{"id":9636,"date":"2011-01-22T00:00:00","date_gmt":"2011-01-22T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9636"},"modified":"2011-01-22T00:00:00","modified_gmt":"2011-01-22T00:00:00","slug":"das-prinzip-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9636","title":{"rendered":"Das Prinzip Hoffnung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausnahmslos jeder Mensch kennt mindestens eine Situation in seinem Leben, in der er sich etwas erhofft hat. Es ging entweder in Erf\u00fcllung oder nicht. Manchmal handelt es sich um die einfachen Dinge des Lebens, und ein anderes mal ger\u00e4t der Mensch in eine Lage, welche das ganze Leben ver\u00e4ndern, ja sogar ersch\u00fcttern kann. Hoffnung ist ein wiederkehrender Teil unseres Lebens.<br>N\u00fcchtern betrachtet ist Hoffnung eine Bezeichnung f\u00fcr die sehnsuchtsvolle Erwartung der Erf\u00fcllung eines erw\u00fcnschten Ausganges zuk\u00fcnftiger Ereignisse. Somit ist sie auf Vorg\u00e4nge bezogen, die noch nicht abgeschlossen sind. Gro\u00dfe Denker der abendl\u00e4ndischen Philosophie machten sich ihre eigenen Gedanken zur Hoffnung, wobei sie von einem zum Prinzip erkl\u00e4rt und vom anderen aus dem Leben verbannt wurde. Als AristoteIes um eine Definition f\u00fcr Hoffnung gebeten wurde, erwiderte er \u201eDie Hoffnung ist ein Wachtraum&#8220;. Aufgrund ihres demotivierenden Charakters im Falle der Nichterf\u00fcllung galt sie den Kynikern und Stoikern als eine zu bek\u00e4mpfende Gem\u00fctsbewegung. Bei Platon ging es um Hoffnung auf die Unsterblichkeit der Seele. F\u00fcr Immanuel Kant war die Frage nach der Hoffnung neben den Fragen nach dem Wissen und nach dem Tun eine der drei Grundfragen, die die menschliche Existenz bestimmen. In der Philosophie Ernst Blochs ist das &#8222;Prinzip Hoffnung&#8220; die treibende Kraft der gesellschaftlichen Entwicklung. Unabh\u00e4ngig davon, ob die Hoffnung positiv oder negativ bewertet wird, dreht es sich dabei immer um Ziele, die sich der Mensch f\u00fcr die Zukunft setzt.<br>Die andere Seite der Medaille, also der Gegenbegriff zur Hoffnung, ist die Hoffnungslosigkeit. Sie ist ein Ergebnis davon, dass ein Mensch bei der Bew\u00e4ltigung von Problemen nicht in der Lage ist, sich einen Weg vorzustellen oder eine Bewegung in Richtung des gew\u00fcnschten Ziels zu unternehmen. Danach zeigen Menschen negative emotionale Reaktionen, wenn sie am Erreichen ihrer Ziele gehindert werden. Hingegen erleben Menschen h\u00f6chstwahrscheinlich positive emotionale Reaktionen und bewahren ihre Zuversicht, wenn sie in der Lage sind ihre Ziele zu verfolgen. Der Gedanke, dass jede Zuversicht verloren ist, kommt nicht dann auf, wenn Menschen einem Problem begegnen, sondern erst dann, wenn sie bei den eigenen Probleml\u00f6sungsversuchen entt\u00e4uscht sind oder glauben, es g\u00e4be keinen Weg in Richtung Ziel. Solche Menschen machen sich bewusst, dass sie gescheitert sind, ihre eigenen oder die Erwartungen anderer zu erf\u00fcllen, oder dass sie nicht imstande sind, ein dr\u00e4ngendes Problem zu bew\u00e4ltigen. Sie f\u00fchlen sich machtlos, die Situation oder sich selber zu \u00e4ndern. Es bleibt in diesem Fall ein desillusioniertes Individuum zur\u00fcck, welches sich machtlos und somit handlungsunf\u00e4hig f\u00fchlt. Sich machtlos f\u00fchlen, etwas zu ver\u00e4ndern, verweist auf einen Mangel an Handlungsdenken. Das bedeutet nichts anderes, als dass es der betreffenden Person an der \u00dcberzeugung fehlt, erfolgreich den gew\u00e4hlten Weg in Richtung der eigenen Ziele zu beginnen und diese Bewegung fortzusetzen.<br>Hoffnungslosigkeit ist ein unertr\u00e4glicher Zustand, der in folgendem Hadith beschrieben wird:<br><strong>&#8222;Denjenigen, die die Menschen verspottet haben, wird im Jenseits ein Tor zum Paradies ge\u00f6ffnet. Es wird ihnen gesagt: &#8218;Tretet ein, tretet ein!&#8216; Nun kommen sie mit ihrem Kummer und ihrem Gram daher, doch wenn sie ankommen, wird das Tor vor ihnen zugeschlagen. Dann wird ihnen ein anderes Tor ge\u00f6ffnet. Es wird ihnen gesagt: &#8218;Tretet ein, tretet ein!&#8216; Und sie kommen mit ihrem Kummer und ihrem Gram daher, doch wenn sie ankommen, wird es vor ihnen zugeschlagen. So wird es weitergehen, bis einem von ihnen ein Tor des Paradieses ge\u00f6ffnet wird, man zu ihm sagt: &#8218;Tritt ein!&#8216;, doch kommt er vor lauter Hoffnungslosigkeit nicht mehr.&#8220;<\/strong><br>Der Unterschied also zwischen einem Menschen, der die Hoffnung noch in sich tr\u00e4gt, und jemandem der sie aufgibt, liegt in seinem Handlungsdenken. Der Erste macht Schritte in Richtung Ziel, obwohl er nicht wei\u00df, ob er sein Ziel erreicht. Der Hoffnungslose h\u00f6rt auf sich zu bewegen und erstarrt, denn nichts, was er tut, hat in seiner Realit\u00e4t eine Wirkung. Das Festhalten an diesem Denken, der Mangel an Handlungsdenken und das Selbstbild der Wirkungslosigkeit ist heute Realit\u00e4t vieler Muslime. Das Kalifat, ein Staat, in dem die Gesetze aus Koran und Sunna ihre Anwendung finden, wird zur Utopie erkl\u00e4rt. Die Einheit der Umma unter einem Banner und einem Staatsmann sei eine Illusion. So kapseln sich die Muslime in Europa von ihren Geschwistern in den anderen Teilen der Welt ab, weil sie glauben, dass sie f\u00fcr sie nichts tun k\u00f6nnen. Ihre logische Schlussfolgerung ist, sich in erster Linie um ihre Belange zu k\u00fcmmern und ihre Barmherzigkeit f\u00fcr ihre Geschwister h\u00f6chstens in Form von finanzieller Unterst\u00fctzung zu beweisen. Ihnen fehlt es sowohl an Auswegdenken als auch an Handlungsdenken. Sie machen ihre Handlungen von dem Aspekt des diesseitigen Erfolges abh\u00e4ngig. Doch f\u00fcr den Gl\u00e4ubigen sollte Allahs Wohlgefallen sein Handlungsmotiv sein. Die Hoffnung darf nicht niedergelegt werden, weil der Erfolg im Diesseits ausbleibt oder noch nicht sichtbar ist und nur f\u00fcr den aufmerksamen Beobachter erkennbar ist. Die Hoffnung stellt ein Licht f\u00fcr den Gl\u00e4ubigen dar. Hoffnung und Zuversicht auf Allah muss verbreitet werden und nicht Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit im Hinblick auf Allahs Barmherzigkeit noch im Hinblick auf Seine Unterst\u00fctzung und Seinen Sieg.<br>So sagte der Gesandte Allahs (s): <strong>&#8222;Wenn jemand sagt: &#8218;Die Menschen sind verloren!&#8216;, so ist er es von ihnen am ehesten.&#8220;<\/strong><br>Der islamische Staat begann mit einer kleinen Umma auf der Arabischen Halbinsel und lie\u00df sp\u00e4ter den Rest der Welt erzittern.<br>Vielleicht vergisst man die Worte Allahs (t):<br><strong>&#8222;Und gedenkt, da ihr wenige wart und schwach erachtet im Lande und da ihr f\u00fcrchtetet, von den Leuten hinfortgerafft zu werden. Er aber nahm euch auf und st\u00e4rkte euch mit Seiner Hilfe&#8220;<\/strong> (8:26)<br>Als die Gef\u00e4hrten des Propheten unter dem Boykott der Quraisch litten, ihnen jede Lebensgrundlage genommen wurde und die Wohlhabenden unter ihnen den Hunger kennen lernten, gaben sie die Hoffnung nicht auf, denn sie handelten f\u00fcr das Jenseits. Sie hielten an der Wahrheit fest, und das Ansehen im Diesseits war nun ohne Bedeutung. Sie verinnerlichten, dass keine Handlung jemals von Allah (t) vergessen wird. Und wer h\u00e4tte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass genau diese Muslime, die so machtlos erschienen und von den Quraisch gefoltert und zum Teil get\u00f6tet wurden, kurze Zeit sp\u00e4ter einen ganzen Staat auf die Beine stellen w\u00fcrden, der den Rest der Welt bis heute erzittern l\u00e4sst.<br>Die Situation der Muslime damals erschien zun\u00e4chst auswegloser als jene der Muslime von heute, deren Zahl die Umma von damals um ein Vielfaches \u00fcbersteigt. Auch ist die St\u00e4rke der Muslime noch immer vorhanden. So ist die Gro\u00dfmacht USA auch nach jahrelanger Anstrengung und gro\u00dfen Verlusten nicht in der Lage, den Widerstand der Muslime zu brechen, weder in Afghanistan noch im Irak, obwohl sie mit den modernsten Waffen ausger\u00fcstet ist. In Pal\u00e4stina ist der Kampfeswille der Muslime ungebrochen. Das russische Milit\u00e4r hat trotz seines barbarischen und abschreckenden Vorgehens die Muslime in Tschetschenien nicht zur Kapitulation bewegen k\u00f6nnen. Das Potenzial der Muslime ist also noch immer vorhanden, so dass keinerlei Grund vorliegt, die Hoffnung auf ein wiederkehrendes rechtgeleitetes Kalifat zu verlieren. Sollte die Umma die Hoffnung darauf jemals verlieren, hat sie im Grunde nichts mehr zu hoffen und keine Zukunft zu erwarten, weder im Diesseits noch im Jenseits.<br>Wer die Hoffnung auf das Kalifat nicht mehr in sich tr\u00e4gt und jene, die sich f\u00fcr die Wiedererrichtung des Kalifats einsetzen, f\u00fcr Utopisten h\u00e4lt, widerspricht in eindeutiger Weise der Offenbarung. Denn in einem Hadith hei\u00dft es: <strong>&#8222;Der Beginn eures Din ist Prophetenschaft und Barmherzigkeit, dann folgt das Kalifat nach dem Plan der Prophetenschaft [&#8230;] schlie\u00dflich kehrt das Kalifat nach dem Plan der Prophetenschaft zur\u00fcck.&#8220;<\/strong> Wer kann angesichts dieses Hadith noch bestreiten, dass die Muslime den islamischen Staat errichten werden? Hier wird nicht nur die Hoffnung auf die Wiederkehr des rechtgeleiteten Kalifats gemacht. Das rechtgeleitete Kalifat wird zur absoluten Gewissheit, zu einer Tatsache, die mehr als nur Hoffnung darstellt und dem Zweifel keinen Raum l\u00e4sst. Die Hoffnung auf das Kalifat wird damit zur Pflicht. Nur taucht es nicht aus dem Nichts auf, sondern bedarf der ernsthaften Anstrengung der Muslime, die laut dem Hadith auch von Erfolg gekr\u00f6nt sein wird. Folglich ist die Hoffnung auf das Kalifat gebunden an die sichere Erwartung eines rechtgeleiteten Kalifats. Die Zuversicht auf die Wiederkehr des Kalifats muss immer gegenw\u00e4rtig bleiben, denn es handelt sich um ein Versprechen Allahs (t). Diese Hoffnung der Muslime darf allerdings nicht passiver Natur sein, sondern muss mit Handlungen zur Verwirklichung des islamischen Staates verkn\u00fcpft werden. Denn nur wenn die Muslime die Sache Allahs (t) vorantreiben, haben Sie Seine Unterst\u00fctzung.<br>So sagt Allah (t):<br><strong>&#8222;O die ihr glaubt, wenn ihr Allahs Sache helft, so wird Er euch helfen und euren F\u00fc\u00dfen festen Halt geben.&#8220;<\/strong><br>(47:7)<br>Die Frage, die sich am Ende stellt, ist folglich nicht, ob das Kalifat jemals entstehen wird, sondern wer sich an seiner Entstehung beteiligt und sich zu seinen Gr\u00fcndern z\u00e4hlen darf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausnahmslos jeder Mensch kennt mindestens eine Situation in seinem Leben, in der er sich etwas erhofft hat. Es ging entweder in Erf\u00fcllung oder nicht. Manchmal handelt es sich um die einfachen Dinge des Lebens, und ein anderes mal ger\u00e4t der Mensch in eine Lage, welche das ganze Leben ver\u00e4ndern, ja sogar ersch\u00fcttern kann. 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