{"id":10405,"date":"2019-08-14T00:00:00","date_gmt":"2019-08-14T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10405"},"modified":"2019-08-14T00:00:00","modified_gmt":"2019-08-14T00:00:00","slug":"die-opec-plus-charta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10405","title":{"rendered":"Die \u201eOpec-plus\u201c-Charta"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\">Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Die \u201eOpec-plus\u201c-Charta<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Ausgabe vom 9. Juli 2019 war auf \u201eAl-Riyadh\u201c zu lesen, Saudi-Arabien habe bei der \u00dcbereinkunft, den die Organisation erd\u00f6lexportierender L\u00e4nder (Opec) zusammen mit weiteren \u00d6lf\u00f6rderl\u00e4ndern (\u201eplus\u201c) am vergangenen Dienstag unterzeichnet hatte, eine entscheidende Rolle gespielt. Das Abkommen erhielt die Bezeichnung \u201eWiener Allianz\u201c. Bedeutet dies, dass eine neue Organisation entstanden ist, welche die Opec ersetzen soll? Handelt es sich bei der erw\u00e4hnten Rolle Saudi-Arabiens um eine Eigeninitiative oder wurde sie von au\u00dfen aktiviert? Welches Interesse verfolgt das saudische K\u00f6nigreich mit diesem B\u00fcndnis? Welche Dimension h\u00e4tte eine Fortf\u00fchrung dieser neuen Allianz?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u011eaz\u0101k All\u0101hu \u1e2bairan.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Antwort auf die oben gestellten Fragen zu verdeutlichen, wollen wir folgende Punkte n\u00e4her erl\u00e4utern:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: Zur Einigung selbst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die aus vierzehn Staaten bestehende Organisation erd\u00f6lexportierender L\u00e4nder (Opec) verst\u00e4ndigte sich mit weiteren zehn Staaten, angef\u00fchrt vom Erd\u00f6lgiganten Russland, auf eine sogenannte \u201eKooperations-Charta\u201c (Charter of Cooperation). Dies fand in Wien im Rahmen einer Ministertagung der Opec und weiteren erd\u00f6lproduzierenden Staaten am 2. Juli 2019 statt. Die als \u201eWiener Opec-plus-Allianz\u201c bezeichnete Einigung soll bei dem f\u00fcr kommenden Herbst geplanten Besuch Putins in Saudi-Arabien offiziell besiegelt werden. Demnach einigten sich die vierundzwanzig Staaten darauf, die vor zweieinhalb Jahren vereinbarte K\u00fcrzung der Erd\u00f6lf\u00f6rderung um weitere neun Monate zu verl\u00e4ngern. Mit dieser Einigung werden im Grunde die Beziehungen, die sich im Verlauf der letzten drei Jahre zwischen Russland und Saudi-Arabien (Opec) vor dem Hintergrund des rapiden \u00d6lpreisverfalls 2014 entwickelt haben, vertraglich fixiert, nachdem zuvor ein Spitzenwert von 147 US-Dollar\/Barrel erreicht worden war. Die Talfahrt des \u00d6lpreises setzte sich daraufhin weiter fort, bis dieser Anfang 2016 auf fast 27 Dollar\/Barrel fiel. Man wollte also versuchen, die Preisschwankungen in den Griff zu bekommen, indem das Angebot so weit reguliert wird, dass es der globalen Nachfrage nach Erd\u00f6l entspricht. In dieser Phase lenkte der saudische Staat die Abmachung zwischen der Opec und Russland zu einer Drosselung der Erd\u00f6lproduktion, sodass die Opec ihre F\u00f6rdermenge um 1,2 Millionen Barrel t\u00e4glich reduzierte und Russland die Produktion um ca. 300.000 Barrel pro Tag herunterfuhr. Und tats\u00e4chlich wurde der Verfall des Erd\u00f6lpreises gestoppt, sodass der Preis f\u00fcr ein Barrel \u00d6l nach Abschluss des Abkommens auf 55 Dollar kletterte. Auch in den vergangenen zwei Jahren befand sich der Preis im Aufw\u00e4rtstrend \u2013 auf einem f\u00fcr die \u00d6lproduzenten zufriedenstellenden Niveau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Dem \u00d6lkartell hat diese neue Koalition der \u00d6lf\u00f6rderl\u00e4nder wichtige Produzenten hinzugef\u00fcgt, zu denen neben Russland auch Kasachstan, Mexiko und Aserbaidschan geh\u00f6ren. Das neue B\u00fcndnis \u201eOpec-plus\u201c kontrolliert damit 47% der globalen \u00d6lproduktion, nachdem die Opec alleine schon rund ein Drittel des Erd\u00f6ls weltweit produziert. Das hei\u00dft, diese \u00dcbereinkunft soll die erd\u00f6lproduzierenden Staaten in starkem Ma\u00dfe dabei unterst\u00fctzen, die Erd\u00f6lpreise zu regulieren. Das zur Theorie. Was allerdings die Praxis betrifft, so beherrschen zahlreiche andere Faktoren diese Vereinbarung. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Mit dieser Allianz ist die Opec selbst nicht abgeschafft. Vielmehr haben sich die Opec-Mitglieder und andere Erd\u00f6lstaaten \u2013 der prominenteste ist Russland \u2013 sich auf dieses B\u00fcndnis geeinigt. Mit anderen Worten: Dieser Verbund kann jederzeit aufgel\u00f6st werden. Es handelt sich also um keine Ersatzorganisation f\u00fcr die Opec. Die \u201eOpec-Charta\u201c bleibt wie sie ist, auch wenn neue Staaten sich unter den \u201eOpec-plus\u201c-Schirm begeben haben. Es ist eine freiwillige \u00dcbereinkunft, ein Austritt jederzeit m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die \u00d6lproduzenten waren zu einer solchen Vereinbarung aufgrund einer neuen Realit\u00e4t auf dem \u00d6lmarkt regelrecht gezwungen. Und diese neue Realit\u00e4t ist das US-Schiefer\u00f6l. Die Produktion dieses \u00d6ls ist unbest\u00e4ndig und stark von der Preisentwicklung abh\u00e4ngig. Vor 2025 ist keine Stabilit\u00e4t auf dem Gebiet der Schiefer\u00f6lgewinnung zu erwarten. Daher gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die \u201eOpec-plus\u201c-Einigung so lange aufrechterhalten bleibt, bis sich die Produktion des Schiefer\u00f6ls in den Vereinigten Staaten stabilisiert hat und ihre Wirkung auf die M\u00e4rkte erkennbar wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Saudi-Arabien ist jenes Land unter den Kartell-Mitgliedern, das beim Opec-plus-Deal am st\u00e4rksten in Erscheinung getreten ist. Als Vasall Amerikas kann es sich jedoch nicht au\u00dferhalb der politischen US-Linie bewegen. Daher ist die amerikanische Handschrift bei der Einigung deutlich sichtbar, und diese Vereinbarung mit Russland wird von den Entwicklungen in der US-Politik beeinflusst bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens: Die Motive f\u00fcr diese Allianz:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Seit dem \u00d6lpreissturz 2014 ist ein koordiniertes Vorgehen zwischen den erd\u00f6lf\u00f6rdernden Staaten eine Notwendigkeit geworden, um das Erd\u00f6langebot auf den Weltm\u00e4rkten zu regulieren und in der Folge die Erd\u00f6lpreise entsprechend der Marktgegebenheiten zu kontrollieren, d.&nbsp;h. gem\u00e4\u00df Angebot und Nachfrage. In den vergangenen Jahrzehnten war dies die interne Praxis des \u00d6lkartells Opec, dem die gr\u00f6\u00dften \u00d6lproduzenten angeh\u00f6ren. Doch in den letzten Jahren entwickelte sich Russland zu einem Schwergewicht als Erd\u00f6lproduzent, dessen F\u00f6rdermenge auf elf Millionen Barrel t\u00e4glich anstieg, was 10% der weltweiten Produktion ausmacht. Dabei beobachtete Russland die Opec genau: Drosselte die Opec die F\u00f6rdermenge, wodurch die Preise f\u00fcr Erd\u00f6l in die H\u00f6he kletterten, erh\u00f6hte Russland die eigene Produktion und profitierte so vom Preisanstieg. Schlie\u00dflich war es ja nicht an die Opec-Entscheidungen gebunden. Das ver\u00e4rgerte die USA, zumal sie Russland mit Sanktionen belegt hatten. Also wiesen sie Saudi-Arabien, den gr\u00f6\u00dften Opec-Produzenten mit starkem Einfluss innerhalb des Kartells, dazu an, aktiv zu werden und die notwendigen Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, damit eine Art Allianz zwischen der Opec und Russland entsteht, um die russische Erd\u00f6lproduktion gem\u00e4\u00df einer saudisch-russischen Kooperation innerhalb der Opec-Grenzen zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Damit die Kooperation in der Realit\u00e4t Bestand hat, kam es nach 2014 zu einer merklichen Verbesserung der russisch-saudischen Beziehungen. Am 4. Oktober 2017 ist K\u00f6nig Salman zu einem Besuch nach Moskau gereist \u2013 der erste Besuch eines saudischen Monarchen in Russland \u00fcberhaupt. Danach folgten zahlreiche Treffen zwischen Saudi-Arabiens Kronprinzen bin Salman und dem russischen Pr\u00e4sidenten Putin. Russland wurden f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie immense R\u00fcstungsvertr\u00e4ge in Aussicht gestellt. Und so wurde eine neue \u00c4ra der Erd\u00f6l-Beziehungen zwischen Russland und Saudi-Arabien eingeleitet. All das w\u00e4hrend der Herrschaftszeit K\u00f6nig Salmans und seines Sohnes, den beiden Vasallen Amerikas. Am 30. November 2016 wurden die saudisch-russischen Bem\u00fchungen mit der Unterzeichnung des ersten Vertrages zur K\u00fcrzung der Erd\u00f6lproduktion zwischen der Opec und elf weiteren von Russland angef\u00fchrten L\u00e4ndern gekr\u00f6nt. Dementsprechend fuhr die Opec die Erd\u00f6lproduktion um 1,2 Millionen Barrel pro Tag herunter, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen elf L\u00e4nder ihre Produktion um 560.000 Barrel drosselten, davon drosselte Russland allein 300.000 Barrel. Saudi-Arabien hatte noch am 4. November 2016 damit gedroht, den \u00d6lmarkt zu fluten, wodurch Russland sich aus Furcht vor einer Flutung und einem damit einhergehenden Preisverfall gen\u00f6tigt sah, mit Saudi-Arabien zu kooperieren, um einen finanziellen Engpass im Land zu verhindern. Denn der russische Staatshaushalt h\u00e4ngt fast zu 50% von den Energieeinnahmen ab (also von Erd\u00f6l und Erdgas).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Vereinbarung wirkte sich positiv auf die Erd\u00f6lpreise aus. So kletterte der Preis f\u00fcr den Barrel Erd\u00f6l unmittelbar nach Unterzeichnung des Abkommens nach oben. Doch die Abmachung war f\u00fcr einen Zeitraum von sechs Monaten ausgelegt. Im Anschluss wurde daher umfassend \u00fcber eine Verl\u00e4ngerung der \u00dcbereinkunft debattiert. Generell w\u00fcnschte Russland \u2013 das Erd\u00f6l befand sich auf einem guten Preisniveau \u2013, seine F\u00f6rdermenge anzuheben, um den eigenen Staatshaushalt zu st\u00fctzen. Saudi-Arabien hingegen wollte das F\u00f6rderlimit dauerhaft fortsetzen, und zwar als konstante eigene Politik, auch wenn es hin und wieder damit drohte, \u201ealles dem Markt zu \u00fcberlassen\u201c, also damit, den F\u00f6rderhahn weit aufzudrehen. Diese Drohung kam von saudischer Seite immer dann, wenn man russischen Versuchen einer Beendigung der Produktionsk\u00fcrzung entgegenwirken wollte. Und f\u00fcr jeden aufmerksamen Beobachter war das Spiel des amerikanischen Pr\u00e4sidenten offensichtlich: Der US-Pr\u00e4sident forderte von Saudi-Arabien, die Erd\u00f6l-F\u00f6rdermenge zu erh\u00f6hen, um die Preise nach unten zu dr\u00fccken, damit Russland wiederum dazu bewegt wird, sich erneut mit Saudi-Arabien auf das Prozedere einer Produktionsdrosselung einzulassen. F\u00fcr Russland war es n\u00e4mlich der Anschein, als w\u00fcrde es sich der Politik des US-Pr\u00e4sidenten widersetzen. Nun hatte es aber die Bef\u00fcrchtung, dass Saudi-Arabien dem US-Pr\u00e4sidenten entgegenkommt. Und so w\u00fcrde Russland gezwungenerma\u00dfen vorpreschen, um mit den Saudis weiterhin eine Produktionsdrosselung zu vereinbaren. Als Beispiel dazu sei Folgendes erw\u00e4hnt: <em>Am Samstag schrieb Trump auf Twitter, er habe mit K\u00f6nig Salman bin Abdulaziz gesprochen und von ihm verlangt, die Erd\u00f6lf\u00f6rderung im K\u00f6nigreich auf bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag zu erh\u00f6hen, damit der Preisanstieg gestoppt wird und der K\u00f6nig sei seiner Bitte nachgekommen<\/em>. (al-Arabi al-Jadid, 01.07.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Was den russischen Widerwillen gegen\u00fcber den F\u00f6rderk\u00fcrzungen best\u00e4tigt, ist eine in \u201eal-Ain al-Ikhbariya\u201c vom 05.06.2019 zitierte \u00c4u\u00dferung von Igor Sechin, Vorstandsvorsitzender des russischen Energieriesen Rosneft, wo er erkl\u00e4rte, dass der Konzern nach M\u00f6glichkeiten suche, eine Entsch\u00e4digung von der Regierung zu erhalten, sollte das globale Abkommen zur \u00d6lf\u00f6rderdrosselung verl\u00e4ngert werden. So fragte er sich, wo die Logik in der russischen K\u00fcrzung der Produktion im Rahmen dieser Einigung zwischen der Organisation Erd\u00f6l exportierender L\u00e4nder und ihren Verb\u00fcndeten liegt: \u201eDie USA werden wom\u00f6glich die Produktion anheben und sich der russischen Marktanteile bem\u00e4chtigen.\u201c Mit anderen Worten: Russland betrachtet die \u00d6lf\u00f6rderdrosselung als eine Angelegenheit, die nicht im Sinne russischer Interessen ist. Doch die Drohung von saudischer Seite, die F\u00f6rdermenge anzuheben und den Markt zu fluten und als Folge f\u00fcr einen sp\u00fcrbaren Preisverfall zu sorgen, w\u00fcrde Russland den Nutzen aus einer Produktionssteigerung nehmen, da die finanziellen Einnahmen sinken w\u00fcrden. Das Resultat w\u00e4re sch\u00e4dlich f\u00fcr Russland, denn sein Staatsbudget wird fast zur H\u00e4lfte aus den Erd\u00f6leinnahmen gespeist, sodass sich die Russen wohl oder \u00fcbel auf eine Senkung der Erd\u00f6lf\u00f6rderung einlassen m\u00fcssen! Anschlie\u00dfend steigen die Preise, sodass sie wiederum dem Export des Schiefer\u00f6ls zugutekommen. Und das wiederum f\u00fchrt zur Expansion US-amerikanischer Erd\u00f6lkonzerne. Das hei\u00dft im Klartext: Saudi-Arabien ist die Pistole Amerikas, die den Russen an die Stirn gesetzt wird, um sie zu n\u00f6tigen, die \u00d6lf\u00f6rdermenge zu senken, wann immer die USA es wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Um die Bedeutung der \u00d6lf\u00f6rderbeschr\u00e4nkung f\u00fcr die USA zu verstehen, muss man wissen, dass sich das Amerika von heute, was das Erd\u00f6l betrifft, vom Amerika von gestern unterscheidet. So ist die Schiefer\u00f6lproduktion in den Vereinigten Staaten Realit\u00e4t geworden und nimmt stetig zu. Die wachsende Produktion von Schiefer\u00f6l ist f\u00fcr die amerikanische Wirtschaft von vitaler Bedeutung geworden, denn die \u00d6konomie leidet an einer immens hohen Verschuldung. Doch Produktion und Wachstum ben\u00f6tigen bestimmte Marktbedingungen, insbesondere was den \u00d6lpreis betrifft. Die USA haben daher Saudi-Arabien mit der Mission beauftragt, den \u00d6l-F\u00f6rderhahn der Opec-L\u00e4nder herunterzudrehen. Das erm\u00f6glicht einerseits den US-amerikanischen Unternehmen, sich leichter Marktanteile zu verschaffen, andererseits bleibt der Erd\u00f6lpreis auf einem hohen Niveau, sodass er rentabel f\u00fcr die amerikanischen Schiefer\u00f6lproduzenten bleibt. Denn Schiefer\u00f6l ben\u00f6tigte noch vor kurzem einen Preis von 69 Dollar pro Barrel, um rentabel zu sein. Doch die technologische Weiterentwicklung in der Gewinnung des Schiefer\u00f6ls konnte diesen Wert herunterdr\u00fccken. In ihrem Schiefer\u00f6l sehen die USA n\u00e4mlich das Mittel, um sich auf dem Thron des Erd\u00f6lmarkts niederzulassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Wenn die saudische Peitsche gegen Russland darin besteht, mit einer Erh\u00f6hung der Erd\u00f6lproduktion und damit einer Talfahrt der Preise zu drohen, so stellt eine den Russen suggerierte zunehmende Einflussnahme im Nahen Osten das Zuckerbrot dar. 2017 reiste K\u00f6nig Salman nach Moskau zu einem allerersten Besuch eines saudischen Regenten nach Russland. Auch Saudi-Arabien lud den russischen Pr\u00e4sidenten f\u00fcr den kommenden Herbst zu einem Gegenbesuch ins Golfland ein. Die Visite eines russischen Staatsoberhaupts im saudischen K\u00f6nigreich h\u00e4tte ebenso Seltenheitswert, denn es w\u00e4re erst der zweite seiner Art. Russlands Pr\u00e4sident war auch der Erste, der verk\u00fcndete, dass man zu der \u201eWiener Einigung\u201c gelangt sei, nachdem er am 29. Juni 2019 im Laufe des G20-Gipfels im japanischen Osaka mit dem saudischen Kronprinzen bin Salman zusammengetroffen war. <em>Das russische Staatsoberhaupt teilte dem saudischen Kronprinzen bin Salman dann auch mit, \u201eerfreut zu sein, die Kooperation beider L\u00e4nder auf dem Energiemarkt zu er\u00f6rtern.\u201c Die strategische Partnerschaft innerhalb \u201eOpec-plus\u201c habe zur Stabilit\u00e4t der \u00d6lm\u00e4rkte gef\u00fchrt und zugelassen, abh\u00e4ngig von der Nachfrage auf den M\u00e4rkten die Produktion zu reduzieren bzw. zu steigern (&#8230;), so Putin weiter. Er k\u00fcndigte an, die Vereinbarung werde in ihrem jetzigen Format und im gleichen Umfang verl\u00e4ngert werden.<\/em> (Independent Arabic, 29.06.2019) Den Russen suggeriert das alles, Einfluss sowohl auf Saudi-Arabien als auch auf die Opec und den \u00d6lmarkt zu haben! Und um diese Illusion bei den Russen weiter zu festigen, gaukeln ihnen die Amerikaner ihre Unzufriedenheit mit dieser Vereinbarung vor: <em>Mr. Bordoff, der als Energieberater in der Obama-Administration t\u00e4tig war, erkl\u00e4rte: \u201eDie Vereinigten Staaten genossen die M\u00f6glichkeit des Dialogs mit den meisten Schl\u00fcssel-Staaten der Opec,\u201c bevor er hinzuf\u00fcgte, \u201edoch nun trat ein Land mit einer F\u00fchrungsrolle in diese Vereinbarung, das als Gegner Amerikas gilt.\u201c<\/em> (Al-Arabiya net, 03.07.2019) Und der amerikanische Au\u00dfenminister Mike Pompeo antwortete Anfang des Jahres auf die Frage, ob es Pr\u00e4sident Putin m\u00f6glich w\u00e4re, durch \u00d6l-Diplomatie, die Vereinigten Staaten im Nahen Osten durch Russland zu ersetzen, mit den Worten: \u201eIch bin mir sicher, dass die Anstrengungen des russischen Pr\u00e4sidenten zum Scheitern verurteilt sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Das sind die Hintergr\u00fcnde und Motive, die hinter der \u201eCharta\u201c stecken. Dass sie l\u00e4ngerfristig halten wird, ist eher abwegig. Denn Russland versucht stets, sich der Fesseln zu entledigen und von einem Preisanstieg des Erd\u00f6ls zu profitieren, indem es die F\u00f6rdermenge wieder anhebt, insbesondere auch deshalb, da in naher Zukunft bestimmte Umst\u00e4nde eine Einhaltung der russischen Verpflichtungen gegen\u00fcber dem Abkommen erschweren k\u00f6nnte. Hierzu geh\u00f6ren der Handelskrieg und dessen Auswirkungen auf die \u00d6lpreise. Auch besteht die M\u00f6glichkeit, dass bei der Erd\u00f6lf\u00f6rderung in Venezuela, Libyen und dem Iran wieder Stabilit\u00e4t einkehrt, was einen entsprechenden Effekt auf die \u00d6lm\u00e4rkte haben w\u00fcrde. Hinzu kommt, dass der Umfang nachgewiesener Erd\u00f6lreserven in Russland gem\u00e4\u00df derzeitigem F\u00f6rdervolumen f\u00fcr weniger als zwanzig Jahre reichen w\u00fcrde. Das treibt Russland zu einem Wettlauf mit der Zeit an, um innerhalb dieser nicht mehr allzu langen Frist noch Gewinn zu lukrieren, es sei denn, neue Erd\u00f6lfelder werden entdeckt. Doch k\u00f6nnte die jetzige Einigung bis ins Jahr 2025 halten. Das ist das Jahr, in dem sich laut Prognosen das Niveau der amerikanischen Schiefer\u00f6lproduktion stabilisieren wird. Und dann wird man die Auswirkungen auf den M\u00e4rkten in deutlicher Form erkennen k\u00f6nnen. Russland wird dann seine Erd\u00f6lpolitik auf die Fakten aufbauen, die heute noch zu vage sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Und worauf schlie\u00dflich noch hingewiesen werden muss: Der Erfolg dieser versteckten US-Politik, also Saudi-Arabien dazu zu veranlassen, gegen\u00fcber Russland mit Zuckerbrot und Peitsche vorzugehen, d.&nbsp;h. Russland einerseits mit Produktionssteigerung des Erd\u00f6ls zu drohen, es andererseits mit einer neuen Einflussnahme in der Region zu locken und es so zum Opec-plus-Abkommen zu n\u00f6tigen \u2013 der Erfolg all dieser Ma\u00dfnahmen n\u00e4hrt die Hoffnung der USA, erfolgreich in einer anderen Politik zu sein. Diese besteht darin, mit Druck und Sanktionen, die Russen dazu zu bringen, den Amerikanern im Konflikt mit China zu dienen. Und je gr\u00f6\u00dfer die diesbez\u00fcglichen Hoffnungen der USA aufgrund des Erfolges beim \u201eOpec-plus\u201c-Plan sind, desto st\u00e4rker wird der amerikanische Druck auf Russland werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die USA werden noch eine weitere fiktive M\u00f6hre zur T\u00e4uschung Russlands, das sich leicht t\u00e4uschen l\u00e4sst, einsetzen, damit sich die Russen der amerikanischen Politik unterwerfen und zu ihren Handlangern im Umfeld Chinas werden. Mit dem Einsatz dieser M\u00f6hre haben die USA bereits begonnen, indem Trump den Pr\u00e4sidenten Putin w\u00e4hrend ihres Zusammentreffens in Japan am Rande des G20-Treffens am 29. Juni 2019 dazu aufforderte, China an dem Mittelstreckenvertrag zu beteiligen, falls Russland m\u00f6chte, dass die USA wieder zum Vertrag zur\u00fcckkehren. Und da Russland meint, dass dieses Abkommen von vitaler Wichtigkeit f\u00fcr seine Sicherheit ist, werden die Russen Druck auf die Volksrepublik aus\u00fcben, damit sie das Abkommen akzeptiert. Und da China dies voraussichtlich ablehnen wird, wird es zu einer Krise zwischen Russland und China kommen. Und das wiederum wird es vereinfachen, dass sich die Russen im Umfeld Chinas auf die Seite der USA stellen. Aus all diesen Gr\u00fcnden gilt die neue \u201eWiener Allianz\u201c, um die \u00d6lm\u00e4rkte in den Griff zu bekommen, als eine US-Falle, die f\u00fcr Russland ausgelegt wurde. Sollten die USA darin erfolgreich sein, wird es vom strategischen Aspekt her noch weitreichendere Folgen geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. Und so haben die Machthaber in den islamischen L\u00e4ndern unsere Reicht\u00fcmer freigegeben, damit die ungl\u00e4ubigen Kolonialm\u00e4chte ihre politischen Spielchen untereinander treiben k\u00f6nnen. Sollten die Interessen dieser L\u00e4nder es erfordern, dass der F\u00f6rderhahn des Erd\u00f6ls heruntergedreht wird, so rufen jene dummdreisten Herrscher: \u201eZu Diensten!\u201c. Sollten die Interessen eine Anhebung der F\u00f6rdermenge erfordern, so hei\u00dft es von Seiten dieser Herrscher erneut: \u201eZu Diensten!\u201c. Sollten die Interessen es hingegen erfordern, dass unsere Reicht\u00fcmer zum Schn\u00e4ppchenpreis verscherbelt werden, stimmen sie dem ebenfalls unterw\u00fcrfig zu. Und wenn das Interesse es erfordert, dass sie unsere Reicht\u00fcmer ganz umsonst hergeben, mit dem Argument, damit ihre Throne zu sch\u00fctzen, wie es Trump offen erkl\u00e4rt hat, nicken sie mit dem Kopf voller Dankbarkeit daf\u00fcr, dass ihre Throne gerettet wurden! So sind sie im Diessiets, wie Allah (t) es beschrieben hat:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0635\u064f\u0645\u064c\u0651 \u0628\u064f\u0643\u0652\u0645\u064c \u0639\u064f\u0645\u0652\u064a\u064c \u0641\u064e\u0647\u064f\u0645\u0652 \u0644\u064e\u0627 \u064a\u064e\u0639\u0652\u0642\u0650\u0644\u064f\u0648\u0646\u064e<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Sie sind taub, stumm und blind, und sie verstehen nichts.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">2:171<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und Allah (t) spricht die Wahrheit, wenn Er sagt:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0645\u064e\u0646\u0652 \u0643\u064e\u0627\u0646\u064e \u0641\u0650\u064a \u0647\u064e\u0630\u0650\u0647\u0650 \u0623\u064e\u0639\u0652\u0645\u064e\u0649 \u0641\u064e\u0647\u064f\u0648\u064e \u0641\u0650\u064a \u0627\u0644\u0652\u0622\u062e\u0650\u0631\u064e\u0629\u0650 \u0623\u064e\u0639\u0652\u0645\u064e\u0649 \u0648\u064e\u0623\u064e\u0636\u064e\u0644\u064f\u0651 \u0633\u064e\u0628\u0650\u064a\u0644\u0627\u064b<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und wer im Diesseits blind ist, der wird auch im Jenseits blind sein und noch weiter vom Weg abirren.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">17:72<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. \u1e0e\u016b l-Qi\u02bfda, 1440 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">12.07.2019 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: In der Ausgabe vom 9. Juli 2019 war auf \u201eAl-Riyadh\u201c zu lesen, Saudi-Arabien habe bei der \u00dcbereinkunft, den die Organisation erd\u00f6lexportierender L\u00e4nder (Opec) zusammen mit weiteren \u00d6lf\u00f6rderl\u00e4ndern (\u201eplus\u201c) am vergangenen Dienstag unterzeichnet hatte, eine entscheidende Rolle gespielt.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":11935,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[220,1964,2297],"class_list":["post-10405","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-arabien","tag-opec","tag-saudi"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10405","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10405"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10405\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10405"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10405"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10405"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}