{"id":14875,"date":"2022-11-17T00:11:00","date_gmt":"2022-11-16T23:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=14875"},"modified":"2022-11-17T00:11:00","modified_gmt":"2022-11-16T23:11:00","slug":"entwicklungshilfe-ist-ein-instrument-des-kolonialismus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=14875","title":{"rendered":"<strong>Entwicklungshilfe ist ein Instrument des Kolonialismus (2)<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr eine maximale Ausbeutung verabschiedeten die Staaten im September 2015 in der UNO-Generalversammlung die \u201eZiele f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung\u201c (Sustainable Development Goals), die 17 Ziele umfassen. In Deutschland nennt man diese Ziele, auf die man sich geeinigt hat \u201eTransformation unserer Welt: die Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Hauptziel der Agenda 2030 gilt die Bek\u00e4mpfung von extremer Armut und Hunger weltweit bis zum Jahr 2030, und zwar, und darin liegt der teuflische Plan der Kolonialm\u00e4chte, mithilfe der Privatwirtschaft. Die Debatte um die Einbeziehung der Privatwirtschaft in die Entwicklungshilfe bzw. Entwicklungszusammenarbeit, wie es besch\u00f6nigend hei\u00dft, wurde schon seit Jahrzenten gef\u00fchrt \u2013 auch in der Praxis gab es diese \u00f6ffentlich-private Partnerschaft schon \u2013, aber mit der Verabschiedung der Agenda 2030 zementierte man diese Allianz zwischen der kolonialen Entwicklungspolitik der reichen Industriel\u00e4nder und den profitorientierten Konzernen. In der Agenda hei\u00dft es: \u201eDer Umfang und der ambitionierte Charakter der neuen Agenda erfordern eine mit neuem Leben erf\u00fcllte Globale Partnerschaft, um ihre Umsetzung zu gew\u00e4hrleisten. [\u2026] Diese Partnerschaft wird in einem Geist der globalen Solidarit\u00e4t wirken, insbesondere der Solidarit\u00e4t mit den \u00c4rmsten und mit Menschen in prek\u00e4ren Situationen. Sie wird ein intensives globales Engagement zur Unterst\u00fctzung der Umsetzung aller Ziele und Zielvorgaben erleichtern, indem sie die Regierungen, den Privatsektor, die Zivilgesellschaft, das System der Vereinten Nationen und andere Akteure zusammenbringt und alle verf\u00fcgbaren Ressourcen mobilisiert.\u201c Entscheidend ist hier die Einbeziehung des Privatsektors. Des Weiteren hei\u00dft es: \u201eWir sind uns der Rolle bewusst, die der breitgef\u00e4cherte Privatsektor \u2013 von Kleinstunternehmen \u00fcber Genossenschaften bis zu multinationalen Unternehmen \u2013 sowie die Organisationen der Zivilgesellschaft und philanthropische Organisationen bei der Umsetzung der neuen Agenda spielen werden.\u201c So wirft die Agenda 2030 die Entwicklungsl\u00e4nder den L\u00f6wen zum Fra\u00df vor, wenn es hei\u00dft: \u201ePrivatwirtschaftliche Aktivit\u00e4ten, Investitionen und Innovation sind wichtige Motoren der Produktivit\u00e4t, eines inklusiven Wirtschaftswachstums und der Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen. Wir anerkennen die Vielfalt des Privatsektors, von Kleinstunternehmen \u00fcber Genossenschaften bis zu multinationalen Unternehmen. Wir fordern alle Unternehmen auf, ihre Kreativit\u00e4t und Innovationsst\u00e4rke zugunsten der L\u00f6sung der Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung einzusetzen. Wir werden einen dynamischen und gut funktionierenden Unternehmenssektor f\u00f6rdern [\u2026].\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mitgliedsstaaten der UNO k\u00f6nnen nicht ernsthaft glauben, dass die Bek\u00e4mpfung der Armut in der Dritten Welt mithilfe der Privatwirtschaft gelingen kann, die nichts anderes als ihren Profit im Sinn hat, nachdem die westlichen Industriel\u00e4nder es auch nach Jahrzenten nicht geschafft haben, die Armut mit staatlicher Entwicklungshilfe erfolgreich zu bek\u00e4mpfen. Wie soll das mit \u00f6ffentlich-privater Partnerschaft denn gelingen, wenn der eine Partner aus Regierungen mit kolonialen Ambitionen besteht und der andere Partner rein profitorientiert agiert? Wie will man das Ziel der Bek\u00e4mpfung von Armut und Hunger mit wirtschaftlichen Zielen unter einen Hut bringen, wenn doch die wirtschaftlichen Ziele der Industriel\u00e4nder die Ursache des Problems sind? In Wahrheit haben sich die Regierungen der Industriel\u00e4nder mit der Privatwirtschaft einen Komplizen ins Boot geholt, um die Entwicklungsl\u00e4nder noch effizienter ausbeuten zu k\u00f6nnen. Hierbei geht es allein um die Interessen der Geberl\u00e4nder, die sich nicht mehr nur mit der Ausbeutung der Rohstoffe oder dem Bau von Milit\u00e4rbasen, hinter denen geostrategische Interessen stecken, zufriedengeben, sondern die das Potential der Dritten Welt als Absatzmarkt f\u00fcr sich entdeckt haben. Wir kennen die Ausbeutung der Menschen als Arbeitskraft. Nun kommt ihre Ausbeutung als Kunden hinzu. Der Publizist Uwe Hoering schreibt in seiner Analyse \u201eEntwicklungspolitik Goes Agrarindustrie\u201c \u00fcber Afrika: \u201eDer Kontinent mit seinen reichen Land- und Wasserressourcen und steigender Nachfrage gilt als ein \u201aschlafender Agrarriese\u2018.\u201c Doch wieso schleichen sich Konzerne im Tarnmantel der Entwicklungshilfe in die Dritte Welt ein? Warum investieren sie nicht auf ganz normalem Weg in L\u00e4ndern der Dritten Welt? Den Konzernen fehlt es nicht an Geld, um Gesch\u00e4fte in den Entwicklungsl\u00e4ndern machen zu k\u00f6nnen, wobei es f\u00fcr einen Konzern nat\u00fcrlich von Vorteil ist, wenn er Zusch\u00fcsse aus \u00f6ffentlichen Geldern bekommt, bei denen es sich um Steuergelder handelt. Wichtiger jedoch ist, dass die Entwicklungspolitik der Regierungen der reichen Industriestaaten in den Entwicklungsl\u00e4ndern die politischen Rahmenbedingungen schaffen, damit Konzerne Zugang zu den Rohstoffen, dem Land, den M\u00e4rkten und den Menschen als Arbeitskraft und Kunden erhalten. So bezeichnete die Menschenrechtsorganisation FIAN die deutsche Entwicklungspolitik \u201eals T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr Agrarkonzerne\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die westlichen Industriestaaten haben mit der Entwicklungshilfe einen Weg gefunden, die Entwicklungsl\u00e4nder effektiv und systematisch auszubeuten und enormen Profit zu schlagen. Das ist so lukrativ, dass sich eine ganze Hilfsindustrie entwickelt hat, die sich an den \u00c4rmsten der Armen bereichert.<\/p>\n","protected":false},"author":43,"featured_media":14874,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[762,1503],"class_list":["post-14875","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-westliche-konzeptionen","tag-entwicklungshilfe","tag-kolonialismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/43"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14875"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14875\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/14874"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}