{"id":9537,"date":"2014-02-23T00:00:00","date_gmt":"2014-02-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9537"},"modified":"2014-02-23T00:00:00","modified_gmt":"2014-02-23T00:00:00","slug":"die-online-kommunikation-zwischen-maennern-und-frauen-frage-antwort-vom-amir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9537","title":{"rendered":"Die Online-Kommunikation zwischen M\u00e4nnern und Frauen &#8211;  Frage &#038; Antwort vom Amir"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Anfrage:<\/strong><br>In einem Gespr\u00e4ch wurde \u00fcber das Thema <em>Internetkommunikation<\/em> folgendes behauptet: Die Online-Welt des Internets sei eine virtuelle Welt und niemand darin w\u00e4re f\u00fcr seine \u00c4u\u00dferungen zur Rechenschaft zu ziehen. Des Weiteren wurde behauptet, dass die Unterhaltung zwischen M\u00e4nnern und Frauen \u2013 egal wor\u00fcber sie sprechen &#8211; in Ordnung sei, weil es hierbei zu keiner realen Geschlechtervermischung kommt. Stimmt das? Ich bitte um eine Klarstellung dieser Sache und Barak Allahu fiikum.<br>Von: Abdullah Abdulrahman<br>&nbsp;<br><strong>2. Anfrage:<\/strong><br>Assalaamu Alaikum wa Rahmatullah<br>Frage nach dem Rechtsspruch \u00fcber <br>\u201cdas Chatten mit dem anderen Geschlecht via Facebook oder Mail\u201d<br>Die Jugendlichen unserer Zeit sind sehr oft mit diesem Thema konfrontiert, vor allem die J\u00fcngeren. Aus diesem Grund m\u00fcssen wir uns \u00fcber dieses Thema erkundigen, damit unsere Jugendlichen nicht in S\u00fcnde verfallen und wir unsere Gemeinschaft vor einer Sache bewahren, die m\u00f6glicherweise sogar eine gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnde darstellt.<br>Von: Abu al-Qasim<br><strong>Antwort<\/strong><br><em>Wa Alaikum Assalaam wa Rahmatullahi wa Barakatahu<\/em><br>Da beide Fragen sich \u00e4hneln und wir zuvor eine \u00e4hnliche Frage beantwortet hatten, wiederholen wir diese Antwort wie nachstehend:<br>Es gibt Menschen, die einen Sachverhalt gerne philosophieren, indem sie sich etwa auf die Frage konzentrieren: Kommt es durch die Kommunikation in Facebook zur Geschlechtervermischung? Als sei nur die Geschlechtermischung verboten und an allem anderen nichts auszusetzen! Diese Sichtweise fokussiert auf das Internet als virtuelle Scheinwelt, als handele es sich lediglich um eine mentale Phantasiewelt, in der man sich alles vorstellen und tun kann.<br>Einige unter diesen Menschen wissen nicht, welche Aspekte einen islamischen Rechtsspruch (hukm shar`i) im Hinblick auf die Kommunikation in Facebook bestimmen. Oder sie nehmen an, dass solange es keine Geschlechtervermischung gibt, daran auch nichts auszusetzen sei &#8211; oder sie argumentieren mit \u00e4hnlichen Vermutungen. Es ist entweder die Unwissenheit oder die Verwirrung, die sie zu so einem Entschluss kommen l\u00e4sst.<br>Das ist aber nicht korrekt. Sobald die Mitteilung einer Person in geschriebener Form zu einer anderen Person gelangt &#8211; und dabei nachweislich der Sender diese Mitteilung geschrieben und der Empf\u00e4nger diese erhalten hat &#8211; gilt die Rechtsregel der direkten Mitteilung von einer Person zur anderen.<br>Hierbei wird nicht zwischen einem handgeschriebenen und einem elektronisch verfassten Brief unterschieden. Es macht auch keinen Unterschied, ob der Brief zum Empf\u00e4nger von einer Person getragen oder \u00fcber Internet oder in Facebook oder wie auch immer versendet wird. Wichtiger ist vielmehr der Nachweis dar\u00fcber, dass der Verfasser eine Mitteilung geschrieben hat und der Empf\u00e4nger diese Mitteilung erh\u00e4lt. Es ist also in jedem Fall so, dass diese Realit\u00e4t (Manat) einen bestimmten islamischen Rechtsspruch nach sich zieht.<br>Demzufolge ist der islamische Rechtsspruch in Bezug auf eine Mitteilung ein einziger Rechtsspruch. Und der Mensch wird diesbez\u00fcglich zur Rechenschaft gezogen, weil es um eine seiner Handlungen geht.<br>Der Prophet (<em>saw<\/em>) sprach:<br>\u201eWahrlich, Allah wird meine Umma nicht f\u00fcr das zur Rechenschaft ziehen, was sich in ihren Gem\u00fctern befindet, sofern sie nicht danach handeln oder es aussprechen.\u201c (von Abu Hurayrah (r) \u00fcber Al-Buchari und Muslim \u00fcberliefert, der Wortlaut ist von Al-Buchari)<br>&nbsp;<br>\u00dcberdies wird korrekt (sahih) \u00fcberliefert, dass der Gesandte Allahs (<em>saw<\/em>) Briefe an K\u00f6nige und Herrscher verschickte, um ihnen auf diese Weise den Islam zu verk\u00fcnden. Dies verdeutlicht, dass die Verk\u00fcndung der Botschaft in Form eines Briefes ebenso einen islamischen Rechtsspruch darstellt wie die direkte m\u00fcndliche Verk\u00fcndung.<br>Al-Buchari \u00fcberlieferte, dass Ibn Abbas sagte:<br>\u201eAbu Sufyan bin Harb erz\u00e4hlte mir, dass er sich in <em>Sham<\/em> unter den quraischitischen M\u00e4nnern aufhielt, die dort Handel betrieben. Dies war zu jener Zeit, in der zwischen dem Gesandten Allahs (<em>saw<\/em>) und den <em>Kuffar <\/em>der Quraisch ein Abkommen bestand. Abu Sufyan sagte: \u201eWir trafen auf den Boten des Kaisers in <em>Sham<\/em> &#8230;\u201c.<br>Nachdem er einiges dar\u00fcber erz\u00e4hlte, sagte er anschlie\u00dfend:<br>\u201eDann verlangte der Kaiser nach dem Brief des Gesandten Allahs (<em>saw<\/em>). So wurde dieser verlesen, mit folgendem Inhalt:\u201c<br>Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Allerbarmers. Von Muhammad, dem Diener und Gesandten Allahs, an den byzantinischen Kaiser Herakleios. Friede sei mit jenen, die der Rechtleitung folgen. Ich rufe dich hiermit zum Islam auf. Ergebe dich, dann bist du in Sicherheit (\u201e<em>Aslim Taslam\u201c<\/em>). Und wenn du Muslim wirst, dann wird Allah dich doppelt belohnen. Wenn du dich jedoch abwendest, dann tr\u00e4gst du die S\u00fcnden der Arianer<br>(Anmerkung des \u00dcbersetzers: Anh\u00e4nger des Arius, einem christlichen Priester, der im 4. Jahrhundert den Eingottglauben vertrat und sich gegen die Trinit\u00e4t aussprach &#8211; daf\u00fcr wurde er von der Kirche als H\u00e4retiker beschimpft).<br>Und:<br>\u201cO Leute der Schrift! Kommt zu einem Wort, das gleicherma\u00dfen f\u00fcr euch und uns gilt, dass wir nur Allah dienen und Ihm nichts beigesellen und dass die einen von uns sich die anderen nicht zu ihren Herren machen. Und sollten sie sich abwenden, so sagt: Bezeugt, dass wir Muslime sind.\u201d (Ali-Imran, 64)<br>&nbsp;<br>Demgem\u00e4\u00df ist die Antwort auf die oben genannte Frage wie folgt:<br><strong>Punkt 1:<\/strong> Die Kommunikation ist ein und dieselbe, ob sie nun \u00fcber den regul\u00e4ren Postweg, \u00fcber das Internet, Facebook oder Twitter stattfindet. Entsprechend ist auch der islamische Rechtsspruch ein einziger. Es unterscheidet sich nicht von einem Gespr\u00e4ch von Angesicht zu Angesicht. Man darf hierbei nicht meinen: \u201eDas ist doch eine virtuelle Welt und nur das andere ist die reale Welt.\u201c Dadurch sinkt man tief in die Ignoranz und S\u00fcndhaftigkeit ab. Angenommen, ein Mann sagt zu einer fremden Frau verbotene Worte von Angesicht zu Angesicht, so macht man sich nach islamischem Recht daf\u00fcr strafbar. Genau das gleiche gilt im Falle der indirekten Kommunikation. Wenn die stattgefundene Kommunikation bewiesen wird, wird eine Strafe erteilt, genauso wie im Falle einer face-to-face-Kommunikation.<br>So wie das direkte Gespr\u00e4ch mit einer fremden Frau nicht erlaubt ist, au\u00dfer in F\u00e4llen, welche die Scharia erlaubt hat, so gilt dies ebenso f\u00fcr die indirekte Kommunikation. Was nach der Scharia von Angesicht zu Angesicht erlaubt ist, ist auch im Schriftverkehr erlaubt. Was jedoch von Angesicht zu Angesicht verboten ist, ist auch schriftlich verboten.<br><strong>Punkt 2:<\/strong> Das Beisammensein von Frauen und M\u00e4nnern ist nach islamischem Recht untersagt, au\u00dfer in bestimmten Ausnahmef\u00e4llen, welche die Scharia bestimmt hat. Das bedeutet aber nicht, dass nur das Beisammensein verboten ist.<br>Wenn ein Mann zum Beispiel einer Frau schlechte Worte zuruft, die weit weg von ihm ist, so ist dies verboten, auch wenn sie sich nicht in seiner N\u00e4he befindet. Oder wenn ein Mann beispielsweise einer Frau ein Produkt auf dem Markt verkauft und sie dabei mit Begierde anschaut, dann ist dies verboten, auch wenn das Beisammensein im Falle des Verkaufs auf dem Markt nicht verboten ist. Oder wenn ein Mann w\u00e4hrend der Fahrt in einem \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel einer Frau unanst\u00e4ndige Worte zuruft, auch wenn sie nicht unmittelbar in seiner N\u00e4he sitzt, dann ist dies verboten.<br>Deshalb gilt, dass man f\u00fcr alles, was auch immer man schriftlich \u00e4u\u00dfert, genauso Verantwortung zu tragen hat wie im Falle der direkten m\u00fcndlichen Kommunikation.<br><strong>Punkt 3: <\/strong>Wir appellieren an alle muslimischen M\u00e4nner und Frauen, vor allem an die <em>Schabab<\/em> und die <em>Schabbat<\/em>, an jene, die die Tr\u00e4ger dieser gottesf\u00fcrchtigen und reinen <em>Da\u2018wa<\/em> sind &#8211; sie tragen diese <em>Da\u2018wa<\/em> inmitten heftiger Sturmwellen, umzingelt von allen Seiten, von vorne, von hinten, von rechts und von links und es gibt f\u00fcr uns keinen Zufluchtsort au\u00dfer bei Allah, dem Erhabenen &#8211; wir rufen alle dazu auf, sich mit aller Kraft an den islamischen Rechtsspr\u00fcchen festzuhalten. Haltet Euch nicht nur vom <em>Verbotenen(Haram) <\/em>fern, sondern auch von erlaubten Dingen, die Euch in die N\u00e4he des Verbotenen bringen k\u00f6nnten. Die ehrenvollen Gef\u00e4hrten (<em>Sahaba)<\/em> des Propheten (s) entfernten sich sogar von vielen erlaubten Dingen, aus Angst in den <em>Haram<\/em> zu st\u00fcrzen.<br><strong>Punkt 4: <\/strong>An alle Muslime und Musliminnen gerichtet betonen wir mit Nachdruck, insbesondere an die Shabab und Shabbat der <em>Da\u2018wa<\/em>, dass sie diese modernen Mittel mit aller Ernsthaftigkeit und unerm\u00fcdlichem Flei\u00df produktiv nutzen sollten, um die Verbreitung des Islam effektiv voranzutreiben. Zugleich sollten sie weise und bewusst vorgehen, nicht nur weit entfernt von der schmutzigen Asche der S\u00fcnde, sondern auch weit entfernt vom Staub dieser schmutzigen Asche.<br>Ich bitte Allah, den Erhabenen, gottesf\u00fcrchtig und rein zu bleiben, um im Diesseits wie auch im Jenseits erfolgreich zu sein. Und den Gl\u00e4ubigen geb\u00fchrt die frohe Botschaft!<br>Euer Bruder<br>Ata Bin Khalil Abu Al-Rashtah<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Gespr\u00e4ch wurde \u00fcber das Thema Internetkommunikation folgendes behauptet: Die Online-Welt des Internets sei eine virtuelle Welt und niemand darin w\u00e4re f\u00fcr seine \u00c4u\u00dferungen zur Rechenschaft zu ziehen. 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