{"id":17424,"date":"2025-10-31T16:26:40","date_gmt":"2025-10-31T15:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17424"},"modified":"2025-10-31T16:26:40","modified_gmt":"2025-10-31T15:26:40","slug":"rechtssprueche-zum-dienst-und-mietvertrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17424","title":{"rendered":"Rechtsspr\u00fcche zum Dienst- und Mietvertrag"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Antwort auf eine Frage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Rechtsspr\u00fcche zum Dienst- und Mietvertrag<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong><strong>:<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;Im Buch \u201eDas Wirtschaftssystem\u201c steht auf Seite 132, 10. Zeile von oben (deutsche Word-Ausgabe), Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Denn der Gegenstand des Dienstvertrages muss vollst\u00e4ndig bekannt sein. Durch die Nichterw\u00e4hnung der Arbeitsdauer sind manche T\u00e4tigkeiten indeterminiert (unbekannt \u2013 ma\u011fh\u016bl), es ist jedoch unzul\u00e4ssig, wenn ein Dienstvertrag indeterminiert ist oder Unbekanntes enth\u00e4lt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf derselben Seite, 5. Zeile von unten, steht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wird die Arbeitsdauer im Vertrag erw\u00e4hnt bzw. ist ihre Erw\u00e4hnung erforderlich, um Indeterminiertheit bzw. Unklarheit auszuschlie\u00dfen, muss die Arbeitsdauer in Zeiteinheiten festgelegt werden; z.&nbsp;B. Minuten, Stunden, Wochen, Monate oder Jahre.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Seite 134 in demselben Buch, 6. Zeile von oben, steht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Lohn muss also in einer Weise bekannt gemacht werden, die jede Unklarheit ausschlie\u00dft, damit ihn der Dienstnehmer ohne Streitigkeit einfordern kann. Denn s\u00e4mtliche Vertr\u00e4ge haben grunds\u00e4tzlich den Zweck, Streitigkeiten unter den Menschen auszuschlie\u00dfen. Auch ist es erforderlich, den Lohn vor Arbeitsbeginn zu vereinbaren. Es gilt als unerw\u00fcnscht (makr\u016bh), den Dienstnehmer vor Vereinbarung des Lohnes zu besch\u00e4ftigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun lautet meine Frage: Bedeutet hier das Wort \u201emuss\u201c (\u201e<em>ya\u01e7ib<\/em>\u201c) den bei normativen Rechtsspr\u00fcchen bekannten Pflichtcharakter im Sinne von <em>far\u1e0d<\/em>, dessen Unterlassung s\u00fcndhaft ist? Wenn dem so ist, wie l\u00e4sst sich dann die Aussage auf Seite 134, Zeile 12 erkl\u00e4ren, wo es hei\u00dft: <em>Es gilt als unerw\u00fcnscht (makr\u016bh), den Dienstnehmer vor Vereinbarung des Lohnes zu besch\u00e4ftigen<\/em>? Wie l\u00e4sst sich dann der zuvor erw\u00e4hnte Ausdruck \u201emuss\u201c (\u201e<em>ya\u01e7ib<\/em>\u201c) \u2013 mit dem Ausdruck \u201eunerw\u00fcnscht\u201c (<em>makr\u016bh<\/em>) im zuletzt genannten Text in Einklang bringen, wo doch alle Quellen ausdr\u00fccklich festhalten, dass ein Vertrag auf etwas Unbekanntes bzw. Indeterminiertes (<em>\u01e7ah\u0101la<\/em>) unzul\u00e4ssig ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wird ein Vertrag bei fehlender Nennung des Lohnes als mangelhaft (<em>f\u0101sid<\/em>) eigestuft, in diesem Fall steht dem Dienstnehmer der \u00fcbliche Lohn f\u00fcr seinesgleichen zu (<em>a\u01e7r al-mi\u1e6fl<\/em>). Auch sagen wir, dass derjenige, der einen mangelhaften Vertrag abschlie\u00dft, solange s\u00fcndhaft ist, bis der Mangel behoben wird, w\u00e4hrend bei Unerw\u00fcnschtheit (<em>makr\u016bh<\/em>) keine S\u00fcnde vorliegt. Wie also kann eine Handlung als unerw\u00fcnscht gelten, w\u00e4hrend der Handelnde zugleich s\u00fcndigt, wenn er den Lohn nicht nennt und der Vertrag dadurch mangelhaft ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bitte um Aufkl\u00e4rung, <em>b\u0101rak-All\u0101hu f\u012bkum<\/em>!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Buch \u201eDas Wirtschaftssystem im Islam\u201c wird ausgef\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Seite 132: <em>Denn der Gegenstand des Dienstvertrages muss vollst\u00e4ndig bekannt sein. Durch die Nichterw\u00e4hnung der Arbeitsdauer sind manche T\u00e4tigkeiten indeterminiert (unbekannt \u2013 ma\u011fh\u016bl), es ist jedoch unzul\u00e4ssig, wenn ein Dienstvertrag indeterminiert ist oder Unbekanntes enth\u00e4lt. [&#8230;] Wird die Arbeitsdauer im Vertrag erw\u00e4hnt bzw. ist ihre Erw\u00e4hnung im Vertrag erforderlich, um Indeterminiertheit bzw. Unklarheit auszuschlie\u00dfen, muss die Arbeitsdauer in Zeiteinheiten festgelegt werden; z.&nbsp;B. in Minuten, Stunden, Wochen, Monate oder Jahre.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Seite 134, 6. Zeile, hei\u00dft es: <em>Der Lohn muss also in einer Weise bekannt gemacht werden, die jede Unklarheit ausschlie\u00dft, damit ihn der Dienstnehmer ohne Streitigkeit einfordern kann<\/em>. <em>Denn s\u00e4mtliche Vertr\u00e4ge haben grunds\u00e4tzlich den Zweck, Streitigkeiten unter den Menschen auszuschlie\u00dfen. Auch ist es erforderlich, den Lohn vor Arbeitsbeginn zu vereinbaren. Es gilt als unerw\u00fcnscht (makr\u016bh), den Dienstnehmer vor Vereinbarung des Lohnes zu besch\u00e4ftigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du meinst, dass hier ein Widerspruch bestehe: Einmal sagen wir \u201emuss\u201c und einmal, dass es unerw\u00fcnscht sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Was den auf Seite 132 erw\u00e4hnten Punkt betrifft, so ist dieser klar und unproblematisch: Hinsichtlich der Festlegung der Vertragsdauer wird dort von einer \u201eVerpflichtung\u201c (<em>wu\u01e7\u016bb<\/em>) gesprochen. Wird die Dauer jedoch nicht in einer Weise bestimmt, die jede Unklarheit bzw. Indeterminiertheit (<em>\u01e7ah\u0101la<\/em>) aufhebt, so ist der Dienstvertrag (<em>i\u01e7\u0101ra<\/em>) unzul\u00e4ssig, d.&nbsp;h. rechtlich nicht korrekt (mangelhaft). Dies ist klar und gut verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Was hingegen auf Seite 134 erw\u00e4hnt wird, betrifft zwei unterschiedliche Aspekte, die du f\u00fcr ein und dieselbe Sache gehalten hast:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erster Aspekt: Das Entgelt muss in einer Weise bestimmt werden, die jede Indeterminiertheit (<em>\u01e7ah\u0101la<\/em>) ausschlie\u00dft. Es ist daher unzul\u00e4ssig, den Lohn \u2013 wie im Beispiel auf Seite 91 \u2013 unbestimmt zu lassen, etwa mit der Formulierung: \u201eIch gebe dir etwas von der Ernte, die du einbringst.\u201c Eine solche Vereinbarung ist nicht zul\u00e4ssig. Vielmehr muss der Lohn klar und eindeutig festgelegt werden, sodass kein Raum f\u00fcr Streitigkeiten bleibt, etwa durch die Angabe: \u201eDein Lohn betr\u00e4gt einen <em>\u1e63\u0101\u02bf<\/em> oder einen <em>mudd<\/em> (der Ernte)\u201c, oder indem man sagt: \u201eErnte f\u00fcr mich dieses Feld von zehn Hektar, und dein Lohn sei der Ertrag dieses Hektars.\u201c Das bedeutet: Der Rechtsspruch lautet in diesem Fall auf Verpflichtung (<em>wu\u011f\u016bb<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweiter Aspekt: Dieser Punkt betrifft nicht die Verpflichtung, das Entgelt bei Festlegung in einer Weise zu bestimmen, die jede Indeterminiertheit (<em>\u01e7ah\u0101la<\/em>) ausschlie\u00dft. Vielmehr bezieht er sich auf die Frage, ob der Lohn des Dienstnehmers festgelegt werden muss, bevor man ihn besch\u00e4ftigt. Das hei\u00dft: Muss man ihn vor Arbeitsaufnahme \u00fcber seinen Lohn informieren, oder darf man ihn besch\u00e4ftigen, bevor der Lohn bestimmt wurde? In diesem Fall lautet der Rechtsspruch auf Unerw\u00fcnschtheit (<em>makr\u016bh<\/em>) \u2013 also nicht auf Verbot (<em>\u1e25ar\u0101m<\/em>). Der Dienstvertrag (<em>\u02bfaqd al-i\u01e7\u0101ra<\/em>) wird dadurch nicht ung\u00fcltig, vielmehr steht dem Dienstnehmer der \u00fcbliche Lohn f\u00fcr seinesgleichen zu (<em>a\u01e7r al-mi\u1e6fl<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Das Thema hat also zwei unterschiedliche Aspekte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens: Bei Festlegung des Arbeitslohns muss dieser in einer Weise bestimmt werden, die jede Unklarheit bzw. Indeterminiertheit beseitigt, andernfalls ist der Vertrag nicht korrekt abgeschlossen worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens: Darf der Dienstnehmer bei Abschluss eines Dienstverh\u00e4ltnisses erst nach Festlegung seines Lohnes besch\u00e4ftigt werden oder kann er schon davor mit der Arbeit beginnen? Der diesbez\u00fcgliche Rechtsspruch lautet auf Unerw\u00fcnschtheit (<em>makr\u016bh)<\/em>, das hei\u00dft: Der Dienstvertrag (<em>i\u01e7\u0101ra<\/em>) ist rechtswirksam (<em>\u1e63a\u1e25\u012b\u1e25<\/em>), und dem Dienstnehmer steht der \u00fcbliche Lohn f\u00fcr seinesgleichen zu (<em>a\u01e7r al-mi\u1e6fl<\/em>). Anders ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Bei der Anstellung eines Dienstnehmers ist es unerw\u00fcnscht, ihn vor Festlegung seines Lohnes zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8211; Bei Festlegung des Arbeitslohns im Dienstvertrag muss dieser in einer Weise bestimmt werden, die jede Unklarheit bzw. Indeterminiertheit beseitigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">15. Rab\u012b\u02bf al-Auwal 1432 n.&nbsp;H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">20.3.2011<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gilt als unerw\u00fcnscht (makr\u016bh), den Dienstnehmer vor Vereinbarung des Lohnes zu besch\u00e4ftigen. Wie l\u00e4sst sich dann der zuvor erw\u00e4hnte Ausdruck \u201emuss\u201c (\u201eya\u01e7ib\u201c) \u2013 mit dem Ausdruck \u201eunerw\u00fcnscht\u201c (makr\u016bh) im zuletzt genannten Text in Einklang bringen, wo doch alle Quellen ausdr\u00fccklich festhalten, dass ein Vertrag auf etwas Unbekanntes bzw. Indeterminiertes (\u01e7ah\u0101la) unzul\u00e4ssig ist?<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":17423,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[673,1760],"class_list":["post-17424","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-islamrechtliche-fragen-und-antworten","tag-dienstvertrag","tag-mietvertrag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17424"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17424\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/17423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}