{"id":10601,"date":"2021-05-07T00:00:00","date_gmt":"2021-05-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10601"},"modified":"2021-05-07T00:00:00","modified_gmt":"2021-05-06T22:00:00","slug":"der-koran-hat-nur-eine-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10601","title":{"rendered":"Der Koran hat nur eine Sprache"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allah (t) w\u00e4hlte f\u00fcr die Offenbarung des Koran die arabische Sprache. Er sagt:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0647\u064e\u0630\u064e\u0627 \u0644\u0650\u0633\u064e\u0627\u0646\u064c \u0639\u064e\u0631\u064e\u0628\u0650\u064a\u064c\u0651 \u0645\u064f\u0628\u0650\u064a\u0646\u064c<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">[\u2026] und dies ist eine klare arabische Sprache.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">16:103<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die arabische Sprache ist daher ein untrennbares Merkmal des Koran, das ihn als Offenbarung best\u00e4tigt. Denn das Wunder, das seinen g\u00f6ttlichen Ursprung beweist, ist an die Originalsprache der Offenbarung gekn\u00fcpft. So ist in dieser Sprache die Herausforderung an die Menschheit ergangen, etwas Gleiches hervorzubringen. Zwar ist das Scheitern der Menschheit bei dieser Herausforderung und ihr Versagen, etwas Gleiches hervorzubringen, f\u00fcr einen Nichtaraber erkennbar und gilt auch f\u00fcr ihn als zwingender Beweis f\u00fcr den g\u00f6ttlichen Ursprung des Koran, doch kann die Sch\u00f6nheit seines Stils und die Bedeutungskraft seiner Formulierung nur in der Originalsprache wahrgenommen werden. Denn die unnachahmliche Verschmelzung von Reim und Prosa und die Perfektion in der Rhetorik, die jeden in Erstaunen versetzen, der \u00fcber die erforderlichen Kenntnisse des Arabischen verf\u00fcgt, lassen sich nicht in andere Sprachen \u00fcbertragen. So ist das Wunder des Koran nicht \u00fcbersetzbar und verschwindet bei \u00dcbertragungen der Bedeutung der Verse in andere Sprachen. Auch kann man auf Basis einer \u00dcbersetzung nicht die Echtheit des Koran beweisen oder Gesetze ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr \u00dcbersetzungen gilt grunds\u00e4tzlich, dass sie niemals das Original vollst\u00e4ndig wiedergeben k\u00f6nnen. In der Literatur ist dieses Problem schon lange bekannt. Der Literaturtheoretiker Johann Gottfried Herder beispielsweise hatte schon im 18. Jahrhundert darauf hingewiesen, dass eine \u00dcbersetzung niemals gleichgesetzt werden d\u00fcrfe mit dem Original und Literatur immer in ihrer Originalsprache gelesen werden m\u00fcsse. Ein \u00dcbersetzer kann sich noch so viel M\u00fche geben, er wird niemals an das Original herankommen k\u00f6nnen, weil die Unterschiedlichkeit der Sprachen immer ein Hindernis darstellt, und zwar unabh\u00e4ngig vom Talent des \u00dcbersetzers. Wenn man die Originalsprache eines Werkes nicht kann, neigt man schnell dazu, Original und \u00dcbersetzung gleichzusetzen, weil man keine Ahnung hat, welche Differenzen zwischen dem Originaltext und der \u00dcbersetzung bestehen. Ein Deutscher unterscheidet nicht zwischen der deutschen \u00dcbersetzung Shakespeares und dem englischen Original. Wenn er Shakespeare auf Deutsch liest, meint er, Shakespeare gelesen zu haben, was genau genommen nicht stimmt. Denn es sind nicht wirklich die Verse Shakespeares, die man in der \u00dcbersetzung liest. Hingegen lie\u00dfe ein Deutscher eine arabische \u00dcbersetzung Goethes niemals als Original durchgehen. Er w\u00fcrde nicht behaupten, dass es keinen Unterschied mache, ob man Goethe auf Deutsch oder auf Arabisch lese. Was f\u00fcr die Literatur gilt, gilt nat\u00fcrlich umso mehr f\u00fcr den Koran. Eine \u00dcbersetzung des Koran ist niemals gleichzusetzen mit dem Koran. Deshalb existiert kein Koran in deutscher Sprache, sondern immer nur eine \u00dcbersetzung des Koran ins Deutsche oder in eine andere Sprache. Sobald es sich um eine \u00dcbersetzung handelt, ist es kein Koran. Deshalb sollte man Formulierungen wie \u201eder deutsche Koran\u201c besser vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00dcbersetzung kann eine St\u00fctze f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Koran sein, wenn man die arabische Sprache gar nicht oder nur unzureichend beherrscht, aber sie ist unzul\u00e4ssig f\u00fcr die Gesetzesableitung und f\u00fcr die Anbetung. Das Lesen einer \u00dcbersetzung des Koran gilt nicht als Koranrezitation, weil man hierbei nicht Seine Worte nachspricht, auf die es bei der Rezitation ankommt. Allah (t) hat die Worte einer \u00dcbersetzung niemals ausgesprochen oder offenbart. Es lassen sich nicht einmal die Rezitationsregeln auf eine \u00dcbersetzung anwenden. Das Gebet ist ung\u00fcltig, wenn man die Koranverse nicht in arabischer Sprache aufsagt. Selbst wenn ein Muslim kein Arabisch kann, ist er im Gebet verpflichtet, die arabischen Koranverse aufzusagen, ohne dass es hierf\u00fcr eine Ausnahme g\u00e4be. Jeder Muslim muss sich dahingehend bem\u00fchen und die Verse im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten auf Arabisch aufsagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verst\u00e4ndnis des Koran ist nicht zu trennen von der arabischen Sprache, die eine Einheit mit der Bedeutung der Verse bildet. Wenn man Sprache und Bedeutung trennt, dann geht auch ein Teil der Bedeutung verloren, weil jede \u00dcbersetzung einen Bedeutungsverlust und auch eine Bedeutungs\u00e4nderung mit sich bringt. Bei der <em>\u0101ya<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0631\u064e\u0628\u064f\u0651 \u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u0634\u0652\u0631\u0650\u0642\u0650 \u0648\u064e\u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u063a\u0652\u0631\u0650\u0628\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Hei\u00dft es zum Beispiel in der \u00dcbersetzung: Der Herr des Ostens und des Westens!<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">73:9<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis dieses Verses mag es vielleicht noch keine gro\u00dfe Rolle spielen, ob man den arabischen Koranvers oder nur die \u00dcbersetzung liest, aber f\u00fcr den folgenden Vers durchaus:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0631\u064e\u0628\u064f\u0651 \u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u0634\u0652\u0631\u0650\u0642\u064e\u064a\u0652\u0646\u0650 \u0648\u064e\u0631\u064e\u0628\u064f\u0651 \u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u063a\u0652\u0631\u0650\u0628\u064e\u064a\u0652\u0646\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Der Herr der beiden Osten und der Herr der beiden Westen!<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">55:17<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und in einem weiteren Vers hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0628\u0650\u0631\u064e\u0628\u0650\u0651 \u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u0634\u064e\u0627\u0631\u0650\u0642\u0650 \u0648\u064e\u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u063a\u064e\u0627\u0631\u0650\u0628\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">[\u2026] bei dem Herrn der Osten und der Westen!<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">70:40<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geht man allein von der \u00dcbersetzung aus, dann ist ein Verst\u00e4ndnis dieser Verse nicht m\u00f6glich, weil man nur einen einzigen Osten und einen einzigen Westen kennt und es nicht zwei oder mehrere Osten oder Westen geben kann. Man k\u00f6nnte sogar meinen, die beiden letzten Verse widerspr\u00e4chen der Realit\u00e4t, weil jeder Kompass nur einen Osten und einen Westen aufweist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das arabische Wort f\u00fcr Osten ist <em>ma\u0161riq<\/em> und f\u00fcr Westen <em>ma\u0121rib<\/em>. In den arabischen W\u00f6rtern steckt der Bezug zu Sonnenaufgang und -untergang, der in der \u00dcbersetzung verloren geht. Denn im Arabischen ist <em>\u0161ur\u016bq<\/em><em> al-\u0161ams<\/em> der Sonnenaufgang, der festlegt, wo Osten ist, und <em>\u0121ur\u016bb<\/em><em> al-\u0161ams<\/em> der Sonnenuntergang, von dem abh\u00e4ngt, wo der Westen liegt. Wenn es nun hei\u00dft \u201eDer Herr des Ostens (<em>ma\u0161riq<\/em>) und des Westens (<em>ma\u0121rib<\/em>)!\u201c, so versteht man aufgrund der arabischen Begriffe, dass in diesem Vers die Himmelsrichtungen gemeint sind, die sich aus Sonnenaufgang und -untergang ergeben. Nimmt man nur die deutschen Begriffe Osten und Westen, dann ist Osten die Himmelsrichtung, die in Richtung der Erdrotation verl\u00e4uft, w\u00e4hrend Westen die Himmelsrichtung ist, die entgegen der Erdrotationsrichtung verl\u00e4uft. Der Bezug zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist folglich nicht vorhanden. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Verses \u201eDer Herr der beiden Osten (<em>ma\u0161riqain<\/em>) und der Herr der beiden Westen (<em>ma\u0121ribain<\/em>)!\u201c ist die \u00dcbersetzung unzureichend und suggeriert sogar, dass hier ein Widerspruch zur Realit\u00e4t bestehe. Nur der arabische Originaltext erlaubt eine richtige Interpretation. So interpretieren die Gelehrten den Vers dahingehend, dass der Aufgangspunkt der Sonne im Sommer ein anderer ist als im Winter. Gleiches gilt f\u00fcr den Sonnenuntergang, so dass man von zwei \u201eOsten\u201c und zwei \u201eWesten\u201c sprechen kann. Der Vers \u201e[\u2026] bei dem Herrn der Osten (<em>ma\u0161\u0101riq<\/em>) und der Westen (<em>ma\u0121\u0101rib<\/em>)!\u201c weist sogar darauf hin, dass es viele Osten und Westen gibt. Damit ist gemeint, dass viele Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangspunkte existieren. Heute wissen wir, dass die Erde eine Kugel ist, die sich sowohl um sich selbst als auch um die Sonne dreht, und dass es viele Aufgangs- und Untergangspunkte der Sonne gibt. Daher \u00e4ndern sich beispielsweise die Gebetszeiten. Mit zunehmendem Erkenntnisfortschritt werden diese Verse sogar noch verst\u00e4ndlicher. So wissen wir z.&nbsp;B., dass die Sonne an einem Ort untergeht und zeitgleich an einem anderen Ort aufgeht, weil die Erde eine Kugel ist. Doch unabh\u00e4ngig vom Fortschritt menschlicher Erkenntnis steht und f\u00e4llt die richtige Interpretation mit dem Bezug zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, der nur aus dem arabischen Originaltext hervorgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeder Buchstabe hat im Koran eine Bedeutung. Man kann keinen Buchstaben weglassen, ohne die Bedeutung zu ver\u00e4ndern, denn Allah (t) verwendet an keiner Stelle im Koran ein \u00fcberfl\u00fcssiges Wort oder einen unn\u00f6tigen Buchstaben. Der Koran weist nicht einmal Synonyme auf, denn wenn Allah (t) zwei Begriffe verwendet, die auf den ersten Blick gleich erscheinen und von \u00e4hnlicher Bedeutung sind, dann will Er (t) damit auch Unterschiedliches ausdr\u00fccken. Die Begriffe sind also nicht untereinander austauschbar. Wortwahl und Rhetorik sind ganz pr\u00e4zise auf das zugeschnitten, was ausgedr\u00fcckt werden soll. Hier st\u00f6\u00dft jede \u00dcbersetzung an ihre Grenzen, denn sie kann nur eine ungef\u00e4hre Bedeutung wiedergeben, jedoch kann sie nicht Buchstaben oder W\u00f6rter eins zu eins \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Verspassagen im Koran klingen sehr \u00e4hnlich und unterscheiden sich nur durch einen einzigen Buchstaben, der einen wesentlichen Unterschied in der Bedeutung ausmacht. Im Koran hei\u00dft es zum Beispiel: \u201e<em>wa\u1e63bir \u02bfal\u0101 m\u0101 a\u1e63\u0101baka inna \u1e0f\u0101lika <strong>min<\/strong> \u02bfazmi l-um\u016br<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0627\u0635\u0652\u0628\u0650\u0631\u0652 \u0639\u064e\u0644\u064e\u0649 \u0645\u064e\u0627 \u0623\u064e\u0635\u064e\u0627\u0628\u064e\u0643\u064e \u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0630\u064e\u0644\u0650\u0643\u064e \u0645\u0650\u0646\u0652 \u0639\u064e\u0632\u0652\u0645\u0650 \u0627\u0644\u0652\u0623\u064f\u0645\u064f\u0648\u0631\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\"><\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">31:17<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hei\u00dft es: \u201e<em>wa laman\u1e63abara wa \u0121afara inna \u1e0f\u0101lika <strong>lamin<\/strong> \u02bfazmi l-um\u016br<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0644\u064e\u0645\u064e\u0646\u0652 \u0635\u064e\u0628\u064e\u0631\u064e \u0648\u064e\u063a\u064e\u0641\u064e\u0631\u064e \u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0630\u064e\u0644\u0650\u0643\u064e \u0644\u064e\u0645\u0650\u0646\u0652 \u0639\u064e\u0632\u0652\u0645\u0650 \u0627\u0644\u0652\u0623\u064f\u0645\u064f\u0648\u0631\u0650<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\"><\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">42:43<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Vers sagt Allah (t) \u201e<em>min<\/em>\u201c und im zweiten Vers \u201e<em>lamin<\/em>\u201c. Der Unterschied besteht in dem Buchstaben \u201e<em>la<\/em>\u201c. Stellt man dem arabischen Originaltext die \u00dcbersetzung gegen\u00fcber, geht dieses Detail und damit auch der Bedeutungsunterschied verloren. In einer der vielen \u00dcbersetzungen, die es gibt, werden diese Verspassagen wie folgt ins Deutsche \u00fcbertragen: \u201e[\u2026] und ertrage geduldig, was dich auch treffen mag. Das ist wahrlich eine St\u00e4rke in allen Dingen\u201c und \u201eUnd wahrlich, wer geduldig ist und vergibt \u2013 das ist gewiss eine Tugend der Entschlossenheit in allen Dingen\u201c. Man fragt sich nat\u00fcrlich, warum Allah (t) das eine Mal \u201e<em>min<\/em>\u201c gebraucht und das andere Mal \u201e<em>lamin<\/em>\u201c, weil man wei\u00df, dass Er (t) niemals grundlos ein bestimmtes Wort oder einen bestimmten Buchstaben verwendet und es Ihm (t) nicht darum geht, Wiederholungen zu vermeiden, wie wir Menschen das f\u00fcr gew\u00f6hnlich tun. Um der Frage nachzugehen, warum dieser minimale Unterschied im Ausdruck besteht, ist die \u00dcbersetzung v\u00f6llig unbrauchbar. Beide Verse sprechen die Standhaftigkeit bzw. Geduld (<em>\u1e63abr<\/em>) an. Doch im ersten Fall geht es um jenen <em>\u1e63abr<\/em>, den der Mensch aufbringen soll, wenn ihn etwas trifft, das von Allah (t) kommt, ohne dass eine andere Person involviert ist. Der Zustand desjenigen, der Geduld aufbringen soll, ist nicht mit Zorn gegen andere verbunden, der unterdr\u00fcckt werden m\u00fcsste, damit er sich nicht in Form von Vergeltung gegen jemanden entl\u00e4dt. Im zweiten Fall bezieht sich die Forderung nach <em>\u1e63abr<\/em> auf einen Zustand, der sehr wohl mit Zorn vermischt ist und gro\u00dfe Selbstbeherrschung erfordert, weil mindestens eine Person beteiligt ist, unter der man leidet und gegen die sich die Wut richten k\u00f6nnte, indem man Rache nimmt. Denn der Vers erw\u00e4hnt das Vergeben (<em>\u0121afara<\/em>). Der Ausdruck \u201e<em>lamin<\/em>\u201c betont, dass es enorme \u00dcberwindung kostet, keine Vergeltung zu \u00fcben, sondern geduldig zu sein und zu vergeben. Es sind folglich zwei unterschiedliche Formen von <em>\u1e63abr<\/em>. Das hei\u00dft, die beiden Verspassagen sind mit Ausnahme des Buchstabens \u201e<em>l\u0101m<\/em>\u201c identisch. Dieser eine Buchstabe weist darauf hin, dass ein Bedeutungsunterschied im <em>\u1e63abr<\/em> besteht und im Grad der Selbstbeherrschung. Diese pr\u00e4zise Ausdrucksweise ist in keine andere Sprache \u00fcbersetzbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhand dieser einfachen Beispiele wird ersichtlich, dass die arabische Sprache eine Voraussetzung ist f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Koran. Ihre Kenntnis ist unverzichtbar, und zwar nicht nur, um das Wunder des Koran anhand seiner Sprache selbst auskosten zu k\u00f6nnen, sondern um nach dem Koran handeln zu k\u00f6nnen. Denn das, was diese Beispiele veranschaulichen, durchzieht den gesamten Koran. Jeder Satz, jedes Wort und jeder Buchstabe hat von Allah (t) seinen festen Platz im Koran erhalten. Fehlt auch nur ein einziger Buchstabe, verliert das Buch seinen Status als Koran und muss aufgrund der Abweichung vernichtet werden. Daraus ergibt sich, dass die Sprache des Koran nicht angetastet werden darf. Das Arabische ist nicht irgendeine Sprache. Es ist die Sprache, in der Allah (t) zu den Menschen spricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die arabische Sprache ist daher ein untrennbares Merkmal des Koran, das ihn als Offenbarung best\u00e4tigt. 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