{"id":10531,"date":"2020-10-25T00:00:00","date_gmt":"2020-10-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10531"},"modified":"2020-10-25T00:00:00","modified_gmt":"2020-10-24T22:00:00","slug":"spiritualitaet-die-emotionale-suche-des-menschen-nach-gott-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10531","title":{"rendered":"Spiritualit\u00e4t \u2013 Die emotionale Suche des Menschen nach Gott (Teil 2)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spiritualit\u00e4t ist ein emotionaler Zustand. Wenn der Mensch ein Ph\u00e4nomen oder eine Realit\u00e4t beobachtet oder erlebt, die in ihm ein starkes Gef\u00fchl der Schw\u00e4che erzeugt und er sich \u00fcberw\u00e4ltigt f\u00fchlt und seine eigene Unf\u00e4higkeit stark wahrnimmt, der Vollkommenheit oder h\u00f6heren Macht, deren Zeuge er geworden ist, gerecht zu werden, wird in ihm ein Gef\u00fchl der Schw\u00e4che oder der Ehrfurcht vor dem, was er erlebt hat, ausgel\u00f6st. Dies ist es, was Iqb\u0101l als <em>\u201ezu best\u00e4ndige und dominante religi\u00f6se Erfahrung in der Geschichte der Menschheit, um als<\/em><em>blo\u00dfe Illusion abgelehnt zu werden\u201c<\/em> bezeichnet. Die Empfindungslogik weist auf das, was Iqb\u0101l als <em>\u201ereligi\u00f6se Erfahrung\u201c<\/em> bezeichnet, sowie auf ihr andauerndes und wiederholtes Auftreten, welches er in der gesamten Menschheitsgeschichte beobachtet hat, hin. Sowohl das, was Iqb\u0101l als religi\u00f6se Erfahrung bezeichnet, als auch das, was man in den Menschen im Laufe der Geschichte und auch heute noch wahrnehmen kann, ist in Wirklichkeit der emotionale Zustand der Ehrfurcht. Die Pr\u00e4senz dieser Empfindung im Menschen l\u00e4sst den Schluss zu, dass diese tats\u00e4chlich ein Teil der menschlichen Natur ist. Ehrfurcht ist ein menschlicher Instinkt. Wann immer Menschen etwas erleben, dass sie als Vollkommenheit, als Gr\u00f6\u00dfe oder als eine \u00fcberw\u00e4ltigende und m\u00e4chtige Kraft empfinden, wird ein Gef\u00fchl der Schw\u00e4che in ihnen, in Bezug auf das \u00dcberw\u00e4ltigende, erzeugt. Diese Emotion weckt in ihnen das Bed\u00fcrfnis, die Kraft, die dieses Gef\u00fchl in ihnen erzeugt hat, zu verehren und zu verherrlichen. Dies ist der Grund daf\u00fcr, dass sich eine der Definitionen von Spiritualit\u00e4t auf die Beziehung des Menschen zum Universum bezieht. Die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit des Universums, seine au\u00dferordentliche Struktur und seine ph\u00e4nomenale F\u00e4higkeit, jegliches Leben auf zusammenh\u00e4ngende Weise zu unterst\u00fctzen, \u00fcberw\u00e4ltigte diejenigen, die die Realit\u00e4t beobachteten. Diese \u00dcberw\u00e4ltigung schuf in ihnen eine Ehrfurcht vor dem Universum und sie versp\u00fcrten das emotionale Bed\u00fcrfnis, diese Gr\u00f6\u00dfe anzuerkennen. Sie konnten das Verlangen nach Huldigung, welches sich in ihnen auftat, nicht erkl\u00e4ren, so dass sie dieses als eine geistige Verbindung mit dem Universum bezeichneten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Seele war also das Geheimnis des Lebens und der Spiritualit\u00e4t. Ein emotionaler Zustand und das emotionale Bed\u00fcrfnis des Menschen, die Gr\u00f6\u00dfe, der er begegnet, zu verehren. Dazu f\u00fchrte die Empfindungslogik. Verwirrung entstand jedoch, als man ohne auch nur irgendeine Form der Wahrnehmung annahm, dass der Grund f\u00fcr die Spiritualit\u00e4t die Seele sei. Der Islam lehrt, dass nur Allah (t) als der einzige Gott verehrt und angebetet werden sollte. Das emotionale Bed\u00fcrfnis des Menschen, eine Macht zu verherrlichen, die gr\u00f6\u00dfer ist als er selbst, wird im Islam durch das islamische \u00dcberzeugungsfundament (<em>\u02bfaq\u012bda<\/em>) befriedigt. So offenbart der Islam, dass es Allah (t) der Allm\u00e4chtige ist, der den Menschen und dieses Universum, welches gewaltig, extrem organisiert und zusammenh\u00e4ngend ist, und alles, was es an lebendigen und leblosen Dingen enth\u00e4lt, erschaffen hat. Er (t) ist der Herr \u00fcber das Universum und kontrolliert dieses nach Seinem (t) Belieben. Ein Muslim ist also nicht fehlgeleitet in seinem emotionalen Bed\u00fcrfnis, jene M\u00e4chte zu huldigen, die er als ihm selbst \u00fcberlegen empfindet. Der Fokus der Spiritualit\u00e4t im Islam, also derjenige, der angebetet werden sollte, ist Allah (t). Deshalb verstehen und erkennen Muslime Spiritualit\u00e4t als einen emotionalen Zustand, in dem sie ihren Sch\u00f6pfer Allah (t) anbeten. Daher ist Spiritualit\u00e4t f\u00fcr sie ein emotionaler Zustand, in dem sie sich Allah (t) n\u00e4her f\u00fchlen. Aufgrund des Einflusses fremder Kulturen, nahmen einige Muslime f\u00e4lschlicherweise an, dass Spiritualit\u00e4t, oder die N\u00e4he zu Allah, mit dem zusammenh\u00e4ngt, was sie als das Geheimnis des Lebens oder als Seele betrachten. Da das Geheimnis des Lebens etwas war, das sie als Teil des menschlichen K\u00f6rpers sahen, verwirrte sie die menschliche Natur. Sie betrachteten den menschlichen K\u00f6rper als Sch\u00f6pfung aus der Seele und setzten diese mit Spiritualit\u00e4t gleich. So bildete sich das Verst\u00e4ndnis, dass die Seele ein Teil des menschlichen K\u00f6rpers ist, welche eine Verbindung zu Allah (t) hat. Der restliche Teil des K\u00f6rpers beherberge nach dieser Auffassung die menschlichen Begierden und k\u00f6rperlichen Bed\u00fcrfnisse. Auf diese Weise entstand bei ihnen das Konzept des Dualismus, gem\u00e4\u00df dem sie den Menschen als ein physisches Wesen betrachten, das aus zwei Teilen besteht \u2013 dem geistigen und dem materiellen. Der geistige Teil war die Verbindung des Menschen mit Allah (t), w\u00e4hrend der materielle Teil die Verbindung des Menschen mit dieser Welt war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Suche eines Muslims nach Spiritualit\u00e4t ist seine Suche nach der N\u00e4he zu Allah (t). Er f\u00fchlt diese N\u00e4he, wenn er vom Anbetungsinstinkt oder von dem, was man auch als den Religi\u00f6sit\u00e4tsinstinkt bezeichnen kann, \u00fcberw\u00e4ltigt wird. Diese Emotion wird von einem Muslim sehr stark empfunden. Wenn er von diesem Gef\u00fchl der Schw\u00e4che in Bezug auf Allah (t) \u00fcberw\u00e4ltigt wird, resultiert dies in Anbetung, wodurch eines seiner emotionalen Bed\u00fcrfnisse befriedigt wird. Es muss jedoch verstanden werden, dass dieses Gef\u00fchl, das wir als Spiritualit\u00e4t bezeichnen, eine direkte Folge des menschlichen Anbetungsinstinktes ist. Es handelt sich dabei um eine menschliche Emotion, die sich nicht von anderen menschlichen Emotionen unterscheidet. So zum Beispiel von der Angst, die den Menschen \u00fcberw\u00e4ltigt, wenn er sich bedroht oder unsicher f\u00fchlt. Diese Emotion unterscheidet sich auch nicht von der Emotion des Altruismus (der Uneigenn\u00fctzigkeit), die wir bei Menschen gegen\u00fcber ihren Nachkommen oder anderen Mitmenschen finden. Sie gleichen sich alle in ihrer Eigenschaft als menschliche Emotion. Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, dass es sich um unterschiedliche emotionale Zust\u00e4nde des Menschen handelt, wenn er auf verschiedene \u00e4u\u00dfere Reize reagiert. Wenn also der Mensch bedroht ist oder sich unsicher f\u00fchlt, erzeugt der \u00dcberlebensinstinkt das emotionale Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit. Die unerbittlichen und unerm\u00fcdlichen Bem\u00fchungen der Mutter, sich um ein Kleinkind zu k\u00fcmmern, der Drang eines Mannes, einem k\u00f6rperlich behinderten Mann zu helfen, oder die Anziehung zwischen M\u00e4nnern und Frauen, sind eine direkte Folge der emotionalen Bed\u00fcrfnisse, die von dem \u00dcberlebens- bzw. Fortpflanzungsinstinkt ausgehen. Ebenso ist das Bed\u00fcrfnis, ein h\u00f6heres Wesen anzubeten, oder das Ph\u00e4nomen, bei dem der Mensch sich gegen\u00fcber einer h\u00f6heren Macht als schwach empfindet, ein emotionales Bed\u00fcrfnis, das aus dem Anbetungsinstinkt oder dem Religi\u00f6sit\u00e4tsinstinkt, wie auch immer man ihn nennen mag, entsteht. Diese drei Instinkte bilden den Kern dessen, was wir als die im Menschen vorhandene Triebkraft bezeichnen. Es sind genau diese Instinkte, die die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse des Menschen hervorrufen, wobei sie jedoch durch einen \u00e4u\u00dferen Reiz ausgel\u00f6st werden. So ist es die \u00e4u\u00dfere Realit\u00e4t oder die Gedanken an diese, welche die Instinkte ausl\u00f6sen. Wenn also keine \u00e4u\u00dfere Realit\u00e4t existiert, die einen bestimmten Instinkt ausl\u00f6st, wird der Mensch nicht dazu in der Lage sein, den besonderen emotionalen Zustand, der mit diesem Instinkt zusammenh\u00e4ngt, zu erleben. Wenn er beispielsweise nicht bedroht wird, wird er keine Angst empfinden. Das bedeutet also, wenn der Mensch nicht mit einer Realit\u00e4t konfrontiert wird, in der er sich in Verbindung mit einer h\u00f6heren Macht schwach f\u00fchlt, wird er nicht das emotionale Bed\u00fcrfnis nach Huldigung empfinden. Das emotionale Verlangen, den Sch\u00f6pfer anzubeten, entsteht im Menschen nur dann, wenn er sich schwach und \u00fcberfordert f\u00fchlt. So kann es geschehen, dass der Mensch Zeuge der Weite des Ozeans oder einer W\u00fcste ist und davon so \u00fcberw\u00e4ltigt wird, dass er das Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrt, denjenigen anzubeten, der diese erschaffen hat. Wenn er jedoch in einer Cafeteria sitzt und sich mit seinen Freunden unterh\u00e4lt oder auf einem Marktplatz spazieren geht, um seine Waren zu verkaufen, wird er sich dadurch vielleicht nicht \u00fcberw\u00e4ltigt f\u00fchlen und damit auch kein Verlangen nach Spiritualit\u00e4t empfinden. Das bedeutet, dass sich der Mensch nicht dauerhaft in einem emotionalen Zustand befindet. Manchmal wird er Sicherheit suchen, um seinen \u00dcberlebensinstinkt zu befriedigen. Diese Spr\u00fcnge von der Spiritualit\u00e4t in andere Zust\u00e4nde oder in einen Zustand der Emotionslosigkeit werden oft f\u00e4lschlicherweise so gedeutet, dass sich der Mensch in diesem Moment in einem \u201emateriellen Zustand\u201c befinde. Der Mensch w\u00fcrde also nie in einem dauerhaft spirituellen Zustand sein. Es wird irrt\u00fcmlich angenommen, dass er im materiellen Zustand verweilt, wenn er sich nicht in einem spirituellen Zustand befindet. Die richtige Schlussfolgerung besteht aber darin, diesen Dualismus \u00fcberhaupt nicht in Betracht zu ziehen, sondern die ganze Frage der Suche nach der N\u00e4he zu Allah (t) aus einer anderen Perspektive zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Suche nach der N\u00e4he zu Allah (t) ist kein emotionaler, sondern ein intellektueller Prozess. Dies ist eine einzigartige Sichtweise auf die Spiritualit\u00e4t. Der Mensch wird von Natur aus nie dauerhaft in seinem spirituellen Zustand verweilen. Selbst wenn jemand von Gef\u00fchlen der Spiritualit\u00e4t \u00fcberw\u00e4ltigt wird, f\u00fchrt dies nur zu Handlungen, die materiell sind. Der Mensch versucht also sein Verlangen nach Anbetung auszudr\u00fccken, indem er entweder dem Sch\u00f6pfer huldigt oder sich vor ihm niederwirft, wobei beides materielle Handlungen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lasst uns nun das intellektuelle Paradigma definieren, das einen Muslim Allah (t) n\u00e4herbringt. Alle Handlungen, ob sie nun in dem Bestreben unternommen werden, den Anbetungs-, den Arterhaltungs- oder den \u00dcberlebensinstinkt zu befriedigen, sind materielle Handlungen. Die Seele, die die Menschen mit dem Geheimnis des Lebens verwechseln und die eine Verbindung zu Allah (t) darstellt, ist keine physische Sache. Sie ist viel eher konzeptionell. Diese Konzeption ist die Erkenntnis, dass es einen allm\u00e4chtigen und lenkenden Gott gibt, der den Menschen, das Leben und das Universum erschaffen hat. Er ist Allah (t). Die Verbindung des Menschen, des Lebens und des Universums mit Allah (t) besteht darin, dass sie alle unter seiner Herrschaft stehen. Das Universum und das Leben darin folgen also dem Weg, den Allah (t) f\u00fcr sie festgelegt hat. Was den Menschen betrifft, so lebt er in zwei Realit\u00e4ten. In der einen Realit\u00e4t hat Allah (t) ihm die Wahl gelassen, seine Handlungen nach seinem Willen auszuf\u00fchren. In der anderen Realit\u00e4t hat Allah (t) ihm einen Weg vorgegeben, d.h. dem Menschen obliegt in dieser Realit\u00e4t keinerlei Wahl. Der Mensch ist nur f\u00fcr jene Realit\u00e4t verantwortlich, in der er eine Wahl hat, w\u00e4hrend er f\u00fcr die Realit\u00e4t, in der ihm Allah (t) keine Wahl gelassen hat, nicht verantwortlich ist. Was nun die Realit\u00e4t anlangt, in der der Mensch eine Wahl hat, so muss er Allahs Befehlen gehorchen, die ihm von Seinem (t) Gesandten, dem Propheten Muhammad (s), \u00fcbermittelt wurden. Dies ist es, was man als Seele bezeichnet. N\u00e4mlich die Idee, dass der Mensch, das Leben und das Universum mit Allah (t) auf die eben beschriebene Weise verbunden sind. Diese Verbindung ist eine intellektuelle. Ein Muslim muss all seine Handlungen immer unter Ber\u00fccksichtigung dieses Konzepts ausf\u00fchren. Dies ist die grundlegendste Konzeption, die allen Handlungen des Menschen zugrunde liegen sollte. Wenn der Mensch all seine Handlungen gem\u00e4\u00df dieser Konzeption ausf\u00fchrt, wird er das seelische mit dem Materiellen vereinen. Was das physikalische Ph\u00e4nomen des Lebensgeheimnisses anbelangt, so wird es auch als Seele bezeichnet. Wird der Begriff \u201eSeele\u201c in diesem Sinn verwendet, bezieht sich das Wort auf eine praktische Realit\u00e4t und nicht auf eine Konzeption. Es ist falsch, etwas anderes anzunehmen als das, was wir aus der Empfindungslogik dar\u00fcber schlie\u00dfen k\u00f6nnen. Die Empfindungslogik sagt uns, dass diese Seele das Geheimnis des Lebens ist, nichts weiter. Wir k\u00f6nnen sagen, dass sie existiert, weil wir sehen, dass ein menschlicher K\u00f6rper erst lebt und dann tot ist. Dieser \u00dcbergang, vom Leben zum Tod, wird als Seele bezeichnet, die den K\u00f6rper verl\u00e4sst und das Geheimnis des Lebens darstellt. Mehr \u00fcber diese Seele zu spekulieren, w\u00e4re falsch und w\u00fcrde uns in die Irre f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allah (t) sprach:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u064a\u064e\u0633\u0652\u0623\u064e\u0644\u064f\u0648\u0646\u064e\u0643\u064e \u0639\u064e\u0646\u0650 \u0627\u0644\u0631\u064f\u0651\u0648\u062d\u0650 \u0642\u064f\u0644\u0650 \u0627\u0644\u0631\u064f\u0651\u0648\u062d\u064f \u0645\u0650\u0646\u0652 \u0623\u064e\u0645\u0652\u0631\u0650 \u0631\u064e\u0628\u0650\u0651\u064a \u0648\u064e\u0645\u064e\u0627 \u0623\u064f\u0648\u062a\u0650\u064a\u062a\u064f\u0645 \u0645\u0650\u0651\u0646 \u0627\u0644\u0652\u0639\u0650\u0644\u0652\u0645\u0650 \u0625\u0650\u0644\u0627\u064e\u0651 \u0642\u064e\u0644\u0650\u064a\u0644\u0627\u064b<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Sie fragen dich nach dem Geist. Sag: Der Geist ist vom Befehl meines Herrn, euch aber ist vom Wissen gewiss nur wenig gegeben.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">17:85<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich Allah (t) zu n\u00e4hern ist ein intellektueller Prozess, bei dem man seine Handlungen auf die Befehle Allahs (t) st\u00fctzt. Aus diesem Grund kann man eine Handlung ausf\u00fchren, die einen n\u00e4her zu Allah (t) bringt, ohne jedoch dabei Spiritualit\u00e4t zu empfinden. Denn die Spiritualit\u00e4t ist ein k\u00f6rperliches Gef\u00fchl, das nur dann ausgel\u00f6st wird, wenn man sich aufgrund der Gegenwart Allahs (t) \u00fcberw\u00e4ltigt f\u00fchlt, weil man Ihn (t) durch seine Sch\u00f6pfung wahrnimmt. Wenn der Mensch also seinen Zorn beherrscht, obwohl ein anderer Muslim ihm Unrecht zugef\u00fcgt hat, oder wenn er versucht, Arabisch zu lernen, um den Koran zu verstehen, oder wenn er eine Vorlesung \u00fcber die <em>\u1e25ad\u012b\u1e6f<\/em>-Wissenschaft besucht, oder wenn er seinen Eltern gegen\u00fcber respektvoll ist, oder mit seinen Kindern spielt und Geld f\u00fcr seinen Ehepartner und Freunde ausgibt &#8211; all diese Handlungen bringen ihn Allah (t) wom\u00f6glich n\u00e4her. Jedoch f\u00fchlt er dies unter Umst\u00e4nden nicht emotional. Es kann vorkommen, dass ein Mensch bei der Befolgung der islamischen Gesetze keine Emotionen und damit keine Spiritualit\u00e4t empfindet, doch wird er Allah (t) trotzdem n\u00e4herkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Suche nach Gott ist ein st\u00e4ndiges Bestreben des Menschen. Dieses hat jedoch viele von Menschen in die Irre gef\u00fchrt, weil sie sich nicht auf die Erkenntnis durch die Sinneswahrnehmung oder darauf, wohin die Sinneswahrnehmung f\u00fchrt, beschr\u00e4nkten. Und auch, weil sie die N\u00e4he zu Gott als ein emotionales Gef\u00fchl und nicht als einen intellektuellen Prozess definierten. Die destruktive Idee des Dualismus von materieller und geistiger Welt schuf einen Kampf, in dem der Mensch gezwungen war, gegen seine eigene Natur zu k\u00e4mpfen. Dies f\u00fchrte zu einer Weltanschauung, in der die Welt der Religion als etwas betrachtet wurde, das der menschlichen Natur widersprach und die Religion selbst wurde von vielen als Absurdit\u00e4t angesehen. Es war diese Auffassung, die zu einer Revolte gegen die Religion in Europa f\u00fchrte und die destruktive Idee des S\u00e4kularismus hervorbrachte. Anstatt die Menschen der Religion n\u00e4her zu bringen und eine spirituellere Welt zu schaffen, verursachte die Idee des Dualismus genau das Gegenteil. Nur der Islam hat eine einzigartige Sichtweise auf die menschliche Natur, die den Menschen in perfekte Harmonie mit seiner eigenen Natur und dem Universum um ihn herumbringt. Der Islam lehnt das dualistische Menschenbild entschieden ab und erkennt all seine Bed\u00fcrfnisse an und befriedigt diese. Und wegen dieser einzigartigen Sichtweise, ist es nur der Islam, der gleichzeitig einen geistigen Aufstieg und einen materiellen Fortschritt verspricht. Es war diese Einzigartigkeit des Islam, die den europ\u00e4ischen Journalisten Leopold Weiss zum Islam hinzog und ihn nach einem ausgiebigen Studium zum Islam konvertieren lie\u00df. In seinem Buch, welches er als Muslim unter seinem islamischen Namen Mu\u1e25ammad Asad verfasst hat, vergleicht er den Islam mit anderen Religionen und nennt die islamische Sichtweise auf die Spiritualit\u00e4t einzigartig. Er stellt fest: <em>\u201eAber der Islam, und nur der Islam, geht \u00fcber diese theoretische Erkl\u00e4rung und Ermahnung hinaus. Er lehrt uns nicht nur, dass alles Leben im Wesentlichen eine Einheit ist &#8211; denn es geht von der g\u00f6ttlichen Einheit aus -, sondern zeigt uns auch den praktischen Weg, auf dem jeder von uns innerhalb der Grenzen seines individuellen, irdischen Lebens die Einheit von Idee und Handlung sowohl in seiner Existenz, als auch in seinem Bewusstsein reproduzieren kann. Um dieses absolute Lebensziel zu erreichen, ist der Mensch im Islam nicht gezwungen, der Welt abzuschw\u00f6ren; es bedarf keiner Entsagung, um eine geheime T\u00fcr zur spirituellen L\u00e4uterung zu \u00f6ffnen: Es wird kein Druck auf den Verstand ausge\u00fcbt, an unverst\u00e4ndliche Dogmen zu glauben, um sich die Erl\u00f6sung zu sichern. Solche Forderungen sind dem Islam v\u00f6llig fremd: denn er ist weder eine mystische Lehre noch eine Philosophie. Es ist einfach ein Programm des Lebens in \u00dcbereinstimmung mit den \u201aNaturgesetzen\u2018, die Gott \u00fcber seine Sch\u00f6pfung verordnet hat; und seine h\u00f6chste Errungenschaft ist eine vollst\u00e4ndige Koordination der geistigen und materiellen Aspekte der menschlichen Existenz. In den Lehren des Islam werden diese beiden Aspekte nicht nur miteinander \u201avereint\u2018, in dem Sinne, dass kein inh\u00e4renter Konflikt zwischen der k\u00f6rperlichen und der moralischen Existenz des Menschen bestehen bleibt, sondern es wird auf die Tatsache ihrer Koexistenz und ihrer tats\u00e4chlichen Untrennbarkeit als nat\u00fcrliche Lebensgrundlage bestanden\u201c. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist dieses Versprechen der Harmonie und des geistigen Aufstiegs, zu dem der Islam die Menschheit bereits eingeladen hat und wieder einladen wird, sobald er auf globaler Ebene wieder St\u00e4rke und Macht gelangt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spiritualit\u00e4t ist ein emotionaler Zustand. 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