{"id":10343,"date":"2019-01-17T00:00:00","date_gmt":"2019-01-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10343"},"modified":"2019-01-17T00:00:00","modified_gmt":"2019-01-17T00:00:00","slug":"das-schweden-abkommen-und-seine-auswirkungen-auf-die-tragoedie-im-jemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10343","title":{"rendered":"Das Schweden-Abkommen und seine Auswirkungen auf die Trag\u00f6die im Jemen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert arabicfont wp-block-paragraph\">\u0628\u0633\u0645 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0627\u0644\u0631\u062d\u0645\u0646 \u0627\u0644\u0631\u062d\u064a\u0645<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Das Schweden-Abkommen und seine Auswirkungen auf die Trag\u00f6die im Jemen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 18.12.2018 war auf der Seite von \u201eFrance 24\u201c zu lesen: \u201eIn der jemenitischen Stadt Hudaida sind nur Minuten nach Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens, das unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen unterzeichnet wurde, Gefechte zwischen regierungstreuen Truppen und den Huthi-Rebellen ausgebrochen.\u201c (France 24, 18.12.2018) Am 17.12.2018 meldete \u201eSputnik Arabi\u201c: \u201eEin Delegations-Mitglied von &#8218;Ansar Allah&#8216; sagte in Bezug auf das Schweden-Abkommen, dieses sehe weder die Aush\u00e4ndigung des Hafens von&nbsp; Hudaida vor noch den Abzug der Huthis aus der Stadt. Der jemenitische Informationsminister Muammar al-Iryani hingegen erwiderte,&nbsp; solche \u00c4u\u00dferungen k\u00e4men einer Aufhebung des Abkommens selbst, dessen Tinte noch nicht getrocknet sei, gleich. Er betonte, dass das Abkommen den Abzug der Milizen aus der Stadt Hudaida und den H\u00e4fen von Hudaida, al-Salif und Ras Isa, vorsehe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Fragestellung lautet also<\/strong>: Wie k\u00f6nnen solche Differenzen \u00fcber ein Abkommen entstehen, dessen Tinte noch nicht getrocknet ist? Und wie k\u00f6nnen kurz nach Inkrafttreten der Vereinbarung Gefechte ausbrechen? Warum wurde die \u00dcbereinkunft sowohl von den USA als auch von Gro\u00dfbritannien gutgehei\u00dfen? Ist damit&nbsp; das Ende der jemenitischen Trag\u00f6die zu erwarten? <em>\u011eaz\u0101k All\u0101hu <\/em><em>\u1e2b<\/em><em>airan<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor wir uns tiefer mit dem Schweden-Abkommen besch\u00e4ftigen, das am&nbsp; 06. Dezember 2018 mit Konsultationen begonnen wurde und am 13. Dezember 2018 \u00f6ffentlichkeitswirksam mit einem Handschlag seinen Abschluss fand, wollen wir die Ereignisse im Jemen zusammenfassend darlegen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens<\/strong>: Nachdem die Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und die Hadi-Regierung regelrecht aus der Stadt gejagt hatten, sie somit den Gro\u00dfteil des Jemen beherrschten, war es n\u00f6tig geworden, ihnen im Jemen eine Art \u201eLegitimation\u201c zu verschaffen, die ihre Herrschaftsanspr\u00fcche rechtfertigen sollte. Die USA versuchten, ihnen diese \u201eLegitimation\u201c zu verschaffen, was sich allerdings als nicht einfach erwies. Denn das politische Establishment im Jemen ist vornehmlich Gro\u00dfbritannien zugewandt. Das Maximale, wonach die Amerikaner trachten, ist daher, die Huthis als einen Akteur in der politischen Landschaft Jemens zu etablieren. Die Huthis bilden eine Minderheit im Norden des Jemen, besonders in Sa&#8217;da. In der breiten Massen genie\u00dfen sie keine gro\u00dfe Anerkennung. Daher strengten sich die Amerikaner an, sie so weit zu unterst\u00fctzen, bis sie sich zu einem wichtigen Akteur im Jemen etablieren konnten und keine langfristige Regierungsbildung mehr ohne sie m\u00f6glich w\u00e4re. Dazu wurden folgende Schritte unternommen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die Amerikaner lie\u00dfen die Saudis im Jemen mit der Milit\u00e4roperation \u201eSturm der Entschlossenheit\u201c in Form von Luftangriffen eingreifen, die jedoch nicht der Bek\u00e4mpfung der Huthi-Milizen dienen sollten &#8211; daf\u00fcr h\u00e4tte man Bodentruppen einsetzen m\u00fcssen -, sondern um die Huthis als Verteidiger des Jemen vor den Luftangriffen darzustellen. So sollen sie als diejenigen erscheinen, denen Unrecht getan wurde. Gleichzeitig sollten sie als die tapferen Helden dastehen, um bei der Bev\u00f6lkerung und in der \u00f6ffentlichen Meinung Anerkennung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die Amerikaner machten aus Hadi, dem probritischen Pr\u00e4sidenten des Jemen, einen Quasi-Gefangenen Saudi-Arabiens, sodass er, wann immer die US-Pl\u00e4ne es erfordern, leicht unter Druck gesetzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Amerikaner beeinflussten den UN-Sicherheitsrat, damit ihnen nahestehende Personen als Jemen-Beauftragte ernannt werden. Und sie hatten damit Erfolg. Sowohl Jamal bin Umar als auch Ould Sheikh Ahmad waren US-nahe Sondergesandte der Vereinten Nationen f\u00fcr den Jemen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Briten betrifft, die seit vielen Jahrzehnten den Einfluss im Jemen haben, so wissen sie, dass der \u201eHirak\u201c im S\u00fcden ebenso wie die Huthi-Milizen im Norden Werkzeuge der USA sind, mit denen sie Einfluss im Jemen gewinnen wollen. Nachdem sich die Huthis der Hauptstadt Sanaa bem\u00e4chtigten und auch in den \u00fcbrigen Jemen vordringen konnten, nachdem sie vom Iran milit\u00e4risch stark unterst\u00fctzt wurden, erkannten die Briten, dass ihr Einfluss im Jemen zu schwinden begann, insbesondere nachdem Saudi-Arabien eine Rolle im Jemen zuerkannt wurde. Daher z\u00f6gerten die Briten nicht lange, sich den Pl\u00e4nen der USA und ihrer Helfershelfer entgegenzustellen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Der Part der Vereinigten Arabischen Emirate sollte forciert werden, um die Rolle Saudi-Arabiens zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Und tats\u00e4chlich spielten die Emirate eine ma\u00dfgebliche Rolle bei der R\u00fcckeroberung der Stadt Aden und der \u00fcbrigen Gebiete im S\u00fcden aus den H\u00e4nden der Huthis. Mittels dieser Jemen-Rolle der Emirate konnten die Briten eine (eigene) Bewegung (Hirak) im S\u00fcden schaffen, die die US-Vasallen im eigentlichen \u201eHirak\u201c neutralisierte, sodass deren Rolle in den Hintergrund r\u00fcckte. Dadurch konnte Gro\u00dfbritannien den S\u00fcden absichern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die Briten brachten ihren altbekannten Vasallen Ali Abdallah Salih auf Linie der Huthis im Norden, sodass er sich auf ihre Seite stellte und zu ihrem Weggef\u00e4hrten wurde, damit sie, die Briten, auch bei den Huthis eine Rolle spielen, sollten diese an eine entsprechende Position gelangen. Und fast h\u00e4tte Salih seine Mission erf\u00fcllt, w\u00e4re er nicht von den Huthis get\u00f6tet worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Die Briten setzten sich stark daf\u00fcr ein, UN-Beauftragte f\u00fcr den Jemen zu ernennen, die ihnen nahestehen. Das ist ihnen mit der Berufung des Briten Martin Griffiths zum UN-Sondergesandten schlie\u00dflich gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens<\/strong>: Den Briten ist bewusst, dass das, was den R\u00fccken der Huthi-Rebellen st\u00e4rkt, Irans milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung ist. Nachdem der Flughafenbetrieb von Sanaa eingestellt wurde und die s\u00fcdlichen H\u00e4fen geschlossen wurden, blieb der Hafen von Hudaida die beinahe letzte Ader f\u00fcr den Iran, die Huthis mit Waffen zu versorgen. Daher r\u00fcckten die Emirate in Richtung Hudaida vor, um es unter ihre Kontrolle zu bringen. Die USA waren vehement gegen die Gefechte und Auseinandersetzungen um Hudaida und schoben als Grund die humanit\u00e4re Lage vor. So w\u00fcrden \u00fcber den Hafen von Hudaida Millionen von Jemeniten mit Hilfslieferungen versorgt werden. Als wenn f\u00fcr die Amerikaner Humanit\u00e4t irgendeine Rolle spielen w\u00fcrde, wo diese in Syrien von ihnen und ihren Vasallen mit F\u00fc\u00dfen getreten wird, wenn St\u00e4dte belagert und mit Fassbomben bombardiert werden. Doch sie wollten einen Vorwand liefern, um den Hafen von Hudaida f\u00fcr die Waffenversorgung aus dem Iran offen zu lassen. Diese Waffenlieferungen bestehen seit mehr als einem Jahr unter anderem aus ballistischen Raketen, die die Huthis f\u00fcr Angriffe auf Saudi-Arabien nutzen und aus unbemannten Flugzeugen, die sie auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten richten. Dagegen f\u00fchren die Saudis lediglich Flugman\u00f6ver durch, ohne tats\u00e4chlich auf Stellungen der Huthis zu zielen. So belagern etwa die Huthi-Truppen die Stadt Taiz, wobei die Stellungen ihrer Streitkr\u00e4fte f\u00fcr Beobachtungen aus der Luft offenliegen und eine Bombardierung dieser St\u00fctzpunkte und die Beendigung der Belagerung kein schwieriges Unterfangen w\u00e4ren. Trotzdem besteht die Blockade weiterhin. Was die Emirate betrifft, so richtet sich ihr Kampf tats\u00e4chlich gegen die Huthis. Es ist ihnen sogar beinahe gelungen, sie aus Hudaida zu vertreiben, wenn es da nicht den Druck der USA durch die Saudis g\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen den Pl\u00e4nen der USA und ihrer Helfershelfer und den Pl\u00e4nen der Briten und ihrer Helfershelfer gab es also keine Schnittpunkte. Die USA waren einer politischen L\u00f6sung zugeneigt, nachdem sie sich der Kontrolle \u00fcber wichtige Teile des Jemen durch die Huthis sicher waren. Gro\u00dfbritannien hingegen lauerte auf weitere Niederlagen der Huthis, bis diese sich mit einem Abzug abfinden und sich wieder auf das Gebiet um Sada zur\u00fcckziehen m\u00fcssten, bevor man zur tats\u00e4chlichen politischen L\u00f6sung schreiten w\u00fcrde. Daher stellten s\u00e4mtliche Verhandlungen zuvor nicht mehr dar als politische \u201eSpielchen\u201c, um Zeit zu gewinnen. Darum scheiterten auch die Verhandlungsrunden wie etwa in Kuwait und Genf Anfang September, denen die Huthi-Delegationen fernblieben. Die Verhandlungen schlugen also fehl und die Huthis standen gro\u00dfen Gefahren gegen\u00fcber, und zwar in Gestalt der von den Emiraten gest\u00fctzten Milizen, die kurz davor standen, die Stadt Hudaida und deren H\u00e4fen zu erobern\u2026 In dieser Phase kam den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der Rekrutierung lokaler Milizen und deren Mobilisierung f\u00fcr die K\u00e4mpfe um Hudaida eine signifikante Rolle zu. Saudi-Arabien wiederum befand sich in einer heiklen Situation, nicht in der Lage, dieses emiratische Vorgehen abzuwenden. Schlie\u00dflich gelten sie beide als \u201eVerb\u00fcndete\u201c im Jemen-Konflikt mit dem erkl\u00e4rten Ziel, die Huthis zu bek\u00e4mpfen. Da Amerika gegen einen Sturm auf Hudaida waren, w\u00e4hlten die Emirate &#8211; und damit die Briten \u2013 einen Zeitpunkt aus, an dem die USA mit einem bedeutenderen Ereignis besch\u00e4ftigt waren. So sind am 09. und 10. Juni 2018 (al-Hurra, 10.06.2018) K\u00e4mpfe um Hudaida ausgebrochen, just in der Zeit, als die Amerikaner mit gro\u00dfem Aufwand damit besch\u00e4ftigt waren, den Gipfel zwischen US-Pr\u00e4sident Trump und dem F\u00fchrer Nordkoreas vorzubereiten. Dieser war f\u00fcr den 12. Juni in Singapur geplant. Das hei\u00dft, die Emirate w\u00e4hlten einen Moment aus, an dem die USA zu gel\u00e4hmt sein w\u00fcrden, um die Angriffe zu verhindern. Und genau das traf ein. Dem UN-Sicherheitsrat gelang es nicht, die Hudaida-K\u00e4mpfe zu stoppen. \u201eDer internationale Sicherheitsrat scheiterte gestern darin, eine Einigung zum sofortigen Stopp der Angriffe der saudisch gef\u00fchrten Arabischen Allianz auf die Stadt Hudaida zu erreichen.\u201c (Aljazeera Net, 15.06.2018) So wurden die K\u00e4mpfe um die Stadt Hudaida und die m\u00f6gliche Kontrolle der Emirate und der von ihnen unterst\u00fctzten Milizen \u00fcber den Hafen Hudaidas zur gr\u00f6\u00dften Gefahr f\u00fcr die Huthi-Herrschaft \u00fcber den Jemen. Um genau das zu verhindern, mobilisierten die Huthis daher all ihre Kr\u00e4fte. Auch Amerika mobilisierte seine US-Verantwortlichen, damit sie Krokodilstr\u00e4nen um die humanit\u00e4re Lage im Jemen vergie\u00dfen mit dem Argument, dass der Hafen von Hudaida die einzige Versorgungsader sei, die eine Hungerkatastrophe im Jemen verhindern k\u00f6nne. Die Emirate und deren lokale Verb\u00fcndete hingegen warteten nur auf eine g\u00fcnstige Gelegenheit, die sich auf internationaler B\u00fchne bot, um die Angriffe zu forcieren und zu versuchen, am Boden weitere Fortschritte zu erzielen, um so in der Stadt und im Hafen f\u00fcr vollendete Tatsachen zu sorgen. Zum Teil hatten sie Erfolg damit. Eine Vollendung des Vorhabens h\u00e4tte sich zu einer gro\u00dfen Gefahr f\u00fcr die Huthis entwickelt und damit f\u00fcr eine k\u00fcnftige Kontrolle Amerikas \u00fcber den Jemen. Angesichts der immer wieder auflodernden Gefechte der vergangenen Monate um die Stadt Hudaida, entwickelte sich diese Phase zu einer der brisantesten Etappen des Jemen-Krieges, zumal die USA weder in der Lage sind, die saudisch-emiratische Allianz aufzul\u00f6sen, noch f\u00fcr eine einseitige saudische Beendigung des Krieges zu sorgen, da es der F\u00fchrungsrolle Saudi-Arabiens in der Golfregion erheblich geschadet h\u00e4tte. Dieser Zustand blieb bestehen, bis Saudi-Arabien in arge Bedr\u00e4ngnis kam, als der saudische Journalist Khashoggi Anfang Oktober 2018 auf bestialische Weise get\u00f6tet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens<\/strong>: Mit der Ermordung des saudischen Journalisten Khashoggi in Istanbul traten, was Saudi-Arabien betraf, neue Umst\u00e4nde ein. Das wiederum konnten die USA zu ihrem Interesse ausnutzen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1) Saudische Sicherheitsdienste f\u00fchrten in ihrem eigenen Konsulat in Istanbul ein bestialisches Verbrechen aus, was weltweit eine Kampagne gegen Saudi-Arabien ausl\u00f6ste mit der verdeckten und auch offenen Forderung, Saudi-Arabiens Kronprinzen Muhammad bin Salman zur Rechenschaft zu ziehen. Er wurde f\u00fcr diese abscheuliche Tat, die gegen s\u00e4mtliche menschlichen Werte verst\u00f6\u00dft, verantwortlich gemacht. Und obgleich solche abscheulichen Taten in Saudi-Arabien und in anderen kriminellen Regimen der islamischen Welt an der Tagesordnung stehen und den Mord an Khashoggi noch \u00fcbertreffen, hat diese Tat die Emotionen besonders bewegt und zu scharfen Verurteilungen seitens der Staaten gef\u00fchrt. Von europ\u00e4ischer Seite wollte man diese Tat dazu nutzen, um den US-Vasallen bin Salman zu schw\u00e4chen oder ihn \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 ganz vom Thron zu st\u00fcrzen. Doch die USA waren schnell zur Stelle, um bin Salman international die n\u00f6tige R\u00fcckendeckung zu geben, die in Form von Trumps Twitter-Beitr\u00e4gen geliefert wurde. Dort bekr\u00e4ftigte er sein Vertrauen in die Aussagen bin Salmans, um ihn so von dem schweren Vorwurf zu entlasten. Lautstark gab Trump kund, dass er nicht auf die R\u00fcstungsvertr\u00e4ge mit den Saudis verzichten werde, die zur Reduzierung der Arbeitslosenzahlen in den USA beitragen w\u00fcrden. Dadurch stieg der Druck des Kongresses auf die Regierung Trumps, die sich den Vorwurf gefallen lassen musste, die \u201eWerte Amerikas\u201c, wie Kongressmitglieder es nannten, f\u00fcr saudisches Geld \u201ezu verkaufen\u201c. Daraufhin erlie\u00df der Kongress so etwas wie eine offene Verurteilung daf\u00fcr, dass Trump bin Salman verteidigte \u201eEs ist ein seltener historischer Tadel f\u00fcr den US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump. Der US-Senat stimmte am Donnerstag f\u00fcr die Einstellung der amerikanischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Jemen-Krieg und machte den saudischen Thronfolger Prinz Muhammad bin Salman f\u00fcr den Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich (\u2026). In einem historischen Schritt stimmten die Senatsmitglieder mit einer Mehrheit von 56 zu 41 Stimmen f\u00fcr eine Beendigung der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung der saudisch gef\u00fchrten Operation im Jemen.\u201c (Reuters, 14.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2) Es h\u00e4uften sich \u00c4u\u00dferungen von Kongressmitgliedern, die es als n\u00f6tig sahen, die Zusammenarbeit mit Kronprinz bin Salman, dem loyalen US-Vasallen, zu beenden. Einige von ihnen forderten die Einstellung der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien, die ja genau das Argument sind, mit dem sich der US-Pr\u00e4sident br\u00fcstet, weil er damit Arbeitspl\u00e4tze in den USA schafft. Das veranlasste die Trump-Regierung, schnellstens alles zu tun, um den \u00f6ffentlichen Fokus vom Fall Khashoggi und den gegen Saudi-Arabien gerichteten Anschuldigungen auf ein anderes Problem zu lenken. Diese andere wichtige Angelegenheit sollte Saudi-Arabien als Menschenrechtsverfechter und Freund des Friedens und der Waffenruhe erscheinen lassen, der mit den Vereinten Nationen kooperiert. Diese Kooperation spiegelte sich in der Rolle bin Salmans bei den Schweden-Verhandlungen wider: \u201eEs ist vorgesehen, dass der Generalsekret\u00e4r der Vereinten Nationen Antonio Guterres den Abschlussgespr\u00e4chen in Schweden beiwohnen wird, um seinen Abgesandten bei seinen Anstrengungen um Frieden im Jemen zu unterst\u00fctzen, damit ein politischer Prozess zur Beendigung des seit vier Jahren w\u00e4hrenden Krieges, beginnen kann. Die staatliche Nachrichtenagentur Saudi-Arabiens berichtete davon, dass Guterres mit dem saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman telefoniert habe, um die j\u00fcngsten Entwicklungen auf dem jemenitischen Terrain und die diesbez\u00fcglichen Bem\u00fchungen zu diskutieren\u201c (Reuters 12.12.2018) Der UNO-Generalsekret\u00e4r legte den Fokus auf bin Salmans Engagement: \u201eUno-Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres hob auf einer am heutigen Donnerstag von al-Arabiya \u00fcbertragenen Pressekonferenz die Rolle des saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salmans hervor, die er beim historischen Jemen-Abkommen zwischen Ansar Allah und der jemenitischen Regierung gespielt hatte. Der stellvertretende UNO-Sprecher Farhan Haqq erkl\u00e4rte am heutigen Donnerstag vor Journalisten im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York, Guterres f\u00fchle, dass die Beteiligung bin Salmans f\u00fcr das Ergebnis der Konsultationen \u00e4u\u00dferst wichtig gewesen sei\u2018.\u201c (Sputnik Arabi, 13.12.2018) Die USA hoben die Rolle des Kronprinzen so auff\u00e4llig hervor, dass der Sondergesandte Griffiths sich gen\u00f6tigt sah, die Rolle bin Salmans ebenfalls zu loben: \u201eGriffiths, der per Videotelefon aus Jordanien zugeschaltet war, sagte, dass es den Verhandlungsparteien der Jemen-Gespr\u00e4che gelungen war, eine Vereinbarung zu erzielen, und er erg\u00e4nzte: &#8218;Ich danke dem saudischen Kronprinzen, seiner Exzellenz Prinz Muhammad bin Salman, der versicherte, diesen Prozess pers\u00f6nlich und aktiv zu unterst\u00fctzen.&#8217;\u201c (Al-Watan News online, 14.12.2018) Aus all dem l\u00e4sst sich klar erkennen, dass die USA ein Interesse daran hatten, dass das Abkommen zustandekommt und das aus drei Gr\u00fcnden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens<\/strong>: Um das Image Saudi-Arabiens aufzupolieren. <strong>Zweitens<\/strong>: Um Saudi-Arabien international zu rehabilitieren und \u00fcber die Khashoggi-Aff\u00e4re Gras wachsen zu lassen. <strong>Drittens<\/strong>: Was das Wichtigste f\u00fcr Trump ist: um Saudi-Arabien finanziell zu erpressen. Das Image Saudi-Arabiens aufzupolieren und das Land zu rehabilitieren tun die Amerikaner sicher nicht aus Gef\u00e4lligkeit gegen\u00fcber ihren beiden Vasallen Muhammad bin Salman und seinem Vater. Vielmehr wollen sie dem Prinzen und seinem Vater damit suggerieren, sie aus einem \u201eSchlamassel\u201c gerettet zu haben, das dazu ausgenutzt werden wird, noch mehr vom saudischen \u00d6lgeld Richtung Amerika \u201eabzusaugen\u201c &#8211; als Preis f\u00fcr deren internationale Rehabilitierung. Und das entspricht genau der \u201eerpresserischen\u201c Gesch\u00e4ftsmentalit\u00e4t Trumps gem\u00e4\u00df seinem politischen Motto: Her mit dem Geld!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Was darauf hinweist, dass die Amerikaner an einem Abschluss des Abkommens interessiert waren, sind die Statements amerikanischer Offizieller und deren energische Formulierung, darunter folgende \u00c4u\u00dferungen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; \u201eDie Vereinigten Staaten riefen zu einer Waffenruhe binnen 30 Tagen auf und betonten die Notwendigkeit, die Bombardierung der von Zivilisten bewohnten Gebiete im Jemen zu beenden, die durch die saudisch gef\u00fchrte Arabische Allianz durchgef\u00fchrt wird. US-Verteidigungsminister James Mattis rief die jemenitischen Konfliktparteien dazu auf, binnen 30 Tagen das Feuer zu stoppen und in wirkliche Verhandlungen zur Beendigung des Krieges im Land zu treten. Auf einer Tagung des United States Institute for Peace in Washington sagte Mattis am gestrigen Dienstag: \u201eIm Sinne einer langfristigen L\u00f6sung wollen wir einen Waffenstillstand, einen R\u00fcckzug von der Grenze, den Stopp der Luftangriffe und dass sich alle innerhalb von 30 Tagen an den Verhandlungstisch setzen.\u201c Er betonte, dass sich \u201edie Kriegsparteien im Jemen zu Friedensbem\u00fchungen hinbewegen m\u00fcssen.\u201c Ferner erkl\u00e4rte er: \u201eEs ist notwendig, dass das im Laufe der n\u00e4chsten 30 Tage geschieht. Ich glaube, dass sowohl Saudi-Arabien als auch die Emirate dazu bereit sind.\u201c (Al-Khaleej online, 31.10.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Die USA schickten den UN0-Generalsekret\u00e4r Guterres zu den Verhandlungen nach Schweden, um teilzunehmen und Druck auf die Verhandlungsdelegationen auszu\u00fcben, damit garantiert wird, dass als Ergebnis ein Abkommen bzw. der Ansatz eines Abkommens zustande kommt und das Feld nicht dem britischen UNO-Beauftragten Griffith \u00fcberlassen wird: \u201eEs steht fest, dass der UNO-Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres an den Abschlussverhandlungen in Schweden zur Unterst\u00fctzung der Bem\u00fchungen seines Sonderbeauftragten f\u00fcr Frieden im Jemen teilnehmen wird, um einen politischen Prozess zur Beendigung des seit ca. vier Jahre w\u00e4hrenden Krieges in Gang zu bringen.\u201c (Reuters, 12.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Saudi-Arabien \u00fcbte Druck auf Jemens Pr\u00e4sidenten Hadi aus, damit er das unterbreitete Abkommen akzeptiert: \u201eUnter Berufung auf diverse Quellen berichtete al-Jazeera, dass Saudi-Arabien Druck auf den jemenitischen Pr\u00e4sidenten Abed Rabbo Mansur Hadi aus\u00fcbten, um der jemenitischen Regierungsdelegation bei den Schweden-Konsultationen die Weisung zu erteilen, einem Waffenstillstandsabkommen f\u00fcr die Stadt Hudaida und den dortigen Hafen zuzustimmen. Laut Quellen habe die Regierungsdelegation Hadi, der in Riad wohnt, ein Papier ausgeh\u00e4ndigt, in dem ihm geraten wurde, dem Abkommen nicht zuzustimmen, da der Text nicht ausdr\u00fccklich den Abzug der Huthis aus der Stadt Hudaida und dem Hafen erw\u00e4hnt. Doch der jemenitische Pr\u00e4sident ordnete die Unterzeichnung an, nachdem er w\u00e4hrend der vergangenen Stunden von Saudi-Arabien stark unter Druck gesetzt wurde, so die Quellen.\u201c (Al-Jazeera net, 13.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Eilig wurde ein UN-General ernannt, der die Waffenruhe in Hudaida beaufsichtigen soll: \u201eDie Vereinten Nationen w\u00e4hlten einen niederl\u00e4ndischen General als Chef der Beobachtermission f\u00fcr den Waffenstillstand zwischen den jemenitischen Konfliktparteien. Der UN-Vermittler f\u00fcr den Jemen Martin Griffiths sagte, der niederl\u00e4ndische Ex-General Patrick Cammaert habe zugestimmt, die Beobachtergruppe im Jemen zu leiten. Cammaert k\u00f6nne binnen Tagen die Region erreichen, erg\u00e4nzte Griffiths.\u201c (Akhbar al-Jaman, 14.12.2018) \u201eRaialyemen\u201c ver\u00f6ffentlichte am 20.12.2018 auf ihrer Website: \u201eSt\u00e9fane Dujarrik, der Sprecher der Vereinten Nationen k\u00fcndigte an, dass der Leiter der Beobachtermission, der niederl\u00e4ndische General a. D. Patrick Cammaert morgen, Donnerstag, nach Jordanien reisen werde, um von dort aus nach Sanaa und dann nach Hudaida weiterzureisen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Die USA begr\u00fc\u00dften \u00f6ffentlich das Jemen-Abkommen. So hat US-Au\u00dfenminister Pompeo die Vereinbarung bef\u00fcrwortet und mitgeteilt, dass \u201eein Frieden im Jemen nun m\u00f6glich ist.\u201c (BBC, 14.12.2018) In einem Statement betonte er: \u201eDiese Gespr\u00e4che zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthis markieren den ersten entscheidenden Schritt. Frieden ist m\u00f6glich. Beide Seiten haben die Chance, auf diesem Impuls aufzubauen und das Leben aller Jemeniten zu verbessern. Um vorw\u00e4rts zu kommen, sind alle dazu aufgerufen, sich weiter zu engagieren und f\u00fcr Deeskalation zu sorgen sowie die derzeitigen Kampfhandlungen zu beenden. (Al-Mashhad al-jamani, 14.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; In Aufsehen erregender Weise nahm der US-Botschafter Kontakt zu den Huthis auf: \u201eDer US-Botschafter im Jemen, Matthew Tueller, erkl\u00e4rte w\u00e4hrend seiner Teilnahme an der Konferenz und den Verhandlungen in Stockholm: \u201eWir hielten ein offizielles Meeting zwischen den Botschaftern und einer Gruppe ab, worunter sich auch ein Mitglied der Huthi-Delegation befand. (\u2026) Auf meine eigene Weise hatte ich an einem Ort, den Sie als sch\u00f6n beschreiben, Kontakt zu einigen Personen aus dem Huthi-Team. Und es war in der Tat ein sch\u00f6nes Treffen.\u201c Er best\u00e4tigte zudem, dass es sich um ein \u201eoffizielles und direktes\u201c Treffen handelte, und erkl\u00e4rte: \u201eAlle Meetings, die ich abhalte, gelten als offizielle Treffen. Ich bin der US-Botschafter im Jemen, 24 Stunden am Tag.\u201c (Al-Shark al-Awsat, 13.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viertens<\/strong>: Obwohl das Schweden-Abkommen auf Druck der USA zustandekam und es, wie bereits erw\u00e4hnt, von ihnen begr\u00fc\u00dft wurde, bef\u00fcrwortete auch die britische Seite diese \u00dcbereinkunft. Das liegt daran, dass die Amerikaner eine \u00f6ffentliche Meinung f\u00fcr das Abkommen erzeugten, was einen starken internationalen Druck entstehen lie\u00df. So wurden im Sinne der USA die Stimmen, die die humanit\u00e4re Lage, die Hungerkatastrophe und die unter den Kindern verbreiteten Krankheiten anprangerten, immer lauter gedreht. Das alles seien Resultate von Krieg, Tod und Verletzung \u2013 so, als g\u00e4be es das Ganze erst seit heute! In diesem Klima, das Amerika zur Realisierung des Abkommens erzeugt hatte, blieb den Briten keine andere Wahl, als es ebenfalls gutzuhei\u00dfen. Doch das tun sie auf ihre ganz eigene Art: Sie stiegen auf den Zug mit auf, doch nur deshalb, um dessen Richtung \u00e4ndern oder zumindest dessen Geschwindigkeit drosseln zu k\u00f6nnen. Daher bef\u00fcrworteten sie das Abkommen: \u201eDas britische Au\u00dfenministerium teilte am heutigen Dienstag mit, dass es die Waffenruhe im Jemen begr\u00fc\u00dfe. Der britische Au\u00dfenminister Jeremy Hunt w\u00fcrdigte \u00fcber den Twitter-Account des britischen Au\u00dfenministeriums die Bem\u00fchungen des UN-Sondergesandten f\u00fcr den Jemen Martin Griffiths.\u201c (Al-Jaman net, 18.12.2018) Zeitgleich jedoch brachten sie einen Resolutionsentwurf vor den UN-Sicherheitsrat mit der Rechtfertigung, das Abkommen bez\u00fcglich seiner Einhaltung er\u00f6rtern zu wollen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Gro\u00dfbritannien strebt die Verabschiedung einer weiteren UNO-Resolution an. So reichte es im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf ein, um dar\u00fcber zu diskutieren: \u201eDas Vereinigte K\u00f6nigreich, das die Jemen-Akte im Weltsicherheitsrat innehat, wird mit s\u00e4mtlichen Kollegen die Arbeit f\u00fcr eine UNO-Resolution aufnehmen, um die von den Parteien erzielten Vereinbarungen zu ratifizieren, zu ihrer Umsetzung beizutragen und den Vereinten Nationen die \u00dcberwachung der Einhaltung des Abkommens seitens der Konfliktparteien zu erm\u00f6glichen. Zudem sollen weitere dringende Schritte gesetzt werden.\u201c, f\u00fchrte die britische UN-Botschafterin Karen Pierce aus. (Website der Shabab Yaman von der Website der britischen Regierung, 14.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Am Dienstag \u00e4u\u00dferten sich Diplomaten wie folgt dazu: \u201eDer UNO-Sicherheitsrat pr\u00fcft einen britischen Resolutionsentwurf, in welchem der Generalsekret\u00e4r Antonio Guterres dazu aufgefordert wird, bis Ende diesen Monats Vorschl\u00e4ge zur \u00dcberwachung der Waffenruhe in Hudaida zu machen. Gro\u00dfbritannien verteilte den Resolutionsentwurf im Sicherheitsrat zur Unterst\u00fctzung des Abkommens, wobei nicht klar wurde, wann dar\u00fcber abgestimmt werden soll. Die Resolution br\u00e4uchte neun Ja-Stimmen, wobei die Vereinigten Staaten, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, China oder Russland ihr Veto-Recht nicht in Anspruch nehmen d\u00fcrfen.\u201c (Al-Ain al-Ikhbariya, 18.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Einreichung dieses Entwurfs beabsichtigen die Briten, eine Diskussion rund um das Abkommen mit vorgeschobenen Gr\u00fcnden offen zu lassen: Wie soll das Abkommen umgesetzt und \u00fcberwacht werden und wie soll der Abzug erfolgen? Damit soll die Angelegenheit in die L\u00e4nge gezogen werden. Die Zahl der Toten im Lande und das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung interessieren dabei niemanden von den Akteuren, die um die Vorherrschaft im Jemen ringen, sondern nur die Verwirklichung ihrer Interessen. Daher k\u00f6nnen wir Folgendes sagen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amerika und ihre Helfershelfer in der Region, vor allem die Saudis, sind entschlossen, den Jemen-Krieg zu beenden und bereit zu Verhandlungen, die darin gipfeln sollen, den Huthis, also den Getreuen des Iran und damit den Amerikanern, einen beachtlichen Anteil an der Herrschaft zu sichern. Das haben die Verhandlungsgespr\u00e4che in Stockholm zu Tage gebracht. Doch diese Ausrichtung Amerikas bedeutet nicht, dass es automatisch zur Realisierung dessen imstande ist, blickt man auf den erheblichen Einfluss, den Gro\u00dfbritannien dort hat. So haben die Briten am 13.12.2018 ihren Au\u00dfenminister zu den Verhandlungen nach Schweden geschickt, um UN-Beauftragten Griffiths gegen\u00fcber seinem Chef, dem UNO-Generalsekret\u00e4r Guterres, zu unterst\u00fctzen. Das Abkommen blieb daher auf Hudaida begrenzt. Andere Angelegenheiten, insbesondere die Frage um den Flughafen von Sanaa, verschob man auf sp\u00e4tere Gespr\u00e4chsrunden. Die Regierungsdelegation signalisierte in all ihren Positionen Zweifel, was die Umsetzung der erzielten Punkte betrifft. Das sind alles Hinweise darauf, dass das Abkommen nur unter Druck Saudi-Arabiens und des Generalsekret\u00e4rs der Vereinten Nationen und damit der Amerikaner zustande gekommen ist:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eJamani erkl\u00e4rte auf einer Pressekonferenz am Ende der Verhandlungen, die im schwedischen Ort Rimbo stattfanden, dass die jemenitische Regierung bereits 75 Vereinbarungen mit den Huthis abgeschlossen hatte, die sie jedoch nicht eingehalten h\u00e4tten. Den Huthis warf er vor, die Aufhebung der Blockade um Taiz abzulehnen. Im Hinblick auf den Flughafen von Sanaa, betonte Jamani, die Regierung sei bereit gewesen, ihn f\u00fcr internationale Fl\u00fcge \u00fcber den Flughafen Aden zu \u00f6ffnen, doch die Huthis h\u00e4tten sich dieser Initiative entgegengestellt. \u201aDas Projekt zur Beendigung des Staatsstreichs beginnt in Hudaida\u2018, so Jamani. Seiner Meinung nach tragen die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft die Verantwortung daf\u00fcr, dass die Huthis sich in Sachen Hudaida und Gefangenenaustausch an die Vereinbarungen halten. Die Ank\u00fcndigung des UNO-Generalsekret\u00e4rs Guterres von Pl\u00e4nen zu einer neuen Verhandlungsrunde, kommentierte Jamani mit den Worten: \u201eSolange das bis jetzt Erreichte noch nicht umgesetzt ist, braucht man nicht \u00fcber neue Konsultationsrunden nachdenken.\u201c (Russia Today, 13.12.2018) All das l\u00e4sst eine weite L\u00fccke offen, um sich vor einer Umsetzung des Abkommens zu dr\u00fccken und weitere Verhandlungsrunden hinauszuz\u00f6gern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr wahrscheinlich wird es also kompliziert werden, das Hudaida-Abkommen umzusetzen. Das zeigten auch die Gefechte vom 14. bis 16. Dezember 2018 vor den Toren der Stadt Hudaida, also nur kurz nach Abschluss des Schweden-Abkommens, wodurch sich die Vereinten Nationen gen\u00f6tigt sahen, nach Entschuldigungen zu suchen. Es sei normal, dass es 48-72 Stunden dauere, bis eine solche Absprache auf allen Kommandoebenen angekommen sei, so eine UNO-Quelle. \u201eWir gehen davon aus, dass der Waffenstillstand am Dienstag in Kraft tritt\u201c, so die Quelle (Reuters, 16.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher ist zu erwarten, dass das Tauziehen weitergeht. Von amerikanischer Seite will man das milit\u00e4rische Szenario zu einem Abschluss bringen, insbesondere die K\u00e4mpfe um Hudaida und die H\u00e4fen, um sich den politischen L\u00f6sungen zuwenden zu k\u00f6nnen, wobei die Stimme der Huthis, wie in der Stadt Hudaida, h\u00f6rbar bleiben soll. Von britischer Seite hingegen sorgt man f\u00fcr Rechtfertigungen zur Fortsetzung der K\u00e4mpfe, um die Huthis, noch bevor es an die politische L\u00f6sung geht, so weit wie m\u00f6glich zu schw\u00e4chen und deren Stimme in Hudaida zum Schweigen zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcnftens<\/strong>: Was die letzte Frage anbelangt, ob durch dieses Abkommen ein Ende der Jemen-Krise zu erwarten ist, so ist dazu Folgendes zu sagen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Abkommen wird die Jemen-Krise nicht l\u00f6sen, da britische und amerikanische Interessen miteinander kollidieren und damit auch die ihrer lokalen Werkzeuge, die das Abkommen unterzeichnet haben. Das Maximum, was daraus resultieren k\u00f6nnte, ist eine Kampfpause, bevor die Dinge von neuem angeheizt werden. Zwischenzeitlich kann es zu einem Kompromiss nach kapitalistischer Art kommen: Eine gemeinsame Regierung entsprechend des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses der beiden Konfliktparteien\u2026 Selbstverst\u00e4ndlich wird das die Krise nicht beenden, was beutet: Die Situation im Jemen wird weiterhin wechselhaft bleiben. Mal wird es ruhiger werden und dann wieder eskalieren, je nach politischen und milit\u00e4rischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen der Konfliktparteien. Das, was die Krise beenden kann, ist einer der beiden folgenden Faktoren, wie wir es in fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichungen erw\u00e4hnt haben:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Erste<\/strong>: Eine der beiden Seiten, d.&nbsp;h. entweder Amerika oder Gro\u00dfbritannien, kann die Dinge zu ihren Gunsten entscheiden und damit die Hegemonie \u00fcber den gesamten Jemen \u00fcbernehmen. Das jedoch ist, wie wir dargelegt haben, schwer zu realisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Zweite<\/strong>: Die L\u00f6sung, die mit Allahs Willen naheliegender ist, dass n\u00e4mlich Allah diese Umma mit dem Kalifat ehrt, dem Staat, der den Einfluss der ungl\u00e4ubigen Kolonialisten hinwegfegen und deren Wurzeln aus den L\u00e4ndern der Muslime herausrei\u00dfen wird. Er wird das \u00dcbel eliminieren, das die Kolonialm\u00e4chte unter den Menschen verbreitet haben, sodass der Unglaube samt seiner Verfechter erniedrigt wird, w\u00e4hrend der Islam und die Muslime wieder Gr\u00f6\u00dfe erlangen und die Gl\u00e4ubigen sich des Sieges Allahs erfreuen k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u064a\u064e\u0648\u0652\u0645\u064e\u0626\u0650\u0630\u064d \u064a\u064e\u0641\u0652\u0631\u064e\u062d\u064f \u0627\u0644\u0652\u0645\u064f\u0624\u0652\u0645\u0650\u0646\u064f\u0648\u0646\u064e \u0628\u0650\u0646\u064e\u0635\u0652\u0631\u0650 \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u0650 \u064a\u064e\u0646\u0652\u0635\u064f\u0631\u064f \u0645\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0634\u064e\u0627\u0621\u064f \u0648\u064e\u0647\u064f\u0648\u064e \u0627\u0644\u0652\u0639\u064e\u0632\u0650\u064a\u0632\u064f \u0627\u0644\u0631\u064e\u0651\u062d\u0650\u064a\u0645\u064f<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">An jenem Tag werden sich die Gl\u00e4ubigen freuen \u00fcber Allahs Sieg. Er verleiht den Sieg, wem Er will; und Er ist der Allm\u00e4chtige, der Barmherzige.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">30:4-5<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">13. Rab\u012b\u02bf a\u1e6f-T\u0101n\u012b n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20.12.2018 n. Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Am 18.12.2018 war auf der Seite von \u201eFrance 24\u201c zu lesen: \u201eIn der jemenitischen Stadt Hudaida sind nur Minuten nach Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens, das unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen unterzeichnet wurde, Gefechte zwischen regierungstreuen Truppen und den Huthi-Rebellen ausgebrochen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":1266,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[1386,2369,2600],"class_list":["post-10343","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik","tag-jemen","tag-schweden","tag-tragoedie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}