{"id":9621,"date":"2012-04-08T00:00:00","date_gmt":"2012-04-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9621"},"modified":"2012-04-08T00:00:00","modified_gmt":"2012-04-07T22:00:00","slug":"einer-fuer-alle-und-alle-fuer-einen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9621","title":{"rendered":"Einer f\u00fcr alle und alle f\u00fcr einen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den verschiedenen Abschnitten der Menschheitsgeschichte wurden die Menschen von Allah, dem Allm\u00e4chtigen, unterschiedlich gepr\u00fcft. Die V\u00f6lker mussten sich den verschiedensten Herausforderungen stellen und ihrem Schicksal ins Auge blicken. Doch ein Volk sticht bei dieser Betrachtung besonders hervor. Es ist die Ummah von Muhammad (s.a.s.), die die Menschheitsgeschichte in vollkommener Weise besiegelte und den gr\u00f6\u00dften Herausforderungen gegen\u00fcber stand. \u00dcber ein Jahrtausend hinweg preschte diese glorreiche Ummah &#8211; gewappnet mit islamischen Verst\u00e4ndnissen und Konzeptionen \u2013 nach vorn und eine Generation nach der anderen meisterte die Hindernisse, die sich ihr in den Weg stellten. Dies nahm erst ihr Ende, als die islamischen Konzeptionen (Mafah\u012bm) in den K\u00f6pfen der Muslime verblassten. Infolgedessen brach alles binnen weniger Jahrzehnte zusammen, was die Muslime im Laufe von 1400 Jahren m\u00fchsam aufgebaut hatten. Weder konnten sie die Aufl\u00f6sung ihres einzigartigen Zusammenhalts verhindern, noch schafften sie es, ihren Aufgaben und Verpflichtungen in geb\u00fchrender Weise nachzukommen. Das Reich, das sich einst von den Grenzen Frankreichs bis nach China erstreckte, zerfiel in 54 bedeutungslose Nationalstaaten, die bis heute nicht einmal ihre eigenen Probleme l\u00f6sen k\u00f6nnen, geschweige denn sich um ihre Br\u00fcder und Schwestern k\u00fcmmern k\u00f6nnen.<br>Doch vor dieser schleichenden, langwierigen Trag\u00f6die herrschte in der Ummah eine sehr positive Atmosph\u00e4re \u2013 gepr\u00e4gt vom Geiste der Einheit und Br\u00fcderlichkeit. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn jener einst m\u00e4chtige Staat, der die Muslime vereinte, fu\u00dfte auf auf einem \u00fcberaus stabilen Fundament, n\u00e4mlich den Gesetzen und Wertvorgaben Allahs. So entstand eine bis dato nie gekannte Gesellschaft, deren Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein einzigartig waren. Dies mag zun\u00e4chst nicht besonders erscheinen, denn in einer Gesellschaft gibt es immer einen gewissen Zusammenhalt. Doch das Ausma\u00df wird erst dann erkennbar, wenn man das islamische Reich der restlichen Welt gegen\u00fcber stellt. Das byzantinische und persische Imperium waren in jener Epoche ber\u00fchmt ber\u00fcchtigt und gef\u00fcrchtet wegen ihrer korrupten Herrscher und ihre tyrannischen Gesellschaftsstrukturen. In diesen Imperien herrschte das Gesetz des Dschungels; Fressen oder Gefressen werden. Und so gewann der St\u00e4rkere stets gegen den Schw\u00e4cheren. Im Gegensatz dazu galten im islamischen Staat Gesetze, die das Recht eines jeden B\u00fcrgers gew\u00e4hrleisteten. Weder gab man dem Starken vor dem Schwachen den Vorzug noch dem Reichen vor dem Armen. Es war vielmehr ein F\u00fcr- und Miteinander, und lediglich solche Personen, die dem Islam feindlich gesonnen waren, wurden als Feinde erachtet. Die Beispiele f\u00fcr den Gerechtigkeitssinn des Kalifats, die die Geschichte zu bieten hat, sind erstaunlich.<br>So kam es, dass Abu Bakr (r.a.) w\u00e4hrend seiner Amtszeit als Kalif jeden Morgen h\u00f6chstpers\u00f6nlich zu einer alten, blinden Frau ging um ihre Mahlzeiten zu kochen, ihre Kleidung zu waschen und ihr Haus aufzur\u00e4umen. Umar (r.a.), direkter Nachfolger Abu Bakrs und zweiter Kalif der Muslime, dessen Reich das gr\u00f6\u00dfte und m\u00e4chtigste seiner Zeit war, machte jede Nacht Rundg\u00e4nge um sich der Zufriedenheit und des Wohlergehens seiner B\u00fcrger zu vergewissern. Als es einmal einer alleinerziehenden Mutter und ihren zwei Kindern an Nahrung fehlte, ging er zum Schatzhaus, trug S\u00e4cke voll Mehl und anderen Nahrungsmitteln auf seinen Schultern zum Haus der alleinerziehenden Mutter, bereitete eigenh\u00e4ndig das Essen vor und entsch\u00e4digte die Mutter nochmals mit reichlich Geld. Ein weiteres erstaunliches Beispiel gibt uns der Kalif Mu&#8217;tasim, der aufgrund einer muslimischen Frau, die in Byzanz von von dort Ans\u00e4ssigen bel\u00e4stigt und angegriffen wurde, seine gesamte Armee mobilisierte, einen Angriff auf Byzanz fuhr und infolgedessen dieses Weltreich einnahm.<br>Diese Geschichten sind den meisten Muslimen bekannt, doch sie fassen sie vom Verst\u00e4ndnis her als eine Art M\u00e4rchen auf, obwohl sie wissen, dass es reale Geschehnisse sind und somit ein Teil unserer Geschichte. Doch genau hier gilt es zu begreifen, dass dies keine M\u00e4rchen sind, sondern ein Resultat dessen, was Allah, der Erhabene, im Qur&#8217;an gesagt hat: <strong>\u201eUnd haltet allesamt fest am Seil Allahs und spaltet euch nicht und gedenkt der Gnade Allahs gegen euch, da ihr Feinde wart und Er eure Herzen so vereinigt hat, dass ihr durch Seine Gnade Br\u00fcder wurdet; und da ihr am Rande eines Abgrundes von Feuer wart und Er euch ihr entriss.&#8220;<\/strong> (Al-Imran; 103)<br>Diese bemerkenswerten Pers\u00f6nlichkeiten waren keine gew\u00f6hnlichen B\u00fcrger des Staates, sondern ihre F\u00fchrer und die edelsten der Edlen. Obwohl sie als gro\u00dfe Staatsm\u00e4nner unz\u00e4hlige Aufgaben und Pflichten zu erf\u00fcllen hatten, scheuten sie keine M\u00fche, um jedem einzelnen ihrer B\u00fcrger ein zufriedenes Leben auf hohem Niveau zu gew\u00e4hrleisten, denn ihre Handlungsweise entsprach der Sunnah des Gesandten (s.a.s.), als er sagte: &#8220; Wer auch immer viel Geld hinterl\u00e4sst, so kommt es seinem Erben zu. Wer jedoch schwache Nachkommenschaft hinterl\u00e4sst, so obliegen sie unserer Verantwortung.&#8220; (Sahih Muslim)<br>Denn gerade in dieser Epoche war es Gang und G\u00e4be, dass die Herrscher ihr Leben in vollen Z\u00fcgen auskosteten, w\u00e4hrend ihre Bev\u00f6lkerung meist noch nicht einmal genug zu essen hatte. Der Islam jedoch definiert &#8211; wie gew\u00f6hnlich &#8211; die Ansichten neu, und so entsteht eine Staatsf\u00fchrung, die solcherma\u00dfen aussieht und in der es nahezu keine Ungerechtigkeit gibt.<br>Doch wie bereits erw\u00e4hnt, ging diese \u00c4ra der Muslime zu Ende und an Stelle der reinen islamischen Konzeptionen setzten sich giftige, westliche Verst\u00e4ndnisse fest, wie z. B. Individualismus, Nationalismus oder Sorglosigkeit gegen\u00fcber seinen Mitmenschen. Die faule Saat dieser Spaltung wurde bereits 1924 gelegt, als das Kalifat zerst\u00f6rt und die L\u00e4ndereien der Muslime in kleine Nationalstaaten aufgeteilt wurden. Und heute ernten die ungl\u00e4ubigen Kolonialisten die Fr\u00fcchte dieser faulen Saat, denn mittlerweile ist Nationalismus und Stammestum unter den Muslimen weit verbreitet. Sogar Organisationen, deren Ziel es sein sollte, die Ummah zu vereinigen, spalten sich immer mehr ab und heizen die ohnehin angespannte Stimmung weiter an. So beschuldigen die einen die anderen, sie h\u00e4tten eine fehlerhafte &#8218;Aqida. Andere wiederum erachten bestimmte Muslime als zu radikal, nur weil sie wahrhaftig f\u00fcr den Aufstieg der Muslime k\u00e4mpfen und dabei die Aggressoren aus dem Westen mitsamt ihren falschen Ideen an den Pranger stellen. Und dann gibt es manche Muslime, die ohne Bedenken den Takf\u012br gegen andere Muslime aussprechen, das hei\u00dft, sie erkl\u00e4ren diese zu Ungl\u00e4ubigen. In den meisten F\u00e4llen priorisieren sie Themen, die lebensferner nicht sein k\u00f6nnen und merken nicht, dass sie von den Kuffar gezielt gelenkt werden um den Islam noch mehr zu schw\u00e4chen. Sie verschlie\u00dfen geradezu ihre Augen vor den wirklich brisanten und realen Problemen und Ereignissen, die die Ummah plagen.<br>Leid, Not und Tod erfasst die gesamte Ummah aus allen erdenklichen Richtungen. Sie sind zum Spielball der Kuffar geworden, doch liegt der Fokus der Muslime einzig und allein auf der Thematik des Bartes oder der Kleidungsvorschrift. Dabei reichen doch allein die t\u00e4glichen, unheilvollen Nachrichten aus der islamischen Welt \u2013 und erst recht die Gr\u00e4ueltaten der vergangenen Jahrzehnte -, um das Blut eines vern\u00fcnftigen Muslims in seinen Adern zum Kochen zu bringen:<br>Afghanistan, 29.05.2011:<br>\u201eNach Toolans Angaben wurden bei dem Angriff am vergangenen Samstag insgesamt neun Zivilisten get\u00f6tet. Die Provinzbeh\u00f6rden hatten von 14 Toten gesprochen, darunter zehn Kinder und zwei Frauen &#8230; \u201eNach seinen Angaben feuerten die zur Verst\u00e4rkung gerufenen Hubschrauber der US-Armee auf zwei H\u00e4user in dem Glauben, die Aufst\u00e4ndischen h\u00e4tten sich dort allein verschanzt.&#8220; (Tagesschau)<br>Syrien 27.05.2011, 3.06.2011&amp;11.06.2011:<br>\u201eSeit Beginn der Proteste in Syrien sollen bereits 1000 Menschen gestorben sein. Auch am Freitag gab es Tote bei Demonstrationen gegen Machthaber Assad. Mit Drohungen und gezielten Sch\u00fcssen versucht die Regierung, den Aufstand zu unterdr\u00fccken &#8211; und das Ausland reagiert nur z\u00f6gerlich.&#8220;<br>\u201eDas UN-Kinderhilfswerk UNICEF gibt ihre Zahl mit mindestens 30 an. Besonders bekannt ist der Fall des 13-j\u00e4hrigen Hamsa el Chatib, der nach Angaben syrischer Aktivisten von Sicherheitskr\u00e4ften im s\u00fcdlichen Daraa gefoltert und get\u00f6tet wurde.&#8220; (Tagesschau)<br>\u201eSyrische Fl\u00fcchtlinge in der T\u00fcrkei haben das brutale Vorgehen der Truppen von Pr\u00e4sident Bashar al-assad geschildert. Ein Augenzeuge aus einer Siedlung auf einer Anh\u00f6he \u00fcber der Stadt Dschisir al-Schughur sagte der BBC, wie am Freitag rund 40 Panzer das darunter gelegene Dorf angegriffen hatten. Dabei h\u00e4tten sie mitten in die H\u00e4user geschossen. Wie viele Tote es gegeben habe, konnte er nicht sagen. Jedoch vermochte er zu beobachten, wie die Soldaten Felder niederbrannten und Olivenb\u00e4ume ausrissen, um den \u00dcberlebenden jede Lebensgrundlage zu nehmen.&#8220; (Spiegel-Online)<br>Jemen 25.05.2011, 30.05.2011:<br>\u201eIm Zentrum der jeminitischen Hauptstadt Sanaa halten die schweren K\u00e4mpfe zwischen Armee und Regierungsgegnern an. Augenzeugen berichteten von mindestens f\u00fcnf Toten nach einem Raketenbeschuss. Am Dienstag waren nach unbest\u00e4tigten Angaben 55 Menschen get\u00f6tet worden &#8230; &#8220; (&#8230;) \u201eDie Sicherheitskr\u00e4fte haben nach Mitternacht angegriffen, \u00fcberraschend und brutal. Zelte brannten, Scharfsch\u00fctzen zielten von den umliegenden Regierungsgeb\u00e4uden auf fl\u00fcchtende Zivilisten. Die Zahl der Toten wird auf mehrere Dutzend gesch\u00e4tzt, die der Verletzten auf weit \u00fcber Hundert.&#8220; &#8230; \u201ePr\u00e4sident Ali Abdullah Saleh gab sich zufrieden mit dem Vorgehen seines Milit\u00e4rs: &#8222;Lassen Sie mich unseren Milit\u00e4rapparat loben, der allen Angriffen widersteht. Er hat unser volles Vertrauen.&#8220; (&#8230;) \u201eMitte M\u00e4rz hatte Saleh erstmals Scharfsch\u00fctzen gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Damals wurden in der Hauptstadt Sanaa 52 Menschen erschossen.&#8220; (Tagesschau)<br>Lybien:<br>\u201eDie Rede ist von entfesselten Horden und afrikanischen S\u00f6ldnern, die Gastarbeiter durch Tripolis jagen, internieren, die Frauen vergewaltigen. Einer behauptet, er habe in Tripolis gesehen, wie ein Tunesier gek\u00f6pft wurde &#8230; \u201eR\u00fcckkehrer aus Libyen schildern Horrorszenen aus dem Gaddafi-Land. &#8222;Es wird \u00fcberall geschossen&#8220;, berichten Italiener nach ihrer Landung auf dem Flughafen in Rom. &#8222;Auf der Fahrt von Sabratha nach Tripolis haben sie versucht, uns zu lynchen, es war entsetzlich&#8220;, erz\u00e4hlt ein Passagier.&#8220; &#8230; \u201eEs k\u00f6nnten schon tausend Menschen bei den Unruhen in Libyen ums Leben gekommen sein&#8220; (Spiegel-Online)<br>So lastet die Verantwortung auf unseren Schultern, die Ehre und W\u00fcrde unserer Geschwister wiederherzustellen und daf\u00fcr zu arbeiten, dass sie in den Tag blicken k\u00f6nnen, ohne sich Sorgen machen zu m\u00fcssen, dass sie jeden Moment unter Raketenbeschuss geraten k\u00f6nnten. Doch dieses Vorhaben ist ohne einen islamischen Staat nicht m\u00f6glich. Und so liegt es an uns, der Mutter aller Pflichten nachzukommen und mit Allahs Erlaubnis das Kalifat zu errichten. Sodann wird Gerechtigkeit in die Welt zur\u00fcckkehren, und die ungl\u00e4ubigen Ideen und Systeme werden ihre letzten Tage erleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den verschiedenen Abschnitten der Menschheitsgeschichte wurden die Menschen von Allah, dem Allm\u00e4chtigen, unterschiedlich gepr\u00fcft. 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