{"id":10621,"date":"2021-07-04T00:00:00","date_gmt":"2021-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10621"},"modified":"2021-07-04T00:00:00","modified_gmt":"2021-07-03T22:00:00","slug":"die-rettung-der-uiguren-ist-ein-wettlauf-gegen-die-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10621","title":{"rendered":"Die Rettung der Uiguren ist ein Wettlauf gegen die Zeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es darum geht, Muslimen vorzuwerfen, sie w\u00fcrden gegen demokratische Werte versto\u00dfen und Menschenrechte missachten, ist die westliche Welt un\u00fcberh\u00f6rbar laut. Geht es aber darum, dass massive Menschenrechtsverbrechen gegen Muslime ver\u00fcbt werden, wird der Ton leise gedreht. Chinas V\u00f6lkermord an den muslimischen Uiguren wirft die Frage auf, wie ernst es der Westen mit seinen demokratischen Werten und seiner Idee von den Menschenrechten meint, wenn seine wirtschaftlichen Interessen auf dem Spiel stehen. Denn China sitzt am l\u00e4ngeren wirtschaftlichen Hebel. Stehen die kapitalistischen Staaten zu ihren Werten oder sind die Menschenrechte wieder einmal nur ein Lippenbekenntnis?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Diskussion, ob es sich um einen V\u00f6lkermord im klassischen Sinne handelt oder ob es \u201enur\u201c ein kultureller V\u00f6lkermord ist, ist eine Verh\u00f6hnung der betroffenen Uiguren. So verharmloste beispielsweise Bj\u00f6rn Alpermann, Professor f\u00fcr Sinologie an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg, den V\u00f6lkermord an den Uiguren als kulturellen Genozid, nachdem die Niederlande Chinas Verbrechen an den Uiguren als V\u00f6lkermord anerkannt hatten. Alpermann sieht sogar eine Entwertung des Begriffs Genozid, wenn man ihn leichtfertig auf die Uiguren anwende. Man stelle sie damit auf eine Stufe mit den Juden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">China ist im Begriff, das Volk der Uiguren vollst\u00e4ndig auszul\u00f6schen, auch wenn es nicht mit dem Mittel der Gaskammer geschieht. Die \u201eKonvention \u00fcber die Verh\u00fctung und Bestrafung des V\u00f6lkermordes\u201c definiert Handlungen, die in der Absicht begangen werden, \u201eeine nationale, ethnische, rassische oder religi\u00f6se Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerst\u00f6ren\u201c, als V\u00f6lkermord. Zu den aufgef\u00fchrten Handlungen z\u00e4hlen nicht nur \u201edas T\u00f6ten von Angeh\u00f6rigen der Gruppe\u201c, sondern auch \u201edas Zuf\u00fcgen von schweren k\u00f6rperlichen oder seelischen Sch\u00e4den\u201c oder aber \u201edie Anordnung von Ma\u00dfnahmen zur Geburtenverhinderung\u201c sowie \u201edie zwangsweise \u00dcberf\u00fchrung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe\u201c. Jeder einzelne Punkt trifft auf Chinas Umgang mit den Uiguren zu. Es ist nicht nachvollziehbar, keine V\u00f6lkermordabsichten zu erkennen, wenn muslimische Uiguren schon seit Jahren in Internierungslager gesteckt werden, wo ihnen massive psychische und k\u00f6rperliche Misshandlungen angetan werden, wenn die Kinder der internierten Uiguren von ihren Eltern getrennt und in Internaten umerzogen werden, wenn uigurische Frauen systematisch zwangssterilisiert werden oder massenweise Langzeitverh\u00fctungsmittel gegen den Willen der Frauen eingesetzt werden, um das Volk der Uiguren durch Verminderung der Geburtenrate auszuradieren, und wenn Uiguren verfolgt und get\u00f6tet werden, weil sie Muslime sind. China zieht alle Register, um die Uiguren auszul\u00f6schen, etwa durch Zwangsehen. Hierbei werden uigurische Muslimas gezwungen, Han-Chinesen zu heiraten. Damit schl\u00e4gt China zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen l\u00f6st es dadurch den durch die Ein-Kind-Politik entstandenen Frauenmangel der Chinesen, zum anderen gelten die Kinder der zwangsverheirateten Frauen automatisch als Han-Chinesen. Mit dem Mittel der Zwangsehe soll aber vor allem die Zahl der Uiguren dezimiert werden. Und um das Volk der Uiguren mehr und mehr zu verdr\u00e4ngen, hat man Han-Chinesen in der uigurischen Region Xinjiang angesiedelt. Wo fr\u00fcher gerade einmal vier Prozent Han-Chinesen lebten, bilden sie inzwischen die Mehrheit. Bei diesen Methoden ist es nur eine Frage der Zeit, bis es keine Uiguren mehr gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist das Vergehen der Uiguren, das China dazu veranlasst, einen Vernichtungskampf gegen sie zu f\u00fchren? Es sind f\u00fcnf Buchstaben: Islam. Im Umkehrschluss hei\u00dft das: W\u00e4ren die Uiguren keine Muslime, w\u00fcrde die chinesische Regierung sie in Ruhe lassen. Wer betet, fastet, den Koran rezitiert, keinen Alkohol trinkt, ein Kopftuch oder einen Bart tr\u00e4gt, d.&nbsp;h., wer den Islam praktiziert, bekommt einen exklusiven Platz in einem der Zwangslager, wo ihm der Islam ausgetrieben werden soll. Die uigurischen Muslime werden unter anderem gezwungen, nichtislamische Handlungen zu vollziehen, wie das Essen im Fastenmonat oder das Trinken von Alkohol. Sie werden als Touristenattraktionen vorgef\u00fchrt und m\u00fcssen zur Belustigung vor allem chinesischer Touristen Volkst\u00e4nze auff\u00fchren. All diese Erniedrigungen m\u00fcssen die Uiguren \u00fcber sich ergehen lassen, weil sie Muslime sind. Selbst au\u00dferhalb Chinas werden sie verfolgt, \u00fcberwacht und abgeh\u00f6rt. China l\u00e4sst sie nicht einfach ziehen, sondern versucht jeden gefl\u00fcchteten uigurischen Muslim zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Uiguren fliehen in die T\u00fcrkei. Das ist naheliegend, denn sie sind ein muslimisches Turkvolk, das Schutz in einem islamischen Land sucht, welches von einem muslimischen T\u00fcrken regiert wird. In den letzten Jahren sind etwa 50.000 Uiguren in die T\u00fcrkei gefl\u00fcchtet. Man sollte nat\u00fcrlich erwarten, dass der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan die Uiguren mit offenen Armen empf\u00e4ngt und ihnen den vollen Schutz gegen China garantiert. Doch Erdo\u011fan hat im Falle der muslimischen Uiguren wieder einmal bewiesen, dass seine Hauptaufgabe darin besteht, den internationalen Kampf gegen die Muslime zu unterst\u00fctzen. In der T\u00fcrkei lebende Uiguren, die auf die Situation ihrer muslimischen Geschwister in China \u00f6ffentlich aufmerksam machen, werden von der t\u00fcrkischen Polizei festgenommen. Ihnen droht sogar die Abschiebung, denn zwischen der T\u00fcrkei und China gibt es seit 2017 ein R\u00fcckf\u00fchrungsabkommen. Deshalb leben Uiguren auch in der T\u00fcrkei in permanenter Angst, von Erdo\u011fan an China ausgeliefert zu werden. China setzt Erdo\u011fan immer mehr unter Druck, etwa mit dem Corona-Impfstoff, den die T\u00fcrkei haupts\u00e4chlich aus China erh\u00e4lt. Die Uiguren vertrauen daher nicht mehr dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten, sondern nur noch dem t\u00fcrkischen Volk, von dem sie glauben, dass es ihre Abschiebung nach China, wo sie in Zwangslager kommen, nicht zulassen werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">China hat nicht nur Druckmittel gegen die T\u00fcrkei, sondern gegen alle Staaten. Das wirtschaftliche Druckmittel l\u00e4sst jeden kapitalistischen Staat einknicken und seine demokratischen Werte, die ohnehin nur Fassade sind, \u00fcber Bord werfen. Inzwischen gilt China nicht mehr nur als Produktionsland, sondern auch als riesiger Absatzmarkt, mit dem man es sich nicht wegen der Uiguren verscherzen will. Da ist der Kapitalist gerne bereit, \u00fcber den Schatten der Menschenrechte zu springen und vorzugeben, von all den Menschenrechtsverbrechen nichts zu wissen, wie es VW-Chef Herbert Diess in einem BBC-Interview tat. Auf die Frage, ob er nichts \u00fcber die Umerziehungslager wisse, in denen China etwa eine Million Uiguren gefangen halte, antwortete Diess: \u201eIch bin mir dessen nicht bewusst.\u201c VW produziert in Xinjiang Autos und will von einer Zwangsarbeit der Uiguren ebenfalls nichts wissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Westen r\u00fccken die Uiguren nur dann im Mittelpunkt ihres aufgesetzten Menschenrechtsempfindens, wenn es im eigenen Interesse ist, China unter Druck zu setzen, weil es immer m\u00e4chtiger wird und weiter vordr\u00e4ngt. Chinas Einfluss in der Welt w\u00e4chst vor allem durch das Projekt \u201eNeue Seidenstra\u00dfe\u201c, das immer weiter fortschreitet. Neben Krediten und Projekten half China zahlreichen L\u00e4ndern, ihre Infrastruktur auszubauen. Die Uiguren sind f\u00fcr den Westen daher eine Gelegenheit, gegen China zu schie\u00dfen, ohne dass es nach einem Wirtschaftskrieg aussieht. Die USA, Kanada, Gro\u00dfbritannien und die EU beschlossen mit dem Vorwand der Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren Sanktionen gegen China.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Uiguren wird weder Erdo\u011fan noch der Westen retten. Ihr Schicksal h\u00e4ngt wie das Schicksal aller unterdr\u00fcckten Muslime von der Existenz eines Kalifats ab. Dies ist kein Vertr\u00f6sten auf bessere Zeiten, sondern ein Weckruf an alle Muslime, sich f\u00fcr das Kalifat und damit die Rettung der Uiguren einzusetzen. Denn es wird sonst keine muslimischen Uiguren mehr geben. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es darum geht, Muslimen vorzuwerfen, sie w\u00fcrden gegen demokratische Werte versto\u00dfen und Menschenrechte missachten, ist die westliche Welt un\u00fcberh\u00f6rbar laut. 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