{"id":10372,"date":"2019-04-06T00:00:00","date_gmt":"2019-04-06T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10372"},"modified":"2019-04-06T00:00:00","modified_gmt":"2019-04-06T00:00:00","slug":"was-hat-es-mit-den-protesten-im-sudan-auf-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10372","title":{"rendered":"Was hat es mit den Protesten im Sudan auf sich?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center arabicfont zentriert wp-block-paragraph\">\u0628\u0633\u0645 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0627\u0644\u0631\u062d\u0645\u0646 \u0627\u0644\u0631\u062d\u064a\u0645<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Was hat es mit den Protesten im Sudan auf sich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong><strong>:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Protestwelle, die vor mehr als zwei Monaten im Sudan begann, dauert bis zum heutigen Tag an. Kam es spontan zu den Demonstrationen als Resultat der miserablen Wirtschaftslage? Oder liegen die Ursachen in einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Khartum und Washington, nachdem der amerikanische Vize-Au\u00dfenminister John Sullivan den Sudan im November 2017 besucht hatte? Es hei\u00dft, dass zu den Themen, die Sullivan mit der sudanesischen Seite diskutierte hatte, auch geh\u00f6rte, dass al-Bashir zu den Wahlen 2020 nicht wieder antreten sollte. Bashir sei dar\u00fcber emp\u00f6rt gewesen und aus Trotz gegen\u00fcber den USA nach Russland gereist, um der Errichtung russischer Milit\u00e4rbasen im Sudan zuzustimmen. Bedeutet es, dass die USA sich dazu entschlossen haben, Umar al-Bashir auszuwechseln und deswegen der Sudan wirtschaftlich in die Zange genommen wurde, indem sie ihre Vasallen, vor allem Saudi-Arabien, angewiesen haben, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Sudan einzustellen? Und schlie\u00dflich: Wie ist es zu erkl\u00e4ren, dass Sadiq al-Mahdi sich hinter die Proteste stellt? Bedeutet es, dass die Briten ihre Finger im Spiel haben? Entschuldige die zahlreichen Fragen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Verst\u00e4ndnis sollen folgende Punkte ausgef\u00fchrt werden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Der amerikanische Vize-Au\u00dfenminister John Sullivan besuchte in der Tat den Sudan am 16.11.2017, wo er sich mit dem Au\u00dfen- und Finanzminister, mit dem Stabschef der Armee, mit Vertretern des sudanesischen Innenministeriums, mit dem nationalen Sicherheits- und Nachrichtenapparat sowie mit dem sudanesischen Botschaftsbeauftragten der USA traf. Daneben f\u00fchrte er hinter verschlossenen T\u00fcren auch Gespr\u00e4che mit religi\u00f6sen F\u00fchrern. Sodann hielt er eine Vorlesung im M\u00e4rtyrersaal der Quran-al-Karim Universit\u00e4t, wo er \u00fcber Amerikas Sudan-Politik sprach. Der US-Verantwortliche, so sickerten Berichte durch, die von \u201eSudan Times\u201c verbreitet wurden, forderte im Rahmen dieser Begegnung die sudanesische Regierung dazu auf, einige Gesetze zu revidieren und zu modifizieren bzw. sie ganz au\u00dfer Kraft zu setzen. Prim\u00e4r ging es um die Todesstrafe f\u00fcr Apostasie. Ebenso rief er dazu auf, den Artikel bez\u00fcglich der Kleidungsvorschrift aus der \u00d6ffentlichen Ordnung zu nehmen, der das Auspeitschen der Frauen vorsieht, sollten sie sich nach Ermessen der Exekutivpolizei ungeb\u00fchrlich kleiden. Er rief zu religi\u00f6sen Freiheiten auf, die f\u00fcr alle gelten sollen, wenn es um die Neuformulierung der Verfassung des Sudan geht. (Sudan Tribune, 18.11.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Richtig ist auch, dass laut einiger gestreuter Berichte, Sullivan von Bashir verlangt habe, sich f\u00fcr die Wahlen 2020 nicht mehr aufstellen zu lassen und al-Bashir damit nicht einverstanden gewesen sei, woraufhin sich die Beziehungen verschlechtert h\u00e4tten. Doch das ist unwahrscheinlich, denn Bashir ist \u00fcberhaupt nicht in der Lage, sich den Anweisungen seines Herrn &#8211; den USA &#8211; zu widersetzen. Als Kandidat tritt er ohnehin erst dann an, wenn die USA es wollen. Selbst wenn wir davon ausgingen, dass er sich den Anweisungen widersetzt und darauf besteht, bei den Wahlen 2020 zu kandidieren und im Amt zu bleiben, w\u00fcrden die USA ihn mit einem Putsch aus dem Amt jagen, so, wie sie ihn am 30. Juni 1989 ins Pr\u00e4sidentenamt hineingeputscht hatten. Als sich \u00fcber die sozialen Medien verbreitete, dass der US-Verantwortliche von al-Bashir gefordert habe, bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2020 nicht mehr anzutreten, ging der sudanesische Au\u00dfenminister Ibrahim Ghandur hin und dementierte dies mit den Worten: \u201eDie USA haben uns keinerlei Bedingungen auferlegt, die festlegen, dass der sudanesische Pr\u00e4sident al-Bashir f\u00fcr die Wahlen 2020 nicht mehr kandidieren soll, damit der Sudan im Gegenzug von der Liste der Terror unterst\u00fctzenden Staaten gestrichen wird. \u201c Er erkl\u00e4rte weiter: \u201eAlles, was wir mit John Sullivan, dem stellvertretenden US-Au\u00dfenminister w\u00e4hrend seines letzten Besuches in Khartum besprochen haben, waren Themen zu Menschenrechten und Religionsfreiheit.\u201c (Al-Quds al-Arabi, 14.11.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Besuch deutete auch eher auf ein harmonisches und nicht auf ein angespanntes Verh\u00e4ltnis hin. Im Laufe des Besuches kam Sullivan mit Vertretern unterschiedlicher Sektoren des Staates zusammen, wo ihm ein herzlicher Empfang bereitet wurde! Das alles spielte sich ab, nachdem am 26.09.2017 die US-Regierung das Einreiseverbot f\u00fcr sudanesische Staatsb\u00fcrger aufgehoben und am 06.10.2017 einen Teil der gegen den Sudan verh\u00e4ngten Wirtschaftssanktionen beendet hatte, die fast zwanzig Jahre lang bestanden. Bei dem Besuch ging es daher nicht um eine Kandidatur al-Bashirs, sondern in erster Linie darum, den Sudan aus der Liste \u201eTerror unterst\u00fctzender Staaten\u201c zu entfernen. Um das zu tun, haben die USA &#8211; wie oben in der \u201eSudan Tribune\u201c erw\u00e4hnt &#8211; einige Bedingungen gestellt. Dies von einer Seite. Von anderer Seite hatte Umar al-Bashir bereits zehn Tage vor dem Sudan-Besuch Sullivans sein fr\u00fcheres Versprechen erneuert, nicht mehr als Pr\u00e4sident zu kandidieren: <em>Sudans Pr\u00e4sident Umar al-Bashir hat am Montag sein fr\u00fcheres Versprechen wiederholt, auf eine weitere Amtszeit als Pr\u00e4sident nach 2020 zu verzichten. (\u2026) Das sagte al-Bashir in einer Ansprache vor einer Versammlung junger Leute anl\u00e4sslich der siebten Generalkonferenz der Nationalen Union Junger Sudanesen<\/em>. (al-Khaleej online, 06.11.2017) Wenngleich es solchen Staaten in keinster Weise schwerf\u00e4llt, Versprechen zu brechen. Die \u00c4u\u00dferungen und Kontakte der Amerikaner zum Sudan machen es unwahrscheinlich, dass der Zweck der Reise darin bestand, eine erneute Kandidatur Bashirs zu verhindern. Die amerikanisch-sudanesischen Kontakte wurden auch nach dem Besuch und nach Beginn der Proteste aufrechterhalten. Es ging n\u00e4mlich darum, den Sudan von der Liste \u201eTerror unterst\u00fctzender Staaten\u201c zu entfernen, auf der er seit 1993 aufscheint. Denn der Name des Sudan steht noch immer auf der Liste, obwohl die von den USA (seit 1993) verh\u00e4ngten Wirtschafts- und Finanzsanktionen durch die Trump-Regierung aufgehoben wurden. Um nun mit der zweiten Phase, n\u00e4mlich der Streichung des Sudan von der Terrorliste, fortzufahren, stellten die USA die Bedingung, dass der Sudan in der \u201eTerrorismusbek\u00e4mpfung\u201c breiter kooperieren sowie die Menschenrechte und die religi\u00f6sen und politischen Freiheiten einhalten solle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Es war nicht Sullivans Besuch (vom 16.11.2017), der den Ansto\u00df zu den Protesten am 19.12.2018 gab. Denn die USA haben sich nach dem Besuch und auch w\u00e4hrend der Proteste auf die Seite des Regimes und nicht auf die der Demonstranten gestellt, was durch die Kontakte und \u00c4u\u00dferungen belegt wird. So traf der Staatssekret\u00e4r des US-Pr\u00e4sidenten und Chefberater in Afrika-Angelegenheiten, Cyril Sartre, in Begleitung des Direktors der Afrika-Beh\u00f6rde im Nationalen Sicherheitsrat, Darren Seraile, am Sonntag (17.02.2019) in Khartum ein und beendete seine Gespr\u00e4che im Sudan am Mittwoch (20.02.2019). In einem seiner Statements betonte der Staatssekret\u00e4r: \u201eIch hatte ein fruchtbares und konstruktives Meeting mit einem Vertreter des Pr\u00e4sidenten der Republik. Ich bin gekommen, um den Dialog zwischen beiden Seiten aufrechtzuerhalten, was dazu f\u00fchren soll, den Sudan von der Liste Terror unterst\u00fctzender Staaten zu entfernen.\u201c Sartre betonte, dass \u201emit weiterer Geduld\u201c, es der Regierung gelingen werde, eine politische L\u00f6sung zu finden und dass keinerlei L\u00f6sung von au\u00dfen dem Sudan diktiert werden w\u00fcrde. Er verwies darauf, dass durch die gemeinsame Arbeit beide L\u00e4nder einen Weg f\u00fcr eine starke Partnerschaft finden w\u00fcrden. (Shuruq News, 18.02.2019) Das alles belegt, dass nicht der Besuch die Protestwelle ausgel\u00f6st hat, sondern vielmehr, dass al-Bashir von den Amerikanern unterst\u00fctzt wird und ihm laut Amerikanern keine L\u00f6sung von au\u00dfen aufgezwungen w\u00fcrde. Und es zeigt, dass die USA Bedingungen stellen, um den Sudan aus der \u201eTerrorliste\u201c zu streichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Was die US-Vasallen betrifft, so haben sie sich ebenfalls hinter Umar al-Bashir gestellt und nicht hinter die Demonstranten. Es stellt sich also anders dar, als die gestellte Frage suggerieren l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu folgende Erl\u00e4uterung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Was Saudi-Arabien betrifft: Seitdem die Saudis mit der Allianz die Milit\u00e4roffensive gegen den Jemen begonnen haben, investieren sie fortlaufend in die Agrarwirtschaft des Sudan:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; <em>2016 war Saudi-Arabien der gr\u00f6\u00dfte arabische Investor im Sudan. Die Summe der Investitionen wird auf eine H\u00f6he von rund f\u00fcnfzehn Milliarden Dollar gesch\u00e4tzt. Der Fokus liegt haupts\u00e4chlich auf Viehfutter, Weizen und Mais, was die Wirtschaft Khartums f\u00f6rdert<\/em>. (al-Khaleej online, 17.07.2017) <em>Der Botschafter des K\u00f6nigreichs betonte, der tats\u00e4chliche Wert saudi-arabischer Investitionen belaufe sich auf mehr als zw\u00f6lf Milliarden Dollar.<\/em> (al-Bawwaba, 03.12.2018) Und: <em>Am Montag, den 07.05.2018, gab der Sudan bekannt, mit Saudi-Arabien ein Erd\u00f6l-Abkommen mit einer Laufzeit von f\u00fcnf Jahren erreicht zu haben.<\/em> (Sudan Tribune, 07.05.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Eine Delegation saudischer Minister besuchte am 24.01.2019 die Hauptstadt Khartum und diskutierte mit Sudans Pr\u00e4sident Umar al-Bashir die Lage, in der sich das Land befindet. Majed al-Qasbi, Handelsminister Saudi-Arabiens, sagte in einer Pressemitteilung: \u201eDer Sudan-Besuch der Delegation erfolgte auf Weisung des H\u00fcters der beiden Heiligt\u00fcmer, K\u00f6nig Salman bin Abdulaziz, zur Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Sudan und zur Verst\u00e4rkung des Handelsaustauschs.\u201c Er erg\u00e4nzte: \u201eK\u00f6nig Salman hob au\u00dferdem hervor, dass die Sicherheit des Sudan auch die Sicherheit Saudi-Arabiens bedeute und die Stabilit\u00e4t des Sudan auch die Stabilit\u00e4t Saudi-Arabiens. Der Sudan habe mehr Anspruch auf Beziehungen zu Saudi-Arabien als jedes andere Land.\u201c (al-Watan al-Masriya, 26.01.2019) Das alles belegt die Tatsache, dass Saudi-Arabien nicht davon abger\u00fcckt ist, den Sudan zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) \u00c4gypten als weitere St\u00fctze: Am 27.01.2019 war Umar al-Bashir in \u00c4gypten zu Besuch, wo al-Sisi ihn am Flughafen mit allen Ehren empfing. Und das beweist, dass vonseiten Amerikas keine Absetzung al-Bashirs vorgesehen ist. Andernfalls h\u00e4tte \u00c4gyptens Machthaber al-Sisi, die loyale St\u00fctze Amerikas, so etwas nicht veranstaltet. Sudans Botschafter in \u00c4gypten beschrieb den Besuch gar als den zeitlich und inhaltlich wichtigsten Besuch. (al-Sabah al-Masriya, 27.01.2019) Umar al-Bashir hatte \u00c4gypten bereits am 06. November 2018 besucht und sich mit Pr\u00e4sident al-Sisi getroffen, nachdem dieser, begleitet von zw\u00f6lf Ministern, den Sudan schon am 25. Oktober 2018 bereist und dort zw\u00f6lf Abkommen unterzeichnet hatte. Unmittelbar nach Ausbruch der Proteste besuchten der \u00e4gyptische Au\u00dfenminister Samih Shukri und sein Geheimdienstchef den Sudan, wo sie sich mit Umar al-Bashir und ihren sudanesischen Amtskollegen trafen. Nach dem Meeting betonte Shukri: \u201e\u00c4gypten hat Vertrauen darin, dass der Sudan die gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nde \u00fcberwinden wird. \u00c4gypten ist jederzeit bereit, dem Sudan Hilfe und Unterst\u00fctzung zukommen zu lassen. Die Sicherheit und Stabilit\u00e4t des Sudan ist die Sicherheit und Stabilit\u00e4t \u00c4gyptens.\u201c (al-Bawwaba al-Masriya, 27.12.2018) Das zeigt, dass \u00c4gypten auch weiterhin hinter dem Sudan steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Was intern den Sudan betrifft, so stellt die Armee die wichtigste lokale Kraft f\u00fcr die USA dar. Das sudanesische Milit\u00e4r stellte sich, was die Proteste betraf, hinter Umar al-Bashir und hinter sein Regime. In einem Statement gab das Milit\u00e4r bekannt, dass es sich um Bashirs F\u00fchrerschaft schare und dahinter stehe, wie er auf die Verdienste des Volkes sowie auf den Schutz und die Sicherheit des B\u00fcrgers bedacht ist, was sein Blut, seine Ehre und sein Verm\u00f6gen betrifft. (Arabi Post, 23.12.2018). Der Stabschef der bewaffneten Streitkr\u00e4fte des Sudan, Kamal Abdelmaruf, sagte in einer Ansprache vor Offizieren: \u201eDie Armee wird das Land nicht dubiosen, geschei\u00adterten Rebellenf\u00fchrern und Vertretern suspekter ausl\u00e4ndischer Organisationen \u00fcberlassen.\u201c (Masr al-Arabiya, 30.01.2019) Das alles zeigt: Das Milit\u00e4r unterst\u00fctzt nach wie vor Staatschef Umar al-Bashir. Die Positionen anderer Milit\u00e4r- und Sicherheitsabteilungen sehen \u00e4hnlich aus. Generalleutnant Muhammad Hamdan Daglo Himaidti, Chef der schnellen Eingreiftruppe des Sudan, drohte, seine Einheiten st\u00fcnden bereit, sich den \u201eHabgierigen\u201c in den Weg zu stellen, wie er sie nannte. (al-Masira.net, 26.12.2018) Ferner erkl\u00e4rte der Chef des sudanesischen Sicherheits- und Geheimdienstapparates, Salah Qosh, in einem kurzen Statement vor dem Parlament: \u201eEs gibt am Boden zahlreiche Initiativen. Doch alle m\u00fcssen wissen, dass jede Initiative, die sich au\u00dferhalb der Grenze der Legitimit\u00e4t bewegt, keinen Platz hat.\u201c (al-jazeera.net, 21.02.2019) Das Milit\u00e4r wird von den USA f\u00fcr Umst\u00fcrze missbraucht. Denn seit dem Numairi-Putsch von 1969 haben die USA ihren Einfluss innerhalb des Milit\u00e4rs festigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Was die Opposition betrifft: Sadiq al-Mahdi, F\u00fchrer der Umma-Partei, hat am vierten Tag der Proteste zur Bildung einer neuen Einheitsregierung aufgerufen. An ihr sollen alle Seiten beteiligt werden. Er betonte zwar, dass er die Massenproteste im Land unterst\u00fctze, hob jedoch hervor, dass seine Partei sich nicht an den Protesten beteiligen werde. (BBC, 22.12.2018) Allerdings, nachdem ihm klar wurde, dass die Proteste unaufhaltsam weitergingen, gab er bekannt, sich ihnen anzuschlie\u00dfen: <em>Der Vorsitzende der Nationalen Umma-Partei und F\u00fchrer der Allianz \u201eSudan&#8217;s Call\u201c, Sadiq al-Mahdi, verk\u00fcndete \u00f6ffentlich seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Massenproteste, die nach einem Sturz des Regimes rufen. Er forderte, das T\u00f6ten der Demonstranten zu unterlassen, bevor er dann auch Bashir zum R\u00fccktritt aufforderte.<\/em> (Sudan Tribune, 25.01.2019) Dieser Sinneswandel al-Mahdis vollzog sich, nachdem die Protestwelle schon mehr als einen Monat lang am Laufen war, und zwar, um aus ihr Profit schlagen zu k\u00f6nnen. Sadiq al-Mahdi ist bekannt f\u00fcr seine Loyalit\u00e4t zu den Briten. Von 1986 bis 1989 f\u00fchrte er als Premierminister die Regierung des Sudan an, bevor er von Umar al-Bashir gest\u00fcrzt wurde. Des Weiteren gr\u00fcndete sich der Arbeitnehmer\u00adverband \u201eSudanese Professionals Association\u201c (SPA) als Gegenorganisationen zu den offiziellen, der Regierung nahestehenden Gewerkschaften. Dieser Arbeitnehmerbund ist durch Sadiq al-Mahdi europ\u00e4isch beeinflusst. Er gilt als Versuch, eine Alternativorganisation zu den vom Regime durchdrungenen offiziellen Verb\u00e4nden zu schaffen. Die F\u00fchrungsriege der SPA, die sich im Ausland aufh\u00e4lt, sitzt in Europa: <em>Als Anf\u00fchrer und SPA-Sprecher im Ausland werden Muhammad al-Asabat in Frankreich und Dr. Sarah Abduljalil in Gro\u00dfbritannien genannt<\/em>. (BBC, 24.12.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso mischten sich in die Proteste s\u00e4kular ausgerichtete Kr\u00e4fte und weitere Randorganisationen, die keinen Einfluss auf einen Wandel h\u00e4tten. Auch wenn britische Einfl\u00fcsse in diesen Verb\u00e4nden vorhanden sind, insbesondere in der Partei Sadiq al-Mahdis, so sind sie nicht stark genug, um eine tats\u00e4chliche Ver\u00e4nderung herbeif\u00fchren zu k\u00f6nnen. Doch die Fortdauer der Demonstrationen st\u00e4rkt al-Mahdi aufgrund der Erfahrung der Briten, Protestbewegungen zu instrumentalisieren. Daher verz\u00f6gerte sich die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung der Proteste durch die Mahdi-Partei um fast einen Monat. Denn er war davon ausgegangen, dass Umar al-Bashir sie binnen weniger Tage niedergeschlagen w\u00fcrde. Nachdem dies jedoch nicht der Fall war, sprang er auf den Zug der Proteste auf! Zwei Monate sp\u00e4ter war al-Mahdi dann so weit gest\u00e4rkt, dass er seinen Forderungen nach einem R\u00fccktritt Umar al-Bashirs Nachdruck verlieh: <em>Er <\/em>(al-Mahdi, Anm.) <em>signalisierte seine Bereitschaft, sich mit Vertretern der Opposition zu treffen, um sich auf Details f\u00fcr die Bildung einer neuen Regierung zu verst\u00e4ndigen<\/em>. (Sputnik, 02.03.2019) Je l\u00e4nger sich also das Regime als unf\u00e4hig erweist, die Proteste zu stoppen, desto st\u00e4rker kommt der Einfluss der Briten zum Tragen. Und das wird in der Kalkulation der Amerikaner mitber\u00fccksichtigt. Als Vorsichtsma\u00dfnahme &#8211; sollte etwas Unvorhergesehenes passieren &#8211; haben die Amerikaner mit Bashir das Arrangement getroffen, diese Massenversammlungen zu durchdringen, indem sich einige der Parteien aus der Regierungskoalition zur\u00fcckziehen und zur Opposition werden: <em>Der Vorsitzende der Umma-Partei Mubarak al-Fadil k\u00fcndigte den Bund seiner Partei mit der regierenden Nationalen Kongresspartei auf und k\u00fcndigte den R\u00fcckzug aus der Regierung an<\/em>. (al-Nilain, 28.12.2018) Auch Ghazi Salah al-Din erkl\u00e4rte seinen R\u00fcckzug aus der Regierung: <em>Die Reformbewegung hat soeben auf einer Pressekonferenz, an der ihr Vorsitzende Ghazi Salah teilnahm, den R\u00fcckzug all ihrer Vertreter innerhalb der Legislativr\u00e4te beschlossen<\/em>. (Nachrichtenagentur Sawa, 01.01.2019) Ebenso wurde Ghazi Salah zum Chef der \u201eNationalen Front f\u00fcr Ver\u00e4nderung\u201c gew\u00e4hlt: <em>Die Vollversammlung der \u201eNationalen Front f\u00fcr Ver\u00e4nderung\u201c w\u00e4hlte gestern Dr. Ghazi Salah zum Chef des Pr\u00e4sidialrates der Nationalen Front<\/em>. (al-Khaleej 365, 14.02.2019) Neben dieser \u201eDurchdringung\u201c der Proteste und um deren Versch\u00e4rfung und Instrumentalisierung durch Europa zuvorzukommen, erteilten die Amerikaner Umar al-Bashir gr\u00fcnes Licht, den landesweiten Notstand auszurufen, was am 22. Februar 2019 geschah. Zuletzt zog sich am 27.02.2019 die Partei al-Merghanis, der f\u00fcr seine Kontakte zu den USA bekannt ist, aus der Regierung zur\u00fcck: <em>Die Demokratische Unionspartei unter F\u00fchrung Muhammad Uthman al-Merghanis k\u00fcndigte am Donnerstag alle Vereinbarungen mit der Regierung auf, die die Partei f\u00fcr eine Allianz mit der Nationalen Kongresspartei unterzeichnet hatte und erkl\u00e4rte den R\u00fcckzug aus der sudanesischen Regierung<\/em>. (al-Ain al-Ikhbariya, 28.02.2019) Anschlie\u00dfend ging man zum n\u00e4chsten Schritt \u00fcber, n\u00e4mlich die Opposition ruhigzustellen. Al-Bashir erkl\u00e4rte sich als \u201eneutral\u201c und verk\u00fcndete, weder auf der einen noch auf der anderen Seite zu stehen! <em>Um die Flucht nach vorn zu ergreifen, \u00fcbertrug er seine Vollmachten als Pr\u00e4sident der Nationalen Kongresspartei auf seinen Stellvertreter, wobei die m\u00f6glichen Optionen darauf beschr\u00e4nkt sind, die schlimmste Krise der letzten drei\u00dfig Jahre seiner Herrschaft in den Griff zu bekommen. Die Partei erkl\u00e4rte in einem Statement, dieser Entschluss sei in \u201eErf\u00fcllung der Worte des Pr\u00e4sidenten gefallen, die er vor der Nation sprach, n\u00e4mlich zu allen politischen Kr\u00e4ften die gleiche Distanz zu wahren\u201c.<\/em> (Middle East online, 01.03.2019) Doch Bashir bel\u00fcgt sich damit selbst, bevor er andere bel\u00fcgt. Wie kann er die Neutralit\u00e4t wahren, wenn er der Pr\u00e4sident des Staates ist und seine Partei in der Regierung steht? Auch wenn er anderen die F\u00fchrung der Partei \u00fcbertragen hat; so ist es nicht mehr als eine kosmetische Ver\u00e4nderung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nichtsdestotrotz; all das sind Ma\u00dfnahmen, um der Proteste Herr zu werden! Und es sind Versuche, Einfluss auf die Opposition zu nehmen und die Proteste zu vereinnahmen, zumal das Regime inzwischen \u00fcber Akteure verf\u00fcgt, die die Opposition infiltriert haben. Sollten diese Kr\u00e4fte es nicht schaffen, die Demonstrationen zu vereinnahmen, werden sie versuchen, sich an die Spitze der Proteste zu stellen bzw. sich auf einflussreiche Weise an der F\u00fchrung zu beteiligen. Und somit w\u00fcrde die US-Hegemonie weiter bestehen bleiben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Umar al-Bashir besuchte am 22.11.2017 vier Tage lang die russische Hauptstadt Moskau, also sechs Tage, nachdem Sullivan im Sudan war. Doch er war nicht dort, um sich bei den Russen \u00fcber die USA zu beklagen. Es war vielmehr ein Besuch auf Gehei\u00df und mit dem Segen Amerikas. Der Beweis daf\u00fcr ist, dass eine sudanesische Zeitung am heutigen Mittwoch Berichte \u00fcber einen Deal zwischen Washington und Khartoum ver\u00f6ffentlichte, der die Sicherung des Fluges von Sudans Pr\u00e4sident Umar al-Bashir nach Russland zum Inhalt hatte. Als Gegenleistung soll Bashir der Abschaffung umstrittener von der US-Regierung beanstandeter Gesetze zustimmen, was zeitlich mit der ersten Reise Bashirs nach Moskau zusammenf\u00e4llt. Gut informierte Quellen berichteten der Zeitung \u201eAl-Rakuba\u201c, das sudanesische Regime habe vonseiten des Vize-Au\u00dfenministers John Sullivan w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Khartoum die Garantie erhalten, den Flug Bashirs (nach Moskau) nicht abzufangen, wenn amerikanische Vorschl\u00e4ge angenommen w\u00fcrden, religi\u00f6se Freiheiten zuzulassen und umstrittene Gesetzestexte zu streichen, die \u201edie Apostasie, das Erbrecht und freiz\u00fcgige Kleidung\u201c betreffen. (Masrawi, 22.11.2017) Denn wenn es nicht auf Gehei\u00df der Amerikaner erfolgt w\u00e4re, so h\u00e4tte al-Bashir unm\u00f6glich saudischen Luftraum \u00fcberfliegen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich ist es stets jene Kolonialmacht, unter deren Hegemonie das saudische Regime gerade steht, die \u00fcber den saudischen Luftraum wacht. So war es auch w\u00e4hrend der \u00c4ra K\u00f6nig Abdullahs, dem damaligen Vasall Gro\u00dfbritanniens, als die Briten 2013 gegen eine Reise Umar al-Bashirs in den Iran waren. Die Briten wollten damals nicht, dass das iranische Regime an Popularit\u00e4t gewinnt, indem allzuviele Staatsoberh\u00e4upter den Feierlichkeiten der Amtseinf\u00fchrung des iranischen Pr\u00e4sidenten beiwohnen. Daher verwehrte Saudi-Arabien auf britische Anweisung hin dem Flieger Bashirs die Nutzung saudischen Luftraums: <em>Das Pr\u00e4sidialamt des Sudan gab bekannt, dass Saudi-Arabien dem Pr\u00e4sidentenflugzeug, das auf den Weg zu den Feierlichkeiten der Amtseinf\u00fchrung des iranischen Pr\u00e4sidenten nach Teheran war, den Luftraum verweigert hat. Daher war der sudanesische Pr\u00e4sident gezwungen, zur\u00fcckzukehren<\/em>. (France 24, 04.08.2013)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>7. Die vorangegangenen Ausf\u00fchrungen machen deutlich, dass es unwahrscheinlich ist, dass Amerika hinter den Protesten steckt. Die Briten ihrerseits sind nicht in der Lage, solche Proteste auszul\u00f6sen. Wie haben sie also begonnen und wie entwickelten sie sich weiter?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort darauf ist, dass die Proteste spontan begonnen haben und die Ursache darin liegt, dass sich die Versorgungslage der sudanesischen Bev\u00f6lkerung immer weiter verschlimmert hat. Der Sachverhalt stellt sich insgesamt folgenderma\u00dfen dar:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Al-Bashir und seine Clique bildeten sich ein, dass nach Abtretung des S\u00fcdsudan \u2013 womit sie dem Befehl Amerikas nachkamen &#8211; k\u00fcnftig Ruhe und Sicherheit im Lande einkehren w\u00fcrden. Und die USA w\u00fcrden ihn, so dachte Bashir, ihre Unterst\u00fctzung zukommen lassen, nachdem schon die Sanktionen gegen ihn aufgehoben wurden. Doch genau das Gegenteil passierte. Die wirtschaftliche Lage versch\u00e4rfte sich zusehends. Zu Beginn des Jahres 2018 eskalierte sie noch weiter, und das, nachdem die Amerikaner die Sanktionen gegen den Sudan aufgehoben hatten! Daraufhin hob die Regierung die Brotpreise an ebenso wie die in Dollar zu entrichtenden Zollgeb\u00fchren, und zwar um das Dreifache. Der Wert der Landesw\u00e4hrung fiel hingegen, was wiederum zu Preissteigerungen f\u00fchrte, gefolgt von Treibstoffkrisen. Das Brot wurde um ein Vielfaches teurer, bis es zur Knappheit kam und die Menschen stundenlang f\u00fcr ein Laib Brot anstehen mussten, der obendrein kaum noch zu bezahlen war. Die Inflationsrate stieg auf rund 70%. Im Versuch, den Verfall der sudanesischen W\u00e4hrung und den Anstieg des Dollarpreises zu stoppen, blockierte die Zentralbank die Geldausgabe an die Geldinstitute, bis sie gezwungen war, den Wert der Landesw\u00e4hrung um 60% zu senken, sodass der Wechselkurs des Dollar bei 47,50 Sudanesischen Pfund lag. Der Wertverfall ging sogar so weit, dass der Dollar am 20.02.2019 auf dem freien Markt 75 Sudanesische Pfund kostete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die Armutsrate unter der sudanesischen Bev\u00f6lkerung erreichte eine Rekordmarke. Das zentrale Statistikinstitut best\u00e4tigte, \u201edass Zweidrittel der Bev\u00f6lkerung von Armut betroffen sind. Die Angabe basiert auf Ergebnissen einer statistischen Untersuchung, die im Jahr 2014 durchgef\u00fchrt wurde. Es handelte sich um die ersten Studien nach der Abspaltung des S\u00fcdsudan 2011.\u201c All das passierte, nachdem der IWF, wie er es immer und \u00fcberall tut, seine Empfehlungen \u2013 besser gesagt, seine Befehle \u2013 ausgesprochen hatte. Er verlangte von der Regierung, die Landesw\u00e4hrung freizugeben und Subventionen f\u00fcr Treibstoff, Strom und Weizen zu streichen. Daf\u00fcr verpflichtete sich der IWF in Kooperation mit der Weltbank, dem Sudan technische Hilfe f\u00fcr die Umsetzung eines wirtschaftlichen Reformprogramms zur Verf\u00fcgung zu stellen! Diese Abmachung wurde am Rande der IWF-Weltbank-Tagung auf der Insel Bali in Indonesien im Oktober 2018 getroffen. Der IWF hatte die Regierung bereits in seinem Jahresbericht von Dezember 2017 zu einer W\u00e4hrungsfreigabe aufgefordert. Dort wird betont, dass dies notwendig sei, um die n\u00f6tigen Rahmenbedingungen zu schaffen, Investoren anzulocken und f\u00fcr ein Wirtschaftswachstum im Lande zu sorgen. Dar\u00fcber hinaus wurde von der Regierung gefordert, zwischen 2019 und 2021 die Subventionen f\u00fcr Strom und Weizen aufzuheben, nachdem die W\u00e4hrung freigegeben sein w\u00fcrde. Und nachdem sich das sudanesische Regime diesen Befehlen gebeugt hat, kam es zu dieser Situation und zu dieser dramatischen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Der Sudan hatte sich so zu einem Pulverfass entwickelt, das jederzeit explodieren konnte. Und so kam es, dass die Menschen spontan aufgrund grassierender Armut auf die Stra\u00dfe gingen. Dies als Folge von Preiserh\u00f6hungen, steigenden Lebenshaltungskosten, wachsender Arbeitslosigkeit und der ungerechten Verteilung der Reicht\u00fcmer. All das ist das Resultat von Bashirs Umsetzung des kapitalistischen Systems und der Befolgung der Empfehlungen der Finanzinstitutionen, wie die des Internationalen W\u00e4hrungsfonds und der Weltbank, und nicht zuletzt, weil er sich dem Druck der USA gebeugt hat. Es ist ein Regime, dessen Loyalit\u00e4t den Amerikanern gilt; ein Regime, das &#8211; insbesondere als es um die Abspaltung des S\u00fcdsudan ging \u2013 die US-Politik umsetzt. Der Sudan war dadurch gezwungen, auf gewaltige Erd\u00f6leinnahmen zu verzichten: <em>Durch die Losl\u00f6sung des S\u00fcdens vom restlichen Sudan im Jahr 2011 verlor Khartoum dreiviertel seiner Erd\u00f6leink\u00fcnfte, die der Staatskasse 80% der ausl\u00e4ndischen Devisen eingebracht hatten<\/em>. (al-jazeera.net, 26.12.2018) Und so verschlechterte sich die Versorgungssituation der Menschen zunehmend. Der Funke der sudanesischen Revolution entz\u00fcndete sich am 19.12.2018 in der n\u00f6rdlichen Provinz Nahr al-Nil in der Stadt Atbara und sprang auf die gesamten St\u00e4dte des Sudan \u00fcber. Noch immer dauern die Proteste an, und deren Feuer lodert weiter. Die einzige Forderung der Menschen dabei lautet: \u201eWeg mit dem Regime!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Demonstrationen haben also spontan begonnen, woraufhin sich andere Kr\u00e4fte einmischten, um sie f\u00fcr sich auszunutzen und eigene Interessen zu verwirklichen und um dar\u00fcber hinaus die Protestbewegung &#8211; wie bereits ausgef\u00fchrt &#8211; vom Weg abzubringen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>8. Abschlie\u00dfend sollten zwei Punkte genau betrachtet und ins Auge gefasst werden:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der erste Punkt<\/strong>: Das Erste, was die Amerikaner ihren Vasallen stets auferlegen, ist, gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Anstrengungen aufzuwenden, wenn es darum geht, amerikanischen Interessen zu dienen. Umar al-Bashir hat genau das getan. Es ging sogar so weit, dass er selbst seinen eigenen Eid verraten hat und den S\u00fcdsudan vom Rest des Landes abtrennte. Bis heute wird al-Bashir von den USA unterst\u00fctzt, was &#8211; wie wir oben aufgezeigt haben &#8211; die Kontakte, die sie zu ihm und seinem Regime pflegen, beweisen. Doch sollten sich die Proteste fortsetzen und sollte al-Bashir sie in absehbarer Zeit nicht in Griff bekommen, wird er bei den Amerikanern in Ungnade fallen. Dann wird er n\u00e4mlich nicht mehr imstande sein, amerikanischen Interessen zu dienen. Sollte es so kommen, werden die Amerikaner ihn sehr wahrscheinlich auswechseln und m\u00f6glicherweise einige ihrer Gefolgsm\u00e4nner aus der Regierung abziehen, um sie auf der Welle der Opposition reiten zu lassen. Hier sei besonders die Partei Merghanis genannt, einer ihrer Getreuen. Es k\u00f6nnte also darauf hinauslaufen, eine Alternative vorzubereiten. Denn eine Auswechslung Bashirs setzt voraus, dass man eine von den Menschen akzeptierte Alternative parat hat. So gehen die Amerikaner stets mit ihren Vasallen um. So gingen sie auch im Falle des gest\u00fcrzten Pr\u00e4sidenten Mubarak vor. Nachdem er die Demonstrationen nicht in den Griff bekam, befahl Amerika ihm, zur\u00fcckzutreten. Und er tat wie ihm gehei\u00dfen und machte Platz f\u00fcr Tantawi und den Milit\u00e4rrat. Das ist die typisch amerikanische Methode. Allein: Eine Alternative muss zur Stelle sein, bevor Amerika ihrem Vasallen den Befehl erteilt, seinen Hut zu nehmen. Denn ein Wechsel noch bevor eine Alternative herangereift ist, so die Furcht der Amerikaner, w\u00fcrde eventuell Personen an die Macht bringen, die wom\u00f6glich aufrichtig und rechtschaffen sind und ihnen wie ein Stachel im Halse stecken bleiben k\u00f6nnte &#8211; oder mehr noch: wie ein Dolch in ihrer Brust. Das Festhalten an Umar al-Bashir bis zum heutigen Tage ist daher aus dieser Warte zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der zweite Punkt<\/strong>: Zu bef\u00fcrchten ist, dass das Blut der Toten und Verletzten umsonst geflossen sein wird und dass die Zerst\u00f6rungen in den Stra\u00dfen und an den \u00f6ffentlichen Anlagen umsonst waren. Es ist ebenfalls zu bef\u00fcrchten, dass die Proteste am Ende dahin f\u00fchren, dass ein Vasall durch einen anderen ersetzt wird und dass die positivistische Verfassung, die Seelen zugrunde richtet und Menschen auszehrt, weiterhin im Lande Bestand haben wird. Davor warnen wir, denn bis heute hat man noch keine Forderungen nach dem Islam geh\u00f6rt. In den Protesten vernimmt man keinen Ruf nach Implementierung der islamischen Gesetze, auch wird nicht der rechtschaffenen, aufrichtigen F\u00fchrung gefolgt, die f\u00fcr die Wiederaufnahme des islamischen Lebens durch Errichtung des Rechtgeleiteten Kalifats arbeitet. So w\u00fcrde die politische Krise bleiben, wie sie ist, ja sich sogar noch verschlimmern. Gleiches gilt f\u00fcr die Wirtschaftskrise. Und die Worte Allahs (t) sind die offenkundige Wahrheit, wenn Er (t) sagt:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0641\u064e\u0645\u064e\u0646\u0650 \u0627\u062a\u064e\u0651\u0628\u064e\u0639\u064e \u0647\u064f\u062f\u064e\u0627\u064a\u064e \u0641\u064e\u0644\u064e\u0627 \u064a\u064e\u0636\u0650\u0644\u064f\u0651 \u0648\u064e\u0644\u064e\u0627 \u064a\u064e\u0634\u0652\u0642\u064e\u0649 * \u0648\u064e\u0645\u064e\u0646\u0652 \u0623\u064e\u0639\u0652\u0631\u064e\u0636\u064e \u0639\u064e\u0646\u0652 \u0630\u0650\u0643\u0652\u0631\u0650\u064a \u0641\u064e\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0644\u064e\u0647\u064f \u0645\u064e\u0639\u0650\u064a\u0634\u064e\u0629\u064b \u0636\u064e\u0646\u0652\u0643\u0627<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und wer Meiner Rechtleitung folgt, der wird nicht in die Irre gehen noch wird er Ungl\u00fcck erleiden. Dem jedoch, der sich von Meiner Ermahnung abkehrt, wird ein Leben in Drangsal beschieden sein.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">20:123-124<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch spricht Allah, der Allwissende und Allweise, die Wahrheit, wenn Er (t) sagt:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0641\u064e\u0627\u0639\u0652\u062a\u064e\u0628\u0650\u0631\u064f\u0648\u0627 \u064a\u064e\u0627 \u0623\u064f\u0648\u0644\u0650\u064a \u0627\u0644\u0652\u0623\u064e\u0628\u0652\u0635\u064e\u0627\u0631\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Darum zieht eine Lehre daraus, ihr, die ihr Einsicht besitzt.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">59:2<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">27. \u011eum\u0101d\u0101 l-\u0100\u1e2bira 1440 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">04.03.2019 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Die Protestwelle, die vor mehr als zwei Monaten im Sudan begann, dauert bis zum heutigen Tag an. 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