{"id":10279,"date":"2018-06-04T00:00:00","date_gmt":"2018-06-04T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10279"},"modified":"2018-06-04T00:00:00","modified_gmt":"2018-06-04T00:00:00","slug":"die-kreditkarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10279","title":{"rendered":"Die Kreditkarten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Antwort auf eine Frage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Die Kreditkarten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine herzlichsten Gr\u00fc\u00dfe und meinen allergr\u00f6\u00dften Respekt, ehrenwerter Scheich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>As-sal\u0101mu \u02bfalaikum wa ra\u1e25matull\u0101hi wa barak\u0101tuh!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Frage lautet: Ich wollte einige Waren auf Raten kaufen, bin aber dabei mit einem Verbotsverdacht konfrontiert. Wenn es n\u00e4mlich bei der Zahlung zu einer Verz\u00f6gerung kommt und sie bei der monatlichen Abbuchung vom Konto die entsprechende Deckung nicht vorfinden, dann ziehen sie einen kleinen Betrag ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lautet die Vereinbarung beispielsweise, dass am ersten jedes Monats der ausgemachte Betrag normal abgebucht wird, sie aber am 2. oder 3. des Monats den Betrag am Konto nicht vorfinden, dann ziehen sie automatisch eine kleine Geb\u00fchr (2 oder 3 Dollar) vom Konto ab, was mehrmals am Tag geschehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anzumerken ist, dass ich die Vertragsvereinbarungen f\u00fcr den Ratenkauf nachgelesen habe und diese Bedingung nicht aufscheint, die Geb\u00fchr wird aber automatisch im Falle eines Zahlungsverzugs eingehoben. Ist es mir nun erlaubt, diesen Vertrag einzugehen und meine Eink\u00e4ufe weiterhin so zu t\u00e4tigen, obwohl es zu diesem automatischen Abzug im Falle eines Zahlungsverzugs kommt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6ge Allah es dir mit dem Besten vergelten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wa \u02bfalaikum as-sal\u0101m wa ra\u1e25matull\u0101hi wa barak\u0101tuh!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bruder, deine Frage ist mir unklar. Du sagst, dass du auf Raten kaufen m\u00f6chtest, f\u00fcgst aber hinzu, dass sie, wenn sie ihren monatlichen Betrag am Konto nicht vorfinden, eine Geb\u00fchr abziehen&#8230; Dieser Sachverhalt ist unklar. Was ich wei\u00df und wor\u00fcber ich schon fr\u00fcher gefragt wurde, ist die Gegebenheit, dass man ein Bankkonto er\u00f6ffnet und von der Bank eine Karte erh\u00e4lt, mit der man in ausgewiesenen Gesch\u00e4ften einkaufen kann. Der H\u00e4ndler erh\u00e4lt das Geld f\u00fcr seine verkaufte Ware vom Konto des Kunden bei der Bank. Ist das Konto mit dem entsprechenden Betrag gedeckt, erfolgt die Auszahlung. Liegt keine ausreichende Deckung vor, zahlt die Bank den Betrag an den H\u00e4ndler und hebt daf\u00fcr vom Kontoinhaber eine bestimmte Geb\u00fchr ein. Wenn das gemeint ist, dann handelt es sich bei der Karte, die die Bank dem Kontoinhaber zur Verf\u00fcgung stellt, um eine Kreditkarte. Diese Frage wurde uns bereits zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt gestellt und am 11.07.2006 von uns beantwortet. Im Folgenden der Wortlaut der Antwort:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kreditkarten sind von verschiedener Art:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8211; Bei einer davon verf\u00fcgt der Karteninhaber bei der Bank, die die Kreditkarte ausgestellt hat, \u00fcber ein Konto mit einem bestimmten Betrag. Der Karteninhaber kann dann mittels der Karte nur in H\u00f6he des eingelegten Betrages bei den Partnergesch\u00e4ften in mehreren L\u00e4ndern einkaufen.<\/em> <em>Der Karteninhaber kauft in diesen Gesch\u00e4ften ein, ohne bar zu bezahlen. Er legt die Karte vor und unterschreibt Rechnungen im Wert der eingekauften Waren. Um den Betrag f\u00fcr die eingekauften Waren zu erhalten, wird der H\u00e4ndler an das Konto des Karteninhabers bei der Bank weitergeleitet, die die Karte ausgestellt hat. Mit anderen Worten begleicht die Bank dem H\u00e4ndler den zu zahlenden Betrag vom Konto des Karteninhabers.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Art von Kreditkarten ist erlaubt und f\u00e4llt in den Bereich \u201eWechsel und Vertretung\u201c. Dabei leitet der K\u00e4ufer den Verk\u00e4ufer an die Bank weiter, die die Karte ausgestellt hat. Die Bank als Vertreterin des K\u00e4ufers begleicht den Rechnungsbetrag vom Konto des K\u00e4ufers bei ihr. Was die Bank dabei an Geb\u00fchren f\u00fcr die Begleichung des Kaufbetrages einbeh\u00e4lt, ist als Vertretungsentgelt einzustufen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Allerdings ist es verboten, wenn die Inhaber solcher Karten Gold und Silber kaufen, ohne es unverz\u00fcglich zu bezahlen, und den Verk\u00e4ufer an die Bank weiterleiten, um von dieser den Betrag zu erhalten. Denn die sofortige gegenseitige Aush\u00e4ndigung von Kaufbetrag und Ware (\u201eHand in Hand\u201c) ist eine Voraussetzung f\u00fcr die Richtigkeit eines Kaufgesch\u00e4fts mit Gold und Silber, ansonsten w\u00e4re es eine Form von unerlaubter Mehrung (rib\u0101).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dies alles gilt, wenn es sich bei der Bank um eine private Institution handelt, wo ein korrekter Vertrag zwischen den unterzeichnenden Gesellschaftern besteht, oder sich die Bank in Staatsbesitz befindet, dann ist diese Kreditkartenart erlaubt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8211; Bei der zweiten Art stellt die Bank ihren Kunden Kreditkarten aus, ohne dass auf deren Konto ein ausreichender Betrag zur Deckung ihrer Eink\u00e4ufe vorhanden w\u00e4re.<\/em> <em>Der Karteninhaber kauft bei Partnerfirmen ein und unterschreibt Papiere, mittels derer die Firma den Kaufbetrag von der Bank erh\u00e4lt, die die Karte ausgestellt hat.<\/em> <em>Die bezahlten Rechnungen werden dem Karteninhaber von der Bank als Schuld eingetragen. Dieser Schuld f\u00fcgt die Bank noch einen Mehrbetrag hinzu, den sie vom Karteninhaber einhebt, und zwar gem\u00e4\u00df einer bestimmten, geregelten Ratenzahlungsvereinbarung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bei dieser Art von Kreditkarten handelt es sich realiter um eine B\u00fcrgschaft seitens der Bank f\u00fcr den K\u00e4ufer, die den Handelsfirmen gegen\u00fcber eingegangen wird. Mit anderen Worten b\u00fcrgt die Bank f\u00fcr den K\u00e4ufer, und die Handelsfirmen verkaufen dem Karteninhaber Waren mit der B\u00fcrgschaft der Bank.<\/em> <em>Es ist also die Bank, welche die Kreditkarte ausgestellt hat, die die Rechnungen f\u00fcr die Eink\u00e4ufe begleicht. Das hei\u00dft, die Kreditkarte entspricht einer B\u00fcrgschafts- bzw. Gew\u00e4hrleistungsbest\u00e4tigung seitens der Bank. Die Bank ist dabei der B\u00fcrge (\u1e0d\u0101min), der K\u00e4ufer bzw. Karteninhaber ist die Person, f\u00fcr die geb\u00fcrgt wird (Verb\u00fcrgte &#8211; ma\u1e0dm\u016bn \u02bfanhu), und die verkaufende Handelsfirma ist die Institution, der gegen\u00fcber die B\u00fcrgschaft gilt (ma\u1e0dm\u016bn lahu). Der Kaufwert der Ware stellt hierbei die Verbindlichkeit dar, die vom K\u00e4ufer verpflichtend zu leisten ist (al-\u1e25aqq al-w\u0101\u011fib f\u012b \u1e0dimmat al-mu\u0161tar\u012b).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese B\u00fcrgschaft erf\u00fcllt jedoch nicht die islamrechtlichen Bedingungen. Denn B\u00fcrgschaft (\u1e0dam\u0101n) bedeutet im Islam den unentgeltlichen Anschluss der Verbindlichkeit einer Person an eine andere, um eine Zahlungsverpflichtung dieser Person zu begleichen. (Das unentgeltliche Einstehen f\u00fcr die Erf\u00fcllung der Verbindlichkeit eines anderen)<\/em> <em>Der B\u00fcrge begleicht also die Verbindlichkeit, die der Verb\u00fcrgte gegen\u00fcber demjenigen zu leisten hat, demgegen\u00fcber die B\u00fcrgschaft gilt, ohne Gegenleistung. Die Bank hingegen begleicht den Kaufwert der Ware f\u00fcr ein bestimmtes Entgelt, d.&nbsp;h. f\u00fcr einen bestimmten Betrag, den sie vom K\u00e4ufer einhebt.<\/em> <em>Daher sind solche Kreditkarten von diesem Aspekt her islamrechtlich verboten. Dar\u00fcber hinaus wird der Kaufbetrag der Ware dem K\u00e4ufer von der Bank als Kreditschuld verrechnet und mit einem Aufschlag, d.&nbsp;h. mit einem Zins, von ihm eingehoben. Auch von diesem zweiten Aspekt her ist so eine Karte islamrechtlich verboten.<\/em> (Ende des Zitats)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es das ist, was du mit deiner Frage meintest, so ist die obige Antwort ausreichend. Meintest du hingegen etwas anderes, so stelle die Frage mit ausreichender Darlegung erneut, um sie mit der Erlaubnis Allahs beantworten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10. Ra\u011fab 1439 n.&nbsp;H.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>28.03.2018<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Ich wollte einige Waren auf Raten kaufen, bin aber dabei mit einem Verbotsverdacht konfrontiert. 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