{"id":14762,"date":"2022-09-22T08:50:37","date_gmt":"2022-09-22T06:50:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=14762"},"modified":"2022-09-22T08:50:37","modified_gmt":"2022-09-22T06:50:37","slug":"die-praesidentschaftswahlen-in-kenia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=14762","title":{"rendered":"Die Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Kenia"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong><u>Antwort auf eine Frage<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Die Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Kenia<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage:<\/strong> <em>Der kenianische Oppositionsf\u00fchrer Odinga reichte am Montag, den 22.08.2022, offiziell Beschwerde gegen das Wahlergebnis der Pr\u00e4sidentschaftswahlen beim obersten Gericht ein. Sein Konkurrent William Ruto &#8211; bisheriger Vize des Pr\u00e4sidenten, dessen Amtszeit abgelaufen ist \u2013 hatte die Wahlen gewonnen. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, dass Odinga heute Morgen die Beschwerde beim obersten Gericht eingereicht hat. Laut Gesetz muss das Gericht innerhalb von 14 Tagen darauf antworten (\u2026).<\/em> (Nachrichtenagentur Anadolu, 22.08.2022). Zuvor wurde am 15.08.2022 der knappe Sieg William Rutos \u00fcber seinen Konkurrenten Odinga bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen verk\u00fcndet, die in Kenia am 09.08.2022 abgehalten wurden\u2026 W\u00e4hrend des Wahlkampfs positionierte sich der vorherige Pr\u00e4sident Kenyatta gegen seinen Vize William Ruto und f\u00fcr seinen Kontrahenten, den Oppositionsf\u00fchrer Odinga, nachdem es zur Vers\u00f6hnung zwischen den beiden kam. Handelt es sich hierbei um einen Trick von Kenyatta, der die Unterst\u00fctzung f\u00fcr seinen Widersacher Odinga und die Opposition zu seinem Vize Ruto nur vort\u00e4uschte, um den Sieg seines Vizes gegen seinen Konkurrenten sicherzustellen? Und was steckt hinter den amerikanischen Bewegungen im Hinblick auf Kenia? Gibt es dort einen Konflikt zwischen den USA und Gro\u00dfbritannien?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort<\/strong>: Damit die Antworten auf die oben erw\u00e4hnten Fragen klar werden, wollen wir auf folgende Aspekte eingehen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1 \u2013 Unser Interesse an Kenia r\u00fchrt daher, dass es Teil des Horns von Afrika und damit Teil der islamischen Welt ist sowie strategische und \u00f6konomische Wichtigkeit besitzt. Ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung in dieser Region ist muslimisch und in der Vergangenheit herrschte hier der Islam. Die L\u00e4nder dieser Region sind eng miteinander verbunden und die meisten von ihnen gerieten unter das Joch des britischen Kolonialismus. Kenia war mit dem muslimischen Sultan von Sansibar verbunden, bis es Ende des 19. Jahrhunderts unter britische Kolonialherrschaft geriet. Kenia erlangte Ende 1963 zwar die Unabh\u00e4ngigkeit, diese war jedoch nur formal. So zeigt sich die Abh\u00e4ngigkeit von Gro\u00dfbritannien anhand der Vasallen, da Kenia durchgehend von britischen Vasallen beherrscht wurde, beginnend mit Jomo Kenyatta nach Erlangung der formalen Unabh\u00e4ngigkeit bis 1978, gefolgt von Daniel arap Moi bis 2002, dann von Mwai Kibaki bis 2013 und schlie\u00dflich von Uhuru Kenyatta, Sohn des ersten Pr\u00e4sidenten Jomo Kenyatta. Dieser gewann die Wahlen erneut im Jahre 2017. So formt Gro\u00dfbritannien seine Vasallen unter wachsamem Auge aus, vom Vater bis zum Sohne, und dies durch die Hand der herrschenden Lakaien, die niemanden an die Macht lassen, wenn er nicht auch ein Vasall ist wie sie und ein Abh\u00e4ngigkeits- und Loyalit\u00e4tsverh\u00e4ltnis zum selben Kolonialherren aufweist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2 \u2013 Die USA haben es geschafft, einige Kollaborateure aus der Opposition f\u00fcr sich zu gewinnen, darunter vor allem Odinga. Dieser geh\u00f6rt dem drittgr\u00f6\u00dften Volksstamm im Lande an, und so kam es in Kenia zu einem politisch-kolonialen Machtkampf, der von Tribalismus gepr\u00e4gt ist. Auch die Parteien gelten als tribalistisch und erhalten ihre Unterst\u00fctzung in erster Linie vom jeweiligen Clan. Selbst die Bindung zwischen den Mitgliedern innerhalb einer Partei wird von der Stammeszugeh\u00f6rigkeit bestimmt. So kommt es bei jeder Wahl zu Blutvergie\u00dfen, weil die Unterst\u00fctzer des Verlierers &#8211; angetrieben von tribalistischem Fanatismus f\u00fcr den Kandidaten des eigenen Stammes &#8211; gegen das Wahlergebnis protestieren. Und der neue Pr\u00e4sident William Ruto &#8211; der bei den letzten Wahlen zum Sieger erkl\u00e4rt wurde \u2013 geh\u00f6rt den St\u00e4mmen der Kalenjin an, genauso wie der fr\u00fchere Pr\u00e4sident Daniel arap Moi. Ruto ist stolz darauf, Sch\u00fcler dieses fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten gewesen zu sein, so trat er seiner Partei 1992 bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3 \u2013Als offizielles Wahlergebnis wurde der knappe Sieg Rutos mit 50,5% der W\u00e4hlerstimmen verk\u00fcndet, w\u00e4hrend Odinga 48,8% der Stimmen erhielt. Zu beobachten war eine Spaltung innerhalb der Wahlkommission. So sagte der Leiter der Wahlkommission Wafula Chebukati: <em>Wir haben den Weg in Richtung freie, unabh\u00e4ngige und glaubw\u00fcrdige Wahlen beschritten, um diese f\u00fcr die Kenianer sicherzustellen. Dieser Weg war nicht einfach.<\/em> Hingegen sagte seine Vertreterin Juliana Cherera:<em> Wir k\u00f6nnen uns nicht hinter das offizielle Wahlergebnis stellen, das bald verk\u00fcndet wird. Es gab undurchsichtige Vorg\u00e4nge in der letzten Phase der allgemeinen Wahlen.<\/em> (BBC, 15.08.2022) Auch haben vier der sieben Mitglieder derselben Wahlkommission die Anerkennung des Wahlergebnisses abgelehnt, was die Zweifel best\u00e4rkt, dass Manipulationen stattgefunden haben. Ferner kam es zu Stra\u00dfenprotesten gegen die Wahlergebnisse. Odinga verk\u00fcndete: <em>Um jeglichen Zweifel auszur\u00e4umen, m\u00f6chte ich nochmal best\u00e4tigen, dass wir die von Herrn Chebukati gestern verk\u00fcndeten Wahlergebnisse der Pr\u00e4sidentschaftswahlen uneingeschr\u00e4nkt und vorbehaltlos ablehnen.<\/em> (Anadolu, 16.08.2022) Zudem reichte er vor dem obersten Gericht offiziell Beschwerde ein. So berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press, dass<em> Odinga heute am Morgen (den 22.08.2022) Beschwerde beim obersten Gericht eingereicht <\/em>habe<em>. Laut Gesetz muss das Gericht innerhalb von 14 Tagen darauf antworten<\/em>. Sollte das Gericht der Beschwerde zustimmen, muss die Wahl laut Gesetz innerhalb von 60 Tagen wiederholt werden. Es ist nicht abwegig, dass dies geschieht, damit die Opposition ruhiggestellt wird. Schlie\u00dflich fiel das Wahlergebnis sehr knapp aus und auch die Wahlkommission ist gespalten. Ebenso k\u00f6nnten damit Gewaltausschreitungen und Unruhen mit unerw\u00fcnschten Folgen verhindert werden. Die Verk\u00fcndung einer erneuten Wahl w\u00fcrde der Opposition Hoffnung auf einen Wahlsieg geben. Oder es wird ein Kompromiss zwischen beiden Parteien zur Streitbeilegung gefunden, indem der Posten des Ministerpr\u00e4sidenten\u2013 nach erneuter Wiederbelebung des Amtes \u2013 an Odinga vergeben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4 \u2013 Die Opposition behauptet nach einer Wahlniederlage wie gewohnt, dass es zu Wahlbetrug kam. Dies geschieht insbesondere dann in Kenia, wenn die Opposition unter amerikanischem Einfluss steht und der Wahlgewinner ein britischer Agent ist. Dasselbe geschieht umgekehrt auch in anderen L\u00e4ndern, die unter Kontrolle amerikanischer Agenten stehen. Denn jede Seite will mit allen Mitteln den Sieg erlangen und nutzt in diesem Sinne ihren Einfluss, wenn sie gerade an der Macht ist. So beanspruchten im Jahr 2007 beide Parteien den Wahlsieg f\u00fcr sich, was zu gewaltt\u00e4tigen Ausschreitungen zwischen den Streitparteien und zu Blutvergie\u00dfen f\u00fchrte. Es gab 1200 Tote und hunderttausende Vertriebene, die aus ihren Wohngebieten aufgrund von tribalistischen Angriffen fl\u00fcchten mussten. In diesem Fall hat die politische Gewieftheit der Briten eine Rolle dabei gespielt, der Opposition Einhalt zu gebieten. Odinga wurde in die Falle gelockt, indem der Posten des Ministerpr\u00e4sidenten an ihn vergeben wurde, w\u00e4hrend Kibaki \u2013 mit allen Machtinstrumenten in der Hand &#8211; Staatspr\u00e4sident blieb. Auch wurden dem Ministerpr\u00e4sidenten bei der Aus\u00fcbung seiner Kompetenzen Hindernisse in den Weg gelegt. Jedoch hat Kenyatta nach der Verk\u00fcndung seines Sieges bei den Wahlen 2013 das Amt des Ministerpr\u00e4sidenten wieder abgeschafft, um alleiniger Machthaber zu sein. Im Jahr 2017 behauptete die Opposition, es h\u00e4tte Wahlbetrug gegeben und forderte vom obersten Gericht Neuwahlen. So kam es dann im Oktober 2017 zu Neuwahlen, die von der Opposition boykottiert wurden und der Sieg Kenyattas und seines Vizes William Ruto wurde verk\u00fcndet. Wohlbemerkt mischte sich in diese Angelegenheit der damalige amerikanische Pr\u00e4sident Obama ein, weil er ja kenianische Wurzeln hat! Er rief dazu auf, Ruhe zu bewahren und das Wahlergebnis zu akzeptieren, da er wusste, dass bei Neuwahlen die britischen Vasallen erneut die Wahl gewinnen w\u00fcrden. Denn schlie\u00dflich kontrollieren sie noch immer den Staat. Obama wollte damit erreichen, dass die Herrscher in Kenia dadurch gewisserma\u00dfen in seiner Schuld stehen, um seinen Einfluss auf sie und generell den Einfluss Amerikas in Kenia zu vergr\u00f6\u00dfern. So k\u00f6nnte dann mehr Druck ausge\u00fcbt werden, damit in Zukunft die eigenen Agenten an die Macht kommen. Doch f\u00fchrt Gro\u00dfbritannien mithilfe der eigenen Vasallen immer wieder politische Man\u00f6ver durch, um seinen gef\u00e4hrdeten Einfluss in Kenia zu wahren. So gab die britische Marionette Kenyatta vor, als w\u00fcrde sie dem amerikanischen Agenten Odinga zugeneigt sein, doch lie\u00dfen die Briten ihren Vasallen Ruto den Sieg erlangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5 \u2013 Bereits f\u00fcnf Mal trat Raila Odinga bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen an, f\u00fchrte Wahlk\u00e4mpfe und scheiterte jedes Mal. So trat er schon in der Vergangenheit in den Jahren 1997, 2007, 2013 und 2017 als Kandidat an. Doch weil die britischen Agenten das politische Feld in Kenia kontrollieren, lie\u00dfen sie seinen Sieg nicht zu. Odinga hoffte daraufhin, der Nachfolger Uhuru Kenyattas werden zu k\u00f6nnen. Dieser darf n\u00e4mlich laut Verfassung kein drittes Mal zur Pr\u00e4sidentschaftswahl antreten, weil er bereits zwei Amtszeiten hinter sich hat. Doch einige Monate nachdem Odinga den Sieg Kenyattas nicht anerkannt hatte, sich selbst zum Pr\u00e4sidenten Kenias ausgerufen hatte und es zu monatelangen blutigen Ausschreitungen zwischen den Anh\u00e4ngern beider Parteien gekommen war, vers\u00f6hnten sich Odinga und Kenyatta und gaben sich am 9. M\u00e4rz 2018 die Hand. Mit diesem Handschlag wurde das Ende der Spaltungen zwischen beiden Seiten und die Anerkennung der Pr\u00e4sidentschaft Kenyattas verk\u00fcndet. Odinga sprach in lobenden Worten \u00fcber Kenyatta, dass dieser \u201esich durch ein Gef\u00fchl von Patriotismus auszeichnet und den Dialog begann, der zum Handschlag f\u00fchrte\u201c. Einige Beobachter vermuteten sogar, dass beide Seiten zur Vereinbarung gelangt seien, Odinga solle der Nachfolger Kenyattas werden, oder dass Odinga nunmehr ein britischer Agent geworden sei! Doch Kenyatta und die britischen Lakaien lie\u00dfen sich durch diese Auss\u00f6hnung nicht t\u00e4uschen, sondern nutzten sie in ihrem Sinne. So spielte Kenyatta w\u00e4hrend des Wahlkampfs die Rolle des Unterst\u00fctzers f\u00fcr Odinga und sagte: \u201eRuto verdient nicht das h\u00f6chste Amt im Land, er sollte die Macht nicht \u00fcbernehmen.\u201c Und Ruto antwortete darauf: \u201eKenyatta will, dass Odinga ihm nachfolgt, denn er w\u00fcnscht sich eine Marionette als Pr\u00e4sidenten\u201c. (BBC, 16.08.2022)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6 \u2013 Es ist bekannt, dass die Partei Rutos mit der Partei Kenyattas nach der Abmachung im Jahr 2012 fusionierte. Dadurch vergr\u00f6\u00dferte sich ihre Partei, die herrschende Partei Jubilee, die sich dann, am 08.09.2016, aus der Fusion von elf Parteien zusammensetzte und 2017 unter F\u00fchrung Kenyattas den Wahlkampf bestritt, nachdem es sich zuvor um ein politisches B\u00fcndnis handelte, das im Jahr 2013 Kenyatta im Wahlkampf unterst\u00fctzte. In beiden Regierungsperioden war Ruto B\u00fcndnispartner und Vize Kenyattas. Zudem geh\u00f6rte er zu den Unterst\u00fctzern des langj\u00e4hrigen britischen Vasallen und damaligen Pr\u00e4sidenten Daniel arap Moi und pflegte die Jugend f\u00fcr ihn zu mobilisieren. Dadurch erlangte Ruto das Wohlwollen von Daniel arap Moi, der Ruto bef\u00f6rderte und Regierungs\u00e4mter an ihn vergab. So war er unter anderem als Innen-, Agrar- und Hochschulminister t\u00e4tig. Der Internationale Strafgerichtshof hatte ihn und Kenyatta beschuldigt, im Jahr 2007 und 2008 Verbrechen begangen zu haben, doch erkl\u00e4rte der europ\u00e4isch kontrollierte Gerichtshof beide f\u00fcr unschuldig: Kenyatta im Jahr 2014 und Ruto im Jahr 2016. Und so konnten beide 2017 in den Wahlkampf gehen und ihren Sieg verk\u00fcnden. Kenyatta wurde Pr\u00e4sident und Ruto sein Vize. Bei Ruto handelt es sich also um einen gediegenen britischen Agenten, daher ist es abwegig zu vermuten, dass die Briten so einfach auf Ruto verzichten und ihn &#8211; entsprechend einer solchen Vereinbarung &#8211; durch den amerikanischen Agenten Odinga ersetzen w\u00fcrden. Es sei denn, es handelt sich um ein durch die Gerissenheit der Briten geplantes T\u00e4uschungsman\u00f6ver!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7 \u2013 Kenyatta reiste vom 26. bis zum 29.07.2021 nach Gro\u00dfbritannien und kam mit Premierminister Johnson zusammen. Er erkl\u00e4rte, dass das Ziel des Besuchs die \u201eSt\u00e4rkung der strategischen Partnerschaft zwischen Kenia und Gro\u00dfbritannien\u201c sei. Beide Seiten unterschrieben ein neues Abkommen \u00fcber Verteidigungskooperation mit einer Geltungsdauer von f\u00fcnf Jahren. Zudem verk\u00fcndete Kenyatta, dass das Abkommen darauf abzielt, \u201edie Kooperation zwischen den beiden L\u00e4ndern angesichts der gemeinsamen Herausforderungen im Hinblick auf die Sicherheit in Ostafrika zu vertiefen und zu st\u00e4rken\u201c (Britische BBC). Auch haben die Briten beim Besuch Kenyattas nicht etwa wie die Amerikaner Themen wie die Pandora Papers, Menschenrechte oder Korruption angesprochen. Dies geschah deshalb nicht, weil er ihnen gegen\u00fcber loyal und folgsam ist! Zudem ist anzumerken, dass Gro\u00dfbritannien in Kenia entsprechend eines Abkommens zwischen beiden L\u00e4ndern \u00fcber zwei Milit\u00e4rbasen verf\u00fcgt. Eine davon befindet sich in der N\u00e4he der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Sie hat die Aufgabe, die Regierung im Sinne des britischen Einflusses zu stabilisieren und sich von dort aus in Richtung anderer Regionen zu bewegen, um diesen Einfluss sicherzustellen. Die andere Milit\u00e4rbasis befindet sich im Norden Kenias. Dort werden britische Streitkr\u00e4fte darin trainiert, Krieg in W\u00fcstengebieten und w\u00fcsten\u00e4hnlichen Regionen zu f\u00fchren. Die britischen Streitkr\u00e4fte nutzen f\u00fcr ihre \u00dcbungen im Vergleich zu \u00dcbungspl\u00e4tzen im eigenen Land eine viermal so gro\u00dfe Bodenfl\u00e4che. Es kommt zum Einsatz von scharfer Munition, als handele es sich bei den \u00dcbungen um eine tats\u00e4chliche Kriegssituation. Medienberichten zufolge haben britische Streitkr\u00e4fte in Afghanistan gek\u00e4mpft, die zuvor in der genannten Milit\u00e4rbasis in Kenia trainiert hatten. Auch aufgrund der Pr\u00e4senz dieser britischen Milit\u00e4rbasen ist Kenia f\u00fcr die Amerikaner wichtig. Die USA arbeiten n\u00e4mlich darauf hin, diese zu beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8 \u2013 Die Briten haben vermutlich w\u00e4hrend des Besuchs von Kenyatta diesen aufgefordert, eine Reise in die USA vorzubereiten, um den Amerikanern gegen\u00fcber Zuneigung zu zeigen und die Auss\u00f6hnung mit Odinga zu bekr\u00e4ftigen. Dadurch sollten die USA davon abgebracht werden, bei den kommenden Wahlen \u201eSt\u00f6raktionen\u201c durchzuf\u00fchren. Deshalb kam es zur Planung der Reise in die USA. Diese Reise fand etwa zwei Monate nach dem Besuch Kenyattas in Gro\u00dfbritannien statt. Am 14.10.2021 empfing der amerikanische Pr\u00e4sident Biden den kenianischen Pr\u00e4sidenten Uhuru Kenyatta. Er war der erste Pr\u00e4sident eines afrikanischen Landes, den der amerikanische Pr\u00e4sident empfangen hat. Die Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses, Jen Psaki, teilte mit, dass die beiden Pr\u00e4sidenten die stabile bilaterale Beziehung besprechen werden, sowie den <em>Bedarf an Transparenz und Kontrolle in den regionalen und internationalen Finanzinstitutionen<\/em>. Der Name Kenyatta wurde in den \u201ePandora Papers\u201c erw\u00e4hnt, die vom Internationalen Netzwerk investigativer Journalisten aufgedeckt wurden. Die Recherchen zeigten, dass Kenyatta, der seinen Willen zur Korruptionsbek\u00e4mpfung bekundete, gemeinsam mit sechs Mitliedern aus seiner Familie insgeheim ein Netzwerk von elf Offshore-Unternehmen besitzt. Eines dieser Unternehmen ist im Besitz von Aktien im gesch\u00e4tzten Wert von 30 Millionen Dollar. Psaki kommentierte diese Informationen mit den Worten: <em>Der Pr\u00e4sident hat bereits die Vergehen im internationalen Finanzsystem kritisiert. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht mit den Personen zusammenkommen, mit denen wir Meinungsunterschiede haben. Es gibt eine Reihe von Themen, wo es in unserem Interesse liegt, sie gemeinsam mit Kenia anzugehen. Das ist auch das Hauptziel des Treffens beider Pr\u00e4sidenten. Die Pr\u00e4sidenten werden \u00fcber die Bem\u00fchungen zur Verteidigung der Demokratie und Menschenrechte diskutieren, \u00fcber die F\u00f6rderung von Frieden und Sicherheit, die Beschleunigung des Wirtschaftswachstums und den Umgang mit dem Klimawandel.<\/em> (France-Presse, 14.10.2021).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Amerikaner versuchten also Druckmittel einzusetzen, um Kenyatta dazu zu bringen, \u00f6ffentlich seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihren eigenen Kandidaten Odinga zu verk\u00fcnden. Dies tat er auch und es schien so, als w\u00fcrde er Odinga tats\u00e4chlich unterst\u00fctzen. Diese Unterst\u00fctzung war aber nicht ernst gemeint, sondern nur Heuchelei, um seine eigenen Skandale zu kaschieren und zu verhindern, dass die USA sie zum Thema machen und ihn \u00f6ffentlich diffamieren. Die Kandidatur f\u00fcr eine dritte Amtszeit war n\u00e4mlich kaum realisierbar, schlie\u00dflich hatten die USA bereits signalisiert, dass sie dem nicht zustimmen w\u00fcrden\u2026 Am 17.11.2021 besuchte der amerikanische Au\u00dfenminister Blinken im Rahmen einer einw\u00f6chigen Afrika-Reise, die auch Nigeria und den Senegal umfasste, Kenia. In der Hauptstadt Nigerias sagte er: \u201eEs fehlt den Regierungen zunehmend an Transparenz. Das ist in ganz Afrika der Fall. Die F\u00fchrer ignorieren die begrenzten Amtszeiten, f\u00e4lschen und verschieben die Wahlen. Sie nutzen die sozialen Missst\u00e4nde aus, um an die Macht zu kommen und sie zu halten. Oppositionelle werden verhaftet, Medien unterdr\u00fcckt und den Sicherheitsapparaten freie Hand gegeben, um die pandemiebedingten Einschr\u00e4nkungen (Corona) brutal durchzusetzen.\u201c (Asharq Al-Awsat, 21.11.2021) Zwischenzeitlich arbeitete die Basis der Partei Kenyattas daran, Unterst\u00fctzung f\u00fcr Ruto zu mobilisieren. Parteiintern gab es n\u00e4mlich zwischen den Agenten, die Kenntnis vom T\u00e4uschungsman\u00f6ver hatten, eine \u00dcbereinkunft. Sie w\u00e4hlten Ruto, obwohl sie \u00f6ffentlich scheinbar in Opposition zu ihm standen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">9 \u2013 Viele afrikanische L\u00e4nder, die unter europ\u00e4ischem Einfluss stehen &#8211; darunter auch Kenia und der Senegal \u2013 versuchen sich mithilfe Chinas zu st\u00e4rken, um die amerikanischen Einflussversuche abzuwehren. Der unter franz\u00f6sischem Einfluss stehende Senegal st\u00e4rkt seine Beziehungen zu den Chinesen, indem beispielsweise das chinesisch-afrikanische Kooperationsforum in der Hauptstadt Dakar am 29. und 30.11.2011 abgehalten werden durfte. Die senegalesische Au\u00dfenministerin A\u00efssata Tall Sall kommentierte diesbez\u00fcglich: \u201eUnsere Diplomatie ist souver\u00e4n und wir schlie\u00dfen niemanden aus.\u201c Im Unterschied zum franz\u00f6sischen und britischen Einfluss in Afrika ist der amerikanische Einfluss weiterhin gering. Die USA versuchen diesen mit den unterschiedlichsten Mitteln zu vergr\u00f6\u00dfern und konkurrieren mit der wirtschaftlichen Macht Chinas, welche die Briten und Franzosen zur Machtstabilisierung der eigenen Agenten in Afrika instrumentalisieren. Unl\u00e4ngst besuchte ein Mitglied des chinesischen Staatsrats und gleichzeitiger Au\u00dfenminister Chinas Wang Yi am 06.01.2022 Kenia und kam mit dem Pr\u00e4sidenten Kenyatta zusammen, der Folgendes sagte: <em>\u201eChina ist nicht nur ein aufrichtiger Freund Kenias, sondern auch ein Entwicklungspartner f\u00fcr vertrauensvolle Zusammenarbeit\u2026 Nur durch die starke Unterst\u00fctzung Chinas konnten die Entwicklungserfolge in Kenia realisiert werden\u2026 Kenia ist bereit, die f\u00fcr beide Seiten n\u00fctzliche Zusammenarbeit mit China zu vertiefen, um gemeinsames Wachstum zu erreichen.\u201c Der chinesische Au\u00dfenminister Wang Yi meinte dazu: \u201eChina w\u00fcnscht sich die St\u00e4rkung der umfassenden Zusammenarbeit mit Kenia, um die F\u00e4higkeiten zur eigenst\u00e4ndigen Entwicklung zu f\u00f6rdern, die Industrieproduktion zu beschleunigen und die gemeinsame Solidarit\u00e4t und Kooperation in den internationalen und multilateralen Angelegenheiten zu st\u00e4rken.\u201c Wang schlug eine \u201eFriedliche Entwicklungsinitiative am Horn von Afrika\u201c vor. Und Kenyatta kommentierte: \u201eDie Initiative erf\u00fcllt die dringlichen Bed\u00fcrfnisse der Staaten des Afrikanischen Horns und Kenia stimmt zu, in dieser Hinsicht eine Rolle zu spielen.\u201c<\/em> (Xinhua, 06.01.2021) All das st\u00f6rt die Amerikaner, die daran arbeiten, dem europ\u00e4ischen Einfluss in Afrika einen Schlag zu versetzen und der zunehmenden Macht Chinas Einhalt zu gebieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">10 \u2013 Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass der Einfluss der Briten in Kenia noch immer gro\u00df ist und die meisten politischen Akteure zu ihren Vasallen geh\u00f6ren. Bei Bedarf vereinen sie ihre Agenten oder trennen sie auch mal, wenn die Interessenlage dies erfordert. Wenn eine \u00dcbereinkunft zwischen den eigenen Agenten und den Agenten der Amerikaner unabdingbar ist, und es keine andere Option als eine Machtteilung gibt, dann tun sie es, wobei sie aber weiterhin die Z\u00fcgel der Macht in den eigenen H\u00e4nden halten. Sie weisen dann die eigenen Agenten an, den Streit beizulegen und eine Vereinbarung zu treffen. Wenn die Briten aber ihren Agenten Ruto ohne weiteres an die Macht und die Opposition zum Schweigen bringen k\u00f6nnen, dann instruieren sie ihren Agenten nicht dazu, eine Vereinbarung einzugehen. Die Vasallen folgen den Briten auf Fingerzeig und lechzen nach einem Regierungsamt, mehr nicht, so wie die Vasallen Amerikas. Dies ist das Bestreben der Vasallen in allen L\u00e4ndern. Was die USA anlangt, so werden sie das Feld nicht anderen \u00fcberlassen und daran arbeiten, den eigenen Einfluss in Kenia zu vergr\u00f6\u00dfern. Die Amerikaner interessiert es nicht, wenn es dabei zu Blutvergie\u00dfen, Chaos und Unruhen in Kenia oder in irgendeinem anderen afrikanischen Land kommt. Sie setzen dabei zahlreiche Mittel und Methoden ein, seien es \u00f6konomische oder politische, oder auch auf der Ebene der Sicherheit und des Milit\u00e4rs. Auf dieser Ebene versuchen die Amerikaner in beiden Bereichen unter dem Deckmantel der Investition in die Sicherheit und der Hilfe f\u00fcr Milit\u00e4r- und Sicherheitskr\u00e4fteausbildung Agenten f\u00fcr sich zu gewinnen. Im n\u00e4chsten Schritt bereiten sie Milit\u00e4rputsche vor, so wie in Mali geschehen. Oder sie sch\u00fcren Aufruhr wie im Tschad, was dort zur T\u00f6tung des franz\u00f6sischen Lakaien Idriss D\u00e9by gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Weise bleiben diese L\u00e4nder, und die meisten davon sind muslimische L\u00e4nder, ein Austragungsort f\u00fcr internationale Konflikte, insbesondere zwischen den USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich. Es besteht keine Hoffnung f\u00fcr diese L\u00e4nder, sich von diesem kolonialen Kampf zu befreien, der zu ihrer R\u00fcckst\u00e4ndigkeit f\u00fchrt, obwohl sie von ihren Bodensch\u00e4tzen und ihren nat\u00fcrlichen Ressourcen her zu den reichsten L\u00e4ndern der Welt z\u00e4hlen. Der einzige Ausweg f\u00fcr sie liegt in der R\u00fcckkehr des Kalifats nach dem Plan des Prophetentums, dessen Entstehung der Gesandte Allahs (s) mit folgenden Worten prophezeite:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u062b\u064f\u0645\u064e\u0651 \u062a\u064e\u0643\u064f\u0648\u0646\u064f \u062e\u0650\u0644\u064e\u0627\u0641\u064e\u0629\u064c \u0639\u064e\u0644\u064e\u0649 \u0645\u0650\u0646\u0652\u0647\u064e\u0627\u062c\u0650 \u0627\u0644\u0646\u064f\u0651\u0628\u064f\u0648\u064e\u0651\u0629\u0650\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Sodann folgt ein Kalifat gem\u00e4\u00df dem Plan des Prophetentums.<\/span><span class=\"hadith-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"hadith-block-reference-content\">Bei Ahmad in vollst\u00e4ndiger Kette tradiert<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">01. Safar 1444 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">28.08.2022 n.&nbsp;Chr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kenianische Oppositionsf\u00fchrer reichte offiziell Beschwerde gegen das Wahlergebnis der Pr\u00e4sidentschaftswahlen beim obersten Gericht ein. Was geht dort vor? Und was steckt hinter den amerikanischen Bewegungen?<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":14761,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[902,1463,2087],"class_list":["post-14762","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politische-fragen-und-antworten","tag-frage-antwort","tag-kenia","tag-praesidentschaftswahlen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14762"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14762\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/14761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}