{"id":17548,"date":"2025-12-13T11:30:58","date_gmt":"2025-12-13T10:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17548"},"modified":"2025-12-13T11:30:58","modified_gmt":"2025-12-13T10:30:58","slug":"gruener-kolonialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17548","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Kolonialismus"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klimawandel ist eine Frage der Ideologie genau wie die Vorgehensweise beim Klimaschutz. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Klimaver\u00e4nderungen und dem Kapitalismus, der, seitdem er existiert, Mensch und Natur aufzehrt und zerst\u00f6rt, weil sein Ma\u00dfstab allein der Profit ist, ohne die fatalen Konsequenzen f\u00fcr die Menschheit zu ber\u00fccksichtigen. Hauptproblem des Klimawandels ist die durch Treibhausgasemissionen verursachte Erderw\u00e4rmung und ihre Folgen. Stellt man nun die beiden Ideologien Islam und Kapitalismus einander gegen\u00fcber, zeigt sich, dass unter islamischen Bedingungen erheblich weniger Treibhausgasemissionen freigesetzt werden, welche die Hauptursache des Treibhauseffekts und der sich daraus ergebenden Erderw\u00e4rmung sind. Voraussetzung hierf\u00fcr ist nat\u00fcrlich, dass ein Staat die islamische Ideologie vollst\u00e4ndig umsetzt und nicht nur in Teilbereichen. W\u00e4hrend es im Kapitalismus haupts\u00e4chlich um Wirtschaft, Wirtschaftswachstum und die Hervorbringung einer Konsumgesellschaft geht, in der die Menschen permanent zum Konsum animiert werden, um den Profit zu steigern, ist das islamische Wirtschaftssystem genau wie alle anderen Systeme im Islam durch islamische Gesetze geregelt und wird nicht von Wirtschaftswachstum und Konsum und auch nicht von Lobbyisten bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das folgende Beispiel veranschaulicht, warum der Islam daf\u00fcr sorgt, dass viel weniger Treibhausgase ausgesto\u00dfen werden. Sch\u00e4tzungsweise ein Drittel der Treibhausgasemissionen geht auf die weltweite Lebensmittelproduktion zur\u00fcck. Der aus einer \u00dcberproduktion hervorgehende Lebensmittel\u00fcberschuss f\u00fchrt dazu, dass laut Statistiken der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen etwa ein Drittel aller zum Verzehr produzierten Lebensmittel verlorengeht bzw. verschwendet wird. Das sind ca. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr, die ungenutzt zu Abf\u00e4llen werden. Das hei\u00dft, etwa ein Drittel des Treibhausgases, das bei der Lebensmittelproduktion ausgesto\u00dfen wird, h\u00e4tte man mit dem Islam vermeiden k\u00f6nnen. Denn es ist verboten, Lebensmittel wegzuwerfen. Das Verbot gilt nicht nur f\u00fcr den Konsumenten, sondern auch f\u00fcr den Produzenten, der Lebensmittel nicht bewusst \u00fcberproduzieren darf, wenn er wei\u00df, dass er sie am Ende entsorgen muss. Der Islam kann somit aufgrund seines Verbots, Lebensmittel wegzuwerfen, die bis 2050 erwartete Verdoppelung von Lebensmittelabf\u00e4llen verhindern. Auch die Textilindustrie ist von enormer Verschwendung gekennzeichnet, die vor allem ein Resultat von \u201eFast Fashion\u201c ist, welche zu einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Konsum von Kleidung gef\u00fchrt und diese zum billigen Wegwerfartikel gemacht hat. Der Energie- und Rohstoffverbrauch der Textilindustrie ist dadurch stark angestiegen, so dass die Bekleidungsindustrie ca. 10 Prozent der Treibhausgasemissionen verursacht. Unter islamischen Bedingungen w\u00e4re \u201eFast Fashion\u201c gar nicht m\u00f6glich, da die Produktion so billiger Kleidung nur durch Ausbeutung von Menschen unter schlimmsten Bedingungen m\u00f6glich ist. Dies sind zwei Beispiele daf\u00fcr, dass die Ideologie eine entscheidende Rolle beim Klimawandel und der Klimakrise spielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klimakrise erfordert Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz, doch dieser entpuppt sich im Kapitalismus als Kolonialismus nach altem Muster. Neu ist nur der gr\u00fcne Anstrich. Mit gr\u00fcner Technologie, wie z. B. E-Autos, Windr\u00e4dern und Wasserstoff, wollen die kapitalistischen Industriestaaten des Globalen Nordens das Klima retten und beuten daf\u00fcr gewissenlos die Rohstoffe des Globalen S\u00fcdens aus wie Lithium, Kobalt, Kupfer und Nickel, die die Menschen dort unter katastrophalen Bedingungen f\u00fcr sie abbauen m\u00fcssen. So steckt hinter jedem E-Auto auch Kinderarbeit. Die Umwelt der L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens wird f\u00fcr den klimaschutzbedingten Rohstoffbedarf der kapitalistischen Industriestaaten r\u00fccksichtslos zerst\u00f6rt, die Menschen werden ihres Lebensraums beraubt und vertrieben. Der Bedarf an Rohstoffen f\u00fcr den Ausbau gr\u00fcner Technologien ist gigantisch. So kann ein einziges Windrad bis zu 30 Tonnen Kupfer ben\u00f6tigen. Beim Kupferabbau wird enorm viel Wasser verbraucht und zudem Schwefels\u00e4ure eingesetzt, die Umwelt und Gesundheit sch\u00e4digt, nur um den Bedarf der Industriestaaten zu decken. Kapitalistischer Klimaschutz ist klassischer Kolonialismus in erweiterter Form, denn neben den \u00fcblichen Rohstoffen sind Wind, Sonne und Wasserstoff hinzugekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allem Deutschland setzt bei seiner sogenannten Energiewende auf Wasserstoff. Ausgerechnet in Namibia, wo Deutschland zwischen 1904 und 1908 einen V\u00f6lkermord an den Nama und Herero beging, will das deutsche Unternehmen Enertrag ab 2026 gr\u00fcnen Wasserstoff produzieren und nach Europa exportieren, und zwar auf einem Gebiet von 4.000 Quadratkilometern, das haupts\u00e4chlich das angestammte Gebiet der Nama war. Deutschland hatte sie w\u00e4hrend der Kolonialzeit enteignet und zwangsumgesiedelt. Mit dem gro\u00dfen Wasserstoff-Projekt von Enertrag sind die deutschen Kolonialherren sozusagen zur\u00fcck, um das Land wieder auszubeuten. Denn von dem Wasserstoff profitiert nicht die namibische Bev\u00f6lkerung, sondern Deutschland. Namibia soll zu einem gro\u00dfen Produzenten von gr\u00fcnem Wasserstoff f\u00fcr Deutschland werden mit riesigen Windparks und Solaranlagen, die den Strom f\u00fcr die Wasserstoffproduktion liefern sollen, w\u00e4hrend gleichzeitig etwa die H\u00e4lfte der namibischen Bev\u00f6lkerung keinen Zugang zu Strom hat. Auf Kosten der Menschen in Namibia versucht Deutschland bis 2045 klimaneutral zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff \u201eklimaneutral\u201c bedeutet keineswegs nur, dass kein CO<sub>2<\/sub> ausgesto\u00dfen wird, sondern meint auch den Ausgleich von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen \u2013 ein kapitalistischer Kniff, der auch als Greenwashing bezeichnet wird. Unternehmen versuchen gar nicht erst, ihren CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df zu vermeiden oder zu reduzieren, sondern pflanzen im Ausgleich einfach B\u00e4ume, die CO<sub>2<\/sub> binden sollen, was v\u00f6llig nutzlos ist, um der Klimakrise entgegenzuwirken. Die B\u00e4ume k\u00f6nnen erst in Jahrzehnten CO<sub>2<\/sub> binden, wenn sie bis dahin nicht abgeholzt oder durch Waldbr\u00e4nde oder Sch\u00e4dlinge vernichtet wurden. Das Hauptproblem an den Aufforstungsprojekten besteht aber vor allem darin, dass die kapitalistischen Industriestaaten das Land des Globalen S\u00fcdens f\u00fcr ihre Projekte nutzen, das Unternehmen viel g\u00fcnstiger erwerben k\u00f6nnen, statt ihr eigenes und hierzu Menschen vertreiben. Die Bev\u00f6lkerungen des Globalen S\u00fcdens m\u00fcssen f\u00fcr Aufforstungsprojekte nicht nur weichen, ihre \u00d6kosysteme werden au\u00dferdem zerst\u00f6rt, weil man schnell wachsende Monokulturen pflanzt, etwa Eukalyptusb\u00e4ume, die zudem viel Wasser verbrauchen. Im Globalen Norden w\u00e4ren solche Aufforstungsprojekte viel zu aufwendig und m\u00fcssten genehmigt werden. Vor allem d\u00fcrften sie keine bestehenden \u00d6kosysteme zerst\u00f6ren. Im Globalen S\u00fcden sind sie billiger, k\u00f6nnen schneller umgesetzt werden und man muss keine R\u00fccksicht auf irgendwelche \u00d6kosysteme nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie man sehen kann, halten die kapitalistischen Staaten auch beim Klimaschutz am Kolonialismus als Methode fest, um ihre Ziele zu verwirklichen. Der Klimaschutz muss im Kapitalismus wirtschaftlich rentabel sein und darf den gewohnten Lebensstil nicht beeintr\u00e4chtigen, was nur durch Ausbeutung und Zerst\u00f6rung des Globalen S\u00fcdens m\u00f6glich ist. Das ist kein Klimaschutz, sondern Kolonialismus, der die Klimakrise nur verst\u00e4rken wird, statt sie zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blickt man vom Weltall aus auf die Erde, nimmt man sie als Planeten aller Menschen wahr und nicht etwa als Planeten eines bestimmten Volkes oder einer bestimmten Nation. Jede negative Ver\u00e4nderung des Planeten trifft alle Menschen. So macht der Klimawandel vor keinen Staatsgrenzen halt und ist nicht das Problem eines einzelnen Staates oder Kontinents, sondern ein globales Problem, das man nicht jenen aufb\u00fcrden kann, die ohnehin schon Opfer des Kolonialismus sind. Die kapitalistischen Industriestaaten, die die Hauptverursacher der Klimakrise sind, k\u00f6nnen diese nicht wie ihren Plastikm\u00fcll in Container verladen und in die armen L\u00e4nder verschiffen, um sie loszuwerden. Sie sind gezwungen, Klimaschutzma\u00dfnahmen zu ergreifen, weil die Klimakrise auch sie trifft. Doch nicht einmal in dieser Angelegenheit sind sie in der Lage, ihren Kapitalismus abzulegen. Ihr Klimaschutz erfolgt auf einem kapitalistischen Fundament und m\u00fcndet zwangsl\u00e4ufig im sogenannten gr\u00fcnen Kolonialismus.<\/p>\n","protected":false},"author":92,"featured_media":17540,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[1491,1494,1503],"class_list":["post-17548","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-westliche-konzeptionen","tag-klima","tag-klimawandel","tag-kolonialismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/92"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17548"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17548\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/17540"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}