{"id":9646,"date":"2011-09-14T00:00:00","date_gmt":"2011-09-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9646"},"modified":"2026-06-17T06:22:58","modified_gmt":"2026-06-17T04:22:58","slug":"ubadah-ibn-as-samit-r-bei-der-eroeffnung-aegyptens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9646","title":{"rendered":"Ubadah ibn as-Samit (r) bei der Er\u00f6ffnung \u00c4gyptens"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4gypten geh\u00f6rt zu jenen L\u00e4ndern, die sehr fr\u00fch vom Islam er\u00f6ffnet wurden. Schon zur Regierungszeit des zweiten rechtgeleiteten Kalifen Umar ibn ul-Chattab (r) konnten die Muslime \u00c4gypten er\u00f6ffnen. Nicht einmal zwanzig Jahre nach der Gr\u00fcndung des islamischen Staates in Medina war dieser Erfolg bereits m\u00f6glich. Nicht die Zahl der Muslime gab den Ausschlag f\u00fcr die rasante Ausbreitung des Islam und die Ausdehnung des Kalifats, sondern der Ehrgeiz im Tragen der islamischen Botschaft und die St\u00e4rke ihrer islamischen Pers\u00f6nlichkeit.<br>Der Kalif Umar ibn ul-Chattab (r) entsandte Amr ibn al-As (r) mit einem Heer, um das byzantinische \u00c4gypten zu er\u00f6ffnen. Dieser wurde im Anschluss der erste Gouverneur \u00c4gyptens. Von diesem Zeitpunkt an herrschte \u00fcber ein Jahrtausend lang der Islam. Von \u00c4gypten aus folgten dann weitere Er\u00f6ffnungen in Nordafrika.<br>Die muslimischen Streitkr\u00e4fte belagerten im Jahr 641 n. Chr. die Festung Babylon, wo al-Muqawqis (wahrscheinlich Cyrus, Patriarch von Alexandria) herrschte. Amr ibn al-As (r) entsandte eine Delegation von 10 M\u00e4nnern, an deren Spitze Ubadah ibn as-Samit (r) stand, um mit al-Muqawqis zu sprechen. Ubadah war von schwarzer Hautfarbe. Als sich die Delegation mit einem Boot auf den Weg zu al-Muqawqis machte und sich zu ihm begab, trat Ubadah vor, um mit al-Muqawqis zu sprechen.<br>Al-Muqawqis war durch Ubadahs schwarze Hautfarbe alarmiert. Er sagte: \u201eF\u00fchrt diesen schwarzen Mann weg von mir und lasst einen anderen vortreten und mit mir sprechen.&#8220; Die M\u00e4nner der Delegation erwiderten al-Muqawqis: \u201eDieser schwarze Mann ist unter uns der Beste in Wissen und Weisheit. Er ist unser F\u00fchrer und der Beste unter uns. Wir alle vertrauen auf seine Meinung. Unser Befehlshaber hat ihn als unseren F\u00fchrer ernannt und uns befohlen, ihm nicht zuwider zu handeln. Dies gefiel al-Muqawqis nicht, so dass er zur Delegation sagte: \u201eWie k\u00f6nnt ihr diesen schwarzen Mann als den Besten unter euch akzeptieren? Er sollte der Letzte unter euch sein.&#8220; Man entgegnete ihm darauf: \u201eNein, obwohl er, wie du siehst, schwarz ist, hat er den h\u00f6chsten Rang unter uns. Er geh\u00f6rt zu den Bedeutendsten und Weisesten unter uns. Die schwarze Hautfarbe gilt bei uns keineswegs als etwas Schlechtes.&#8220; Daraufhin lie\u00df al-Muqawqis Ubadah mit den Worten vortreten: \u201eTritt vor, o schwarzer Mann, und sprich freundlich zu mir, da mich deine dunkle Haut beunruhigt. Sprichst du harsch zu mir, wird mich dies nur noch mehr beunruhigen.&#8220;<br>Ubadah ibn as-Samit (r) trat vor und richtete folgende Worte an al-Muqawqis: \u201eIch h\u00f6rte, was du sagtest. Unter meinen Gef\u00e4hrten, die ich zur\u00fccklie\u00df, sind Tausende von M\u00e4nnern, die schwarz sind wie ich, ja sogar dunkler als ich und schrecklicher anzusehen. H\u00e4ttest du sie erblickt, w\u00e4rst du weitaus erschrockener. Meine Jugend ist vergangen, und dennoch f\u00fcrchte ich mich nicht davor, wenn hundert feindliche M\u00e4nner mir gleichzeitig entgegentr\u00e4ten. Das Gleiche gilt f\u00fcr meine Gef\u00e4hrten, denn unsere Hoffnung und unser Wunsch ist es, um Allahs willen in den Dschihad zu ziehen auf der Suche nach Seinem Wohlgefallen.<br>Der Grund f\u00fcr unser Ausziehen gegen unsere Feinde, die Krieg gegen Allah f\u00fchren, ist nicht die Hoffnung auf weltlichen Gewinn oder das Anh\u00e4ufen von Reicht\u00fcmern, obwohl uns Allah dies durchaus gestattet hat und uns die Beute, die wir machen, erlaubt hat. Doch niemanden von uns k\u00fcmmert es, ob er einen Qintar [Gewichtseinheit.] Gold oder nichts als einen Dirham hat. Denn alles, was wir von dieser Welt erwarten, ist etwas zu essen und den Hunger zu stillen sowie ein Tuch, um es um uns zu wickeln. Besitzt jemand von uns nur dies, so ist es ausreichend. Besitzt jemand ein Qintar Gold, spendet er es um Allahs willen und ist mit dem Wenigen zufrieden, das in seiner Hand verbleibt. Denn der Genuss dieser Welt ist nicht der wahre Genuss und ihr Luxus ist kein wahrer Luxus. Wahrer Genuss und Luxus kommt im Jenseits.<br>Dies ist es, wozu unser Sch\u00f6pfer uns leitet und was unser Prophet uns gelehrt hat. Er riet uns dazu, dass unser einziger Ehrgeiz in der Welt darauf beschr\u00e4nkt sein sollte, genug zu haben, um unseren Hunger zu stillen und unsere Bl\u00f6\u00dfe zu bedecken. Unser Hauptanliegen sollte sein, unseren Sch\u00f6pfer zufrieden zu stellen und gegen seine Feinde in den Dschihad zu ziehen.&#8220;<br>Als al-Muqawqis dies h\u00f6rte, sagte er zu jenen, die um ihn standen: \u201eHabt ihr jemals etwas \u00c4hnliches geh\u00f6rt wie das, was jener Mann sagte? Seine Erscheinung erschreckte mich, doch seine Worte erschrecken mich mehr als seine Erscheinung. Allah schickte diesen Mann und seine Gef\u00e4hrten hinaus, um die Welt zu zerst\u00f6ren. Ich denke, sie sind dazu angehalten, \u00fcber die ganze Welt zu herrschen.&#8220;<br>Die Einstellung und Festigkeit von Muslimen wie Ubadah ibn as-Samit (r) war es, die die Ausbreitung der islamischen Botschaft vorantrieb und die zur Ausdehnung des Kalifats f\u00fchrte, das als kleiner Staat in Medina begonnen hatte. Al-Muqawqis wusste die Worte von Ubadah richtig einzusch\u00e4tzen. Er erahnte die Taten, die einer solchen Einstellung entspringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4gypten geh\u00f6rt zu jenen L\u00e4ndern, die sehr fr\u00fch vom Islam er\u00f6ffnet wurden. 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