{"id":9633,"date":"2012-03-11T00:00:00","date_gmt":"2012-03-10T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9633"},"modified":"2012-03-11T00:00:00","modified_gmt":"2012-03-10T23:00:00","slug":"die-bedeutung-der-prophetengeschichten-im-koran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9633","title":{"rendered":"Die Bedeutung der Prophetengeschichten im Koran"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allah (t) hat den Menschen im Koran \u00fcber den Grund der Entsendung von Propheten und Gesandten an die Menschen in Kenntnis gesetzt, indem Er sagt:<br><strong>&#8222;Wir schickten Unsere Gesandten mit klaren Beweisen und sandten mit ihnen das Buch und das Ma\u00df herab, auf dass die Menschen Gerechtigkeit \u00fcben m\u00f6gen.&#8220;<\/strong> (57:25)<br>Tatsache ist, dass im Verlauf der Geschichte zu jedem Volk ein Prophet oder Gesandter entsandt wurde. Sie wurden infolge der nat\u00fcrlichen Unf\u00e4higkeit des Menschen, selbst zu bestimmen, wie er den Sch\u00f6pfer anbeten und sein t\u00e4gliches Leben regeln kann, von Allah (t) entsandt. Als Muslime erkennen wir zweifellos die Wahrheit der Gesandtschaft aller Propheten an, und obwohl mit Beginn des Islam die vorangegangen offenbarten Schriften aufgehoben wurden und uns damit nicht mehr als Quelle unserer Gesetzgebung dienen d\u00fcrfen, k\u00f6nnen und sollten wir nichtsdestotrotz aus dem Leben und Wirken der Gesandten und Propheten profitieren.<br>Allah sagt: <strong>&#8222;Diese sind es, denen Wir die Schrift gaben und die Weisheit und das Prophetentum. Wenn diese das aber leugnen, so vertrauen Wir es einem Volke an, das es nicht leugnet. Das sind jene, die Allah rechtgeleitet hat: So folge ihrer Rechtleitung. Sprich: &#8218;Ich verlange von euch daf\u00fcr keinen Lohn. Es ist ja nichts anderes als eine Ermahnung f\u00fcr alle Welten.'&#8220;<\/strong> (6:90)<br>Diese Worte zeigen deutlich, dass der Gesandte damit beauftragt wird, der Rechtleitung jener Gesandten und Propheten zu folgen, die ihm vorausgingen, wobei sich der Aufruf an alle Muslime richtet. Denn sie sind einerseits verpflichtet, dem Weg des Gesandten Muhammad zu folgen, andererseits beschr\u00e4nkt sich die Anrede nicht allein auf Muhammad, und solange dies nicht der Fall ist, ist die Umma generell angesprochen. Man darf jedoch nicht dem Irrtum und dem vermeintlichen Argument verfallen, es handle sich dabei um einen Aufruf, den fr\u00fcheren Propheten und Gesandten in den ihnen offenbarten Gesetzen und religi\u00f6sen Vorschriften zu folgen, d. h., dass vergangene Gesetzgebungen heute noch eine Relevanz f\u00fcr die Muslime h\u00e4tten. Vielmehr h\u00e4ngt das Folgen ihrer Rechtleitung mit dem Ursprung der Botschaft, mit der Einheit Gottes und mit dem Gehorsam Ihm gegen\u00fcber zusammen und nicht mit einzelnen Gesetzen.<br>In dieser Bedeutung sind auch die folgenden Verse zu verstehen:<br><strong>&#8222;Er verordnete f\u00fcr euch die Religion, die Er Noah anbefahl und die Wir dir offenbart haben und die Wir Abraham und Moses und Jesus anbefohlen haben, n\u00e4mlich (die), in der Einhaltung der Gebote standhaft zu bleiben und euch deswegen nicht zu spalten&#8220; (42:13), sowie &#8222;Und Wir haben dir dann offenbart: Folge der Religion (Milla) Ibrahims, dem Aufrechten.&#8220;<\/strong> (16:123)<br>Die Aussage, dass uns die Religion anbefohlen wurde, die auch Noah, Abraham und Moses anbefohlen wurde, ebenso wie der Befehl, der Milla Abrahams zu folgen, bedeuten nicht, dass wir den einzelnen Vorschriften der jeweiligen Religion Moses, Noahs, Abrahams oder Jesus&#8216; folgen sollen, sondern meinen, ihnen hinsichtlich der Glaubensgrundlagen, des Monotheismus und der allgemeinen Gehorsamspflicht gegen\u00fcber Allah nachzueifern. Es kann sich daher die Frage ergeben, was die Muslime den Geschichten der fr\u00fcheren Propheten und Gesandten, au\u00dfer dass sie nat\u00fcrlich Teil der Offenbarung Allahs sind, heute entnehmen k\u00f6nnen. Aus dem Leben und Wirken der Propheten k\u00f6nnen zahlreiche Lehren, gerade auch f\u00fcr die Gegenwart, gezogen werden. Nicht umsonst nehmen die so genannten Prophetengeschichten im Koran einen gro\u00dfen Raum ein. Sie finden in \u00fcber f\u00fcnfzig Suren Erw\u00e4hnung, und wir wissen zweifelsfrei, dass Allah (t) nicht ein einziges Wort, ja nicht einen einzigen Buchstaben grundlos im Koran anf\u00fchrt und dass immer ein bestimmter Zweck und eine bestimmte Weisheit damit verkn\u00fcpft sind.<br>Es liegt also an den Muslimen, die Prophetengeschichten zu lesen und eingehend zu studieren, um aus ihnen die Lektionen und Lehren herauszuziehen, die den Muslimen eine Unterst\u00fctzung sein sollten, besonders in der beschwerlichen Aufgabe der Verk\u00fcndung der Dawa. Denn ihre Geschichten geben besonders die Situationen wieder, mit denen sie bei der Verk\u00fcndung der g\u00f6ttlichen Botschaft konfrontiert waren, und wie sie damit umgegangen sind. Dazu geh\u00f6ren sicherlich das geduldige Ertragen (Sabr) einer schwierigen Zeit, eines Leides oder einer Pr\u00fcfung, welcher Art auch immer, das standhafte Festhalten an der Wahrheit, die strikte Haltung in der Konfrontation mit einem Tyrannen, wenn er zur Rechenschaft gezogen und an die dringende Pflicht erinnert wird, nach den g\u00f6ttlichen Gesetzen zu regieren usw.<br>Mit anderen Worten, die Prophetengeschichten sind f\u00fcr die Muslime im Allgemein und f\u00fcr die Tr\u00e4ger der islamischen Dawa im Besonderen ein Lehrwerk hinsichtlich der Art und Weise, die islamische Botschaft an die verschiedenen V\u00f6lker und Nationen zu tragen &#8211; dies nat\u00fcrlich neben dem Studium und der Betrachtung der Sira des Gesandten Muhammad, die selbstverst\u00e4ndlich als Grundlage f\u00fcr die Methode und Vorgehensweise bei der Dawa dienen muss. Aufgrund der Tatsache, dass die Muslime als einzige Umma damit beauftragt sind, die islamische Dawa an alle V\u00f6lker und Nationen heranzutragen, ergibt sich die Notwendigkeit, sich mit einer Vielzahl von Beispielen zu besch\u00e4ftigen, wie die Dawa, am wirksamsten weitergetragen werden kann. Und eben diese Beispiele liefert uns Allah (t) in den Prophetengeschichten, aus denen die Muslime profitieren und sich f\u00fcr diese Aufgabe perfekt vorbereiten k\u00f6nnen.<br>Allah (t) sagt: <strong>&#8222;Wahrlich, in ihren Geschichten ist eine Lehre f\u00fcr die Denkenden. Es ist keine erdichtete Rede, sondern eine Best\u00e4tigung dessen, was ihm vorausging, und eine deutliche Darlegung aller Dinge und eine F\u00fchrung und eine Barmherzigkeit f\u00fcr ein gl\u00e4ubiges Volk.&#8220;<\/strong> (12:111)<br>Eine der wichtigen Eigenschaften, die sich ein Muslim aneignen sollte, der die g\u00f6ttliche Botschaft weitertragen m\u00f6chte, ist die Standhaftigkeit angesichts der H\u00e4rte der ihn erwartenden Widerst\u00e4nde und Verfolgungen auf der einen Seite und im Hinblick auf m\u00f6gliche sich anbietende Verlockungen und Versuchungen auf der anderen Seite, die ihn von seinem Weg abbringen k\u00f6nnten.<br>Hier empfiehlt uns beispielsweise Allah (t), die Berichte \u00fcber die Gesandten zu studieren, um sich die n\u00f6tige Festigkeit anzueignen: <strong>&#8222;Und Wir berichten dir von den Geschichten der Gesandten, um dein Herz zu festigen. Und hierin ist die Wahrheit zu dir gekommen und eine Ermahnung und eine Erinnerung f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen.&#8220;<\/strong> (11:120)<br>Von ebenso gro\u00dfer Wichtigkeit ist das geduldige Ertragen (Sabr) von m\u00f6glichen Verleumdungen und Verfolgungen, bis Allah (t) die Erf\u00fcllung dieser beschwerlichen Aufgabe mit dem erhofften Erfolg belohnt.<br>Auch hier versorgt uns Allah (t) mit der Information: <strong>&#8222;Es sind wohl vor dir Gesandte als l\u00fcgenhaft gescholten worden; doch obgleich sie verleugnet und verfolgt wurden, blieben sie geduldig, bis unsere Hilfe zu ihnen kam. Es gibt keinen, der die Worte Allahs zu \u00e4ndern vermag.&#8220;<\/strong> (6:34)<br>Weiterhin soll sich der Muslim, der dem Beispiel der Gesandten und Propheten folgen m\u00f6chte, dieser Aufgabe in Aufrichtigkeit zu Allah hingeben, ohne daf\u00fcr materielle Gegenleistung oder weltlichen Ruhm zu erwarten. Denn die unterschiedlichen Gesandten und Propheten haben dies immer wieder betont, wenn sie an ihre jeweiligen V\u00f6lker, zu denen sie entsandt wurden, herangetreten sind.<br>So spricht der Prophet Noah sein Volk mit den Worten an:<strong> &#8222;O mein Volk, ich verlange von euch kein Entgelt daf\u00fcr. Mein Lohn ist allein bei Allah&#8220;<\/strong> (11:29)<br>Ebenso erkl\u00e4rt der Prophet Hud seinem Volk:<strong> &#8222;O mein Volk, ich verlange von euch keinen Lohn daf\u00fcr; seht, mein Lohn ist einzig bei Dem, Der mich erschuf. Wollt ihr es denn nicht begreifen?&#8220;<\/strong> (11:51).<br>In gleicher Weise unterstreicht auch der letzte der Gesandten, Muhammad, diesen Aspekt, was ebenso im Koran wiedergegeben ist: <strong>&#8222;Das sind jene, die Allah rechtgeleitet hat: So folge ihrer Rechtleitung. Sprich: &#8218;Ich verlange von euch keinen Lohn daf\u00fcr. Es ist ja nichts anderes als eine Ermahnung f\u00fcr alle Welten.'&#8220;<\/strong> (6:90)<br>Somit soll der einzige Lohn, der f\u00fcr diese Arbeit zu erwarten und zu erhoffen ist, allein der Lohn Allahs sein. Von gro\u00dfem Gewicht f\u00fcr die Aufgabe der Verk\u00fcndung der Dawa \u2013 und auch hier geben uns die Propheten ein Vorbild \u2013 sollte die feste \u00dcberzeugung und das Vertrauen darauf sein, dass Allah zum Sieg verhelfen wird, d. h., dass die Bem\u00fchungen von Erfolg gekr\u00f6nt sein werden. Es muss als eine unumst\u00f6\u00dfliche Tatsache angesehen werden, die in den Herzen und in den K\u00f6pfen der Muslime fest verwurzelt sein sollte, auch wenn die Anzeichen f\u00fcr einen solchen Erfolg nicht sichtbar sein sollten und die jetzigen Gegebenheiten und \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde scheinbar dagegen sprechen. Doch uns Muslimen gen\u00fcgt das Wort Allahs auf einen Sieg, so dass wir es als eine Wahrheit betrachten, die zweifellos eintreten wird, solange wir darauf hinarbeiten.<br>So zweifelte beispielsweise auch der Prophet Moses niemals an einem Sieg und dem Erfolg bei der Erl\u00f6sung der Banu Isra&#8217;il aus der Knechtschaft des Pharao, auch wenn die Situation v\u00f6llig ausweglos schien, als er etwa mit seinem Volk das Meer erreichte und der Pharao ihnen samt seinem Heer auf den Fersen war. W\u00e4hrend seine Leute am g\u00f6ttlichen Versprechen zweifelten:<strong> &#8222;Und als die beiden Gruppen in Sichtweite waren, riefen Moses Gef\u00e4hrten: &#8218;Wir werden tats\u00e4chlich eingeholt'&#8220;<\/strong> (Sure 26:61), verlor Moses nicht die \u00dcberz<strong>eugung vom Sieg und antwortete ihnen im v\u00f6lligen Vertrauen auf das Wort Allahs: &#8222;Er sprach: &#8218;Keineswegs! Seht, mein Herr ist mit mir. Er wird mich richtig f\u00fchren.'&#8220;<\/strong> (Sure 26:62)<br>Und so m\u00fcssen auch wir als Muslime, die den Gesandten und Propheten folgen, Allahs Befehl nachkommen und Sein Versprechen als unumst\u00f6\u00dfliche Tatsache betrachten, denn Allah bricht niemals Sein Wort. So nahm auch der Prophet Moses den Befehl Allahs ernst, die Banu Isra&#8217;il aus der Tyrannei des Pharao zu befreien, und zweifelte keinen Moment an der Unterst\u00fctzung und den Sieg Allahs, selbst dann nicht, als sie scheinbar hilflos zwischen Meer und anr\u00fcckendem Heer gefangen standen und der Prophet Moses selbst nicht wusste, wie die Errettung aus dieser Situation aussehen sollte und er nicht die geringsten Mittel dazu besa\u00df. Trotzdem verlor er nicht den Glauben an den Erfolg und sagte: <strong>&#8222;[&#8230;] Seht, mein Herr ist mit mir. Er wird mich richtig f\u00fchren.&#8220;<\/strong><br>Und so m\u00fcssen auch heute die Muslime auf das Versprechen Allahs vertrauen, wenn Er sagt:<br><strong>&#8222;Versprochen hat Allah denen, die von euch glauben und Gutes tun, dass Er sie gewiss zu Nachfolgern auf der Erde machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte, und dass Er ihren Din festigen wird, den Er f\u00fcr sie auserw\u00e4hlt hat, und dass Er ihren (Stand) nach ihrer Furcht in Frieden und Sicherheit verwandeln wird, auf dass sie Mich verehren und Mir nichts zur Seite stellen. Wer aber danach Kufr begeht, wird ein S\u00fcndhafter sein.&#8220;<\/strong> (24:55)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tatsache ist, dass im Verlauf der Geschichte zu jedem Volk ein Prophet oder Gesandter entsandt wurde. 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