{"id":9617,"date":"2015-01-10T00:00:00","date_gmt":"2015-01-09T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9617"},"modified":"2015-01-10T00:00:00","modified_gmt":"2015-01-09T23:00:00","slug":"wunschdenken-eine-einladung-zum-untergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9617","title":{"rendered":"Wunschdenken &#8211; eine Einladung zum Untergang"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon rein oberfl\u00e4chliche Blicke verdeutlichen die bedr\u00fcckende Realit\u00e4t der Muslime:<br>&#8211; die geistige Dekadenz, welche die Ummah vor Jahrhunderten ergriff und bis heute fest im Griff hat<br>&#8211; die rationale Tr\u00e4gheit, die Wirklichkeit erkennen zu wollen und diese den islamischen Erfordernissen anzugleichen<br>&#8211; das Desinteresse an den politischen Machenschaften der Feinde des Islam<br>&#8211; die Unf\u00e4higkeit, wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistungen hervorzubringen, die denen der Vergangenheit gleichen<br>Dass die Muslime trotz ihrer gro\u00dfartigen Weltanschauung, die von niemand geringerem als Allah (s.w.t.) offenbart wurde, und trotz ihres Reichtums an Rohstoffen in diesem dekadenten Zustand gefangen sind, offenbart vor allem das politische Versagen und den Verrat der Herrscher in unseren L\u00e4ndern. Waren wir einst unter der F\u00fchrung von Kalifen noch die einzige und unangefochtene Weltmacht, so sind wir heute zum Spielball der ungl\u00e4ubigen Kolonialisten verkommen.<br>Doch m\u00f6chten wir im Rahmen dieser Abhandlung nicht das Elend der Ummah er\u00f6rtern, denn dieses ist f\u00fcr jedermann offenkundig. Viel interessanter ist einer der ausschlaggebenden Faktoren, der zu dieser desastr\u00f6sen Entwicklung der Ummah beigetragen hat. Es handelt sich um eine Eigenschaft, die fr\u00fcher charakteristisch f\u00fcr die Nichtmuslime war und zu ihren g\u00e4ngigen Denkweisen z\u00e4hlte. Als sie jedoch ihren Fehler erkannten und entsprechende Ma\u00dfnahmen ergriffen, gelangten sie in Folge dessen zu einem Aufstieg. Dieses Fehldenken, das sich bei vielen Muslimen manifestiert hat, ist das degenerierte Wunschdenken.<br>Hierbei handelt es sich um einen geistigen Prozess, bei dem die Realit\u00e4t durch eine w\u00fcnschenswerte Scheinrealit\u00e4t unterdr\u00fcckt und verdr\u00e4ngt wird. Diese Art des Denkens ist ein Mechanismus, der darauf abzielt, den Menschen in einen angenehmen Gem\u00fctszustand zu versetzen und diesen aufrecht zu halten. Somit werden unangenehme Gef\u00fchlslagen vermieden und widerspr\u00fcchliche Aspekte der Wunschrealit\u00e4t ausgeblendet, w\u00e4hrend die tr\u00fcgerische Hoffnung mit Scheinargumenten gen\u00e4hrt wird. Die intellektuelle Funktion des Verstandes beschr\u00e4nkt sich bei dieser Denkart lediglich auf die Aufrechterhaltung eben dieser tr\u00fcgerischen Hoffnungen.<br>Vergleicht man das Wesen des Wunschdenkens mit der Geisteshaltung vieler Muslime, wird eine erschreckende \u00c4hnlichkeit deutlich. Hierzu m\u00f6chten wir ein sehr markantes Beispiel anf\u00fchren.<br>Die Ernennung von George W. Bush \u2013 einer der gr\u00f6\u00dften Feinde des Islam \u2013 zum Pr\u00e4sidenten der USA belegt die Naivit\u00e4t und Blau\u00e4ugigkeit vieler Muslime. Er bekam die Stimmen der acht gr\u00f6\u00dften islamischen Organisationen in den USA und gewann 70% der muslimischen W\u00e4hlerstimmen. Allein in Florida, der Staat, in dem die Entscheidung letztendlich zu Gunsten Bushs fiel, erhielt er 46.200 Stimmzettel der dortigen Muslime. Grover Norquist, Vorsitzender eines konservativen Think Tanks (Denkfabrik, Denkschmiede) und ebenso konservativen Lobbygruppe, behauptet sogar, dass Bush \u00fcberhaupt erst mit Hilfe der muslimischen Stimmen zum Pr\u00e4sidenten ernannt werden konnte.<br>Umso \u00fcberraschter waren die in den USA lebenden Muslime, als US-Truppen in Afghanistan und in den Irak einmarschierten und dort ihr fanatisches, hasserf\u00fclltes Gesicht zeigten. Kriegsveteranen berichteten nach ihrer R\u00fcckkehr, dass sie von den Offizieren darauf abgerichtet worden seien, auf jeden mit Turban und Vollbart zu schie\u00dfen, da es sich um Terroristen handeln w\u00fcrde. Es sei ein Gef\u00fchl gewesen, als ob man die Kreuzz\u00fcge durchleben w\u00fcrde. Nennenswerter jedoch ist die Tatsache, dass Bush den Muslimen auf sehr geschickte Weise Honig um den Mund schmierte, als er w\u00e4hrend des Wahlkampfs Moscheen besuchte und den Muslimen leere Versprechungen machte. So wurden den muslimischen B\u00fcrgern in den USA mehr Rechte und st\u00e4rkere gesellschaftliche Einbeziehung zugesichert. Durch diese leeren Worte wurden die W\u00fcnsche der dortigen Muslime angeregt, und sie fielen in eine geistige Ohnmacht, in der sie jedes noch so offenkundig islamfeindliches Man\u00f6ver und Ereignis zu Gunsten der Bush-Administration interpretierten.<br>Acht Jahre sp\u00e4ter wiederholte sich diese Trag\u00f6die. Gleiches Spiel, neues Gesicht. Diesmal war es Barack Hussein Obama, der zum Stolperstein des Intellekts der Muslime wurde. Durch seinen zweiten Vornamen Hussein, der islamisch anmutet, lie\u00dfen sich die Muslime &#8211; sogar in den islamischen L\u00e4ndern \u2013 erneut aufs Glatteis f\u00fchren und machten denselben Fehler wie bereits acht Jahre zuvor, indem sie ihre W\u00fcnsche \u00fcber die Realit\u00e4t obsiegen lie\u00dfen. Dabei betrachteten sie nicht, dass Obama weitaus gef\u00e4hrlicher als sein t\u00f6richter Vorg\u00e4nger ist, der keinen Hehl aus der Ermordung und Erniedrigung der Muslime machte. Obama reicht der Ummah das Gift n\u00e4mlich mit Schmalz \u00fcberzogen. Die Muslime hielten bedingungslos an seinen Versprechungen fest, weil sie sich einen tr\u00fcgerischen Frieden von ihm erhofften. Das Ergebnis seiner &#8222;Friedensbem\u00fchungen&#8220; war eine Truppenaufstockung in Afghanistan, die Zunahme der Drohnenangriffe in Pakistan mit vielen Toten und ein Freibrief an Assad, in Syrien nach Lust und Laune zu morden. Die Kriege und das Leid auf der Welt haben unter Obama zugenommen. Unter dem Motto \u201eChange&#8220; bediente sich die Obama-Administration der beliebten Taktik des Gesichtswechsels und ver\u00e4nderte lediglich die einf\u00e4ltige Herangehensweise seines Vorg\u00e4ngers, der durch sein ungeniertes Verhalten den Ruf der USA massiv sch\u00e4digte. Denn die Agenda gegen den Islam und die Muslime dauert fort.<br>Dieses einfache Beispiel verdeutlicht, wie weit die Kolonialm\u00e4chte gehen k\u00f6nnen, weil der gr\u00f6\u00dfte Teil der Ummah des ehrw\u00fcrdigen Propheten Muhammad (s.a.s.) die F\u00e4higkeit verloren hat, politische Man\u00f6ver richtig zu analysieren und zu deuten, um entsprechende Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen.<br>Ein weiteres banales Beispiel, das eigentlich kaum der Rede wert ist, zeigt das Ausma\u00df des Wunschdenkens. So ging unter den Muslimen das Ger\u00fccht um, dass auf dem Hochzeitsring Obamas &#8222;Allah&#8220; eingraviert sei. Diese l\u00e4cherliche Behauptung wird von einigen Muslimen derart hochstilisiert, dass sie Obama als eine Person darstellen, der die Muslime in Wirklichkeit unterst\u00fctzt und ihnen in Zukunft zu mehr Macht verhelfen m\u00f6chte. Wie viele Tomaten muss man eigentlich auf den Augen haben um die Realit\u00e4t derma\u00dfen zu verkennen? Die t\u00e4glichen Nachrichten \u2013 seien sie noch so zensiert \u2013 zeigen den Hass dieses schwarzen Mannes im Wei\u00dfen Haus, den er auf die Muslime hat. Wehe jenen, die nach den blutigen Ereignissen in Syrien solch ein l\u00e4cherliches Argument weiterhin vertreten. Sp\u00e4testens der Syrien-Konflikt sollte jedem Muslim vor Augen f\u00fchren, dass weder Obama noch Erdogan noch Hollande uns jemals freundlich gesinnt waren. Das Blut ganzer islamischer V\u00f6lker klebt an den H\u00e4nden dieser Verbrecher. Waren es nicht die USA, die von der T\u00fcrkei aus den Irak bombardierte? Hat Erdogan etwa geschlafen oder wollte er durch diese Aktion \u201edas Vertrauen der USA gewinnen&#8220; um es dann f\u00fcr den Islam auszunutzen? Wo sind die gro\u00dfen Worte Erdogans, als er in Davos den Juden die Stirn bot? Werden die Pal\u00e4stinenser denn nicht Tag und Nacht vom Zionistengebilde unterdr\u00fcckt und gedem\u00fctigt?<br>Die bittere Realit\u00e4t beweist, dass keine dieser leeren Versprechungen und die hierauf basierenden W\u00fcnsche ernst zu nehmen sind. Der einzige Weg um dieser Misere zu entkommen, ist die R\u00fcckbesinnung auf das islamische Denken.<br>Dem geistigen Aufstieg der Muslime muss ein erleuchtendes Denken auf Grundlage der islamischen Aqida vorangehen. Das Denken, das letztendlich die Lebens- bzw. Weltanschauung des Menschen definiert, ist ein intellektueller Prozess und kein emotionaler Gem\u00fctszustand. Durch die Abwesenheit dieses fundamentalen Gedankens wird die Ummah untergehen. Und deshalb erlangt die Ummah den Aufstieg nicht aus materieller St\u00e4rke heraus sondern umgekehrt. Denn vielmehr beruht der materielle Aufstieg beispielsweise in den Bereichen der Industrie, Wissenschaft oder Technologie auf eben diesem erleuchtenden Denken. Diese Denkart wird sich jedoch erst dann etablieren, wenn die Muslime umfassende Erkenntnisse \u00fcber den Menschen, das Leben und das Universum auf der Grundlage der erhabenen islamischen Aqida gewinnen und die L\u00f6sung ihrer Probleme ausschlie\u00dflich und in tiefem Vertrauen auf Allah (s.w.t.) der Shariah, der islamischen Gesetzgebung, entnehmen. Sie ist die einzig legitime und einzig zielf\u00fchrende Rechtsordnung, denn sie stammt von Allah (s.w.t.), dem Sch\u00f6pfer der Himmel und der Erde und des Menschen und aller Existenz.<br>Hinsichtlich der aktuellen Entwicklung in der islamischen Welt ist ein Hoffnungsschimmer am Horizont erkennbar, denn die Muslime begreifen allm\u00e4hlich, dass ihnen ohne Vorhandensein eines Islamischen Staates, der sich um s\u00e4mtliche Angelegenheiten der Ummah k\u00fcmmert, niemals Ehre zu Teil werden wird. Vor allem in Syrien setzen sich die Geschwister mit vollem Einsatz daf\u00fcr ein, das Regime des Schl\u00e4chters Bashar al-Assad zu st\u00fcrzen um an seiner statt mit Allahs Hilfe das Kalifat zu errichten. Der arabische Fr\u00fchling l\u00e4sst wahrlich das Beste in den Muslimen aufbl\u00fchen, denn dieser Aufstand erh\u00e4lt seine Lebenskraft allein durch die islamischen Verst\u00e4ndnisse und ist ein Manifest f\u00fcr die Worte Allahs:<br><strong>Gewi\u00df, Allah \u00e4ndert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht das \u00e4ndern, was in ihnen ist<\/strong> (Sura Ar-Ra&#8217;d 13, Aya 11)<br>Somit sind die Aufst\u00e4nde ein praktisches Beispiel f\u00fcr das Erwachen der Ummah aus der geistigen Umnebelung und ein Lebenszeichen, das den Thron des Westens ersch\u00fcttert. Folglich sind alle Muslime dazu verpflichtet, sich ein Beispiel an den Helden dieser islamischen Revolution zu nehmen und ihren Eifer zur Errichtung des Kalifats zu teilen, indem sie aus der Starre erwachen, das Rechte gebieten und das Unrecht anprangern, gem\u00e4\u00df der Aya:<br><strong>Und aus euch soll eine Gemeinschaft hervorgehen, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Unrecht anprangert, und dies sind wahrlich die Erfolgreichen<\/strong> (Sura Aali Imraan 3, Aya 104)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die Muslime trotz ihrer gro\u00dfartigen Weltanschauung, die von niemand geringerem als Allah (s.w.t.) offenbart wurde, und trotz ihres Reichtums an Rohstoffen in diesem dekadenten Zustand gefangen sind, offenbart vor allem das politische Versagen und den Verrat der Herrscher in unseren L\u00e4ndern. 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