{"id":9558,"date":"2011-02-25T00:00:00","date_gmt":"2011-02-24T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9558"},"modified":"2011-02-25T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-24T23:00:00","slug":"islamische-aqidah-und-westliche-ideen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9558","title":{"rendered":"Islamische Aqidah und westliche Ideen"},"content":{"rendered":"<p>Die in den westlichen Staaten lebenden Muslime sind permanent dem Gedankengut, den Ideen und Werten der westlichen Kultur ausgesetzt.<br \/>\nBesonders in den Schulen und Universit\u00e4ten werden diese Vorstellungen gelehrt, ohne dass den Muslimen eine islamische Perspektive des Lehrstoffes angeboten wird. Daher ist oft zu beobachten, dass sogar muslimische Akademiker, die diese Ausbildung genossen haben, ein Missverst\u00e4ndnis der islamischen Lehre aufzeigen und nicht zwischen islamischen \u00dcberzeugungen und westlichen Vorstellungen unterscheiden k\u00f6nnen. Im Folgenden versuchen wir einige wesentliche Inhalte des westlichen Gedankenfundaments zu analysieren und die islamische Betrachtungsweise diesbez\u00fcglich zu erarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Der Sinn des Lebens<\/strong><br \/>\nIn den Schulen und Universit\u00e4ten wird der Sinn des Lebens aus einer s\u00e4kularistischen Sichtweise beigebracht. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Religion von den anderen Angelegenheiten des Lebens getrennt werden m\u00fcsse, so dass die Rolle des Sch\u00f6pfers (s.w.t.) auf die individuelle Ebene des Menschen reduziert wird und der Mensch sich selbst bei der Organisation seiner Gesellschaft \u00fcberlassen wird. Dabei gewinnt der paulinische Grundsatz in der Bibel \u201eGib Gott, was Gottes ist und gib C\u00e4sar, was C\u00e4sars ist&#8220; eine Rechtfertigung f\u00fcr die Trennung der Religion vom Alltag der Menschen.Diese kapitalistische Sichtweise steht im fundamentalen Gegensatz der islamischen Betrachtung, die aus der islamischen Grund\u00fcberzeugung, der Aqidah, entnommen wird und demzufolge den Sinn des Lebens f\u00fcr die Muslime definiert.<\/p>\n<blockquote><p>So hei\u00dft es hierzu im Qur&#8217;an: &#8222;Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen sollen.&#8220; <cite>(Sure 51, Al-Dariyat, Vers 56)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Vers sagt Allah (s.w.t.) unmissverst\u00e4ndlich, dass die Menschen nur darum erschaffen wurden, auf dass sie Ihm (s.w.t.) dienen m\u00fcssen und sich Seinen (s.w.t.) Gesetzen und Regeln in s\u00e4mtlichen Lebenssituationen unterwerfen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Nationalismus<\/strong><br \/>\nDie westliche Betrachtung der Welt in aufgeteilte Nationalstaaten und den sich daraus ergebenden Respekt und Toleranz f\u00fcr verschiedene Religionen, Nationalit\u00e4ten sowie regionalen und ethnischen Identit\u00e4ten ist eine dominierende Vorstellung der westlichen Konzeption eines friedlichen Miteinanders. Doch gerade hier steckt der &#8222;Teufel im Detail&#8220;, denn durch diese Vorstellung wird gerade dem Nationalismus Vorschub geleistet und die Muslime werden in afrikanische, dunkelh\u00e4utige und arabische Kategorien betrachtet, anstatt sie in ihrer eigentlichen islamischen Identit\u00e4t wahrzunehmen, die eine Einheit der Muslime durch die islamische Aqidah vorgibt. Als Muslime wissen wir nur zu genau, dass eine Aufteilung der Muslime auf nationalistischer Basis verboten ist. So wird in einem von Abu Dawud \u00fcberlieferten Ausspruch des Propheten Muhammad (s.a.s.) \u00fcberliefert:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDerjenige geh\u00f6rt nicht zu uns, der zur asabiyah (Nationalismus) aufruft, oder aber f\u00fcr die asabiyah k\u00e4mpft und f\u00fcr die asabiyah stirbt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Das bedeutet also, dass die Muslime, seien sie afrikanischer, asiatischer oder europ\u00e4ischer Herkunft, sich vielmehr durch die islamische Glaubens\u00fcberzeugung einheitlich definieren sollten, zumal die Aufteilung in Nationalstaaten ein Ergebnis des Kolonialismus gewesen ist und die islamische Welt diese Aufteilung nicht aus eigenem Antrieb vorgenommen hat. Die westliche Sichtweise der verschiedenen Staaten und Kulturen in dieser Welt l\u00e4sst den Islam lediglich als eine &#8222;Religion&#8220; im herk\u00f6mmlichen Sinne verstehen, wobei die wesentlichen Inhalte des Islam auf eine spirituelle Ebene reduziert werden und sein Geltungsbereich nur im pers\u00f6nlichen Bereich eines jeden angesiedelt ist, \u00e4hnlich wie das Christentum und das Judentum heutzutage verstanden werden. Wenn sich die Muslime diese westlichen Vorstellungen zueigen machen, dann verkennen sie, dass der Islam eine vollkommene und verst\u00e4ndliche Ideologie darstellt, die L\u00f6sungen zu allen Aspekten des Lebens anbietet, seien sie privater, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Natur.<\/p>\n<p><strong>Demokratie<\/strong><br \/>\nDie westlichen Gesellschaften definieren sich als demokratische Gesellschaften. In den Schulen und Universit\u00e4ten wird auch den muslimischen Sch\u00fclern beigebracht, dass der Begriff Demokratie aus dem Griechischen stammt und &#8222;Demos Cratus&#8220; meint, was \u00fcbersetzt etwa soviel wie die &#8222;Souver\u00e4nit\u00e4t geh\u00f6rt dem Volk&#8220; bedeutet. Im Unterricht wird dabei erw\u00e4hnt, dass die Griechen Europas erste Nation waren, die die Demokratie in Athen als Staatssystem einf\u00fchrten. Wird aber dabei die authentische Geschichte der Demokratie wiedergegeben? Die Griechen sahen aber damals vor, dass nur die M\u00e4nner das Wahlrecht hatten, w\u00e4hrend die damalige Mehrheit der Gesellschaft, bestehend aus Frauen, Sklaven, Einwanderern und den Nichtgriechen ausgeschlossen waren. Das Demokratieverst\u00e4ndnis der Griechen damals sah es auch vor, dass die eigentliche legislative Macht nur in den H\u00e4nden der Elite des athenischen Staates verbleiben durfte. Sp\u00e4ter wurde dieses System von den Griechen selbst als nicht funktionsf\u00e4hig und untauglich abgelehnt.<br \/>\nNachdem die franz\u00f6sischen Revolution\u00e4re die Dominanz der Kirche in Europa in Frage stellten, einigten sie sich letztendlich bis zum heutigen Tage mit den Kirchenvertretern auf ein Gesellschaftssystem, das eine Kompromissl\u00f6sung vorsah, so dass die christliche Tradition Europas und die Kirchenhierarchie mit vielen gesellschaftlichen Privilegien erhalten blieb und die Macht weltlichen Regierungen zukam, die wegen der markantesten Erscheinung in ihrer Gesellschaft, die auf den wirtschaftlichen Profit konzentriert ist, als kapitalistische Gesellschaften bezeichnet werden. Die europ\u00e4ischen Intellektuellen der Aufkl\u00e4rung waren in ihrem Denken extrem eurozentriert und wagten keinen Blick \u00fcber den europ\u00e4ischen Horizont hinaus. Denn wenn sie die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Aufstieg der islamischen Gesellschaft vorurteilsfrei analysiert h\u00e4tten, dann w\u00e4ren sie zwangsl\u00e4ufig zu dem Ergebnis gekommen, dass es nur die islamische Lehre war, die die Ursache f\u00fcr die Dynamik des imposanten Aufstiegs des Islam gewesen ist. Stattdessen haben die Aufkl\u00e4rer, gepr\u00e4gt durch die dunkle Kirchengeschichte Europas und wohl auch beeinflusst durch \u00fcber tausend Jahre von kirchlichen Hasspredigten und Vorurteilen dem Islam gegen\u00fcber, die Religionen per se verurteilt und einen gesellschaftlichen Machtanspruch f\u00fcr obsolet erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Heute wird in der Schule beigebracht, wie die westlichen Staaten die Demokratie als Staatssystem einf\u00fchrten und zum Teil auf eine lange demokratische Tradition, wie z.B. in Gro\u00dfbritannien, zur\u00fcckblicken. Bei n\u00e4herer Betrachtung der demokratischen Systeme westlicher Staaten allerdings f\u00e4llt auf, dass die Realit\u00e4t eine andere Sprache spricht. Es sind zumeist finanz- und kampanienstarke Lobbygruppen, die die Politik dieser Staaten dominieren und zumeist ist die Legislative von wenigen Politikern dominiert, die Gesetze und Regeln aufstellen, an die die \u00fcbrige Gesellschaft ihr Leben orientieren muss. Wenn diese wenigen Entscheidungstr\u00e4ger Gesetze beschlie\u00dfen, wonach z.B. Drogen und Homosexualit\u00e4t legalisiert werden sollen, wie in einigen Staaten bereits geschehen, so wird dies einfach gemacht und es gibt keine M\u00f6glichkeit dagegen vorzugehen. Weil es keine verbindliche Wertebasis gibt, sind die Werte westlicher Staaten ver\u00e4nderlich und nicht definitiv.<br \/>\nAls Muslime m\u00fcssen wir wissen, dass wir nicht nach Systemen regieren k\u00f6nnen, die uns belieben, sondern m\u00fcssen uns dabei vielmehr an die Offenbarung Allahs (s.w.t.) halten. Die Muslime k\u00f6nnen z.B. nicht mit Mehrheit beschlie\u00dfen, das Zinsen gesetzlich legalisiert werden oder dass der Jihad verboten wird. Die Souver\u00e4nit\u00e4t geh\u00f6rt allein Allah (s.w.t.).<br \/>\nSo hei\u00dft es hierzu im Qur&#8217;an:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWahrlich die Gesetzgebung liegt bei keinem, au\u00dfer bei Allah. [&#8230;]&#8220; <cite>(Sure 12, Yusuf, Vers 40)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Vers untermauert eindeutig, dass Allah (s.w.t.) der einzige Gesetzgeber ist und nicht der Mensch und demnach ist es uns nicht erlaubt, ein demokratisches System f\u00fcr muslimische Gesellschaften zu akzeptieren oder daf\u00fcr zu propagieren. Wir m\u00fcssen diese Ideen als Kufr betrachten und sie intellektuell ablehnen und die &#8222;muslimischen Demokraten&#8220; zum wahren Islam aufrufen.<\/p>\n<p><strong>Die Teilnahme an Wahlen<\/strong><br \/>\nDie Realit\u00e4t in den westlichen Staaten sieht zur Zeit so aus, dass aufgrund zunehmender Einb\u00fcrgerungen die Anzahl der wahlberechtigten Muslime stetig zunimmt. Muslimische Verb\u00e4nde und Organisationen rufen daher vermehrt zur Teilnahme an den Wahlen auf, mit der Begr\u00fcndung, die Muslime sollten durch die Pr\u00e4ferenz zu einer politischen Partei ihren Willen zum Ausdruck bringen, die politischen Entscheidungstr\u00e4ger dazu zu bewegen, sich der Belange der Muslime anzunehmen. Allerdings ist es eine bekannte Tatsache, dass selbst in den westlichen Staaten die so genannte \u201ePartei der Nichtw\u00e4hler&#8220; inzwischen zunehmendst die gr\u00f6\u00dfte Partei geworden ist und die hiesigen Bev\u00f6lkerungen selbst von ihren demokratisch gew\u00e4hlten Vertretern nicht mehr \u00fcberzeugt sind und die gesellschaftliche Mehrheit nur aus Mangel an ihnen bekannten Alternativen an dem demokratischen System festh\u00e4lt.<br \/>\nAus islamischer Perspektive hat nur Allah (s.w.t.) das Recht, Gesetze zu bestimmen. Folglich d\u00fcrfen die Muslime nicht an Wahlen teilnehmen, die innerhalb demokratischer Systeme ausgerufen werden, da dies gleichzeitig bedeuten w\u00fcrde, dass sie das Gedankenfundament, die Ideale und die Regierungsform dieser Systeme akzeptieren. Wir wissen aber, dass dadurch elementarste islamische Grunds\u00e4tze verletzt werden, wie es im Qur&#8217;an hei\u00dft:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNein! Bei deinem Herrn, sie sind nicht eher gl\u00e4ubig, bis sie dich zum Richter \u00fcber alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung f\u00fcgen.&#8220;<cite> ( Sure 4, Al-Nisa, Vers 65 )<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Aus diesem Vers wird eindeutig, dass die Souver\u00e4nit\u00e4t einzig Allah (s.w.t.) geh\u00f6rt. Die Muslime m\u00fcssen unterscheiden lernen, dass Wahlen prinzipiell zugelassen sind, jedoch nur um die Zustimmung der Umma zu erfahren oder aber im legitimen islamischen Kalifat die Wahl der Vertreter f\u00fcr den Majlis al-Umma zu vollziehen. Ebenfalls kann der Kalif durch allgemeine Wahlen bestimmt werden (uslub). Wenn allerdings die muslimischen Vertreter den Aufruf zur Teilnahme an Wahlen in nichtislamischen Systemen mit dem allgemeinen Nutzen und dem Interesse (Maslaha) der Muslime begr\u00fcnden, so muss dem klar entgegnet werden, dass nach einhelliger Meinung der klassischen muslimischen Gelehrten die Maslaha nur zul\u00e4ssig ist, wenn sie im Ergebnis qur&#8217;anischen Geboten und Verboten nicht widerspricht und dem Wohl der ganzen Umma entspricht und nicht nur dem Einiger weniger. Ferner darf die Maslaha nur von dem rechtm\u00e4\u00dfigen F\u00fchrer der Muslime ausgesprochen werden, der durch den Treueeid (Bai&#8217;a) der Umma erhalten hat.<br \/>\nWir sehen also, dass die Maslaha nur in einem streng definierten Rahmen praktiziert werden kann und nicht der Willk\u00fcr von Muslimen \u00fcberlassen ist, die damit Missbrauch treiben k\u00f6nnen und eventuell ohne fundierte Kenntnisse der Schari&#8217;a ihren eigenen Interessen und Neigungen folgen und die Muslime wissentlich oder unwissentlich zu einer S\u00fcnde bewegen.<\/p>\n<p><strong>Das Konzept einer freien Gesellschaft<\/strong><br \/>\nDie westlichen Gesellschaften definieren sich \u00fcber ihre Freiheitsverst\u00e4ndnisse. So gelten die Glaubensfreiheit, die Meinungsfreiheit, die pers\u00f6nliche Freiheit oder aber das Recht auf Eigentum als wesentliche Elemente demokratischer Gesellschaften. Die Glaubensfreiheit sieht vor, dass es jedem freisteht, an das zu glauben, was er will, sei es Gott, Buddha oder an gar nichts. Als Muslime wissen wir aber, dass wir in der Glaubensfrage absolut keine Freiheit besitzen. So hei\u00dft es hierzu in einem authentischen Ausspruch des Propheten Muhammad (s.a.s.):<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWer seinen Din ( Lebensordnung ) \u00e4ndert, den t\u00f6tet.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Daher gibt es f\u00fcr die Muslime keine Glaubensfreiheit. In einem islamischen Staat haben aber die Buchreligionen einen gewissen Autonomiestatus und k\u00f6nnen ihre religi\u00f6sen Angelegenheiten nach ihren Richtlinien verwalten. Ebenfalls widerspricht das Konzept der westlichen Meinungsfreiheit der islamischen \u00dcberzeugung, weil der Muslim keine andere Meinung als eine islamische Ansicht annehmen darf.<br \/>\nAllah (s.w.t.) sagt im Qur&#8217;an:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnd es ziemt sich nicht f\u00fcr einen gl\u00e4ubigen Mann oder eine gl\u00e4ubige Frau, dass sie in ihrer Angelegenheit eine Wahl haben sollten, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit beschlossen haben. Und der, der Allah und Seinem Gesandten nicht gehorcht, geht wahrlich in offenkundigem Irrtum irre.&#8220; <cite>(Sure 33, Al-Ahzab, Vers 36)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch das Konzept des Rechts auf Eigentum, wonach es jedem freisteht, etwas zu besitzen, was einem beliebt, entspricht nicht dem islamischen Verst\u00e4ndnis. Diesem westlichen Konzept zufolge steht es jedem zu, z.B. einen Nachtklub oder eine Kneipe zu erwerben. Als Muslime haben wir aber nicht die Freiheit, das zu erwerben, was wir wollen. Vielmehr sind wir durch Allahs (s.w.t.) Gesetze und die Schari&#8217;a in unserer Erwerbsfreiheit eingeschr\u00e4nkt. Gerade durch dieses falsch verstandene Freiheitsverst\u00e4ndnis sind die hohen Verbrechensstatistiken in den westlichen Staaten zu begr\u00fcnden und auch die perfide Ausbeutung der Weltressourcen durch die Kolonialstaaten. Diese Praxis hat dazu gef\u00fchrt, dass die Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung dazu instrumentalisiert wird, eine Minderheit von Privilegierten in den westlichen Industrienationen zu dienen und zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Zuletzt sei auf das Konzept der pers\u00f6nlichen Freiheit eingegangen, wonach jeder sein Privatleben so regeln kann, wie er oder sie es will. So ist es dem einzelnen \u00fcberlassen, ob er z.B. Drogen einnimmt, Alkohol trinkt oder aber au\u00dferehelichen Geschlechtsverkehr aus\u00fcbt. Dieses Verst\u00e4ndnis von pers\u00f6nlicher Freiheit f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig dazu, dass die so genannten freiheitlichen Gesellschaften \u00e4hnlich einem Dschungel werden. Statistiken machen deutlich, dass etwa die H\u00e4lfte aller f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen bereits ein Verbrechen begangen haben. Ebenfalls haben ein Viertel aller vierzehnj\u00e4hrigen einen Ladendiebstahl ver\u00fcbt sowie ein Viertel aller f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen bereits Cannabis geraucht. Leider sind auch viele muslimische Jugendliche diesen falschen Freiheitsbegriffen ausgesetzt. So werden mehr und mehr Muslime Mitglieder von Gangs, nehmen Drogen oder haben vor der Heirat schon Geschlechtsverkehr.<\/p>\n<p><strong>Menschenrechte<\/strong><br \/>\nBesonders Begriffe wie &#8222;Menschenrechte&#8220; werden dazu benutzt, um deutlich zu machen, dass die Au\u00dfenpolitik der westlichen Staaten von hohen ethischen Werten dominiert werde und dass ihre Politik dem Wohle der Menschheit diene. Gerade hier zeigt sich aber die Doppelz\u00fcngigkeit westlicher Politiker. Allen voran die Praxis von Gro\u00dfbritannien und der USA zeigen eindeutig die Instrumentalisierung der Menschenrechte im Sinne ihrer eigenen Interessen. So haben z.B. die USA trotz weltweiter \u00c4chtung von ABC- Waffen dennoch sich nicht gescheut, Atombomben w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges einzusetzen, oder aber biologische und chemische Waffen gegen Soldaten und Zivilisten anzuwenden, wie z.B. im Vietnamkrieg oder im Irak.So haben Gro\u00dfbritannien und die USA im Irak Uranium angereicherte Munition verwendet wodurch seit Anfang der neunziger Jahre \u00fcber eine Million Menschen an den Folgen gestorben oder aber es hat zu zahlreichen Missbildungen von K\u00f6rperteilen bei Neugeborenen gef\u00fchrt. Ebenfalls sind die von der UNO bef\u00fcrworteten Sanktionen im Irak zu erw\u00e4hnen, die dazu gef\u00fchrt haben, dass \u00fcber eine Million Babys seither an Unterern\u00e4hrung gestorben sind. Wo sind hier die viel gepriesenen \u201eMenschenrechte&#8220; dieser vielen Opfer geblieben?<br \/>\nDie heuchlerische Politik der USA wird besonders offenkundig durch die politische Unterst\u00fctzung und den Verkauf von Waffen an terroristischen Staaten wie z.B. Israel, die diese Waffen kaltbl\u00fctig gegen unschuldige Zivilisten in Pal\u00e4stina anwenden. Die verlogene Politik der USA ist auch durch die Weigerung, dem internationalen Gerichtshof beizutreten, f\u00fcr jedermann sichtbar geworden. Dabei hat die US-Administration gefordert, dass ihre Soldaten von der m\u00f6glichen Untersuchung von Kriegsverbrechen, V\u00f6lkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auszuschlie\u00dfen seien. Diese Beispiele verdeutlichen, dass der Ruf nach den \u201eMenschenrechten&#8220; lediglich ein Vorwand von imperialistischen Staaten darstellt, um sich in die inneren Angelegenheiten anderer V\u00f6lker einzumischen und ihre nationalen Interessen zu wahren.<br \/>\nEine islamisch gepr\u00e4gte Politik dagegen versucht die gerechte islamische Botschaft an alle V\u00f6lker weiterzutragen und die Menschen von der \u00dcbereinstimmung der islamischen Lebensordnung mit der menschlichen Natur zu \u00fcberzeugen. Der Islam verbietet es, unschuldige Zivilisten bestialisch zu ermorden, um dadurch seine Lehre auszubreiten.<\/p>\n<p><strong>Die Rolle der Vereinten Nationen<\/strong><br \/>\nDie Vereinten Nationen (UNO) habe den Anspruch, f\u00fcr den Weltfrieden zu arbeiten, Konflikte friedlich beizulegen und die Sicherheit der V\u00f6lker zu gew\u00e4hrleisten. Wenn man aber die Geschichte der UNO fundiert analysiert, so gelangt man zu der Erkenntnis, dass diese noblen Ziele nie erreicht wurden und auch nicht erreicht werden. Seit seiner Gr\u00fcndung im Jahre 1945 haben die Vereinten Nationen vor allem den USA sowie anderen imperialistischen Staaten als ein Werkzeug dazu gedient, ihre eigenen Interessen weltweit durchzusetzen. Nicht ohne Hintergedanken ist der Sitz der UNO in New York und der gr\u00f6\u00dfte Geldgeber mit damit verbundenem Erpressungspotential die USA.<br \/>\nSo war die erste Entscheidung der UNO die Gr\u00fcndung des Staates Israel und die damit einhergehende Vertreibung der Pal\u00e4stinenser aus ihrer Heimat. Im Verlauf hat die UNO au\u00dfer blo\u00dfen Verlautbarungen und Resolutionen den Terror der Israelis nicht eind\u00e4mmen k\u00f6nnen. Vielmehr war es der UNO ein leichtes Unterfangen, die US-Kampanie zum Angriff auf Afghanistan und den Irak zu unterst\u00fctzen, obwohl die Welt\u00f6ffentlichkeit von den offensichtlichen L\u00fcgen der US-Administration \u00fcberzeugt war, die vordergr\u00fcndig als Kriegsgr\u00fcnde dienten. Die USA waren sich nicht zu schade, der UNO ein Ultimatum zu stellen und sie damit zu erpressen, ihre Kriegstreiberei zu unterst\u00fctzen, anderenfalls w\u00fcrden sie im Alleingang ohne UN-Mandat angreifen.<br \/>\nDie gleiche UNO hat w\u00e4hrend des Bosnienkrieges den Muslimen das Recht auf Selbstverteidigung abgesprochen und deren Waffen eingesammelt und den V\u00f6lkermord der Serben unverholen unterst\u00fctzt. Als ein Symbol des V\u00f6lkermordes gilt die bosnische Stadt Srebrenica, wo vor den unt\u00e4tig zuschauenden Augen der UNO etwa 7.000 Muslime massakriert wurden. Diese wenigen Beispiele verdeutlichen, dass die UN nichts anderes als ein Sklave f\u00fcr die imperialistischen Ziele ihrer Herren, allen voran der USA, darstellen, die seit ihrer Gr\u00fcndung den USA dazu gedient haben, die muslimische Welt wirtschaftlich, kulturell und milit\u00e4risch zu kolonialisieren und ihre Interessen weltweit durchzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Das kapitalistische Wirtschaftssystem<\/strong><br \/>\nDie derzeit dominierende Weltlebensordnung basiert auf dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Die Pr\u00e4misse dieser Ideologie basiert auf dem eigenen Nutzen und Profit und hat weltweit eine Situation geschaffen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass einige wohlhabende Nationen die Ressourcen und Finanzm\u00e4rkte dieser Welt kontrollieren und folglich einen Gro\u00dfteil der Weltbev\u00f6lkerung ausbeuten. Die Statistiken besagen, dass etwa 20% der Weltbev\u00f6lkerung circa 80% der Ressourcen der Welt konsumieren. Daher scheint es unvorstellbar, dass weltweit alle drei Sekunden ein Kind an Hunger und Unterern\u00e4hrung verendet, w\u00e4hrend die Welt soviel Nahungsmittel bietet und produziert, dass die gesamte Weltbev\u00f6lkerung und zus\u00e4tzlich noch etwa 20 Milliarden Menschen ern\u00e4hrt werden k\u00f6nnten.<br \/>\nDie islamische Betrachtung der Wirtschaftsordnung ist diametral entgegengesetzt der kapitalistischen Praxis. So wird der Mensch im Islam als ein Wesen betrachtet, das bestimmte Bed\u00fcrfnisse hat und unterscheidet zwischen prim\u00e4ren Bed\u00fcrfnissen, wie die Nahrung, Obdach und Bekleidung und dar\u00fcber hinausgehenden luxuri\u00f6sen Bed\u00fcrfnissen, die die Menschen anstreben. Der islamische Staat muss priorit\u00e4r versuchen, die prim\u00e4ren Bed\u00fcrfnisse der Menschen zu erf\u00fcllen und gleichzeitig zu verhindern trachten, dass wirtschaftliche Ausbeutung und ungerechtes Vorgehen ausge\u00fcbt werden, wie z.B. das Horten von Kapital und die Monopole und Patentregelungen, die in der westlichen Welt vorherrschen. Das Streben nach Reichtum ist im Islam aber keineswegs verboten, jedoch eingebunden in einer gerechten Wirtschaftsordnung, die aus der Lebensordnung entspringt.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><br \/>\nWir sehen heutzutage, dass die Muslime im Westen wenig M\u00f6glichkeit haben, ihr Islamverst\u00e4ndnis korrekt zu erlernen und dass sie permanent den westlichen Lebensidealen und Werten mit seiner Kultur ausgesetzt sind. Der Ruf nach Integration bedeutet nichts anderes, als die Muslime mit s\u00e4kularem Gedankengut vertraut zu machen und sie Werte und Systeme annehmen zu lassen, die dem Islam fundamental widersprechen. Wenn Eltern versuchen, ihr Gewissen zu beruhigen, und ihre Kinder zu w\u00f6chentlichem Unterricht in die Moscheen schicken, so kann dies bei weitem nicht den s\u00e4kularen Einfluss begegnen, der durch die westlichen Medien, Gesellschaften und der kapitalistischen Ideologie auf sie permanent einrieselt.<br \/>\nAllah (s.w.t.) erkl\u00e4rt uns im Qur&#8217;an unsere Verantwortung folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eO die ihr glaubt, rettet euch und die Euren vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, wor\u00fcber strenge, gewaltige Engel gesetzt sind, die Allah nicht ungehorsam sind in dem, was Er ihnen befiehlt, und alles vollbringen, was ihnen befohlen wird.&#8220;<cite> (Sure 66, Al-Tahrim, Vers 6)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>Vom Propheten Muhammad (s.a.s.) wird \u00fcberliefert:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWahrlich, der Imam ist ein Schild, hinter dem ihr k\u00e4mpft und euch besch\u00fctzt&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Schutz kann nur durch einen Staat garantiert werden, dessen Gr\u00fcndung auf der islamischen Aqida basiert. Dieser Staat wird uns, unsere Kinder und die muslimische Umma von den st\u00e4ndigen Beeinflussungen durch s\u00e4kulare Konzepte, Werte und dem Einfluss der imperialistischen Staaten besch\u00fctzen. Der Islamische Staat (Kalifat) wird ein Erziehungssystem anbieten, der die islamische Pers\u00f6nlichkeit ausformen hilft und dadurch die Ideen und das Verhalten beeinflusst. So ist ein Schutz der islamischen Gesellschaft gew\u00e4hrleistet. So eine Gesellschaft ist dann in der Lage, die islamische Botschaft intellektuell weltweit zu tragen, so dass diese Lebensordnung die Menschheit leitet, wie es seit Anbeginn der Gr\u00fcndung des Islamischen Staates durch den Propheten Muhammad (s.a.s.) und die nachfolgenden Generationen praktiziert wurde.<br \/>\nAllah (s.w.t.) sagt im Qur&#8217;an:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEr ist es, Der Seinen Gesandten mit der F\u00fchrung geschickt hat und dem wahren Glauben, auf dass Er ihn \u00fcber alle anderen Religionen (Lebensordnungen) siegen lasse; mag es den G\u00f6tzendienern auch zuwider sein.&#8220; <cite>(Sure 9, Al-Tauba, Vers 33)<\/cite><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die in den westlichen Staaten lebenden Muslime sind permanent dem Gedankengut, den Ideen und Werten der westlichen Kultur ausgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":3593,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,23],"tags":[606,621,664,930,1318,1436,1743,1879,2725],"class_list":["post-9558","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-konzeptionen","category-westliche-konzeptionen","tag-demokratie","tag-der-sinn-des-lebens","tag-die-teilnahme-an-wahlen","tag-freien-gesellschaft","tag-islamische-aqidah-und-westliche-ideen","tag-kapitalistische-wirtschaftssystem","tag-menschenrechte","tag-nationalismus","tag-vereinten-nationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9558\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3593"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}