{"id":10537,"date":"2020-11-03T00:00:00","date_gmt":"2020-11-03T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10537"},"modified":"2020-11-03T00:00:00","modified_gmt":"2020-11-03T00:00:00","slug":"der-tuerkisch-griechische-konflikt-im-oestlichen-mittelmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10537","title":{"rendered":"Der t\u00fcrkisch-griechische Konflikt im \u00f6stlichen Mittelmeer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Der t\u00fcrkisch-griechische Konflikt im \u00f6stlichen Mittelmeer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister Mevlut Cavusoglu enth\u00fcllte am 08.10.2020, dass es zu einer neuen Einigung zwischen seinem Land und Griechenland gekommen sei. Der Minister sagte laut der t\u00fcrkischen Nachrichtenseite <em>Turkeyalaan<\/em>, er habe sich mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Dendias auf Sondierungsgespr\u00e4che zwischen den beiden L\u00e4ndern verst\u00e4ndigt. Das ging aus den Erkl\u00e4rungen am Rande eines Treffens mit Dendias im Rahmen seiner Teilnahme am Bratislava Global Security Forum in der Slowakei hervor. Die T\u00fcrkei werde Gastgeber dieser Gespr\u00e4che sein, w\u00e4hrend Griechenland Termine vorschlagen werde. (Turkeyalaan.net, 08.10.2020) Zuvor hatte es die T\u00fcrkei zu einer schweren Krise in den Beziehungen zu Griechenland kommen lassen und das Land durch die Entsendung t\u00fcrkischer Erkundungsschiffe in Begleitung von Kriegsfregatten herausgefordert. Was steckt nun hinter der Krise zwischen der T\u00fcrkei und Griechenland? Und wie sehen die wahren internationalen Positionen in dieser Krise aus? Stecken die USA dahinter oder hat die T\u00fcrkei eigenm\u00e4chtig gehandelt? Wie ist diese anf\u00e4nglich massive Eskalation zu erkl\u00e4ren, die dann mit einer Vereinbarung auf geplante Verhandlungen endete? Danke euch!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Blick auf die griechisch-t\u00fcrkische Krise muss hinsichtlich ihrer lokalen Ursachen und Auswirkungen in der T\u00fcrkei erfolgen sowie im Hinblick auf ihre wirtschaftliche und internationale Dimension. Dazu m\u00fcssen folgende Punkte dargelegt werden, angefangen bei dem Vertrag von Lausanne im ersten Viertel des letzten Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: Der Vertrag von Lausanne<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die T\u00fcrkei verf\u00fcgt \u00fcber die l\u00e4ngste K\u00fcste in der \u00c4g\u00e4is und im \u00f6stlichen Mittelmeer. Doch am 24.07.1923 wurde der Vertrag von Lausanne von den Vertretern des Jahrhundertverbrechers Mustafa Kemal im Namen der in Ankara sitzenden Regierung der Gro\u00dfen Nationalversammlung der T\u00fcrkei, die sich vom Kalifat in Istanbul abgespalten hatte, unterzeichnet. Mit diesem Vertrag wurde die T\u00fcrkei in der \u00c4g\u00e4is eingeschlossen, sodass sie sich kaum \u00fcber ihre K\u00fcsten hinaus bewegen kann. Denn so gut wie alle \u00c4g\u00e4is-Inseln geh\u00f6ren zu Griechenland! Dieser Status besteht, seitdem Mustafa Kemal seine Delegation zu den Alliierten in das schweizerische Lausanne entsandte, um im Namen der abtr\u00fcnnigen Regierung in Ankara, die sich vom Kalifat in Istanbul losgesagt hatte, das von den Alliierten gew\u00fcnschte Abkommen zu unterzeichnen! So kam es zur Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne in der Schweiz zwischen Vertretern Gro\u00dfbritanniens, Frankreichs sowie anderer Staaten und der von Ismet In\u00f6n\u00fc angef\u00fchrten Delegation Mustafa Kemals, die im Namen der Regierung der gro\u00dfen Nationalversammlung in Ankara auftrat\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die Inhalte des Vertrages waren verheerend, und allen stimmte Mustafa Kemal, vertreten durch seine Delegation, zu. Dazu geh\u00f6rt Artikel 12, mit dem alle bzw. die meisten \u00e4g\u00e4ischen Inseln Griechenland zugesprochen wurden, obgleich manche von ihnen 600 Kilometer vom griechischen Festland und nur knapp zwei Kilometer vom t\u00fcrkischen Festland entfernt liegen, so etwa die Insel <em>Meis<\/em>, die zu Griechenland geh\u00f6rt und von den Griechen <em>Kastelorizo<\/em> genannt wird. Sie liegt vor der t\u00fcrkischen K\u00fcstenstadt Kash, die zur Provinz Antalya geh\u00f6rt. Dieses Abkommen ist es, das die Griechen dazu \u201elegitimiert\u201c, von den T\u00fcrken die Einstellung der Erdgassuche vor den t\u00fcrkischen K\u00fcsten zu verlangen, da dies laut Vertrag das ausschlie\u00dfliche Recht Griechenlands sei! Und laut Artikel 15 musste die T\u00fcrkei s\u00e4mtliche Rechte und Besitzanspr\u00fcche auf folgende Inseln zugunsten Italiens abtreten: Stampalia (Astypalea), Rhodos, Chalki (Kharke) und andere. Mit Artikel 20 wurde zudem die bereits im November 1914 von der britischen Regierung proklamierte Annexion Zyperns durch Gro\u00dfbritannien von der T\u00fcrkei anerkannt. In Artikel 23 hei\u00dft es au\u00dferdem, dass die (hohen) Vertragsparteien den Grundsatz der Freiheit der Durchfahrt und Schifffahrt auf See und in der Luft in Friedens- und Kriegszeiten in der Meerenge der Dardanellen ebenso wie im Marmarameer und im Bosporus anerkennen! Und so ist die T\u00fcrkei, das Land mit der l\u00e4ngsten K\u00fcste im \u00f6stlichen Mittelmeer, ihrer Bewegungsfreiheit rund um die Inseln in diesen Gew\u00e4ssern beraubt worden, an die sich Erdogan heute als \u201esein gestohlenes blaues Vaterland\u201c erinnert! Er beklagt sich dar\u00fcber, w\u00e4hrend das Portrait des Jahrhundertverbrechers Mustafa Kemal, der diesen Abtretungen in Lausanne \u00fcberhaupt erst zugestimmt hatte, genau \u00fcber seinem Kopf h\u00e4ngt. Trotz allem wagt es Erdogan nicht, Mustafa Kemal auch nur mit einem schm\u00e4henden Wort zu erw\u00e4hnen! Vielmehr spielt er mit den Emotionen des t\u00fcrkischen Volkes, wenn er den Bohrschiffen Namen gibt, die an gro\u00dfe osmanische F\u00fchrer erinnern, wie etwa <em>Fatih<\/em> (nach Mu\u1e25ammad al-F\u0101ti\u1e25) oder <em>Kanuni <\/em>(nach Sulaim\u0101n al-Q\u0101n\u016bn\u012b, wobei diesen gro\u00dfartigen F\u00fchrern nichts ferner liegen w\u00fcrde, als Erdogans ganze Politik! Erdogan teilte lautstark mit: \u201eAlle wissen, dass die T\u00fcrkei die politische, wirtschaftliche und milit\u00e4rische Macht hat, die ungerechten Karten und Dokumente zu zerrei\u00dfen, die auf Unmoral und Wortverdrehung aufbauen.\u201c Sein Land sei bereit, dies durch \u201eschmerzhafte Erfahrungen\u201c zu kl\u00e4ren, \u201eob am Verhandlungstisch oder auf dem Schlachtfeld\u201c. (Aljazeera, 05.09.2020) Damit begn\u00fcgt er sich dann und glaubt, dass er Gutes getan habe! Vielleicht hat das t\u00fcrkische Volk auch mitbekommen, dass Griechenland, das fast keine effiziente Armee besitzt, ihre Soldaten zur Insel <em>Meis <\/em>geschickt hat, wohlwissend, dass laut Lausanner Abkommen dies eine entmilitarisierte Insel ist. Und trotzdem tritt Erdogan den Griechen nicht mit der gebotenen Vehemenz entgegen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Obgleich es sich bei diesem Vertrag um einen verr\u00e4terischen Deal handelt, den Mustafa Kemal mit den Alliierten schloss, so hat er ihn im Namen der Gro\u00dfen T\u00fcrkischen Nationalversammlung in Ankara unterzeichnet. Doch das reichte den Briten nicht. Vielmehr noch verlangten sie von ihm die Erf\u00fcllung ausnahmslos aller von den Briten geforderten Bedingungen, in erster Linie die vollst\u00e4ndige Abschaffung des Kalifats und die Bef\u00fcrwortung eines s\u00e4kularen Staates. Mustafa Kemal kam dem nach und setzte dies am Morgen des 3. M\u00e4rz 1924 in die Tat um, als er die Abschaffung des Kalifats und die Trennung von Religion und Staat verk\u00fcndete. Und in derselben Nacht trug er dem Gouverneur von Istanbul auf, den Kalifen Abdulmajid zum Verlassen der T\u00fcrkei aufzufordern, und das noch vor Anbruch des n\u00e4chsten Morgens. So begab sich dieser Gouverneur nachts und begleitet von einem Regiment aus Polizisten und Soldaten zum Kalifenpalast und zwang den Kalifen, ein Auto zu besteigen, das ihn \u00fcber die Grenze in Richtung Schweiz bringen sollte. Zwei Tage sp\u00e4ter versammelte Mustafa Kemal s\u00e4mtliche Kronprinzen und Prinzessinnen und lie\u00df sie ins Exil deportieren. Alle religi\u00f6sen \u00c4mter wurden abgeschafft und die muslimischen Stiftungen gingen in das Eigentum des Staates \u00fcber. Religionsschulen wurden in zivile Schulen umgewandelt und der Aufsicht des Bildungsministeriums unterstellt. Damit hatte Mustafa Kemal alle vier von Lord Curzon (dem britischen Au\u00dfenminister, Anm.) geforderten Bedingungen erf\u00fcllt, die da w\u00e4ren: die vollst\u00e4ndige Abschaffung des Kalifats, die Ausweisung des Kalifen au\u00dferhalb des Landes, die Beschlagnahmung seines Verm\u00f6gens und die Ausrufung eines laizistischen Staates. Der Lausanner Vertrag, der vor der Abschaffung des Kalifats geschlossen worden war, wurde ratifiziert und trat nach der Abschaffung des Kalifats in Kraft! Somit wurde das Abkommen von Lausanne mit der Abschaffung des Kalifats \u201egekr\u00f6nt\u201c. Die Staaten erkannten die Unabh\u00e4ngigkeit der T\u00fcrkei an und die Engl\u00e4nder zogen aus Istanbul und den Meerengen ab. Vor diesem Hintergrund erhob sich ein britischer Abgeordneter des Unterhauses und protestierte gegen Curzon, weil dieser die Unabh\u00e4ngigkeit der T\u00fcrkei anerkannt hatte. Curzons Antwort darauf lautete: \u201eDie Sache stellt sich so dar, dass die T\u00fcrkei erledigt ist und keine Rolle mehr spielen wird, weil wir ihre geistige Kraft zerst\u00f6rt haben: das Kalifat und den Islam.\u201c So haben die Engl\u00e4nder mithilfe Mustafa Kemals das Kalifat und den Islam abgeschafft &#8211; allen Muslimen der Welt und besonders den Muslimen in der T\u00fcrkei zum Trotz. Und somit h\u00f6rte das Regieren mit dem, was Allah herabgesandt hat, in allen Teilen der Welt auf und wird seitdem nur noch mit dem regiert, was Allahs Gesetzen widerspricht, d.&nbsp;h. mit dem Unglauben &#8211; <em>kufr<\/em>. Allein die G\u00f6tzenherrschaft blieb \u00fcbrig, die \u00fcber die Menschen herrscht und weltweit implementiert wird!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens<\/strong>: Das ist der Vertrag, den die Vertreter Mustafa Kemals im schweizerischen Lausanne unterzeichnet hatten und der die T\u00fcrkei innerhalb des \u00c4g\u00e4ischen Meeres in Ketten legte. Die \u00e4g\u00e4ischen Inseln und ihre K\u00fcsten wurden Griechenland zugesprochen und der T\u00fcrkei damit verboten, dort Bohrarbeiten durchzuf\u00fchren! Das liegt nun fast ein ganzes Jahrhundert zur\u00fcck, in dem sich die T\u00fcrkei stets dem Abkommen gef\u00fcgt hat. Was hat die T\u00fcrkei nun zu den jetzigen Aktionen bewogen? Wer die Chronologie der Ereignisse betrachtet, gelangt zur Erkenntnis, dass zwei Faktoren f\u00fcr die Entstehung der Krise entscheidend sind: Ein interner Faktor, der mit der wirtschaftlichen Situation in der T\u00fcrkei zusammenh\u00e4ngt und ein externer, hinter dem die Vereinigten Staaten stecken:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Der interne Faktor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die T\u00fcrkei ist ein Energieverbraucher und kein Produzent. Die F\u00f6rdermenge des eigenen \u00d6ls lag zuletzt bei 53.000 Barrel pro Tag (Nachrichtenagentur Anadolu, 25.07.2020). Das ist, verglichen mit der importierten Menge, die bei einer Million Barrel t\u00e4glich liegt (Al-arabi al-jadid, 22.04.2020), sehr wenig. Zudem produziert die T\u00fcrkei etwa 475 Millionen Kubikmeter Erdgas, w\u00e4hrend sie mehr als 45 Milliarden Kubikmeter (Aljazeera.net, 31.08.2020) einf\u00fchrt. Entsprechend f\u00e4llt die Importrechnung f\u00fcr \u00d6l und Gas exorbitant hoch aus. 2019 waren 41 Milliarden Dollar f\u00e4llig, weniger als ein Jahr davor, als die Ausgaben bei etwa 43 Milliarden Dollar lagen, was an den weltweit relativ niedrigen Energiepreisen lag. (Die t\u00fcrkische Zeitung Daily Sabah, 27.02.2020) Dieser Faktor belastet die t\u00fcrkische Wirtschaft enorm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Aufgrund der Tatsache, dass sich die T\u00fcrkei geographisch zwischen den Erd\u00f6l produzierenden arabischen Staaten sowie dem Iran und Aserbaidschan einerseits und den Erd\u00f6l konsumierenden Staaten, d.&nbsp;h. den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern andererseits liegt, hat sie sich zu einem \u201eTransitland\u201c entwickelt. Darauf hat die T\u00fcrkei auch ihre Energiepolitik ausgerichtet. So wurde der t\u00fcrkische Mittelmeerhafen Ceyhan zu einem Exporthafen f\u00fcr \u00d6l aus Aserbaidschan. In und durch Ceyhan verl\u00e4uft ein ganzes Netz an Pipelines, nicht zuletzt die t\u00fcrkische Pipeline, die russisches Erdgas in den Westen der T\u00fcrkei und von dort weiter nach Europa transportieren soll. Die Er\u00f6ffnung fand am 08.01.2020 statt. Doch trotz der Einnahmen aus den Transitgeb\u00fchren bleiben die \u00d6l- und Gaskosten eine ungeheure Belastung f\u00fcr die t\u00fcrkische Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Von 2009 an begannen der Zionistenstaat und internationale Konzerne \u00fcber riesige Erdgasfunde im \u00f6stlichen Mittelmeer zu berichten. So wurde im Gasfeld Tamar, 80 Kilometer westlich von Haifa, 9 Billionen Kubikfu\u00df extrahierbares Erdgas entdeckt. Einige Monate sp\u00e4ter wurde das Dalit-Feld westlich des besetzten Pal\u00e4stina entdeckt, das 500 Milliarden Kubikmeter Gas umfasst. 2010 wurden auf dem Jonathan-Feld im Westen Pal\u00e4stinas astronomische Mengen Erdgas gefunden, die ein Volumen von 16 Billionen Kubikfu\u00df umfassen. Die amerikanische Magazin Foreign Policy schrieb damals, dass es der weltweit \u201egr\u00f6\u00dfte Erdgasfund\u201c des Jahrzehnts sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Aus diesem Grund ergriff die T\u00fcrkei die Initiative und schaffte sich ein gro\u00dfes, modernes Explorationsschiff aus S\u00fcdkorea an. Es handelte sich um das Schiff <em>Fatih<\/em>, das 2011 erstmals in See stach, um nach \u00d6l und Erdgas zu suchen. Das war der Auftakt zu jener Serie von Krisen zwischen der T\u00fcrkei auf der einen und Zypern und Griechenland auf der anderen Seite. Der T\u00fcrkei wurde vorgeworfen, in den ausschlie\u00dflich zypriotischen Hoheitsgew\u00e4ssern zu bohren. Die T\u00fcrkei hingegen rechtfertigte es damit, dass es ihr um die Rechte der t\u00fcrkischen Zyprioten ginge. Doch in den letzten Monaten erh\u00f6hte die T\u00fcrkei bei der Suche nach Erdgas das Tempo, nachdem sie ein weiteres Forschungsschiff (f\u00fcr Offshore-Bohrungen) aus Gro\u00dfbritannien erwarb, womit sie nun im Besitz einer ansehnlichen Flotte aus Meeresbohr- und Vermessungsschiffen war. Damit war die T\u00fcrkei in der Lage, Explorations- und Bohrarbeiten an mehreren Stellen gleichzeitig durchzuf\u00fchren, und zwar im Schwarzen Meer, an den westlichen K\u00fcsten der T\u00fcrkei sowie im \u00f6stlichen Mittelmeer s\u00fcdlich von Zypern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">e) F\u00fcr die T\u00fcrkei war es also dringend erforderlich, ihre wirtschaftliche Lage \u00fcber die Suche nach \u00d6l und Gas zu verbessern. Zudem sollte nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass die t\u00fcrkische Wirtschaft schweren Schl\u00e4gen ausgesetzt ist, deren Folgen in dem kontinuierlichen Verfall der t\u00fcrkischen W\u00e4hrung, der Lira, zu sp\u00fcren sind. Dadurch sah sich Pr\u00e4sident Erdogan veranlasst, bei der Suche nach Erdgas aufs Tempo zu dr\u00fccken, damit sich ein Hoffnungsschimmer f\u00fcr die Wirtschaft findet und er seine sinkende Popularit\u00e4t angesichts der Talfahrt der t\u00fcrkischen Lira noch aufhalten kann. Auch die Meuterei f\u00fchrender K\u00f6pfe in seiner Partei, die ihrerseits Oppositionsparteien gr\u00fcndeten, nagen an Erdogans Popularit\u00e4t. Die t\u00fcrkischen Explorationsaktivit\u00e4ten wurden daher auch auf das Schwarze Meer ausgeweitet und waren nicht mehr nur auf die umstrittenen Gew\u00e4sser im \u00f6stlichen Mittelmeer beschr\u00e4nkt, um die sich der Konflikt mit Griechenland dreht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Der externe Faktor:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die USA unterst\u00fctzen die derzeit betriebenen Anstrengungen der T\u00fcrkei. Und das aus zweierlei Gr\u00fcnden: Der erste ist lokaler Art. Erdogan, Amerikas Mann in der T\u00fcrkei, w\u00e4re n\u00e4mlich in einer g\u00fcnstigeren Position, gel\u00e4nge es ihm, die wirtschaftlichen Hemmnisse zu beseitigen und seine Popularit\u00e4t wieder auf ein Niveau von vor 2014 zu bringen. Es w\u00e4re dann einfacher f\u00fcr ihn, die Politik der USA durchzusetzen, wie z.&nbsp;B. bei seiner Intervention in Libyen, wo er dann in der Lage w\u00e4re, seine regionalen Interventionen zugunsten der USA auch zu finanzieren. Der zweite Grund ist: Die USA m\u00f6chten nicht, dass Europa aufgrund des russischen Erdgases unter dem politischen Einfluss Russlands steht. Gleichzeitig wollen sie aber auch keine europ\u00e4ische Unabh\u00e4ngigkeit in der Frage des Erdgases. Denn Zypern und Griechenland sind beides Mitglieder der EU und die Pipelines verlaufen \u00fcber diese L\u00e4nder nach Europa. Das alles missf\u00e4llt den USA. Daher forcieren sie es, dass die Unabh\u00e4ngigkeit Europas in Sachen Erdgas bedroht wird, und zwar mittels der T\u00fcrkei. Im Klartext: Pr\u00e4sident Erdogan droht Griechenland und f\u00fchrt ohne Absprache Bohrungen in Seegebieten durch, die von den Griechen als ihre Hoheitsgew\u00e4sser beansprucht werden \u2013 und das mit verdeckter Unterst\u00fctzung der USA. Aus diesem Grund nahmen an den t\u00fcrkischen Milit\u00e4r\u00fcbungen auch US-Milit\u00e4rschiffe teil. So hat das t\u00fcrkische Verteidigungsministerium die Beteiligung des US-Zerst\u00f6rers \u201eUSS Washington\u201c an diesen Man\u00f6vern angek\u00fcndigt. (Turkeyalaan, 26.08.2020) Das geschah trotz der starken Verlegenheit der USA, einen Nato-Staat gegen einen anderen, europ\u00e4ischen Staat, der ebenfalls der Nato angeh\u00f6rt, zu unterst\u00fctzen. Im Grunde geschah es im Gegenzug zur Beteiligung Frankreichs an den griechischen Milit\u00e4r\u00fcbungen, wobei Frankreich ebenso Mitglied der Nato ist. Diese Man\u00f6ver zusammen mit einem relativ gro\u00dfen milit\u00e4rischen Aufgebot und einer provokativen Rhetorik &#8211; all das hat im \u00f6stlichen Mittelmeer eine gef\u00e4hrliche Situation herbeigef\u00fchrt, in der milit\u00e4rische Zusammenst\u00f6\u00dfe unter Nato-Staaten auszubrechen drohten, d.&nbsp;h. zwischen der T\u00fcrkei, die hinter den Kulissen von den USA unterst\u00fctzt wird, und Griechenland, das offene Sch\u00fctzenhilfe von Frankreich erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Von einem anderen Aspekt her ist festzustellen: Die Tatsache, dass die USA einen solch schweren Konflikt zwischen zwei Mitgliedsstaaten der von ihnen gef\u00fchrten Nato zulassen, der sich leicht zu einer milit\u00e4rischen Auseinandersetzung h\u00e4tte hochschaukeln k\u00f6nnen, ohne sich mit ganzem Gewicht f\u00fcr die Beilegung der Krise einzusetzen, ist ein Beleg daf\u00fcr, dass die USA mit internen Problemen, wie der Corona-Pandemie und den Wahlen, besch\u00e4ftigt sind. Und es zeigt, dass die USA derzeit Erdogan damit betrauen, die gegen Europa &#8211; in diesem Fall gegen Griechenland &#8211; gerichteten Aktionen durchzuf\u00fchren. Dabei unterst\u00fctzen sie ihn und ber\u00fccksichtigen den Umstand, dass sie sich in der Verlegenheit befinden, dass sowohl die T\u00fcrkei als auch Griechenland Mitglieder des von ihnen gef\u00fchrten Nato-B\u00fcndnisses sind. Aufgrund dessen beteiligten sich die USA an den t\u00fcrkischen Milit\u00e4rman\u00f6vern, um Erdogan in dieser Situation zu unterst\u00fctzen. Das zum Einen. Zum anderen aber reiste Mike Pompeo zu einer Stippvisite in den griechischen Teil Zyperns. Russia Today berichtete: <em>Pompeo forderte die T\u00fcrkei auf, ihre Streitkr\u00e4fte aus dem \u00f6stlichen Mittelmeer abzuziehen, wo ein t\u00fcrkisches Explorationsschiff mit Unterst\u00fctzung von Milit\u00e4rfregatten operiert<\/em>.\u201c (13.09.2020) Das bedeutet nichts anderes, als dass die USA, die die Unterst\u00fctzer der T\u00fcrkei sind, gegen\u00fcber ihren europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten in gro\u00dfe Verlegenheit geraten sind. So sahen sie sich gezwungen, vom t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten den Abzug seines Bohrschiffes zu fordern, was er auch tat, um anschlie\u00dfend in den Dialog und in Verhandlungen zu treten. Denn Griechenlands Bedingung f\u00fcr einen Dialog war der Abzug des t\u00fcrkischen Forschungsschiffes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens: Die Positionen anderer Staaten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Frankreich zeigte sich unter den europ\u00e4ischen Staaten am striktesten in seiner Haltung. Von Anfang an erkl\u00e4rte Frankreich, an Griechenlands Seite zu stehen und ging eigenm\u00e4chtig vor. So teilte Staatspr\u00e4sident Macron mit: \u201eIch habe beschlossen, in den n\u00e4chsten Tagen die franz\u00f6sische Milit\u00e4rpr\u00e4senz im \u00f6stlichen Mittelmeer in Kooperation mit den europ\u00e4ischen Partnern, einschlie\u00dflich Griechenland, vor\u00fcbergehend zu verst\u00e4rken.\u201c (T\u00fcrkische Nachrichtenagentur Anadolu, 13.08.2020) Frankreich f\u00fchrte mit Griechenland gemeinsame Man\u00f6ver auf See durch, bei denen Rafale-Jets zum Einsatz kamen, die nach Zypern verlegt worden waren. Weitere \u00dcbungen wurden am 26.08.2020 durchgef\u00fchrt, an denen neben Griechenland und Zypern auch Italien involviert wurde. All das fand statt, obwohl Frankreich keinen Einfluss in der Region hat, was beweist, dass Frankreich versucht, sich von neuem einen geh\u00f6rigen Einfluss aufzubauen. Milit\u00e4rische Man\u00f6ver gemeinsam mit Griechenland durchzuf\u00fchren, w\u00e4hrend die USA zeitgleich mit der T\u00fcrkei dasselbe tun, stellt implizit eine verdeckte Herausforderung der USA dar. Dass Italien mitbeteiligt wird, ist ein Zeichen daf\u00fcr, dass Frankreich die europ\u00e4ischen Staaten auf seiner Seite gegen die T\u00fcrkei in Stellung bringt. Belegt wird das auch durch das Gipfeltreffen, zu dem Frankreich einige europ\u00e4ische Mittelmeer-Anrainer (Italien, Malta, Spanien, Griechenland und Zypern) eingeladen hatte. Zudem \u00fcbt Frankreich innerhalb der Europ\u00e4ischen Union und der Nato Druck aus, um eine strenge Haltung gegen\u00fcber der T\u00fcrkei einzunehmen. So erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Macron: \u201eWir als Europ\u00e4er m\u00fcssen klar und entschlossen mit der Regierung von Pr\u00e4sident Erdogan umgehen, die heute ein inakzeptables Verhalten an den Tag legt.\u201c Er sei der Ansicht, dass \u201edie T\u00fcrkei kein Partner mehr in dieser Region ist.\u201c (France 24, 10.09.2020) Und Frankreichs Au\u00dfenminister Jean Yves Le Drian betonte, dass die n\u00e4chste Sitzung des Europ\u00e4ischen Rates f\u00fcr die Bestrafung der T\u00fcrkei bestimmt sei. Er wies darauf hin, dass der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Rejep Tayyip Erdogan die Eskalation mit Griechenland aufrechthalte, um die schwierige Wirtschaftslage in seinem Land zu kaschieren. (Independent Arabi, 07.09.2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der k\u00fchnen anti-t\u00fcrkischen Haltung Frankreichs und des Versuchs, den t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten zum Einknicken zu bringen, und obwohl Erdogan weder ein \u201e<em>Fatih<\/em>\u201c noch ein \u201e<em>Kanuni<\/em>\u201c ist, wie er seine Schiffe zu taufen pflegt, und er Frankreich auch keine Lektion im \u00f6stlichen Mittelmeer erteilt hat, indem er zumindest ein franz\u00f6sisches Schiff versenkt, um ein Exempel zu statuieren, daf\u00fcr dass Frankreich seine Schiffe und Flugzeuge tausende Meilen zur\u00fccklegen l\u00e4sst, um ihm vor seiner eigenen Haust\u00fcr \u201edie Knochen zu brechen\u201c \u2013 trotz all dem bleibt Frankreichs Politik eine Ad-Hoc-Politik ohne Tiefe. So hat sich Malta beeilt, sich aus der Allianz mit Frankreich herauszul\u00f6sen. Demnach betonte maltesische Au\u00dfenminister Evarist Bartolo auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem t\u00fcrkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu: \u201eDie Europ\u00e4ische Union muss ihre Beziehungen zur T\u00fcrkei aus einer strategischen Perspektive betrachten\u201c. Weiter sagte er: \u201eIch glaube, es ist an der Zeit, dass sich die Europ\u00e4ische Union ernsthaft mit der T\u00fcrkei auseinandersetzt, insbesondere im Bereich Handel, Menschenrechte und Terrorismusbek\u00e4mpfung.\u201c (T\u00fcrkische Nachrichtenagentur Anadolu, 12.09.2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Was die Briten betrifft, so lie\u00dfen sie die Eskalation im \u00f6stlichen Mittelmeer bislang unkommentiert, was Frankreichs \u00c4ngste erh\u00f6hte. Mehr noch, seit dem Brexit blickt Frankreich auf die Rolle Gro\u00dfbritanniens mit Misstrauen. So sieht man, wie es in einigen F\u00e4llen Gro\u00dfbritannien entgegentritt, wie in Algerien zum Beispiel. Und da die riesigen Finanzm\u00e4rkte Londons den Briten eine wichtige Stellung auf dem \u00d6l- und Gasmarkt verschafft haben, insbesondere bei der Preisgestaltung aufgrund der Verbindung zum Brent-Roh\u00f6l und der damit verkn\u00fcpften Preisfestlegung anderer \u00d6lsorten und sogar des Erdgases, w\u00e4hrend Frankreich dabei zusieht, wie Gro\u00dfbritannien die EU verl\u00e4sst, suchen die Franzosen nun ebenso nach einer Stellung f\u00fcr sich in diesem international lebenswichtigen Sektor. Daher hat Frankreich beschlossen, sich ein Standbein in Griechenland zu schaffen, in der Hoffnung, dass dies dabei helfen k\u00f6nnte, in Sachen Energie ein Akteur zu werden und nicht nur Konsument zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der anderen Seite schlagen die Briten, die sich wegen des Brexits quasi einer Strafpolitik seitens der EU ausgesetzt sehen, ihren eigenen Weg und ihre eigene Politik ein. Vielleicht hat auch die pl\u00f6tzliche Zuspitzung der Spannungen im \u00f6stlichen Mittelmeer ihre Besorgnis erregt. Daher positionierten sie sich nicht gegen die T\u00fcrkei. Denn Griechenland bedeutet den Briten nichts verglichen mit ihren Interessen in der T\u00fcrkei. So w\u00e4re niemand bereit auf der griechischen Welle mitzureiten, es sei denn, ein blinder Fanatiker wie Frankreich! Gemessen an Gro\u00dfbritannien und Deutschland, fehlt es den Franzosen an jeglichem Weitblick, was dazu f\u00fchrt, dass sie nach anstrengenden politischen Aktionen mit leeren H\u00e4nden zur\u00fcckkehren. Deshalb ging Erdogan den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten harsch an und lie\u00df ihn wissen: \u201eHerr Macron, Sie werden mit mir pers\u00f6nlich viel mehr Probleme bekommen.\u201c Und er erg\u00e4nzte: \u201eSie haben keine historischen Informationen, kennen nicht einmal die Geschichte Frankreichs. H\u00f6ren Sie also auf, sich mit der T\u00fcrkei und ihrem Volk zu besch\u00e4ftigen.\u201c (Al-Quds al-Arabi, 12.09.2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Was Deutschland betrifft, so ist es ebenfalls nicht in Frankreichs anti-t\u00fcrkische Haltung hineingerutscht. Deutschland hat sich als Vermittler angeboten, was einige dahingehend interpretierten, dass es die Rolle einnimmt, die eigentlich Washington einnehmen sollte. Deutschland blieb im Hinblick auf die franz\u00f6sische Position distanziert, griff vermittelnd ein und rief zum Dialog auf. Den diesbez\u00fcglich st\u00e4rksten Standpunkt Deutschlands gegen\u00fcber der T\u00fcrkei brachte Au\u00dfenminister Heiko Maas w\u00e4hrend seines Athen-Besuchs zum Ausdruck: \u201eIn Bezug auf die t\u00fcrkischen Forschungsbohrungen im \u00f6stlichen Mittelmeer haben wir eine klare Position\u2026 Das V\u00f6lkerrecht muss eingehalten werden. Deswegen sind Fortschritte in der EU-T\u00fcrkei-Beziehung nur dann m\u00f6glich, wenn Ankara die Provokationen im \u00f6stlichen Mittelmeer unterl\u00e4sst.\u201c Die t\u00fcrkischen Bohrungen vor der K\u00fcste Zyperns m\u00fcssten aufh\u00f6ren, f\u00fcgte Maas hinzu. (France 24, 22.07.2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Russland hingegen hatte angeboten, seine guten Beziehungen zur T\u00fcrkei zu nutzen, um zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Doch wie \u00fcblich, ist Russland nicht imstande, eigeninitiativ zu handeln, auch wenn Moskau ank\u00fcndigte, auf die franz\u00f6sischen Man\u00f6ver mit eigenen Milit\u00e4r\u00fcbungen im \u00f6stlichen Mittelmeer zu reagieren. Vielleicht m\u00f6chte es sich damit auch nur selbst in Erinnerung rufen. <em>Es wurde beschlossen, dass Russland am kommenden Dienstag mit milit\u00e4rischen <\/em><em>Marineman\u00f6vern im \u00f6stlichen Mittelmeer beginnen wird, bei denen Schie\u00df\u00fcbungen stattfinden sollen. Sie sollen bis zum 22. September andauern. Andere sollen laut der t\u00fcrkischen Marine vom 17. bis zum 22. dieses Monats stattfinden, so die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der russische Marinesprecher Igor Digalo erkl\u00e4rte: \u201eWir haben starke Wirtschafts- und Verteidigungsbeziehungen mit der T\u00fcrkei. Unsere Politik ist jedoch, zu vermeiden, eine der beiden Parteien zu unterst\u00fctzen.\u201c Die russischen Man\u00f6ver fanden im Anschluss an weitere franz\u00f6sische Milit\u00e4r\u00fcbungen in der Region statt. So hatte Frankreich Milit\u00e4rflugzeuge und ein Kriegsschiff entsandt, um Griechenland und Zypern in dem Konflikt zu unterst\u00fctzen.<\/em> (Independent Arabi, 07.09.2020) Das bedeutet, die Position Russlands bleibt eher marginal, im Abwarten eines Fingerzeigs von jenseits des Atlantiks. Jedoch will Russland seine St\u00e4rke in Erinnerung rufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viertens<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte also die t\u00fcrkisch-griechische Krise l\u00e4nger anhalten, k\u00f6nnte es aus all den erw\u00e4hnten Gr\u00fcnden zu einem tiefen Riss innerhalb der internationalen Beziehungen f\u00fchren. Was das transatlantische Verh\u00e4ltnis betrifft, so wollen die europ\u00e4ischen Staaten ihre Stellung in einer Welt gew\u00e4hrleistet sehen, in der die USA sich aus ihrer F\u00fchrungsrolle zunehmend zur\u00fcckziehen und ihren Fokus auf China und ihre wachsenden internen Probleme legen. Diese Staaten haben begonnen, nach einer eigenen Rolle getrennt von den USA zu suchen. Und die Vereinigten Staaten unter der Regierung Trumps werden nicht davon ablassen, die europ\u00e4ischen Interessen durch Einsatz anderer Staaten zu bedrohen, wie es in Libyen durch den Einsatz Russlands und der T\u00fcrkei geschehen ist. Die europ\u00e4ischen Staaten ihrerseits haben gro\u00dfe Bef\u00fcrchtungen, dass die Mittelmeer-Krise ihren Traum von sicheren Erdgas-Quellen zerst\u00f6ren k\u00f6nnte, wenn ein gro\u00dfer Teil davon unter t\u00fcrkische Kontrolle ger\u00e4t. Und da die T\u00fcrkei hinter den Kulissen von Washington unterst\u00fctzt wird, versucht Frankreich, sich mit seiner derzeit betriebenen Mittelmeer-Politik gegen die Rollen zu stemmen, die in Washington f\u00fcr die T\u00fcrkei und auch f\u00fcr Russland entworfen werden. Dieser transatlantische Streit steht einem anderen, n\u00e4mlich innereurop\u00e4ischen Streit in nichts nach. So war die deutsche Position der Grund daf\u00fcr, dass Frankreich die EU nicht zu Sanktionen gegen die T\u00fcrkei bewegen konnte, d.&nbsp;h. Frankreich war es nicht gelungen, einen Konsens innerhalb der Europ\u00e4ischen Union gegen die T\u00fcrkei herzustellen. So ging Frankreich hin und scharte die europ\u00e4ischen Mittelmeerl\u00e4nder um sich! Deutschland hingegen macht sich viele Gedanken \u00fcber seine Interessen und sogar \u00fcber seine Geschichte mit der T\u00fcrkei. So haben Deutschland und der Osmanische Staat im Ersten Weltkrieg Seite an Seite gegen die Alliierten gek\u00e4mpft. Die deutschen Beziehungen zur T\u00fcrkei blieben stark. Belastet wurden sie nur durch Erdogans \u201eSt\u00f6raktionen\u201c, die oftmals von der amerikanischen Politik angesto\u00dfen werden. Hinzu kommt, dass eine gro\u00dfe t\u00fcrkische Gemeinde in Deutschland lebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcnftens<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen davon, ob die Krise nun vorbei ist oder nicht; die T\u00fcrkei gab die Entdeckung riesiger Erdgasreserven im Schwarzen Meer bekannt, die einen Umfang von 320 Milliarden Kubikmeter haben sollen. Das wird sie zu weiteren Bohrungen im Schwarzen Meer und im \u00f6stlichen Mittelmeer antreiben. So wird die T\u00fcrkei ihre Bem\u00fchungen zur wirtschaftlichen Entlastung weiter fortsetzen. Und auch die Unterst\u00fctzung Amerikas wird weiterlaufen, um Europa und insbesondere Frankreich zu bedr\u00e4ngen und unter Druck zu setzen, damit es sich nicht zu sehr wagt, die amerikanische Politik in der Region zu durchkreuzen und zu st\u00f6ren!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was allerdings wahrlich schmerzt, ist, dass die islamischen L\u00e4nder w\u00e4hrend der vergangenen einhundert Jahre nach Abschaffung des Kalifats, dem wahren islamischen Staat und dem Quell muslimischer Gr\u00f6\u00dfe, zum Schlusslicht der Nationen geworden sind, mit deren Schicksal die kolonialistischen Ungl\u00e4ubigen spielen. Das tun sie \u00fcber ihre Handlanger, die in den islamischen L\u00e4ndern die Regentschaft innehaben! Doch nach der Finsternis der Nacht wird das Morgenlicht erstrahlen, insbesondere da Hizb-ut-Tahrir in allen Winkeln dieser L\u00e4nder t\u00e4tig ist, um sie mit Allahs Erlaubnis in den Zustand zur\u00fcckzuf\u00fchren, in dem sie sich befunden hat: mit Ruhm, Sieg und Licht gekr\u00f6nt.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0625\u0650\u0646\u0652 \u0647\u064f\u0648\u064e \u0625\u0650\u0644\u064e\u0651\u0627 \u0630\u0650\u0643\u0652\u0631\u064c \u0644\u0650\u0644\u0652\u0639\u064e\u0627\u0644\u064e\u0645\u0650\u064a\u0646\u064e * \u0648\u064e\u0644\u064e\u062a\u064e\u0639\u0652\u0644\u064e\u0645\u064f\u0646\u064e\u0651 \u0646\u064e\u0628\u064e\u0623\u064e\u0647\u064f \u0628\u064e\u0639\u0652\u062f\u064e \u062d\u0650\u064a\u0646\u064d<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Es ist nur eine Ermahnung f\u00fcr die Weltenbewohner. Und ganz gewiss werdet ihr die Nachricht dar\u00fcber nach einer bestimmten Zeit erfahren.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">38:87-88<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">24. \u1e62afar al-\u1e2aair 1442 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11.10.2020 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister Mevlut Cavusoglu enth\u00fcllte am 08.10.2020, dass es zu einer neuen Einigung zwischen seinem Land und Griechenland gekommen sei.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":2857,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1107,1567,1798,2559],"class_list":["post-10537","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-griechische","tag-krieg","tag-mittelmeer","tag-tuerkisch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10537","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10537"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10537\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}