{"id":17690,"date":"2026-01-24T00:05:00","date_gmt":"2026-01-23T23:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17690"},"modified":"2026-01-24T00:05:00","modified_gmt":"2026-01-23T23:05:00","slug":"was-sind-die-hintergruende-der-zuspitzung-der-jemenitischen-krise-in-diesem-drastischen-ausmass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17690","title":{"rendered":"Was sind die Hintergr\u00fcnde der Zuspitzung der jemenitischen Krise in diesem drastischen Ausma\u00df?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong><u>Antwort auf eine Frage<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Was sind die Hintergr\u00fcnde <\/strong><strong>der Zuspitzung der jemenitischen Krise in diesem drastischen Ausma\u00df?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frage<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem die Kr\u00e4fte des S\u00fcdlichen \u00dcbergangsrates im Jemen unter der F\u00fchrung von Aidarus az-Zubaidi, der zugleich Mitglied des Pr\u00e4sidialrates ist, damit begonnen hatten, Truppen in Hadramaut und al-Mahra zu stationieren, geriet die Lage zunehmend au\u00dfer Kontrolle. In der Folge k\u00fcndigte der Vorsitzende des Pr\u00e4sidialrates, Raschad al-Alimi, das gemeinsame Verteidigungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der Forderung auf, dass die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Streitkr\u00e4fte binnen 24 Stunden aus dem Jemen abziehen. Saudi-Arabien unterst\u00fctzte diesen Schritt umgehend, bombardierte emiratische Waffenbest\u00e4nde im Hafen von al-Mukalla und verlangte seinerseits von den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Forderung Raschad al-Alimis nachzukommen und ihre Truppen aus dem Jemen abzuziehen. Daraufhin zogen sich die Emirate zur\u00fcck. Und schlie\u00dflich floh az-Zubaidi in die Vereinigten Arabischen Emirate. Was aber steckt hinter dieser Eskalation der Jemen-Frage, und das in solch massiver Weise? Verliert Gro\u00dfbritannien seine Gefolgsleute im Jemen? Und besitzt dieser Konflikt eine internationale Dimension?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Zusammenh\u00e4nge zu kl\u00e4ren, werden wir zun\u00e4chst darlegen, auf welche Weise sich diese Krise herausgebildet hat, um anschlie\u00dfend die Ergebnisse und Entwicklungen zu beleuchten, zu denen diese Ereignisse f\u00fchren werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Erstens: Die lokale Dimension der Herausbildung der Krise<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Dem \u00e4u\u00dferen Anschein nach begann die Krise Gestalt anzunehmen, als der S\u00fcdjemenitische \u00dcbergangsrat \u2013 der als der standfesteste Akteur bei der Unterst\u00fctzung des Projekts zur Wiedererrichtung eines Staates S\u00fcdjemen gilt \u2013 seine Kr\u00e4fte einsetzte, um die Kontrolle \u00fcber Hadramaut und al-Mahra zu \u00fcbernehmen und die von Amr bin Habrisch gef\u00fchrten Kr\u00e4fte des Stammesb\u00fcndnisses aus den \u00d6lanlagen zu vertreiben. <em>Jemenitische Truppen, die dem S\u00fcdjemenitischen \u00dcbergangsrat loyal gesinnt sind, erkl\u00e4rten am fr\u00fchen Donnerstagmorgen die \u00dcbernahme der Kontrolle \u00fcber die zu den \u00d6lgesellschaften geh\u00f6renden Standorte im Gebiet al-Masila in der Provinz Hadramaut, nachdem eine milit\u00e4rische Ausbreitung vonstattenging, die die \u00d6lfelder, das Umfeld der Anlagen sowie die Versorgungsrouten umfasste. Dies erfolgte nach dem Abzug von Einheiten des Hadramaut-Stammesb\u00fcndnisses aus ihren Stellungen in der Region infolge begrenzter Zusammenst\u00f6\u00dfe an einigen Punkten \u2026<\/em> <em>(BBC, 4.12.2025)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Aljazeera berichtete am 03.12.2025, dass eine saudische Delegation unter der Leitung von Mohammed al-Qahtani in der Stadt al-Mukalla, der Hauptstadt der Region Hadramaut, eingetroffen sei. Dort brachte sie die beteiligten Akteure zusammen, woraufhin eine Einigung zur Beendigung der Eskalation erzielt und in einem entsprechenden Memorandum festgehalten wurde. <em>Das Medienb\u00fcro der Provinz Hadramaut erkl\u00e4rte in einer Stellungnahme, dass die Vereinbarung vom Gouverneur von Hadramaut, Salim Ahmed al-Khanbaschi, sowie von Scheich Amr bin Ali bin Habrisch, dem Ersten Stellvertreter des Gouverneurs und Vorsitzenden des Stammesb\u00fcndnisses von Hadramaut, unterzeichnet worden sei <\/em>(Sky News, 04.12.2025). Dar\u00fcber hinaus wurde vereinbart, dass die saudische Delegation in Hadramaut verbleibt, um als Garant f\u00fcr die Umsetzung der Vereinbarung zu fungieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. <em>Scheich Amr bin Habrisch, Vorsitzender des Stammesb\u00fcndnisses von Hadramaut, das die \u201eEinf\u00fchrung einer autonomen Selbstverwaltung f\u00fcr die \u00f6lreiche Provinz im Osten des Jemen\u201c fordert, erkl\u00e4rte, Hadramaut sei einem bewaffneten \u00e4u\u00dferen Angriff ausgesetzt, der Stellungen an der K\u00fcste und auf dem Hochplateau ins Visier nehme und eine ernsthafte Bedrohung f\u00fcr die Erd\u00f6lanlagen darstelle. In einer im Fernsehen \u00fcbertragenen Ansprache beschuldigte bin Habrisch die Kr\u00e4fte des S\u00fcdlichen \u00dcbergangsrates, \u201eeinen heimt\u00fcckischen Angriff auf Stellungen des Stammesb\u00fcndnisses durchgef\u00fchrt und dabei Drohnen eingesetzt zu haben. Dies stelle einen eklatanten Bruch des zwischen dem B\u00fcndnis und den lokalen Beh\u00f6rden der Provinz Hadramaut geschlossenen Abkommens dar und habe Tote sowie Verletzte zur Folge gehabt.<\/em> (Al-Arabi al-Jadid, 09.12.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saudi-Arabien lehnte diese Entwicklungen ab. <em>Generalmajor Mohammed al-Qahtani, Vorsitzender des Sonderausschusses f\u00fcr den Jemen und Leiter der saudischen Delegation, die derzeit die Provinz Hadramaut besucht, bekr\u00e4ftigte die Haltung seines Landes, die Stabilit\u00e4t der Provinz uneingeschr\u00e4nkt zu unterst\u00fctzen, und lehnte zugleich \u201ejegliche Versuche ab, durch den Einsatz von Gewalt vollendete Tatsachen zu schaffen<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. In der Zwischenzeit nahm der Vorsitzende des jemenitischen Pr\u00e4sidialrats, Rashad al-Alimi, eine Haltung ein, die mit Saudi-Arabien \u00fcbereinstimmte. Er <em>bekr\u00e4ftigte seine kategorische Ablehnung jeglicher einseitiger Schritte, die die Sicherheit und Stabilit\u00e4t untergraben und die Befugnisse der legitimen Regierung aush\u00f6hlen k\u00f6nnten, und hob zugleich die Notwendigkeit hervor, das in der Provinz Hadramaut erzielte Deeskalationsabkommen uneingeschr\u00e4nkt einzuhalten. Diese \u00c4u\u00dferungen t\u00e4tigte al-Alimi unmittelbar vor seiner Abreise aus der \u00dcbergangshauptstadt Aden in Richtung des K\u00f6nigreichs Saudi-Arabien<\/em> (Al-Quds, 05.12.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Als die Bem\u00fchungen Saudi-Arabiens, die Lage wieder auf den Stand vor dem Einsatz der Kr\u00e4fte des \u00dcbergangsrats durch die Vereinigten Arabischen Emirate in Hadramaut und al-Mahra zu bringen, keine Fr\u00fcchte trugen und in eine Sackgasse f\u00fchrten, versch\u00e4rfte sich die Krise zunehmend und nahm regionale Dimensionen an. So <em>erlie\u00df Rashad al-Alimi, Vorsitzender des Pr\u00e4sidialrats im Jemen, am Dienstag eine Entscheidung zur Aufhebung des Abkommens \u00fcber die gemeinsame Verteidigung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und setzte den emiratischen Truppen eine Frist von 24 Stunden f\u00fcr den Abzug aus dem Jemen<\/em> (RT, 30.12.2025). Gleichzeitig befahl er den \u201eHeimatschutz\u201c-Einheiten \u2013 diese unterstehen dem Verteidigungsministerium &#8211; sich in Bewegung zu setzen und s\u00e4mtliche Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte in den beiden Gouvernements zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">6. Saudi-Arabien begr\u00fc\u00dfte diesen Schritt umgehend. Dann spitzte sich die Krise weiter zu. So bombardierten saudische Streitkr\u00e4fte Waffenbest\u00e4nde und Munition, die die Vereinigten Arabischen Emirate zur Unterst\u00fctzung des \u00dcbergangsrates zum Hafen von Mukalla geschickt hatten. <em>Der von Saudi-Arabien gef\u00fchrte Koalitionsverband im Jemen erkl\u00e4rte am Dienstag die Durchf\u00fchrung einer begrenzten milit\u00e4rischen Operation, bei der Waffen und Kampffahrzeuge ins Visier genommen wurden, die aus den VAE im Hafen von Mukalla in der Provinz Hadramaut angekommen waren.<\/em> (Sada News, 30.12.2025). Und so entstand eine akute Krise im Jemen, die auch durch diplomatische Bem\u00fchungen nicht gel\u00f6st werden konnte und sich schlie\u00dflich regional ausweitete. Saudi-Arabien forderte den Pr\u00e4sidialrat auf, die Vereinigten Arabischen Emirate aus der jemenitischen Arena hinauszuwerfen. Anschlie\u00dfend griff es die von den Emiraten gelieferten Waffen f\u00fcr den \u00dcbergangsrat in Hadramaut an, wodurch eine schwere Konfrontation zwischen Saudi-Arabien und den VAE drohte, vergleichbar mit der Krise zwischen Saudi-Arabien und Katar im Jahr 2017.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">7. Die Drohkulisse blieb weiter bestehen, bis die Vereinigten Arabischen Emirate schlie\u00dflich \u201enachgaben\u201c und den Abzug ihrer Truppen aus dem Jemen ank\u00fcndigten. <em>Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate erkl\u00e4rte am Dienstag, dass die verbleibenden Anti-Terror-Einheiten im Jemen freiwillig aufgel\u00f6st w\u00fcrden, unter Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit ihres Personals und in Abstimmung mit den beteiligten Partnern<\/em>. (RT, 30.12.2025). Saudi-Arabien setzte derweil seine Warnungen an die Gefolgsleute der Emirate im Jemen (d.&nbsp;h. den \u00dcbergangsrat unter der F\u00fchrung von Aidarus az-Zubaidi) fort, sich aus Hadramaut und al-Mahra zur\u00fcckzuziehen. Der Rat, der zun\u00e4chst nicht reagierte, zeigte unter dem Druck Saudi-Arabiens schlie\u00dflich erste Anzeichen von Entgegenkommen, etwa durch den Vorschlag einer gemeinsamen Pr\u00e4senz oder einem teilweisen R\u00fcckzug. <em>Die Streitkr\u00e4fte des S\u00fcdlichen \u00dcbergangsrates im Jemen begannen mit dem R\u00fcckzug aus mehreren Gebieten an der K\u00fcste und im Tal von Hadramaut.<\/em> (Al-Mudun, 31.12.2025). Dieser R\u00fcckzug stellte jedoch keine endg\u00fcltige L\u00f6sung der Krise dar, er kam vielmehr einem T\u00e4uschungsman\u00f6ver gleich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">8. Danach, n\u00e4mlich am 8. Januar 2026, floh az-Zubaidi von Aden nach Abu Dhabi \u00fcber Somaliland, wie das von Saudi-Arabien gef\u00fchrte B\u00fcndnis in den Medien bekanntgab. Anschlie\u00dfend erkl\u00e4rte der saudische Verteidigungsminister, <em>dass das K\u00f6nigreich in Absprache mit den Pers\u00f6nlichkeiten aus dem S\u00fcden ein Vorbereitungskomitee zur Organisation der Riad-Konferenz bilden werde. Am Freitagmorgen k\u00fcndigte der Generalsekret\u00e4r des S\u00fcdlichen \u00dcbergangsrates im Jemen, Abdulrahman al-Subaihi, die Aufl\u00f6sung des Rates und s\u00e4mtlicher seiner Gremien an und erkl\u00e4rte zugleich, dass \u201edarauf hingearbeitet werde, das gerechte s\u00fcdliche Ziel durch eine umfassende S\u00fcd-Konferenz unter der Schirmherrschaft des K\u00f6nigreichs Saudi-Arabien zu erreichen\u201c<\/em> (Al Jazeera, 09.01.2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong><u>Zweitens: Die internationale Dimension<\/u><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Diese Dimension ist klar und l\u00e4sst keine Zweifel zu: Die Herrscher Saudi-Arabiens agieren als Vasallen der USA und setzen deren Politik um, w\u00e4hrend die Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate als Vasallen Gro\u00dfbritanniens die britische Politik umsetzen. Sie stehen damit auf entgegengesetzten Seiten, wodurch ihre Interessen im Jemen in Konflikt geraten. Entweder stehen sie an der Schwelle zu einer Konfrontation oder durchschreiten bereits eines ihrer Tore. Die jemenitischen Akteure in diesem Konflikt hingegen, zumindest bis vor Kurzem, waren Handlanger der Engl\u00e4nder. So ist Aidarus az-Zubaidi, der den S\u00fcdlichen \u00dcbergangsrat im Jemen anf\u00fchrt und eines der acht Mitglieder des Pr\u00e4sidialrats ist, ein britischer Vasall, der s\u00e4mtliche seiner Aktivit\u00e4ten mit den Vereinigten Arabischen Emiraten abstimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Hinsichtlich des Vorsitzenden des \u00dcbergangsrates, Rashad al-Alimi, so geh\u00f6rte auch er urspr\u00fcnglich zu Gro\u00dfbritanniens Gefolgschaft. Doch er unterst\u00fctzte Saudi-Arabien massiv und forderte den Abzug der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Jemen. Die VAE wiederum fungieren als das starke Instrument Gro\u00dfbritanniens, um dessen Einfluss im Jemen aufrechtzuerhalten. Zur Verdeutlichung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Im Jahr 2022 wurde ein Pr\u00e4sidialrat gegr\u00fcndet, dessen Vorsitzender Rashad al-Alimi die Befugnisse des Pr\u00e4sidenten innehat, w\u00e4hrend die sieben weiteren Mitglieder die Befugnisse eines Vizepr\u00e4sidenten aus\u00fcben. Saudi-Arabien und der US-Vertreter stimmten der Bildung dieses Pr\u00e4sidialrats zu, obwohl die Mehrheit seiner Mitglieder dem jemenitischen Politmilieu angeh\u00f6rte, das unter britischem Einfluss steht. Dies wurde jedoch bewusst in Kauf genommen, da Saudi-Arabien den Pr\u00e4sidialrat durch finanzielle und sicherheitspolitische Unterst\u00fctzung kontrollierte, insbesondere indem es vier Mitglieder des \u00dcbergangsrates einbrachte, um diesen zu befrieden. Al-Alimi selbst geh\u00f6rte zuvor zu den Gro\u00dfbritannien-Vasallen und bekleidete bereits unter dem fr\u00fcheren jemenitischen Pr\u00e4sidenten Ali Abdullah Saleh hohe politische \u00c4mter. Seine l\u00e4ngere Aufenthaltszeit in Saudi-Arabien und seine starke Abh\u00e4ngigkeit von den von Saudi-Arabien bereitgestellten finanziellen und sicherheitspolitischen Hilfen bescherten dem K\u00f6nigreich jedoch erheblichen Einfluss auf ihn, der in letzter Zeit noch zunahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Aus diesem Grund nahm Al-Alimi eine harte Haltung gegen den Angriff des \u00dcbergangsrates auf die Gouvernements Hadramaut und al-Mahra Anfang Dezember ein. Damit nicht genug, forderte er in strikter Haltung die Vertreibung der Vereinigten Arabischen Emirate aus der jemenitischen Arena, was dem noch verbliebenen britischen Einfluss im Jemen erheblichen Schaden zuf\u00fcgt. Dies deutet auf einen Loyalit\u00e4tswechsel hin, den seine j\u00fcngste Erkl\u00e4rung nahelegt, wenn nicht sogar best\u00e4tigt. <em>Der Vorsitzende des pr\u00e4sidialen F\u00fchrungsrates im Jemen, Rashad al-Alimi, erkl\u00e4rte: \u201eDer Schutz der strategischen Partnerschaft mit Saudi-Arabien ist eine nationale Verantwortung. Die jemenitische F\u00fchrung erkennt sowohl die Vorteile, die sie damit erzielt, als auch die Risiken, die mit einer Vernachl\u00e4ssigung dieser Partnerschaft einhergehen, und betont, dass diese Partnerschaft eine zentrale S\u00e4ule f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Bem\u00fchungen um die Wiederherstellung des jemenitischen Staates darstellt.\u201c<\/em> (Al-Arabiya, 01.01.2026) Daher griffen ihn die F\u00fchrungsk\u00f6pfe der Gro\u00dfbritannien-Vasallen im Pr\u00e4sidialrat an und warfen ihm vor, \u00fcber seine Befugnisse hinaus zu handeln. In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung hie\u00df es: <em>\u201eWir verfolgen mit gro\u00dfer Sorge die einseitigen Ma\u00dfnahmen und Entscheidungen des Vorsitzenden des Pr\u00e4sidialrats Rashad al-Alimi, darunter die Ausrufung des Ausnahmezustands, die Formulierung schwerwiegender politischer und sicherheitspolitischer Bewertungen bis hin zur Behauptung, die Vereinigten Arabischen Emirate aus der Arabischen Koalition und aus dem jemenitischen Staatsgebiet ausgeschlossen zu haben.\u201c <\/em>(Independent Arabia, 30.12.2025) Der Loyalit\u00e4tswechsel al-Alimis von den Briten hin zu Saudi-Arabien bedeutet zwar nicht das Ende der Gefolgsm\u00e4nner Gro\u00dfbritanniens im S\u00fcdjemen, jedoch schw\u00e4cht es sie, insbesondere nach der Aufl\u00f6sung des \u00dcbergangsrates durch Abdulrahman al-Subaihi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Drittens:<\/u><\/strong> <strong>Bei genauer Betrachtung dieses akuten Konflikts zeigt sich, dass er sich in erster Linie um Hadramaut dreht und das Gouvernement al-Mahra mit einschlie\u00dft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Hadramaut, dessen Fl\u00e4che nahezu ein Drittel des jemenitischen Staatsgebiets ausmacht, blieb w\u00e4hrend der gesamten Jahre des Jemenkrieges weitgehend am Rande des Konflikts und galt implizit als Teil der Einflusszonen des S\u00fcdjemenitischen \u00dcbergangsrates, der auf eine Abspaltung des S\u00fcdjemen vom Norden des Landes hinarbeitet. Saudi-Arabiens Interventionen in dieser Region waren derweil begrenzt. So unterst\u00fctzte Saudi-Arabien im Jahr 2024 den Einsatz jemenitischer Regierungstruppen unter Rashad al-Alimi in Hadramaut, w\u00e4hrend der von den Emiraten unterst\u00fctzte \u00dcbergangsrat dagegen war. (Balqees, 03.06.2024). Die saudischen Interventionen blieben weiterhin begrenzt, bis Donald Trump in den USA an die Macht kam. Seitdem intensivierten sich die saudischen Interventionen, die in die j\u00fcngsten Drohungen gegen\u00fcber den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem \u00dcbergangsrat gipfelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Dass Saudi-Arabiens Interventionen in Hadramaut nach der Amts\u00fcbernahme Trumps zugenommen haben, war unverkennbar. Mit Beginn des Jahres 2025 fing Saudi-Arabien an, erheblichen Einfluss in Hadramaut auszu\u00fcben, Kontakt zu den Stammesf\u00fchrern aufzunehmen und sich Unterst\u00fctzer vor Ort aufzubauen. Gefunden wurde dieser Einflusstr\u00e4ger in Amr bin Hubraish, dem Anf\u00fchrer des Stammesb\u00fcndnisses von Hadramaut und ersten Stellvertreter des Gouverneurs von Hadramaut. Saudi-Arabien begann, ihn zu f\u00f6rdern und ihm zus\u00e4tzliche Macht zu verschaffen, sodass er zunehmend nach Kontrolle und Vorherrschaft in Hadramaut strebte. <em>Im Februar 2025 steigerte Bin Hubraish die Spannungen erneut, indem er die \u201eSchutzkr\u00e4fte Hadramauts\u201c gr\u00fcndete, gleichzeitig mit der Ank\u00fcndigung eines \u00d6l-Exportstopps.<\/em> (Aljazeera Net, 03.12.2025). Anschlie\u00dfend empfingen hochrangige saudische Offizielle, darunter der Verteidigungsminister und der Generalstabschef, Bin Hubraish in Riad, nachdem Saudi-Arabien ein Milit\u00e4rflugzeug entsandt hatte, um ihn von Say\u2019un nach Riad zu bringen, und ihm gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrte. (Al-Arab, 29.03.2025). Nach seiner R\u00fcckkehr nach Hadramaut k\u00fcndigte er im Mai 2025 die Aufstellung von sechs Milit\u00e4rbrigaden mit insgesamt 35.000 K\u00e4mpfern an sowie die Gr\u00fcndung spezialisierter Sicherheitseinheiten wie des Spezialsicherheitsdienstes und der Notfallkr\u00e4fte. Schlie\u00dflich trieb das K\u00f6nigreich seinen Gefolgsmann Bin Hubraish dazu an, die Kontrolle \u00fcber die \u00d6lgesellschaften zu \u00fcbernehmen, was beim \u00dcbergangsrat unter Aidarus az-Zubaidi das Fass zum \u00dcberlaufen brachte. Das veranlasste diesen dann, aktiv zu werden und Hadramaut wieder unter seine Kontrolle zu bringen, was die Krise anfachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Ein weiterer Aspekt ist, dass die fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig ausgedehnte Provinz Hadramaut \u00fcber einem kostbaren Schatz an mineralischen Ressourcen sitzt, darunter seltene Metalle wie Scandium, das in gro\u00dfen Mengen in den K\u00fcstendistrikten Brom Meefa und Hajar al-Hadrami entdeckt wurde und in der Herstellung von Flugzeugen und Raumfahrzeugen Verwendung findet. Best\u00e4tigt wurde dies ebenfalls auf der Website von \u201eAden City\u201c am 07.11.2025 unter Berufung auf die Geologische Forschungsbeh\u00f6rde von Hadramaut. Die Entdeckung in Hadramaut k\u00f6nnte den Jemen auf die globale Landkarte der seltenen Metalle setzen; zugleich sind die schwarzen Sande der Region reich an Ilmenit, Rutil, Zirkon und Magnetit, um die internationale Unternehmen zwecks Investitionen wetteifern. Dar\u00fcber hinaus besitzt Hadramaut bedeutende Vorkommen an \u00d6l, Marmor und Granit. <em>So hat sich der Jemen als einziges arabisches Land einen Platz unter den Produzenten seltener Erden im Nahen Osten gesichert<\/em> (Energy Platform, Washington, 08.07.2025). Diese seltenen Rohstoffe sind es, die die Trump-Administration in vielen ihrer internationalen Strategien antreiben, insbesondere im Hinblick auf die Eind\u00e4mmung der chinesischen Dominanz bei diesen wichtigen Seltenerdmetallen, die f\u00fcr sensible industrielle Prozesse wie die Herstellung von Mikrochips entscheidend sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es die Trump-Regierung war, die Saudi-Arabien dazu dr\u00e4ngte, die Stabilit\u00e4t Hadramauts zu unterminieren. Die Versuche des Stammesb\u00fcndnisses unter der F\u00fchrung von Bin Hubraish, die Kontrolle \u00fcber die \u00d6lgesellschaften auszubauen und die Forderungen nach Autonomie zu verst\u00e4rken, f\u00fchrten dazu, dass die Gro\u00dfbritannien-Clique (die Vereinigten Arabischen Emirate und ihre lokalen Partner wie der \u00dcbergangsrat) einen Angriff auf Hadramaut starteten und die Kontrolle \u00fcber die Region sowie das Gouvernement al-Mahra \u00fcbernahmen. Da sah Saudi-Arabien, oder genauer die Trump-Regierung, rot. Die daraufhin ergriffenen drastischen Ma\u00dfnahmen gegen die VAE waren in ihrer H\u00e4rte beispiellos seit der gemeinsamen Operation \u201eSturmflut der Entschlossenheit\u201c im Jahr 2015. Dazu geh\u00f6rten Angriffe auf von den VAE gelieferte Waffen und Drohungen gegen\u00fcber deren Anh\u00e4ngern im \u00dcbergangsrat. Dies macht deutlich, wie ernst die Trump-Regierung diese Angelegenheit nimmt, n\u00e4mlich die Angelegenheit der Seltenerdmetallen in Hadramaut. Auch die USA stehen nicht au\u00dferhalb des Geschehens, selbst wenn sie auf ihr Werkzeug Saudi-Arabien vertrauen. So nahm US-Au\u00dfenminister Marco Rubio Kontakt mit dem saudischen Au\u00dfenminister Faisal bin Farhan auf, <em>um die Lage im Jemen sowie Fragen zu besprechen, die die regionale Sicherheit und Stabilit\u00e4t betreffen<\/em> (RT, 30.12.2025).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Viertens: <\/u><\/strong><strong><u>Zusammenfassend l\u00e4sst sich festhalten, dass die j\u00fcngste Entwicklung auf der jemenitischen B\u00fchne darin besteht, dass die Trump-Regierung ihren Fokus auf Hadramaut richtet. Und das aufgrund der dort vorhandenen Seltenerdmetalle<\/u><\/strong>, die den USA erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, der chinesischen Dominanz in diesem sensiblen und f\u00fcr andere industrielle Prozesse entscheidenden Sektor entgegenzutreten. Zugleich deutet sich ein wahrscheinlicher Loyalit\u00e4tswechsel jemenitischer F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten von Gro\u00dfbritannien hin zu den USA an, allen voran Pr\u00e4sident Rashad al-Alimi. Es ist bekannt, dass chinesische Unternehmen bereits in Hadramaut nach Seltenerdmetallen suchen. Daher ist das Anliegen Trumps in Bezug auf diese Ressourcen dringlich, bevor China die Kontrolle dar\u00fcber erlangt. So treiben die Vasallen der ungl\u00e4ubigen Staaten die K\u00e4mpfe im Jemen voran, um die Interessen in der Seele ihres Herrn zu erf\u00fcllen. Diese Abfolge schmerzlicher Ereignisse setzt sich nicht nur im Jemen fort, sondern auch im Sudan und in anderen L\u00e4ndern der muslimischen Welt. So t\u00f6ten Muslime einander in Konflikten, bei denen ihre Vasallen-F\u00fchrungen ihnen vorgaukeln, diese Konflikte dienten ihrem h\u00f6chsten Interesse, um sie dazu zu bewegen, das Kostbarste und Wertvollste zu opfern. Tats\u00e4chlich werden diese Auseinandersetzungen jedoch zur Verteidigung der Interessen ungl\u00e4ubiger Staaten gef\u00fchrt. Diese traurige Serie wird sich weiter fortsetzen, bis sich die st\u00e4rkste Gruppe aus der Umma erhebt, sich auf ihre Herrscher st\u00fcrzt, diese streng zur Rechenschaft zieht und einen Staat der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Rechtleitung errichtet \u2013 den Staat des Kalifats nach dem Plan des Prophentums. Dann wird, so Allah will, Gutes f\u00fcr den Islam und die Muslime geschehen, mit Segen vom Himmel und mit Gnade, W\u00fcrde und Ehre:<\/p>\n\n\n\n<section class=\"wp-block-kommy-quran-block\"><p class=\"quran-block-arabic\"><span>\ufd3f<\/span><span class=\"quran-block-arabic-content\">\u0625\u0650\u0646\u064e\u0651 \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064e \u0628\u064e\u0627\u0644\u0650\u063a\u064f \u0623\u064e\u0645\u0652\u0631\u0650\u0647\u0650 \u0642\u064e\u062f\u0652 \u062c\u064e\u0639\u064e\u0644\u064e \u0627\u0644\u0644\u064e\u0651\u0647\u064f \u0644\u0650\u0643\u064f\u0644\u0650\u0651 \u0634\u064e\u064a\u0652\u0621\u064d \u0642\u064e\u062f\u0652\u0631\u0627\u064b<\/span><span>\ufd3e<\/span><\/p><p class=\"quran-block-trans-ref\"><span class=\"quran-block-translation\">Wahrlich, Allah vollendet Seinen Plan; Allah hat f\u00fcr alles ein Ma\u00df bestimmt.<\/span><span class=\"quran-block-reference\"><span>[<\/span><span class=\"quran-block-reference-content\">65:3<\/span><span>]<\/span><\/span><\/p><\/section>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wahrlich, der Morgen, auf den man blickt, ist nah.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">22. Ra\u011fab 1447 n.\u00a0H.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">11.01.2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die Kr\u00e4fte des S\u00fcdlichen \u00dcbergangsrates im Jemen unter der F\u00fchrung von Aidarus az-Zubaidi damit begonnen hatten, Truppen in Hadramaut und al-Mahra zu stationieren, geriet die Lage zunehmend au\u00dfer Kontrolle. Und schlie\u00dflich floh az-Zubaidi in die Vereinigten Arabischen Emirate. 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