{"id":15925,"date":"2024-04-16T00:05:00","date_gmt":"2024-04-15T22:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15925"},"modified":"2024-04-16T00:05:00","modified_gmt":"2024-04-15T22:05:00","slug":"israel-ein-konstrukt-westlicher-kolonialpolitik-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=15925","title":{"rendered":"\u201eIsrael\u201c \u2013 Ein Konstrukt westlicher Kolonialpolitik (Teil 1)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn etwas Arthur Ruppin, dem Leiter des Pal\u00e4stina-Amts der Jewish Agency, in seinem Leben schwerfiel, dann war es die hebr\u00e4ische Sprache. 1903 aus Deutschland nach Pal\u00e4stina \u00fcbergesiedelt, \u00fcbernahm der <em>Vater der israelischen Soziologie<\/em> und bekennender Zionist die Aufgabe, den infrastrukturellen Unterbau f\u00fcr die koloniale Besiedlung des Heiligen Landes sicherzustellen. Obschon er hebr\u00e4ischen Privatunterricht beim Literaturnobelpreistr\u00e4ger Samuel Agnon nahm, blieben seine Hebr\u00e4ischkenntnisse d\u00fcrftig. Dies ist selbst dem preu\u00dfischen Regierungspr\u00e4sidenten nicht entgangen, als er einer Ansprache Ruppins in einer zionistischen Siedlung in Pal\u00e4stina beiwohnte. Ruppin selbst erinnert sich kurz vor seinem Ableben im Jahre 1938: <em>Aber als ich hebr\u00e4isch zu reden begann, wurde er unruhig und erstaunt. Schlie\u00dflich konnte er es nicht l\u00e4nger aushalten, wandte sich an seinen Nachbarn Dr. Hantke und sagte:<\/em> <em>\u201eNa, was ist denn das? Das verstehe ich ja beinahe! Der Mann muss doch aus Magdeburg sein!\u201c Er hatte als Magdeburger den Magdeburgischen Dialekt aus meinem Hebr\u00e4isch herausgeh\u00f6rt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein assimilierter Zionist, der seiner eigenen Sprache nicht m\u00e4chtig war, die Jewish Agency, die ohne die Briten nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re und ein koloniales Mandatsgebiet in Pal\u00e4stina \u2013 mittendrin die deutsche Staatsvertretung, die alles billigte. Welches Ereignis k\u00f6nnte das Schicksal des besetzten Heiligen Landes besser verdeutlichen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Angriff am 7. Oktober 2023 auf \u201eIsrael\u201c wurde nicht nur das M\u00e4rchen eines angeblich unbesiegbaren Staates entlarvt, sondern auch die geschichtsrevisionistische Erz\u00e4hlung der zionistischen Staatsgr\u00fcndung. W\u00e4hrend westliche Staaten ihre bedingungslose Solidarit\u00e4t bekundeten und sich zu Mitt\u00e4tern beim Vernichtungskrieg in Gaza machten, sorgte die beispiellose Brutalit\u00e4t der Zionisten in weiten Teilen der Weltbev\u00f6lkerung f\u00fcr Emp\u00f6rung und ersch\u00fctterte die zeithistorische L\u00fcge, \u201eIsrael\u201c sei stets nur das Opfer, welches sich notgedrungen gegen \u00e4u\u00dfere Angriffe verteidige. Immer mehr Muslime und wahrheitsliebende Menschen auf der ganzen Welt erkennen den Zionistenstaat als Aggressor und Konstrukt westlicher Kolonialpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der andauernde Genozid an der islamischen Zivilbev\u00f6lkerung entlarvt zudem die Formel \u201eein Land ohne Volk f\u00fcr ein Volk ohne Land\u201c als reine Propaganda. Denn gegen wen richten sich die Angriffe der Besatzungsarmee, wenn im Heiligen Land doch kein anderes Volk existiert? Hinzu kommt die M\u00e4r, der Zionistenstaat sei lediglich der politische Ausdruck eines theologischen Imperativs. Wenn \u00fcberhaupt religi\u00f6se Texte herangezogen werden, dann nur aus dem Grund, um die blutige Kolonialpolitik zu legitimieren und ihr eine gewisse Heroik zu verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zionismus konnte derweil nur im Schatten westlicher Nationalbewegungen entstehen. Er ist im Kern also s\u00e4kular und allen voran: kolonial. Denn wer waren pl\u00f6tzlich <em>die Juden<\/em> Europas? Was vereinte den preu\u00dfischen Juden mit dem russischen Juden? Es war weder die Sprache noch die Kultur; zumal sich die europ\u00e4ischen Juden zuvor nahezu vollst\u00e4ndig assimiliert hatten. Ihr Wille, die vorv\u00e4terlichen Traditionen, Br\u00e4uche und Kultur abzulegen und eins mit dem europ\u00e4ischen Geist zu werden, haben sie bereits Generationen vorher unter Beweis gestellt. So sehr sie sich auch bem\u00fchten, mit dem J\u00fcdischsein abzuschlie\u00dfen, so sehr wurden sie von den Europ\u00e4ern jedoch weiterhin als Juden gesehen und als Juden vernichtet. Es einte sie also nicht der religi\u00f6se Geist oder gar die j\u00fcdische \u00dcberzeugung. Es einte sie der feindlich gesinnte Europ\u00e4er, der keine Gelegenheit auslie\u00df, sie als Juden zu brandmarken. Der Zionismus ist nicht nur eine koloniale und europ\u00e4ische Idee, sondern wurzelt auch im Versagen der europ\u00e4ischen Integration j\u00fcdischen Lebens in Europa und der Unwilligkeit europ\u00e4ischer M\u00e4chte, die Juden als ebenb\u00fcrtige Staatsb\u00fcrger zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fchrenden K\u00f6pfe des Zionismus waren derweil keine religi\u00f6sen Juden, sondern s\u00e4kulare Europ\u00e4er, die das Judentum f\u00fcr ihre nationalistischen Zwecke missbrauchten. Selbst die Unf\u00e4higkeit f\u00fchrender Zionisten, hebr\u00e4isch zu sprechen, findet sich in vielen dokumentierten Aussagen wieder. Dies betraf sogar den russischen Juden Eliezer Ben-Jehuda selbst, der das erste moderne hebr\u00e4ische W\u00f6rterbuch verfasste, was offenbart, mit welcher Anstrengung die Zionisten Sprache und Kultur auf die Beine stellen mussten. So erinnerte sich Ben-Jehudas Sohn, Ben-Avi, dass sich die Verwendung der hebr\u00e4ischen Sprache in ihren eigenen vier W\u00e4nden als schwierig erwies. Im allt\u00e4glichen Leben fehlten die einfachsten Begriffe wie \u201eTasse\u201c oder \u201eL\u00f6ffel\u201c, die erst mithilfe von Gestiken kommuniziert werden konnten. Bat Ben-Jehuda seine Frau um das Aufgie\u00dfen von Kaffee, habe er, so erinnerte sich der Sohn, hilflos stammeln m\u00fcssen: <em>Nimm das und tu das und bring mir das, und ich werde trinken.<\/em> Aus keinem anderen Grund verlautbarte selbst Theodor Herzl in seinen Schriften, dass f\u00fcr ihn die hebr\u00e4ische Sprache zur Gr\u00fcndung des Judenstaates nicht infrage k\u00e4me. Schlie\u00dflich, so Herzl, k\u00f6nne man nicht mal eine Bahnkarte auf Hebr\u00e4isch bestellen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unf\u00e4higkeit der Urv\u00e4ter des Zionismus, ihre eigene Sprache zu sprechen, sowie der fehlende Wille, sich diese anzueignen, offenbart, wie fortgeschritten die Assimilation dieser <em>Juden<\/em> bereits war. Doch auch mit den Br\u00e4uchen und der Kultur ihrer j\u00fcdischen Vorv\u00e4ter hatten die Zionisten nur noch wenig Ber\u00fchrungspunkte. So erkl\u00e4rte der Historiker Michael Brenner bez\u00fcglich Theodor Herzl: <em>Bereits seine Eltern hatten sich verweigert, zu seiner religi\u00f6sen Vollj\u00e4hrigkeit im Alter von 13 Jahren eine Bar-Mitzva-Zeremonie in der Synagoge zu veranstalten; er selbst lie\u00df sp\u00e4ter seinen Sohn nicht beschneiden. Sein Tagebuch berichtet von seinen urspr\u00fcnglichen Pl\u00e4nen der L\u00f6sung der Judenfrage durch die Massentaufe der j\u00fcngeren Generation aller Wiener Juden, und als er im Dezember 1895 seine zionistischen Grundgedanken dem Wiener Oberrabiner Moritz G\u00fcdemann schmackhaft machen wollte, schreckte dieser bereits an der Haust\u00fcr zur\u00fcck, als er den Weihnachtsbaum im Hause Herzl erblickte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur schwer ertrug Herzl, der mit Leib und Seele bereit war, mit seinen j\u00fcdischen Ahnen zu brechen, dass der tiefsitzende Judenhass der Europ\u00e4er letztlich verhinderte, seine Assimilationsbereitschaft zu akzeptieren. Wehleidig und unterw\u00fcrfig verlautbarte er schlie\u00dflich: <em>Wie ein furchtbarer Alpdruck lastet die Aufhebung der Gleichberechtigung auf uns allen, besonders aber auf den Juden, die wie ich, sich im Traume der Assimilation hingegeben hatten. [&#8230;] So schwer es mir auch wurde, ich bin aus dem Traume, den ich mein langes Leben getr\u00e4umt habe, erwacht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herzl erweist sich auf diese Weise als tragische Figur des europ\u00e4ischen Judenhasses, dessen Schriften beinahe manisch-depressiv wirken. Einerseits der euphorische und begeisterte Herzl, der voller Hingabe die europ\u00e4ische Kultur und Ideologie lobpreiste; dann wiederum der mit der bitteren Erkenntnis konfrontierte Herzl, dass es gerade der von ihm bewunderte Nationalismus der Europ\u00e4er war, der die geistige oder sogar physische Vernichtung j\u00fcdischen Lebens zur Folge haben musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niedergeschlagen brachte Herzl seine Ern\u00fcchterung mit folgenden Worten zum Ausdruck: <em>Man l\u00e4\u00dft es nicht zu. Vergebens sind wir treue und an manchen Orten sogar \u00fcberschwengliche Patrioten, vergebens bringen wir dieselben Opfer an Gut und Blut wie unsere Mitb\u00fcrger, vergebens bem\u00fchen wir uns den Ruhm unserer Vaterl\u00e4nder in K\u00fcnsten und Wissenschaften, ihren Reichtum durch Handel und Verkehr zu erh\u00f6hen. In unseren Vaterl\u00e4ndern, in denen wir ja auch schon seit Jahrhunderten wohnen, werden wir als Fremdlinge ausgeschrieen. [&#8230;] Wenn man uns in Ruhe lie\u00dfe. [&#8230;] Aber ich glaube, man wird uns nicht in Ruhe lassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So erging es nicht nur Herzl, sondern vielen europ\u00e4ischen und russischen Juden. Moses He\u00df beispielsweise, der als \u201eVater der Sozialdemokratie\u201c in die Geschichte einging und ein Weggef\u00e4hrte von Karl Marx war, brachte seine Ern\u00fcchterung mit folgenden Worten zum Ausdruck: <em>Da steh\u2019 ich wieder nach einer zwanzigj\u00e4hrigen Entfremdung in der Mitte meines Volkes und nehme Anteil an seinen Freuden- und Trauerfesten, an seinen Erinnerungen und Hoffnungen, an seinen geistigen K\u00e4mpfen im eigenen Hause und mit den Kulturv\u00f6lkern, in deren Mitte es lebt, mit welchen es aber, trotz eines zweitausendj\u00e4hrigen Zusammenlebens und Strebens nicht organisch verwachsen kann. Ein Gedanke, den ich f\u00fcr immer in der Brust erstickt zu haben glaubte, steht wieder lebendig vor mir: Der Gedanke an meine Nationalit\u00e4t, unzertrennlich vom Erbteil meiner V\u00e4ter. [\u2026] Die <\/em><em>Deutschen hassen weniger die Religion der Juden, als ihre Rasse, weniger ihren eigent\u00fcmlichen Glauben, als ihre eigent\u00fcmlichen Nasen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re nur folgerichtig, wenn sich die europ\u00e4ischen Juden von der zerst\u00f6rerischen und hasserf\u00fcllten Ideologie des Westens losgesagt und sich von der europ\u00e4ischen Gedankenwelt abgewendet h\u00e4tten. Die historische Tatsache, dass die Aufkl\u00e4rung und die damit einhergehenden Nationalismen den Judenhass in Europa nur weiter verst\u00e4rkten, h\u00e4tte einen radikalen Bruch mit der westlichen Ideologie zur Folge haben m\u00fcssen. Doch die Paradoxie des Zionismus besteht gerade darin, dass dieser weder einen Bruch, noch eine aus den j\u00fcdischen Texten begr\u00fcndete Gegenbewegung darstellte. Herzl schien trotz der Repressalien und der Gewalt an die Juden dem Westen verziehen zu haben und w\u00e4hlte hierf\u00fcr merkw\u00fcrdige Worte:<em> Ihr h\u00e4ngt an Eurer grausamen Heimat? Wir geben sie Euch versch\u00f6nert wieder. [&#8230;] Wir bauen uns Paris, Rom, Florenz, Genua, was wir wollen. Herrliche St\u00e4dte mit Benutzung aller modernen Erfindungen. <\/em>Aus keinem anderen Grund, so Brenner, war der Zionismus<em> als ideologisch-politische Bewegung [\u2026] Teil des europ\u00e4ischen Nationalismus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wo, so m\u00f6ge sich manch einer die Fragen stellen, findet die j\u00fcdische Religion, die es doch vermeintlich zu sch\u00fctzen galt, in Herzls Zionistenstaat ihren Platz? Sein Roman \u201eAltneuland\u201c, der seine tr\u00e4umerische Vision eines Judenstaates Substanz verleihen sollte, verr\u00e4t offenkundig, was mit der j\u00fcdischen Religion in \u201eEretz Israel\u201c geschehen soll: Sie geh\u00f6rt auf dem Tempelberg verbannt und soll sich weder in der Verfassung noch im allt\u00e4glichen Leben wiederfinden. Denn wie solle sich das Judentum zwischen italienischen Restaurants, franz\u00f6sischen Lusth\u00e4usern und deutschen Opernh\u00e4usern, in denen die Werke eines offenen Antisemiten Wagner beklatscht werden, einreihen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Gespr\u00e4chen mit religi\u00f6sen W\u00fcrdentr\u00e4gern und j\u00fcdischen Gelehrten, die Herzl f\u00fcr die Idee des Zionismus begeistern wollte, offenbarte sich der antireligi\u00f6se Impetus Herzls, der nicht selten zur Folge hatte, als Ketzer und \u00dcbertreter ge\u00e4chtet zu werden. In einer Diskussion mit dem \u201eKulturzionisten\u201c Achad Ha\u2019am, wurde deutlich, dass Herzl zwar einen Judenstaat, jedoch keinen j\u00fcdischen Staat anvisierte. Der Historiker Brenner f\u00fchrt hierzu aus: <em>Beide stimmten \u00fcberein, da\u00df dies kein religi\u00f6ser Staat werden sollte, aber w\u00e4hrend Achad Ha\u2019am eine neubelebte hebr\u00e4ische Kultur als Zentrum der neuen j\u00fcdischen Gesellschaft anstrebte, schrieb Herzl: \u201aKein hebr\u00e4ischer Staat \u2013 ein Judenstaat, wo\u2019s keine Schande, ein Jud zu sein.\u2018 Herzl ging es um die Rettung der Juden vor physischer Bedrohung: \u201aUnsere Bewegung ist aus der Not geboren, aus der Not der Juden in der ganzen Welt\u2018, hei\u00dft es bei ihm. Wo Herzl die Juden retten wollte, versuchte Achad Ha\u2019am das Judentum zu retten. F\u00fcr ihn bedeutete Herzls Plan nichts anderes als eine Assimilation auf kollektiver Grundlage. Was, so fragte er immer wieder, ist das J\u00fcdische an Herzls Judenstaat? Denn f\u00fcr Achad Ha\u2019am lag im m\u00f6glichen Erfolg der Assimilation und der dadurch bedingten Aufl\u00f6sungstendenzen des Judentums die entscheidende Gefahr. F\u00fcr Herzl dagegen stellte das Scheitern der Assimilation die gr\u00f6\u00dfte Entt\u00e4uschung dar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nationalismus, Liberalismus und S\u00e4kularismus bildeten den Kern des europ\u00e4ischen Zionismus und seiner Vordenker. Es scheint daher nur folgerichtig, dass sich der Zionismus f\u00fcr die praktische Umsetzung des Judenstaates kolonialistische Mittel zu eigen machte. Erste j\u00fcdische Einwanderungen in Pal\u00e4stina waren bereits im Gange und die Errichtung zionistischer Siedlungen im Heiligen Land ging schrittweise voran. Doch schnell merkten die Zionisten, dass die alleinige Besiedlung des Landes, nicht automatisch die Errichtung des Judenstaates zur Folge hatte. Es bedurfte eines kolonialen Schutzherren, um die Pl\u00e4ne umzusetzen. Brenner merkte hierzu an: <em>Auch wiesen der Ankauf von Land, dessen Bearbeitung und Besiedlung zweifellos Parallelen zu kolonialen Bewegungen auf, doch fehlte im Falle des Zionismus ein wesentliches Element: die Kolonialmacht, in deren Namen und zu deren Nutzen ein fremdes Land ausgebeutet werden sollte. Ohne diese Besonderheiten ist der Zionismus als modernes politisches Ph\u00e4nomen nicht zu verstehen.<\/em> Weiter sagte Brenner: <em>Zu unwichtig erschienen dem im Zeitalter des Kolonialismus aufgewachsenen Herzl die Anspr\u00fcche der eingesessenen Bev\u00f6lkerung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zeigt sich auch in Herzls Aussage: <em>Wir haben die Toleranz in Europa gelernt.<\/em> Jene \u201eToleranz\u201c ist den Muslimen in ihren eigenen aber auch in den westlichen L\u00e4ndern durchaus bekannt. W\u00e4hrend sie in Europa fortw\u00e4hrender Diffamierungen und Kriminalisierung ausgesetzt sind, erlebt die <em>Umma<\/em> in den muslimischen L\u00e4ndern die harte Gewalt westlicher \u201eToleranz\u201c \u2013 sowohl durch Besatzungstruppen als auch durch die oktroyierten Vasallenherrscher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Festhalten l\u00e4sst sich, dass der Zionismus keine aus dem Judentum entsprungene Geisteshaltung ist, sondern eine Fortf\u00fchrung westlichen und kolonialistischen Denkens. Die Behauptung, dass der islamische Widerstand gegen das Konstrukt \u201eIsrael\u201c eine aus dem Islam entspringende antisemitische Haltung widerspiegele, entbehrt jeglicher historischer Tatsachen. Letztere belegen viel mehr, dass Juden und Muslime im Kalifat in Frieden lebten. Es ist die von den Briten und Franzosen geschaffene koloniale Ordnung, die seit nunmehr 100 Jahren Korruption, Instabilit\u00e4t und Krieg \u00fcber den Nahen Osten gebracht hat. Der Genozid in Gaza ist nur das j\u00fcngste Beispiel und Ausdruck einer kolonialen Gewaltherrschaft, an deren vollst\u00e4ndiger \u00dcberwindung kein Weg vorbeif\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Ereignis nach der Zerst\u00f6rung des Kalifats hat die Umma derart ersch\u00fcttert wie die Errichtung \u201eIsraels\u201c. Die mehrteilige Artikelreihe soll unterdessen Aufschluss \u00fcber die historischen Wurzeln und die brutale Entstehungsgeschichte des Zionistenstaates geben. Der erste Teil widmet sich dem ideologischen Gedankengut des Zionismus, der eine Weiterf\u00fchrung europ\u00e4ischer Geistesgeschichte darstellt.<\/p>\n","protected":false},"author":70,"featured_media":15924,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[999,1017,1033,1183,1367,1508,2947],"class_list":["post-15925","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","tag-geisteshaltung","tag-genozid","tag-geschichte","tag-herzl","tag-israel","tag-kolonialpolitik","tag-zionismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/70"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15925"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15925\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15924"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}