{"id":10534,"date":"2020-10-22T00:00:00","date_gmt":"2020-10-22T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10534"},"modified":"2020-10-22T00:00:00","modified_gmt":"2020-10-22T00:00:00","slug":"der-konflikt-zwischen-aserbaidschan-und-armenien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10534","title":{"rendered":"Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Der Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aserbaidschans Pr\u00e4sident Ilham Alijev sagte in einer Ansprache, die am Abend des 04.10.2020 im staatlichen Fernsehen \u00fcbertragenen wurde, dass Armenien einen Zeitplan f\u00fcr den R\u00fcckzug aus der Region Bergkarabach nennen m\u00fcsse, bevor die dort vor rund einer Woche ausgebrochenen K\u00e4mpfe eingestellt w\u00fcrden. Alijev betrachtete die am gestrigen Sonntag wiedergewonnene Kontrolle \u00fcber die Stadt Dzhebrail als eine Lektion f\u00fcr Armenien und seine Unterst\u00fctzer. Armenien solle daraus lernen, so Alijev. (Aljazeera, 05.10.2020) Am Morgen des 27.09.2020 war es zu den schwersten Zusammenst\u00f6\u00dfen seit dem 1994 geschlossenen Waffenstillstand zwischen Aserbaidschan und Armenien gekommen, auch wenn immer wieder begrenzte und auch umfangreichere Gefechte aufflammten, wie im Jahr 2016. Bei fr\u00fcheren Auseinandersetzungen ist die T\u00fcrkei jedoch milit\u00e4risch den Aserbaidschanern nicht zu Hilfe gekommen. Doch in diesem Fall scheint die T\u00fcrkei, die ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Aserbaidschan angek\u00fcndigt hat, gewisse Ziele zu verfolgen! Um welche Ziele geht es? Und warum hat die T\u00fcrkei in dieser Vehemenz eingegriffen? Welche Position vertritt die Minsker Gruppe, besonders die der drei Co-Vorsitzenden USA, Russland und Frankreich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Dank und Wertsch\u00e4tzung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Hintergr\u00fcnde des Geschehens zu verstehen, wollen wir folgende Punkte beleuchten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Am Morgen des 27.09.2020 verk\u00fcndete Aserbaidschan, dass <em>Armenien eine gro\u00dfangelegte Offensive auf seine Territorien gestartet<\/em> h\u00e4tte. Das aserbaidschanische Au\u00dfenministerium teilte in einer Erkl\u00e4rung mit, dass <em>das armenische Feuer zu Verlusten unter der Zivilbev\u00f6lkerung gef\u00fchrt <\/em>habe<em>, neben immenser Zerst\u00f6rung der Infrastruktur in einer Reihe von D\u00f6rfern, die unter schweren armenischen Beschuss genommen wurden<\/em>. Aserbaidschan habe <em>einen Gegenangriff gestartet und es geschafft, eine gro\u00dfe Zahl armenischer milit\u00e4rischer Einrichtungen und Fahrzeuge im inneren Frontlinienbereich zu zerst\u00f6ren, darunter 12 russische Luftabwehrraketen des Typs OSA<\/em>. (Aljazeera, 27.09.2020) Das aserbaidschanische Parlament hat einer Verh\u00e4ngung des Kriegszustands in einigen St\u00e4dten und Regionen sowie des Kriegsrechts in den Gefechtsgebieten zugestimmt. Auch auf der Gegenseite hat Armenien das Kriegsrecht ausgerufen. Auf dem offiziellen Twitter-Account wurde sogar ein M\u00f6nch mit einem Maschinengewehr gezeigt, der das Kreuz der Vielg\u00f6tterei am Halse trug \u2013 ein Zeichen daf\u00fcr, dass sie einen Kreuzzug gegen die Muslime f\u00fchren. <em>Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan machte die Position seines Landes klar, indem er erkl\u00e4rte: \u201eAserbaidschan hat dem armenischem Volk den Krieg erkl\u00e4rt.\u201c Er schloss nicht aus, dass die Eskalation in der Region die Grenzen der Region \u00fcberschreiten und die globale Sicherheit gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Das Verhalten der T\u00fcrkei h\u00e4tte verheerende Folgen f\u00fcr den S\u00fcdkaukasus. Er forderte die internationale Gemeinschaft eindringlich dazu auf, daf\u00fcr zu sorgen, dass sich die T\u00fcrkei nicht in den Konflikt zwischen Jerewan und Baku einmischt, der seit 1991 um die Region Karabach gef\u00fchrt wird<\/em>. (vorherige Quelle)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Aserbaidschan hat demonstriert, dass es diesmal ernst ist mit den Gefechten und dass es sich um einen entscheidenden Krieg handelt. So erkl\u00e4rte Aserbaidschans Pr\u00e4sident Ilham Aliyev am 30.09.2020: <em>\u201eVerhandlungen zu Bergkarabach w\u00fcrden kein Ergebnis bringen und es gibt keinerlei Notwendigkeit, zu einem erneuten Dialog aufzurufen.\u201c Aserbaidschan sei entschlossen, die territoriale Integrit\u00e4t seines Landes wiederherzustellen. Die aserbaidschanische Armee habe w\u00e4hrend der j\u00fcngsten Operationen im umk\u00e4mpften Gebiet Erfolge auf dem Feld erzielen k\u00f6nnen. Niemand k\u00f6nne die aserbaidschanischen Streitkr\u00e4fte dazu zwingen, sich aus den von ihnen kontrollierten Standorten zur\u00fcckzuziehen. Der R\u00fcckzug der armenischen Streitkr\u00e4fte sei die einzige Bedingung, die von aserbaidschanischer Seite in Frage k\u00e4me. Werde sie von Jerewan erf\u00fcllt, w\u00fcrden die Kampfhandlungen eingestellt werden. Er betonte: \u201eWir haben eine einzige Bedingung: Den vollst\u00e4ndigen, bedingungslosen und unverz\u00fcglichen Abzug der armenischen Streitkr\u00e4fte aus unserem Hoheitsgebiet. Wenn die armenische Regierung das akzeptiert (\u2026) werden die Kampfhandlungen eingestellt und wird das Blutvergie\u00dfen beendet werden.\u201c<\/em> (Aljazeera, Russia Today, 30.09.2020) Er scheint sich also der t\u00fcrkischen Unterst\u00fctzung gewiss zu sein, im Glauben, dass diese Hilfe aufrichtig gemeint sei und zur Befreiung seines Land f\u00fchren w\u00fcrde\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Am 12. Juli 2020 kam es zu erneuten Gefechten, die drei Tage lang dauerten und zu Todesopfern auf beiden Seiten f\u00fchrten. Zum ersten Mal \u00fcberhaupt entsandte die T\u00fcrkei daraufhin Boden- und Luftstreitkr\u00e4fte nach Aserbaidschan, um sich an gemeinsamen gro\u00dfangelegten milit\u00e4rischen Man\u00f6vern der beiden L\u00e4nder zu beteiligen. Sie begannen am 29. Juli und dauerten etwa zwei Wochen. Die T\u00fcrkei begann sich als Staat zu inszenieren, der sich der Sache Aserbaidschans und der armenisch besetzten Territorien angenommen habe. Ein solches Gebaren hat sie zuvor nicht gezeigt, obwohl es nach dem Waffenstillstand von 1994 immer wieder zu vereinzelten Gefechten zwischen den beiden Konfliktparteien kam. Die letzten Kampfhandlungen, die man als schwerwiegend betrachtete, fanden von Anfang April bis zum 26. desselben Monats 2016 statt. Da griff die T\u00fcrkei allerdings nicht an der Seite Aserbaidschans ein. Lediglich Beileidsbekundungen schickte Pr\u00e4sident Erdogan wegen der Todesopfer nach Aserbaidschan und auch seine Bereitschaft, Aserbaidschan zu unterst\u00fctzen, ohne jedoch irgendetwas Konkretes zu liefern! Die damaligen Umst\u00e4nde erforderten n\u00e4mlich eine Verst\u00e4ndigung zwischen der T\u00fcrkei und Russland und keine Konfrontation, genauso wie es die Pl\u00e4ne der USA vorsahen, damit beide L\u00e4nder Schulter an Schulter das proamerikanische syrische Regime an der Macht halten konnten. Der syrischen Bev\u00f6lkerung, die gegen das Regime revoltierte, sollte ein Schlag versetzt und die R\u00fcckkehr des Islam an die Macht verhindert werden. Das Aufbegehren der Armenier gegen Aserbaidschan begann mit Unterst\u00fctzung Russlands im Februar 1988. 1991 gaben die Armenier bekannt, die Region Bergkarabach unter ihre Kontrolle gebracht zu haben und proklamierten sie zu ihrer unabh\u00e4ngigen Republik. Die kriegerische Auseinandersetzung setzte sich bis 1994 fort. Aserbaidschan verlor dadurch 20-24% seines Territoriums, einschlie\u00dflich der Region Bergkarabach, die aus f\u00fcnf Distrikten besteht, neben f\u00fcnf weiteren Distrikten westlich des Landes. Hinzu kommen gro\u00dfe Teile des Distriktes Agdam und des Rayon F\u00fczuli. Rund eine Million der muslimischen Bewohner aus diesen Regionen wurde vertrieben. Die russische Armee hatte direkt interveniert. Und noch immer steht Russland hinter Armenien, dem &#8211; im Vergleich zu Aserbaidschan &#8211; an Territorium, Bev\u00f6lkerungszahl, Kapazit\u00e4ten und F\u00e4higkeiten kleinem Land.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Die T\u00fcrkei &#8211; als Land, das sich im amerikanischen Kosmos bewegt und die Befehle der USA durchf\u00fchrt &#8211; treibt ihr Spiel in der Aserbaidschan-Frage. So hatte sie am 10. Oktober 2009 in Z\u00fcrich ein umfassendes Friedensabkommen mit Armenien unterzeichnet. Das Abkommen beinhaltete die Anerkennung des bestehenden Grenzverlaufs zwischen beiden L\u00e4ndern, die \u00d6ffnung der Grenzen, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, den Austausch von Botschaftern sowie die Er\u00f6ffnung von Konsulaten. Dar\u00fcber hinaus umfasste das Abkommen auch Einzelheiten zur Entwicklung der Beziehungen in s\u00e4mtlichen Bereichen, die Zusammenarbeit auf regionaler und internationaler Ebene, die friedliche L\u00f6sung regionaler und internationaler Konflikte gem\u00e4\u00df internationaler Regeln und Gesetze, die Bek\u00e4mpfung des Terrorismus, die Entwicklung der Demokratie in der Region und die Schaffung und Entwicklung eines Dialogs zur wissenschaftlichen Pr\u00fcfung historischer Unterlagen und Quellen zur L\u00f6sung des Problems um den Vorwurf des V\u00f6lkermords an den Armeniern. Dabei war Erdogan stets gegen eine Verst\u00e4ndigung mit Armenien, solange die Armenier ihre Truppen nicht aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten in Karabach und Umgebung abziehen. Der Abschluss dieses Abkommens erfolgte jedoch auf direktes Verlangen des ehemaligen US-Pr\u00e4sidenten Obama, der w\u00e4hrend seines T\u00fcrkei-Besuchs am 06.03.2020 zur Beilegung der Auseinandersetzung zwischen der T\u00fcrkei und Armenien und zu einem Friedensschluss zwischen den beiden Seiten aufrief, nachdem es 1994 zu einem Abbruch der Beziehungen zwischen den beiden L\u00e4ndern kam und die Grenzen geschlossen wurden. Erdogan gehorchte und unterzeichnete ein umfassendes Friedensabkommen mit Armenien, ohne Aserbaidschan und die armenische Besetzung der aserbaidschanischen Gebiete und das Problem der rund eine Million vertriebenen aserbaidschanischen Muslime anzusprechen\u2026 Aus dem US-Au\u00dfenministerium hie\u00df es, die Unterzeichnung sei ein historisches Ereignis und die USA seien Teil dessen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Aserbaidschan kritisierte damals, dass das Abkommen unterzeichnet wurde, bevor sich die Armenier aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten zur\u00fcckgezogen h\u00e4tten. Es appellierte an die T\u00fcrkei, sich an fr\u00fchere Versprechen zu halten, die Grenzen erst dann zu \u00f6ffnen und Beziehungen mit Armenien aufzunehmen, wenn die Armenier sich aus besetztem, aserbaidschanischem Gebiet zur\u00fcckz\u00f6gen. Die Website von Elaph ver\u00f6ffentlichte am 10.10.2009: <em>Z\u00fcrich: Die Au\u00dfenminister der T\u00fcrkei und Armeniens unterzeichneten am Samstagabend in Z\u00fcrich (Schweiz) ein Abkommen, das zur Normalisierung der bilateralen Beziehung zwischen den beiden Parteien f\u00fchren soll. Die beiden Minister, Edward Nalbandjan und Ahmet Davutoglu gaben sich daraufhin lange die Hand. (\u2026) Phil Gordon, stellvertretender US-Staatssekret\u00e4r f\u00fcr europ\u00e4ische und eurasische Angelegenheiten sagte: \u201eHeute Abend haben wir an einem historischen Ereignis teilgenommen.\u201c( \u2026) Gordon begleitet US-Au\u00dfenministerin Hillary Clinton, die am Samstagabend im Rahmen einer f\u00fcnft\u00e4gigen Tour durch sechs europ\u00e4ische St\u00e4dte in London eingetroffen war. Vor ihrer Ankunft in London nahm Clinton in Z\u00fcrich an der Zeremonie zur Unterzeichnung der t\u00fcrkisch-armenischen Abkommen teil. (\u2026) Ein hochrangiger US-Beamter erkl\u00e4rte, Obama sei \u201ebegeistert\u201c und betrachte es als \u201eeinen gro\u00dfen Schritt nach vorn.\u201c (\u2026) Aserbaidschan seinerseits verurteilte am Sonntag das Normalisierungs-Abkommen zwischen Armenien und der T\u00fcrkei und warnte gleichzeitig, dass die \u00d6ffnung der armenisch-t\u00fcrkischen Grenze zu Instabilit\u00e4t im S\u00fcdkaukasus f\u00fchren k\u00f6nnte. (\u2026) Das aserbaidschanische Au\u00dfenministerium hob in einer Erkl\u00e4rung hervor: \u201eDie Normalisierung der Beziehungen zwischen der T\u00fcrkei und Armenien vor Abzug der armenischen Streitkr\u00e4fte aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten steht im direkten Widerspruch zu den aserbaidschanischen Interessen und wirft einen Schatten auf die br\u00fcderlichen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und der T\u00fcrkei, die auf historischen Wurzeln basieren<\/em>.\u201c (Elaph, 10.10.2009)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Doch die Erdogan-T\u00fcrkei versuchte mit wohlig klingenden Worten Aserbaidschan hinters Licht zu f\u00fchren, ohne jedoch Taten folgen zu lassen. So wurden von ihr keinerlei Bedingungen in dem Abkommen zum R\u00fcckzug Armeniens aus Karabach aufgenommen, vielmehr stimmte sie diesem, so wie es war, zu! Doch neun Jahre sp\u00e4ter, im M\u00e4rz 2018, annullierte Armenien unter dem Druck Russlands das Abkommen offiziell, da es der russischen Hegemonie unterworfen war. So entglitt den USA die Chance, Armenien mithilfe des T\u00fcrkei-Abkommens der Hand Russlands zu entrei\u00dfen. Stattdessen erh\u00f6hte Russland seinen Einfluss in Armenien und baute sein Raketenarsenal auf dem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt in seiner armenischen Basis Gyumri weiter aus. Dar\u00fcber hinaus schloss Russland im Dezember 2015 ein gemeinsames Luftabwehrabkommen mit Armenien ab und verlegte ein Geschwader von Mig-29-Kampfjets und Tausende von Soldaten, Kriegsger\u00e4t, Flugabwehrsysteme und Langstreckenraketen des Typs S-300 neben Mittelstreckenraketen des Typs SI-6 nach Armenien. Au\u00dferdem nahm Russland Armenien neben Belarus, Kasachstan und Kirgisistan in die \u201eEurasische Wirtschaftsunion\u201c auf, die am 01.01.2015 in Kraft trat. Diese L\u00e4nder, einschlie\u00dflich Armenien, sind zu einem Absatzmarkt f\u00fcr russische Produkte unter dem Deckmantel des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs in allen Bereichen geworden. Das Bruttoinlandsprodukt in dieser Wirtschaftsunion liegt bei \u00fcber 5 Billionen US-Dollar, von denen das meiste Russland zugutekommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Schlie\u00dflich machten sich die USA erneut auf die Suche nach Wegen, um st\u00e4rkeren Einfluss auf Aserbaidschan zu nehmen und den Einfluss der Russen zu schw\u00e4chen, um anschlie\u00dfend Zutritt nach Armenien zu bekommen. Dazu fl\u00f6\u00dften sie der T\u00fcrkei ein, neben den politischen und wirtschaftlichen auch die milit\u00e4rischen Beziehungen zu Aserbaidschan auszubauen, um einerseits die Einflussnahme der USA zu verst\u00e4rken und andererseits Druck auf Armenien auszu\u00fcben, bis sich die T\u00fcr f\u00fcr eine Einflussnahme der USA \u00f6ffnet. Im vergangenen Juli kam es dann zu den j\u00fcngsten Auseinandersetzungen. Und es wirkte wie eine bewusste Aktion, um der T\u00fcrkei einen Vorwand f\u00fcr ein milit\u00e4risches Eingreifen zu liefern und um Streitkr\u00e4fte f\u00fcr Training und gemeinsame Man\u00f6ver zu entsenden. So kam es schlie\u00dflich zu den letzten Auseinandersetzungen und zur Ausrufung des Kriegszustandes von beiden Seiten. Am 27.09.2020, kurz nach den Zusammenst\u00f6\u00dfen, schrieb Pr\u00e4sident Erdogan auf seinem Twitter-Account: \u201eDie internationale Gemeinschaft misst mit zweierlei Ma\u00df und ist nicht in der Lage, die n\u00f6tige und ad\u00e4quate Reaktion auf die armenischen provokativen Angriffe zu zeigen. Und die Troika der Minsker Gruppe ist leider sehr weit davon entfernt, sich f\u00fcr eine L\u00f6sung einzusetzen. Sie halten weiter an ihrem Standpunkt fest, das seit ca. drei\u00dfig Jahren w\u00e4hrende Problem zu ignorieren.\u201c Weiter schrieb er: \u201eFrieden in der Region wird sich erst dann einstellen, wenn die armenischen Truppen aus den 1992 besetzten aserbaidschanischen Territorien abgezogen sind. Die T\u00fcrkei wird weiterhin dem befreundeten Bruderstaat Aserbaidschan zur Seite stehen.\u201c (T\u00fcrkische Nachrichtenagentur, 28.09.2020) Erdogan glaubt wohl, die Menschen w\u00fcrden sich nicht mehr erinnern! Er scheint vergessen zu wollen, dass er das alles \u00fcbergangen hatte und das damalige Friedensabkommen von 2009 mit Armenien unterzeichnete. Die Unterzeichnung des Abkommens geschah als Dienst f\u00fcr die USA und ohne den Abzug der armenischen Streitkr\u00e4fte aus den aserbaidschanischen Territorien zu fordern. Nicht mit einem Wort wurde dies erw\u00e4hnt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Und als Armenien neun Jahre nach dessen Unterzeichnung aus diesem Abkommen ausstieg und damit den USA der Zugang nach Armenien versperrt wurde, rief Erdogan erneut nach einem Abzug der armenischen Streitkr\u00e4fte aus den besetzten Territorien. Er kritisierte seinen \u201elieben\u201c Freund Putin, wie er ihn nannte, kritisierte ebenso Macron und erkl\u00e4rte: \u201eIch habe mit dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin und dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron \u00fcber diese Angelegenheit gesprochen, jedoch ohne Ergebnis.\u201c (T\u00fcrkische Nachrichtenagentur, 01.10.2020) Seinen Freund und Verb\u00fcndeten Trump, wie er auch ihn zu bezeichnen pflegt, kritisierte er hingegen nicht. Wie k\u00f6nnte er auch, wo doch Trump &#8211; hinter den Kulissen, ja sogar vor diesen &#8211; der eigentliche Antreiber ist?! Auch wenn die USA mit diplomatischen Mitteln manipulativ vorgehen; ihre Spielchen sollten jedem mit Blick und Einsicht klar sein\u2026 So teilte Trump auf einer Pressekonferenz am 27.09.2020 mit: \u201eAmerika wird sich darum bem\u00fchen, die gewaltsamen Handlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan, zu stoppen.\u201c Allerdings betonte er: \u201eWir haben ein gro\u00dfes Ma\u00df an ernsthaften Beziehungen in diesem Bereich. Wir werden sehen, ob wir in der Lage sind, sie (die Kampfhandlungen, Anm.) zu stoppen.\u201c (Aljazeera, 27.09.2020) Mit anderen Worten: Er wird die Kampfhandlungen stoppen, wenn er es f\u00fcr n\u00f6tig h\u00e4lt. So sagte er nicht, dass er Druck aus\u00fcben und sich mit dem ganzen Gewicht der USA einsetzen werde, um beide Seiten zu einer Beilegung des Konflikts zu dr\u00e4ngen. Er relativierte vielmehr seine Aussage, indem er sagte: \u201eWenn wir in der Lage sind, sie zu stoppen.\u201c Und das sagt ein Staat, der, wenn er eine Sache umgesetzt haben will, sein ganzes Gewicht einbringt und jede Form von Druck auszu\u00fcben pflegt! <em>In einer Erkl\u00e4rung des US-Au\u00dfenministeriums hie\u00df es: \u201eDie Vereinigten Staaten verurteilen diese Eskalation aufs Sch\u00e4rfste.\u201c Der Vizeau\u00dfenminister der USA, Stephen Biegun, habe die Au\u00dfenminister Aserbaidschans und Armeniens dringend dazu aufgefordert, die Feindseligkeiten unverz\u00fcglich einzustellen und mit den Co-Vorsitzenden der Minsker Gruppe zusammenzuarbeiten, um so bald wie m\u00f6glich zu substanziellen Verhandlungen zur\u00fcckzukehren. Er bekr\u00e4ftigte das Engagement Washingtons, beide Seiten bei der Verwirklichung der friedlichen und dauerhaften Beilegung des Konflikts, zu unterst\u00fctzen<\/em>. (Aljazeera, iranische al-Alam-Webseite, 27.09.2020) Beide Parteien werden in der Forderung nach einer Beendigung der Kampfhandlungen in der Erkl\u00e4rung gleichgesetzt, weil die USA es auf beide L\u00e4nder abgesehen haben, ihren Einfluss zu verst\u00e4rken und den der Russen zu schw\u00e4chen bzw. ganz zu eliminieren. Das alles deutet darauf hin, dass die USA implizit die Aktivit\u00e4ten der T\u00fcrkei guthei\u00dfen und sich die T\u00fcrkei sogar auf deren Weisung hin Aserbaidschan zugewendet hat. Was w\u00e4re sonst der Grund daf\u00fcr gewesen, dass der t\u00fcrkische Pr\u00e4sidentensprecher Ibrahim Kalin am 29.09.2020 mit dem nationalen Sicherheitsberater der USA, Robert O\u2019Brian, telefonierte und es laut der t\u00fcrkischen Nachrichtenagentur Anadolu um den Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien ging, wenn nicht die USA diejenigen w\u00e4ren, die die Dinge steuern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. Dar\u00fcber hinaus betonen Erdogan und die t\u00fcrkischen Verantwortlichen die Bereitschaft zu Verhandlungen \u00fcber die Umsetzung der unfairen Resolutionen des Sicherheitsrates und der Minsker Gruppe, obwohl diese Resolutionen im Sinne Armeniens waren und die Zusicherung eines Waffenstillstandes ebenfalls im Interesse Armeniens ist. Die Minsker Gruppe ist 1992 aus der Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hervorgegangen und wird von den USA, Russland und Frankreich angef\u00fchrt. All das belegt, dass die Aktionen um die Konfliktregion bewusst geschahen, um das Klima anzuheizen und anschlie\u00dfend den politischen und diplomatischen Schritten den Weg zu ebnen, sodass die USA den von ihnen gew\u00fcnschten Druck aus\u00fcben k\u00f6nnen. Oftmals kommen Kriege als Mittel zum Einsatz, um politische und diplomatische Handlungen zu initiieren, die an amerikanische Anweisungen gebunden sind. So ert\u00f6nten bereits von allen Seiten die Rufe nach Verhandlungen und einer politischen L\u00f6sung f\u00fcr das Problem und nach Umsetzung der Resolutionen des Sicherheitsrates. Es folgten wiederholt Erkl\u00e4rungen seitens t\u00fcrkischer Verantwortlicher, in denen die Unterst\u00fctzung Aserbaidschans auf Grundlage einer L\u00f6sung erfolgen soll, die auf den Resolutionen des Sicherheitsrates basiert. W\u00e4hrend seines Besuchs in der aserbaidschanischen Botschaft in Ankara sagte der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister Cavusoglu: \u201eDie Resolutionen der Vereinten Nationen, des Europarates und der Europ\u00e4ischen Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Bezug auf die aserbaidschanische territoriale Integrit\u00e4t sind deutlich. Wenn Armenien sich nicht zur\u00fcckzieht, wird das Problem nicht gel\u00f6st.\u201c (Aljazeera, 29.09.2020). Dabei muss man wissen, dass die Region Bergkarabach in den Resolutionen gar nicht erw\u00e4hnt wird, sondern nur die \u00fcbrigen Territorien, was darauf hindeutet, dass man sich gegen Aserbaidschan verschworen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10. Russland steht hinter Armenien, dem &#8211; im Vergleich zu Aserbaidschan &#8211; fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig und demographisch kleinen Land mit wenig Macht und Kapazit\u00e4ten. Russland versorgt und unterst\u00fctzt Armenien mit Waffen, Ausr\u00fcstung und allem, was zum Bestehen notwendig ist. Armenien ist Mitglied der Organisation des Vertrags \u00fcber kollektive Sicherheit (OVKS). Diese wird von Russland angef\u00fchrt, das in Armenien eine massive milit\u00e4rische Pr\u00e4senz hat. F\u00fcr Russland w\u00e4re es schwer, Armenien aufzugeben. Ansonsten t\u00e4te sich n\u00e4mlich eine Flanke auf, was den Weg zu einem Vordringen in den Nordkaukasus ebnen w\u00fcrde, der ja Teil der Russischen F\u00f6deration ist. So hat Russlands Au\u00dfenminister Sergej Lawrow in einem Telefonat mit seinem armenischen Amtskollegen Sohrab Mnazakanjan \u201eseine Sorge \u00fcber die Feindseligkeiten in Karabach zum Ausdruck gebracht und die Notwendigkeit eines Waffenstands bekr\u00e4ftigt.\u201c (Sputnik, 27.09.2020) Damit zeigt sich, dass Russland Armenien in seinem Vorgehen gegen Aserbaidschan unterst\u00fctzt. Wenn also die T\u00fcrkei Armenien verurteilt, dann m\u00fcsste sie auch dessen Hauptunterst\u00fctzer Russland verurteilen, das Land, das dort gro\u00dfen Einfluss hat und Armenien besch\u00fctzt. Denn ohne russische Unterst\u00fctzung w\u00fcrde sich Armenien nie trauen, eine Aggression durchzuf\u00fchren. Schlie\u00dflich ist der Unterst\u00fctzer eines Feindes ebenfalls ein Feind. Doch die Erdogan-T\u00fcrkei pflegt beste Beziehungen zum russischen Feind und hat sich mit ihm in Syrien gegen die muslimische Bev\u00f6lkerung verb\u00fcndet, die sich gegen das Verbrechens-Regime von Bashar al-Assad erhoben hat. Im gleichen Moment ist die T\u00fcrkei der verl\u00e4ngerte Arm der USA, um Russland zu manipulieren und es f\u00fcr amerikanische Interessen zu instrumentalisieren. Es ist nicht leicht, die Russen dazu zu bringen, in der f\u00fcr sie vitalen Region Zugest\u00e4ndnisse zu machen, wie es in der Ukraine und in Georgien der Fall war. Daher wird die Auseinandersetzung nicht in dieser Schlacht entschieden werden. Aus diesem Grund werden politische und diplomatische Handlungen zum Einsatz kommen, da sie effizienter sind, um Russland zu t\u00e4uschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11. Bei der Pr\u00e4senz Frankreichs sieht es hingegen anders aus. Frankreich hat dort keinerlei Einfluss. Es versucht sich lediglich, als Gro\u00dfmacht zu inszenieren und m\u00f6chte seine Mitgliedschaft in der 1992 gegr\u00fcndeten Minsker Gruppe beibehalten. Diese hatte sich auf Beschluss der OSZE zur L\u00f6sung des aserbaidschanisch-armenischen Konfliktes und zur Sicherung eines dauerhaften Waffenstillstands gebildet. Sie steht der T\u00fcrkei im Weg, die den europ\u00e4ischen Einfluss, darunter den franz\u00f6sischen, torpediert. Denn die T\u00fcrkei dreht sich im amerikanischen Kosmos. Am 30.09.2020 erkl\u00e4rte Macron auf einer Pressekonferenz in Lettland: \u201eIch habe von den t\u00fcrkischen \u201epro-aserbaidschanischen\u201c Ank\u00fcndigungen Kenntnis erhalten, die ich f\u00fcr r\u00fccksichtslos und gef\u00e4hrlich halte. Frankreich ist \u00e4u\u00dferst besorgt \u00fcber die Kriegsbotschaften der T\u00fcrkei in den letzten Stunden und die jedes Hindernis vor Aserbaidschan beseitigen sollen, um erneut eine Invasion in Bergkarabach durchzuf\u00fchren. Das werden wir nicht akzeptieren.\u201c (Reuters, 30.09.2020) Darauf konterte der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister Cavusoglu am 30.09.2020 mit den Worten: \u201eFrankreichs Solidarit\u00e4t mit Armenien kommt fast einer Unterst\u00fctzung der armenischen Besetzung in Aserbaidschan gleich.\u201c (Anadolu, 30.09.2020) Frankreich versucht, als der \u201eehrliche\u201c Vermittler aufzutreten, zeigt aber eine widerspr\u00fcchliche Haltung. Denn Frankreich ist ein Staat, der politische Man\u00f6ver nicht beherrscht und seine Position ist f\u00fcr jeden stets ein offenes Buch. Sollte Frankreich dennoch versuchen, seine Position zu verschleiern, tritt die Widerspr\u00fcchlichkeit zum Vorschein. In einem Statement sagte die Sprecherin des franz\u00f6sischen Au\u00dfenministeriums nach den Zusammenst\u00f6\u00dfen: \u201eFrankreich ist zutiefst besorgt \u00fcber die heftigen Gefechte in Bergkarabach und die Berichte \u00fcber Todesopfer, besonders unter der Zivilbev\u00f6lkerung.\u201c Sie rief zum sofortigen Ende der feindseligen Handlungen und zur Wiederaufnahme von Gespr\u00e4chen auf. \u201eFrankreich als Co-Vorsitzender der Minsker Gruppe bekr\u00e4ftigt zusammen mit seinen russischen und amerikanischen Partnern sein Engagement f\u00fcr eine Verhandlungsl\u00f6sung im Konflikt im Rahmen des V\u00f6lkerrechts\u201c, so die Sprecherin. (Sputnik, 27.09.2020) Gleichzeitig ist Frankreich unaufh\u00f6rlich von einem offenen Hass gegen den Islam und die Muslime getrieben, ob im Land selbst, indem es zwar die Freiheiten propagiert, dann aber, in einem blo\u00dfstellenden Widerspruch dazu, die Muslime genau darin einschr\u00e4nkt, oder au\u00dferhalb Landes. So haben sich die Franzosen der Sache der Armenier und anderer Christen angenommen, um sie f\u00fcr die Schaffung eines franz\u00f6sischen Einflusses auszunutzen. Dabei sind die Armenier leicht zu t\u00e4uschen. W\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges etwa haben sie sie get\u00e4uscht und gegen den osmanischen Staat aufgewiegelt, der sie jahrhundertelang gut betreute. Frankreich versprach ihnen ein Heimatland in Anatolien, sodass sie den osmanischen Staat verrieten und, angestiftet von den Franzosen, unz\u00e4hlige Muslime t\u00f6teten. Dabei w\u00e4re es in ihrem Interesse gewesen, wenn sie nur begreifen w\u00fcrden, dass sie Schutzbefohlene (<em>ahl a<\/em><em>\u1e0f<\/em><em>&#8211;<\/em><em>\u1e0f<\/em><em>imma<\/em>) im islamischen Staat bleiben, der gerecht zu ihnen ist und sie nicht ausnutzt, wie es Frankreich und die anderen Kolonialm\u00e4chte tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">12. Was die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates betrifft, deren Umsetzung von den Staaten, einschlie\u00dflich der T\u00fcrkei, gefordert wird, so geht es dort nicht um die Region Bergkarabach selbst, die von den Armeniern kontrolliert und von ihnen zur Republik erkl\u00e4rt wurde. Die erste Resolution (822) wurde am 30. M\u00e4rz 1993 verabschiedet und forderte das sofortige Ende aller Feindseligkeiten und einen dauerhaften Waffenstillstand. Mit der Resolution wurden zudem die armenischen Besatzungstruppen aufgefordert, sich aus der Region Zangelan, der Stadt Goradiz und anderen aserbaidschanischen Gebieten zur\u00fcckzuziehen. Auf die besetzte Region Bergkarabach ging sie jedoch nicht ein. Im selben Jahr folgten weitere Resolutionen, die die vorhergehende Resolution bekr\u00e4ftigten. So wurde die Resolution 853 am 29. Juli 1993 verabschiedet, die die erste Resolution best\u00e4tigte und die Beschlagnahme des Distrikts Agdam und anderer Regionen Aserbaidschans verurteilte und den vollst\u00e4ndigen R\u00fcckzug der Armenier aus diesen Gebieten fordert. Diese Resolution forderte auch die armenische Regierung dazu auf, ihren Einfluss auf die Region Bergkarabach zur Einhaltung der Resolution 822 auszu\u00fcben. Im selben Jahr, am 14. Oktober, stimmte der Sicherheitsrat der Resolution 874 zu, in der er seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Friedensprozess zwischen den beiden Parteien bekr\u00e4ftigt und die Annahme des \u201eangepassten Zeitplans f\u00fcr dringende Schritte\u201c fordert. Aserbaidschan lehnte die Resolution ab, weil darin der Abzug der armenischen Streitkr\u00e4fte aus dem besetzten aserbaidschanischen Gebiet mit der Aufhebung des aserbaidschanischen Armenienembargos verband. Die aserbaidschanische Regierung beklagte sich dar\u00fcber, wie \u201edie besiegte Seite\u201c behandelt zu werden. Der \u201eangepasste Zeitplan\u201c enthielt Vorschl\u00e4ge zum Abzug von Streitkr\u00e4ften aus k\u00fcrzlich besetzten Gebieten und zur Beseitigung aller Hindernisse f\u00fcr Kommunikation und Transport. Alle anderen Fragen, die laut Rat nicht angesprochen wurden, sollten durch friedliche Verhandlungen geregelt werden. Am 12. November desselben Jahres, d.&nbsp;h. 1993, wurde Resolution 884 verabschiedet, die die vorangegangenen Resolutionen bekr\u00e4ftigte und die Verst\u00f6\u00dfe gegen den Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien, insbesondere die Besetzung des Bezirks Zangelan und der Stadt Goradiz, verurteilte. Diese Resolution forderte die armenischen Besatzungstruppen auf, aus Zangelan und der Stadt Goraditz sowie aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans abzuziehen. Keine der vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolutionen fordert den R\u00fcckzug aus Karabach. Die Resolutionen wurden sorgf\u00e4ltig formuliert. Der Fokus wurde dabei auf aserbaidschanische Gebiete au\u00dferhalb der Region Karabach gelegt und diese Region damit implizit als nicht-aserbaidschanisches Gebiet angesehen. Das bedeutet, wenn es zu Verhandlungen kommen sollte und im Anschluss zu einem Abkommen, so w\u00fcrde diese Region und insbesondere Bergkarabach unter armenischer Kontrolle bleiben, im Austausch f\u00fcr den R\u00fcckzug aus aserbaidschanischen Territorien. Die T\u00fcrkei fordert also die Umsetzung dieser Resolutionen, in denen gar kein Abzug der Armenier aus der Region Bergkarabach gefordert wird, genauso wie sie die Umsetzung der UN-Resolutionen zu Syrien fordert. In ihnen wird das syrische Regime nicht angetastet, sondern sein Weiterbestehen und die Aufrechterhaltung seiner s\u00e4kularen Identit\u00e4t unterstrichen. Ebenso fordert die T\u00fcrkei die Umsetzung der Zweitstaatenl\u00f6sung f\u00fcr Pal\u00e4stina, die die Besetzung von 80% Pal\u00e4stinas durch die Juden anerkennt\u2026 Auf diese Weise wird in der Karabach-Frage weiter auf der Stelle getreten, wobei ein Waffenstillstand dann gleichbedeutend mit einem Sieg der Armenier ist. Die Minsker Gruppe hat nichts dar\u00fcber verlautbaren lassen, wie die L\u00f6sung genau aussehen und wor\u00fcber verhandelt werden soll, au\u00dfer dass sie die besagten Resolutionen verabschiedet hat. Doch aus dem Kontext, den Ereignissen und den Begleitumst\u00e4nden ist zu verstehen, dass diese Staaten Aserbaidschan eine Anerkennung der armenischen Besetzung der f\u00fcnf Distrikte abringen wollen, die zur Region Karabach geh\u00f6ren. Diese wurden n\u00e4mlich vollst\u00e4ndig von der muslimischen Bev\u00f6lkerung geleert und durch ungl\u00e4ubige, christliche Armenier ersetzt. Im Gegenzug w\u00fcrde sich Armenien aus den f\u00fcnf \u00fcbrigen Distrikten und den besetzten Gebieten der beiden Distrikte Agdam und Fuzuli zur\u00fcckziehen und das Problem w\u00fcrde so erledigt werden. In dieser Form ist es ja auch in Pal\u00e4stina geschehen, wo die Juden \u2013 und dahinter die USA \u2013 der PLO und den Regimen in den islamischen und arabischen L\u00e4ndern die Anerkennung der Okkupation einer Fl\u00e4che von nahezu 80% Pal\u00e4stinas abgerungen haben. Nunmehr drehen sich die Verhandlungen um 20% der Fl\u00e4che, die von den Juden seit 1967 besetzt gehalten werden. Vielmehr wurden ihnen diese von den Regenten des Verrats ausgeh\u00e4ndigt, als sie sich mit einem Waffenstillstand einverstanden erkl\u00e4rten und die UN-Resolutionen 242 und 343 akzeptierten. Diese sehen n\u00e4mlich lediglich vor, dass der Zionistenstaat sich \u201eaus Gebieten\u201c zur\u00fcckzieht, die er im Juni 1967 besetzt hat oder \u2013 korrekter \u2013 die ihm am 5. Juni des Jahres \u00fcberreicht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">13. Das aktuelle t\u00fcrkische Interesse an dem Konflikt bedeutet also nichts Gutes. Denn, wann immer sich die Erdogan-T\u00fcrkei in eine Angelegenheit eingemischt hat, ging es stets zu Lasten der Bev\u00f6lkerung des betroffenen Landes und zum Vorteil der USA aus. Das Beispiel Syrien hat es gezeigt. Dort \u00fcbte die T\u00fcrkei so weit Druck auf die bewaffneten Rebellengruppen aus, bis diese das Deeskalations-Abkommen und den Waffenstillstand akzeptierten, den jedoch weder das syrische Regime noch seine direkten Unterst\u00fctzer &#8211; also das iranische Regime und dessen Handlanger sowie Russland &#8211; einhielten. Am Ende wurden die Rebellenverb\u00e4nde vertrieben und ihre Gebiete dem Assad-Regime ausgeh\u00e4ndigt. Gleiches geschah auch in Libyen, wo die T\u00fcrkei die Sarraj-Regierung unterst\u00fctzte, bis die Sarraj-Truppen nach Sirte und Jufra vorr\u00fcckten. Daraufhin stellte die T\u00fcrkei ihre Unterst\u00fctzung ein und forderte al-Sarraj zum dauerhaften Waffenstillstand und zu Verhandlungen mit der Gegenseite auf, der Seite Haftars, der ja eigentlich von der T\u00fcrkei nicht anerkannt wird! Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die t\u00fcrkische Unterst\u00fctzung darin besteht, Aserbaidschan unter Druck zu setzen und es in seiner Haltung aufzuweichen, damit es in der Karabach-Frage Zugest\u00e4ndnisse macht. Darauf deuten zumindest die Aussagen t\u00fcrkischer Verantwortlicher hin, denn die Pattsituation in den Verhandlungen, die von der Minsker Gruppe und vor allem von den USA gef\u00fchrt werden, konnte bis jetzt nicht \u00fcberwunden werden. Aserbeidschan betont vielmehr sein Versprechen, Karabach mit Gewalt aus der Hand der Besatzer zur\u00fcckzuerobern. Von Seiten Amerikas, Frankreichs und Russlands jedoch wird Karabach so behandelt, als sei es eine armenische Region. So jedenfalls h\u00f6ren sich ihre Reden und ihre Medien an, die stets f\u00fcr Armenien Partei ergreifen, und so klingt es auch in den von diesen Staaten verabschiedeten UN-Resolutionen, welche von den restlichen Staaten im Sicherheitsrat gebilligt wurden. Zudem hat sich in der Region eine Republik gebildet, so, als wenn sie von Armenien unabh\u00e4ngig w\u00e4re, damit die Verhandlungen noch zus\u00e4tzlich erschwert werden, indem die Region sich dann nicht bereit erkl\u00e4rt, sein unabh\u00e4ngiges Gebilde aufzugeben! Auf diese Weise k\u00f6nnte sich Armenien der direkten Verantwortung entziehen und dem m\u00f6glichen Druck ausweichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Position der Erdogan-T\u00fcrkei in dieser und in anderen Fragen ist keine, auf die man setzen darf, denn die T\u00fcrkei hat seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den beiden Parteien vor drei\u00dfig Jahren keinerlei Unterst\u00fctzung geboten und Aserbaidschan sich selbst \u00fcberlassen. Sie hat dem Land nie beigestanden. Daher ist zu bef\u00fcrchten, dass die j\u00fcngste Unterst\u00fctzung nichts anderes bedeutet, als die Absicht, den aserbaidschanischen Entscheidungswillen zu beherrschen, was am Ende zu Zugest\u00e4ndnissen von Seiten Aserbaidschans f\u00fchren wird!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">14. Aserbaidschan ist ein islamisches Land mit mehrheitlich muslimischer Bev\u00f6lkerung. Doch das herrschende System ist s\u00e4kular und stellt eine Fortsetzung des ehemaligen kommunistischen Regimes dar, da die Religion von Staat und Gesellschaft ferngehalten wird. Das Land wurde zusammen mit Armenien in der \u00c4ra des dritten rechtgeleiteten Kalifen \u02bfU\u1e6fm\u0101n ibn \u02bfAff\u0101n (r) er\u00f6ffnet. Weder kann man auf die T\u00fcrkei z\u00e4hlen noch auf den Iran, wenn es darum geht, die L\u00e4nder des Islam zu retten und sie aus dem Griff Amerikas oder Russlands zu befreien. Im Gegenteil, die T\u00fcrkei und der Iran kollaborieren mit ihnen. F\u00fcr die Muslime gibt es keine Rettung au\u00dfer durch die Errichtung des zweiten rechtgeleiteten Kalifats nach dem Plan des Prophetentums, dessen Entstehung der Gesandte Allahs (s) als Frohbotschaft voraussagte:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651\u0643\u064f\u0645\u0652 \u0641\u0650\u064a \u0627\u0644\u0646\u064f\u0651\u0628\u064f\u0648\u064e\u0651\u0629\u0650 \u0645\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0623\u064e\u0646\u0652 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064e\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064f\u0647\u064e\u0627 \u0625\u0650\u0630\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0623\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064e\u0647\u064e\u0627\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u062e\u0650\u0644\u064e\u0627\u0641\u064e\u0629\u064c \u0639\u064e\u0644\u064e\u0649 \u0645\u0650\u0646\u0652\u0647\u064e\u0627\u062c\u0650 \u0627\u0644\u0646\u064f\u0651\u0628\u064f\u0648\u064e\u0651\u0629\u0650\u060c \u0641\u064e\u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u0645\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0623\u064e\u0646\u0652 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064e\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064f\u0647\u064e\u0627 \u0625\u0650\u0630\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0623\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064e\u0647\u064e\u0627\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u0645\u064f\u0644\u0652\u0643\u0627\u064b \u0639\u064e\u0627\u0636\u0651\u0627\u064b\u060c \u0641\u064e\u064a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u0645\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0623\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064e\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064f\u0647\u064e\u0627 \u0625\u0650\u0630\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0623\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064e\u0647\u064e\u0627\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u062c\u064e\u0628\u0652\u0631\u0650\u064a\u064e\u0651\u0629\u064b\u060c \u0641\u064e\u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u0645\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0623\u064e\u0646\u0652 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064e\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064f\u0647\u064e\u0627 \u0625\u0650\u0630\u064e\u0627 \u0634\u064e\u0627\u0621\u064e \u0623\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0631\u0652\u0641\u064e\u0639\u064e\u0647\u064e\u0627\u060c \u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u062e\u0650\u0644\u064e\u0627\u0641\u064e\u0629\u064c \u0639\u064e\u0644\u064e\u0649 \u0645\u0650\u0646\u0652\u0647\u064e\u0627\u062c\u0650 \u0627\u0644\u0646\u064f\u0651\u0628\u064f\u0648\u064e\u0651\u0629\u0650\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Ihr werdet im Prophetentum weilen, solange Allah es weilen l\u00e4sst. Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will. Sodann wird ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums entstehen. Es wird weilen, solange Allah es weilen l\u00e4sst. Dann wird Allah es aufheben, wenn Er es aufheben will. Sodann wird eine bevorrechtete Herrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah sie weilen l\u00e4sst. Dann wird Allah sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Sodann wird eine Gewaltherrschaft folgen. Sie wird weilen, solange Allah weilen l\u00e4sst. Dann wird Allah sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Sodann folgt ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums.<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wahr hat der Gesandte Allahs gesprochen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">18. \u1e62afar 1442 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">05.10.2020 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Aserbaidschans Pr\u00e4sident Ilham Alijev sagte in einer Ansprache, die am Abend des 04.10.2020 im staatlichen Fernsehen \u00fcbertragenen wurde, dass Armenien einen Zeitplan f\u00fcr den R\u00fcckzug aus der Region Bergkarabach nennen m\u00fcsse, bevor die dort vor rund einer Woche ausgebrochenen K\u00e4mpfe eingestellt w\u00fcrden.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":2077,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[237,247,2269,2691],"class_list":["post-10534","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-armenien","tag-aserbaidschan","tag-russland","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10534"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10534\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2077"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}