{"id":10423,"date":"2019-10-13T00:00:00","date_gmt":"2019-10-13T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10423"},"modified":"2019-10-13T00:00:00","modified_gmt":"2019-10-13T00:00:00","slug":"was-steckt-hinter-der-ungewoehnlichen-blitzvisite-netanjahus-in-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10423","title":{"rendered":"Was steckt hinter der ungew\u00f6hnlichen Blitzvisite Netanjahus in London"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert arabicfont wp-block-paragraph\"><strong>\u0628\u0633\u0645 \u0627\u0644\u0644\u0647 \u0627\u0644\u0631\u062d\u0645\u0646 \u0627\u0644\u0631\u062d\u064a\u0645<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Was steckt hinter der ungew\u00f6hnlichen Blitzvisite Netanjahus in London<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 12. September 2019, mitten in der hei\u00dfen Wahlkampfphase, ca. zwei Wochen vor der Wahlwiederholung im Zionistenstaat, reiste Netanjahu nach Moskau. Davor noch, am 5. September, war er zu einer Kurzvisite in Gro\u00dfbritannien, wo er sich mit dem britischen Premier traf, der gerade mit den Lasten des Brexit zu k\u00e4mpfen hat. Es war die Phase, in der Johnson vor dem britischen Parlament eine Niederlage nach der anderen erleiden musste, bei denen es um einen No-Deal-Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU ging. Aus Netanjahus Besuchen war deutlich herauszulesen, dass er es in seiner Sache eilig hatte! Was verbirgt sich also hinter diesen Besuchen, die ungew\u00f6hnlich waren und dringend zu sein schienen? Hatten die Beweggr\u00fcnde mit den Wahlen zu tun oder verbirgt sich ein anderer Zweck dahinter?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umst\u00e4nde, unter denen die Besuche stattfanden, weisen darauf hin, dass ihr Zweck nichts mit den Wahlen zu tun hatte, auch wenn die Touren Netanjahus in der Welt seinen Wahlen zugute kamen. Doch es war, in Anbetracht der internationalen und regionalen Umst\u00e4nde, in denen die Reisen stattfanden, nicht der eigentliche Zweck. Um ein deutliches Bild zu vermitteln, wollen wir Folgendes kurz anf\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beschreibung der Besuche, besonders jenen in die britische Hauptstadt London, als ungew\u00f6hnlich und dringend, ist treffend. Der Premier des Zionistenstaates ist mit seinem britischen Amtskollegen Johnson zusammengetroffen, der gerade eine Reihe parlamentarischer Niederlagen einstecken musste, die allesamt mit seinem Versprechen in Verbindung stehen, Gro\u00dfbritannien am 31. Oktober 2019 &#8211; mit oder ohne Deal &#8211; aus der EU herauszuf\u00fchren. Er war also nicht in der Verfassung, sich abseits vom Brexit auf internationale Probleme zu konzentrieren. Denn eine Anzahl von Abgeordneten aus seiner eigenen Partei hat gegen ihn gemeutert. Das Parlament hatte f\u00fcr einen Deal mit Br\u00fcssel votiert und Johnson aufgefordert, den Austrittstermin um weitere drei Monate zu verschieben. Auch das House of Lords segnete die eiligen Parlamentsbeschl\u00fcsse ab. Und es gab Stimmen, die den R\u00fccktritt Johnsons forderten. So war der Besuch Netanjahus unter diesen dramatischen Umst\u00e4nden, in denen sich das Vereinigte K\u00f6nigreich gerade befindet, in der Tat ungew\u00f6hnlich und unerwartet. Und w\u00e4re die Angelegenheit wohl nicht so dringend gewesen, h\u00e4tte Netanjahu die Reise nicht angetreten. Was die Visite jedoch noch mysteri\u00f6ser machte, war sein Meeting mit US-Verantwortlichen in London. Dass US-Vizepr\u00e4sident Pence London besuchen w\u00fcrde, war seit der Ank\u00fcndigung durch das Wei\u00dfe Haus am 14. August 2019 bekannt. Dort sollten die k\u00fcnftigen britisch-amerikanischen Beziehungen nach dem Brexit er\u00f6rtert und die \u201eBedrohung durch den chinesischen Einfluss\u201c diskutiert werden, die sich aus dem Ausbau des 5G-Telekommunikationsnetzes ergibt. Dieses plant n\u00e4mlich der chinesische Konzern Huawei in Gro\u00dfbritannien zu errichten. Allerdings war zu jenem Zeitpunkt nicht vorgesehen, dass der US-Vizepr\u00e4sident auf seiner Visite vom US-Verteidigungsminister begleitet werden w\u00fcrde. Ebenso wenig war ein Zusammentreffen mit Verantwortlichen des Zionistenstaates in Gro\u00dfbritannien geplant. All das sei auf Grundlage dessen erw\u00e4hnt, was die Zeitung \u201eal-Watan\u201c am 14.08.2019 aus der Erkl\u00e4rung des Wei\u00dfen Hauses zitierte. Nach Angaben der BBC vom 6. September traf sich Netanjahu sowohl mit dem britischen als auch mit dem amerikanischen Verteidigungsminister. W\u00e4hrend das Meeting Netanjahus mit dem amerikanischen Verteidigungsminister in den Medien verbreitet wurde, blieb sein Treffen mit dem US-Vize unerw\u00e4hnt, obwohl sich beide in London aufhielten. Das ist ein Indiz daf\u00fcr, dass das Treffen im Geheimen stattfand! Es scheint, dass die Meetings mit dem US-Vizepr\u00e4sidenten heimlich stattfanden, um beide Seiten davor zu warnen, jenseits amerikanischer Politik Pl\u00e4ne zu schmieden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Blitzbesuche fanden vor dem Hintergrund ineinander verflochtener Ereignisse statt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die USA wollen es unterlassen, die Schiffe anderer Staaten zu besch\u00fctzen. So dr\u00fcckte US-Pr\u00e4sident Trump, seinen Unmut \u00fcber den, wie er es nannte, \u201ejahrelangen amerikanischen Schutz der Seewege ohne Gegenleistung\u201c aus und forderte die Staaten der Welt \u2013 vor allem China und Japan &#8211; dazu auf, \u201eselbst f\u00fcr den Schutz ihrer Schiffe zu sorgen\u201c (TRT Arabic, 29.07.2019). US-Au\u00dfenminister Mike Pompeo betonte zudem, dass \u201edie Briten selber die Verantwortung f\u00fcr den Schutz ihrer Schiffe tragen m\u00fcssten.\u201c (Anadolu, 22.07.2019) Das bedeutet, dass der Druck der USA auf den Iran im Falle der Festsetzung weiterer Schiffe nachlassen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Trotz der Undurchsichtigkeit, die seit der Brexit-Abstimmung von 2016 die Politik in Gro\u00dfbritannien umgibt, und trotz der gro\u00dfen Skepsis hinsichtlich der Realisierung des Brexits, versuchen sich die britischen Politiker hin und wieder in politischen Experimenten, die eine Losl\u00f6sung aus den Fesseln der EU demonstrieren sollen und an denen der Wille zu einem britischen Alleingang sichtbar wird. Dazu geh\u00f6rt, dass die Briten die von den USA verursachten Spannungen in ihren Beziehungen zum Iran ebenso wie den Ausstieg der USA aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran und nicht zuletzt die Anschlagsserie auf Schiffe, die im Golf unterwegs waren, ausgenutzt haben. So hat Gro\u00dfbritannien, entgegen der Linie der Europ\u00e4ischen Union, am 4. Juli 2019 einen iranischen \u00d6ltanker festgesetzt. Mit anderen Worten: Gerade dann, als die EU-Staaten versuchen, das angespannte Verh\u00e4ltnis zum Iran zu entsch\u00e4rfen und zu zeigen, dass sie sich nicht von der US-Politik, die sich vom Atomabkommen losgesagt hat, hinterherzerren lassen, und gerade dann, als sie versuchen, ein europ\u00e4isches Instrumentarium f\u00fcr einen Handels- und Finanzaustausch mit dem Iran zu schaffen, gehen die Briten her, wirken dem entgegen und sorgen f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung des Klimas mit dem Iran. Und mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit haben die Briten die USA fast an den Abgrund eines Krieges mit dem Iran getrieben, insbesondere als die Krise zwischen Gro\u00dfbritannien und dem Iran sich weiter versch\u00e4rfte. So hat Gro\u00dfbritannien am 15. August 2019 den beschlagnahmten iranischen Erd\u00f6ltanker \u201eGrace 1\u201c wieder freigegeben, nachdem der Iran zugesichert hatte, dass sich das Schiff nicht nach Syrien begeben w\u00fcrde, da das Land mit EU-Sanktionen belegt ist. Doch nach einer langen Verschleierungsfahrt, zun\u00e4chst in Richtung Griechenland und anschlie\u00dfend in Richtung T\u00fcrkei, legte der iranische Tanker, der inzwischen in \u201eAdrian Darya 1\u201c umgetauft wurde, in Syrien an, wie es Russia Today am 06.09.2019 erw\u00e4hnte und sich dabei auf einen Bericht der Seite Middle East Eye mit Sitz in London bezog. Mit der Fahrt des iranischen Tankers nach Syrien, was der iranischen Zusicherung gegen\u00fcber den Briten klar widersprach, hat Gro\u00dfbritannien eine geh\u00f6rige Ohrfeige bekommen. Andererseits h\u00e4lt der Iran bis zum jetzigen Zeitpunkt den britischen \u00d6ltanker \u201eStena Impero\u201c fest und gibt ihn nicht frei, was eine zweite Ohrfeige f\u00fcr Gro\u00dfbritannien bedeutet. Auch das Schiff \u201eHMS Montrose\u201c, eine Fregatte der Royal Navy, war intensiven St\u00f6raktionen der iranischen Revolutionsgarden ausgesetzt. Nach Aussage des Fregattenkapit\u00e4ns Will King \u201eist das Schiff im Persischen Golf beinahe t\u00e4glich von den iranischen Revolutionsgarden bedr\u00e4ngt worden.\u201c (Independent Arabic, 03.09.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die vom Zionistenstaat gef\u00fchrten Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen iranische Ziele, besonders in Syrien und im Irak.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Im Verlauf der syrischen Revolution ist es zur Gewohnheit des Zionistenstaates geworden, Ziele in Syrien anzugreifen, ohne von der sogenannten \u201eAchse des Widerstandes\u201c einen Gegenschlag zu erhalten. Mehr noch, der Zionistenstaat intensivierte diese Angriffe und richtete seine Schl\u00e4ge gezielt auf f\u00fchrende K\u00f6pfe der Hizbollah in Syrien. Bekanntlich ist die Hizbollah der libanesischen Arm des Iran in der Region. Der Iran dementierte jedoch stets, dass diese Angriffe auf Stellungen in Syrien, ihm gegolten h\u00e4tten. So, als w\u00fcrde ihn der Tod von Syrern und selbst der eigenen Hizbollah-M\u00e4nner, nichts angehen! Wichtig ist f\u00fcr ihn zu dementieren, dass iranische Staatsb\u00fcrger unter den Opfern waren. Schlie\u00dflich jedoch gab der Zionistenstaat bekannt, einen gro\u00dfen Schlag gegen den Iran in Syrien ausgef\u00fchrt zu haben. <em>Ein israelischer Milit\u00e4rsprecher erkl\u00e4rte, israelische Kampfflugzeuge h\u00e4tten am heutigen Samstag, den 24. August 2019, iranische Einheiten nahe Damaskus angegriffen, die vorhatten, Drohnen auf Ziele in Israel zu richten. Weiter hei\u00dft es in einer Stellungnahme der Armee, der Milit\u00e4reinsatz habe Einheiten der Al-Quds Brigade sowie schiitischen Milizen gegolten, die in den vergangenen Tagen verst\u00e4rkt Pl\u00e4ne schmiedeten, um von Syrien aus Angriffe auf Stellungen in Israel zu f\u00fchren. Ein Milit\u00e4rsprecher sagte Reportern, die Einheiten h\u00e4tten geplant, mit \u201eKillerdrohnen\u201c Ziele in Israel anzugreifen.<\/em> (DW, 24.08.2019) Dieser Vorfall stellt eine offene und direkte milit\u00e4rische Herausforderung des Iran durch den Zionistenstaat dar, was einem Krieg die T\u00fcren weit ge\u00f6ffnet h\u00e4tte, h\u00e4tte der Iran darauf reagiert, obwohl es auf iranischer Seite durch die zionistischen Angriffe Todesopfer gab. <em>Die Syrische Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte best\u00e4tigte am Sonntag den Tod zweier Hizbollah-Mitglieder und eines weiteren iranischen Opfers nach einem israelischen Bombardement nahe Damaskus<\/em>. (Al-Arabiya Net 25.08.2019) Doch weil die USA nicht m\u00f6chten, dass der Iran sich auf einen Krieg mit dem Zionistenstaat einl\u00e4sst, in dessen Wirren die USA hineingezogen werden k\u00f6nnten, hat der Iran den Tod iranischer K\u00e4mpfer nach dem Luftangriff dementiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Was den Irak betrifft, so hat der Zionistenstaat seit Anfang August 2019 damit begonnen, Waffendepots der Iraner sowie Milit\u00e4rlager der Popular Mobilation Units, des sogenannten Hashd al-Sha\u2019bi anzugreifen, in denen sich auch iranische Milit\u00e4rexperten aufhalten sollen. Damit sorgt der Zionistenstaat f\u00fcr eine erhebliche Versch\u00e4rfung des Konflikts mit dem Iran. Dazu z\u00e4hlt etwa die Bombardierung des ebenfalls zum Hashd al-Sha\u2018bi geh\u00f6renden Saqr-Camps am 12.08.2019, das sich s\u00fcdlich von Bagdad befindet. Es handelte sich um den dritten Luftanschlag binnen weniger Wochen. Auch kam es zu einem Angriff auf die Shuhada-Kaserne in der irakischen Provinz Salah ad-Din. Auch dieses Camp geh\u00f6rt dem Hashd al-Sha\u2018bi. Dar\u00fcber hinaus griff der Zionistenstaat Waffenlager und Fachleute des Iran direkt an. \u201eFrance Press\u201c zitierte einen Polizeioffizier der Provinz Salah ad-Din nach Begutachtung des Anschlagsorts. Demnach war der Tote ein Mitglied des Hashd al-Asha\u2018bi, w\u00e4hrend es sich bei den Verwundeten um iranische Milit\u00e4ringenieure gehandelt haben soll, die sich im Camp aufhielten. (Arab 48, 12.08.2019) Anschlie\u00dfend kam es am 25.08.2019 zum Beschuss eines weiteren St\u00fctzpunktes nahe der irakischen Stadt al-Qaim sowie auf einen Fahrzeugkonvoi. Und um die Lage zu deeskalieren, spielte der Irak die Opferzahlen herunter, w\u00e4hrend der Iran bestritt, dass es iranische Todesopfer gab. Doch es ist deutlich geworden, und das ziemlich offenkundig, dass der Zionistenstaat dazu \u00fcbergegangen ist, den Iran nicht nur in Syrien, sondern auch im Irak direkt herauszufordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens<\/strong>: Bei Analyse der obigen Punkte k\u00f6nnen wir Folgendes schlussfolgern:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Gro\u00dfbritannien wurde vom Iran gedem\u00fctigt, einmal durch die Provokationen gegen seine Schiffe im Golf und ebenso durch den noch immer beschlagnahmten britischen Tanker. All das treibt die Briten dazu an, einen Krieg gegen den Iran anzuzetteln, in welchen sie die Amerikaner verstricken. Und selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcrde sich auch Gro\u00dfbritannien &#8211; um sich am Iran zu r\u00e4chen \u2013 an einem solchen Krieg beteiligen. Daher ist Gro\u00dfbritannien bestrebt, dass der Ton in Richtung Iran weiter aggressiv bleibt. Und deswegen zeigte sich London der optimistisch klingenden \u00c4u\u00dferung des US-Verteidigungsministers gegen\u00fcber ablehnend. US-Verteidigungsminister Esper betonte im Londoner Royal United Services Institut: \u201eIrgendwie scheint es, dass der Iran sich langsam einem Zustand n\u00e4hert, in welchem wir Gespr\u00e4che mit ihm f\u00fchren k\u00f6nnen. Wir hoffen, dass es so weitergeht.\u201c Auf die Frage, worauf sich diese Feststellung gr\u00fcndet, die ihm auf einer sp\u00e4teren Pressekonferenz gestellt wurde, erwiderte Esper, dass dies im Lichte einiger Kommentare geschah, die die Iraner nach dem G7-Gipfel \u00e4u\u00dferten. (Reuters, 06.09.2019) Gro\u00dfbritannien lehnte jedoch, wenn auch in verdeckter Form, einen solchen Ton ab. So erkl\u00e4rte der britische Verteidigungsminister auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Esper am Freitag, London w\u00fcrde den Vereinigten Staaten stets bei den Gespr\u00e4chen mit dem Iran Hilfestellung leisten, wenn ein Abkommen m\u00f6glich ist. Doch er hob nachdr\u00fccklich hervor, dass man den Iran nach den Handlungen und nicht nach den \u00c4u\u00dferungen beurteilen sollte. (Reuters, 06.09.2019) Und so befindet sich Gro\u00dfbritannien inmitten des brodelnden Irankonflikts, wobei &#8211; wie ausgef\u00fchrt &#8211; zahlreiche Faktoren die Briten dazu dr\u00e4ngen, einen Krieg gegen den Iran anzufachen. Und was dieses Ziel betrifft, gibt es zwischen Gro\u00dfbritannien und dem Zionistenstaat einen Schnittpunkt. So haben die Angriffe des Zionistenstaates, nachdem der Iran den britischen \u00d6ltanker im Golf am 22. August beschlagnahmt hatte, zugenommen, so etwa auf Syrien am 24. August und auf den Irak und den Libanon am 25. August, was einem harmonischen Zusammenspiel (zwischen dem Zionistenstaat und Gro\u00dfbritannien) durchaus \u00e4hnelt. Deshalb f\u00e4llt es nicht schwer zu sagen, dass die Briten dabei sind, den Zionistenstaat in einen Krieg mit dem Iran und dessen Milizen in der Region zu zerren und die entsprechenden Kr\u00e4fte zu mobilisieren, die ihn zu einem solchen Krieg verf\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Der Zionistenstaat seinerseits f\u00fcrchtet in der Tat Irans Macht. Er will einen Krieg gegen ihn anzetteln und die USA mit hineinziehen. Doch hat er den sanften Unterton der Amerikaner gegen\u00fcber dem Iran wahrgenommen und bemerkt, dass diese einen Krieg mit dem Iran nicht wollen. Vielmehr f\u00fchren die USA eher politische Man\u00f6ver durch, die in milit\u00e4rische Drohgeb\u00e4rden und in den Aufbau einer angespannten Atmosph\u00e4re am Golf verpackt sind. Dies, um zwei Zielen zu erreichen: Um die Europ\u00e4er, die um ihre Schiffe bangen, zu st\u00f6ren und um sie mittels des Iran zu dem\u00fctigen, hier vor allem die Briten, damit diese auf Linie mit der US-Politik gebracht werden. Dar\u00fcber hinaus sollen die Golfstaaten mit dem Vorwand, sie vor der iranischen Gefahr sch\u00fctzen zu m\u00fcssen, finanziell erpresst werden! Bezweckt wird mit der Eskalation am Golf also kein Krieg gegen den Iran! Und das genau best\u00e4tigt das Verhalten der Amerikaner gegen\u00fcber dem Iran. So hat der Iran am 20.06.2019 eine US-Drohne abgeschossen, was von den Amerikanern lautlos abgehandelt wurde. Ferner kommt von US-Seite stets die wiederkehrende Aussage, man wolle keinen Krieg mit dem Iran und auch keinen Regimewechsel. Und als sich die Krise dann noch versch\u00e4rfte, sprachen die Amerikaner offen von Verhandlungen mit dem Iran! So geschehen in der bereits zitierten Erkl\u00e4rung des US-Verteidigungsministers Esper, der meinte: \u201eEs scheint irgendwie, dass der Iran sich langsam einem Zustand n\u00e4hert, der Gespr\u00e4che zul\u00e4sst. Wir hoffen, dass es so weitergeht.\u201c (Reuters, 06.09.2019) Pr\u00e4ziser wurde es noch, als die Medien \u00fcber ein Treffen zwischen Trump und Rohani am Rande der UN-Vollversammlung in New York spekulierten, bei dem es um die Sanktionen und die bilateralen Beziehungen gehen sollte. Einige Zeitungen bezeichneten es gar als Deal! <em>Ein m\u00f6glicher iranisch-amerikanischer Deal zwingt Netanjahu zu einem Besuch Moskaus.(\u2026) Die Quellen wiesen darauf hin, dass Netanjahu beunruhigt sei, angesichts eines m\u00f6glichen iranisch-amerikanischen Deals, der der \u201eIslamischen Republik\u201c eine Fortsetzung ihres Atomprogramms sichern und die verh\u00e4ngten US-Sanktionen aufheben w\u00fcrde. Was den israelischen Premierminister Netanjahu am meisten beunruhigt, w\u00e4re die k\u00fcnftige Pr\u00e4senz des Iran in Syrien aufgrund dieses Deals, so die Quellen.<\/em> (Al-Arab, 09.09.2019) Das ist es auch, was Netanjahu zu einem Besuch nach Sotschi veranlasst hat. Er wollte die Position Russlands wissen, sollte es zu einer Konfrontation kommen, zumal es noch die russisch-iranischen Abkommen gibt. Netanjahu sagte kurz vor seiner Reise in den Badeort Sotschi, wo er sich zu Gespr\u00e4chen mit Putin treffen wollte: \u201eDies ist zu diesem Zeitpunkt eine besonders wichtige Reise. Derzeit operieren wir an einer Reihe von Fronten in einer Ausdehnung von 360 Grad, um die Sicherheit Israels zu gew\u00e4hrleisten, w\u00e4hrend der Iran und seine Stellvertreter versuchen, uns anzugreifen.\u201c (Al-Sharq al-Awsat, 12.09.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Den USA ist die Gefahr der britischen Politik, den Zionistenstaat in einen Krieg gegen den Iran und seine Verb\u00fcndeten in der Region zu treiben, bewusst. Der Schaden, den dieser Krieg anrichten w\u00fcrde, w\u00fcrde sich nicht nur auf den Iran und seine Partner beschr\u00e4nken. Er w\u00fcrde den Zionistenstaat ebenso treffen wie auch die Amerikaner, die dem Treiben nicht einfach zuschauen k\u00f6nnten, w\u00e4hrend der Zionistenstaat in einen Krieg verwickelt wird. Daher haben sie die Vorf\u00e4lle vom 25. August im Libanon, im Irak und einen Tag zuvor in Syrien sehr ernstgenommen und offenbar begonnen, die britischen Bem\u00fchungen zu torpedieren, nachdem sie Kenntnis dar\u00fcber erlangt hatten, dass Premierminister Netanjahu Gro\u00dfbritannien besuchen wollte und dieser Besuch den Stempel milit\u00e4rischer Planungen zu tragen schien. Denn <em>begleitet wurde Netanjahu vom nationalen Sicherheitsberater Meir Ben-Shabbat, vom Marinekommandeur Amikam Norkin und vom Direktor der Abteilung f\u00fcr Operationen bei den Verteidigungsstreitkr\u00e4ften Generalmajor Aharon Haleva<\/em>. Eine Milit\u00e4rische Planung mit Gro\u00dfbritannien bedeutet, dass der Zionistenstaat Einrichtungen der britischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte \u201eAkrotiri\u201c und \u201eDiklia\u201c auf Zypern nutzen w\u00fcrde oder dass sich die britische Luftwaffe und Marine in den beiden St\u00fctzpunkten heimlich beteiligen k\u00f6nnten. Und das ist ganz und gar nicht abwegig, angesichts der Ohrfeigen, die, wie erw\u00e4hnt, die Briten vom Iran kassierten. Nachdem die Amerikaner nun davon erfahren hatten, wollten sie den Besuch zum Scheitern bringen, indem sie ihren Verteidigungsminister nach London schickten, um sich mit Netanjahu zu treffen, um die Sicherheitsbed\u00fcrfnisse des Zionistenstaates zu er\u00f6rtern und ihm die Zusage zu erteilen, sich seine Sicherheitsneurosen bez\u00fcglich des Iran anzuh\u00f6ren. Damit sollte dem Zionistenstaat die Gewissheit vermittelt werden, die Sicherheit des Staates sei gew\u00e4hrleistet und vor jeglicher Gefahr gesch\u00fctzt. Doch unter dem Strich sollte er nur davon abgehalten werden, einen Krieg zu beginnen und mit den Briten zu kooperieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viertens:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher spricht alles daf\u00fcr, dass die London-Reise Netanjahus den Zweck hatte, Schritte f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung der milit\u00e4rischen Konfrontation mit dem Iran zu er\u00f6rtern, die den Amerikanern keine andere Wahl lassen sollte, als sich daran zu beteiligen. Vermutlich wird Gro\u00dfbritannien diese Linie weiterverfolgen, d.&nbsp;h. dem Zionistenstaat einen Krieg schmackhaft zu machen und ihm die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung zur Verf\u00fcgung zu stellen, wie die Nutzung der Milit\u00e4rbasen auf Zypern und anderswo und ihm die erforderlichen Erleichterungen in jenen L\u00e4ndern zu bieten, die der britischen Einflusssph\u00e4re unterstehen, wie insbesondere Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Demgegen\u00fcber werden die Amerikaner den Iran und seine Milizen weiterhin dazu antreiben, auf die sanfte Tour zu kontern, ohne dass es zu einem harten Gegenschlag kommt. Und das ist seit Jahrzehnten die gewohnte Schiene, die von der sogenannten \u201eAchse des Widerstandes\u201c gefahren wird, n\u00e4mlich \u201ezum gegebenen Zeitpunkt und am passenden Ort darauf zu antworten\u201c, oder: Nur so weit zu antworten, dass das Gesicht gewahrt bleibt, jedoch ohne wirklichen Effekt. Au\u00dferdem sind die Amerikaner auch innerhalb des Zionistenstaates aktiv, um einen Krieg zu verhindern, und zwar \u00fcber den US-Einfluss innerhalb der Armee des Staates. Der Zustand \u00e4hnelt dem des Jahres 2012, wonach laut j\u00fcdischen Quellen der Zionistenstaat gegen den Iran Spionage betrieb, um ihn anzugreifen, w\u00e4hrend die USA den Zionistenstaat ausspionierten, um in Erfahrung zu bringen, welche Pl\u00e4ne dieser gegen den Iran schmiedete, um ihn an seinem Vorhaben zu hindern. Die gleiche Konstellation haben wir heute. Auch wenn die Waagschale Amerikas hin zur Verhinderung eines Krieges schwerer ist als die der Briten hin zur Entfachung eines Krieges, so bleibt die Situation trotzdem explosiv: Auf der einen Seite der Zionistenstaat, der von den Briten und deren Werkzeugen in Versuchung gef\u00fchrt und gef\u00f6rdert wird, und auf der anderen Seite der Iran und seine Milizen. Dazwischen stehen die Amerikaner, die zwischen beiden Seiten den Taktstock schwingen, bis sich die Angelegenheit zugunsten einer der Seiten entschieden hat!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was den Russland-Besuch betrifft, so diente er einem ganz anderen Zweck jener in Gro\u00dfbritannien. Die erste Visite nach Gro\u00dfbritannien galt dem Ziel, die Anstrengungen zwischen Netanjahu und Gro\u00dfbritannien zu koordinieren, mit denen die Ereignisse am Golf befeuert werden sollten, um eine Konfrontation mit dem Iran zu erreichen und Amerika in die Verlegenheit zu bringen, sich daran beteiligen zu m\u00fcssen. Mit der Reise nach Russland sollte hingegen die Position Russlands, was die Pr\u00e4senz des Iran und die seiner Raketen in Syrien anbelangt, in Erfahrung gebracht werden. Auch wollte Netanjahu wissen, ob Russland willens w\u00e4re, \u201esanften Druck\u201c auszu\u00fcben, damit der Iran aus Syrien abzieht oder zumindest soweit Abstand von Pal\u00e4stina h\u00e4lt, dass ballistische Raketen dem Zionistenstaat nichts anhaben k\u00f6nnen. Der Russland-Besuch galt also nicht dem Zweck, eine Konfrontation mit dem Iran zu koordinieren. Schlie\u00dflich ist Russland in Form von Abkommen mit dem Iran verb\u00fcndet, eine entsprechende Anti-Iran-Kooperation zwischen dem Zionistenstaat und Russland daher nicht zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcnftens<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend sei gesagt, dass es die dummdreisten Herrscher in den L\u00e4ndern der Muslime sind, die den ungl\u00e4ubigen Kolonialisten den Zutritt erlauben. Vielmehr scheren sich diese weder um Erlaubnis noch um Einwilligung! Sie mischen sich in die Angelegenheiten der Muslime ein, legen die L\u00f6sungen vor und schmieden die Pl\u00e4ne zur Verwirklichung eigener und zur Zerst\u00f6rung muslimischer Interessen. Und wenn von den Muslimen, den Eigent\u00fcmern dieser L\u00e4nder, Gruppen oder Parteien zur Wahrheit aufrufen und die korrekte islamrechtliche L\u00f6sung f\u00fcr unsere Angelegenheiten vorlegen, die darin besteht, dass die islamische Lebensweise wiederaufgenommen und das Kalifat wiedererrichtet werden muss, dann gilt es als Verletzung des Gesetzes \u2013 es folgt Verurteilung, Folter, Inhaftierung usw. So verbietet man dem Aufrichtigen den Mund, w\u00e4hrend dem Gepl\u00e4rr der Boshaften T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet wird!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Wahrheit wird sich &#8211; mit Allahs Erlaubnis &#8211; durchsetzen und die Falschheit wird ein Ende finden.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0633\u064e\u064a\u064e\u0639\u0652\u0644\u064e\u0645\u064f \u0627\u0644\u064e\u0651\u0630\u0650\u064a\u0646\u064e \u0638\u064e\u0644\u064e\u0645\u064f\u0648\u0627 \u0623\u064e\u064a\u064e\u0651 \u0645\u064f\u0646\u0652\u0642\u064e\u0644\u064e\u0628\u064d \u064a\u064e\u0646\u0652\u0642\u064e\u0644\u0650\u0628\u064f\u0648\u0646<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und diejenigen, die Unrecht tun, werden erfahren, welche Einkehr sie nehmen werden.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">26:227<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0641\u0650\u064a \u0630\u064e\u0644\u0650\u0643\u064e \u0644\u064e\u0630\u0650\u0643\u0652\u0631\u064e\u0649 \u0644\u0650\u0645\u064e\u0646\u0652 \u0643\u064e\u0627\u0646\u064e \u0644\u064e\u0647\u064f \u0642\u064e\u0644\u0652\u0628\u064c \u0623\u064e\u0648\u0652 \u0623\u064e\u0644\u0652\u0642\u064e\u0649 \u0627\u0644\u0633\u064e\u0651\u0645\u0652\u0639\u064e \u0648\u064e\u0647\u064f\u0648\u064e \u0634\u064e\u0647\u0650\u064a\u062f\u064c<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Hierin lieg wahrlich eine Ermahnung f\u00fcr denjenigen, der Verstand besitzt oder hinh\u00f6rt und Zeuge ist.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">50:37<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">14. Mu\u1e25arram 1441 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">13. September 2019 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Am 12. 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