{"id":10624,"date":"2021-07-12T00:00:00","date_gmt":"2021-07-12T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10624"},"modified":"2021-07-12T00:00:00","modified_gmt":"2021-07-12T00:00:00","slug":"die-tragweite-des-russisch-amerikanischen-gipfels-in-genf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10624","title":{"rendered":"Die Tragweite des russisch-amerikanischen Gipfels in Genf"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Die Tragweite des russisch-amerikanischen Gipfels in Genf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"bodytext wp-block-paragraph\"><strong>Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"bodytext wp-block-paragraph\">In Genf fand am Mittwoch, den 16.06.2021, das erste Gipfeltreffen zwischen dem russischen Pr\u00e4sidenten Putin und seinem Amtskollegen Biden statt. Welchen Sinn hatte dieser Gipfel und welches Ziel steckte dahinter? Hat das Gipfeltreffen der beiden Pr\u00e4sidenten positive Ergebnisse gebracht? Anders gefragt: L\u00e4uft es auf eine Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen hinaus, nachdem das Verh\u00e4ltnis \u00fcber Jahre einen Tiefpunkt in der Geschichte beider L\u00e4nder erreicht hatte, wie es beschrieben wurde?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"bodytext wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"bodytext wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"bodytext wp-block-paragraph\">Die Tragweite des russisch-amerikanischen Gipfels begreift man erst, wenn die Hintergr\u00fcnde des zerr\u00fctteten Verh\u00e4ltnisses zwischen den beiden Staaten verstanden wurden:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die beiden Staaten Russland und Amerika werden von Seiten der Medien und von manchen Politikern oft als \u201edie beiden Superm\u00e4chte\u201c bezeichnet, wobei in ihren K\u00f6pfen die Realit\u00e4t weiterzuleben scheint, dass Amerika und die \u201eSowjetunion\u201c die st\u00e4rksten und m\u00e4chtigsten Staaten der Welt sind und zwei Milit\u00e4rlager bilden. Doch in der Wirklichkeit leidet Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion an solch gravierender Schw\u00e4che, dass es weltpolitisch mit den USA nicht mithalten kann. Dem Treffen zwischen Putin und Biden ist daher weitaus weniger Gewicht beizumessen, als den Gipfeltreffen, die zwischen Amerika und der ehemaligen Sowjetunion stattfanden, die von viel gr\u00f6\u00dferer Tragweite waren. Dem russischen Staat ist n\u00e4mlich von seinen Faktoren der St\u00e4rke nichts mehr geblieben au\u00dfer seiner milit\u00e4rischen St\u00e4rke, darunter insbesondere seine Nuklear- und Raketenkapazit\u00e4ten seine F\u00e4higkeiten im Bereich der Weltraumtechnologie. Abgesehen davon hat Russland an Gr\u00f6\u00dfe nichts mehr vorzuweisen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Eine Veschlechterung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und den USA zeichnete sich schon gegen Ende der Obama-Regierung ab. Russland wurde aufgrund der Besetzung der Krim 2014 mit Sanktionen belegt und aus der G8-Gruppe ausgeschlossen. Weitere Sanktionen folgten wegen der russischen Einmischung in die US-Wahlen 2016. Au\u00dferdem wurden 35 russische Diplomaten noch w\u00e4hrend der Obama-Administration ausgewiesen und Ende Dezember 2016 Sanktionen gegen den russischen Geheimdienst verh\u00e4ngt, d. h. nach dem Wahlsieg Trumps und noch bevor er sein Amt antrat. (Deutsche Welle, 14.01.2017) Und trotz des S\u00fc\u00dfholzgeraspels Trumps Putin gegen\u00fcber, setzten die USA die Serie der Sanktionen gegen Russland fort und forcierten eine Verschlechterung der Beziehungen. In vielen US-St\u00e4dten wurde die Schlie\u00dfung russischer Konsulate angeordnet und die Arbeit russischer Nachrichtensender in den USA eingeschr\u00e4nkt. Dabei wurden sowohl aus triftigen Gr\u00fcnden als auch aus Gr\u00fcnden, die nicht plausibel waren, amerikanische Strafma\u00dfnahmen verh\u00e4ngt. So wurden Strafma\u00dfnahmen wegen der Verhaftung des Oppositionellen Nawalny verf\u00fcgt und auch wegen des Vorwurfs der Vergiftung des russischen Oppositionellen Skripal 2018 in Gro\u00dfbritannien. Auch russische Technologieunternehmen wurden wegen angeblicher Cyberattacken mit Strafen belegt, so etwa gegen Ende der Trump-Administration. Mit dem Antritt der Biden-Administration versch\u00e4rften sich die Spannungen mit Russland. US-Pr\u00e4sident Biden nannte etwa den russischen Pr\u00e4sidenten einen \u201eKiller\u201c und lie\u00df wissen, dass er den Preis daf\u00fcr zahlen werde, sich in die US-Wahlen eingemischt zu haben. (Sky News Arabic, 17.03.2021) Vor diesem Hintergrund wurde der russische Botschafter im M\u00e4rz 2021 aus Washington abgezogen, bevor im darauffolgenden Monat auch der US-Botschafter aus Moskau abreiste. Die USA drohten zudem, Russland aus dem internationalen Finanzsystem auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die demokratische Biden-Administration empfindet gegen\u00fcber Russland und dessen Pr\u00e4sidenten Putin eine noch gr\u00f6\u00dfere Abneigung und wirft ihm vor, an der Niederlage Hillary Clintons bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen 2016 schuld zu sein. Die oppositionellen Demokraten verlangten vom damaligen Pr\u00e4sidenten Donald Trump, Russland zu bestrafen, warfen ihm Nachsichtigkeit im Umgang mit Russland vor und brachten ihn damit in Bedr\u00e4ngnis. Auch drohten sie Russland mit Konsequenzen, sollten sie die Wahlen 2020 gewinnen. Als der Demokrat Biden bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen als Sieger hervorging, was zeitlich mit den massiven Cyberattacken auf die SolarWinds-Systeme einherging, die unter anderem von sensiblen US-Regierungseinrichtungen genutzt werden, beschuldigten amerikanische Nachrichtendienste Russland, Urheber dieser Angriffe zu sein. Die USA begannen, Russland als \u201eFeind\u201c zu bezeichnen, und noch zwei Tage vor dem geplanten Gipfeltreffen drohte Biden damit, die Ukraine in die NATO aufzunehmen! Dieses Treffen passt also nicht mit den Spannungen zusammen, die zwischen beiden Staaten herrschen. Doch das Treffen hat noch eine andere Facette, die bei Betrachtung der Hintergr\u00fcnde und des Ablaufs deutlich wird:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Das Treffen der beiden Pr\u00e4sidenten war &#8211; obwohl vier Stunden angesetzt waren &#8211; bereits nach zweieinhalb Stunden zu Ende. Eine gemeinsame Pressekonferenz der beiden Staats- und Regierungschefs gab es nicht. Sie stellten sich einzeln den Fragen der Journalisten. Beide Pressekonferenzen wurden am 16.06.2021 live vom Sender Aljazeera und von anderen Medienanstalten \u00fcbertragen. Die gemeinsame Erkl\u00e4rung beschr\u00e4nkte sich auf die Verst\u00e4ndigung darauf, dass es in einem Atomkrieg keine Gewinner gebe, wobei sich ein solcher zwischen den Beiden nirgendwo abzeichnet. Auch sagte US-Pr\u00e4sident Biden eine Verl\u00e4ngerung des New Start-Abkommens zur Reduzierung der strategischen Waffen zu, nachdem die Arbeitsgruppen, auf deren Bildung man sich geeinigt hatte, die entsprechenden Erfordernisse erf\u00fcllt haben. Zudem wurden die zahlreichen strittigen Fragen, die zwischen den beiden L\u00e4ndern bestehen, untersucht. Putin sprach seinen Amtskollegen auf die Bezeichnung \u201eKiller\u201c an, wie er von ihm genannt wurde. Biden hingegen sprach in seiner Pressekonferenz von verheerenden Folgen f\u00fcr Russland, sollte der russische Oppositionelle Nawalny im Gef\u00e4ngnis zu Tode kommen. Doch er beschrieb die Konferenz als fruchtbar und positiv, r\u00e4umte jedoch implizit ein, dass das Treffen auch Drohungen an Russland enthielt, falls Moskau sich erneut in US-Wahlen einmischen oder es wieder zu Cyberattacken kommen sollte. Russlands Pr\u00e4sident Putin erkl\u00e4rte in seiner Pressekonferenz, es sei schwer zu sagen, ob die Beziehungen auf dem Weg sind, sich zu verbessern. Doch er sprach von einem diesbez\u00fcglichen Hoffnungsschimmer. In der Frage der Menschenrechte griff er die USA an und erinnerte an die amerikanischen Geheimdienstgef\u00e4ngnisse in Guantanamo und in anderen Staaten und an den menschenverachtenden Umgang Amerikas gegen\u00fcber Schwarzen und anderen V\u00f6lkern. Er reagierte damit auf die scharfe Kritik der USA an der<br>Menschenrechtslage in Russland. Biden sprach von der Wichtigkeit eines Treffens von Angesicht zu Angesicht, um Missverst\u00e4ndnisse in den Beziehungen zu vermeiden und gab zu verstehen, dass das k\u00fcnftige Verh\u00e4ltnis von den Schritten Russlands abh\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Bei detaillierter Betrachtung, stellt man fest, dass es die USA waren, die damit begannen, Druck auf Russland auszu\u00fcben und sie der Initiator f\u00fcr das zerr\u00fcttetete bilaterale Verh\u00e4ltnis sind. Die Beziehungen hatten einen solchen Tiefpunkt erreicht, dass Pr\u00e4sident Putin sie im Vorfeld als \u201eextrem besch\u00e4digt\u201c beschrieb. Es waren jedoch auch die USA, die den Ansto\u00df zu diesem Gipfeltreffen gaben, ohne dass es eine Verst\u00e4ndigung hinsichtlich der strittigen Punkte gab. Auf russischer Seite frohlockte man und jubelte, dass Biden Amerikas erster Pr\u00e4sident sei, der beschlie\u00dft, auf seiner ersten Auslandstour den russischen Pr\u00e4sidenten zu treffen; aus russischer Sicht ein Beweis f\u00fcr die Bedeutung, die Washington Moskau beimesse. Bidens Antwort darauf war, nach Gro\u00dfbritannien zu reisen und sich mit Premierminister Johnson zu treffen. Den G7-Gipfel lie\u00df Biden sogar als Pr\u00e4senz-Treffen stattfinden, nachdem man erwartet hatte, dass er virtuell abgehalten wird. Biden setzte noch einen drauf und wohnte dem Pr\u00e4senz-Gipfel der NATO in Br\u00fcssel bei, wo zahlreiche Meetings auf seinem Programm standen, unter anderem mit dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten Erdogan. Ebenfalls in Br\u00fcssel kam es zu einem seltenen Treffen seiner Art zwischen Biden und dem EU-Ratspr\u00e4sidenten Charles Michel sowie mit der Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen. Und so wurde der Biden-Putin-Gipfel zu einem Treffen unter vielen, die der amerikanische Pr\u00e4sident auf seiner Europatour pers\u00f6nlich absolvierte. D. h. er hat die russischen Hoffnungen auf einen eigenen Gipfel zusammenschrumpfen lassen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) <strong>Nach all dem l\u00e4sst sich sagen, dass die positiven Ergebnisse aus dem Gipfeltreffen der beiden Staatschefs ziemlich d\u00fcrftig ausfielen. Sie beschr\u00e4nkten sich auf die R\u00fcckkehr der Botschafter in die Hauptst\u00e4dte sowie auf die Zusage einer Verl\u00e4ngerung des strategischen Start-3-Abkommens und darauf, dass die Verbesserung der bilateralen Beziehungen von den weiteren Schritten Russlands abh\u00e4ngt, mit anderen Worten, von russischen Zugest\u00e4ndnissen und weiteren Fehlern.<\/strong> Hierzu z\u00e4hlt der strategische Fehler Russlands, den Amerikanern in Syrien zu helfen. Denn mit der Ank\u00fcndigung Putins, milit\u00e4risch in Syrien zu intervenieren, und zwar nachdem er sich mit dem damaligen US-Pr\u00e4sidenten Obama am 28. September 2015 in New York getroffen hatte, hat Russland seine Milit\u00e4rdienste den USA zur Verf\u00fcgung gestellt. Vielleicht war Russlands Antrieb f\u00fcr den Kampf in Syrien der Hass auf den Islam und die Muslime. Wom\u00f6glich war es auch die Motivation, sich aus der internationalen Isolation befreien zu wollen, nachdem es 2014 die Krim okkupiert hatte und in der Folge mit westlichen Sanktionen belegt wurde. Doch noch wesentlicher ist, dass die USA eine Kostprobe der russischen Milit\u00e4rdienste zu schmecken bekamen und sie sich der Wichigkeit dieser Dienste f\u00fcr den US-Einfluss in Syrien bewusst wurden, womit ihre Gel\u00fcste erwachten, ein solches Engagement auch auf die Umgebung Chinas zu \u00fcbertragen. Die russische Intervention in Syrien &#8211; obgleich sich Russland des Vasallentums Assads gegen\u00fcber den USA bewusst war &#8211; stellt somit einen kapitalen, strategischen Fehler dar, den keine vern\u00fcnftige F\u00fchrung eines unabh\u00e4ngigen Staates begehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Was die unausgesprochenen Ziele Amerikas anlangt, die hinter dem Druck auf Russland stecken, so bestehen sie darin, Russland zu einem internationalen Eckpfeiler der amerikanischen Anti-China-Politik zu machen. Und wenn Henry Kissinger, Amerikas fr\u00fcherer Au\u00dfenminister, der Architekt der Idee war, Russland beim Aufbau von Druck auf China einzubinden, um die Volksrepublik im Zuge des Vietnam-Krieges Mitte der 1960er Jahre zur friedlichen Koexistenz mit Amerika zu zwingen, so sehen die politischen Institutionen in den USA dieses vergreiste amerikanische Urgestein noch immer als den strategisch-politischen Denker mit dem messerscharfen Blick auf die internationale Politik. Deshalb haben sie ihm, der bereits \u00fcber neunzig Jahre alt war, im Jahr 2016 zwei wichtige separate Treffen mit den beiden damaligen US-Pr\u00e4sidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump arrangiert. Und seine Empfehlung an sie lautete, dass es wichtig und notwendig sei, Russland einzubinden und es ins Vorgehen Amerikas gegen China reinzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">e) Obwohl diese amerikanischen Ziele nicht offen ausgesprochen werden, vermitteln die USA sie den Russen auf die eine oder andere Weise, und Russland versteht sie genau. Russlands Au\u00dfenminister Lawrow betonte denn auch, dass die Vereinigten Staaten nicht in der Lage sein w\u00fcrden, Russland zu einem Werkzeug ihrer Interessen zu machen, um China entgegenzutreten. \u201eSie diskutieren jetzt ernsthaft, wie sie Russland gegen China zu ihrem Vorteil nutzen k\u00f6nnen\u2026,, in ihrem Wunsch, uns zu einem Instrument im Dienste der Interessen der USA zu machen. Doch das wird mit uns nat\u00fcrlich nicht funktionieren.\u201c (RT, 24.12.2018)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f) Und genau das ist es, was die USA von Russland wollen. Daher setzen sie Russland unter Druck, versch\u00e4rfen das Klima und wenden somit die Kissinger-Theorie der Eind\u00e4mmung Chinas durch die Einbeziehung Russlands an. Dar\u00fcber hinaus ist Russland keine Konkurrenz f\u00fcr die USA, weder wirtschaftlich noch weltpolitisch. Dem Land fehlen n\u00e4mlich \u2013 mit Ausnahme des Milit\u00e4rapparats &#8211; die Voraussetzungen einer Gro\u00dfmacht. Zudem haben die Abkommen Amerikas mit der Sowjetunion und sp\u00e4ter mit Russland den russischen Milit\u00e4rapparat so weit eingeschr\u00e4nkt, dass er keine Bedrohung f\u00fcr die USA mehr darstellt. Vielmehr sind die USA aus vielen Abkommen ausgestiegen, wie aus dem ABM-Vertrag (Anti-Ballistic-Missile Treaty) von 1972 und haben sich ihren eigenen Raketenschild aufgebaut. Russland hat auch keine starke Wirtschaft, die es bef\u00e4higen k\u00f6nnte, sein milit\u00e4risches Potential &#8211; \u00e4hnlich wie die USA &#8211; auszubauen. Folglich waren Russlands nukleare und strategische Kapazit\u00e4ten nicht der Grund und auch nicht die Motivation daf\u00fcr, dass die USA eine Verschlechterung der Beziehungen zu Moskau herbeigef\u00fchrt haben. Das angespannte Verh\u00e4ltnis zu Russland hatte vielmehr den Zweck, Druck aufzubauen, um es von China fernzuhalten, dem Land, das nunmehr die Alarmglocken Amerikas schrillen l\u00e4sst. So forderte der ehemalige US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan die F\u00fchrer seines Milit\u00e4rs dazu auf, sich auf \u201eChina, China und nochmals China\u201c zu konzentrieren. (Aljazeera.net, 03.01.2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">g) Trotzdem ist es den USA bislang nicht gelungen, durch das von ihnen herbeigef\u00fchrte angespannte Verh\u00e4ltnis zu Moskau, Russland gegen China zu mobilisieren. Und zwar insbesondere deshalb, weil die USA mit ihrem Handelskrieg gleichzeitig China unter Druck setzten, was in der Folge zu einer russisch-chinesischen Ann\u00e4herung gef\u00fchrt hat. Mit anderen Worten: Der Druck, den die USA auf Russland ausge\u00fcbt haben, um es zu zwingen, gegen China mitzuziehen, hat genau den gegenteiligen Effekt ausgel\u00f6st, als es von den USA gewollt war. Und die Amerikaner sind sich der Gefahr einer Ann\u00e4herung Russlands an China zweifellos bewusst. <strong>Daher entschloss sich die Biden-Administration, von der Strategie \u201eDruck auf Russland aus\u00fcben\u201c abzur\u00fccken und durch die Strategie \u201eHoffnungsschimmer vermitteln\u201c zu ersetzen, und zwar durch ein Gipfeltreffen, um eine russisch-chinesische Ann\u00e4herung so<br>weit wie m\u00f6glich zu verhindern.<\/strong> \u00dcber Arbeitsgruppen, die w\u00e4hrend des Treffens der beiden F\u00fchrer gebildet wurden, soll nun ein umfassender Dialog mit Russland eingeleitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Das Treffen Bidens mit Putin diente also diesem Ziel. Das hei\u00dft, man wollte Putin den Schimmer einer Hoffnung vermitteln, dass die amerikanischen Spannungen, der Druck und die Sanktionen ein Ende finden werden. Damit will man Russland im Vorgehen gegen China auf die amerikanische Seite ziehen oder zumindest verhindern, dass es zu einer russisch-chinesische Ann\u00e4herung kommt. Was hingegen die anderen Punkte im angespannten Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden Staaten betrifft, so verdienen sie nicht diese gro\u00dfe Beachtung, die ihnen beigemessen wird. In ihrer Diskussion \u00fcber die Syrienkrise zum Beispiel und \u00fcber den Umstand, dass die USA das Problem nach ihren Vorstellungen l\u00f6sen wollen, gibt es seitens Moskaus keine Einw\u00e4nde dagegen, solange das Gesicht Russlands gewahrt bleibt. Gleiches gilt f\u00fcr Afghanistan. So ist Russland viel zu schwach dazu, als dass es in der Lage w\u00e4re, den Amerikanern in Afghanistan gleicherma\u00dfen die H\u00f6lle hei\u00df zu machen, wie es die Amerikaner mit den Russen in den 1980er Jahren getan haben. Und was die Einmischung Russlands in die US-Wahlen betrifft, so ist dies auf das Internet als neues offenes Medium zur\u00fcckzuf\u00fchren, das eine Einflussnahme erm\u00f6glicht. Vielleicht hat auch Russland die Heftigkeit der amerikanischen Reaktion untersch\u00e4tzt, ansonsten h\u00e4tte es von so einer Einmischung Abstand genommen. Auch hinsichtlich der Cyberattacken, die von amerikanischer Seite den Russen vorgeworfen werden, ist zu sagen, dass deren Wirkung nicht so effektiv ist, als dass sie nicht wettgemacht werden k\u00f6nnte. So erwiderte Biden nach seinem Gipfel mit Putin, dass die USA \u00fcber gewaltige F\u00e4higkeiten verf\u00fcgten, um in das russische Netz einzudringen und dort digitale Zerst\u00f6rung anzurichten, sollte Russland erneut Attacken durchf\u00fchren. Als Beispiel erw\u00e4hnte er die F\u00e4higkeit der USA, russische \u00d6lpipelines zu besch\u00e4digen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Putin verlie\u00df Genf mit dem Wissen, dass die USA in den kommenden Monaten auf die n\u00e4chsten Schritte Russlands warten und dass sie diese Schritte mittels der gemeinsamen Arbeitsgruppen, deren Bildung beschlossen wurde, \u00fcberpr\u00fcfen und eingehend analysieren werden. Auch wei\u00df der russische Pr\u00e4sident sehr genau, dass die Druckmittel der USA gegen Russland betr\u00e4chtlich sind. Mit einigen davon hat er bereits seine Erfahrungen gemacht. Ihm ist auch bewusst, dass sich China von ihm losl\u00f6sen und sich dem Westen zuwenden k\u00f6nnte, denn Chinas Handelsinteressen mit dem Westen sind weitaus gr\u00f6\u00dfer als jene mit Russland. Aufgrund all dessen ist es wahrscheinlich, dass es in den n\u00e4chsten Monaten zu einer Entspannung im russisch-amerikanischen Verh\u00e4ltnis kommen wird und dass die R\u00fcckkehr der Botschafter den Auftakt dazu bildet. Wahrscheinlich wird es auch zu einer Abk\u00fchlung in den russisch-chinesischen Beziehungen kommen. Das hei\u00dft, in dem Ma\u00dfe, wie sich die russisch-amerikanischen Beziehungen entspannen werden, werden sich als Folge die russisch-chinesischen Beziehungen abk\u00fchlen. Sollte dies eintreten, dann h\u00e4tte Bidens Gipfelinitiative mit dem russischen Pr\u00e4sidenten daf\u00fcr gesorgt, dass die russisch-chinesische Ann\u00e4herung ein Ende findet. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tte man Russland vor den Karren gespannt, um Druck auf China auszu\u00fcben, wenn auch nicht in dem Ma\u00dfe, wie es den Erwartungen Amerikas gem\u00e4\u00df der Kissinger-Theorie entspricht. Sollte das nicht gelingen und sich Russland unter Putins F\u00fchrung weiter str\u00e4uben, ist zu erwarten, dass die Biden-Administration ihren Druck auf Moskau intensivieren und mit einem Feuerg\u00fcrtel im Kaukasus drohen wird. Dort schwelt n\u00e4mlich der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan\u2026 Und dann gibt es noch die Ukraine mit der westlichen Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Wiederherstellung ihrer territorialen Einheit\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so sieht man, dass diese verbrecherischen Staaten, angef\u00fchrt von den USA, nicht an das Wohl der Menschen denken, sondern daran, was der Verwirklichung ihrer Interessen dient, selbst wenn es f\u00fcr die Menschen t\u00f6dlich ist.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0623\u064f\u0648\u0652\u0644\u064e\u0640\u0626\u0650\u0643\u064e \u0634\u064e\u0631\u064c\u0651 \u0645\u064e\u0651\u0643\u064e\u0627\u0646\u0627\u064b \u0648\u064e\u0623\u064e\u0636\u064e\u0644\u064f\u0651 \u0639\u064e\u0646 \u0633\u064e\u0648\u064e\u0627\u0621 \u0627\u0644\u0633\u064e\u0651\u0628\u0650\u064a\u0644<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Diese haben einen schlimmeren Stand und sind noch weiter vom Wege abgeirrt.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">5:60<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9. \u1e0e\u016b-l-Qi\u02bfda 1442 n. H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20.06.2021 n. Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Genf fand am Mittwoch, den 16.06.2021, das erste Gipfeltreffen zwischen dem russischen Pr\u00e4sidenten Putin und seinem Amtskollegen Biden statt. 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