{"id":18291,"date":"2026-07-22T00:05:00","date_gmt":"2026-07-21T22:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=18291"},"modified":"2026-07-22T14:40:34","modified_gmt":"2026-07-22T12:40:34","slug":"hasbara-israels-propagandastrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=18291","title":{"rendered":"Hasbara \u2013 \u201eIsraels\u201c Propagandastrategie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Nach der Unterzeichnung des MoUs am 17. Juni 2026 beobachtete ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung die Reaktionen bekannter MAGA-Accounts. \u00dcberrascht stellte er fest, dass zahlreiche Influencer nicht etwa den <em>Deal<\/em> ihres Pr\u00e4sidenten feierten, sondern israelische Leitartikel teilten, in denen Trump als Versager dargestellt wurde. Andere wiederum posteten ein zurechtgeschnittenes Video, in dem sich der katarische Premierminister vom US-amerikanischen Vizepr\u00e4sidenten JD Vance abwendete und ihn keines Blickes w\u00fcrdigte. Die Botschaft all dieser Beitr\u00e4ge war eindeutig: Die USA haben klein beigegeben und durch einen unvollendeten Krieg gegen den Iran ihre hegemoniale Position in der Region verspielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Im Zuge einer Recherche des <em>Time Magazine<\/em> wurde schlie\u00dflich klar, was es mit den inhaltlich und sogar im Wording extrem \u00e4hnlichen Beitr\u00e4gen in den sozialen Medien auf sich hatte. Sie alle waren Teil einer Kampagne, die von Brad Parscale gesteuert wurde. Im Auftrag Israels hatte der ehemalige Wahlkampfmanager Trumps monatlich 1,5 Millionen US-Dollar erhalten, um mit seiner Firma Clock Tower X eine digitale Einflusskampagne durchzuf\u00fchren, bei der durch entsprechende Beitr\u00e4ge auf TikTok, Instagram und X sowie durch eine Beeinflussung von Rechercheergebnissen bei ChatGPT, Claude und Gemini das Meinungsbild zugunsten Israels und der Fortf\u00fchrung des Iran-Kriegs beeinflusst werden sollte. Dutzende <em>rechte<\/em> Accounts und Influencer erhielten Anweisungen, deren Befolgung mit gro\u00dfz\u00fcgigen Zahlungen pro abgesetzten Beitrag und variablen Extraverg\u00fctungen belohnt wurde, die sich nach der Anzahl erhaltener Likes richtete. Sie alle waren Teil einer vom israelischen Au\u00dfenministerium koordinierten Social-Media-Kampagne, in der sogenannte <em>Digital Warriors<\/em> die \u00f6ffentliche Meinung beeinflussen sollten. Ein Vorgang, den selbst US-Vizepr\u00e4sident im Podcast von Joe Rogan am 15. Juli vor einem Millionenpublikum als <em>israelische<\/em> <em>Einflusskampagne<\/em> scharf kritisierte!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Im digitalen Zeitalter werden Kriege nicht nur materiell, sondern auch virtuell gef\u00fchrt. Propaganda war seit jeher Teil jedes Krieges, doch heutzutage er\u00f6ffnet sich durch Internet und Soziale Medien eine v\u00f6llig neue Dimension. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die arabische und islamische Welt zu legen, denn diese ist bereits seit vielen Jahren im Fadenkreuz zionistischer Propaganda. Nicht nur materiell und geheimdienstlich, sondern auch auf einer Ebene, die nicht sofort ersichtlich ist. Der hebr\u00e4ische Begriff <em>Hasbara<\/em> bedeutet w\u00f6rtlich <em>Erkl\u00e4rung<\/em> und bezeichnet seit Jahrzehnten vom Judenstaat gef\u00f6rderte \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Propaganda. Offiziell soll <em>Hasbara<\/em> Israels Politik und Sicherheitsinteressen verst\u00e4ndlich machen \u2013 in Wirklichkeit handelt es sich um gezielte Desinformationskampagnen, die darauf abzielen, jegliche Kritik zu delegitimieren und oppositionelle Narrative zu unterdr\u00fccken. <em>Hasbara<\/em> ist eng mit Israels strategischen Zielen verkn\u00fcpft und entwickelte sich immer mehr zu einer Form der <em>Informationskriegsf\u00fchrung<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Immer wieder lancieren israelische Stellen unverifizierte oder falsche Meldungen, um milit\u00e4rische Operationen zu rechtfertigen. Beispielsweise behauptete die Besatzungsarmee im Herbst 2023 \u00fcber X, Hamas-Mitglieder w\u00fcrden israelische Geiseln in einem Krankenhaus gefangen halten. Tats\u00e4chlich handelte es sich bei der in dem Beitrag vorgef\u00fchrten <em>Liste<\/em> an der Wand um harmlose Wochentagsnamen, was hohe Wellen schlug. Ebenso kursierte der Mythos, Israel habe Brutk\u00e4sten f\u00fcr Fr\u00fchgeborene nach Gaza geliefert \u2013 in Wahrheit lagen zahlreiche Babys unversorgt und au\u00dferhalb der Brutk\u00e4sten, weil die Stromgeneratoren ausgeschaltet wurden. Solche F\u00e4lle entlarven kritische Stimmen \u2013 besonders in Sozialen Medien \u2013 schnell als Propaganda, die gezielt Emotionen sch\u00fcren und Unterst\u00fctzung f\u00fcr milit\u00e4rische Eins\u00e4tze mobilisieren soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Journalist Jeremy Scahill von <em>The Intercept<\/em> spricht in diesem Kontext von einer <em>epischen L\u00fcge<\/em>, vergleichbar mit den irref\u00fchrenden Behauptungen \u00fcber Massenvernichtungswaffen im Irak-Konflikt. Seiner Ansicht nach instrumentalisiert die israelische Regierung <em>Hasbara<\/em>, um Pal\u00e4stinenser systematisch zu entmenschlichen und so die \u00f6ffentliche Wahrnehmung zu manipulieren. Internationale Analysen zeigen, dass nicht nur staatliche Stellen, sondern auch private PR-Agenturen oppositionelle Stimmen verdr\u00e4ngen und pro-israelische Narrative in gro\u00dfen Medien platzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Koordinierte Online-Desinformationskampagnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Heutzutage findet <em>Hasbara<\/em> vor allem online statt. 2024 deckten die <em>New York Times<\/em> und NGO-Analysen auf, dass Israels Diaspora-Ministerium rund 2 Mio. US-Dollar in eine geheime Social-Media-Kampagne investierte: Hunderte gef\u00e4lschter Profile in sozialen Netzwerken kontaktierten systematisch US-Kongressabgeordnete. Diese Fake-Accounts \u2013 getarnt als <em>gew\u00f6hnliche amerikanische B\u00fcrger<\/em>, darunter angebliche j\u00fcdische Studenten oder <em>besorgte Afroamerikaner<\/em> \u2013 posteten massenhaft pro-israelische Botschaften, riefen zur Unterst\u00fctzung des Vernichtungskriegs in Gaza auf und \u00fcbten Druck auf demokratische Politiker aus. Der Meta-Konzern identifizierte \u00fcber 500 solcher Fake-Accounts, die auch gezielt anti-islamische und anti-pal\u00e4stinensische Inhalte verbreiteten. Dass dies wohl nur die Spitze des Eisbergs darstellt, l\u00e4sst die Positionierung von Meta-CEO Mark Zuckerberg vermuten, der sich als Jude zwar nicht offen zum Zionismus bekennt, daf\u00fcr aber einige Entscheidungen getroffen hat, die ganz im Sinne der <em>Hasbara<\/em> sind. So wurde 2024 die negative Verwendung des Begriffs <em>Zionist<\/em> auf seiner Plattform als <em>Hassrede<\/em> eingestuft. Im Januar 2025 unterzeichneten fast 200 Meta-Mitarbeiter einen an Zuckerberg gerichteten offenen Brief mit der Aufforderung, sie in Bezug auf Pal\u00e4stina nicht l\u00e4nger zum Schweigen zu bringen. Gegen den Hauptverantwortlichen wurde daraufhin unternehmensintern ermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Unabh\u00e4ngig von diesen Vorf\u00e4llen berichtete <em>Politico<\/em>, dass eine israelische Gruppenamens <em>FakeReporter<\/em> rund 600 Koordinationsprofile betrieb, die w\u00f6chentlich bis zu 2.000 pro-zionistische Kommentare absetzten. Laut <em>Cyberscoop<\/em> engagierte die israelische Regierung auch die PR-Agentur <em>Stoic<\/em>, um gezielt progressive US-B\u00fcrger zu beeinflussen und die Solidarit\u00e4t zwischen Schwarzen und Pal\u00e4stinensern zu untergraben. Neben den USA nimmt <em>Hasbara<\/em> auch internationale Hilfsorganisationen ins Visier. <em>Al Jazeera<\/em> enth\u00fcllte 2024, dass dutzende Fake-Accounts eine Verflechtung zwischen dem UN-Hilfswerk UNRWA und der Hamas behaupteten, um dieses systematisch und nachhaltig zu delegitimieren. Bereits in den 2000er Jahren richtete das israelische Milit\u00e4r ein <em>Nationales Informationsdirektorat<\/em> ein, um Botschaften und Videos gezielt zu steuern und seit 2012 manipuliert Israel Suchalgorithmen und Filter, um pro-israelische Inhalte zu priorisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><em>Hasbara<\/em> nutzt auch Methoden der psychologischen Kriegsf\u00fchrung, um Angst und Verwirrung zu stiften. W\u00e4hrend des Genozids in Gaza dokumentierten Menschenrechtsbeobachter den Einsatz von Drohnen mit Lautsprechern, die schmerzhafte Baby- und Kinderschreie abspielten, um pal\u00e4stinensische Zivilisten aus ihren H\u00e4usern zu locken und dann gezielt anzugreifen. Diese Taktik zielt darauf ab, verzweifelte Eltern zu provozieren \u2013 eine perfide, niedertr\u00e4chtige Form der Kriegspsychologie. Der Vernichtungskrieg in Gaza liefert unz\u00e4hlige weitere Beispiele. Von allgemeinen Behauptungen wie der gebetsm\u00fchlenartig wiederholten L\u00fcge, unter Krankenh\u00e4usern bef\u00e4nden sich Hamas-Kommandozentralen, bis hin zu konkreten Tatsachenverdrehungen in spezifischen Situationen. So wurden am 17. Oktober 2023 bei der Bombardierung des <em>al-Ahli<\/em> Krankenhauses \u00fcber 400 Menschen von der IDF get\u00f6tet und unz\u00e4hlige weitere verletzt. Um einem internationalen Aufschrei vorzukommen wurde behauptet, es h\u00e4tte sich um eine Hamas-Rakete gehandelt. Dass die Hamas gar nicht \u00fcber Raketen von solcher Sprengkraft verf\u00fcgt, wurde dabei nat\u00fcrlich au\u00dfenvor gelassen. Genauso wenig wurde die Frage beantwortet, worin der Nutzen eines Angriffs auf ein pal\u00e4stinensisches Krankenhaus liegen sollte \u2013 vor allem, wenn sich darunter angeblich die eigene Kommandozentrale befindet. Doch die israelische Propaganda wurde \u00fcber die folgenden Wochen und Monate immer offensichtlicher und derma\u00dfen nachl\u00e4ssig, dass teilweise dilettantische KI-Bilder verwendet wurden, die selbst Laien auf den ersten Blick als F\u00e4lschungen entlarven konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Am Propaganda-Frontend praktiziert <em>Hasbara<\/em> psychologische Manipulation, indem jede Kritik umgehend als antisemitische Hetze gebrandmarkt wird. Auch westliche Kritiker beklagen inzwischen, dass dies politische Debatten unterdr\u00fcckt und eine Atmosph\u00e4re der Angst erzeugt. <em>Blackmail<\/em> und Erpressung gelten als weitere n\u00fctzliche Methoden. Pal\u00e4stinensische Quellen berichten, dass israelische Geheimdienste gezielt junge Pal\u00e4stinenser online ansprechen, intime Beziehungen vorspiegeln und dann mit kompromittierendem Material erpressen, um Informanten zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Datensammlung, \u00dcberwachung und Kompromat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Recherchen der <em>Washington Post<\/em> zeigen, dass israelische Agenten bereits in den 1980er Jahren US-Beamte ausgehorcht und erpresst haben, um staatliche Geheimnisse zu erlangen. Mittlerweile nutzt Israel hierf\u00fcr besonders Cyber-Spionage. Ein prominentes Beispiel ist die <em>NSO Group<\/em> und deren Pegasus-Software. Pegasus infiziert Mobiltelefone ohne Wissen der Betroffenen und liefert Regierungen Zugriff auf pers\u00f6nliche Chats, Fotos und Standortdaten. NGO-Untersuchungen (Citizen Lab, Amnesty International) belegten, dass Pegasus weltweit gegen Journalisten, Aktivisten und Politiker eingesetzt wurde. 2021 setzte sogar das US-Handelsministerium die <em>NSO Group<\/em> auf eine Liste <em>sch\u00e4dlicher Akteure<\/em>, da ihre Technologie nachweislich gegen Dissidenten und Akademiker verwendet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Mossad \u201eHoney Traps\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Der Mossad nutzt seit Jahrzehnten klassische <em>Honey Trap<\/em>-Methoden, wobei sexuelle Beziehungen zu Zielpersonen aufgebaut werden, um kompromittierendes Material zu sammeln. 1986 lockte eine Mossad-Agentin unter dem Namen <em>Cindy<\/em> den ehemaligen Techniker des israelischen Atomprogramms Mordechai Vanunu in eine Beziehung und in die Stadt Rom, wo er mit einer Injektion bet\u00e4ubt und durch den Mossad entf\u00fchrt wurde. In Israel wurde Vanunu schlie\u00dflich f\u00fcr die Weitergabe von Informationen \u00fcber die geheim gehaltene Nuklearbewaffnung des Landes zu 18 Jahren Haft verurteilt \u2013 verraten wurde er von Robert Maxwell, Verleger des <em>Daily Mirror<\/em> und Vater von Ghislaine Maxwell, die sp\u00e4ter eine Schl\u00fcsselrolle in der sogenannten Epstein-Aff\u00e4re spielen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Private Spionagefirmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><em>Black Cube<\/em>, gegr\u00fcndet von ehemaligen Mossad-Offizieren, f\u00fchrt verdeckte Auftragsrecherchen durch. Unter anderem spionierte <em>Black Cube<\/em> 2018 f\u00fcr die ungarische Regierung Mitarbeiter regierungskritischer NGOs aus, zeichnete vertrauliche Gespr\u00e4che auf und lieferte diese an regierungsnahe Medien. Anschlie\u00dfend wurden die Informationen vom damaligen Ministerpr\u00e4sidenten Viktor Orb\u00e1n in seinen Wahlkampfreden aufgegriffen und instrumentalisiert. <em>Black Cube<\/em> soll zudem Dossiers \u00fcber US-Politiker gefertigt haben, um das Iran-Abkommen zu beeinflussen, und zielte dabei auf pers\u00f6nliche Skandale und private Informationen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die israelische Privatspionagefirma <em>Psy-Group<\/em>, die auch aus ehemaligen Mossad-Agenten besteht, organisierte 2015 unter dem Projektnamen <em>Project Butterfly<\/em> eine Kampagne gegen die international agierende BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions). <em>Psy-Group<\/em> analysierte Social-Media-Profile, \u00f6ffentliche Datenbanken und das <em>Deep Web<\/em>, sammelte Informationen zu pers\u00f6nlichen Skandalen von BDS-Aktivisten und verteilte gezielt Desinformationsmaterial, um ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zu untergraben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Cyberoperationen und Social-Media-\u00dcberwachung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Neben Pegasus entwickelten israelische Firmen wie <em>Candiru<\/em> weitere Spionagesoftware, die heimlich Smartphones infiziert. Durch Zero-Day-Exploits, Watering-Hole-Angriffe und Phishing-Mails erm\u00f6glichte <em>DevilsTongue<\/em> die Erfassung von Zugangsdaten, \u00dcberwachung von Messengern, Identit\u00e4tsdiebstahl und die volle Kontroll\u00fcbernahme von infizierten Rechnern. Solche Technologien erm\u00f6glichen es, belastendes Material \u00fcber Journalisten, Aktivisten und Politiker zu sammeln und politisch auszuspielen. NGO-Berichte und Whistleblower belegen, dass Mitarbeiter von NGOs und Medienh\u00e4usern Drohanrufe erhielten oder ihre Internetkommunikation \u00fcberwacht wurde, was zu einem Klima st\u00e4ndiger Angst und Selbstzensur f\u00fchrte. Selbst in Deutschland lie\u00dfen sich offizielle Milit\u00e4rsprecher wie Arye Sharuz Shalicar dazu verleiten, Social Media Pers\u00f6nlichkeiten zu drangsalieren. So lie\u00df er dem damals noch unter dem Namen <em>Aggressionsprobleme <\/em>auftretenden TikToker Serhat Sisik private Drohnachrichten zukommen, die dieser ver\u00f6ffentlichte, um die skrupellose Vorgehensweise israelischer Akteure und Einflussagenten offenzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Anti-islamische und anti-arabische Propaganda<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Ein zentrales Element vieler <em>Hasbara<\/em>-Kampagnen ist die Stigmatisierung arabischer und islamischer Gruppen. In den USA und Kanada ver\u00f6ffentlichten israelische Online-Pr\u00e4senzen gezielt islamfeindliche Botschaften, mit dem Ziel, muslimische Gemeinschaften zu diskreditieren. In enttarnten Netzwerken tauchten beispielsweise Aufrufe auf, pro-pal\u00e4stinensische Demonstranten als gewaltt\u00e4tige <em>Nahtodes-Kulte<\/em> darzustellen oder arabischen Migranten pauschal extremistische Aktivit\u00e4ten zu unterstellen. Dabei sind drei Kategorien zu ersichtlich: Anti-pal\u00e4stinensische, anti-arabische und anti-islamische Narrative. So wird die Zweistaatenl\u00f6sung gezielt damit delegitimiert, dass es Pal\u00e4stina nie gegeben h\u00e4tte oder in Form Jordaniens bereits einen pal\u00e4stinensischen Staat geben w\u00fcrde. Auf anti-arabischer Ebene wird die arabische Kultur als r\u00fcckst\u00e4ndig, brutal und barbarisch dargestellt. Auf anti-islamischer Ebene werden die Hamas oder vergleichbare Organisationen im Grunde nie genannt, ohne sie mit dem Pr\u00e4dikat <em>radikalislamisch<\/em> zu brandmarken. Dar\u00fcber hinaus zitieren israelische Politiker \u2013 allen voran Benjamin Netanjahu \u2013 immer wieder den Satz: <em>Sie lieben den Tod mehr, als wir das Leben<\/em>; oder wahlweise den bekannten Ausspruch von Golda Meir: <em>Frieden wird sein, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Parallel dazu inszeniert Israel sich selbst als <em>fortschrittliche Demokratie<\/em> in einer ansonsten <em>r\u00fcckst\u00e4ndigen Region<\/em>. Die Hervorhebung von LGBTQ-Rechten (<em>Pinkwashing<\/em>) und Tierschutz (<em>Veganwashing<\/em>) sollen den Westen beeindrucken und zugleich arabische Staaten als fundamentalistisch oder r\u00fcckst\u00e4ndig darstellen. Der Begriff der <em>einzigen Demokratie im Nahen Osten<\/em> f\u00e4llt dabei immer wieder. Diese Rhetorik zielt darauf ab, arabische und muslimische Gesellschaften zu dehumanisieren und Israel als einzige <em>zivilisierte Gesellschaft<\/em> der Region herauszustellen. Kritik an Israel sei demzufolge nicht nur antisemitisch, sondern auch durch einen anti-westlichen und gegen die Moderne gerichteten Hass von Muslimen und Arabern gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Spaltung unter Arabern \u2013 \u201eDivide et impera\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>In Algerien und Marokko eskalierte 2021 ein Konflikt, nachdem marokkanische Sicherheitsbeh\u00f6rden mithilfe der Pegasus-Spyware \u00fcber 6.000 algerische Handys \u00fcberwachten \u2013 darunter hohe Milit\u00e4rangeh\u00f6rige und Regierungsvertreter. Algerien beschuldigte Marokko, Israel und Frankreich, gemeinsam die eigene Stabilit\u00e4t zu untergraben. Als Reaktion brach Algerien im August 2021 alle diplomatischen Beziehungen zu Marokko ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Online entstanden schlie\u00dflich sogenannte <em>Dzoorish<\/em>-Accounts, die gezielt Hass gegen Marokkaner verbreiteten. Zehntausende Memes und Hetzkommentare zirkulierten, um Marokko als ein feindliches Land darzustellen und die Gedanken junger Algerier zu infizieren. Slogans wie <em>BananaForMorocco<\/em> tauchten 2023 auf und sorgten in sozialen Medien f\u00fcr einen regelrechten Wettkampf um die meisten hasserf\u00fcllten Botschaften zur Verunglimpfung der jeweiligen Gegenseite. Dieser Kreislauf aus Hass und Hetze wurde bewusst von israelischer Seite forciert und schwappte auch auf die umliegenden Maghreb-L\u00e4nder \u00fcber, wobei jedes Mal neue Formen gegenseitiger Angriffe zu beobachten waren. Mit Blick auf Tunesien beispielsweise wurde der islamische Charakter der Bev\u00f6lkerung geleugnet. So wurde \u2013 wahrscheinlich immer noch als Teil der <em>Hasbara<\/em>-Kampagne \u2013 behauptet, in Tunesien w\u00fcrde im Ramadan nicht gefastet oder gleich die gesamte Bev\u00f6lkerung des Unglaubens bezichtigt (<em>Takfir<\/em>). Dabei ist oftmals unklar, welche Accounts von echten Menschen und welche von Bots betrieben werden. Die Gefahr liegt dabei darin, dass dies zu einer massiven Verzerrung in der Wahrnehmung f\u00fchrt, denn tats\u00e4chlich sind tausende Accounts, Beitr\u00e4ge und Likes oftmals Teil einer Kampagne und spiegeln keinesfalls die \u00f6ffentliche Meinung wider. Andererseits k\u00f6nnen umgekehrt auch bisher nur wenig verbreitete Fehlverst\u00e4ndnisse oder <em>Fake News<\/em> gerade durch solche Kampagnen gestreut werden. \u00c4hnliche Strategien verfolgen die Zionisten \u00fcberall in der islamischen Welt. Die angef\u00fchrten F\u00e4lle stellen lediglich Beispiele dar, die auf den ersten Blick weit weg von der Pal\u00e4stinafrage sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Auch im Zuge des US-israelischen \u00dcberfalls auf den Iran wurde \u00fcber Jahre hinweg massive Propaganda betrieben, um diesen Krieg zu rechtfertigen. Von der drohenden Atombombe bis hin zum Narrativ der Unterdr\u00fcckung des iranischen Volkes durch das <em>Mullah-Regime<\/em> und der Instrumentalisierung der Exil-Iraner ist alles dabei, was die Propagandamaschinerie hergibt. Die Wirkung bleibt im Zuge des \u2013 auch in weiten Teilen des Westens \u2013 ge\u00e4chteten \u00dcberfalls auf den Iran jedoch hinter den Erwartungen zur\u00fcck, denn dieser Krieg entpuppt sich nicht nur materiell als Desaster f\u00fcr die USA und Israel, sondern reiht sich in eine weitere Serie von Niederlagen in der Propagandaschlacht ein und festigt das inzwischen weltweit verbreitete Bild von Israel als kriegstreibenden und genozidalen Verbrecherstaat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Externe Troll-Farmen und Hashtag-Kriege<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>In den angef\u00fchrten Konflikten agierten nachgewiesen auch Troll-Farmen aus den Golfstaaten, die zehntausende Fake-Accounts betrieben. Diese Accounts verbreiteten gezielt Hass-Botschaften in marokkanischem und tunesischem Dialekt sowie auf Berberisch (Tamazight), um eine breite Beteiligung der jeweiligen Bev\u00f6lkerungsgruppen vorzut\u00e4uschen. Hashtags wie <em>#DzoorishTrending<\/em> dominierten kurze Zeit das Al-Arabiya-Netzwerk, w\u00e4hrend <em>#BananaForMorocco<\/em> binnen Stunden viral ging. Diese Kampagnen verdeutlichen, wie externe Akteure innerarabische Spannungen versch\u00e4rfen und Misstrauen systematisch sch\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Diese Entwicklungen werden mit der <a href=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17686\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/kalifat1.com\/?p=17686\">\u00dcbernahme des US-Gesch\u00e4fts von TikTok<\/a> durch Oracles CEO Larry Ellison \u2013 einem bekennenden Zionisten \u2013 mit Sicherheit noch deutlich verst\u00e4rkt. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die mit ihrem eigenen Staatsfond MGX Fund Management Limited zu etwa 15 % an der \u00dcbernahme beteiligt sind, haben Interesse am Sch\u00fcren von Konflikten in der arabischen Welt und am Kampf gegen die islamische Identit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>In der Gesamtschau zeichnet sich <em>Hasbara<\/em> durch eine vielschichtige Mischung aus Desinformation, psychologischer Kriegsf\u00fchrung, Spionage und Kompromat aus. Die Methoden reichen von einfachen Falschbehauptungen, \u00fcber koordinierte Online-Kampagnen bis zu verdeckten Spionageaktionen. Anti-islamische und anti-arabische Propaganda dehumanisiert Muslime und Araber, w\u00e4hrend gleichzeitig innerarabische Konflikte systematisch versch\u00e4rft werden \u2013 teils durch Troll-Netzwerke aus den Golfstaaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Gleichzeitig st\u00f6\u00dft die israelische Propaganda zunehmend an ihre Grenzen und aller Bem\u00fchungen und ausgefeilter Strategien zum Trotz, hat der <em>Judenstaat<\/em> die j\u00fcngsten Propagandaschlachten eindeutig verloren. Seit dem Genozid in Gaza haben die Zionisten jegliche moralische Autorit\u00e4t verloren. Alle Versuche, die Realit\u00e4t mit ihren Vertuschungskampagnen zu kaschieren, endeten mit der Entlarvung Israels als koloniales Projekt, dessen Existenz auf fortw\u00e4hrender Vertreibung und V\u00f6lkermord beruht. Doch dies war und ist kein Selbstl\u00e4ufer: W\u00e4hrend der Widerstand auf dem Boden durch die <em>Mujahedin<\/em> und Bev\u00f6lkerung Pal\u00e4stinas geleistet wird, sind muslimische Akteure und Bewegungen in aller Welt Teil ebenso Teil dieses Konflikts. Die Zionisten haben dies l\u00e4ngst begriffen und betreiben seit jeher auch <em>Hasbara<\/em> zur Schw\u00e4chung des islamischen Erwachens. Im digitalen Zeitalter verstehen jedoch auch immer mehr Muslime, welchen Beitrag sie leisten m\u00fcssen: Die Beeinflussung der \u00f6ffentlichen Meinung im Interesse der <em>Umma<\/em> und die Mobilisierung selbiger, sodass diese ihre politische Handlungsf\u00e4higkeit in Form des Kalifats wiedererlangt und dem zionistischen Konstrukt samt <em>Hasbara<\/em> ein f\u00fcr alle Mal den Garaus machen kann.\u00a0<br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit dem Genozid in Gaza tobt eine globale Schlacht \u00fcber die Deutungshoheit der Ereignisse im Nahen Osten. 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