{"id":9648,"date":"2011-03-19T00:00:00","date_gmt":"2011-03-18T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9648"},"modified":"2011-03-19T00:00:00","modified_gmt":"2011-03-18T23:00:00","slug":"ammar-bin-yasir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9648","title":{"rendered":"Ammar bin Yasir"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Hadith des Propheten Muhammad (s) hei\u00dft es: <strong>&#8222;Meine Sahaba sind wie die Sterne. Wem immer ihr von ihnen folgt, ihr erlangt F\u00fchrung.&#8220;<\/strong><br>Dieser Hadith zeigt die einzigartige Stellung, die die Sahaba im Islam genie\u00dfen, und ihre Vorbildfunktion, die sie f\u00fcr die Muslime tragen. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist die Familie Al-Yasir, die, obwohl sie zum \u00e4rmeren und schw\u00e4cheren Bev\u00f6lkerungsteil Mekkas geh\u00f6rte, mit bewundernswerter Kraft und Geduld bis zum Schluss am Islam festhielt.<br>Der Vater, Yasir bin Amir, war urspr\u00fcnglich vom Jemen nach Mekka gezogen, um nach einem Bruder, den er in der W\u00fcste Mekkas verschollen glaubte, zu suchen. Er geh\u00f6rte demnach weder Stamm noch Sippe an, deren Schutz er h\u00e4tte in Anspruch nehmen k\u00f6nnen, kam jedoch zun\u00e4chst als Gast, wie es der Brauch war, bei dem Mekkaner Abu Hudaifa unter. Dieser verheiratete ihn sp\u00e4ter mit einer seiner Sklavinnen, Sumayya, und aus dieser Ehe stammt ihr gemeinsamer Sohn Ammar. So war diese Familie genau wie viele andere Muslime den Verfolgungen des Stammes Quraisch schutzlos ausgeliefert, welche nichts unversucht lie\u00dfen, um sowohl den Gesandten Muhammad (s) als auch die Muslime vom Islam abzubringen, wobei ihnen jedes Mittel Recht war.<br>Was Muhammad (s) betraf, wendeten sie zun\u00e4chst &#8222;friedliche&#8220; Mittel an, indem sie ihn mit der erhofften \u00dcberredungskunst seines Onkels Abu Talib an der Verbreitung der Botschaft des Islam zu hindern versuchten. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Versuchen der Verleumdung und Beleidigung des Propheten (s) und nach Kompromissvorschl\u00e4gen, die ihm von seiten der Quraisch angeboten wurden und die der Prophet alle ablehnte, griffen sie zu h\u00e4rteren Ma\u00dfnahmen \u00fcber. Nach der Bildung einer Abordnung der Quraisch von f\u00fcnfundzwanzig Mann, mit Abu Lahab an ihrer Spitze, beschlossen sie die gezielte Verfolgung und Folterung der zum Islam \u00dcbergetretenen. Dabei waren die Armen und Schwachen den Peinigern schutzlos ausgeliefert, wie z. B. Sklaven und Muslime, die keinem mekkanischen Stamm angeh\u00f6rten, so etwa die Familie Al-Yasir. Ammar geh\u00f6rte zu den ersten Anh\u00e4ngern des Islam, weil er wie die \u00fcbrigen Sahaba von Anfang an aufgrund verstandesm\u00e4\u00dfiger \u00dcberlegungen von der Falschheit der vorherrschenden Wertvorstellungen und Konzepte und der Richtigkeit der islamischen Aqida \u00fcberzeugt war.<br>Und er f\u00fchrte wie die \u00fcbrigen Sahaba den Muslimen in beispielhafter Form vor, wie ernst die islamische Botschaft genommen wurde, mit dem einzigen Ziel, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen, ohne irgendwelche m\u00f6glichen Konsequenzen zu f\u00fcrchten. Im Gegenteil, die meisten der Sahaba strebten ihr Leben lang nach einem Tod als M\u00e4rtyrer, ein Wunsch, der vielen von ihnen auch erf\u00fcllt wurde. Angesichts der gegenw\u00e4rtigen Lage der Muslime, die bei Bef\u00fcrchtung harmlosester Folgen auf islamische Pflichtgebote verzichten, wie z. B. der m\u00f6gliche Verlust des Arbeitsplatzes bei Verrichtung des Freitagsgebetes, das Abnehmen des Kopftuches, um einen Arbeitsplatz zu finden, muss es den Muslimen zu denken geben. Furcht vor Konsequenzen und Kompromissbereitschaft unter verschiedensten Vorw\u00e4nden hat sich heutzutage bei vielen Muslimen in vielen Bereichen durchgesetzt.<br>Doch die Konsequenzen f\u00fcr die ersten Muslime waren hart. Was die Familie Al-Yasir betrifft, so wurde sie unertr\u00e4glicher Folter ausgesetzt, indem sie z. B. unter der gl\u00fchenden Mittagshitze in die W\u00fcste Mekkas hinausgebracht wurde, um die Abkehr vom Islam und die Verleugnung Allahs (t) und Seines Gesandten zu erzwingen. Doch sie hatten bei ihr keinen Erfolg, denn gerade sie ist f\u00fcr ihre Standhaftigkeit, Geduld und unersch\u00fctterliche Glaubens\u00fcberzeugung in die islamische Geschichte eingegangen. So ist Sumayya (r) als erste M\u00e4rtyrerin des Islam bekannt geworden, denn sie wollte bis zuletzt nicht auf die Forderung ihrer Peiniger eingehen, wof\u00fcr sie von Abu Gahl mit einer Lanze erstochen wurde. Ebenso erging es ihrem Mann Yasir.<br>Ber\u00fchmt sind die Worte des Propheten (s), die er an diese bewundernswerte Familie richtete, wenn er die Folterung seiner Gef\u00e4hrten beobachtete:<strong> &#8222;Geduld Al-Yasir! Euch ist die Ganna versprochen.&#8220;<\/strong> Und Sumayya (r) antwortete darauf: O Gesandter Allahs, ich sehe sie schon vor mir.<br>Was Ammar betraf, konnte auch er den Folterungen zun\u00e4chst standhalten, doch von ihm wollten seine Peiniger nicht eher ablassen, bis er die von ihnen verlangten Worte zur Abkehr vom Islam aussprach, nachdem er die Ermordung seiner Eltern mitansehen und jede erdenkliche Art von Folter \u00fcber sich ergehen lassen musste. Obwohl er im Herzen noch genauso vom Islam \u00fcberzeugt war wie zuvor und die Verleugnung des Islam erzwungen wurde, qu\u00e4lte ihn sein schlechtes Gewissen, denn er glaubte, sich mit seinen Worten zum Kafir gemacht zu haben. Doch der Prophet konnte ihn beruhigen, und anl\u00e4sslich dieses Ereignisses wurde die Aya herabgesandt: <strong>&#8222;Wer Allah verleugnet, nachdem er geglaubt hat \u2013 den allein ausgenommen, dar (dazu) gezwungen wird, w\u00e4hrend sein Herz im Glauben Frieden findet \u2013, auf jenen aber, die ihre Brust dem Unglauben \u00f6ffnen, lastet Allahs Zorn.&#8220;<\/strong> (16:106)<br>Obwohl sich die ungl\u00e4ubigen Bewohner Mekkas jede erdenkliche M\u00fche gaben, die Muslime vom Islam abzubringen, blieben die Sahaba standhaft. Sie zogen es vor, f\u00fcr den Islam die Leiden hinzunehmen, ihr Verm\u00f6gen, ihr Heim, ihre soziale Stellung usw. aufzugeben. Folter, Boykott und Ausschluss aus der mekkanischen Gesellschaft konnten sie nicht dazu bringen, noch einmal zur Vielg\u00f6tterei, den falschen Konzepten und dem ungerechten Gesellschaftssystem zur\u00fcckzukehren. Das islamische Glaubensfundament und die islamischen Ideen hatten aus den Sahaba starke islamische Pers\u00f6nlichkeiten gemacht, die die islamische Aqida vollkommen verinnerlicht hatten und dementsprechend handelten. Sie verk\u00f6rperten den Islam sowohl nach innen als auch nach au\u00dfen, so dass der Prophet (s) einmal \u00fcber Ammar sagte: Wahrlich, Ammar ist durchdrungen vom Iman, bis in seine Knochen hinein.<br>Das Umsetzen und Verbreiten der islamischen Botschaft, die Dawa, hatten oberste Priorit\u00e4t. Der Prophet und seine Gef\u00e4hrten besa\u00dfen die Eigenschaften, die ein Muslim angesichts der gegenw\u00e4rtigen Lage der Muslime auch heute bzw. gerade heute haben sollte. Mit ihrer Standhaftigkeit, Ausdauer, Kompromisslosigkeit und dem Mut, Herausforderungen ohne Furcht vor Konsequenzen entgegenzutreten, haben sie den Muslimen vorgelebt, wie heutigen Angriffen und Herausforderungen entgegenzuwirken ist. Der Kampf und die Angriffe gegen den Islam und die Muslime haben sich bis heute nicht ge\u00e4ndert, allein die Mittel und Formen der Angriffe.<br>Wie alle Sahaba blieb Ammar bin Yasir ein aufrichtiger und dem Propheten (s) nahe stehender Gef\u00e4hrte, dessen starken Iman er immer bewunderte. Er zog mit dem Propheten nach Medina und beteiligte sich aktiv am Aufbau einer islamischen Gesellschaft und des Islamischen Staates. Ebenso war er bei allen bedeutenden Schlachten dabei, wie bei Badr, Uhud, den Ridda-K\u00e4mpfen und gegen die persischen und byzantinischen Streitm\u00e4chte. Umar ibn al-Hattab sandte ihn unter seinem Kalifat als Gouverneur nach Kufa, wo er gem\u00e4\u00df der Scharia regierte. Noch im hohen Alter von \u00fcber neunzig Jahren nahm er an seiner letzten Schlacht teil und starb dort als M\u00e4rtyrer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Hadith des Propheten Muhammad (s) hei\u00dft es: &#8222;Meine Sahaba sind wie die Sterne. 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