{"id":15653,"date":"2023-11-23T00:05:00","date_gmt":"2023-11-22T23:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15653"},"modified":"2023-11-23T00:05:00","modified_gmt":"2023-11-22T23:05:00","slug":"wie-%e1%b9%a3ala%e1%b8%a5-ad-din-palaestina-befreite-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15653","title":{"rendered":"Wie \u1e62al\u0101\u1e25 ad-D\u012bn Pal\u00e4stina befreite \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erneut kann die ganze Welt in Echtzeit beobachten, wie die Bev\u00f6lkerung Pal\u00e4stinas ermordet und vertrieben wird. Unz\u00e4hlige Forderungen nach UN-Resolutionen und jahrelanges Hoffen darauf, dass der Westen vielleicht doch noch eingreifen w\u00fcrde, waren vergeblich. Inzwischen haben viele Menschen in Pal\u00e4stina die leeren Versprechen durchschaut und sind zu der einzig schl\u00fcssigen Einsicht gelangt: Die Besatzung ihrer Heimat wird erst dann beendet werden, wenn Pal\u00e4stina durch die muslimischen Armeen befreit wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer Geschichte finden wir zahlreiche Beispiele f\u00fcr Befreiungsk\u00e4mpfe. Viele von ihnen sind erfolgreich verlaufen und haben dazu gef\u00fchrt, dass Fremdherrschaften beendet wurden. Und obwohl in den islamischen Texten etliche erwiesene Berichte \u00fcber gelungene Befreiungsk\u00e4mpfe existieren, bleibt eines der herausragendsten Beispiele hierf\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas durch \u1e62al\u0101\u1e25 ad-D\u012bn. Nachdem das gesegnete Land 88 Jahre lang unter der Besatzung durch die europ\u00e4ischen Kreuzfahrer gelitten hatte, wurde es im Jahr 1187 befreit. Sehen wir uns nun etwas genauer an, wie es \u1e62al\u0101\u1e25 ad-D\u012bn gelungen ist, diese grandiose Heldentat zu vollbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Geopolitik des 11. Jahrhunderts<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die politische Dynamik, die im 11. Jahrhundert vorherrschte, unterscheidet sich kaum von der heutigen Situation im Nahen Osten. Auch damals wurden die muslimischen Gebiete von rivalisierenden Klans beherrscht und durch eine Politik des Kr\u00e4ftegleichgewichts gel\u00e4hmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar stellte das Abbasiden-Kalifat die zentrale F\u00fchrungsmacht der Umma dar, doch hatte es im 11. Jahrhundert seinen einstigen Ruhm weit hinter sich gelassen und war nur noch eine H\u00fclle seines fr\u00fcheren Selbst. Das Kernland der Islamischen Welt, das zwischen \u00c4gypten und Persien lag, war gespalten. Die darin vorherrschende politische Zersplitterung beg\u00fcnstigte die Entstehung von Erbgouverneuren, was wiederum zum Aufkommen verschiedener Machtzentren f\u00fchrte, die mit dem Kalifat rivalisierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hauptkonkurrenten des Kalifats waren die Fatimiden (<em>al-F\u0101\u1e6dimiy\u016bn<\/em>), die ihren Namen auf F\u0101\u1e6dima (r) zur\u00fcckf\u00fchrten. Die Anh\u00e4nger dieser ismailitischen Sekte (<em>al-Ism\u0101\u02bf\u012bl\u012bya<\/em>) betrachteten sich als Nachkommen von Im\u0101m \u02bfAl\u012b (r) und F\u0101\u1e6dima (r) und beanspruchten f\u00fcr sich das Recht auf die Herrschaft \u00fcber alle Muslime. Die Fatimiden waren fest entschlossen, die gesamte Islamische Welt zu erobern, um das Reich der Ismailiten zu errichten. Ab 909 stellten sie sogar die Autorit\u00e4t der Abbasiden unmittelbar in Frage. Indem die Fatimiden im Jahr 969 \u00c4gypten eroberten, war es ihnen gelungen, zur m\u00e4chtigsten Kraft in der Islamischen Welt aufzusteigen. Ende des 11. Jahrhunderts erstreckte sich ihr Herrschaftsbereich \u00fcber Nordafrika, \u00c4gypten, Mekka und Medina sowie \u00fcber Teile Syriens und Pal\u00e4stinas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein anderer wichtiger politischer Akteur jener Tage waren die Seldschuken (<em>as-Sal\u0101\u01e7<\/em><em>iqa<\/em>). W\u00e4hrend der \u00c4ra dezentraler Machtstrukturen waren die Abbasiden bestrebt, ein Gleichgewicht zu den Fatimiden herzustellen. Zu diesem Zweck setzten sie S\u00f6ldner (bzw. Milit\u00e4rsklaven) ein, die sie aus den t\u00fcrkischen L\u00e4ndern Zentralasiens rekrutierten. Infolgedessen wanderten viele t\u00fcrkische St\u00e4mme in die islamischen L\u00e4nder ein, wobei sie den Islam annahmen und im politischen Chaos des 10. Jahrhunderts ihren eigenen Staat gr\u00fcndeten. Hierbei handelte es sich um einen stabilen Staat, der sich von Syrien bis nach Zentralasien erstreckte und seine Aufgabe darin sah, das Kalifat zu besch\u00fctzen. So waren es schlie\u00dflich die Seldschuken, die eine weitere Expansion der Fatimiden verhinderten. Ende des 11. Jahrhunderts war es den Seldschuken zudem gelungen, sich in ganz Anatolien auszubreiten und das asiatische Ufer des Bosporus zu erreichen. Somit standen sie in Sichtweite Konstantinopels, der Hauptstadt des Ostr\u00f6mischen Reiches, und wurden daher als ernstzunehmende Bedrohung f\u00fcr das christliche Abendland wahrgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter anderem auch als Reaktion darauf begannen schon bald die Kreuzz\u00fcge und brachten gro\u00dfes Unheil \u00fcber die Muslime. Christliche Heere fielen in die islamischen Gebiete ein, um die Levante zu besetzen und dort Kreuzfahrerstaaten zu errichten. Doch bevor der Papst zu den Kreuzz\u00fcgen aufrief, waren die Muslime bereits gespalten und wurden von rivalisierenden Regenten und K\u00f6nigen beherrscht. Eine derartige Situation bot jedem, der Pl\u00e4ne zur Ausbeutung dieser Region hatte, einen fruchtbaren Boden. In vielerlei Hinsicht \u00e4hnelte diese Zeit der heutigen Situation in der Islamischen Welt, die in \u00fcber f\u00fcnfzig Staaten zerfallen ist und von rivalisierenden Machthabern beherrscht wird, die als Vasallen ihren westlichen Herren dienen und nicht der islamischen Umma.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der europ\u00e4ische Kolonialismus des 11. Jahrhunderts<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1095 musste der byzantinische Kaiser Alexios einsehen, dass seine St\u00e4rke den Muslimen in Anatolien nicht l\u00e4nger gewachsen war. Um den Untergang des Byzantinischen Reiches zu verhindern, unternahm er einen verzweifelten Schritt und bat seinen Rivalen in Rom um milit\u00e4rischen Beistand. Darin erkannte der hinterlistige Papst Urban II. eine willkommene Gelegenheit, um seine eigenen perfiden Pl\u00e4ne zu verwirklichen. Unter dem Vorwand, seinen christlichen Br\u00fcdern in Konstantinopel im Namen Christi helfen zu wollen, stellte Urban II. ein gesamteurop\u00e4isches christliches Heer auf, das in die Zehntausende ging. In Wirklichkeit hatte der Papst jedoch Jerusalem im Visier. So rief er alle Christen dazu auf, seine Expedition zur Eroberung der gesegneten Stadt zu unterst\u00fctzen, um sodann ein Kreuzfahrerreich in Pal\u00e4stina zu errichten. Dieses neue K\u00f6nigreich sollte jedoch unter direkter Autorit\u00e4t des Papstes stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angef\u00fchrt von europ\u00e4ischen Adligen und Rittern zogen ab 1096 ganze Heere vom Gebiet des heutigen Frankreichs, Deutschlands und Italiens aus. W\u00e4hrend diese Kreuzfahrer durch Osteuropa marschierten, massakrierten sie die dort ans\u00e4ssigen europ\u00e4ischen Juden, da von Seiten der Kirche gl\u00fchender religi\u00f6ser Eifer gesch\u00fcrt worden war. Als sie schlie\u00dflich die Mauern von Konstantinopel erreichten, verweigerte ihnen Kaiser Alexios den Zutritt zur Stadt. Er hatte allen Grund zu bef\u00fcrchten, dass die ber\u00fcchtigten Kreuzfahrer auch Konstantinopel pl\u00fcndern w\u00fcrden, wie sie es schon mit Dutzenden von anderen St\u00e4dten getan hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also zogen diese r\u00e4uberischen und brandschatzenden Heere ohne Beute weiter, bis sie schlie\u00dflich die antike Stadt Antiochia (das heutige Antakya) erreichten. Endlich waren die Kreuzfahrer in einer Region angekommen, in der die lokale Politik wieder einmal zu ihren Gunsten ausfiel, denn wie viele damalige St\u00e4dte in der Levante glich auch Antiochia einer einsamen Insel. Das Seldschukenreich war kein einheitliches politisches Gebilde mehr. Stattdessen wirkten seine Provinzen eher wie Stadtstaaten, mit kleinadeligen t\u00fcrkischen Emiren an der Spitze, die in st\u00e4ndigem Streit mit ihren Nachbarprovinzen standen. Selbst unter den bedeutenden islamischen St\u00e4dten wie Damaskus, Aleppo und Mossul herrschte Uneinigkeit, sodass ihre Emire st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt waren, Krieg zu f\u00fchren. So kam es dazu, dass sie Antiochia im Stich lie\u00dfen, als diese muslimische Stadt von den Kreuzfahrern umzingelt und belagert wurde. Antiochias Herrscher erhielt nicht einmal eine Antwort, als er die anderen Emire um Unterst\u00fctzung gegen die europ\u00e4ischen Invasoren bat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem die Stadt schlie\u00dflich fiel, ermordeten die Kreuzfahrer ihre Bev\u00f6lkerung mit dem Schwert. Das bestialische Massaker von Antiochia blieb jedoch kein Einzelfall. Auch andere muslimische St\u00e4dte, die auf dem Weg nach Jerusalem lagen, wurden gepl\u00fcndert und deren Bewohner allesamt massakriert. Es war eine beispiellos blutige Spur, die der Kreuzzug hinterlie\u00df und die Menschen in den umliegenden Gebieten in Angst und Schrecken versetzte. Infolgedessen wollten viele Emireeinen Konflikt mit den Kreuzfahrern um jeden Preis vermeiden. Da man inzwischen wusste, dass Jerusalem das eigentliche Ziel der Kreuzz\u00fcge war, beschlossen viele muslimische F\u00fcrsten, sich mit den Kreuzfahrern zu arrangieren und sie sogar mit Proviant und Waffen zu versorgen. Anstatt die Kreuzfahrer zu bek\u00e4mpfen und ihr b\u00f6sartiges Vorhaben zu vereiteln, bot man diesen grausamen Invasoren sicheres Geleit, sodass sie im Sommer 1099 die Mauern von Jerusalem erreichten. Nach einer nur einw\u00f6chigen Belagerung gelang es den Kreuzfahrern am 15. Juli 1099, die gesegnete Stadt einzunehmen. Zum ersten Mal seit \u02bfUmar (r) 462 Jahre zuvor in die Stadt eingezogen war, hatten die Muslime Jerusalem verloren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Es folgte ein Massaker, in dem die Kreuzfahrer die gesamte Zivilbev<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>lkerung von Jerusalem <\/strong><strong>ermordet<\/strong><strong>en und alle Moscheen und Synagogen in der Stadt zerst<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>rten. \u00dcber 70.000 Menschen wurden skrupellos abgeschlachtet. Das Massaker in der<\/strong><strong> al-Aq\u1e63\u0101<\/strong><strong>-Moschee lie\u00df die Kolonialisten bis zu den Knien im Blut der Muslime versinken. Selbst die ans\u00e4ssigen Christen wurden misshandelt, da die Kreuzfahrer erbarmungslos versuchten, ihnen die katholische Version des Christentums aufzuzwingen und die traditionellen griechischen, armenischen, georgischen und anderen Kirchen aus der Stadt zu verdr\u00e4ngen. <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All dies war nur deshalb m\u00f6glich, weil Uneinigkeit unter den muslimischen F\u00fchrern herrschte und die \u201eBaschars\u201c, \u201eSisis\u201c und \u201eMuhammad bin Salmans\u201c jener Zeit die Kreuzfahrer unterst\u00fctzten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Siehe auch Teil 2: <a href=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15659\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15659\">Wie \u1e62al\u0101\u1e25 ad-D\u012bn Pal\u00e4stina befreite \u2013 Teil 2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Siehe auch Teil 3: <a href=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15663\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15653\">Wie \u1e62al\u0101\u1e25 ad-D\u012bn Pal\u00e4stina befreite \u2013 Teil 3<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Entsetzen m\u00fcssen wir mitansehen, wie tagt\u00e4glich schreckliche Massaker in Pal\u00e4stina ver\u00fcbt werden. Dabei ist diese Entwicklung nur die j\u00fcngste Folge der jahrzehntelangen Besatzung durch die Zionisten und ihre Unterst\u00fctzer.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":15652,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[1988],"class_list":["post-15653","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","tag-palaestinasalah-ad-din"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15653"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15653\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15652"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}