{"id":10377,"date":"2019-05-03T00:00:00","date_gmt":"2019-05-03T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10377"},"modified":"2019-05-03T00:00:00","modified_gmt":"2019-05-03T00:00:00","slug":"das-tuerkisch-russische-abkommen-zum-s-400-deal-und-seine-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10377","title":{"rendered":"Das t\u00fcrkisch-russische Abkommen zum S-400-Deal und seine Bedeutung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center arabicfont zentriert wp-block-paragraph\">\u0628\u0633\u0645 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0627\u0644\u0631\u062d\u0645\u0646 \u0627\u0644\u0631\u062d\u064a\u0645<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf ein Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Das t\u00fcrkisch-russische Abkommen zum S-400-Deal und seine Bedeutung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Washington: Die Vereinigten Staaten setzen die Auslieferung der Kampfjets F-35 an die T\u00fcrkei aus. (\u2026) \u201eIn Erwartung einer eindeutigen t\u00fcrkischen Entscheidung, auf die Lieferung der S-400 zu verzichten, sind die Lieferungen und Aktivit\u00e4ten im Zusammenhang mit der Bereitstellung der mit der F-35 verbundenen operativen F\u00e4higkeiten der T\u00fcrkei ausgesetzt worden,\u201c erkl\u00e4rte ein Sprecher des Pentagon und f\u00fcgte hinzu: \u201eUnser Dialog in dieser wichtigen Angelegenheit mit Ankara wird fortgesetzt<\/em>.\u201c (i24news.tv, 01.04.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>: Der t\u00fcrkisch-russische Vertrag \u00fcber einen S-400-Deal ist bereits seit September 2017 im Gespr\u00e4ch. Damals hatten die Amerikaner jedoch noch keine gro\u00dfen Einw\u00e4nde, sondern blieben eher reserviert. Was hat die USA nun fast anderthalb Jahre sp\u00e4ter dazu bewogen, eine solch strikte Position einzunehmen, ja fast schon in Drohhaltung gegen\u00fcber der T\u00fcrkei aufzutreten, falls es bei dem Gesch\u00e4ft mit Russland bleiben sollte? <em>\u011eaz\u0101k All\u0101hu \u1e2bairan.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>: Um die Antwort zu verdeutlichen, wollen wir folgende Punkte anf\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Russlands Aggression gegen Syrien begann im Einvernehmen mit den USA am 30. September 2015. Denn: <em>unmittelbar davor, am 29.09.2015, fand ein 90-min\u00fctiges Treffen zwischen Obama und Putin statt. (\u2026) W\u00e4hrend die erste H\u00e4lfte f\u00fcr die Ukraine-Krise vorgesehen war, konzentrierten sich die beiden Pr\u00e4sidenten in der restlichen Zeit auf die Lage in Syrien. Die Ergebnisse dieses Treffens wurden umgehend sichtbar. Am 30.09.2015 stimmte der russische F\u00f6derationsrat einstimmig dem Antrag Putins zu, die russische Luftwaffe in Syrien einzusetzen<\/em>. (RT, 30.09.2015) Es war den USA bewusst, dass die Russen, sollte sich der Krieg in Syrien hinziehen und ihnen der syrische Sumpf immer mehr zu schaffen machen, sie zu \u00fcberhasteten, f\u00fcr die Amerikaner unkalkulierten Aktionen greifen k\u00f6nnten. Erdogans T\u00fcrkei sollte daher die Russen f\u00fcr sie im Auge behalten, damit der Rhythmus, den die Russen dort spielen, innerhalb der amerikanischen Grenzen verl\u00e4uft. Die USA haben die T\u00fcrkei daher instruiert, mit Russland eine Art Allianz einzugehen, um darauf zu achten, dass die russischen Angriffe die ausgemachten Grenzen nicht \u00fcberschreiten, was bedeutet, die angesammelte Opposition in Idlib nicht zu eliminieren, solange der von den Amerikanern geschmiedete Plan f\u00fcr eine endg\u00fcltige Syrien-L\u00f6sung nicht umgesetzt wurde. Denn die Amerikaner wollen sich eine Opposition bewahren, um die Verhandlungen mit dem Regime zu f\u00fchren, wenn es zur endg\u00fcltigen L\u00f6sung kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die Problematik allerdings war, dass die T\u00fcrkei nach au\u00dfen auf Seiten der Opposition zu stehen schien, w\u00e4hrend Russland auf Seiten des Regimes stand. Das bedeutet, dass sie eigentlich als Gegner auftraten. Und so kam es zu einer Eskalation, als am 24.11.2015 ein russisches Milit\u00e4rflugzeug von t\u00fcrkischen Piloten abgeschossen wurde und Erdogan auf der Welle mitritt, indem er es (anfangs) ablehnte, sich zu entschuldigen. Die USA jedoch hatten ein starkes Interesse daran, dass die T\u00fcrkei und Russland sich vertragen und waren der Meinung, die T\u00fcrkei m\u00fcsse sich bei den Russen entschuldigen und sich ihnen ann\u00e4hern. Und genauso kam es: Nachdem die T\u00fcrkei immer wieder betont hatte, dass der russische Kampfjet t\u00fcrkischen Luftraum verletzt habe und Moskau somit kein Recht auf eine Entschuldigung h\u00e4tte, gab sie am 27.06.2016 schlie\u00dflich nach und entschuldigte sich. Kremlsprecher Dimitri Peskow erkl\u00e4rte: <em>\u201eDer t\u00fcrkische Staatspr\u00e4sident Erdogan \u00fcbermittelt der Familie des get\u00f6teten russischen Piloten sein Mitgef\u00fchl und sein tiefstes Beileid und entschuldigte sich.\u201c Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um die traditionell freundschaftlichen Beziehungen zwischen der T\u00fcrkei und Russland wiederherzustellen, f\u00fchrte Peskow Erdogans Worte an.<\/em> (Al-Arabiya, 27.06.2016) Dar\u00fcber hinaus gab es eine Art Entsch\u00e4digung: Der B\u00fcrgermeister des t\u00fcrkischen Badeortes Kemer schlug am Freitag w\u00e4hrend eines Treffens mit dem russischen Generalkonsul in der Stadt Antalya vor, der Familie des ums Leben gekommenen Piloten, ein Haus zu \u00fcbertragen. (RT, 01.07.2016) Nachdem also Putin f\u00fcr die T\u00fcrkei der Feind schlechthin war, der die Bev\u00f6lkerung, besonders jene in Djabal Turkman (die ja t\u00fcrkischst\u00e4mmig ist), bombardierte, wurde nun freundschaftlich miteinander kommuniziert. Am 29.06.2016 nahm dann Staatspr\u00e4sident Erdogan telefonisch Kontakt mit Putin auf: <em>Laut Quellen aus dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidialamt lief das Telefonat in \u00e4u\u00dferst freundschaftlicher Atmosph\u00e4re ab<\/em>. (Al-Arabi al-Jadid, 29.06.2016) Von da an traten Russland und die T\u00fcrkei als befreundete Staaten auf. Erdogan spricht nun Putin als \u201eseinen Freund\u201c an, w\u00e4hrend die Muslime in Syrien einem russischen Dauerbombardement ausgesetzt sind!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Dies war der Beginn einer engen Freundschaft. Von nun an lie\u00df sich Erdogan auf Abkommen und gemeinsame Treffen mit Putin ein. In einer fr\u00fcheren Antwort auf eine Frage vom 05.02.2017 f\u00fchrten wir aus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Rolle, den USA als treuer Mitl\u00e4ufer gef\u00fcgig zu sein, hat die T\u00fcrkei weiterhin inne, auch nachdem am 09.11.2016 der Sieg Trumps als neuer Pr\u00e4sident verk\u00fcndet wurde. Von t\u00fcrkischer Seite wurde niemals auch nur in Erw\u00e4gung gezogen, nach Trumps Amtsantritt am 20.01.2017 etwas daran zu \u00e4ndern. <\/em>(<em>\u2026<\/em>)<em> Da sich Trump w\u00e4hrend seines Wahlkampfs Russland gegen\u00fcber von seiner sanften Seite zeigte, ging Russland davon aus, dass die Terminierung des Astana-Treffens nach Trumps Amtsantritt bedeuten w\u00fcrde, dass dort hochrangige US-Repr\u00e4sentanten unter den Anwesenden w\u00e4ren und die Konferenz eine gewisse Aufwertung erf\u00fchre. Russland fieberte daher der Amtseinf\u00fchrung Trumps erwartungsvoll entgegen, in der Hoffnung, sein Au\u00dfenminister n\u00e4hme an dem Treffen teil. Russlands Wunschvorstellung war, dass der Gipfel von Astana mit Unterst\u00fctzung Trumps zum Startschuss f\u00fcr umfassende Friedensverhandlungen zwischen der syrischen Opposition und dem Assad-Regime wird. (\u2026) Dabei ist es nur der politischen Dummheit Russland geschuldet zu glauben, Trump w\u00fcrde es unterst\u00fctzen! Und so richtete Russland eine Einladung an Washington, an der Konferenz teilzunehmen, und erwartete das Kommen einer hochrangigen Delegation. Dass das Trump\u2018sche Washington dann lediglich den US-Botschafter in Kasachstan zu den Verhandlungen nach Astana entsandte \u2013 und zwar nur als Beobachter! \u2013 war ein Schlag ins Gesicht Russlands. Die Verhandlungen von Astana begannen am 23.01.2017 und endeten am 24.01.2017 ohne nennenswerte Ergebnisse f\u00fcr einen Waffenstillstand. Die Angriffe auf Wadi Barada wurden sogar massiv verst\u00e4rkt, und selbstverst\u00e4ndlich war keine politische L\u00f6sung in Sicht. Die Verhandlungen von Astana erf\u00fcllten also bei weitem nicht die Erwartungen, die Russland an sie gekn\u00fcpft hatte, und endeten mit dem Herumkreisen um den Waffenstillstand.<\/em> (Ende des Zitats)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Das setzte sich bis Ende 2017 so fort. Dann versch\u00e4rfte sich die Situation f\u00fcr Russland, und es lie\u00df durchblicken, dass es den Rebellen in Idlib einen vernichtenden Schlag versetzen wollte. Das intensive Engagement der Russen lie\u00df die USA sogar bef\u00fcrchten, die Russen k\u00f6nnten stur werden und den Amerikanern die Gefolgschaft aufk\u00fcndigen. Sie w\u00fcrden dann wom\u00f6glich zum letzten Sturm auf Idlib blasen, noch bevor die endg\u00fcltige Syrien-L\u00f6sung Amerikas umgesetzt wurde. Daher war eine Ann\u00e4herung der T\u00fcrkei an Russland in dieser Etappe unabdingbar, und zwar so weit, dass eine Art Allianz entstehen sollte, damit eine vernichtende Offensive auf Idlib nur mit beiderseitigem Einverst\u00e4ndnis m\u00f6glich sein w\u00fcrde. Und so kam es zu dem Deal \u00fcber den Kauf des S 400-Abwehrsystems, das einen Wert von ca. 2,5 Milliarden US-Dollar hat. F\u00fcr Russland war es ein \u00e4u\u00dferst verlockendes Gesch\u00e4ft, da das Land mitten in einer Wirtschaftskrise steckt. Von Erdogans Seite wurde der Deal damit gerechtfertigt, dass seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 \u00fcber die H\u00e4lfte der t\u00fcrkischen Milit\u00e4rpiloten in Haft sitze, sodass die t\u00fcrkische Luftwaffe nicht mehr gen\u00fcgend Piloten h\u00e4tte, die imstande w\u00e4ren, alle Kampfjets des Typs F-16 zu fliegen, die sich im Besitz der T\u00fcrkei befinden. So ben\u00f6tige die T\u00fcrkei diesen Deal mit dem hochmodernen S-400-System, um den Pilotenmangel zu kompensieren und die Luftsicherheit der T\u00fcrkei zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Die Freude Russlands war angesichts dieses Deals grenzenlos. Denn man war auf die materiellen Vorteile konzentriert, die sich daraus erg\u00e4ben. Und bei dem S-400-Deal geht es immerhin um rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Zudem m\u00f6chte Moskau die durch die Sanktionen erlittenen Verluste, die von europ\u00e4ischer und amerikanischer Seite verh\u00e4ngt wurden, ausgleichen, ebenso wie die Verluste aus dem Boykott einiger L\u00e4nder gegen russisches Erd\u00f6l und Gas. Dieser Deal bedeutete die Entstehung eines neuen engen Bandes zwischen der T\u00fcrkei und Russland. Als Bedingung f\u00fcr den Deal forderte die T\u00fcrkei allerdings die gemeinsame Produktion. Die t\u00fcrkische Zeitung \u201eAksham\u201c zitierte am 09.10.2017 den t\u00fcrkischen Au\u00dfenminister Mevl\u00fct Cavusoglu, wonach die T\u00fcrkei nach einem anderen Staat Ausschau halten k\u00f6nnte, um in den Besitz eines Raketenabwehrsystems zu kommen, sollte Russland nicht mit einer gemeinsamen Herstellung des Systems vom Typ S-400 einverstanden sein. (DW, 09.10.2017) Russland lehnte ab, woraufhin die T\u00fcrkei von ihrer Forderung wieder ablie\u00df und dem Deal schlie\u00dflich zustimmte, um die bereits angelaufene russische Milit\u00e4roffensive auf Idlib aufzuhalten. AFP: <em>Mindestens 28 Zivilisten sind laut der syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte in der Nacht von Freitag auf Samstag durch Luftschl\u00e4ge auf die Ortschaft Armanas in der Provinz Idlib ums Leben gekommen. Idlib geh\u00f6rt zu den Deeskaltionszonen im Nordwesten Syriens. Zw\u00f6lf Tote listete die Beobachtungsstelle am Freitagabend auf.<\/em> <em>Die Provinz Idlib wurde im Rahmen des Astana-Abkommens zur Deeskalationszone erkl\u00e4rt und ist trotzdem von Russland bombardiert worden. Rami Abdulrahman, Leiter der syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte, wies darauf hin, dass \u201edie Kampfflugzeuge einen zweiten Luftangriff gegen die Ortschaft Armanas in der Provinz Idlib durchgef\u00fchrt h\u00e4tten, wobei die Bombardierung unmittelbar nach dem ersten Angriff erfolgte, als die Ma\u00dfnahmen zur Rettung der Verletzten und der Bergung der unter den Ruinen Versch\u00fctteten noch liefen.\u201c Weitere dreizehn Zivilisten sind nach Angaben der Beobachtungsstelle bei Bombardierungen unterschiedlicher Regionen in der Provinz umgekommen. Idlib ist seit zwei Wochen verst\u00e4rkt russischen und syrischen Luftangriffen ausgesetzt.<\/em> (Akhbar al-Khaleej, 30.09.2017) Somit wurde der Deal geschlossen, ohne sich auf eine gemeinsame Herstellung zu einigen! Erdogan teilte auf seiner R\u00fcckreise von einem Besuch der Ukraine und Serbiens mit, es werde in einer ersten Etappe des S-400-Systems, das die T\u00fcrkei kaufen wird, zu keiner gemeinsamen Produktion kommen. Doch in der zweiten Etappe, so Erdogan, \u201ewerden wir Schritte bez\u00fcglich einer gemeinsamen Produktion einleiten.\u201c <em>Das S-400 ist ein hochmodernes Raketensystem, das in der Lage ist, aus weiter Entfernung Ziele zu zerst\u00f6ren. Es kann bis zu dreihundert Ziele gleichzeitig anpeilen und Flugzeuge in einer Reichweite von drei bis 240 Kilometern zerst\u00f6ren. Dar\u00fcber hinaus kann es alle Arten von Kampfflugzeuge zerst\u00f6ren und Fl\u00fcgelraketen abfangen. \u00dcber diese Zerst\u00f6rungskapazit\u00e4ten hinaus, ben\u00f6tigt das S-400-System lediglich f\u00fcnf Minuten, bis eine Rakete startklar ist. Das russische Milit\u00e4r ist seit 2007 damit ausgestattet.<\/em> (al-Jazeera, 29.12.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Selbstverst\u00e4ndlich reagierten die USA in Bezug auf den Vertrag gelassen und zur\u00fcckhaltend, trotz der Tatsache, dass die T\u00fcrkei Nato-Mitglied ist. Dass es innerhalb des westlichen Waffensystems in der Nato Waffen gibt, die aus Russland stammen, stellt eigentlich einen Widerspruch dar, gerade was das S-400-System betrifft, welches in der Lage w\u00e4re, das Waffensystem des westlichen Milit\u00e4rb\u00fcndnisses zu durchdringen. Doch die USA und die Nato zeigten sich zum damaligen Zeitpunkt noch von der sanften Seite. Zwei \u00dcberlegungen spielten dabei eine Rolle: Erstens war es f\u00fcr die USA erforderlich, dass das Band zwischen der T\u00fcrkei und Russland erhalten bleibt, um die Russen an einer Gro\u00dfoffensive auf Idlib zu hindern, bevor die von den Amerikanern geschmiedete L\u00f6sung f\u00fcr die Syrien-Krise zu Ende gebracht wird. Zweitens schlie\u00dfen es die Amerikaner aus, dass der Deal tats\u00e4chlich zustandekommt, solange die T\u00fcrkei Nato-Mitglied ist. Die USA w\u00fcrden es der T\u00fcrkei gar nicht gestatten, ein russisches Abwehrsystem in das westliche Waffen-System der Nato zu integrieren. Aufgrund dieser Punkte verhielten sich die USA und damit auch die Nato eher ruhig und zur\u00fcckhaltend. <em>(&#8230;) Washington h\u00e4lt sich weiterhin zur\u00fcck, was die Anschaffung dieser Raketen durch die T\u00fcrkei betrifft, w\u00e4hrend die Nato es als das Recht der T\u00fcrkei betrachtet, sich Waffen anzuschaffen, die sie zur Aufrechterhaltung ihrer Sicherheit ben\u00f6tigt, nachdem Ankara mitgeteilt hatte, dass das Hauptsystem nicht in das Nato-System integriert werden w\u00fcrde.<\/em> (Al-Sharq al-Awsat, 28.12.2017)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Die Bilanz dieses Deals war, dass die russisch-t\u00fcrkischen Beziehungen wieder merklich auflebten und es an der Idlib-Front relativ ruhig wurde. Russland nahm nun an, dass die Freundschaft mit der T\u00fcrkei und die gemeinsam geleiteten Verhandlungen, eine L\u00f6sung beschleunigen w\u00fcrden, die den Russen aus ihrem Schlamassel heraushelfen k\u00f6nnte. Doch die Situation blieb bis Ende 2018 unver\u00e4ndert. Und nichts \u00e4nderte sich an dem Dilemma, in dem Russland steckte. Die Amerikaner ihrerseits schenkten den Verhandlungen, die stattfanden, keine besondere Aufmerksamkeit, erst recht nicht denen von Astana. Sie nahmen daran vielmehr als Beobachter teil &#8211; gleich einem Staat wie Jordanien &#8211; oder lie\u00dfen sich durch ihren Botschafter in Kasachstan vertreten! Den Russen hingegen ist klar, dass es keine L\u00f6sung geben wird, solange die USA nicht auf ernsthafte Weise an den Verhandlungen teilnehmen. Anscheinend hatten die Russen dieses amerikanische Spiel durchschaut und die Entscheidung getroffen, Idlib zu st\u00fcrmen. In ihrer Einfalt glaubten sie, die T\u00fcrkei w\u00fcrde sich auf ihre Seite stellen und waren umso \u00fcberraschter von der Verweigerungshaltung der T\u00fcrkei. Und so beorderten sie ihre Truppen wieder zu ihren St\u00fctzpunkten zur\u00fcck! Diesen Sachverhalt hatten wir in einer fr\u00fcheren Antwort vom 22.09.2018 dargelegt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Nachdem man es aber geschafft hatte, die bewaffnete syrische Revolution auf Idlib zu reduzieren und dort einzuzw\u00e4ngen und Russland gewillt war, sein milit\u00e4risches Vorgehen fortzusetzen &#8211; es mobilisierte seine Truppen, drohte, f\u00fchrte im Mittelmeer mit gro\u00dfen Kriegsschiffen und strategischen Bombern Milit\u00e4rman\u00f6ver durch und sperrte den Luftraum im \u00f6stlichen Mittelmeer (das erste Mal in der Geschichte Russlands) -, fand sich Russland pl\u00f6tzlich in einem gro\u00dfen Dilemma wieder, da Dinge eingetreten waren, die Russland nicht auf seiner Rechnung hatte. Dazu geh\u00f6ren:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>a) (\u2026) So stemmte sich die T\u00fcrkei gegen einen Gro\u00dfangriff: Der t\u00fcrkische Minister war der Ansicht, dass die \u201eTerroristen\u201c identifiziert und dann bek\u00e4mpft werden sollten und dass ein gro\u00dfangelegter Krieg gegen Idlib und eine willk\u00fcrliche Bombardierung nicht richtig seien. (Enab Baladi, 14.08.2018). Der Widerstand der T\u00fcrkei gegen einen Krieg trat besonders deutlich w\u00e4hrend der Teheran-Konferenz zwischen den drei Pr\u00e4sidenten Russlands, Irans und der T\u00fcrkei zutage. Die T\u00fcrkei brachte dabei \u2013 und das auf eine Weise, die die Russen \u00fcberraschte &#8211; ihre Bef\u00fcrchtungen hinsichtlich einer kriegerischen Offensive auf Idlib zum Ausdruck sowie einer Fl\u00fcchtlingswelle, von der die T\u00fcrkei dann betroffen w\u00e4re. Auch brachte die T\u00fcrkei Russland mit dem Argument in Verlegenheit, dass die Milit\u00e4roffensive ein Instrument sei, um die politische L\u00f6sung in Syrien zu zerst\u00f6ren: Der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan erkl\u00e4rte am heutigen Freitag, dass eine Fortsetzung der Angriffe auf die Rebellenprovinz Idlib zu einem Kollaps des politischen Prozesses in Syrien f\u00fchren w\u00fcrde. (Al-Yaum al-Sabi\u00b4, 07.09.2018) Und mit Versch\u00e4rfung des Tons der USA gegen die russischen Kriegsabsichten in Idlib, begann die T\u00fcrkei damit, ihre dortigen Beobachtungsposten st\u00e4rker aufzur\u00fcsten. Bei diesen handelt es sich um Kontrollstationen, auf die man sich mit Russland und dem Iran im Rahmen des Abkommens zur Einrichtung von Deeskalationszonen geeinigt hatte. Berichten von Sky News Arabiya zufolge, die sich auf lokale Quellen und Zeugen berufen, habe sich eine t\u00fcrkische Milit\u00e4rkolonne in Bewegung gesetzt. Sie sei in Richtung Idlib unterwegs, das sich in Grenzn\u00e4he zur T\u00fcrkei befindet und von syrischen Oppositionskr\u00e4ften und weiteren Einheiten gehalten wird. Die Quellen gaben an, der t\u00fcrkische Milit\u00e4rkonvoi bestehe aus Panzern, Milit\u00e4rger\u00e4t und Munition und sei \u00fcber das Dorf Kafr Lusin in syrisches Gebiet eingefahren. Er sei im n\u00f6rdlichen Syrien Richtung Idlib und der umliegenden Provinz unterwegs. (Sky News Arabi, 09.09.2018) Die T\u00fcrkei hat damit russische Ambitionen durchkreuzt, die bewaffneten Rebellengruppen in Idlib zu zerschlagen. Daher wurde ein zweiter, diesmal russisch-t\u00fcrkischer Gipfel f\u00fcr den 16.09.2018 in Sotschi anberaumt, lediglich neun Tage nach dem Zusammentreffen in Teheran.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>b) Die USA wollen, dass Russland in Syrien gefangen bleibt, au\u00dferstande von dort herauszukommen, solange die USA nicht ihre eigene selbstgeschmiedete politische L\u00f6sung durchgesetzt haben. (\u2026) Diese US-Politik ist den Russen mittlerweile bewusst geworden. Und m\u00f6glicherweise haben sie erkannt, dass Amerika sie in diese Lage gebracht hat. In der Tat hat sich Russland in Syrien festgefahren und kommt ohne Amerikas Erlaubnis von dort nicht raus. Amerika hat alle M\u00f6glichkeiten der Einflussnahme in Syrien in der Hand. Daher war es den Russen nicht m\u00f6glich, die Offensive, die sie zur Beendigung der Idlib-Krise auf ihre eigene Weise vorbereitet hatten, zu vollenden. Denn die T\u00fcrkei war, auf Veranlassung der USA, dagegen. Und der Iran &#8211; schwieg. (\u2026) Und so scheiterte der Iran-Gipfel vom 07.09.2018, der den Russland-Pl\u00e4nen zum Durchbruch verhelfen sollte, n\u00e4mlich Idlib zu st\u00fcrmen und die Krise nach russischer Art zu beenden. Nur wenige Tage sp\u00e4ter kam es zum Putin-Erdogan-Gipfel und anstelle der Offensive sollten nun demilitarisierte Zonen eingerichtet werden. Amerikas Segen hatten sie. Die russische Nachrichtenagentur Novosti zitierte am 18.09.2018 einen Verantwortlichen aus dem US-Au\u00dfenministerium: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen es und ermutigen Russland und die T\u00fcrkei dazu, praktische Schritte zu ergreifen, um eine milit\u00e4rische Offensive der Regierung Assads und seiner Verb\u00fcndeten auf die Provinz Idlib zu verhindern (\u2026).\u201c Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin hatte am heutigen Montag die Einigung mit seinem t\u00fcrkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan verk\u00fcndet, bis zum 15. Oktober eine \u201eentmilitarisierte Zone\u201c in der nord-westlichen Region der Provinz Idlib einzurichten. Diese Zone soll unter die Aufsicht beider L\u00e4nder kommen. Zum Abschluss des Treffens im russischen Badeort Sotschi verk\u00fcndete Putin: \u201eWir haben beschlossen, auf einer Breite von 15 bis 20 Kilometern eine waffenfreie Zone zu schaffen, beginnend mit dem 15. Oktober diesen Jahres.\u201c Putin bezeichnete dieses Abkommen als \u201eernstzunehmende L\u00f6sung\u201c, welche \u201eeinen Fortschritt bei der L\u00f6sung des Problems\u201c darstelle. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu teilte russischen Nachrichtenagenturen mit, dass durch diese Einigung, die seit Tagen erwartete Gro\u00dfoffensive auf die letzte Rebellenhochburg in Syrien abgewendet worden sei. Die Frage, ob diese Vereinbarung bedeute, dass keine Milit\u00e4roffensive auf Idlib stattfinden werde, beantwortete der Minister laut \u201eInterfax\u201c und \u201eTass\u201c mit \u201eJa.\u201c Parallel erkl\u00e4rte auch Erdogan im Anschluss an den bilateralen Gipfel auf der Pressekonferenz: \u201eRussland wird die notwendigen Schritte einleiten, die garantieren, dass kein Sturm auf das Gebiet der entmilitarisierten Zone in Idlib stattfindet.\u201c (France 24, 17.09.2018)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Damit stoppten die Russen ihre Luftangriffe auf Idlib. Auch ihre Schiffe, die sich zu Milit\u00e4r\u00fcbungen im Mittelmeer befanden, wurden abgezogen. (\u2026) Mit anderen Worten: Die t\u00fcrkischen Bem\u00fchungen und damit die der USA zur Verhinderung der russischen Offensive auf Idlib dienen in erster Linie den Interessen der USA. Der T\u00fcrkei ging es nicht darum, das Regime am Vormarsch nach Idlib zu hindern oder die Zivilbev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen. Vielmehr wird der T\u00fcrkei und den USA, sobald die gew\u00fcnschte amerikanische L\u00f6sung in der Realit\u00e4t umgesetzt wurde und die Russen sich dieser L\u00f6sung gef\u00fcgt haben, das Blut in Idlib ziemlich egal sein, sei es das Blut der Zivilisten oder Nicht-Zivilisten, in militarisierten oder entmilitarisierten Zonen. Die verschiedenen Regionen Syriens legen Zeugnis davon ab, die Verbrechen dieser M\u00e4chte eilen ihnen aus allen Gebieten voraus.<\/em> (Ende des Zitats)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Damit haben sich die Amerikaner vergewissert, dass ihr Plan aufgegangen und die T\u00fcrkei nun in der Lage ist, jede russische Offensive auf Idlib zum Scheitern zu bringen, solange die amerikanische Syrien-L\u00f6sung noch nicht vollendet wurde. Diese L\u00f6sung sieht vor, dass die USA einen neuen Vasallen hervorbringen, der dem Jetzigen nachfolgt und der dar\u00fcber hinaus von der derzeitigen Opposition anerkannt wird. Das setzt nat\u00fcrlich voraus, dass eine Opposition erhalten bleibt, die mit dem Regime verhandelt, damit die neue Regierung entsprechend des amerikanischen Planes best\u00e4tigt wird. Aufgrund dessen bestand von Seiten der USA kein Bedarf mehr nach einer t\u00fcrkisch-russischen Kooperation. Russland war jetzt au\u00dferstande, Truppen zu mobilisieren und eine Offensive auf Idlib durchzuf\u00fchren. Damit ist der Grund, wegen dem die Amerikaner zum russisch-t\u00fcrkischen S-400-Deal geschwiegen hatten, weggefallen. Und deswegen ist auch die amerikanische Haltung der T\u00fcrkei gegen\u00fcber sch\u00e4rfer und drohender geworden, sollte das Gesch\u00e4ft so umgesetzt werden, dass ein russisches System in das Waffensystem des westlichen Milit\u00e4rb\u00fcndnisses integriert wird. Der Ton der USA gegen den Deal wurde nun sch\u00e4rfer, obwohl er zum Zeitpunkt seines Abschlusses noch mild war. Denn 2017, als der Vertrag geschlossen wurde, war eine Ann\u00e4herung zwischen der T\u00fcrkei und Russland aus amerikanischer Sicht notwendig. Das hat sich nun ge\u00e4ndert, und diese Notwendigkeit ist 2019 nicht mehr gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. Zu den scharfen, \u00f6ffentlich verk\u00fcndeten Positionen geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) <em>Verantwortliche aus den USA und der Nato warnten Ankara, dass das russische Waffensystem nicht mit dem Raketenabwehrsystem der Nato kompatibel sei und dass der Kauf von S-400 die M\u00f6glichkeiten der T\u00fcrkei f\u00fcr den Kauf amerikanischer F-35-Kampfjets vom Hersteller \u201eLockheed Martin\u201c mindere. Dies k\u00f6nnte zu Sanktionen seitens Washingtons f\u00fchren<\/em>. (Sky News Arabiya, 26.02.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) <em>Am 08.03.2019 betonte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Charles Summers, dass die T\u00fcrkei mit gef\u00e4hrlichen Konsequenzen zu rechnen h\u00e4tte, sollte sie das russische Abwehrsystem erwerben. \u201eSollte die T\u00fcrkei S-400 kaufen, wird es gef\u00e4hrliche Konsequenzen f\u00fcr die Beziehungen zu uns allgemein und f\u00fcr unsere milit\u00e4rischen Beziehungen im Besonderen haben. (\u2026) Sie werden keine F 35-Kampfjets und keine Patriot-Raketen beziehen k\u00f6nnen.\u201c<\/em> (DW, 08.03.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) <em>Ein Verantwortlicher aus dem US-Au\u00dfenministerium sagte am Dienstag, die USA h\u00e4tten die T\u00fcrkei dar\u00fcber unterrichtet, dass ein weiteres Festhalten an dem S 400-Deal die t\u00fcrkische Beteiligung am F-35-Programm gef\u00e4hrde ebenso wie jedes k\u00fcnftige Waffengesch\u00e4ft mit Washington.(&#8230;) Als erste US-Ma\u00dfnahme zum Verbot einer Lieferung von F-35 Jets an die T\u00fcrkei,, habe die USA die Zulieferung von Bauteilen f\u00fcr diese Kampfjets an Ankara gestoppt, so ein Sprecher des Pentagon am Montag. Zwei gut informierte Quellen berichteten gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Reuters, amerikanische Verantwortliche h\u00e4tten in den vergangenen Tagen ihre t\u00fcrkischen Amtskollegen dar\u00fcber unterrichtet, dass sie keine weiteren Lieferungen von Bauteilen f\u00fcr die F-35 Jets erhalten w\u00fcrden. (\u2026) Pentagon-Sprecher, Luftwaffen-Oberst Mike Andrews, teilte in einem Statement mit: \u201eBis ein unmissverst\u00e4ndlicher t\u00fcrkischer Beschluss \u00fcber einen Verzicht auf die S-400-Lieferung kommt, werden die Lieferungen und Aktivit\u00e4ten im Zusammenhang mit der Bereitstellung der mit den F-35 verbundenen operativen F\u00e4higkeiten der T\u00fcrkei ausgesetzt werden.\u201c<\/em> (Al-Arabiya net, 02.04.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) <em>Robert Palladino, Sprecher des US-Au\u00dfenministeriums, betonte, Washington sei bez\u00fcglich dieses Deals ernsthaft besorgt. Man werde die gemeinsame Herstellung der F-35-Flugzeuge mit der T\u00fcrkei ebenso \u00fcberdenken wie weitere zuk\u00fcnftige Waffengesch\u00e4fte. Ebenfalls erw\u00e4hnte er, dass ein Staat, private Institutionen und auch einzelne Personen, die sich am Erwerb des S-400 Systems beteiligen, sich m\u00f6glicherweise im Rahmen des CAATSA-Gesetzes Sanktionen unterwerfen m\u00fcssten<\/em>. (Kurdstreet, 11.03.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10. Was in Bezug auf die Umsetzung des Deals zu erwarten ist, so bewegt es sich zwischen folgenden M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) <strong>Die T\u00fcrkei k\u00f6nnte den Deal mit Blick auf die tiefen politischen und wirtschaftlichen Verbindlichkeiten mit den USA stoppen.<\/strong> Sie k\u00f6nnte durch den Kauf taktischer russischer Waffen, wie z.&nbsp;B. Hubschrauber, den gestoppten S-400-Deal wiedergutmachen. Solche taktischen Waffen w\u00fcrden keine feindseligen Reaktionen seitens der Nato oder der USA nach sich ziehen und die T\u00fcrkei w\u00fcrde an Verteidigungsausr\u00fcstung gelangen, die der Wahrung ihrer Sicherheit dienen. <em>Patrick Shanahan, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, erkl\u00e4rte am heutigen Dienstag vor Journalisten: \u201eIch erwarte, dass wir das Problem l\u00f6sen werden, sodass sie die ad\u00e4quaten Verteidigungsequipments, die im Zusammenhang mit den Patriot-Raketen und den F-35-Flugzeugen stehen, erhalten<\/em>. (Al-Arabiya net, 02.04.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) <strong>Von den Amerikanern k\u00f6nnte die \u201egriechische L\u00f6sung\u201c vorgeschlagen werden.<\/strong> Anders ausgedr\u00fcckt: Man w\u00fcrde die russischen Raketen einlagern und vor sich hinrosten lassen. Daf\u00fcr m\u00fcsste die T\u00fcrkei von den USA Patriot-Batterien im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar kaufen. Hintergrund der russischen Raketen f\u00fcr Griechenland war der, dass Moskau urspr\u00fcnglich Raketen an Zypern verkauft hatte, die es auch bezahlte. Doch durch den heftigen Widerstand aus Ankara sah sich Athen gezwungen, die Raketen bei sich zu bewahren, um eine gef\u00e4hrliche Eskalation mit der T\u00fcrkei zu vermeiden. Auf die T\u00fcrkei \u00fcbertragen hie\u00dfe das: Die T\u00fcrken m\u00fcssten neben den 2,5 Milliarden Dollar, die sie f\u00fcr die russischen Raketen ausgeben, auch die Kosten f\u00fcr die Patriot-Raketen auf sich nehmen! Diese L\u00f6sung w\u00e4re sicher im Sinne Trumps. Doch diese erdr\u00fcckenden Ausgaben w\u00fcrden die t\u00fcrkische Regierung direkt in die Schusslinie der t\u00fcrkischen Opposition bringen, die sich dann berechtigt s\u00e4he, die Regierung der Verschwendung der Gelder des t\u00fcrkischen Volkes zu bezichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) <strong>Es w\u00e4re m\u00f6glich, dieses Raketenabwehrsystem an einen Drittstaat wie z.&nbsp;B. Indien auszuliefern,<\/strong> um Russland nicht zu ver\u00e4rgern. Das w\u00fcrde auch mit der US-Strategie in Einklang stehen, einen Ring um China zu errichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings scheint die erste Option die wahrscheinlichste zu sein. Denn es ist zu bemerken, dass die gegenw\u00e4rtigen Aussagen, die von den betroffenen Seiten ge\u00e4u\u00dfert werden, den Weg f\u00fcr die erste Option bereiten. Dazu geh\u00f6rt die oben zitierte Erkl\u00e4rung Shanahans vom 2. April ebenso wie das Statement des stellvertretenden russischen Au\u00dfenministers f\u00fcr Angelegenheiten der Waffenproduktion: \u201eEs bereitet uns keine Sorge, dass die T\u00fcrkei von dem S 400-Gesch\u00e4ft zur\u00fccktreten k\u00f6nnte.\u201c (al-Jazeera, 03.04.2019) Auch was al-Jazeera am selben Tag (03.04.2019) meldete, deutet auf diese Option hin: \u201eDer Leiter des Verteidigungsausschusses in der russischen Duma, Wladimir Schamanov, schlie\u00dft nicht aus, dass die T\u00fcrkei auf das S 400-Abwehrsystem verzichten k\u00f6nnte.\u201c (Aljazeera.net, 03.04.2019) Ebenso berichtete Al-Arabiya al-hadath heute (04.04.2019): \u201eDie T\u00fcrkei ruft zu einer Arbeitsgruppe mit Washington auf, die die Gefahr der S 400-Abwehrraketen er\u00f6rtern soll.\u201c All das legt den Schluss nahe, dass die erste Option die wahrscheinlichste ist, es nicht zum Raketengesch\u00e4ft mit Russland kommt und der Deal aufgek\u00fcndigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">28.Rajab 1440 n. H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">04.04.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Washington: Die Vereinigten Staaten setzen die Auslieferung der Kampfjets F-35 an die T\u00fcrkei aus. (\u2026) \u201eIn Erwartung einer eindeutigen t\u00fcrkischen Entscheidung, auf die Lieferung der S-400 zu verzichten, sind die Lieferungen und Aktivit\u00e4ten im Zusammenhang mit der Bereitstellung der mit der F-35 verbundenen operativen F\u00e4higkeiten der T\u00fcrkei ausgesetzt worden,\u201c <\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":3205,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[77,2265,2272,2559],"class_list":["post-10377","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-abkommen","tag-russische","tag-s-400","tag-tuerkisch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10377"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10377\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}