{"id":10584,"date":"2021-03-23T00:00:00","date_gmt":"2021-03-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10584"},"modified":"2021-03-23T00:00:00","modified_gmt":"2021-03-23T00:00:00","slug":"die-auswirkungen-des-militaerputsches-in-myanmar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10584","title":{"rendered":"Die Auswirkungen des Milit\u00e4rputsches in Myanmar"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\"><strong>Antwort auf eine Frage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Die Auswirkungen des Milit\u00e4rputsches in Myanmar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die UNO-Sondergesandte f\u00fcr Myanmar, Christine Schraner Burgener, teilte in einer Videokonferenz mit, dass der Mittwoch mit 38 Toten im Land der \u201eblutigste Tag\u201c seit dem Milit\u00e4rputsch vom 1. Februar gewesen sei. Sicherheitskr\u00e4fte in Myanmar hatten das Feuer auf Demonstranten er\u00f6ffnet, die gegen die Milit\u00e4rjunta protestierten.<\/em> (Aljazeera, 03.03.2021) Die Armee hatte am 01.02.2021 einen Milit\u00e4rputsch in Myanmar\/Burma genau an dem Tag durchgef\u00fchrt, an dem das Parlament seine konstituierende Sitzung abhalten wollte. Der Pr\u00e4sident der Republik und die Regierungschefin sowie zahlreiche Minister und Politiker wurden festgenommen. Die USA reagierten auf den Putsch besonders scharf. Sie forderten die Armee zur unverz\u00fcglichen Wiederherstellung der Regierung auf. Was steckt hinter diesem Putsch? Warum folgte diese \u00e4u\u00dferst w\u00fctende Reaktion der USA? Wie wirkt sich dieser Umsturz auf die verfolgten Muslime Myanmars aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um eine klare Antwort zu erhalten, wollen wir folgende Punkte anf\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Wenige Tage vor den Wahlen lieferten sich das Milit\u00e4r und die Regierung verbale Auseinandestzungen. In einem Interview mit dem \u201eVolksmedium\u201c, einer privaten Medienanstalt, zweifelte Armeef\u00fchrer Min Aung Hlaing die Glaubw\u00fcrdigkeit und Unparteilichkeit der Wahlkommission der Union (UEC) an und beschuldigte sie, im Vorwahlverfahren massiv gegen Gesetze und Ma\u00dfnahmen versto\u00dfen zu haben. Ein Sprecher der Regierung reagierte daraufhin auf die Vorw\u00fcrfe des Armeechefs und wies sie als haltlose Anschuldigungen zur\u00fcck. Er warnte zudem das Milit\u00e4r davor, gegen die Verfassung zu versto\u00dfen, in der festlegt ist, dass das \u201ePersonal des \u00f6ffentlichen Dienstes, worunter auch Armee und Polizei fallen, der Parteipolitik fernzubleiben haben.\u201c Das Milit\u00e4r wurde offen daf\u00fcr kritisiert, zu signalisieren, \u201enicht unt\u00e4tig bleiben zu wollen, sollte die \u201eNationale Liga f\u00fcr Demokratie\u201c erneut diese Wahlen gewinnen.\u201c (Al-Hadaf News Portal, 11.01.2021). Hier wird deutlich, dass das Milit\u00e4r den Boden f\u00fcr einen Putsch bereiten wollte, f\u00fcr den Fall, dass die \u201eNationale Liga f\u00fcr Demokratie\u201c einen Sieg erringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Im November 2020 fanden schlie\u00dflich die Wahlen statt, die die Partei der \u201eNationalen Liga f\u00fcr Demokratie\u201c (NLD), deren Vorsitzende Aung San Suu Kyi ist, erneut mit einer absoluten Mehrheit von 83% gewann. Damit \u00fcbertraf sie den Sieg von 2015, bei dem sie 75% der Wahlstimmen errungen hatte. Die von Milit\u00e4rs gegr\u00fcndete Partei, die Solidarit\u00e4ts- und Entwicklungsvereinigung der Union (USPD), erhielt lediglich 33 der insgesamt 476 Sitze. Danach begann die Armee damit, ihre Drohungen, nicht unt\u00e4tig bleiben zu wollen, in die Tat umzusetzen und bediente sich eines Artikels, der mit Billigung der damaligen Regierungschefin Suu Kyi in die Verfassung aufgenommenen wurde. Dieser Passus besagt, dass 25% der Parlamentssitze der Armee vorbehalten sind ebenso wie die Ministerien in den Bereichen Verteidigung, Inneres und Grenzschutz. Dar\u00fcber hinaus hat das Milit\u00e4r das Recht zu intervenieren, wann immer es eine Notwendigkeit daf\u00fcr sieht. Dieses Recht wurde wenige Stunden vor Beginn der geplanten konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments f\u00fcr einen Putsch genutzt, noch bevor die letzten Wahlergebnisse per Verfassung best\u00e4tigt wurden. Daraufhin gingen die Menschen auf die Stra\u00dfe, um gegen den Umsturz zu protestieren. Die bislang gewaltt\u00e4tigsten Ausschreitungen fanden am 3. M\u00e4rz 2021 statt. <em>Die UNO-Sondergesandte f\u00fcr Myanmar, Christine Schraner Burgener, teilte in einer Videokonferenz mit, dass der Mittwoch mit 38 Toten im Land der \u201eblutigste Tag\u201c seit dem Milit\u00e4rputsch vom 1. Februar gewesen sei. Sicherheitskr\u00e4fte in Myanmar hatten das Feuer auf Demonstranten er\u00f6ffnet, die gegen die Milit\u00e4rjunta protestierten<\/em>. (Aljazeera, 03.03.2021) Trotzdem ist die Flamme der Proteste nicht erloschen, auch wenn sie etwas schw\u00e4cher wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Der Putschf\u00fchrer, Armeechef General Min Aung Hlaing, steht seit Dezember 2019 zusammen mit drei weiteren Milit\u00e4rf\u00fchrern Myanmars wegen \u201eBeteiligung an schweren Menschenrechtsverletzungen\u201c auf der Sanktionsliste der USA. Dieser General machte sich angesichts seiner bevorstehenden Pensionierung Sorgen um seine Zukunft und sein weiteres Schicksal, wenn ihm die Macht fehlt, sich selbst zu sch\u00fctzen. Seinen Posten als Armeechef h\u00e4tte er urspr\u00fcnglich bereits 2016 abgeben m\u00fcssen, konnte jedoch f\u00fcr sich selbst eine Verl\u00e4ngerung seine Amtszeit erwirken und versprach, im Sommer 2021 in den Ruhestand zu treten. Es scheint jedoch, dass er die Ambition hat, nach der Pensionierung, eine politische Rolle als Vasall der Briten einzunehmen. Auch gab es welche, die ihn als Kandidaten f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft im Land vorschlugen. Implizit hat die Armee dies auf ihrer offiziellen Internetseite am 01.02.2021 nach einem Treffen des Rats der Milit\u00e4rjunta zur Sprache gebracht. Dort hei\u00dft es: \u201eArmeechef General Min Aung Hlaing versprach, ein wahres pluralistisch-demokratisches System anzuwenden.\u201c Damit wollte er f\u00fcr seine Pr\u00e4sidentschaftskandidatur schon mal die Werbetrommel r\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Die Armee erkannte das Wahlergebnis somit nicht an. Dieses stellte n\u00e4mlich eine Bedrohung f\u00fcr das Milit\u00e4r als Hegemon \u00fcber die Herrschaft dar, die es seit 1962 innehat. Die Wahlkomission, deren Pr\u00e4sident San Suu Kyi ernannt hatte, wurde der gemeinsamen Absprache bezichtigt. Die Armee verwies darauf, dass zehn Millionen Wahlbetrugsf\u00e4lle vorl\u00e4gen. Und da San Suu Kyi diese Vorw\u00fcrfe ignorierte und darauf beharrte, die erste Sitzung des neuen Parlaments einzuberufen, drohte der Armeechef damit, auf den Verfassungsartikel zur\u00fcckzugreifen, der ihn zu Verh\u00e4ngung des Ausnahmezustands und zur Machtergreifung erm\u00e4chtigt. Stunden vor Einberufung der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments verlangte die Armeef\u00fchrer eine Verschiebung, was jedoch von San Suu Kyi und den Parteif\u00fchrern abgelehnt wurde, nachdem die Wahlen schon im November 2020 stattgefunden hatten. Die Armee nutzte die Weigerung einer Aufschiebung aus, riss die Macht an sich und verh\u00e4ngte den Ausnahmezustand. Regierungschefin San Suu Kyi sowie Staatspr\u00e4sident Win Myint wurden festgesetzt und unter Hausarrest gestellt. Ihnen wurden strafrechtliche Vergehen zur Last gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Gegenstand der Auseinandersetzung ist hier nicht wirklich Wahlbetrug oder ein unfairer Wahlprozess, vor Wahlmanipulationen zur Unterst\u00fctzung ihrer eigenen Parteien w\u00fcrden n\u00e4mlich beide Seiten nicht zur\u00fcckschrecken. Es geht in dieser Frage vielmehr um eine politische Auseinandersetzung zwischen den USA und San Suu Kyi auf der einen und Gro\u00dfbritannien und dem Armeef\u00fchrer auf der anderen Seite. Die USA unterst\u00fctzen San Suu Kyi, weil sie aus Myanmar (Burma) einen Posten machen wollen, um China einzuzingeln. Was die Briten anbelangt, so sind sie es gewesen, die die burmesische Armee aufgebaut haben, als der indische Subkontinent noch ihr Einflussgebiet war und Myanmar ebenfalls ihrer Hegemonie unterstand. Myanmar wurde, ob direkt oder indirekt, durchgehend vom Milit\u00e4r beherrscht, so lange, bis es den USA gelang, der Partei San Suu Kyis den R\u00fccken zu st\u00e4rken. So gewann sie 2015 mit einem Erdrutschsieg die Wahlen, und ihre Partei stellte von da an die Regierung, \u00fcber deren Aktivit\u00e4ten allerdings das Milit\u00e4r faktisch die Kontrolle hatte, und zwar gem\u00e4\u00df den Befugnissen, die die Verfassung von 2008 der Armee gew\u00e4hrt. Nachdem die NLD die Wahlen von 2020 mit einer Mehrheit von 83% gewann, bef\u00fcrchtete Gro\u00dfbritannien, dass der amerikanische Einfluss sich weiter konsolidieren w\u00fcrde und stiftete die Armee zu einem Putsch an. Und genau das ist geschehen. Das hei\u00dft, bei dem Konflikt in Myanmar handelt es sich um eine politische, anglo-amerikanische Auseinandersetzung, wobei die Wahlen blo\u00df der \u00e4u\u00dfere Ausl\u00f6ser waren. Beobachtern mit Einsicht war dieser Sachverhalt, d.&nbsp;h. diese Auseinandesetzung, l\u00e4ngst bekannt. In einer Antwort auf eine Frage vom 26.06.2012 hie\u00df es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Das Regime in Burma, das fr\u00fcher unmittelbar von den Gener\u00e4len in Uniform gef\u00fchrt wurde und nun der Kontrolle pensionierter Gener\u00e4le in Zivil untersteht, ist weiterhin Gro\u00dfbritannien-treu. Die Briten haben das Regime diskret und auch offen unterst\u00fctzt, sowohl direkt als auch indirekt mittels der Gro\u00dfbritannien-Vasallen Indiens. Dar\u00fcber hinaus boten die Briten den Buddhisten bei der Ermordung und Folterung der Muslime Unterst\u00fcztung, nicht blo\u00df in unseren Tagen, sondern bereits seit Ende der islamischen Herrschaft in diesen L\u00e4ndern. (\u2026) Die USA hingegen unterst\u00fctzen die NLD, die von Aung San Suu Kyis gef\u00fchrt wird. Sie sorgten daf\u00fcr, dass ihr 1991 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Ihr Vater Aung Sang stand in Opposition zu den Briten und wurde 1947 ermordet. (\u2026) Die USA sind daher nicht zufrieden mit der politischen Situation in Burma<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Die Reaktion der USA (auf den Putsch) fiel scharf aus. So erkl\u00e4rte die Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses Jen Psaki: \u201eDie USA lehnen jeden Versuch ab, Ver\u00e4nderungen an den letzten Wahlergebnissen vorzunehmen oder den demokratischen Wandel in Myanmar zu torpedieren, und sie werden Ma\u00dfnahmen gegen die Verantwortlichen ergreifen, sollten diese Schritte nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. (BBC, France Press, 01.01.2021) US-Au\u00dfenminister Blinken rief dazu auf \u201ealle Regierungsvertreter und zivilgesellschaftlichen F\u00fchrer in Myanmar freizulassen\u201c. Er betonte: \u201eDas Milit\u00e4r muss diese Schritte unverz\u00fcglich r\u00fcckg\u00e4ngig machen. (BBC, 01.01.2021) Daniel Russel, damaliger stellvertretender Staatssekret\u00e4r f\u00fcr ostasiatische und pazifische Angelegenheiten unter Obama, der enge Beziehungen zu San Suu Kyi pflegte, beschrieb die Machtergreifung als einen \u201eSchlag gegen die Demokratie in der Region\u201c. (France Press, 01.01.2021) Reuters zitierte am 02.02.2021 einen US-Beamten, wonach General Mark Milley, Generalstabschef der US-Armee, auf Bitten des Wei\u00dfen Hauses hin vergeblich versucht habe, Kontakt zur Armee Myanmars aufzunehmen. Die Nachrichtenagentur verwies darauf, dass die \u201eArmee Myanmars starke Beziehungen zu China pflegt, jedoch mit der US-Armee nicht sonderlich interagiert.\u201c Und somit kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass hinter Suu Kyi die USA stecken und dass deren Interesse an Myanmar in erster Linie darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass das Land an China grenzt. Das Bestreben der USA ist es n\u00e4mlich, China von allen Seiten zu umzingeln und dessen Ausdehnung in der Region zu verhindern, den chinesischen Staat somit ausschlie\u00dflich auf sein eigenes Territorium einzugrenzen. Die USA wollen daher den britischen Einfluss in Myanmar sowie in der ganzen Region eliminieren, insbesondere im indischen Subkontinent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Doch die Briten haben seit dem ersten Milit\u00e4rputsch von 1962 mit der ihnen eigenen politischen Verschlagenheit ihre Agenten in der burmesischen Armee dazu animiert, China gegen\u00fcber Freundschaft vorzut\u00e4uschen und sich den Kommunisten anzun\u00e4hern, um so ihre wahre Ausrichtung zu verbergen. Auch den Russen sollten sie sich ann\u00e4hern. So wurden China und Russland von den Briten dazu verlockt, das burmesiche Regime in ihrer Konfrontation mit den USA zu unterst\u00fctzen. Um nach dem Putsch gegen San Suu Kyis Regierung die Wogen ein wenig zu gl\u00e4tten, legten die Briten dem Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vor, der eine Verurteilung des Umsturzes und die Forderung nach einer Wiederherstellung der Zivilregierung beinhaltete. Gro\u00dfbritannien wusste dabei sehr wohl, dass es bei China, das seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Milit\u00e4rjunta signalisiert hatte, auf Ablehnung sto\u00dfen w\u00fcrde. Gro\u00dfbritanniens UN-Botschafterin, Barbara Woodord, erkl\u00e4rte, als sie den britischen Resolutionsentwurf vorstellte, im sanften Diplomatenton: \u201eWir w\u00fcrden uns weitestm\u00f6glich eine konstruktive Diskussion w\u00fcnschen und eine Reihe von Ma\u00dfnahmen in Betracht ziehen. (\u2026) Wir wollen zur Respektierung des demokratischen Willens des Volkes zur\u00fcckkehren.\u201c (Arabi 21, 02.02.2021) Und tats\u00e4chlich: Nachdem Gro\u00dfbritannien am 02.02.2021 seinen Resolutionsentwurf vor den Sicherheitsrat brachte, wurde er von China blockiert. China hatte sich bereits von Anfang an offen auf die Seite der Putschisten gestellt. So sagte ein Sprecher des chinesischen Au\u00dfenministeriums: \u201eChina ist ein Nachbarstaat Myanmars. Wir hoffen, dass alle Seiten in Myanmar mit ihren Differenzen in \u00dcbereinstimmung mit der Verfassung und im Rahmen des Gesetzes umgehen und dass die politische und die gesellschaftliche Stabilit\u00e4t gewahrt bleiben. Wir haben wahrgenommen, was in Myanmar geschehen ist und bem\u00fchen uns, die Situation besser zu verstehen. (Xinhua, 01.02.2021) Ebensowenig hat Russland den Staatsstreich verurteilt. Aus dem russischen Au\u00dfenministerium kam die Verlautbarung: \u201eWir hoffen auf eine friedliche Beilegung der Situation in \u00dcbereinstimmung mit den geltenden Rechtsvorschriften durch die Wiederaufnahme des politischen Dialogs und die Wahrung einer nachhaltigen sozio\u00f6konomischen Entwicklung des Landes. (Novosti, 01.02.2021) Russland und China haben sich also auf die Seite des Milit\u00e4rs gestellt, und Gro\u00dfbritannien hat mit seiner Verschlagenheit und Hinterlist einen Sieg errungen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Was aber die Muslime in Myanmar betrifft, so tr\u00e4gt der Putschf\u00fchrer die Hauptverantwortung f\u00fcr die Verfolgung der Muslime im Jahr 2017 und f\u00fcr deren Vertreibung. UN-Sprecher Stephane Dujarric erkl\u00e4rte am 01.02.2021: \u201eEs gibt rund 600.000 Rohingya, die im Bundesstaat Rakhine geblieben sind. Davon sind 120.000 in Lagern eingesperrt und k\u00f6nnen sich nicht frei bewegen. Sie haben nur \u00e4u\u00dferst eingeschr\u00e4nkten Zugang zu grundlegenden Gesundheits- und Bildungsdiensten. Wir bef\u00fcrchten daher, dass sich durch die Ereignisse ihre Lage verschlimmern k\u00f6nnte. (Reuters, 01.02.2021) Dabei sollte nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass an der Verfolgung der Muslime beide Seiten beteiligt sind, auch wenn die jeweiligen Methoden sich unterscheiden. Wir hatten bereits in der Antwort auf die Frage vom 26.06.2012 Folgendes erw\u00e4hnt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Trotz der politischen anglo-amerikanischen Auseinandersetzung in Burma herrscht Einigkeit in der Unterst\u00fctzung der Buddhisten bei der Verfolgung der Muslime, ohne dass sich im Westen irgendeine menschliche Regung zeigt, au\u00dfer in Form allgemein gehaltener, hohler Phrasen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau das traf ein. Nachdem die Armee und generell fanatisierte Buddhisten, allen voran ihre hasserf\u00fcllten M\u00f6nche, im Jahr 2017 gegen die Muslime vorgingen, haben die USA nichts nennenswertes unternommen. Ihre Vasallin Suu Kyi, Tr\u00e4gerin des Friedensnobelpreises (!), verteidigte sogar noch die Vergehen der Armee gegen die Muslime, die zu Hunderttausenden verfolgt und deportiert wurden. Die Zahl vertriebener Rohingya-Muslime aus dem Bundesstaat Arakan wird auf ca. 700.000 gesch\u00e4tzt. Au\u00dferdem wurden ihr Hab und Gut und ihre L\u00e4ndereien konfisziert. Der Armeechef Myanmars, Min Aung Hlaing, goss am 16.09.2017 auf seiner Facebook-Seite seinen ganzen Hass auf die Muslime aus, negierte deren Existenz, deren Entit\u00e4t und deren Rechte, ohne jedwede Reaktion von internationaler Seite f\u00fcrchten zu m\u00fcssen, da er sich der Unterst\u00fctzung Gro\u00dfbritanniens und Europas gewiss war. So schrieb er: \u201eSie fordern ihre Anerkennung als Rohingya, einer Gruppe, die niemals eine ethnische Gruppe in Myanmar war.\u201c Er bezeichnete sie als Bengalen und sagte: \u201eDie Angelegenheit der Bengalen ist eine nationale Angelegenheit. Und wir brauchen Einheit, um die Wahrheit dar\u00fcber aufzudecken.\u201c <em>Die Armee gab bekannt, dass die Operationen, die sie im n\u00f6rdlichen Bundesstaat Rakhine gestartet hatte, darauf abzielten, die aufst\u00e4ndischen Rohingya, die die Polizeistationen am 25. August angegriffen h\u00e4tten, auszuschalten.<\/em> (BBC, 17.09.2017) Die BBC erg\u00e4nzte: \u201eArmeef\u00fchrer Hlaing besuchte Europa im November letzten Jahres (2016). Er wurde mit offenen Armen in Europa empfangen, nachdem er dazu eingeladen wurde, an einer Konferenz f\u00fcr Armeekommandanten teilzunehmen. Ihm schlugen keinerlei Proteste entgegen, weder in Italien noch in Belgien.\u201c Der Westen mit seinen beiden Fl\u00fcgeln, die in Myanmar miteinander ringen, interessiert sich herzlich wenig daf\u00fcr, was den Muslimen dort passiert. Er hatte sie ja w\u00e4hrend der Kolonialzeit in anderen Gebieten selbst abgeschlachtet und beide Augen zugedr\u00fcckt, als die Massaker an den Muslimen in Bosnien und anderswo begangen wurden. Und er unterst\u00fctzt den Judenstaat, den Usurpator Pal\u00e4stinas, der unz\u00e4hlige Bewohner vertrieben und ermordet hat, und der es noch immer vor den Augen und in H\u00f6rweite des Westens tut. Doch jede der beiden Seiten instrumentalisiert das Leid der Muslime Myanmars f\u00fcr politische Zwecke, immer dann, wenn es f\u00fcr die eigenen Interessen erforderlich scheint. Die US-Sanktionen gegen einige Milit\u00e4rf\u00fchrer, darunter den Anf\u00fchrer des jetzigen Putsches, wurden nur deswegen verh\u00e4ngt, weil es sich um Vasallen Gro\u00dfbritanniens handelt, die dem Einfluss Amerikas im Wege stehen und nicht, weil sie die Muslime verfolgt und vertrieben haben. Ansonsten h\u00e4tten die Amerikaner auch gegen die Regierungschefin Suu Kyi Sanktionen verh\u00e4ngen m\u00fcssen, die die Verfolgung der Muslime rechtfertigte und eine Verurteilung der Armee oder der Buddhisten ablehnte. Sie wurde trotz allem nicht auf die Sanktionsliste gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. Was die herrschenden Regime in der islamischen Welt betrifft, so schert sie das Schicksal der Muslime nicht. Sie haben schon in der Vergangenheit nicht das Geringste unternommen, um das Regime in Myanmar unter Druck zu setzen. Und das werden sie erwartungsgem\u00e4\u00df auch gegenw\u00e4rtig nicht tun und die Muslime nicht unterst\u00fctzen. Sie blasen in das gleiche Horn wie die USA und der Westen, indem sie die Ereignisse als einen Putsch gegen die Demokratie verurteilen. Die Angelegenheit der Muslime kommt in ihrer Agenda nicht vor. Denn der Schutzschild der Muslime &#8211; der F\u00fchrer und Kalif \u2013 existiert nicht mehr!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"zentriert arabicfont wp-block-paragraph\"><strong>\u00ab\u0627\u0644\u0652\u0625\u0650\u0645\u064e\u0627\u0645\u064f \u062c\u064f\u0646\u0651\u064e\u0629\u064c \u064a\u064f\u0642\u064e\u0627\u062a\u064e\u0644\u064f \u0645\u0650\u0646\u0652 \u0648\u064e\u0631\u064e\u0627\u0626\u0650\u0647\u0650 \u0648\u064e\u064a\u064f\u062a\u0651\u064e\u0642\u064e\u0649 \u0628\u0650\u0647\u0650\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Imam ist ein Schutzschild. Hinter ihm wird gek\u00e4mpft und durch ihn sch\u00fctzt man sich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00fcrde er \u2013 der Kalif \u2013 existieren, so w\u00fcrde er es nicht ungeh\u00f6rt lassen, wenn nur eine einzige Frau der Rohingya um Hilfe bitten und rufen w\u00fcrde: \u201e<em>W\u0101 Mu\u02bfta\u1e63im\u0101h!<\/em>\u201c Ganz zu schweigen von den Tausenden, die ermordet und aus ihren L\u00e4ndern vertrieben wurden. Es ist zu den dr\u00e4ngendsten Pflichten geworden, ernsthaft und entschlossen f\u00fcr die Errichtung jener Ordnung zu arbeiten, die mit Allahs Erlaubnis den Muslimen in allen Winkeln der Erde beistehen wird &#8211; an Orten, die sich der Umma des Propheten Mu\u1e25ammad zur G\u00e4nze entfalten werden. Diese Ordnung ist das System des rechtgeleiteten Kalifats gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums, das der Gesandte (s) als Frohbotschaft prophezeite:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u062e\u0650\u0644\u064e\u0627\u0641\u064e\u0629\u064c \u0639\u064e\u0644\u064e\u0649 \u0645\u0650\u0646\u0652\u0647\u064e\u0627\u062c\u0650 \u0627\u0644\u0646\u064f\u0651\u0628\u064f\u0648\u064e\u0651\u0629\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Sodann wird ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums enstehen.<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">A\u1e25mad<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u064a\u064e\u0642\u064f\u0648\u0644\u064f\u0648\u0646\u064e \u0645\u064e\u062a\u064e\u0649 \u0647\u064f\u0648\u064e \u0642\u064f\u0644\u0652 \u0639\u064e\u0633\u064e\u0649 \u0623\u064e\u0646 \u064a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064e \u0642\u064e\u0631\u0650\u064a\u0628\u0627\u064b<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und sie sagen: \u201eWann wird das sein?\u201c Sprich: Vielleicht wird es bald sein.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">17:51<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">22. Ra\u01e7ab 1442 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. M\u00e4rz 2021 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die UNO-Sondergesandte f\u00fcr Myanmar, Christine Schraner Burgener, teilte in einer Videokonferenz mit, dass der Mittwoch mit 38 Toten im Land der \u201eblutigste Tag\u201c seit dem Milit\u00e4rputsch vom 1. Februar gewesen sei. <\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":603,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1772,1858,2691],"class_list":["post-10584","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-militaerputsches","tag-myanmar","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10584"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10584\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/603"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}