin Salman traf sich auch mit einer Anzahl von Medienvertretern. Er gab Erkl\u00e4rungen ab, die seine starke Bindung zu den USA offenlegen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Bin Salman \u00e4u\u00dferte sich am 31.03.2018 vor dem amerikanischen \u201eTime Magazine\u201c und erkl\u00e4rte: \u201eWir glauben, dass amerikanische Truppen zumindest mittelfristig, wenn nicht sogar langfristig, bleiben sollten.\u201c Die US-Pr\u00e4senz in Syrien sei das einzige Mittel, den Iran daran zu hindern, seinen Einfluss in der Region mit Hilfe seiner Verb\u00fcndeten auszudehnen. \u201eDie Pr\u00e4senz der US-Truppen in Syrien wird Washington erm\u00f6glichen, \u00fcber die Zukunft Syriens mitzureden\u201c, erkl\u00e4rte er und f\u00fcgte hinzu: \u201eBashar wird bleiben. Doch ich glaube, dass es in seinem Interesse l\u00e4ge, die Iraner nicht alles tun zu lassen, was sie wollen.\u201c Pr\u00e4sident Trump hielt dem entgegen und erkl\u00e4rte am 03.04.2018: \u201eIch m\u00f6chte unsere Truppen wieder nach Hause holen. Ich m\u00f6chte damit beginnen, unsere Nation wieder aufzubauen. Unsere eigentliche Mission in dieser Angelegenheit war es, den IS loszuwerden. Diese Mission haben wir fast erf\u00fcllt. Wir werden sehr bald eine Entscheidung treffen. Wir werden uns mit den Verb\u00fcndeten beraten, und ich schlage vor, dass Saudi-Arabien f\u00fcr die Kosten der US-Streitkr\u00e4fte in Syrien aufkommt. Saudi-Arabien ist sehr an unserer Entscheidung interessiert. Ich sage: Gut. Wie ihr bereits wisst: Wollt ihr, dass wir bleiben, dann obliegt es vielleicht euch, daf\u00fcr zu zahlen.\u201c (France Press, 03.04.2018) Und so f\u00fchrt Trump die Erpressungs-Politik gegen\u00fcber den Sauds fort, die darauf bestehen, dass der US-Einfluss in der Region aufrechterhalten bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Er gab au\u00dferdem dem amerikanischen Magazin \u201eAtlantic\u201c am 02.04.2018 ein Interview. Als ihm die Frage gestellt wurde \u201eGlauben Sie, dass das j\u00fcdische Volk das Recht auf einen eigenen Nationalstaat hat, zumindest auf einem Teil der Heimat seiner Vorfahren\u201c, war seine Antwort: \u201eIch glaube generell, dass jedes Volk an jedem Ort das Recht hat, in seinem Land friedlich zu leben. Ich glaube, dass sowohl die Pal\u00e4stinenser als auch die Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben.\u201c (Weeam, 03.04.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bin Salman h\u00e4lt also mit seinem Verrat nicht hinter dem Berg, selbst wenn es sich um das gesegnete Land handelt, das Land der Nacht- und Himmelreise des Propheten (s).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Unterhaltungssektor stellte er ein gewaltiges Budget zur Verf\u00fcgung. Der Chef der General Entertainment Authority (GEA) Ahmad bin Aqil al-Khatib gab die Absicht des GEA bekannt, innerhalb der n\u00e4chsten zehn Jahre bis zu 240 Milliarden Rial (64 Milliarden Dollar) in die Unterhaltungsindustrie zu investieren. Er k\u00fcndigte an, mit dem Bau eines Opernhauses beginnen zu wollen, dem ersten seit Bestehen des K\u00f6nigreichs. (al-Arabiya al-Saudiya, 22.02.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201eWashington Post\u201c f\u00fchrte am 24.03.2018, dem vierten und letzten Tag von bin Salmans Aufenthalt in der US-Hauptstadt, wo der Prinz sich mit Verantwortlichen traf, ein Interview. Dort sagte er unter anderem: \u201eBei den Treffen wurde \u00fcber den Jemenkrieg und den Friedensprozess im Nahen Osten diskutiert sowie \u00fcber den Iran, \u00fcber die innenpolitischen Reformen, \u00fcber die Menschenrechte und auch \u00fcber die Pl\u00e4ne und Absichten Saudi-Arabiens im nuklearen Bereich.\u201c Er erkl\u00e4rte, dass seine prim\u00e4re Aufgabe in den USA darin bestehe, das Vertrauen von US-Investoren zu gewinnen, neben der Absicht, Unterst\u00fctzung auf den Gebieten Technologie und Bildung zu erhalten, um die Reformbestrebungen in Saudi-Arabien voranzutreiben. Der Zeitung teilte er mit, dass man der Frau viele ihrer Rechte gew\u00e4hren werde. Das bedeutet, dass s\u00e4mtliche Dossiers, die die Region betreffen, ge\u00f6ffnet und mit ihm durchgegangen wurden, um bin Salman dar\u00fcber in Kenntnis zu setzen, wie die Inhalte zu realisieren sind. Er soll sie schnellstens abnicken und gemeinsam mit den Amerikanern in die Tat umsetzen. Neben der Jemenfrage stehen der Nahe Osten und die L\u00f6sung f\u00fcr das Pal\u00e4stinaproblem auf der Agenda Trumps. So k\u00fcndigte Trump nach seiner Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Zionistenstaates vom 06.12.2017 an, dass er in den kommenden Monaten einen Plan bekanntgeben werde. Es geht auch darum, den Iran anstelle des Zionistenstaates, mit dem ein Frieden erreicht werden soll, zum Feind zu deklarieren. In diesen Dossiers geht es auch um innenpolitische Ver\u00e4nderungen in Saudi-Arabien, die nach US-Wunsch die S\u00e4kularisierung des Landes einl\u00e4uten und zur Verbreitung westlicher Kultur und westlicher Werte f\u00fchren sollen \u2013 neben der Absicht, amerikanischen Investoren zu erm\u00f6glichen, die Wirtschaft des Landes komplett zu beherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 29.03.2018 berichtete die Website Arabi 21, dass das britische Blatt The Independent Einblick in das Programm bin Salmans nehmen konnte, welches Treffen mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern gro\u00dfer Unternehmen, mit Politikern, mit Vertretern der Erd\u00f6lindustrie und mit Leuten aus dem Technologie-, Unterhaltungs-, und Kunstsektor vorsieht. Das Ziel, so scheint es, ist der Kontaktaufbau zur amerikanischen \u00d6ffentlichkeit. Dem Sender CBS gab der Kronprinz in der Sendung \u201e60 Minutes\u201c ein Interview. Es ist nach mehreren Jahrzehnten das erste Interview, das der Sender mit einer saudi-arabischen F\u00fchrungsperson f\u00fchrt. Bin Salman nutzte diese Gelegenheit, das eigene Image des jungen, mutigen Reformers, der sich der notwendigen Ver\u00e4nderungen angenommen hat, weiter aufzupolieren. Dazu z\u00e4hlen die Entmachtung der Religionspolizei und die Fahrerlaubnis f\u00fcr Frauen. Die Zeitung berichtete zudem, dass er am 27.03.2018 mit ehemaligen Offiziellen zusammengetroffen sei, darunter mit Henry Kissinger, mit Bill und Hillary Clinton und anderen sowie mit einer Reihe von Zeitungsherausgebern. Auch werde sich der Kronprinz mit Ex-Pr\u00e4sident Obama und dessen ehemaligem Au\u00dfenminister John Kerry sowie mit David Petraeus treffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als w\u00e4re es der Unterw\u00fcrfigkeit und des Niederwerfens nicht schon genug, sandte er auf seinem Weg nach Frankreich noch eine Botschaft, die vor Loyalit\u00e4tsbekundungen gegen\u00fcber dem Amerika Trumps \u00fcberquoll. So sagte er: \u201eEure Exzellenz, Pr\u00e4sident Donald Trump, Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika. Beste Gr\u00fc\u00dfe. Es ist mir eine Freude, w\u00e4hrend ich dieses mit uns befreundete Land verlasse, mich bei Euch f\u00fcr den freundlichen Empfang und die Gastfreundschaft bedanken zu d\u00fcrfen, die mir und meiner Delegation entgegengebracht wurde. Ich m\u00f6chte die Gelegenheit nutzen, um die historischen und strategischen Beziehungen unserer beiden L\u00e4nder hervorzuheben, die in s\u00e4mtlichen Bereichen eine Weiterentwicklung erleben. Ich m\u00f6chte auch nicht vers\u00e4umen zu betonen, dass die Gespr\u00e4che dieses Besuches dazu beitragen werden, dieses Verh\u00e4ltnis zu vertiefen und zu festigen und die Bande der gemeinsamen Kooperation zu st\u00e4rken. [\u2026] Ich w\u00fcnsche Euch Gesundheit und Gl\u00fcck und dem Volk der Vereinigten Staaten weiteren Fortschritt und Prosperit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Abschlie\u00dfend zu dem USA-Besuch wiederholen wir, was wir bereits zu Anfang konstatiert hatten: Wer den USA-Besuch bin Salmans mitverfolgt hat, konnte sehen, wie die USA ihn zu einem folgsamen Sklaven dressierten. Sie erniedrigen ihn, w\u00e4hrend er dabei zuschaut und l\u00e4chelt. Sie rauben ihn aus und er gibt klein bei.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens: Der Frankreichbesuch bin Salmans<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die Reise bin Salmans nach Frankreich war ein nebens\u00e4chlicher Randbesuch, der ihm zus\u00e4tzlich eine Aura der Popularit\u00e4t verschaffen sollte, so, als h\u00e4tte bin Salman die westliche Welt von Gro\u00dfbritannien \u00fcber die Vereinigten Staaten bis in die Europ\u00e4ische Union (Frankreich) bereist. Die Bedeutungslosigkeit dieses Besuchs offenbart sich in der Tatsache, dass es selbst an der f\u00fcr Staatsbesuche \u00fcblichen routinem\u00e4\u00dfigen Diplomatie mangelte. Ein Beispiel daf\u00fcr: \u201eEin Offizieller aus dem B\u00fcro des franz\u00f6sischen Premierministers teilte mit, dass der saudische Kronprinz f\u00fcr den heutigen Montag den Besuch des gro\u00dfen Technologie-Komplexes f\u00fcr Startup-Unternehmen in Paris abgesagt habe. Der Besuch sollte das Augenmerk auf die tiefen franz\u00f6sisch-saudischen Beziehungen im technologischen Bereich richten. Laut La Tribune k\u00f6nne die Absage bin Salmans, den Campus \u201eStation F\u201c zu besuchen, bei Emmanuel Macron ein Gef\u00fchl der Entt\u00e4uschung ausl\u00f6sen, insbesondere da der Kronprinz vergangene Woche den Technologie-Giganten im US-amerikanischen Silicon Valley einen Besuch abstattete.\u201c Bin Salman hatte den Besuch dieses Komplexes an eine Bedingung gekn\u00fcpft, die die Missstimmung Macrons hervorgerufen hatte. Die Website al-Aalam al-Arabi berichtete am 09.04.2018:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Zeitung La Tribune enth\u00fcllte, dass der saudische Thronfolger bin Salman Ver\u00e4rgerung bei Pr\u00e4sident Emmanuel Macron ausgel\u00f6st habe, nachdem er f\u00fcr Handelsvertr\u00e4ge zwischen franz\u00f6sischen Unternehmen und dem K\u00f6nigreich eine Bedingung stellte. Laut der Zeitung habe bin Salman Macron deutlich gemacht, dass franz\u00f6sische ebenso wie US-amerikanische Unternehmen von Vertr\u00e4gen mit dem K\u00f6nigreich profitieren k\u00f6nnten, unter der Bedingung, dass sie mit dem Iran keinen Handel treiben.\u201c Dies habe, so die Zeitung, den Unmut Macrons hervorgerufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Der Vertrag zur Strategischen Partnerschaft, auf den man so stolz war, ist noch gar nicht unterzeichnet worden, sondern wurde um acht Monate auf Ende 2018 hinausgeschoben. Dass es jedoch jederzeit zu Ver\u00e4nderungen auf der internationalen B\u00fchne kommen kann, ist hinl\u00e4nglich bekannt. Oft kommt es vor, dass Vertragsvereinbarungen oder ausgehandelte Vertr\u00e4ge gar nicht zur Umsetzung kommen, besonders dann nicht, wenn es um langfristige Vertr\u00e4ge geht. Nach Angaben regierungsnaher franz\u00f6sischer Zeitungen h\u00e4tten Macron und Muhammad bin Salman vor, ein Strategiepapier auszuarbeiten, welches bis Jahresende fertig sein solle. Daraus sollen sich Vertr\u00e4ge ergeben, mit denen sich Macron Ende des Jahres zur Unterzeichnung nach Saudi-Arabien begeben werde. (al-Bayan, 10.04.2018) Auch al-Arabiya.net berichtete am 09.04.2018: \u201eDer Pr\u00e4sident und der Prinz werden ein Strategiepapier erarbeiten, welches vor Ende des Jahres fertig sein soll, woraus sich Vertr\u00e4ge ergeben sollen, die Macron in Saudi-Arabien vor Ablauf des Jahres unterzeichnen werde.\u201c Gleiches meldete France 24 am 09.04.2018.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Es ist noch nicht einmal das. Denn was Macron angek\u00fcndigt hat, ist eher im Rahmen einer Hoffnung zu sehen. So handelt es sich dabei lediglich um Protokolle, die noch der Verhandlung und der Konsultationen bed\u00fcrfen, um als rechtskr\u00e4ftige Vertr\u00e4ge zu gelten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentenpalast hei\u00dft es: \u201eWir hoffen auf eine neue Kooperation, die sich weniger um kurzfristige Vertr\u00e4ge als vielmehr um Investitionen f\u00fcr die Zukunft drehen soll, besonders im Bereich der Digitalisierung und der erneuerbaren Energie.\u201c (AFP, 05.04.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eErwartet wird, dass der Frankreichbesuch Muhammads bin Salman mit der Unterzeichnung von 12 Vereinbarungsprotokollen in diversen Bereichen wie dem Tourismus gekr\u00f6nt wird. Paris wird Riad dabei unterst\u00fctzen, den Ort al-Hijr (Mada\u2019in Saleh \u2013 die St\u00e4tte des Propheten Saleh) ins Rampenlicht zu r\u00fccken. Dieser wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erkl\u00e4rt und befindet sich im Nordwesten des K\u00f6nigreichs. Dar\u00fcber hinaus geht es um weitere Branchen wie Gesundheit, Energie, Verkehr usw.\u201c (AFP, 08.04.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Dar\u00fcber hinaus wurden bei dieser Visite keinerlei nennenswerte Wirtschaftsvertr\u00e4ge geschlossen, zumal es sich um einen Kurztrip von zwei Tagen handelte, was den \u00c9lys\u00e9e-Palast in Erkl\u00e4rungsnot brachte. Dort wurde angesichts des dreiw\u00f6chigen USA-Besuchs und der Kurzvisite des saudischen Prinzen in Frankreich in einer Antwort erkl\u00e4rt: \u201eDer \u00c9lys\u00e9e-Palast begr\u00fc\u00dft es, dass Frankreich zu den ersten Auslandsbesuchen des saudischen Kronprinzen geh\u00f6rt.\u201c (France24, 05.04.2018) Auch die fehlenden Vertragsabschl\u00fcsse brachten den \u00c9lys\u00e9e-Palast in Verlegenheit. \u201eEine Diplomatenquelle betonte gegen\u00fcber France 24, Frankreich laufe keinen Handelsvertr\u00e4gen mit Saudi-Arabien hinterher, wie es fr\u00fcher der Fall war, sondern strebe nach Aufbau einer Partnerschaft, bei der sich die Visionen decken, die auf einer langfristigen wirtschaftlich-technologischen Entwicklung basieren. (AFP, 08.04.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Trotz allem muss der Fairness halber zu diesem Besuch noch Folgendes gesagt werden: Es gab ein Abkommen, das tats\u00e4chlich geschlossen wurde und bin Salmans Passion getroffen zu haben scheint. So wurde ein Vertrag zur Errichtung eines Nationalorchesters und eines Opernhauses unterzeichnet. Wo? Im Land der Kaaba und der Moschee des Propheten (s)!! Die franz\u00f6sische Kulturministerin Francoise Nyssen verk\u00fcndete, dass Paris Riad dabei helfen werde, ein Orchester und ein Opernhaus aufzubauen. Sie erkl\u00e4rte nach der Unterzeichnung der Vertr\u00e4ge mit dem Kultur- und Informationsminister Awwad al-Awwad: \u201eHeute wurde mit dem Opernhaus in Paris ein Vertrag abgeschlossen, um Saudi-Arabien dabei zu unterst\u00fctzen, ein Nationalorchester und ein Opernhaus aufzubauen.\u201c (Al-Alam al-Arabi, 09.04.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bin Salman hatte f\u00fcr diesen Vertrag bereits Vorarbeit geleistet, indem er am Sonntag einen privaten Besuch noch vor dem offiziellen absolvierte. <em>Er war Gast beim Abschlusskonzert des Ostermusikfestivals im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Aix-en-Provence nahe der Stadt Marseille, um der klassischen Musik der Komponisten Debussy, Schumann und Mendelsohn zu lauschen.<\/em> (AFP, 08.04.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Die Visite war also kein Besuch von besonderem Gewicht, weder in Bezug auf Vereinbarungen noch in Bezug auf Vertr\u00e4ge. Es sei denn &#8211; m\u00f6ge Allah uns davor bewahren -, man z\u00e4hlt ein Opernhaus als etwas Gewichtiges. Das war deutlich aus der Abschluss-Pressekonferenz am 10.04.2018 und aus den Medienberichten des darauf folgenden Tages zu vernehmen. Das, worauf man sich geeinigt hatte, waren Protokolle und Absichtserkl\u00e4rungen \u2013 mit Ausnahme des Opernhauses, bei dem es tats\u00e4chlich zur Unterzeichnung kam. Al-Jazeera meldete am 11.04.2018: <em>Kronprinz Muhammad bin Salman beendete am heutigen Dienstag seinen zweit\u00e4gigen Frankreichbesuch mit der Unterzeichnung von 19 Vertragsprotokollen zwischen franz\u00f6sischen und saudischen Unternehmen \u00fcber ein Gesamtvolumen von \u00fcber 18 Milliarden Dollar. Diese Absichtserkl\u00e4rungen betreffen den Industriesektor aus den Branchen Petrochemie und Wasseraufbereitung und umfassen ebenfalls die Bereiche Kultur, Gesundheit und Landwirtschaft. [\u2026] Was heraussticht, ist die Bekanntmachung des saudischen Erd\u00f6lkonzerns Aramco, Vereinbarungen \u00fcber ein Volumen von \u00fcber 12 Milliarden Dollar mit franz\u00f6sischen Firmen unterzeichnet zu haben, darunter mit Total, Technip und Suez. Zweck ist die gemeinsame Weiterentwicklung des petrochemisch relevanten Ortes in Jubail (im Osten Saudi-Arabiens), wo die franz\u00f6sische Gruppe die gr\u00f6\u00dfte Raffinerie der Welt besitzt<\/em>. Und selbst bei diesen Vereinbarungen mit Aramco geht es nicht so sehr um die Entwicklung der Gesch\u00e4fte Aramcos als vielmehr um die Verbesserung der finanziellen Einnahmen der franz\u00f6sischen Raffinerie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliches teilte auch die franz\u00f6sische Nachrichtenagentur AFP am 11.04.2018 mit. Auch hier hei\u00dft es: <em>Zum Abschluss der Frankreichvisite des saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman am Dienstag unterzeichneten beide L\u00e4nder 19 Vertragsprotokolle zwischen franz\u00f6sischen und saudi-arabischen Unternehmen. Das Gesamtvolumen belief sich auf \u00fcber 18 Milliarden Dollar. Diese Absichtserkl\u00e4rungen betreffen den Industriesektor aus den Branchen Petrochemie und Wasseraufbereitung und umfassen ebenfalls die Bereiche Kultur, Gesundheit und Landwirtschaft, wie aus einem Kommuniqu\u00e9 des franz\u00f6sisch-saudischen Wirtschaftsforums hervorgeht. Diesem geh\u00f6ren Spitzen aus der Wirtschaft an, die die Regierungen beider L\u00e4nder repr\u00e4sentieren<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus sprachen Macron und bin Salman in der Pressekonferenz die \u00fcblichen Standardthemen wie den Iran, das Atomabkommen, Syrien und den Jemen an, ohne auf wirkliche L\u00f6sungen f\u00fcr diese Probleme einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viertens: Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wiederholen das bereits Gesagte: Der eigentliche Besuch war den USA gewidmet. Die Reise nach Gro\u00dfbritannien war ein Vers\u00f6hnungsbesuch, da bin Salman mit harter Hand gegen gro\u00dfbritannientreue Vasallen in Saudi-Arabien vorgegangen war. Seine Frankreichreise kann hingegen als Randvisite abgetan werden, die lediglich seine PR-Tour durch Amerika und Europa vervollst\u00e4ndigen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">24. Ra\u011fab 1439 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11.04.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Am 10.04.2018 beendete Saudi-Arabiens Thronfolger Muhammad bin Salman seine zweit\u00e4gige Frankreich-Tour. 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