{"id":10366,"date":"2019-03-30T00:00:00","date_gmt":"2019-03-30T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10366"},"modified":"2019-03-30T00:00:00","modified_gmt":"2019-03-30T00:00:00","slug":"die-dimensionen-und-auswirkungen-der-militaeroffensive-haftars-im-sueden-libyens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10366","title":{"rendered":"Die Dimensionen und Auswirkungen der Milit\u00e4roffensive Haftars im S\u00fcden Libyens"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert arabicfont wp-block-paragraph\">\u0628\u0633\u0645 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0627\u0644\u0631\u062d\u0645\u0646 \u0627\u0644\u0631\u062d\u064a\u0645<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Die Dimensionen und Auswirkungen der Milit\u00e4roffensive Haftars im S\u00fcden Libyens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>: Warum zerstreut Khalifa Haftar, Amerikas Vasall in Libyen, seine Einheiten in dem gro\u00dffl\u00e4chigen Gebiet S\u00fcdibyens, anstatt sein Engagement auf den Westen des Landes, der europaloyal ist, zu konzentrieren und das Libyen-Problem zu seinen Gunsten zu entscheiden? Denn Einfluss und Gewicht liegen g\u00e4nzlich im Osten und Westen Nordlibyens und nicht im s\u00fcdlichen Teil des Landes, oder stecken andere Ziele hinter seiner Offensive im S\u00fcden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>: Zum besseren Verst\u00e4ndnis, wollen wir folgende Aspekte anf\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens<\/strong>: Als der US-Vasall Haftar die Stadt Benghazi unter seine Kontrolle brachte, fiel der Osten Libyens in seinen Machtbereich. Und nachdem die K\u00e4mpfe in der Stadt Derna Mitte 2018 zu seinen Gunsten entschieden wurden, war somit ganz Ostlibyen endg\u00fcltig in seiner Hand. Als die Gefechte sich auf das Gebiet des sogenannten \u201e\u00d6lhalbmondes\u201c verlagerten, spitzte sich der Konflikt zwischen den von Haftar angef\u00fchrten US-Vasallen und den Europa-Vasallen, angef\u00fchrt von Premier Sarraj (mit Sitz in Tripolis), weiter zu. Nachdem Haftar die Eroberung des \u201e\u00d6lhalbmondes\u201c gelang, hatte er gegen\u00fcber der Regierung Sarrajs milit\u00e4risch zwar die Oberhand. Doch die milit\u00e4rische St\u00e4rke Haftars, unterst\u00fctzt vom (\u00e4gyptischen) US-Vasallen al-Sisi, reichte nicht aus, um auch den Westen Libyens einzunehmen. Der Grund ist, dass die europ\u00e4ischen L\u00e4nder selbst eine Einnahme Westlibyens verhinderten. Auch lag es an der Tatsache, dass dieses Gebiet an Algerien &#8211; einem pro-europ\u00e4ischen Staat &#8211; angrenzt. Diese Furcht vor Algerien und vor dessen m\u00f6glicher Intervention lassen sich aus \u00c4u\u00dferungen Haftars deutlich heraush\u00f6ren. So distanzierte sich der libysche Au\u00dfenminister Taher Siala von den \u201everantwortungslosen \u00c4u\u00dferungen\u201c des Feldmarshalls Khalifa Haftar, in denen dieser drohte, den libyschen Krieg \u201evon einem Moment auf den anderen nach Algerien zu verlagern\u201c. Haftar hatte bereits mitgeteilt, dass Algerien die Sicherheitslage in Libyen ausnutze und algerische Soldaten die libysche Grenze bereits \u00fcberschritten h\u00e4tten. (France 24, 10.09.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens<\/strong>: Es lagen nun zwei Realit\u00e4ten vor: Zum einen die mit Unterst\u00fctzung \u00c4gyptens (und damit Amerikas) gegl\u00fcckte Einnahme Ostlibyens und des \u201e\u00d6lhalbmonds\u201c durch Haftar und dem gegen\u00fcber die Einheitsregierung unter F\u00fchrung Sarrajs, an dessen Seite Algerien (und damit Europa) steht, das schon aufgrund der geographischen N\u00e4he zu Libyen bereit w\u00e4re, diese Regierung zu verteidigen. Durch diesen Zustand ist eine Pattsituation entstanden, auch wenn sich die Waagschale milit\u00e4risch zugunsten Haftars bewegt aufgrund der gro\u00dfz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung, die er von den Amerikanern &#8211; einhergehend mit ihrer Vorstellung von einer L\u00f6sung f\u00fcr Libyen &#8211; erh\u00e4lt. Diese sieht vor, dass Verhandlungen eingeleitet werden, sobald die Situation am Boden zu Haftars Gunsten ganz oder so gut wie ganz entschieden ist. Doch aus der Perspektive des politischen Establishments tendiert der Zeiger nach wie vor in Richtung Sarraj. Denn aufgrund des europ\u00e4ischen Einflusses und des Gewichtes, den das pro-europ\u00e4ische Establishment innehat, unterliegt die Hauptstadt Tripolis nach wie der Kontrolle Sarrajs. Daher ist Haftar nicht in der Lage, in Richtung Tripolis vorzusto\u00dfen und die Hauptstadt einzunehmen. Ebenso wenig vermag er es (in seiner jetzigen Situation), mit der Sarraj-Regierung auf Augenh\u00f6he Verhandlungen zu f\u00fchren. Diese Zwickm\u00fchle, in der beide Konfliktparteien Libyens stecken, hat zu einer Pattsituation gef\u00fchrt, in der es keiner der Seiten m\u00f6glich war, eine Entscheidung herbeizuf\u00fchren. Das Verlagern der Auseinandersetzungen auf den S\u00fcden war daher ein Ausweg f\u00fcr Haftar, um seinen milit\u00e4rischen Machtbereich auszuweiten und eine L\u00f6sung herbeizuf\u00fchren, die st\u00e4rker von den USA gepr\u00e4gt sein soll als von Europa. Und so wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Haftars Truppen haben am Mittwoch (16.01.2019) im S\u00fcden des Landes eine breit angelegte Milit\u00e4roperation begonnen, mit dem Ziel, die Region von bewaffneten Gruppen zu \u201es\u00e4ubern\u201c, darunter Mitglieder des \u201eextremistischen IS\u201c und \u201ekriminelle Banden\u201c, wie der Sprechers der Libyschen Nationalarmee ank\u00fcndigte. (France 24, 17.01.2019). Mit dem Vorwand, gegen \u201eTerrorismus und kriminelle Banden\u201c vorzugehen dirigieren die USA ihren Vasallen Haftar Richtung S\u00fcden, um eine Reihe eigener \u2013 sowohl lokaler als auch regionaler &#8211; Ziele zu realisieren. So wollen die Amerikaner zum einen ihren eigenen Einfluss st\u00e4rken und zum anderen die Hegemonie der Europ\u00e4er zur\u00fcckdr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens<\/strong>: Bei detaillierter Betrachtung wird erkennbar, dass die im S\u00fcden gef\u00fchrte Offensive Haftars, was den Konflikt im Land selbst betrifft, ihm und dem US-Einfluss zur Verwirklichung zweier Ziele verhilft. Zudem realisiert diese Milit\u00e4rkampagne zwei zus\u00e4tzliche Vorhaben, die sich gegen Europa und gegen den Einfluss Europas in Afrika richten. Das sieht im Einzelnen wie folgt aus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Die beiden Ziele auf der Ebene des innerlibyschen Konflikts:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Die Kontrolle \u00fcber ein gro\u00dfes Territorium.<\/strong> Gel\u00e4nge es Haftar, die milit\u00e4rische Kontrolle \u00fcber die immensen Fl\u00e4chen S\u00fcdlibyens zu erlangen, h\u00e4tte er auch bei Verhandlungen ein gr\u00f6\u00dferes Gewicht. Neben der internen milit\u00e4rischen Bedeutung, die die Kontrolle \u00fcber St\u00e4dte wie Sabha und andere Orte des S\u00fcdens mit sich br\u00e4chte, w\u00fcrde er zus\u00e4tzlich an \u201eLegitimit\u00e4t\u201c gewinnen. Denn dann h\u00e4tte er die Macht \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Teil des libyschen Territoriums. Und das h\u00e4tte eine Wirkungskraft auf politische L\u00f6sungen, auch wenn ein Vorr\u00fccken in die N\u00e4he der algerischen Grenze f\u00fcr ihn gef\u00e4hrlich w\u00e4re. Doch m\u00f6glicherweise trachtet er gerade jetzt, wo Algerien mit den Pr\u00e4sidentschaftswahlen besch\u00e4ftigt ist, danach, vollendete Tatsachen zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Die Kontrolle \u00fcber Libyens Wirtschaft<\/strong>. Nach wechselvollen K\u00e4mpfen haben die Einheiten Haftars Mitte 2018 den \u201e\u00d6lhalbmond\u201c unter ihre Kontrolle gebracht. Die \u00d6l-Eink\u00fcnfte f\u00fchrten sie an die Nationale Erd\u00f6lgesellschaft (NOC) ab, allerdings an jene in Benghazi und nicht an die in Tripolis. Somit war die Sarraj-Regierung vom Erd\u00f6l aus dem Gebiet des \u201e\u00d6lhalbmondes\u201c abgeschnitten. Dies von einer Seite. Von anderer Seite bereitete sich Haftar so schon einmal auf ein f\u00fcr ihn lukratives \u00d6lgesch\u00e4ft vor, sodass sich die K\u00e4mpfe dann auf die \u00d6lh\u00e4fen verlagerten. Denn: Man wollte Haftar an der Erd\u00f6l-Ausfuhr hindern. Kontrolliert wurden die beiden \u00d6lterminals al-Sidra und Ras Lanuf, von den Jidran-Milizen. Die Sarraj-Regierung in Tripolis erkannten Jidran als Chef der sogenannten \u201eW\u00e4chter der Erd\u00f6lanlagen\u201c (Petroleum Facilities Guards, PFG) an, doch blieb die Kontrolle dar\u00fcber der Sarraj-Regierung nicht erhalten: <em>Es kam zu heftigen K\u00e4mpfen mit der lybischen Nationalarmee <\/em>(Haftars LNA).<em> Am 21. Juni gab das Oberkommando der libyschen Streitkr\u00e4fte die vollst\u00e4ndige Einnahme des Gebietes von Ras Lanuf und Sidra bekannt<\/em>. (Sputnik, 07.07.2018) Somit hatte Haftar sowohl den \u201e\u00d6lhalbmond\u201c als auch die \u00d6lterminals unter seine Kontrolle gebracht. Von dem Tag an und bis zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt konzentrieren sich die Bem\u00fchungen der Einheitsregierung unter der F\u00fchrung Sarrajs darauf, andere L\u00e4nder davon abzuhalten, libysches Erd\u00f6l zu importieren, das aus den Erd\u00f6l-Quellen des von den Haftar-Truppen kontrollierten \u201e\u00d6lhalbmonds\u201c stammt. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass das Exportvolumen Libyens dramatisch zur\u00fcckging. Nach wie vor jedoch exportiert die Sarraj-Regierung das \u00d6l aus der Marzuk-W\u00fcste, vor allem aus den Feldern Sharara (300.000 Fass pro Tag) und Feel (125.000 Fass pro Tag). Nachdem sich weniger erbitterte K\u00e4mpfe in den S\u00fcden verlagerten und nachdem das Erd\u00f6lfeld Sharara, nahe der Stadt Sabha, in die H\u00e4nde der Haftar-Truppen fiel, teilte der Sprecher der ostlibyschen Truppen am heutigen Montag via Twitter mit: \u201eDie bewaffneten Streitkr\u00e4fte haben das \u00d6lfeld Sharara mit allen zentralen Anlagen friedlich und ohne Gewalthandlungen vollst\u00e4ndig unter ihre Kontrolle gebracht. Derzeit k\u00fcmmern sie sich in Kooperation mit der Verwaltung des \u00d6lfeldes um dessen Sicherung.\u201c (Al-Yawm al-Sabi\u00b4, 11.02.2019) Das verst\u00e4rkte noch den wirtschaftlichen Machteinfluss Haftars. Dieses riesige \u00d6lfeld mit einer F\u00f6rderkapazit\u00e4t von 400.000 Barrel pro Tag, das sich im Besitz eines spanischen Konzerns befindet, ist Mittelpunkt schwerer Auseinandersetzungen zwischen dem US-Vasallen Khalifa Haftar und den in Tripolis sitzenden Europa-Vasallen. Mit dieser Entwicklung, d.&nbsp;h. der Kontrolle Haftars \u00fcber das \u00d6lfeld und der sich bietenden Chance, auch die dahinterliegenden \u00d6lfelder bis zum \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden (besonders das Erd\u00f6lfeld Feel) zu erobern, w\u00e4re die Sarraj-Regierung ihrer wirtschaftlichen Lebensader beraubt. Und sie w\u00e4re weiterhin auf den internationalen Schutzschirm Europas angewiesen, um Haftar an der \u00d6lausfuhr zu hindern und ihn zu zwingen, den Export \u00fcber die Erd\u00f6lgesellschaften in Tripolis abzuwickeln. Nichtsdestotrotz befinden sich die Erd\u00f6lquellen nach wie vor in Haftars Hand. Die Frage des \u00d6l-Exports \u00fcber jene H\u00e4fen und Pipelines, die au\u00dferhalb seines Machtbereichs liegen, \u00fcberl\u00e4sst Haftar den Verhandlungen. \u00dcber sie k\u00f6nnte er dann seine finanziellen Ziele verwirklichen und die Gelder in seine milit\u00e4rischen Streitkr\u00e4fte flie\u00dfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Die zwei gegen Europa und gegen europ\u00e4ische Einfl\u00fcsse in Afrika gerichteten Ziele:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Der Zustrom von Migranten aus Afrika soll den Europ\u00e4ern weiterhin Kopfschmerzen bereiten.<\/strong> Hierbei handelt es sich um ein amerikanisches Ziel, das gegen Europa gerichtet ist und sich darin widerspiegelt, dass Amerika die Europ\u00e4er an der Errichtung milit\u00e4rischer Posten in Libyen hindert. Der europ\u00e4ische Vorwand f\u00fcr die Notwendigkeit solcher Posten ist stets, den Migrationsstrom aus Afrika nach Europa aufhalten zu wollen. Mit der Kontrolle Haftars \u00fcber die milit\u00e4rischen Einrichtungen im Zentrum des Landes \u2013 dazu geh\u00f6ren haupts\u00e4chlich Flugh\u00e4fen sowie Start- und Landebahnen \u2013 hindert Amerika die europ\u00e4ischen L\u00e4nder an der Nutzung dieser Anlagen, sei es f\u00fcr die Einflussnahme in Libyen oder f\u00fcr regionale Zwecke in Afrika. Denn die Eind\u00e4mmung der Migrationsbewegungen aus Afrika in Richtung Europa dient den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern als Rechtfertigung, um einen Fu\u00df in diese Anlagen zu bekommen. Und dagegen haben wiederum die Amerikaner und ihr Vasall Haftar etwas. Der libysche Ex-General Khalifa Haftar warnte davor, dass internationale Seiten danach trachteten, sich eine milit\u00e4rische Pr\u00e4senz in s\u00fcdlibyschen Gebieten aufzubauen. So sagte er: \u201eW\u00e4hrend das Generalkommando darauf bedacht ist, gute Beziehungen und parallel dazu strategische Partnerschaften mit s\u00e4mtlichen internationalen Seiten aufzubauen, kursieren Berichte \u00fcber den Wunsch einiger internationaler Parteien, sich im S\u00fcden Libyens eine milit\u00e4rische Pr\u00e4senz aufzubauen.\u201c Libysche Quellen berichteten davon, <em>dass eine italienische Sicherheits- und Milit\u00e4rdelegation am gestrigen Donnerstag die Stadt Ghat im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcdwesten Libyens besuchte mit dem Ziel, einen italienischen sowohl milit\u00e4rischen als auch zivilen Posten zu errichten, um die illegale Einwanderung in den Griff zu bekommen \u2013 finanziert von Europa.<\/em> (al-jazeera.net, 29.06.2018) Mit der Kontrolle \u00fcber wichtige Gebiete im S\u00fcden, hindert Haftar die Europ\u00e4er daran, sich dort zu etablieren und milit\u00e4rische Basen zu errichten. \u201eDas Oberkommando der Luftstreitkr\u00e4fte, das der Generalf\u00fchrung der libyschen Armee angeh\u00f6rt, hat ein Start- und Landeverbot an den Flugh\u00e4fen sowie ein Flugverbot im s\u00fcdlibyschen Luftraum ausgesprochen, es sei denn, es liegt eine Erlaubnis vor. Auch warnt sie jedes Flugzeug vor einer Landung im Bereich der s\u00fcdlichen Region, sollte der Start ohne Genehmigung der libyschen Armee erfolgt sein.\u201c (Al-Yawm al-Sabi\u00b4, 08.02.2019) Mit dem von den USA eingef\u00e4delten Vorsto\u00df Haftars in den S\u00fcden wurde der Aktionsradius der Europ\u00e4er im S\u00fcden Libyens kleiner. Den Europ\u00e4ern w\u00fcrde somit das Fl\u00fcchtlingsproblem erhalten bleiben, das ihnen Kopfschmerzen und schlaflose N\u00e4chte bereitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Die Unternehmungen gegen den europ\u00e4ischen Einfluss in der Sahara-Region.<\/strong> Die Ziele der Milit\u00e4roffensive Haftars im S\u00fcden beschr\u00e4nken sich nicht nur auf die oben erw\u00e4hnten Punkte. Die USA planen, ja sind bereits tatkr\u00e4ftig dabei, ein regionales Ziel umzusetzen, um den franz\u00f6sischen Einfluss in der Sahara-Region zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Aufgrund der Schw\u00e4che der Zentralregierung in Tripolis war im libyschen S\u00fcden ein Machtvakuum entstanden. Das hat den passenden Boden f\u00fcr bewaffnete Aktionen afrikanischer Rebellengruppen im S\u00fcden geschaffen. So konnten dort tschadische, nigerianische und sudanesische Oppositionsgruppen gedeihen und sich zu einem Bestandteil des innerlibyschen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses entwickeln. Es handelt sich dabei um bedeutende, nicht zu untersch\u00e4tzende Gruppierungen. So berichtet die franz\u00f6sischsprachige tschadische Zeitung \u201eAl-Wahda\u201c am Mittwoch (04.04.2018) von<em> rund 11.000 tschadischen Rebellen, die derzeit in S\u00fcdlibyen verteilt sind.<\/em> (Bawabat- al-Wasat, 04.04.2018) Mit dem \u201eTerrorismus\u201c, der den Amerikanern stets als Vorwand f\u00fcr ein Eingreifen dient und womit sie auch ihre Vasallen inspirieren, ebenfalls auf dieser Welle mitzureiten, preschen die Amerikaner nun vor, um offen in Libyen zu intervenieren. Ein libyscher Verantwortlicher erkl\u00e4rte, <em>amerikanische und libysche Kr\u00e4fte <\/em>h\u00e4tten<em> gemeinsame Luftangriffe auf eine Stellung im Umland der Stadt Ubari durchgef\u00fchrt, in der sich eine Anzahl al-Qaida-K\u00e4mpfer verschanzt hielten.<\/em> (Euronews, 14.01.2019) Den Terrorismus-Vorwand, den die Amerikaner vorbringen, benutzt auch Haftar, um die Region von \u201ebewaffneten Terrorgruppen zu s\u00e4ubern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Gruppen, die im S\u00fcden Libyens milit\u00e4risch von Gewicht sind, geh\u00f6ren die tschadischen Bewegungen: <em>Die LNA startete im vergangenen Januar unter dem Kommando von Feldmarschall Haftar im S\u00fcdwesten des Landes eine Offensive gegen bewaffnete Gruppen. Die gr\u00f6\u00dfte davon geh\u00f6rt der tschadischen Opposition an<\/em>. (RT, 12.02.2019) Die von Haftar ins Leben gerufene LNA erkl\u00e4rte in einem knappen Statement: \u201eLibysch-arabische Jagdbomber haben abwechselnd drei Stellungen tschadischer Banden und ihrer Verb\u00fcndeten im geliebten S\u00fcden beschossen.\u201c (Al-Arabiya.net, 08.02.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Damit ist ziemlich deutlich geworden, dass die von Haftar im S\u00fcden gef\u00fchrte Kampagne eine Offensive zur organisierten Vertreibung der erw\u00e4hnten Oppositionsgruppen aus Libyen ist. Das hei\u00dft, man dr\u00e4ngt sie systematisch aus Libyen hinaus, damit ihnen im Tschad eine neue Mission zugeteilt wird, die da w\u00e4re, St\u00f6raktionen gegen den Einfluss Frankreichs zu f\u00fchren. Dieses Vorhaben wurde unverz\u00fcglich und direkt in die Tat umgesetzt. So erkl\u00e4rte der franz\u00f6sische Au\u00dfenminister Jean-Yves Le Drian am Dienstag, dass die franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte einen Rebellenkonvoi im Tschad angegriffen h\u00e4tten, um einen Sturz des Pr\u00e4sidenten Idriss D\u00e9by zu vereiteln. Auf Ersuchen D\u00e9bys h\u00e4tten franz\u00f6sische Kampfflugzeuge einen mit Waffen beladenen Konvoi der Rebellen beschossen, die in der vergangenen Woche aus Libyen kommend in tschadisches Territorium eingedrungen seien. Le Drian sagte vor dem Parlament: \u201eEine Rebellengruppe, die aus S\u00fcdlibyen kam, f\u00fchrte eine Offensive durch, um gewaltsam die Macht in N\u2019Djamina zu \u00fcbernehmen. Pr\u00e4sident D\u00e9by hat uns schriftlich darum gebeten, einzugreifen, um einen Sturz zu verhindern und das Land zu sch\u00fctzen.\u201c (Reuters, 12.02.2019) Und da es sich bei diesen Gefahren, die der US-Vasall Haftar in den Tschad exportiert, um ernstzunehmende Gefahren handelt, schickte Frankreich zum Schutz seines Vasallen Idriss D\u00e9by ein gro\u00dfes Kontingent an Streitkr\u00e4ften in die tschadische Hauptstadt: <em>Frankreich mobilisierte in der Hauptstadt des Tschad, N\u2019Djamina, 4500 Soldaten im Rahmen einer Milit\u00e4roperation, die unter dem Namen \u201aOp\u00e9ration Barkhane zum Kampf gegen den Terror\u2018 bekannt ist<\/em>. (gleiche Quelle).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Damit wird deutlich: Nachdem sich die Amerikaner in Libyen Zutritt verschafft haben und obgleich Haftar nicht imstande war, die Lage in den westlibyschen Regionen f\u00fcr sich zu entscheiden (was an Europas Unterst\u00fctzung f\u00fcr Sarraj lag), sind die Amerikaner dazu \u00fcbergegangen, Frankreichs Einfluss im Tschad zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Das Eindringen der Anti-D\u00e9by-Rebellen aus S\u00fcdlibyen in tschadisches Territorium ist m\u00f6glicherweise der Auftakt zu weiteren Entwicklungen. Das hei\u00dft, es k\u00f6nnten K\u00e4mpfe zun\u00e4chst im Tschad ausbrechen und dann auf den Niger \u00fcbergreifen. Diese w\u00fcrden sich gegen die Hegemonie Frankreichs und gegen die Dominanz franz\u00f6sischer Unternehmen richten, besonders, was die Uran-Minen betrifft, die sich in dem Gebiet befinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viertens<\/strong>: Zusammengefasst: Haftar ist es mit gro\u00dfz\u00fcgiger amerikanischer Milit\u00e4rhilfe, vor allem \u00fcber den Weg \u00c4gyptens, gelungen, Libyen in zwei H\u00e4lften zu trennen. Die \u00f6stliche H\u00e4lfte hat er vollst\u00e4ndig unter seine Kontrolle gebracht, ebenso den \u00d6lhalbmond, Libyens wirtschaftliches R\u00fcckgrat. Zudem konnte er in die westliche H\u00e4lfte vorsto\u00dfen. Und nun treibt Amerika ihn weiter in Richtung S\u00fcden, um seinen wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Machtbereich auszubauen. Denn im Zuge des eingetretenen Stillstandes, der aus dem Widerstand Westlibyens resultiert &#8211; da man Algerien f\u00fcrchtet und die Sarraj-Regierung von Europa stark unterst\u00fctzt wird \u2013, treiben die USA Haftar nun dazu an, andere Ziele f\u00fcr sie zu verwirklichen, n\u00e4mlich die europ\u00e4ischen L\u00e4nder in Sachen Migration weiter bluten zu lassen und den franz\u00f6sischen Einfluss in den Nachbarstaaten Libyens \u2013 beginnend mit dem Tschad &#8211; zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sehen die Auswirkungen der Offensive Haftars in S\u00fcdlibyen aus. Es wird deutlich, dass die ungl\u00e4ubigen Staaten, um ihre Interessen und ihren Einfluss durchzusetzen, in Libyen gro\u00dfes Unheil anrichten. In ihrem Dienst k\u00e4mpfen muslimische Seiten gegeneinander und lassen ganz au\u00dfer Acht, dass Allah (t) es ihnen verboten hat, ihre Br\u00fcder zu t\u00f6ten und die \u00d6lreicht\u00fcmer ihres Landes zu verschwenden. Diese Vasallen und die hinter ihnen stehenden ungl\u00e4ubigen Staaten sowie das ganze \u00dcbel, das sie in den L\u00e4ndern des Islam verbreiten, k\u00f6nnen nur dann ausgeschaltet werden, wenn die Muslime sich ernsthaft und entschieden erheben, das Gesetz Allahs implementieren und ihr Kalifat proklamieren, das die Dinge wieder ins Lot setzt und die Hoffnungen, die sich die ungl\u00e4ubigen Staaten in Bezug auf die muslimischen L\u00e4nder machen, in einen Albtraum verwandelt.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0641\u0650\u064a \u0647\u064e\u0630\u064e\u0627 \u0644\u064e\u0628\u064e\u0644\u064e\u0627\u063a\u0627\u064b \u0644\u0650\u0642\u064e\u0648\u0652\u0645\u064d \u0639\u064e\u0627\u0628\u0650\u062f\u0650\u064a\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Darin ist wahrlich eine Kunde f\u00fcr Leute, die dienen.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">21:106<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">15. \u011eum\u0101d\u0101 l-\u0100\u1e2bira 1440 n.&nbsp;H<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20.02.2019 n. Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Warum zerstreut Khalifa Haftar, Amerikas Vasall in Libyen, seine Einheiten in dem gro\u00dffl\u00e4chigen Gebiet S\u00fcdibyens, anstatt sein Engagement auf den Westen des Landes, der europaloyal ist, zu konzentrieren und das Libyen-Problem zu seinen Gunsten zu entscheiden? <\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":992,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1129,1638,1769,2312],"class_list":["post-10366","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-haftars","tag-libyens","tag-militaeroffensive","tag-sueden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10366\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}