{"id":16665,"date":"2025-03-27T12:05:00","date_gmt":"2025-03-27T11:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=16665"},"modified":"2025-03-27T12:05:00","modified_gmt":"2025-03-27T11:05:00","slug":"von-minderheiten-zu-buergern-des-kalifats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=16665","title":{"rendered":"Von Minderheiten zu B\u00fcrgern des Kalifats"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sturz des Assad-Regimes durch die islamischen Rebellengruppen lie\u00df im Westen erwartungsgem\u00e4\u00df s\u00e4mtliche Alarmglocken l\u00e4uten. Zahlreiche Kommentatoren begannen damit, \u00c4ngste zu sch\u00fcren \u00fcber die m\u00f6glichen Absichten und Ziele der <em>islamistischen<\/em> Machthaber. Von der Frage, ob die Minderheiten zu Menschen <em>zweiter Klasse<\/em> degradiert werden, bis hin zur Bef\u00fcrchtung, die Christen d\u00fcrften nie wieder Weihnachten in Damaskus feiern, werden nach wie vor alle erdenklichen Untergangsszenarien konstruiert.<br>Auch formulierten die westlichen Staaten unverz\u00fcglich ihre Forderungen gegen\u00fcber der \u00dcbergangsregierung. Bei ihrem Syrien-Besuch Anfang Januar machte Bundesau\u00dfenministerin Annalena Baerbock gemeinsam mit ihrem franz\u00f6sischen Amtskollegen den neuen Machthabern in Damaskus deutlich, dass das Land mit Wiederaufbauhilfen aus der EU erst dann rechnen k\u00f6nne,<em> wenn die neue syrische Gesellschaft allen Syrerinnen und Syrern, Frauen wie M\u00e4nnern, gleich welcher ethnischen oder religi\u00f6sen Gruppe, einen Platz im politischen Prozess einr\u00e4umt, Rechte gew\u00e4hrt und Schutz bietet.<\/em> Gleichzeitig betonte Baerbock, dass ein Neuanfang in Syrien nur denkbar w\u00e4re, <em>wenn genau diese Rechte in dem jetzt anstehenden \u00dcbergangsprozess gewahrt und eben nicht m\u00f6glicherweise durch [\u2026] Schritte zur Islamisierung des Justiz- oder Bildungssystem unterlaufen werden. <\/em>Einen \u00e4hnlichen Ton schlug auch die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas bei der Syrien-Konferenz am 18. M\u00e4rz an. So m\u00fcssten in der neuen syrischen Regierung nicht nur <em>radikale Islamisten<\/em>, sondern <em>Minderheiten wie Alawiten und Kurden<\/em> vertreten sein. Auch Frauen sollten dazugeh\u00f6ren, k\u00e4men <em>in der Politik der Islamisten bisher [aber] kaum vor<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Syrien zu einem Kalifat zu machen, davon halten auch <em>moderate<\/em> Stimmen nicht viel und sprechen dem Islam dabei grunds\u00e4tzlich die F\u00e4higkeit ab, L\u00f6sungen f\u00fcr die politischen Herausforderungen anzubieten. Der Nahost-Experte Daniel Gerlach erkl\u00e4rt, dass es f\u00fcr die neue Regierung in erster Linie darum gehen m\u00fcsse, dass Vertrauen aller <em>Volksgruppen zu gewinnen und dabei seine unerfahrenen und gewiss teilweise \u00fcbereifrigen islamistischen Gefolgsleute zu z\u00fcgeln<\/em>. Gerade mit Blick auf den sogenannten Minderheitenschutz k\u00f6nne sich die syrische F\u00fchrung nicht leisten, die <em>\u0161ar\u012b\u02bfa<\/em> einzuf\u00fchren. Vielmehr sei jetzt politischer Pragmatismus unter s\u00e4kularen Vorzeichen gefragt. Anl\u00e4sslich der j\u00fcngsten Ausschreitungen in der syrischen K\u00fcstenregion fordert Gerlachs Kollege Issam Abdulrahim, dass ein neues Verh\u00e4ltnis zwischen Regierung und konfessionellen und ethnischen Minderheiten in Syrien, <em>insbesondere mit den Alawiten<\/em>, geschaffen werden muss. <em>Ein Verh\u00e4ltnis, das auf staatspolitischer Verantwortung [\u2026] beruht und darauf abzielt, die alawitische Gemeinschaft wieder in das politische und milit\u00e4rische Leben zu integrieren, anstatt sie davon auszuschlie\u00dfen.<\/em> Die Persona Abu Muhammad al-Jolani als <em>Sachverwalter des gemeinsamen dschihadistischen Projekts<\/em> m\u00fcsse endg\u00fcltig der Vergangenheit angeh\u00f6ren und dem s\u00e4kularen Staatsoberhaupt Ahmad al-Shar\u2019a weichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Wie auch immer die verschiedenen Akteure die Situation in Syrien derzeit einsch\u00e4tzen, wird der Diskurs im Westen durch die Erz\u00e4hlung bestimmt, dass die gesellschaftspolitische Umsetzung des Islam vor allem eine Gefahr f\u00fcr die in Syrien lebenden Nichtmuslime sei und folglich nicht Realit\u00e4t werden d\u00fcrfe. Doch wie viel Wahrheit steckt in dieser Behauptung und was sagen die Offenbarungstexte zu dieser Fragestellung? Stellt das Kalifat die Nichtmuslime tats\u00e4chlich vor die Wahl, zu konvertieren oder ein Leben als Menschen <em>zweiter Klasse<\/em> zu f\u00fchren? Zun\u00e4chst muss grunds\u00e4tzlich festgehalten werden, dass die aus den islamischen Quellen abgeleiteten Normen als Probleml\u00f6sungen zu verstehen sind und nicht als Gebote, die Probleme erzeugen. Mit jeder Norm (<em>\u1e25ukm<\/em>) adressiert der Islam demnach ein bestimmtes Problem des <em>Menschen<\/em>, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich dabei um Muslime handelt oder nicht und bietet daf\u00fcr eine entsprechende L\u00f6sung an. Sehen die Offenbarungstexte dennoch eine Differenzierung vor, so ist dies naturgem\u00e4\u00df auf tats\u00e4chlich vorhandene Unterschiede zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dies stellt jedoch keine Diskriminierung oder Ungleichbehandlung dar, sondern die L\u00f6sung eines Problems unter Ber\u00fccksichtigung aller Faktoren. So versucht der Westen gerne, die vermeintliche Diskriminierung der Nichtmuslime im Islamischen Staat anhand der <em>\u011fizya<\/em> zu belegen. Demnach m\u00fcssten die Nichtmuslime eine Steuer zahlen, von der die Muslime jedoch befreit sind. Dabei bleibt oft unerw\u00e4hnt, dass der Islamische Staat diese Steuer nicht willk\u00fcrlich einnimmt, sondern sich im Gegenzug dazu verpflichtet, das Leben wie auch das Eigentum der Nichtmuslime zu sch\u00fctzen, weshalb das islamische Recht f\u00fcr sie den Begriff der <em>ahl a\u1e0f-\u1e0fimma<\/em> (Schutzbefohlene) verwendet, um auszudr\u00fccken, dass diese Menschen unter der Obhut des Kalifats leben. Des Weiteren entbindet sie die Zahlung der <em>\u011fizya<\/em> von der Pflicht, den Armeedienst zu leisten. Anzumerken ist zudem, dass die Muslime dadurch steuerlich keinesfalls privilegiert behandelt werden, schlie\u00dflich m\u00fcssen sie unter anderem die <em>zak\u0101t<\/em> entrichten. Dies veranschaulicht, wie der Islam die Probleme der Menschen unter Ber\u00fccksichtigung ihrer spezifischen Merkmale l\u00f6st, ohne dabei zu versuchen, eine k\u00fcnstliche und realit\u00e4tsfremde <em>Gleichheit<\/em> in der Gesellschaft zu erzwingen. Denn bei der <em>zak\u0101t<\/em> handelt es sich nicht einfach nur um eine Steuerabgabe, sondern in erster Linie um eine <em>\u02bfib\u0101da<\/em> (gottesdienstliche Handlung), die naturgem\u00e4\u00df auch nur von einem Muslim vollzogen werden kann. Dies von Nichtmuslimen zu verlangen w\u00e4re also v\u00f6llig absurd. Ein weiterer Unterschied ist, dass die <em>zak\u0101t<\/em> ausnahmslos von jedem Muslim entrichtet werden muss, sobald das <em>Verm\u00f6gen<\/em> den islamisch festgelegten Mindestwert (<em>ni\u1e63\u0101b<\/em>) erreicht. Die <em>\u011fizya<\/em> hingegen ist lediglich von den M\u00e4nnern zu zahlen, abh\u00e4ngig von ihrer finanziellen Situation. Gleichzeitig ist die <em>\u011fizya<\/em> wie bereits erw\u00e4hnt an die F\u00e4higkeit des Kalifats gekoppelt, den Schutz der Nichtmuslime sicherzustellen. Mit anderen Worten: Kann das Kalifat das Leben der Nichtmuslime nicht mehr besch\u00fctzen, so hat es keinen Anspruch mehr auf die <em>\u011fizya<\/em>. Dieses Prinzip hat in der islamischen Geschichte zu einem einzigartigen Verhalten gegen\u00fcber Nichtmuslimen gef\u00fchrt. Beispiellos an dieser Stelle ist wohl die Schlacht am Yarm\u016bk im Jahr 636 zur Zeit des Kalifats von \u02bfUmar ibn al-\u1e2aa\u1e6d\u1e6d\u0101b. Als die Armee der Muslime dem byzantinischen Heer gegen\u00fcberstand, beschlossen die Muslime, den in Homs lebenden Christen ihre <em>\u011fizya<\/em> zur\u00fcckzugeben. Grund daf\u00fcr war ihre Einsch\u00e4tzung, dass sie den Schutz der Christen zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt nicht gew\u00e4hrleisten konnten. Beeindruckt von dieser Gerechtigkeit, schlugen die Christen sich auf die Seite der Muslime, um die Stadt vom anr\u00fcckenden byzantinischen Heer zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Ein weiterer Aspekt, den der Westen immerzu vorbringt und mit Blick auf Syrien derzeit von den neuen Machthabern einfordert, ist die Frage nach der politischen Teilhabe von Nichtmuslimen an der Regierung. Bekannterma\u00dfen setzt der Islam voraus, dass Regierungst\u00e4tigkeiten ausschlie\u00dflich von Muslimen ausgef\u00fchrt werden und es f\u00fcr Nichtmuslime somit unzul\u00e4ssig ist, \u00c4mter in der Exekutive oder Judikative zu bekleiden. Doch auch in diesem Fall liegt keinerlei ungerechte Behandlung vor. Vielmehr hat der Islam bei der L\u00f6sung auch dieses Problems seine Besonderheiten ber\u00fccksichtigt. Denn Regierungst\u00e4tigkeiten auszuf\u00fchren setzt verst\u00e4ndlicherweise voraus, dass die betreffenden Personen sich mit dem bestehenden System bzw. mit den ihm zugrunde liegenden weltanschaulichen Fundamenten identifizieren. W\u00fcrde der Staat einem Nichtmuslim beispielsweise das Richteramt \u00fcbertragen, so w\u00e4re er dazu verpflichtet, Urteile auf Grundlage der islamischen Normenlehre zu f\u00e4llen \u2013 also Gesetzen, die aus der <em>islamischen Weltanschauung<\/em> resultieren. Stellt nicht dies eine ungerechte Behandlung dar, Nichtmuslime in den Staatsdienst zu setzen und von ihnen Handlungen zu verlangen, die ihrer \u00dcberzeugung widersprechen? Gleichwohl bedeutet dies nicht, dass Nichtmuslime im Islamischen Staat vom politischen Leben ausgeschlossen werden. Vielmehr haben auch sie uneingeschr\u00e4nkten Zugang zu allen staatlichen Institutionen und k\u00f6nnen auf diese Weise die f\u00fcr sie relevanten Anliegen kommunizieren und einfordern. Exemplarisch kann hier die Ratsversammlung (<em>ma\u011flis al-umma<\/em>) im Kalifat herangezogen werden, in der auch Nichtmuslime vertreten sein d\u00fcrfen, um etwa Beschwerden gegen\u00fcber der Regierung oder einer fehlerhaften Anwendung der Gesetze des Islam vorzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Dennoch w\u00fcrde man diesen Umgang im Westen insgesamt als Diskriminierung werten, da es Nichtmuslimen de facto untersagt w\u00e4re, politisch aktiv zu sein. Doch dieser Einwand ist nicht berechtigt, weil er zwei Dinge miteinander vermengt, die getrennt zu betrachten sind. Denn das politische Engagement einer sozialen Gruppe kann aus zwei Gr\u00fcnden heraus entstehen. Zum einen kann es um die Realisierung bestimmter Interessen oder Anliegen gehen, die mit der Lebenswirklichkeit der sozialen Gruppe in einer Gesellschaft im Zusammenhang stehen. Genau diesen Aspekt ber\u00fccksichtigt der Islam mit seinem Konzept der <em>ahl a\u1e0f-\u1e0fimma<\/em>, indem er den Nichtmuslimen Rechte gew\u00e4hrt, die sich sowohl auf ihre elementaren Bed\u00fcrfnisse beziehen als auch auf ihre besonderen Anliegen hinsichtlich religi\u00f6s-kultureller Praktiken. Ebenso gibt der Islam den Nichtmuslimen durch die Ratsversammlung (<em>ma\u011flis al-umma<\/em>) einen Raum, ihre Interessen an den Staat zu adressieren oder diesen auf Missst\u00e4nde direkt aufmerksam zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die politische T\u00e4tigkeit kann andererseits aber auch mit dem Ziel begr\u00fcndet sein, dass bestehende System zu ver\u00e4ndern oder durch ein neues vollst\u00e4ndig zu ersetzen. Formiert sich also eine politische Bewegung mit derartigen Dominanzanspr\u00fcchen, so ist es nur folgerichtig, dass sich das bestehende System dagegen wehrt \u2013 hierbei unterscheidet sich das Kalifat im \u00dcbrigen nicht von liberalen Demokratien im Westen. Beide Systeme verf\u00fcgen \u00fcber eigene Instrumente, um solchen Tendenzen einen Riegel vorzuschieben. Doch im Vergleich zum Islam wecken die liberalen Demokratien uneinl\u00f6sbare Erwartungen bei den Menschen und treiben ihre eigenen Gesellschaften damit in jene Polarisierung, die aktuell zu beobachten ist. So gew\u00e4hrt die Bundesrepublik seinen B\u00fcrgern Grundrechte wie die religi\u00f6s-weltanschauliche Bekenntnisfreiheit oder das Recht seine (politische) Meinung frei \u00e4u\u00dfern zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig werden unter dem Schlagwort <em>wehrhafte Demokratie<\/em> alle politischen Meinungen und \u00dcberzeugungen in der \u00d6ffentlichkeit d\u00e4monisiert, die dem liberal-s\u00e4kularen Weltbild widersprechen. Der Spielraum f\u00fcr politischen Aktivismus ist unter solchen Voraussetzungen nur so weit m\u00f6glich, solange sich Akteure nicht zu weit vom liberal-s\u00e4kularen Spektrum entfernen. Auf diese Weise befindet sich eine Gesellschaft jedoch in einem dauerhaften Spannungszustand; wenn weltanschaulich abweichende Positionen in der \u00d6ffentlichkeit gesetzlich zwar zul\u00e4ssig, aber dennoch unerw\u00fcnscht sind. Das Kalifat als alternative Staatsform und einzige politische L\u00f6sung f\u00fcr den Nahen Osten \u00f6ffentlich zu fordern, ist durch das Grundgesetz gedeckt und somit legitim. Dennoch betonen Politik und Medien immerzu, dass solche Parolen auf deutschen Stra\u00dfen nichts zu suchen h\u00e4tten. Dass dadurch in der Gesellschaft Abwehrreflexe entstehen und islamfeindliche Narrative auf Resonanz sto\u00dfen, darf niemanden verwundern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass einzig der Islam in der Lage ist, ein friedliches und dauerhaftes Zusammensein verschiedener Ethnien und Religionen zu schaffen. So lehnt der Islam das westliche Konzept der <em>Minderheiten<\/em> ab und betrachtet alle Menschen im Kalifat als dessen B\u00fcrger, ungeachtet ihrer ethnischen, sprachlichen oder religi\u00f6sen Unterschiede. Ebenso stellt das Kalifat keine paradoxen Forderungen, indem die Nichtmuslime Bekenntnisse zum Islam oder der <em>\u0161ar\u012b\u02bfa<\/em> ablegen m\u00fcssten, w\u00e4hrend ihnen gleichzeitig ein Recht auf die eigene weltanschauliche Identit\u00e4t suggeriert wird. Der Umgang mit Nichtmuslimen im Kalifat h\u00e4ngt somit nicht von ihrer <em>\u00dcberzeugung<\/em> ab, inwieweit diese mit dem Islam \u00fcbereinstimmt oder nicht, sondern gem\u00e4\u00df den islamischen Normen einzig von ihrem <em>Verhalten<\/em>. Im Vergleich zum s\u00e4kularen Nationalstaat stellt die <a href=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=14426\">ethnisch-religi\u00f6se Vielfalt im Islam keinen St\u00f6rfaktor dar<\/a>, der die gesellschaftliche Koh\u00e4sion gef\u00e4hrden w\u00fcrde. Nichtmuslime haben also die \u00f6ffentliche Ordnung zu achten und k\u00f6nnen an ihrer \u00dcberzeugung festhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der S\u00e4kularismus genau daran scheitert, l\u00e4sst sich vor allem im Nahen Osten beobachten. Unter dem Vorwand, die Minderheiten in den politischen Prozess miteinzubeziehen und sie damit zu <em>gleichberechtigten<\/em> B\u00fcrgern zu machen, riefen die s\u00e4kularen Staatsgebilde lediglich Spaltungen und Konflikte hervor, die bis heute diese Region destabilisieren und folglich nicht zur Ruhe kommen lassen. Ohnehin geht es dem Westen auch keineswegs darum, tats\u00e4chlich alle politischen Kr\u00e4fte an der Regierungsbildung zu beteiligen. Deutlich abzulesen ist dies an der UN-Resolution 2254. Darin hei\u00dft es ausdr\u00fccklich, dass ein politischer Neuanfang in Syrien unter Beteiligung aller politischen und ethnischen Gruppen sowie der Zivilgesellschaft stattfinden soll \u2013 unter Ausschluss jedoch der <em>islamistischen<\/em> Gruppen. Dass man mit Hai\u02beat Tahrir ash-Sham bereit ist zu arbeiten \u2013 also der Nachfolgeorganisation der in 2254 namentlich ausgeschlossenen Jabhat an-Nusra \u2013 liegt einzig in der Einsch\u00e4tzung begr\u00fcndet, sie h\u00e4tte sich mit dem s\u00e4kularen Status quo abgefunden.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Entscheidet sich die neue syrische Regierung tats\u00e4chlich daf\u00fcr, das s\u00e4kulare System beizubehalten, wird die Gesellschaft auch in Zukunft gepr\u00e4gt sein von konfessioneller Spaltung und Konflikten. Einen ersten Vorgeschmack bieten die \u2013 von externen Akteuren angefachten \u2013 Separatismen und Verwerfungen an der K\u00fcste, im Nordosten und in den s\u00fcdlichen Provinzen des Landes. Bricht die neue F\u00fchrung jedoch mit dem S\u00e4kularismus und entscheidet sich f\u00fcr die Wiedererrichtung des Kalifats, wird sie das Land einen und der Welt das wahre Potenzial des Islam vor Augen f\u00fchren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fchrt die Umsetzung der \u0161ar\u012b\u02bfa zwangsl\u00e4ufig dazu, dass Nichtmuslime marginalisiert und an den Rand der Gesellschaft gedr\u00e4ngt werden? Aus Sicht des Westens w\u00fcrde genau das geschehen. Doch wie viel Wahrheit steckt in dieser Erz\u00e4hlung?<\/p>\n","protected":false},"author":109,"featured_media":16664,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1415,2519],"class_list":["post-16665","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-konzeptionen","tag-kalifat","tag-syrien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/109"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16665"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16665\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/16664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}