{"id":16203,"date":"2024-09-17T10:56:05","date_gmt":"2024-09-17T08:56:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=16203"},"modified":"2024-09-17T10:56:05","modified_gmt":"2024-09-17T08:56:05","slug":"die-genfer-verhandlungen-und-der-versuch-den-krieg-im-sudan-zu-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=16203","title":{"rendered":"Die Genfer Verhandlungen und der Versuch, den Krieg im Sudan zu beenden"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Antwort auf eine Frage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Die Genfer Verhandlungen und der Versuch, den Krieg im Sudan zu beenden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Frage<\/u><\/strong><strong>:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittwoch (14.08.2024) fand die Er\u00f6ffnungssitzung der Genfer Verhandlungen zur Beendigung des seit fast 16 Monaten andauernden Krieges im Sudan im Beisein internationaler Vermittlungspartner statt. Dazu geh\u00f6rten die USA, die Schweiz, Saudi-Arabien, \u00c4gypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Afrikanische Union und die UNO. Die sudanesische Armee dagegen blieb den Gespr\u00e4chen fern. Was ist der Grund daf\u00fcr, dass die USA zu einer Konferenz nach Genf einladen anstatt nach Jedda und den Umfang der Teilnahme ausweiten? Und warum war die Armee abwesend? Ist die Einladung der USA zu den Genfer Verhandlungen eine Verz\u00f6gerungstaktik, ohne die Absicht einer Waffenruhe? Oder hat es etwas mit den probritischen Akteuren zu tun, die sie nach wie vor zur Wehr setzen? Und warum gibt es immer wieder Konfrontationen in El-Fasher und welche Bedeutung hat die Stadt f\u00fcr beide Konfliktparteien? Besten Dank!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anwort<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Damit die Antwort auf die gestellten Fragen klar wird, wollen wir folgende Punkte anf\u00fchren und beginnen mit der letzten Frage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: In einer Frage\/Antwort vom 19.12.2023 haben wir Folgendes erw\u00e4hnt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Der Konflikt wird nicht schnell gel\u00f6st<\/em><\/strong><em>. Es kann einige Zeit dauern, weil das Ziel darin besteht, den Konflikt vor Ort auf die beiden US-amerikanischen Parteien zu beschr\u00e4nken: die F\u00fchrung der Armee und die F\u00fchrung der schnellen Eingreiftruppe. Und das Ergebnis des Konflikts wird von den USA durch die Aufteilung der Rollen zwischen beiden Parteien kontrolliert, um daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass die britisch- und europaloyale Opposition gel\u00e4hmt bleibt, wie es seit dem Ausbruch des Konflikts Mitte April 2023 der Fall ist. In letzter Konsequenz wird die Schw\u00e4chung der Opposition auf ein Maximum angestrebt. Um dies zu verdeutlichen, m\u00f6chten wir Folgendes darlegen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Am 21.11.2023 nahm die Schnelle Eingreiftruppe (RSF) die Hauptstadt der Provinz Ost-Darfur, Al-Daein, ein. Sie \u00fcbernahm dort auch kampflos das Hauptquartier der 20. Division der Armee, als diese sich mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcckzog, die Gefahr einer Konfrontation zwischen ihnen vermeiden und die Zivilbev\u00f6lkerung sch\u00fctzen zu wollen. In einem Statement behauptete die RSF, ihre Siege w\u00fcrden \u201edie Tore f\u00fcr einen echten Frieden \u00f6ffnen (\u2026). Auch w\u00fcrde die Provinz Ost-Darfur zusammen mit Al-Daein unter ihrem Schutz sicher bleiben.\u201c (Al-Jazeera, 22.11.2023).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erw\u00e4hnenswert ist, dass Al-Daein die Hochburg des Rizeigat-Stammes ist, dem Dagalo, der Anf\u00fchrer der Schnellen Eingreiftruppe, und die meisten ihrer Kommandeure und Mitglieder angeh\u00f6ren. Zuvor hatten diese Kr\u00e4fte Nyala, die Hauptstadt der Provinz S\u00fcd-Darfur, sowie Zalingei, die Hauptstadt der Provinz Zentral-Darfur, und El-Geneina, die Hauptstadt der Provinz West-Darfur, unter ihre Kontrolle gebracht. Es bleibt nur noch El-Fasher einzunehmen, die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Darfur, die gleichzeitig die politische und administrative Hauptstadt der gesamten Darfur-Region ist. Sollte die RSF die Kontrolle \u00fcber El-Fasher \u00fcbernehmen, w\u00e4re dies ein vernichtender Schlag gegen jene Bewegungen, die loyal zu den Engl\u00e4ndern und Europ\u00e4ern stehen. Das gilt insbesondere f\u00fcr die Sudanische Befreiungsbewegung (SLA) und die Bewegung f\u00fcr Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Des Weiteren stellten wir in der selben Antwort fest<\/strong><em>:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Bewegungen haben ihre Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, El-Fasher zu verteidigen, da die Stadt strategisch g\u00fcnstig gelegen ist und die Grenzen zu Libyen und dem Tschad sowie die westlichen St\u00e4dte der Region Darfur verbindet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zudem erg\u00e4nzten wir<em>:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Daher machte sich die Schnelle Eingreiftruppe vor den Augen der Armee auf den Weg nach Darfur, um die wichtigste Oppositionsbewegung im Lande zu werden. Wom\u00f6glich werden die USA dann \u00fcber zwei Fl\u00fcgel im Sudan verf\u00fcgen: \u00dcber einen politischen, nicht unbewaffneten Fl\u00fcgel in Form der Schnellen Eingreiftruppe, um die Opposition anzuf\u00fchren, und \u00fcber einen milit\u00e4rischen Fl\u00fcgel in Form der Armee. Beide Fl\u00fcgel sollen dann den US-Interessen dienen. Warum nun die Schnelle Eingreiftruppe auch als Oppositionsbewegung nicht entwaffnet wird, hat wahrscheinlich zwei Gr\u00fcnde:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Erstens<\/em><\/strong><em>: Um die europ\u00e4ische Opposition, die von englischen Agenten gebildet wird, einzud\u00e4mmen. Ihre politische Beseitigung ist n\u00e4mlich nicht einfach, vielmehr wird sie milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen erfordern.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Zweitens<\/em><\/strong><em>: Die Schnelle Eingreiftruppe in Darfur soll eine starke politische Opposition mit bewaffneten Streitkr\u00e4ften sein. Denn wenn die Interessen der USA eine weitere Abspaltung nach dem S\u00fcdsudan erfordern, k\u00f6nnte die Schnelle Eingreiftruppe in Darfur diese Abtrennung vornehmen. Es scheint, dass die Zeit f\u00fcr eine solche Sezession bislang nicht gekommen ist, doch wird derzeit der Boden daf\u00fcr bereitet. <\/em>(Ende des Zitats)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>El-Fasher ist demzufolge f\u00fcr s\u00e4mtliche Seiten von Bedeutung<\/strong>. F\u00fcr die USA und ihre Getreuen (die Armee und die Rapid Support Forces) ist die Stadt wichtig, damit die RSF in Darfur als politische Opposition mit bewaffneten Kr\u00e4ften fungiert, falls die US-Interessen eine weitere Abspaltung nach der Abtrennung des S\u00fcdsudan erforderlich machen sollten. Und daf\u00fcr w\u00e4re Darfur vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch f\u00fcr die proeurop\u00e4ische Gegenseite ist die Stadt El-Fasher wichtig. Denn ihr ist in Darfur nur noch El-Fasher als Stellung geblieben. Sollte die Opposition aus Darfur vertrieben werden, w\u00fcrde sie ganz verschwinden, zumal El-Fasher eine strategisch wichtige Lage besitzt, da die Region an Libyen, den Tschad und die westlich gelegenen St\u00e4dte der Provinz Darfur angrenzt. Daher wird dort erbittert gek\u00e4mpft. Und deswegen war es den Rapid Support Forces bislang nicht gelungen, El-Fasher unter ihre Kontrolle zu bringen. Obwohl El-Fasher die letzte Bastion der Armee in Darfur ist und diese nach au\u00dfen hin gegen die RSF &nbsp;auf Seiten der Opposition steht, k\u00e4mpft sie dennoch nicht ernsthaft mit der Opposition gegen die RSF. Andernfalls h\u00e4tte die Armee die Rapid Support Forces schon vernichtend geschlagen, da sie \u00fcber die ausreichende St\u00e4rke verf\u00fcgt. Der amerikanische Plan sieht jedoch den weiteren Verbleib sowohl der Armee als auch der Rapid Support Forces f\u00fcr die oben beschriebenen Zwecke vor, um die proeurop\u00e4ische Opposition auszuschalten oder zu marginalisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens: Bez\u00fcglich der Fragen zur Genfer Konferenz sei Folgendes ausgef\u00fchrt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Am 23.07.2024 verk\u00fcndete US-Au\u00dfenminister Blinken<\/strong>: <em>\u201eDie Vereinigten Staaten haben die sudanesischen Streitkr\u00e4fte (SAF) und die Rapid Support Forces (RSF) eingeladen, an Waffenstillstandsgespr\u00e4chen unter Vermittlung der Vereinigten Staaten teilzunehmen, die am 14.08.2024 in der Schweiz beginnen werden. An den Gespr\u00e4chen, die auch von Saudi-Arabien mitveranstaltet werden, nehmen auch die Afrikanische Union, \u00c4gypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Vereinten Nationen als Beobachter teil.\u201c Zudem erkl\u00e4rte er: \u201eZiel der Gespr\u00e4che in der Schweiz ist es, eine landesweite Einstellung der Gewalt zu erreichen, humanit\u00e4ren Zugang f\u00fcr alle Bed\u00fcrftigen zu erm\u00f6glichen und einen starken \u00dcberwachungs- und Kontrollmechanismus einzurichten, um die Umsetzung etwaiger Vereinbarungen sicherzustellen.\u201c Ziel der Gespr\u00e4che sei nicht, umfassendere politische Fragen zu er\u00f6rtern, stellte er klar<\/em> (France Press 23.07.2024). Man wollte n\u00e4mlich nicht, dass die vergangenen Verhandlungsrunden in Jedda zu einem fruchtbaren Ergebnis f\u00fchren, was von den USA so beabsichtigt war, weil sie nicht m\u00f6chten, dass die K\u00e4mpfe zwischen den beiden Konfliktparteien enden. Blinkens Aussage, dass das Ziel der Gespr\u00e4che nicht darin bestehe, umfassendere politische Fragen zu er\u00f6rtern, bedeutet, dass das Genfer Treffen nicht zu einer Einstellung der K\u00e4mpfe zwischen den beiden Parteien f\u00fchren soll, sondern lediglich zu Verhandlungen um der Verhandlungen willen! Best\u00e4tigt wird das noch einmal durch die \u00c4u\u00dferung des Sprechers des US-Au\u00dfenministeriums, Matthew Miller, der anmerkte, dass er die M\u00f6glichkeit einer Einigung nicht einsch\u00e4tzen k\u00f6nne. \u201eWir wollen die beiden Parteien lediglich wieder an den Verhandlungstisch bringen\u201c, erkl\u00e4rte er und erg\u00e4nzte: \u201eWir hoffen, dass es eine Gelegenheit ist, endlich eine Waffenruhe zu erreichen.\u201c (The Independent Arabia, 24.07.2024) Auch Gro\u00dfbritannien war sich dar\u00fcber im Klaren, dass die von den USA initiierten Genfer Verhandlungen keine L\u00f6sung bringen w\u00fcrden. So \u00e4u\u00dferte sich der UN-Gesandte Ramtane Lamamra in der Sicherheitsratssitzung vom 29.07.2024 zu dem von den USA einberufenen Genfer Gespr\u00e4chen am 14.08.2024 und bezeichnete sie als \u201eeinen ermutigenden ersten Schritt in einem l\u00e4ngeren und komplexeren Prozess.\u201c (Al-Sharq al-Awsat, 29.07.2024) Er k\u00fcndigte also bereits an, dass man bei diesem Treffen zu keiner L\u00f6sung kommen werde, vielmehr handelt es sich blo\u00df um ein Geplauder am Ufer der Rhone in Genf! Anzumerken ist, dass es sich bei dem UN-Gesandten Ramtane Lamamra &#8211; ehemaliger Au\u00dfenminster Algeriens &#8211; um einen der probritischen Vasallen handelt, die darum bem\u00fcht sind, die Europ\u00e4ische Union und probritische Vasallen an den Sudan-Gespr\u00e4chen zu beteiligen, wie es bei dem Treffen in Dschibuti am 26. und 27.07.2024 der Fall war. Daran nahmen neben der EU \u00fcber 20 L\u00e4nder teil. Es sei hierbei zu erw\u00e4hnen, dass die USA die Ernennung von Ramtane Lamamre zum Libyen-Gesandten verhindern konnten. Gro\u00dfbritannien gelang es allerdings, ihn zum UN-Gesandten f\u00fcr den Sudan zu ernennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Kaum hatten die USA \u00fcber ihren Au\u00dfenminister die Einladung<\/strong> zu einer Konferenz in der Schweiz ank\u00fcndigen lassen, folgte prompt die Antwort der Rapid Support Forces. So begr\u00fc\u00dfte Mohamed Hamdan Daglo (Hemedti), F\u00fchrer der RSF, direkt nach der Mitteilung am Abend des 23.07.2023 Blinkens Einladung und antwortete auf der Plattform X: \u201eIch teile unsere Teilnahme an den bevorstehenden Waffenstillstandsgespr\u00e4chen am 14. August 2024 in der Schweiz mit.\u201c Das bedeutet, Dagalo hatte bereits vorab Kenntnis von dieser Einladung, und er wusste um die Gr\u00fcnde daf\u00fcr aus Kan\u00e4len des US-Au\u00dfenministeriums, denn er z\u00f6gerte nicht mit der Antwort. Obwohl auch der Oberbefehlshaber der Armee und Vorsitzende des Souver\u00e4nit\u00e4tsrates, Al-Burhan, davon Kenntnis hatte, gab es die Vereinbarung, dass er sich zur\u00fcckhalten und sp\u00e4ter antworten sollte, um es aussehen zu lassen, als bes\u00e4\u00dfe er Souver\u00e4nit\u00e4t und die Option nein zu sagen. Daher bat er um ein Treffen mit den USA, um \u00fcber die Genfer Konferenz zu beraten, so als w\u00e4re Burhan in der Lage, ohne das gr\u00fcne Licht der Amerikaner, zuzusagen oder abzulehnen! Anschlie\u00dfend erkl\u00e4rte er die Konsultationen f\u00fcr gescheitert: <em>Es wurde offiziell verk\u00fcndet, dass die sudanesisch-amerikanischen Konsultationen, die den Weg f\u00fcr die Teilnahme der Armee an den Verhandlungen mit der RSF ebnen sollten, ins Stocken geraten sind. Die Konsultationen fanden in der saudischen Stadt Jedda statt, die auf Bitten der von der Armeef\u00fchrung unterst\u00fctzten und in Port Sudan stationierten Regierung zustandekamen. Damit droht ein Scheitern der Genfer Verhandlungen, noch bevor sie, wie vorgesehen, am n\u00e4chsten Mittwoch beginnen sollen. Informierten Quellen zufolge sind die Hauptstreitpunkte, die zum Scheitern der Konsultationen gef\u00fchrt haben, die Weigerung der sudanesischen Delegation, IGAD und die Vereinigten Arabischen Emirate als \u201eBeobachter\u201c teilhaben zu lassen. Die Teilnahme an den Verhandlungen solle zudem im Namen der Regierung und nicht der Armee erfolgen und auf der Umsetzung der \u201eHumanit\u00e4ren Erkl\u00e4rung von Jedda\u201c basieren, bevor weitere Verhandlungen aufgenommen w\u00fcrden. Der Delegationsleiter, Mohamed Basheer Abunommo, lie\u00df die Sache offen und gab hinsichtlich der Teilnahme an den Verhandlungen keine Entscheidung bekannt. Diese \u00fcberlie\u00df er vielmehr der Einsch\u00e4tzung der F\u00fchrung, indem er erkl\u00e4rte: \u201eDie Angelegenheit unterliegt letztlich der Entscheidung und Einsch\u00e4tzung der F\u00fchrung.\u201c<\/em> (Al-Sharq al-Awsat, 13.08.2024)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. So scheiterten die Konsultationen von Jedda, <\/strong>der Teilnahme an der Schweizer Konferenz zuzustimmen, und als Grund schob man die Frage vor, ob die Einladung der Armee oder der Regierung gilt! Als wenn al-Burhan eine Einladung der Amerikaner zu einem Treffen in Genf abschlagen k\u00f6nnte, wenn die USA es tats\u00e4chlich ernst meinten! Den USA geht es vielmehr darum, die Parteien so lange mit der Frage der Verhandlungen zu besch\u00e4ftigen, bis der europ\u00e4ische Einfluss im Sudan verschwunden ist und die USA zu ihrer Wunschl\u00f6sung gelangen, was ihnen einen positiven Anreiz f\u00fcr die kommenden Wahlen verschaffen w\u00fcrde. Warum die USA eine L\u00f6sung des Sudan-Problems bis jetzt hinausz\u00f6gern, liegt daran, dass die europ\u00e4ischen und britischen Akteure im Sudan nach wie vor stark sind. Wie bereits erw\u00e4hnt, sind die USA bem\u00fcht, den Konflikt zwischen Burhan und Hemedti in den Vordergrund zu stellen, um die europ\u00e4ischen M\u00e4chte zu marginalisieren. Dieses Ziel vermochten sie jedoch bis jetzt nicht zu verwirklichen, weil sich die britischen Aktivit\u00e4ten im Sudan mithilfe der Vereinigten Arabischen Emirate verst\u00e4rkt haben, nachdem sie vorher \u00fcber Kenia nicht erfolgreich gewesen waren. Kenia hatte n\u00e4mlich gefordert, Friedenstruppen zu entsenden, um die K\u00e4mpfe zu beenden, und die zivile Komponente, die ja aus britischen Agenten besteht, in die Verhandlungen einzubeziehen. Letztlich ist ihnen beides nicht gelungen: weder konnten sie die K\u00e4mpfe beenden, noch die zivilen Komponente beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Die sudanesische Regierung und Burhan sind sich dessen bewusst<\/strong>. So ist es w\u00e4hrend einer Sitzung des Sicherheitsrats am 18.06.2024 zu Wortgefechten zwischen den sudanesischen und emiratischen UN-Vertretern gekommen. Der sudanesische Vertreter, al-Harith Idris al-Harith, betonte, dass er \u201eBeweise f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der RSF durch die VAE\u201c habe, woraufhin der emiratische Vertreter, Mohammed Abu Shahab, erwiderte, dass es sich um \u201efalsche Anschuldigungen\u201c handele. Er f\u00fcgte hinzu: \u201eEs wird weder einen Sieg noch eine milit\u00e4rische L\u00f6sung des Konflikts im Sudan geben. Der Verhandlungstisch ist der einzige Weg, ihn zu l\u00f6sen.\u201c (CNN, 19.06.2024) Mit dieser Aussage haben die VAE es \u00f6ffentlich gemacht, dass sie in den Sudan-Konflikt eingreifen. Dem ging eine wechselseitige Ausweisung von Diplomaten beider Parteien voraus. Gro\u00dfbritannien hat also begonnen, das Spiel der USA gegen seine Agenten mitzuspielen. &nbsp;Denn um die britisch-loyalen Kr\u00e4fte einzuhegen, versuchen die USA, sie unter die Fittiche der Armee oder der RSF zu stellen. Nun haben aber die Briten ihrerseits begonnen, die RSF mittels der Vereinigten Arabischen Emirate zu unterst\u00fctzen. Dies tun sie mit dem Ziel, die eigenen Vasallen zu sch\u00fctzen und deren Pr\u00e4senz zu st\u00e4rken, da die RSF dann weder in der Lage sein wird, sie loszuwerden noch zu kontrollieren. So fingen die britischen Vasallen an, im Namen des Netzwerks \u201eTaqaddum\u201c unter der F\u00fchrung von Abdullah Hamdok, dem ehemaligen sudanesischen Premierminister, der 2021 von al-Burhan und Hemedti gest\u00fcrzt wurde, sichtbare Schritte zu unternehmen. Am 03.04.2023 erlie\u00df die sudanesische Staatsanwaltschaft einen Beschluss zur Verhaftung von 16 Anf\u00fchrern des von Hamdok angef\u00fchrten Netzwerks und forderte sie auf, sich der Staatsanwaltschaft zu stellen. Ihnen wurden <em>Unterst\u00fctzung, Hilfe und Verschw\u00f6rung sowie Verbrechen gegen den Staat, Untergrabung der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung, Kriegsverbrechen und V\u00f6lkermord vorgeworfen<\/em>. (Sudanesisches Fernsehen, 03.04.2024) Doch weder hat die Staatsanwaltschaft jemanden verhaftet noch hat sich irgendjemand von ihnen gestellt, was auf die Willensschw\u00e4che des Burhan-Regimes gegen\u00fcber den Gro\u00dfbritannien-Vasallen hinweist. Abdel Fattah al-Burhan selbst lehnt sogar das blo\u00dfe Verhandeln mit ihm ab: <em>Al-Burhan, Vorsitzender des Souver\u00e4nit\u00e4tsrates im Sudan, erkl\u00e4rte am Donnerstag, dass er es ablehne, mit dem Netzwerk der Zivilen Demokratischen Kr\u00e4ften (Taqaddum) zu verhandeln. <\/em>(Anadolu, 06.06.2024)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Die Unterst\u00fctzung der Rapid Support Forces durch die VAE kommt den Interessen Gro\u00dfbritanniens<\/strong> im Sudan zugute, dem Herrn und Meister der Emirate, und nicht etwa, weil RSF-Kommandeur Dagalo ein Agent Gro\u00dfbritanniens w\u00e4re. Dieser ist n\u00e4mlich ein Vasall der USA. Die VAE wollen vielmehr den amerikanischen Plan vereiteln, der f\u00fcr den Sudan vorgesehen ist, indem sie sich an der Seite Dagalos in seine Rapid Support Forces einschleusen. \u00c4hnlich sind die Briten bereits in Libyen vorgegangen, wo sie ihre Vasallen, die VAE, mit der Aufgabe betrauten, sich an den US-Vasallen Haftar heranzumachen und zu unterst\u00fctzen, um ihn zu beeinflussen und seine Aktivit\u00e4ten gegen die Vasallen Gro\u00dfbritanniens in der Hauptstadt Tripolis zu vereiteln. Auch im Jemen haben sie ihnen eine Rolle zugewiesen, wo die VAE die von den USA unter F\u00fchrung Saudi-Arabiens gebildete Allianz im Rahmen der Operation Decisive Storm infiltrierten, um im Jemen einzugreifen. Gro\u00dfbritannien nutzte dies aus, um seine Vasallen zu unterst\u00fctzen und ihnen zu erm\u00f6glichen, den S\u00fcden des Jemen zu kontrollieren und die Huthis, die Vasallen der USA, aus der Region zu vertreiben. Fast h\u00e4tte man die Kontrolle \u00fcber Hodeidah \u00fcbernommen und w\u00e4re dann nach Sanaa vorger\u00fcckt, um die Huthis zu st\u00fcrzen, wenn die Amerikaner nicht die Kampagne initiiert h\u00e4tten, dass die Menschen in Hodeidah an Hunger und Krankheiten st\u00fcrben. Daraufhin wurde die Stockholmer Konferenz vom 13.12.2018 abgehalten, die den Vormarsch der VAE und ihrer Verb\u00fcndeten aus dem s\u00fcdlichen Jemen stoppte&nbsp;\u2026 Dies sind alles Beispiele f\u00fcr die perfide britische Hinterlist in der internationalen Politik!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>6. Auf diese Weise schieben die USA eine L\u00f6sung auf die lange Bank.<\/strong> Mal stimmen die Rapid Support Forces zu und die Armee lehnt ab und mal andersherum. So verlagern sich die Verhandlungen von Jedda \u00fcber Kairo nach Genf, nicht etwa um zu einer L\u00f6sung zu gelangen, sondern um die Suche nach einer L\u00f6sung hinauszuschieben: \u2026<em>Und der regierende Souver\u00e4ne \u00dcbergangsrat teilte in einer Erkl\u00e4rung mit: \u201eAufgrund von Kontakten mit der amerikanischen Regierung, vertreten durch den amerikanischen Gesandten im Sudan, Tom Perriello, und einem Kontakt der \u00e4gyptischen Regierung, der um ein Treffen mit einer Regierungsdelegation in Kairo gebeten hat, um die Vision der Regierung hinsichtlich der Umsetzung des Jedda-Abkommens zu besprechen, wird die Regierung zu diesem Zweck eine Delegation nach Kairo entsenden.\u201c Er f\u00fcgte hinzu, dass das Jedda-Abkommen vorsieht, dass die Rapid Support Forces zivile Gebiete verlassen m\u00fcssen.<\/em> (Al-Marsad\u2026, 19.08.2024)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>7. Fazit:<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>a) Voraussichtlich werden aus der Genfer Konferenz am 14.08.2024 irref\u00fchrende Beschl\u00fcsse herauskommen, in denen man ein Ende der K\u00e4mpfe zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) erhofft. <\/strong>Die Gespr\u00e4che sind f\u00fcr einen Zeitraum von zehn Tagen angesetzt: <em>Die Genfer Gespr\u00e4che unter amerikanisch-saudischer Schirmherrschaft sollen voraussichtlich zehn Tage lang dauern. <\/em>(Al-Jazeera, 14.08.2024) <strong>Allerdings w\u00e4ren es Beschl\u00fcsse ohne Effekt und nicht mehr als hei\u00dfe Luft<\/strong>. <strong>Sollte es doch soweit kommen, w\u00e4re es nur etwas Kurzlebiges und nichts Langfristiges,<\/strong> da die USA noch nicht an ihre Ziele gelangt sind. Man wird sich damit begn\u00fcgen, den Fokus auf die Lieferung humanit\u00e4rer Hilfe zu legen. <em>Die sudanesische Regierung hat angek\u00fcndigt, die Durchfahrt humanit\u00e4rer Hilfe \u00fcber den Grenz\u00fcbergang Adre zum Tschad zu genehmigen. Die sieben internationalen Parteien, die an der Genfer Konferenz teilnehmen, begr\u00fc\u00dften diesen Schritt.<\/em> (Sky News Arabia, 17.08.2024) <em>Die Vereinigten Staaten bezeichneten die Genfer Verhandlungen als ein neues Modell und betonten, dass das Ziel der Gespr\u00e4che darin bestehe, den Umfang der Hilfslieferungen auszuweiten und humanit\u00e4re Korridore wieder zu \u00f6ffnen<\/em> (Al Jazeera, 20.08.2024)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>b) Die USA sind noch immer nicht in der Lage, Gro\u00dfbritannien vom Schauplatz Sudan zu verbannen.<\/strong> Gro\u00dfbritannien nutzt dazu vor allem seine regionalen Vasallen, wie die Emirate, und ebenso seine lokalen Vasallen, wie das Taqaddum-Netzwerk. Dadurch sahen sich die USA zur Revidierung einiger \u00dcberlegungen veranlasst und zur Einbeziehung der Emirate in die Genfer Konferenz, wenngleich die USA vorher die Aktivit\u00e4ten, die mit der Sudan-Frage zu tun hatten, nur zwischen sich und ihren saudischen Vasallen im Rahmen der Jedda-Plattform ausgemacht hatten. Sie taten dies, ohne den proeurop\u00e4ischen Akteuren (Freiheit und Wandel) Beachtung zu schenken. Nachdem aber \u201eTaqaddum\u201c, hinter denen die Emirate stehen, in Erscheinung trat und die Bewegung eine st\u00e4rkere Wirkung als \u201eFreiheit und Wandel\u201c hatte, haben die USA die Emirate in die Konferenz als Ausweich- und T\u00e4uschungsman\u00f6ver eingebunden, ohne es wirklich ernst damit zu meinen, eine L\u00f6sung zur Beendigung der K\u00e4mpfe zu finden!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>c) Verlierer bei all dem ist die muslimische Bev\u00f6lkerung des Sudan. <\/strong>Denn sowohl die M\u00f6rder als auch die Ermordeten unter ihnen hat der Gesandte Allahs (s) wie folgt beschrieben:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-hadith-block\"><p class=\"hadith-block-arabic\"><span class=\"hadith-block-arabic-content\">\u00ab\u0625\u0650\u0630\u064e\u0627 \u0627\u0644\u0652\u062a\u064e\u0642\u064e\u0649 \u0627\u0644\u0652\u0645\u064f\u0633\u0652\u0644\u0650\u0645\u064e\u0627\u0646\u0650 \u0628\u0650\u0633\u064e\u064a\u0652\u0641\u064e\u064a\u0652\u0647\u0650\u0645\u064e\u0627 \u0641\u064e\u0627\u0644\u0652\u0642\u064e\u0627\u062a\u0650\u0644\u064f \u0648\u064e\u0627\u0644\u0652\u0645\u064e\u0642\u0652\u062a\u064f\u0648\u0644\u064f \u0641\u0650\u064a \u0627\u0644\u0646\u064e\u0651\u0627\u0631\u0650\u00bb<\/span><\/p><p class=\"hadith-block-trans-ref\"><span class=\"hadith-block-translation\">Wenn zwei Muslime mit ihren Schwertern aufeinandertreffen, sind M\u00f6rder und Ermordeter im Feuer.<\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den aufrichtigen Personen aus Armee und Volk obliegt es, sich daf\u00fcr einzusetzen, all diese Verschw\u00f6rungen zunichtezumachen und die Vasallen loszuwerden. Denn sie sind die Wurzel des \u00dcbels und nur durch sie sind die Kolonialisten in der Lage, diese Verschw\u00f6rungen durchzuf\u00fchren. Allen aufrichtigen Muslimen obliegt es au\u00dferdem, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Hizb-ut-Tahrir aktiv zu werden, dieser aufrichtigen politische F\u00fchrungsbewegung, die seit Jahrzehnten nicht aufgeh\u00f6rt hat, solche Verschw\u00f6rungen aufzudecken und die mit ihrer Meinung stets richtig lag. Die Aufrichtigen unter den machtvollen Personen sind verpflichtet, dieser Bewegung Beistand zu leisten, um Allahs Glaubensordnung (<em>d\u012bn<\/em>) zu Sieg und Gr\u00f6\u00dfe zu verhelfen.<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0648\u064e\u0644\u064e\u064a\u064e\u0646\u0635\u064f\u0631\u064e\u0646\u064e\u0651 \u0627\u0644\u0644\u0647\u064f \u0645\u064e\u0646 \u064a\u064e\u0651\u0646\u0652\u0635\u064f\u0631\u064f\u0647\u064f \u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0627\u0644\u0644\u0647\u064e \u0644\u064e\u0642\u064e\u0648\u0650\u064a\u064c\u0651 \u0639\u064e\u0632\u0650\u064a\u0632\u064c<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Und Allah steht gewiss jenen bei, die Seiner Sache beistehen. Wahrlich, Allah ist stark und m\u00e4chtig.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">22:40<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">15. \u1e62afar al-\u1e2aair 1446 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20.08.2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch (14.08.2024) fand die Er\u00f6ffnungssitzung der Genfer Verhandlungen zur Beendigung des seit fast 16 Monaten andauernden Krieges im Sudan im Beisein internationaler Vermittlungspartner statt. 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