{"id":10443,"date":"2019-12-31T00:00:00","date_gmt":"2019-12-31T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10443"},"modified":"2019-12-31T00:00:00","modified_gmt":"2019-12-31T00:00:00","slug":"die-volksaufstaende-im-irak-im-libanon-und-im-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10443","title":{"rendered":"Die Volksaufst\u00e4nde im Irak, im Libanon und im Iran"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Die Volksaufst\u00e4nde im Irak, im Libanon und im Iran<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wissen, dass die Volksaufst\u00e4nde im Irak ebenso wie im Libanon und im Iran spontan begannen, so wie es in den generellen Richtlinien vom 05.11.2019 ausgef\u00fchrt wurde. Ist das noch immer der Fall? Spielen die Europ\u00e4er in diesen drei L\u00e4ndern, in denen die USA den Einfluss haben, auch eine Rolle? Und bleibt die Lage in den drei L\u00e4ndern, wie sie ist? Oder sind die USA dabei, diese Vasallen bzw. den ein oder anderen von ihnen \u00fcber den normalen Weg bzw. mittels des Milit\u00e4rs zu ersetzen, so wie sie es in \u00c4gypten oder im Sudan getan hatten? <em>\u011eaz\u0101k All\u0101hu \u1e2bairan<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Antwort auf die obigen Fragen zu verdeutlichen, werden wir die folgenden Punkte kurz beleuchten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: Die Gr\u00fcnde und Motive f\u00fcr die Proteste:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat, die Proteste in den drei L\u00e4ndern begannen spontan. Die Motive lauten \u2013 zusammengefasst &#8211; wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.<\/strong><strong>Die Proteste im Irak<\/strong>: Im Irak kam es Anfang Oktober zu Massenprotesten in Form von Demonstrationen und Sitzstreiks und f\u00fchrten im weiteren Verlauf zur Schlie\u00dfung von Br\u00fccken in Bagdad und anderer wichtiger Stra\u00dfen. Die Menschen protestierten gegen die zunehmend desolate Wirtschaftslage im Land, gegen die grassierende Korruption auf der Finanz- und Verwaltungsebene im Regierungsapparat sowie gegen die steigende Arbeitslosigkeit. Die Proteste begannen spontan, nachdem das Fass zum \u00dcberlaufen kam und die Lebensbedingungen der Menschen nicht mehr zu ertragen waren. Obgleich seit sechzehn Jahren an der Macht, hat es die Regierung weder vermocht, das Stromproblem zu l\u00f6sen noch f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die jungen Menschen und die Absolventen zu sorgen noch die Grundbed\u00fcrfnisse der Menschen zu stillen. Dies, trotz des immensen Erd\u00f6lreichtums. Und so brachen sich die Proteste Bahn und forderten fast 350 Todesopfer und Tausende Verwundete und Inhaftierte. Die B\u00fcros pro-iranischer Regierungsparteien wurden in Brand gesetzt. Am 4. November 2019 wurde in der Umgebung des iranischen Konsulats in Kerbela Feuer gelegt, das Geb\u00e4ude mit Steinen beworfen und die Entfernung des Konsulats aus der Stadt gefordert. Am 27.11.2019 wurde auch in der irakischen Stadt Najaf das iranische Konsulat angez\u00fcndet. Was die irakische Regierung jedoch am meisten in Schock und Schwindel versetzte, war jedoch die Tatsache, dass diese Protestwelle neben Bagdad auch St\u00e4dte wie Nasiriya, Kerbela, Najaf und weitere St\u00e4dte im S\u00fcden des Landes erfassten, welche das Regime als seine Hochburgen betrachtet. Die Auswirkungen waren so heftig, dass Adel Abdul Mahdi sich nicht mehr an der Macht halten konnte und am 30.11.2019 seinen R\u00fccktritt einreichte, dem das Parlament am 01.12.2019 zustimmte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Die Proteste im Libanon<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirtschaftlich ist der Libanon so gut wie bankrott! <em>Anfang des Jahres 2019 lag die Staatsverschuldung des Libanon bei 85,32 Milliarden US-Dollar<\/em>. (Al-Arabi al-Jadid, 15.03.2019) Es ist eine immense Schuldenlast, f\u00fcr deren Zinsen der Libanon rund die H\u00e4lfte seiner \u00f6ffentlichen Einnahmen aufwenden muss<em>. Der Anteil der Staatsschulden macht 152 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und fast die H\u00e4lfte der Staatseinnahmen wird f\u00fcr die Tilgung der Zinsen aufgewendet.<\/em> (BBC, 28.10.2019) Diese kapitalistischen Verbrechen f\u00fchrten zu <em>einer hohen Arbeitslosenquote im Libanon, die in der Altersgruppe der unter 35-J\u00e4hrigen bei 37% liegt<\/em>. (BBC, 26.11.2019) Angesichts dieser wirtschaftlichen Verw\u00fcstung, die die politische Elite dem Volk hinterlassen hat, entfachte die \u201eWhattsApp-Steuer\u201c am 17.11.2019 die Proteste auf den Stra\u00dfen des Libanon und lie\u00df die B\u00fcros von Abgeordneten, insbesondere im S\u00fcdlibanon, in Flammen aufgehen. So entz\u00fcndeten sich die Proteste in Beirut, Nabatiye und Sur, wo die Menschen scharenweise auf die Stra\u00dfe gingen. Rasch forderte man den R\u00fccktritt der Regierung und, mehr noch, den Austausch der gesamten politischen Elite im Land. In ihrer Sicherheitsmentalit\u00e4t, von der sich der Staat und seine Anh\u00e4ngerschaft im Libanon inspirieren lassen, versuchten Anh\u00e4nger der Iran-Partei (Hizbollah) am 24. und 25. Oktober die Demonstranten einzusch\u00fcchtern, indem sie die Demonstrationspl\u00e4tze st\u00fcrmten. Gleiches wiederholten sie zusammen mit Anh\u00e4ngern der Amal-Bewegung in Beirut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Die Proteste im Iran<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das iranische Regime war um keinen Deut besser als die L\u00e4nder seiner Achse, der sogenannten \u201eIran-Achse\u201c, zu welcher der Irak, der Libanon und davor noch Syrien geh\u00f6ren. Dem Regime fehlt beim Regieren des Landes der Blick f\u00fcr die Betreuung der Angelegenheiten der Menschen. Das erm\u00f6glichte der iranischen Revolutionsgarde, breite Teile der Wirtschaft zu kontrollieren und die von Nichtpersern bewohnten Regionen an den \u00e4u\u00dferen R\u00e4ndern zu marginalisieren. So bildete sich ein G\u00fcrtel aus \u201eSt\u00e4dten des Elends\u201c an der Peripherie des Staates und schuf explosive wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse &#8211; sowohl im Zentrum als auch in den Randgebieten. Es ist besch\u00e4mend f\u00fcr ein Regime, das mit seinem Nuklear- und Raketenprogramm prahlt, wenn die Menschen dort wegen Spritmangels auf die Stra\u00dfen gehen! Dieser Mangel resultierte aus der unzureichenden Anzahl an Raffinerien im Land, also industriellen Anlagen, die nichts Schwieriges darstellen sollten f\u00fcr Staaten, die die Interessen ihrer B\u00fcrger so wahrnehmen, wie es sich geh\u00f6rt. Obwohl der Benzinverbrauch im Iran seit 2017 um 40 Prozent gestiegen ist und die Inbetriebnahme einer Raffinerie in der Provinz Hormozgan misslang, wird ein Gro\u00dfteil des Benzins aufgrund des Preisunterschieds ins Ausland geschmuggelt. Dahinter stecken Banden. Sie ausfindig zu machen, w\u00e4re f\u00fcr den Staat gewiss nicht schwer, was eine weitere Manifestation f\u00fcr das Versagen des Staates ist, eines der wichtigsten vitalen Einnahmequellen zu verwalten, n\u00e4mlich das Erd\u00f6l! Die Folge war, dass der iranische Staat die Benzinpreise um 300 Prozent erh\u00f6hte, woraufhin am 15.11.2019 in Teheran und in Dutzenden anderen St\u00e4dten des Iran Proteste ausbrachen. Die Unruhen wurden heftiger, Banken wurden in Brand gesetzt und \u00f6ffentliche Einrichtungen sowie Sicherheits- und Regierungsb\u00fcros gest\u00fcrmt. Um die Kommunikation unter den Protestierenden zu unterbinden, sperrte die Regierung daraufhin das Internet. Das Regime griff auf die h\u00f6chste Gewaltstufe zur\u00fcck, um der Proteste Herr zu werden, und ging mit eiserner Hand gegen die Demonstranten vor. <em>W\u00e4hrend die iranischen Sicherheitskr\u00e4fte rigoros gegen die Demonstranten vorgingen, dokumentierte die iranische Opposition am 23. November, dass die Zahl der Toten bei den Protesten dreihundert \u00fcberschritten habe &#8211; neunundneunzig von ihnen namentlich bekannt &#8211; und die der Verletzten bei viertausend liege. Dar\u00fcber hinaus sei die Zahl der Festgenommenen auf zehntausend Personen angestiegen. Sie wies ebenfalls darauf hin, dass die Revolutionsgarden Leichen aus dem Krankenhaus zu einem unbekannten Ort transportiert h\u00e4tten.<\/em> (Independent Arabiya, 24.11.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens: Handelt es sich nach wie vor um spontane Proteste, ohne Einmischung der Europ\u00e4er?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Europa hat versucht, die Proteste auszunutzen<strong>. <\/strong>Doch die Europ\u00e4er waren nicht effektiv bzw. einflussreich genug, um den amerikanischen Einfluss in den drei L\u00e4ndern zu durchbrechen. Die Erl\u00e4uterung lautet wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Die europ\u00e4ischen Versuche im Irak:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie bereits erw\u00e4hnt, sind die Proteste im Irak und besonders in den s\u00fcdlichen Gebieten eskaliert und haben sich speziell auf die schiitischen Regionen verlagert. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass die Europ\u00e4er, insbesondere die Briten, versuchten, diese Proteste auszunutzen. Obwohl es keine verl\u00e4sslichen Belege f\u00fcr die Intervention der Briten gibt, ist der Iran diesbez\u00fcglich auf der Hut. Er ist von diesem Gedanken so besessen, dass sogar Teherans Freitagsprediger Muhammad Ali Mowahedi Karma w\u00e4hrend seiner Predigt die irakischen Demonstranten als \u201eenglische Schiiten\u201c bezeichnete und erg\u00e4nzend hinzuf\u00fcgte: \u201eEinige abweichlerische Gruppierungen, die wir als Schiiten der Engl\u00e4nder bezeichnen, haben sich in die Reihen des irakischen Volkes geschlichen.\u201c (Iran International, 01.11.2019) Seine Aussage spiegelt die Bef\u00fcrchtung der iranischen Verantwortlichen wider, Gro\u00dfbritannien k\u00f6nnte die Volksbewegung f\u00fcr sich ausnutzen. Zudem versuchte der Iran, den Demonstranten zu drohen, indem er sie als Vasallen der Briten bezeichnete, zumal Gro\u00dfbritannien mehr oder weniger offen die Demonstranten unterst\u00fctzt. So erkl\u00e4rte die britische Botschaft auf ihrem offiziellen Twitter-Account, die friedlichen Demonstrationen seien ein Recht des irakischen Volkes. \u201eDie Gewalt gegen die Demonstranten ist nicht akzeptabel (\u2026) Unsere Gebete gelten den Verletzten und den Angeh\u00f6rigen derjenigen, die ihr Leben bei den Demonstrationen verloren haben.\u201c (Sputnik, 05.11.2019) Dieselbe Position gab auch der britische Staatsminister Andrew Morrison wieder, wie auf der Website von <em>Al-Ain al-Ikhbariya<\/em> am 27.10.2019 zu lesen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Die Versuche Europas im Libanon<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist kein Geheimnis, dass im Libanon sowohl die Getreuen der USA als auch die der Europ\u00e4er nach Belieben schalten und walten. Es ist ebenfalls bekannt, dass die Getreuen Amerikas &#8211; ob es die direkten Handlanger sind, wie Michel Aoun und Nabih Berri, oder die indirekten, wie Hizbollah via Iran &#8211; materiell besser aufgestellt sind, w\u00e4hrend die Getreuen Europas, d.&nbsp;h. Gro\u00dfbritanniens und Frankreichs, den schw\u00e4cheren Part einnehmen. Zu ihnen geh\u00f6ren Samir Ja\u00b4ja\u00b4 und Walid Jumblat. Was Saad al-Hariri betrifft, so ist er das schw\u00e4chste Glied unter ihnen, da er mit einem Fu\u00df in Europa und mit dem anderen im proamerikanischen Saudi-Arabien steht. Diese Handlanger sind gar nicht in der Lage, eine Entscheidung herbeizuf\u00fchren. Sie unternehmen vielmehr Aktionen, die die jeweils andere Seite verwirren soll. So haben beispielsweise die Minister der vier libanesischen Kr\u00e4fte am 19.10.2019 ihren R\u00fccktritt aus der Regierung erkl\u00e4rt, deren Sturz die Demonstranten fordern. Ministerpr\u00e4sident Saad al-Hariri setzte am 18.10.2019 ein Ultimatum von 72 Stunden, um die Krise in den Griff zu bekommen. Anschlie\u00dfend reichte er am 29.10.2019 seinen R\u00fccktritt ein &#8211; gegen den Wunsch des Staatspr\u00e4sidenten und gegen den Wunsch der Iran-Partei (Hizbollah), die den Libanon sicherheitspolitisch beherrscht. Daraufhin schickte Frankreich seinen Gesandten in den Libanon, den Direktor der Nahost- und Nordafrika-Beh\u00f6rde des franz\u00f6sischen Au\u00dfenministeriums, Christophe Farno. <em>Er \u00fcberbrachte ihm \u2013 gemeint ist Pr\u00e4sident Aoun \u2013 ein Schreiben des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron. Die franz\u00f6sische Regierung unterstrich das Interesse Frankreichs an der Lage im Libanon ebenso wie die Bereitschaft, dem Libanon unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden zu helfen<\/em>. (Al-Arabiya, 13.11.2019) Der Besuch des franz\u00f6sischen Abgesandten stie\u00df nicht gerade auf Akzeptanz bei den Amerika-Getreuen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur <em>teilte Au\u00dfenminister Gebran Bassil dem franz\u00f6sischen Delegierten mit, dass sich \u201ekeinerlei externe Seite\u201c in die libanesische Krise einmischen und sie ausnutzen solle<\/em>. Auch Gro\u00dfbritannien schickte seinen Gesandten Richard Moore in den Libanon, der mit Aoun zu einem Treffen zusammenkam. Er betonte:<em> \u201eGro\u00dfbritannien ist seit langem ein wichtiger Partner und Unterst\u00fctzer des Libanon. Das Land investierte im vergangenen Jahr beispielsweise 200 Millionen US-Dollar zur Unterst\u00fctzung der Sicherheit und der Stabilit\u00e4t, sowie f\u00fcr den Aufschwung und die Souver\u00e4nit\u00e4t des Libanon.\u201c Er f\u00fcgte hinzu: \u201eWichtig ist, dass weiterhin das Recht auf friedliche Proteste respektiert wird. Jede Art der Unterdr\u00fcckung der Proteste durch Gewalt oder Einsch\u00fcchterung, von welcher Seite auch immer, ist absolut inakzeptabel.\u201c<\/em> (Independent Arabiya, 25.11.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Die Bem\u00fchungen Europas im Iran<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie \u00fcblich behauptete das iranische Regime auf Verschw\u00f6rungen und Bedrohungen aus dem Ausland zu reagieren. <em>Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Generalmajor Hussein Salami, drohte heute den USA ebenso wie Israel, Gro\u00dfbritannien und Saudi-Arabien mit \u201eZerst\u00f6rung\u201c, sollten sie im Umgang mit seinem Land die \u201eroten Linien\u201c \u00fcberschreiten. Salami sagte in einer Rede vor regierungsnahen Demonstranten, die vom iranischen Fernsehen \u00fcbertragen wurde: \u201eIch sage Amerika, Israel, Familie Saud und Gro\u00dfbritannien: Ihr habt unsere St\u00e4rke auf den Schlachtfeldern erlebt und ihr wart nicht imstande, uns etwas entgegenzuhalten. Alle konnten unsere Schl\u00e4ge h\u00f6ren.\u201c Er fuhr fort: \u201eWir sagen euch, \u00fcberschreitet nicht unsere roten Linien. Wenn ihr unsere roten Linien \u00fcberschreitet, werden wir euch zerst\u00f6ren.\u201c<\/em> (RT, 25.11.2019) Vom Regime soll der Eindruck vermittelt werden, hinter den Protesten steckten externe Kr\u00e4fte und k\u00e4men nicht von den Menschen selbst, die gro\u00dfes Leid erfahren haben. Alle Zeichen sprechen aber daf\u00fcr, dass die Proteste den Herzen und dem Innern der Menschen entspringen! Doch es scheint, dass die ewige Platte von der fremden Einmischung im iranischen Regime verwachsen ist. Sogar der iranische Prediger des Freitagsgebets in Teheran richtete sich, wie zuvor erw\u00e4hnt, mit dem Vorwurf an die Demonstranten im Irak, sie seien \u201eSchiiten Gro\u00dfbritanniens\u201c. Die Proteste im Iran sind nicht die ersten, und sie werden auch nicht die letzten sein. Sie sind mit hoher Wahrscheinlichkeit spontan entstanden. Es gibt keine Indizien daf\u00fcr, dass internationale M\u00e4chte ihre Finger im Spiel h\u00e4tten. Die Proteste im Iran sind wie jene in Syrien: ein Volk, das gegen die Tyrannenherrscher k\u00e4mpft, deren Politik bei der Betreuung der Interessen der Umma auf ganzer Strecke versagt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Drittens: Was das Auswechseln der Vasallen Amerikas in den drei L\u00e4ndern angeht, so zeigt sich der Sachverhalt wie folgt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Den tats\u00e4chlichen Einfluss in diesen drei L\u00e4ndern haben die USA. Was Europa, d.&nbsp;h. Frankreich und Gro\u00dfbritannien, betrifft, so ist es ihnen nicht gelungen, sich den Einfluss mit den USA zu teilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Bis die Umma sich zu einem richtigen Aufstand erhebt und es in der Folge zu einem wahren Wandel kommt<\/strong>, bis zu diesem Zeitpunkt also, werden die Regenten dieser drei L\u00e4nder weiterhin Spielfiguren der amerikanischen Politik bleiben. Die Amerikaner lassen sie entweder weiter an der Macht oder sie ersetzen sie, je nach Situation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Das, was ungl\u00e4ubige Kolonialstaaten stets von ihrem Vasallen erwarten, ist, ihren Interessen zu dienen. Kommt es w\u00e4hrend der Amtszeit eines Vasallen zu Aufst\u00e4nden oder Unruhen, setzt man ihm eine kalkulierte Frist. Gelingt es ihm nicht, die Lage in den Griff zu bekommen, ist er also nicht mehr in der Lage, seinem Herrn zu dienen, wird er ausgetauscht. Als Instrument daf\u00fcr dient das L\u00fcgenm\u00e4rchen von der sogenannten Demokratie. Dies, indem man einen neuen Vasallen mit weniger Dreck auf der Weste herbeibringt und ihn auf den Platz des alten Vasallen setzt. Das geschieht dann, wenn die Krise nicht allzu kompliziert ist. Ist sie zu verzwickt, ist das Milit\u00e4r das Instrument, so wie in \u00c4gypten 2011 und im Sudan 2019 geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Viertens: Wenn man die erwartete Ver\u00e4nderung in den drei L\u00e4ndern im Lichte der aktuellen Ereignisse betrachtet, so zeigt sich Folgendes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Zum Iran<\/strong>: Von US-Seite hei\u00dft es immer wieder, dass man keinen Regimewechsel im Iran anstrebe. Mit anderen Worten: Egal wie viel Tote es bei den Protesten gibt, aus Sicht der USA dient dieses Regime ihren Interessen. W\u00e4hrend also im Iran das Blut der Muslime durch die Hand des Regimes vergossen wird, sprechen sich amerikanische Verantwortliche f\u00fcr den Weiterbestand des Regimes aus: <em>Ein hochrangiger Beamter im Wei\u00dfen Haus lie\u00df am Sonntag wissen, sein Land wolle keinen Regimewechsel im Iran.<\/em> (Al-Arabiya Net, 17.11.2019) Daher ist aufgrund der im November 2019 ausgebrochenen Proteste mit keinem Regimewechsel im Iran zu rechnen, ebenso wenig wie mit einem Regimewechsel im vergangenen Jahr aufgrund der Proteste gerechnet werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Zum Libanon<\/strong>: Wie erw\u00e4hnt, existieren im Libanon sowohl Getreue Amerikas als auch Getreue Europas, wobei Erstere der st\u00e4rkere Part sind. Das macht es, wie bei Kompromissl\u00f6sungen \u00fcblich, leichter, den Schw\u00e4cheren Zugest\u00e4ndnisse abzuverlangen. Uneinig sind sich die beiden Parteien \u00fcber eine Regierung von Technokraten oder \u201eTechno-Politikern\u201c. Jedenfalls ist zu erwarten, dass die Amerikaner das M\u00e4chtegleichgewicht im Libanon ver\u00e4ndern werden. Das ma\u00dfgebliche Gewicht w\u00fcrden die Amerika-Getreuen haben, wobei die Europa-Getreuen miteinbezogen werden, allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Ebenso w\u00fcrde man die Menschen auf der Stra\u00dfe miteinbeziehen, um sie zu bes\u00e4nftigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Zum Irak<\/strong>: Die USA herrschen, hinter einem Vorhang, beinahe direkt \u00fcber den Irak. So besch\u00e4ftigt die US-Botschaft sechzehntausend Mitarbeiter, die die Arbeit s\u00e4mtlicher irakischer Ministerien, insbesondere des Erd\u00f6l- und Sicherheitssektors, verfolgen. Es handelt sich um die gr\u00f6\u00dfte Botschaft der USA auf der Welt. Zudem besitzen die Amerikaner zahlreiche Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte im Irak. Der bekannteste davon ist die <em>Ain al-Asad Airbase<\/em> in der Provinz Anbar. In der letzten Woche des vergangenen Monats entsandten die Amerikaner verst\u00e4rkt US-Delegationen in den Irak. So traf US-Vize Pence am 23.11.2019 zu einem \u00dcberraschungsbesuch auf dem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt <em>Ain al-Asad<\/em> ein. Und nicht mal eine Woche sp\u00e4ter, am 27.11.2019, entsandten sie den Vorsitzenden des Generalstabs der vereinigten US-Streitkr\u00e4fte, Mark Milley, in die Hauptstadt Bagdad. Das beweist, dass die USA alles konsequent verfolgen, zumal der Irak f\u00fcr die USA ein sensibles Terrain darstellt. Denn sie besetzten den Irak und behaupteten, ihm den Fortschritt bringen zu wollen und st\u00fcrzten ihn doch in Chaos und Zerfall. Und nun f\u00e4llt der Irak von einer Krise in die n\u00e4chste. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, sollte sich die Lage nicht bald beruhigt haben, dass die Amerikaner einen Wechsel \u00fcber den Weg des Milit\u00e4rs herbeif\u00fchren und die Stra\u00dfe an der Regierung mitbeteiligen w\u00fcrden, \u00e4hnlich wie in \u00c4gypten und im Sudan. Es war zu beobachten, dass die irakische Anti-Terror-Einheit, der <em>Iraqi Counter-Terrorism Service<\/em> (ICTS), eine gro\u00dfe milit\u00e4rische Kraft, geschaffen von den Amerikanern und ausgestattet mit modernstem milit\u00e4rischem Equipment, abseits von der Politik der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste steht. Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz scheinen diese Einheiten als Retter anzusehen, die sie von den korrupten Politikern befreien k\u00f6nnten. Sie hielten ein gro\u00dfes Bild von General Abdul-Wahhab al-Saadi hoch, einen der Befehlshaber dieses Dienstes, nachdem al-Mahdi ihn abgesetzt hatte. Diese Anti-Terror-Einheit scheint bei den Demonstranten akzeptiert zu sein, sodass ihr eine Rolle beim Arrangieren einer L\u00f6sung zukommen k\u00f6nnte. Dies von einer Seite. Von der anderen Seite halten die Amerikaner laufend Milit\u00e4rtreffen in Bagdad ab und schicken ihre Abgesandten hin. Hinzu kommen noch die Aktivit\u00e4ten ihrer gro\u00dfen Botschaft in Bagdad. Bei all dem geht es gewiss auch um Regelungen, die die USA f\u00fcr den Notfall treffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abdankung Abdul Mahdis und die Ernennung eines neuen Pr\u00e4sidenten haben darauf keinen Einfluss. Das Problem wird dadurch nicht gel\u00f6st, sondern ist allenfalls eine tempor\u00e4re L\u00f6sung. Das hei\u00dft, die Wunde bleibt offen, bis sie irgendwann heilt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun, die Massenbewegungen in den drei L\u00e4ndern haben sowohl positive als auch negative Aspekte. Positiv ist, dass es sich um spontane Bewegungen handelt und sie es vorwiegend noch sind. Negativ ist, dass sie bis jetzt von keiner F\u00fchrung gelenkt werden, die aufrichtig gegen\u00fcber Allah (t) ist und ehrlich gegen\u00fcber dem Gesandten (s). Einer F\u00fchrung, die dieser Volksbewegung den Weg zur islamischen Regentschaft, dem Rechtgeleiteten Kalifat, erleuchtet. Bleiben diese Massenbewegungen ohne aufrichtige F\u00fchrung und wandeln folglich ohne Rechtleitung weiter, dann werden all ihre M\u00fchen und Opfer umsonst gewesen sein. Die Protestbewegungen werden dann jener gleichen, die ihr Garn, nachdem sie es festgesponnen hatte, wieder aufl\u00f6ste. Und Allah ist Derjenige, der auf den geraden Weg leitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Rab\u012b\u02bf al-\u0100\u1e2bir, 1441 n. H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Dezember 2019 n. Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Wir wissen, dass die Volksaufst\u00e4nde im Irak ebenso wie im Libanon und im Iran spontan begannen, so wie es in den generellen Richtlinien vom 05.11.2019 ausgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":11919,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1291,2691],"class_list":["post-10443","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-irak","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10443"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10443\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}