{"id":10657,"date":"2021-11-12T00:00:00","date_gmt":"2021-11-12T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10657"},"modified":"2021-11-12T00:00:00","modified_gmt":"2021-11-12T00:00:00","slug":"der-militaerputsch-im-sudan-gegen-die-zivile-uebergangsregierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=10657","title":{"rendered":"Der Milit\u00e4rputsch im Sudan gegen die zivile \u00dcbergangsregierung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\">Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des Barmherzigen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert unterstrichen wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center zentriert wp-block-paragraph\"><strong>Der Milit\u00e4rputsch im Sudan gegen die zivile \u00dcbergangsregierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 25.10.2021 erwachte die Bev\u00f6lkerung des Sudan durch massive Aktivit\u00e4ten der Armee, die neben einer Anzahl von Mitgliedern der zivilen \u00dcbergangsregierung einige Minister und schlie\u00dflich auch den Premierminister Hamdok selbst festnahm. Burhan hielt daraufhin eine Fernsehansprache, in der er den Ausnahmezustand ausrief und die Aufl\u00f6sung des Parlaments und des Ministerrates verk\u00fcndete. Zudem setzte er die Provinzgouverneure und die Staatssekret\u00e4re ab und verlangte von den Generaldirektoren, die Ministerien zu verwalten. Er teilte mit, dass das Verfassungsdokument nicht au\u00dfer Kraft gesetzt sei, strich jedoch zentrale Artikel daraus, wie seiner Ansprache zu entnehmen war. Er wolle den Kurs der Revolution korrigieren, sie jedoch nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen! Das alles soll unerwartet passiert sein, ohne dass die zivile Seite der Regierung etwas mitbekommen h\u00e4tte. Wie kann das sein? Wird das Tauziehen im Sudan noch Jahre weitergehen, w\u00e4hrend die Menschen Leid und Elend ertragen m\u00fcssen? Ich danke dir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bruder, ich fange mit der letzten Frage an. Die Aussage, dass es \u201eunerwartet\u201c geschehen sei, ist nicht zutreffend. Wer die Angelegenheit seit Beginn der Machtteilung zwischen den Milit\u00e4rs und den Zivilisten verfolgt, erkennt, dass diese Partnerschaft nicht von Dauer sein w\u00fcrde. Denn beide Parteien folgen zwei unterschiedlichen Seiten. Hinter Burhan, Hemedti und ihren Mitstreitern stehen die USA, w\u00e4hrend hinter Hamdok und seinen Leuten die Europ\u00e4er, vor allem die Briten stehen. Burhan und Hamdok agieren jeweils f\u00fcr die Interessen der Seite, der sie folgen. Und diese Interessen sind weit entfernt von denen des Volkes. Denn die Wahrnehmung der Interessen der Menschen, wie sie der Islam verlangt, hat bei beiden keinen Platz! Dies von einer Seite. Von der anderen Seite kann eine Regierung nur einen Kopf an der Spitze haben und nicht zwei K\u00f6pfe, die dazu noch auf zwei entgegengesetzten Seiten stehen! Wir hatten bereits zu Beginn, d.&nbsp;h. zu Beginn der Einigung auf eine Machtteilung zwischen Milit\u00e4rs und Zivilisten, n\u00e4mlich am 23.09.2019, eine Frage\/Antwort ver\u00f6ffentlicht. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dass allerdings zwischen den USA und Gro\u00dfbritannien Ruhe einkehren wird, ist nicht zu erwarten. Deren Interessen gehen weit auseinander und ihre jeweiligen lokalen Handlanger sind treue Gefolgsleute. Daher wird jede der beiden Parteien daran arbeiten, die Aktivit\u00e4ten der jeweils anderen Seite zu torpedieren! Verfolgt man die aktuellen Ereignisse, studiert die Zusammenh\u00e4nge eingehend und analysiert die Aussagen lokaler und internationaler Akteure, insbesondere die der amerikanischen und europ\u00e4ischen Verantwortlichen, ist es m\u00f6glich, die Mittel festzumachen, derer sich beide Seiten voraussichtlich bedienen werden, um den jeweiligen Rivalen in die Enge zu treiben, zu bezwingen und schlie\u00dflich aus der Herrschaft zu verbannen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so, wie wir es dargelegt hatten, ist es gekommen. Um die Chronologie der Ereignisse zu verdeutlichen, legen wir folgende Punkte dar:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: Die Situation und der Konflikt im Sudan.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Der Sudan ist ein islamisch tief verwurzeltes Land. Doch beherrschen ihn die USA mithilfe ihres internationalen Einflusses, ihrer regionalen Instrumente und \u2013 was noch wichtiger ist- mithilfe ihrer lokalen Vasallen. W\u00e4hrend das herrschende Regime im Sudan auf billige Weise der amerikanischen Politik dient, leiden die Menschen an Unterdr\u00fcckung, Hunger, Entbehrung und Arbeitslosigkeit. Wann immer sich die Bev\u00f6lkerung, die nach einer Ver\u00e4nderung und nach dem Islam strebt, zu einem Aufstand oder zu einer Revolution erhebt, stellen ihr diese Herrscher Hindernisse, Barrikaden und Schranken in den Weg, um sie daran zu hindern, ihre Ziele zu erreichen, die ja die Ziele aller Sudanesen sowie der gesamten islamischen Umma sind. Und nun lenkten sie den Konflikt vom Kampf einer Umma gegen ihre Herrscher, die nichts anderes sind als Marionetten, hin zu einer Auseinandersetzung zwischen den Vasallen der USA, dem relativ neuen Hegemon im Sudan, und den Vasallen Gro\u00dfbritanniens, dem alten Hegemon, der dort seit der Kolonialisierung des Sudan Einfluss hat. Mit dieser Umlenkung der Auseinandersetzung stellen die Vasallen Amerikas sicher, dass die Umma im Sudan von der eigentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Islam und den Vasallen der ungl\u00e4ubigen Staaten ferngehalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Nun unterstehen die Vasallen Amerikas (der Milit\u00e4rrat) zusammen mit den Vasallen Gro\u00dfbritanniens und Europas (die F\u00fchrer der Kr\u00e4fte f\u00fcr Freiheit und Wandel, die Gewerkschaften sowie die proeurop\u00e4ischen Parteien und die bewaffneten Gruppen) der sogenannten \u201eVerfassungserkl\u00e4rung\u201c. Dieses Dokument wurde zwischen den beiden Seiten am 21. August 2019 geschlossen. Vorgesehen war, dass die Milit\u00e4rs den Vorsitz des Souver\u00e4nen Rates f\u00fcr 21 Monate \u00fcbernehmen, bevor er den Zivilisten f\u00fcr einen Zeitraum von 18 Monaten \u00fcbertragen wird, was im letzten Mai f\u00e4llig gewesen w\u00e4re, d.&nbsp;h. insgesamt 39 Monate. Doch nach dem Abkommen von Juba vom 03.10.2020 wurde das Dokument modifiziert und die \u00dcbergangszeit auf 53 Monate verl\u00e4ngert, womit die Zivilisten erst im November \u00fcbernehmen h\u00e4tten sollen. Dadurch wird klar, dass das Abkommen, das 2019 zwischen den Zivilisten &#8211; bestehend aus den <em>Kr\u00e4ften f\u00fcr Freiheit und Wandel <\/em>(FFC) &#8211; und dem Milit\u00e4rrat geschlossen wurde, <strong>eine Falle war, die dem FFC vom Milit\u00e4rrat \u2013 respektive von den USA \u2013 gestellt wurde. Das gelang ihnen, indem in der ersten Regierungsphase die Milit\u00e4rs die Leitung des Souver\u00e4nen Rates \u00fcbernehmen sollten und erst in der zweiten die Zivilisten. So wurde dem FFC suggeriert, dass ihm der Vorsitz dieses Rates noch \u00fcbergeben werde, d.&nbsp;h., dass sie den Sudan nach Ablauf der ersten 21 Monate regieren w\u00fcrden. W\u00e4re es soweit gekommen, h\u00e4tten die Vasallen Gro\u00dfbritanniens und Europas weitreichende Modifizierungen vornehmen k\u00f6nnen, die sich auch auf die Armeef\u00fchrung und die Finanzierung des Milit\u00e4rs erstreckt h\u00e4tten, und zwar auf eine Weise, die eine Bedrohung f\u00fcr den US-Einfluss im Sudan bedeutet h\u00e4tte. Und das w\u00fcrden die USA niemals zulassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Was die Briten angeht, so positionieren sie sich ganz offen auf Seiten ihrer Vasallen: <em>Gro\u00dfbritannien hat am Mittwoch seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, auf Initiative des Premierministers Abdullah Hamdok bei der L\u00f6sung der politischen Krise im Sudan zu helfen. (\u2026) Hamdok traf sich am Freitag in Khartum mit der britischen Staatsministerin f\u00fcr Afrika-Angelegenheiten, Vicky Ford. Ebenfalls anwesend waren der britische Sondergesandte f\u00fcr den Sudan, Robert Fairweather, und der britische Botschafter in Khartum, Giles Leifer. Ford sagte die Unterst\u00fctzung ihres Landes f\u00fcr den \u00dcbergangsprozess zu und dr\u00fcckte ihre Besorgnis \u00fcber die aktuelle politische Krise aus. Sie f\u00fcgte hinzu, dass London auch \u00fcber die Versorgungskrise infolge der Schlie\u00dfung der Nationalstra\u00dfe im Ostsudan beunruhigt sei.\u201c (\u2026) Ford betonte, dass die britsche Regierung den Wunsch habe \u201eim Rahmen der vom sudanesischen Premierminister angek\u00fcndigten Roadmap mit der sudanesischen Regierung zusammenzuarbeiten, um dieses Problem im Kontext der Bew\u00e4ltigung der politischen Krise im Land zu l\u00f6sen.\u201c<\/em> (Anadolu, 21.10.2021) Auch europ\u00e4ische Gesandte str\u00f6mten weiter nach Khartum, um Hamdoks Regierung zu unterst\u00fctzen und ein Ende der erstickenden Blockade im Ostsudan zu fordern, die die Bev\u00f6lkerung aufgrund von Nahrungsmittel- und Treibstoffknappheit und wegen der hohen Preise gegen die Regierung aufzuhetzen drohte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Das ist der allgemeine Rahmen, in dem sich die Ereignisse im Sudan abspielten. Daran erkennt man, wie sehr die Situation von Zwietracht und Auseinandersetzung gepr\u00e4gt ist und vom Trachten danach, dem Gegner eine Falle zu stellen. Ein Zustand, der von den Vasallen Amerikas gegen die Vasallen Gro\u00dfbritanniens und Europas initiiert wurde. All das diente der vorbereitenden Weichenstellung, um die zivile europ\u00e4ische Komponente von der politischen B\u00fchne im Sudan zu verbannen, sodass allein die milit\u00e4rische und damit proamerikanische Komponente die Macht im Sudan innehat. Zu den Aktionen, die den Weg daf\u00fcr ebnen sollten, geh\u00f6rten Folgende:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Der fehlgeschlagene Milit\u00e4rputsch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der sudanesische Verteidigungsminister Generalleutnant Yasin Ibrahim teilte am 21.09.2021 mit, dass ein Putschversuch unter der F\u00fchrung von Generalmajor Abdul-Baqi al-Hassan Othman Bakrawi zusammen mit 22 weiteren Offizieren unteschiedlichen Ranges sowie Unteroffizieren und Soldaten, vereitelt wurde. Betrachtet man den Putschversuch genauer, l\u00e4sst sich erkennen, dass es eine Inszenierung war. Denn die Aktivit\u00e4ten sudanesischer Milit\u00e4reinheiten in Khartum, deren Loyalit\u00e4t der Armeef\u00fchrung (Burhan und Hemedti) gilt, erweckten nicht den Eindruck, als h\u00e4tte die Milit\u00e4rspitze eine Gefahr gewittert. Zum anderen deuten sowohl der Werdegang des Anf\u00fchrers dieses Umsturzversuches als auch sein Aufenthalt in Kairo darauf hin, dass die Armeef\u00fchrung \u00fcber das, was geschehen wird (den Putschversuch), bereits im Bilde war. So begleitete der Anf\u00fchrer des Putschversuchs im Zuge seines Milit\u00e4rdienstes al-Burhan bei der Operation von Bahr al-Jabal. Auch begleitete er Shams al-Din Kabashi bei den Operationen in West-Darfur. (Arabi 21, 22.09.2021) Und diese beiden M\u00e4nner bilden die Spitze der Milit\u00e4rf\u00fchrung in der sudanesischen Armee sowie im Souver\u00e4nen Rat. Im Jahr 2016 wurde Bakrawi zum Generalmajor bef\u00f6rdert, also noch in der \u00c4ra des damaligen Pr\u00e4sidenten Bashir. 2018 wurde er von der F\u00fchrung nach Khartum versetzt, was auf das gro\u00dfe Vertrauen zwischen ihm und der Armeef\u00fchrung hindeutet. Und genau diese Milit\u00e4rf\u00fchrung um Bashir bildet den heutigen Souver\u00e4nen Rat, was bedeutet, dass dieser Mann, Bakrawi, den Top-Vasallen der USA nahestand und deren Vertrauen genoss. Die Vorstellung, dass sein Putschversuch echt war, ist also fehl am Platz. Vielmehr war es eine arrangierte Sache zwischen Bakrawi und der Milit\u00e4rspitze mit dem Zweck, die Herrschaftsangelegenheit zu regeln, bevor die vermeintliche \u00dcbergabe der Macht an die Zivilisten erfolgt. Daran \u00e4ndert auch nichts, dass dieser Mann seine Disharmonie mit den Rapid Forces kundzutun pflegte und ihm 2020 vorgeworfen wurde, den F\u00fchrer dieser Einheit, Hemedti, beleidigt zu haben. Dar\u00fcber hinaus war der Mann nach Kairo gereist, um sich einem chirurgischen Eingriff zu unterziehen, bei dem ihm ein Teil seines Beins amputiert wurde, wobei er f\u00fcnf Tage vor dem angeblichen Putsch in die Hauptstadt Khartum zur\u00fcckkehrte!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Die Unruhen im Ostsudan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Atmosph\u00e4re gegen die Hamdok-Regierung, also gegen den zivilen Teil des Souver\u00e4nit\u00e4tsrates, anzuheizen, startete man am 17.09.2021 im Ostsudan mit Protesten, deren Ausgangsort der Hafen von Port Sudan war. Rasch breiteten sie sich aus, bis der gesamte Ostsudan samt den H\u00e4fen, der \u00d6l-Pipelines und der \u201eNationalstra\u00dfe\u201c, die in die Hauptstadt Khartum f\u00fchrt, abgeriegelt wurde. Auch der Lastwagenverkehr kam zum Erliegen. Dabei leuchtete der Name des Hohen Rates von Nazarat Beja und der unabh\u00e4ngigen Abk\u00fcnfte unter der F\u00fchrung von Muhammad al-Amin Tirik auf, der seine harten, unerf\u00fcllbaren Bedingungen gegen\u00fcber der Hamdok-Regierung aufzustellen begann, damit er \u201edie Blockade Khartums und des restlichen Sudan\u201c aufhebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indizien daf\u00fcr, dass diese weitreichende Blockade inszeniert war, sind zum einen die Tatsache, dass die Blockade am 17.09.2021 begann, und zwar aus Protest gegen das Juba-Abkommen, da es die Rechte des Ostsudan einschr\u00e4nke. Die Vereinbarung wurde mit bewaffneten Gruppierungen geschlossen, von denen ein Teil f\u00fcr die Rechte dieser Region k\u00e4mpfte. Allerdings wurde das Abkommen im Oktober 2020 unterzeichnet, also schon vor ca. einem Jahr. Damals kam es jedoch nicht zu Protesten mit solch verheerenden Ausma\u00dfen. Aufgrund der Tatsache, dass die Proteste zeitlich nicht mit der Unterzeichnung des Abkommens zusammenfallen, muss es sich um eine Inszenierung handeln. Und dass es die milit\u00e4rische Seite war, die hinter den Protesten steckte, ist der \u00c4u\u00dferung al-Burhans selbst zu entnehmen, der sie als \u201epolitisch\u201c umschrieb. So sagte er: <em>Dass der Osten abgeriegelt wird (\u2026) ist eine politische Angelegenheit. Sie muss politisch angegangen werden.<\/em> (Independent Arabia, 30.09.2021) Das bedeutet, dass sich das Milit\u00e4r seiner Verantwortung bei der L\u00f6sung dieser Krise entzieht, obwohl sie einen sicherheitsrelevanten Charakter hat und das Leben fast des gesamten sudanesischen Volkes betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>c) Die Forderung nach Aufl\u00f6sung der Regierung und Aussetzung der Sitzungen des Souver\u00e4nen Rates. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Klima wurde \u2013 forciert von den Milit\u00e4rs &#8211; weiter angeheizt und die Forderungen nach Aufl\u00f6sung der Regierung wurden immer lauter. Und sie kamen nicht mehr vonseiten politischer Kr\u00e4fte und Demonstranten, sondern vom milit\u00e4rischen Lager des Souver\u00e4nen Rates selber. Nachdem n\u00e4mlich die Mechanismen f\u00fcr die Partnerschaft zwischen den Zivilisten und den Milit\u00e4rs nach dem Putschversuch eingefroren wurden, attackierte das Lager der Milit\u00e4rs sein ziviles Pendant: <em>Der Fernsehsender al-Sharq berichtete, dass al-Burhan in einer Rede vor Soldaten im Milit\u00e4rbezirk Khartum-Bahari sagte, jede politische L\u00f6sung f\u00fcr die aktuelle Lage im Sudan m\u00fcsse zun\u00e4chst mit der Aufl\u00f6sung der derzeitigen Regierung beginnen. \u201eEs gibt keine L\u00f6sung f\u00fcr die aktuelle Lage, au\u00dfer durch die Aufl\u00f6sung der derzeitigen Regierung und die Ausweitung der Basis der politischen Parteien in der \u00dcbergangsregierung\u201c, f\u00fcgte Burhan hinzu.<\/em> (Al-Sharq al-Awsat, 12.10.2021) Doch laut dem Nachrichtenportal \u201eSudan Tribune\u201c<em> wies der sudanesische Premierminister Abdullah Hamdok die Forderung des Vorsitzenden des Souver\u00e4nen Rates Abdulfattah al-Burhan und seines Stellvertreters Muhammad Hamdan Daglo, \u201eHemedti\u201c, die derzeitige Regierung aufzul\u00f6sen und durch eine neue Regierung zu ersetzen, zur\u00fcck. Zwei Quellen aus dem Ministerrat betonten, dass sich die Krise zwischen den zivilen und den milit\u00e4rischen Mitgliedern wieder am Anfangspunkt der Differenzen befinde. <\/em>\u201eSudan Tribune\u201c berichtete unter Berufung auf mehrere Quellen<em>, dass der Leiter des Souver\u00e4nen Rates und sein Stellvertreter w\u00e4hrend der gestrigen Sitzung, in der sich die drei Verantwortlichen trafen, um die politische Krise im Land zu diskutieren, den Austausch der Regierung forderten. Des Weiteren forderte Burhan, die Aktivit\u00e4ten des Ausschusses f\u00fcr den Abbau des entmachteten Regimes, das lokal als \u201eEmpowerment Removal Committee\u201c bekannt ist, einzustellen.<\/em> (Aljazeera.net, 15.10.2021) Auch <em>Hamdok bezeichnete die derzeitige Krise, die das Land durchlebt, als die gef\u00e4hrlichste Krise, mit der die \u00dcbergangsregierung nach der Entmachtung des vorherigen Regimes konfrontiert ist. Er forderte alle Parteien zur Einheit auf, damit das Land nicht im Chaos versinkt.<\/em> (BBC, 18.10.2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ereignisse, die seit zwei Monaten zunehmend eskalieren, haben deutlich gemacht, dass die \u00dcbergangsphase vom Lager der Milit\u00e4rs, welches von Burhan und seinem Stellvertreter Daglo (Hemedti) angef\u00fchrt wird, ins Ungewisse getrieben wird. <em>Hemedti betonte in einer Erkl\u00e4rung: \u201eDie \u00dcbergabe der Vorsitzes des Souver\u00e4nen Rates an die Zivilisten ist zu verfr\u00fcht und steht momentan nicht auf der Agenda.\u201c Er erg\u00e4nzte: \u201eDas, was jetzt passiert, so darzustellen, als l\u00e4ge es an der bervorstehenden \u00dcbergabe des Rates an die Zivilisten, ist eine L\u00fcge, und das geh\u00f6rt sich nicht.<\/em> (Arabi 21, 10.08.2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens: Die Spaltung der FFC <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Hamdok-Regierung beunruhigt, ist der Umstand, dass die FFC, die Hamdok \u00fcberhaupt erst zum Premierminister machten, sich zu spalten begann und sich zwei Fraktionen aus ihr herausbildeten. Zum einen ist es die \u201eGruppe der Nationalen Charta\u201c, die das Problem mittlerweile in der Regierung Hamdoks verortet: <em>Ein F\u00fchrer der Kr\u00e4fte f\u00fcr Freiheit und Wandel aus der Fraktion der Nationalen Charta \u2013 Mini Arqua Minnawi, sagte, die wahre Krise im Sudan liege innerhalb der Allianz f\u00fcr Freiheit und Wandel<\/em>. (Aljazeera.net, 20.10.2021) Eine weitere Fraktion wurde als <em>Zentraler Rat der Kr\u00e4fte f\u00fcr Freiheit und Wandel<\/em> bekannt, die die Kongresspartei, die Nationale Umma-Partei, die Vereinigte Sammelpartei und die Baath-Partei vertritt. W\u00e4hrend die erste Fraktion vor dem Ministerrat \u00f6ffentlich mit einer Sitzblockade protestierte, um die Aufl\u00f6sung der Regierung und den R\u00fccktritt Hamdoks zu fordern und dabei an die Proteste von 2019 gegen das Bashir-Regime erinnerte, hat die zweite Fraktion Demonstrationen organisiert, um die \u00dcbergabe der Macht gem\u00e4\u00df des Verfassungsdokuments an die Zivilisten zu fordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt noch eine Frage, und zwar, ob einige Vasallen der Briten und Europ\u00e4er wom\u00f6glich die Loyalit\u00e4ten gewechselt haben. Hier geht es konkret um Jibril Ibrahim, F\u00fchrer der <em>Bewegung f\u00fcr Gerechtigkeit und Gleichstellung<\/em> (JEM) und derzeitiger Finanzminister in der Hamdok-Regierung sowie Mini Arqua Minnawi, Gouverneur der Region Darfour. Bei Betrachtung dieser Frage wird Folgendes deutlich:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Finanzminister Jibril Ibrahim genoss das Vertrauen des Gro\u00dfbritannien-Vasallen Abdullah Hamdok, der ihn nach der Neubildung seiner Regierung am 08.02.2021 zum Finanzminister ernannte. Davor, genauer Mitte 2019, hatte sich w\u00e4hrend der Krise um seine Abschiebung aus \u00c4thiopien am 21.07.2019 die Botschaft Katars f\u00fcr ihn eingesetzt. Vorher war er an der Seite seines Bruders Khalil, der von der sudanesischen Armee bei einem Luftangriff get\u00f6tet wurde. Jibril Ibrahim war einer der Gr\u00fcnder der <em>Bewegung f\u00fcr Gerechtigkeit und Gleichheit<\/em> (JEM) in Darfur und ein Gegner des F\u00fchrers der Janjaweed-Miliz, aus der sp\u00e4ter die Rapid Support Forces (Hemedti) hervorgingen. Um dem Regime einen Schlag zu versetzen, bedienten sich die Briten und Europ\u00e4er der Gegner des Bashir-Regimes in Darfur. Sie stellten Kontakt zu ihnen her und bauten Beziehungen zu ihnen auf. Schon vorher hatte Jibril Ibrahim Verbindungen zum Tschad und zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, also zu Kreisen des britischen und europ\u00e4ischen Einflussgebietes. Dass diese Person ihre tief verankerten Beziehungen zu den M\u00e4nnern Gro\u00dfbritanniens und Europas abbricht und zur Gegenseite wechselt, d.&nbsp;h. zur Seite der Amerika-Vasallen, ist unwahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Mina Arqua Minnawi geh\u00f6rte zu den Warlords in Darfur, die zwei Jahrzehnte lang gegen das Bashir-Regime k\u00e4mpften, bevor er seine Waffen niederlegte und einen Waffenstillstand mit der Regierung schloss, um dann gem\u00e4\u00df dem Abkommen von Abuja Assistent von Omar al-Bashir zu werden. Zudem genoss er noch bis vor Kurzem das Vertrauen des derzeitigen Premierministers Hamdok, der ihn im vergangenen Mai nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens von Juba zum Gouverneur der Region Darfur ernannte. Dar\u00fcber hinaus ist er schon aufgrund seiner Stammeszugeh\u00f6rigkeit mit dem Vasallen der USA, dem Vize-Chef des Souver\u00e4nen Rates (Hemedti), historisch verfeindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Somit \u00fcberwiegt die Wahrscheinlichkeit, dass diese beiden M\u00e4nner durch britische List in das Lager der Amerika-Vasallen getrieben und vom Lager der Gro\u00dfbritannien- und Europa-Vasallen entfernt wurden. Denn, falls es Burhan gelingen sollte, Hamdok und seine Leute aus der Regierung zu verbannen und ein neues Regime zu bilden, h\u00e4tten die Briten zwei ihrer M\u00e4nner bei Burhan eingeschleust und somit trotzdem einen Anteil an der neuen Regierung &#8211; dies gem\u00e4\u00df der typisch hinterlistigen und perfiden Art der Briten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens:<\/strong> Dass es zu dieser Lage im Sudan kam und dass diese \u00fcblen Pfade beschritten wurden, haben die Amerika-Vasallen verursacht ebenso wie die Vasallen Gro\u00dfbritanniens und Europas, die \u00e4hnliche Versuche unternommen haben. Und all diese Machenschaft gehen mit Blutvergie\u00dfen, Unterdr\u00fcckung, Hunger und Krisen einher. Daher m\u00fcssen sich die Geschwister im Sudan ihrer Situation bewusst werden und diesen gescheiterten Herrschern den R\u00fccken kehren, und zwar sowohl den Vasallen Amerikas, als auch denen der Briten und Europ\u00e4er, welche das Blut und die Geschicke des sudanesischen Volkes in den Dienst dieser ungl\u00e4ubigen Staaten gestellt haben. Die Menschen m\u00fcssen sich klar positionieren und geschlossen diesen Vasallen entgegentreten, ohne Unterschied zwischen der einen oder der anderen Fraktion. Sie m\u00fcssen am festen Seil ihres Herrn festhalten, sich gegen diese Leute erheben, sie entmachten und das System errichten, das ihren Herrn zufriedenstellt. Und das ist der islamische Staat, das Kalifat nach dem Plan der Prophetenschaft. Das Volk des Sudan ist zu all dem Guten, das ihre Reihen eint, ihr Blut wahrt und den Einfluss der Ungl\u00e4ubigen aus ihrem Lande verbannt, gewiss imstande.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u064a\u064e\u0648\u0652\u0645\u064e\u0626\u0650\u0630\u064d \u064a\u064e\u0641\u0652\u0631\u064e\u062d\u064f \u0627\u0644\u0652\u0645\u064f\u0624\u0652\u0645\u0650\u0646\u064f\u0648\u0646\u064e * \u0628\u0650\u0646\u064e\u0635\u0652\u0631\u0650 \u0627\u0644\u0644\u0651\u064e\u0647\u0650 \u064a\u064e\u0646\u0652\u0635\u064f\u0631\u064f \u0645\u064e\u0646\u0652 \u064a\u064e\u0634\u064e\u0627\u0621\u064f \u0648\u064e\u0647\u064f\u0648\u064e \u0627\u0644\u0652\u0639\u064e\u0632\u0650\u064a\u0632\u064f \u0627\u0644\u0631\u0651\u064e\u062d\u0650\u064a\u0645\u064f<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\"> An jenem Tage werden die Gl\u00e4ubigen sich freuen, \u00fcber den Sieg Allahs. Er schenkt den Sieg, wem Er will. Und Er ist der Allm\u00e4chtige und Barmherzige.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">30:4-5<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"zentriert arabicfont wp-block-paragraph\">18. Rab\u012b\u02bf al-Auwal 1443 n. H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"zentriert arabicfont wp-block-paragraph\">25. Oktober 2021 n. Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25.10.2021 erwachte die Bev\u00f6lkerung des Sudan durch massive Aktivit\u00e4ten der Armee, die neben einer Anzahl von Mitgliedern der zivilen \u00dcbergangsregierung einige Minister und schlie\u00dflich auch den Premierminister Hamdok selbst festnahm.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":1975,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[],"class_list":["post-10657","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10657\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}