{"id":9650,"date":"2012-09-17T00:00:00","date_gmt":"2012-09-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9650"},"modified":"2012-09-17T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-17T00:00:00","slug":"umar-ibn-ul-chattab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9650","title":{"rendered":"&#8218;Umar ibn ul-Chattab"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegen uns \u00fcber die Sahaba (r), die Gef\u00e4hrten des Propheten, die beeindruckendsten Biographien vor, beeindruckend deshalb, weil sie veranschaulichen, welch fundamentale Wandlung sich in einem Menschen allein durch die Annahme der islamischen Glaubens\u00fcberzeugung vollzieht.<br>Ein solcher Wandel ist vor allem bei &#8218;Umar ibn ul-Chattab (r) zu beobachten, dessen Leben vor und nach seinem Bekenntnis zum Islam unterschiedlicher nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Er f\u00fchrte zun\u00e4chst ein Leben nach den verdorbenen Vorstellungen und Traditionen der Dschahiliyya \u2013 etwa das lebendige Begraben der M\u00e4dchen \u2013, wohingegen der Islam sein Verhalten veredelte und ihn von der Verkommenheit seiner Vorv\u00e4ter wegf\u00fchrte. Dieser Wechsel vom primitiven Verhalten hin zum islamischen Charakter in der Person &#8218;Umars (r) zeigt sich insbesondere an dem Umstand, dass der noch ungl\u00e4ubige &#8218;Umar (r) bei seinem Vorhaben, den Propheten (s) zu t\u00f6ten, auf dem Weg zu diesem im Haus seiner Schwester Fatima vom Islam \u00fcberzeugt wurde und schlie\u00dflich, beim Propheten (s) angekommen, seinen Islam aus tiefster \u00dcberzeugung bekannte.<br>&#8218;Umar (r) behauptete von sich selbst, dass er der gr\u00f6\u00dfte Feind des Propheten (s) und der Muslime gewesen sei. Es gab kaum jemanden, der die Muslime vor seinem \u00dcbertritt zum Islam so sehr hasste und der so hart gegen sie vorging wie &#8218;Umar (r). So pflegte er eine Sklavin namens Labiba \u2013 die sp\u00e4ter von Abu Bakr (r) freigekauft wurde \u2013 allein aufgrund ihres Glaubens erbarmungslos zu foltern. Er lie\u00df erst dann von ihr ab, wenn er der Folter \u00fcberdr\u00fcssig wurde. Als Muslim hat jedoch kaum jemand den Propheten (s) so sehr geliebt wie &#8218;Umar (r). Obwohl er zun\u00e4chst den Tod des Propheten (s) mit seinem eigenen Schwert herbeif\u00fchren wollte, geh\u00f6rte er sp\u00e4ter zu denjenigen, die den Tod des Gesandten Allahs (s), als dieser verstarb, im Augenblick der Trauer nicht wahrhaben wollten.<br>Weshalb nahm jemand wie &#8218;Umar (r) den Islam an, dem es im Vergleich zu anderen an nichts fehlte? Tat er es aus Angst? Tat er es aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden? Oder spielten Macht und Ansehen eine Rolle? All diese Fragen k\u00f6nnen mit einem klaren Nein beantwortet werden. &#8218;Umar (r) nahm \u2013 wie sehr sich der Nichtmuslim auch dar\u00fcber wundern mag \u2013 den Islam aus reiner \u00dcberzeugung an, weil die Worte des Koran seinen Verstand erreichten. Nicht irgendwelche Menschen, sondern der Koran selbst gewann ihn f\u00fcr den Islam, nachdem er einige Stellen daraus las. Selbst diejenigen, die bis zu ihrem letzten Atemzug Feinde des Propheten (s) geblieben sind, konnten sich den Worten des Koran nicht entziehen und lauschten der Rezitation des Propheten (s) heimlich, wie Diebe im Dunkel der Nacht, um unentdeckt zu bleiben.<br>Das Beispiel &#8218;Umars (r) ist eine Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass der Islam nicht \u2013 wie behauptet wird \u2013 lediglich die Armen und Schwachen anzog, die kein gesellschaftliches Ansehen genossen, sondern von Menschen aller Gesellschaftsschichten angenommen wurde. &#8218;Umar (r) geh\u00f6rte zu den Edlen der Quraisch, dem dominierenden Stamm in Mekka, und spielte eine zentrale Rolle, indem er den Stamm bei Streitigkeiten oder in Kriegen in ihren Angelegenheiten vertrat. Aufgrund seines herausfordernden Charakters und seiner St\u00e4rke scheuten die Menschen eine Auseinandersetzung mit ihm, Muslime wie Nichtmuslime. Nicht ohne Grund verheimlichten seine Schwester Fatima und ihr Mann Sa &#8218;id ibn Zaid ihren Islam vor ihm, bis er es schlie\u00dflich herausfand. So wagte auch niemand von den Muslimen, die T\u00fcr zu \u00f6ffnen, als &#8218;Umar (r) den Gesandten Allahs (s) im Haus des al-Arqam, wo sie sich heimlich trafen, aufsuchte, bis der Prophet (s) sie dazu aufforderte, nicht wissend, dass &#8218;Umar (r) mit guten Absichten kam.<br>Der Umstand, dass die Muslime den Anfeindungen der Quraisch in gro\u00dfem Ma\u00dfe ausgesetzt waren und sie deshalb ihren Glauben verheimlichten, schreckte ihn nicht ab. Er wollte die \u00d6ffentlichkeit sofort in Kenntnis setzen, dass er nun den Glauben Muhammads (s) angenommen hatte. Denn er wollte dieselbe Behandlung erfahren wie die anderen Muslime. Wenn sie geschlagen wurden, so wollte auch er geschlagen werden. Als einer von den Edlen der Quraisch ging er pers\u00f6nlich von Haus zu Haus, klopfte an deren T\u00fcr und erz\u00e4hlte ihnen von seinem \u00dcbertritt. Dieses Vorgehen war zu diesem Zeitpunkt, als die meisten Muslime ihren Islam noch verheimlichten, ein erstaunlicher Akt.<br>Zun\u00e4chst suchte &#8218;Umar (r) das Haus seines Onkels m\u00fctterlicherseits auf, der ebenfalls zu den Edlen geh\u00f6rte. Als dieser von dem Islam &#8218;Umar (r) erfuhr, schlug er ihm die T\u00fcr vor der Nase zu. &#8218;Umar (r) suchte anschlie\u00dfend einen weiteren Mann der Gro\u00dfen und Einflussreichen der Quraisch auf, klopfte an dessen T\u00fcr und gab seinen Religionswechsel bekannt. Auch diesmal war die Reaktion dieselbe: Ihm wurde die T\u00fcr zugeschlagen. Hartn\u00e4ckig hielt &#8218;Umar (r) jedoch an seinem Vorhaben fest, seinen Islam \u00f6ffentlich zu verk\u00fcnden. Ein Mann erteilte ihm daraufhin den Rat abzuwarten, bis die Menschen sich versammelten.<br>Unter den Leuten gebe es einen Mann, der kein Geheimnis f\u00fcr sich behalten k\u00f6nne. &#8218;Umar (r) solle ihm im Vertrauen von seinem \u00dcbertritt erz\u00e4hlen, und der Mann werde schon daf\u00fcr sorgen, dass die Menschen davon erf\u00fchren. Als &#8218;Umar (r) den Rat befolgte und die versammelten Menschen in Kenntnis gesetzt waren, dass er Muslim war, schlugen sie auf ihn ein, wobei er sich zur Wehr setzte. Da stellte ihn sein Onkel unter seinen Schutz, so dass die Leute von ihm ablie\u00dfen. Es war nicht un\u00fcblich, dass jemand mit Rang einen anderen unter seinen Schutz stellte und die Menschen sich daran hielten und den Schutzbefohlenen in Ruhe lie\u00dfen. &#8218;Umar (r) wies diesen Schutz jedoch zur\u00fcck, weil er seine Person aus eigener Kraft sch\u00fctzen wollte.<br>Daher ging er zu seinem Onkel und teilte ihm mit, dass er so lange schlage und geschlagen werde, bis Allah (t) dem Islam zur Macht verhelfe. Sein Mut und seine St\u00e4rke machen verst\u00e4ndlich, weshalb der Prophet (s) einen Tag vor dem \u00dcbertritt &#8218;Umars (r) folgendes Bittgebet sprach:<strong> &#8222;O Allah, st\u00e4rke den Islam durch einen dieser beiden M\u00e4nner, &#8218;Umar ibn ul-Chattab oder &#8218;Amr ibn Hischam [Abu Dschahl].&#8220;<\/strong><br>Der Islam erfuhr eine enorme St\u00e4rke durch &#8218;Umar (r). Mit ihm hatten die Muslime nun einen erbitterten Feind weniger und daf\u00fcr einen starken Freund hinzugewonnen. Der Vorteil war somit ein doppelter. &#8218;Umars (r) \u00dcbertritt l\u00e4utete den Augenblick ein, an dem die Muslime in die \u00d6ffentlichkeit treten konnten, und dies war ein bedeutender Schritt. Denn nun wurde in einer offenen Form zum Islam aufgerufen und damit eine neue Phase eingeleitet, die auch als eine neue Stufe begriffen werden muss, die sich von der vorherigen unterschied. Zuvor ging es darum, die Muslime, mit denen sich der Prophet (s) an einem geheimen Ort traf, in den islamischen Ideen zu festigen.<br>Nun war man dazu \u00fcbergangen, \u00f6ffentlich aufzutreten, die falschen Ideen der G\u00f6tzendiener anzuprangern und zu den islamischen Ideen aufzurufen. Erstmals konnten sich die Muslime den Nichtmuslimen stellen und ihnen entgegentreten, und zum ersten Mal konnten sie in geschlossener Formation zur Kaaba gehen und dort beten, was zuvor ohne &#8218;Umar (r) nicht m\u00f6glich war. Sein \u00dcbertritt bedeutete einen Schutz f\u00fcr den Islam. Der Prophet (s) sagte einmal \u00fcber &#8218;Umar (r):<strong> &#8222;[&#8230;] Es ist so, o Sohn des al-Chattab. Bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, Satan wird dich nie auf einem Wege gehen sehen, ohne dass er einen anderen Weg einnimmt als den deinen.&#8220;<\/strong> (Buchari)<br>Er erhielt vom Propheten (s) den Namen al-Faruq (der Unterscheidende), weil er zwischen der Wahrheit und der L\u00fcge unterschied. Es kam vor, dass &#8218;Umar (r) in einer Angelegenheit eine Meinung vertrat, w\u00e4hrend alle anderen anderer Auffassung waren. Wurde dem Propheten (s) in dieser Angelegenheit etwas offenbart, so stimmte die Offenbarung oftmals mit der Meinung &#8218;<strong>Umars (r) \u00fcberein. Abu Huraira (r) \u00fcberlieferte, dass der Prophet (s) sagte: &#8222;Wahrlich, es gab unter den V\u00f6lkern vor euch Menschen, die (von den Engeln) angesprochen wurden. Und wahrlich, wenn es in dieser meiner Umma jemanden davon gibt, so ist dieser &#8218;Umar ibn ul-Chattab.&#8220;<\/strong> (Buchari) Der Prophet (s) hat mehrfach die Vorz\u00fcge &#8218;Umars (r) hervorgehoben. So sagte er (s):<strong> &#8222;Wenn es nach mir einen Propheten g\u00e4be, so w\u00e4re dieser &#8218;Umar.&#8220;<\/strong> (Tirmithi)<br>Das gesamte Leben &#8218;Umars (r) ist von Mut und St\u00e4rke gekennzeichnet. Jede einzelne Station seines Lebens legt Zeugnis davon ab, mit welcher Festigkeit er seinen Islam vertrat. Er verabscheute von Anfang an jede Form der Verheimlichung, und auf diese Weise verlief auch seine Hidschra nach Medina. W\u00e4hrend die Muslime heimlich und ungesehen nach Medina gingen, g\u00fcrtete sich &#8218;Umar (r) sein Schwert um, legte seinen Bogen um die Schulter, ging zur Kaaba, wo die Gro\u00dfen der Quraisch sich gerade aufhielten, umschritt die Kaaba siebenmal, betete und sprach zu den Quraisch: &#8222;H\u00e4sslich sollen eure Gesichter werden! Wer begehrt, dass seine Mutter ihren Sohn verliert, sein Kind zur Waise wird und seine Frau zur Witwe, der soll mich hinter diesem Tal treffen.&#8220; Mit der Hidschra nach Median begann ein neues Kapitel f\u00fcr die Muslime, n\u00e4mlich die Phase, in der die islamischen Gesetze in Form des vorgeschriebenen Staates umgesetzt wurden.<br>Das Leben eines einzelnen Sahabi (Gef\u00e4hrten des Propheten) stellt islamrechtlich keine Rechtsquelle dar, d. h., es lassen sich aus den einzelnen Biographien keine Rechtsspr\u00fcche ableiten. Vielmehr ist ihr Verhalten auf Rechtsspr\u00fcche zur\u00fcckzuf\u00fchren, so dass dieses Verhalten als Vorbild f\u00fcr die praktische Umsetzung der islamischen Rechtsspr\u00fcche dient.<br>Die Lebensgeschichte eines Sahabi darf daher keine historische Aneinanderreihung von Fakten sein wie &#8220; &#8218;Umar war der Sohn von Soundso und Soundso, er nahm den Islam mit 26 Jahren an, er war der zweite rechtgeleitete Kalif nach Abu Bakr &#8230;&#8220;. Wenn man beispielsweise wei\u00df, dass &#8218;Umar (r)) der zweite Kalif in der Geschichte des Islam war, so darf dies nicht einfach im Ged\u00e4chtnis bewahrt werden als eine beliebige Information von vielen. Man muss sich hierbei Gedanken dar\u00fcber machen, was es damit auf sich hat, dass die Muslime &#8218;Umar (r) (634-644) als Kalifen einsetzten. Es wird heute gerne dar\u00fcber hinweggesehen, dass es auf einen immer noch verbindlichen islamischen Rechtsspruch zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass die Muslime Kalifen einsetzten.<br>&#8218;Umars (r) Zeit im Kalifenamt bietet eine F\u00fclle von Beispielen f\u00fcr die von Allah (t) festgelegte Umsetzung des Islam im Staat. Das Vorgehen &#8218;Umars (r) als Staatsoberhaupt ist zwar \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 keine islamische Rechtsquelle, aber es bietet einen Einblick in die Praxis des Kalifats und die Art, wie die islamischen Rechtsspr\u00fcche, die die staatlichen Angelegenheiten betreffen, umzusetzen sind.<br>Heute sind die Menschen daran gew\u00f6hnt, dass die Staatsoberh\u00e4upter in der islamischen Welt korrupt sind, ihre B\u00fcrger unterdr\u00fccken, sich an ihnen bereichern und vor allem gegen ihr Interesse handeln. Deshalb hat Herrschaft dort einen \u00fcblen Beigeschmack bekommen und wird Politik als unehrliche Angelegenheit betrachtet. Politik hat ihre wahre Bedeutung verloren: die Wahrnehmung der Angelegenheiten der B\u00fcrger. Erst wenn man sich Beispiele wie das des Kalifen &#8218;Umar (r) wieder ins Ged\u00e4chtnis ruft, erinnert man sich dieser wahren Bedeutung von Politik und Herrschaft, wie sie Allah (t) vorschreibt. Und es gab kaum jemanden, der mehr von der Sorge geplagt wurde, die Angelegenheiten seiner B\u00fcrger nicht richtig wahrgenommen zu haben, obwohl hierzu kaum Anlass bestand. &#8218;Umar (r) ist der Beweis daf\u00fcr, wie gerecht, pflichtbewusst und mildt\u00e4tig ein Regent sein kann.<br>Noch heute ist &#8218;Umar (r) bekannt daf\u00fcr, dass er trotz der Tatsache, dass er das h\u00f6chste Amt im Staat bekleidete, auffallend bescheiden lebte. Dies ging so weit, dass man seine Tochter Hafsa vorschickte, um ihn dazu zu bewegen, bessere Kleidung zu tragen und besseres Essen zu sich zu nehmen, vor allem, da er der Kalif war. &#8218;Umar (r) lehnte dies jedoch strikt ab. Man darf hierbei nicht au\u00dfer Acht lassen, dass unter der Regentschaft &#8218;Umars (r) gro\u00dfe, reiche Gebiete f\u00fcr den Islam er\u00f6ffnet wurden, so etwa der Irak, \u00c4gypten, Syrien usw. Dennoch verzichtete &#8218;Umar (r) f\u00fcr sich pers\u00f6nlich auf diesen Reichtum.<br>Vor allem aber in Hungersn\u00f6ten wollte er f\u00fchlen, was seine B\u00fcrger f\u00fchlten. Ihm war wichtig, sich nicht von seinen B\u00fcrgern zu unterscheiden. Dennoch gab es einen wesentlichen Unterschied zwischen ihm und den anderen Muslimen, n\u00e4mlich dass er die B\u00fcrde der Verantwortung f\u00fcr einen ganzen Staat trug, und nur in dieser Verantwortung unterschied er sich von den anderen.<br>&#8218;Umar (r) war zudem bekannt daf\u00fcr, dass er sich nie aus der Staatskasse (Bait ul-Mal) bediente, ohne zuvor die Menschen um Erlaubnis zu bitten, selbst wenn es sich um Kleinigkeiten handelte. Einmal bat er darum, etwas Honig aus Bait ul-Mal nehmen zu d\u00fcrfen und sagte dabei: &#8222;Wenn ihr mir die Erlaubnis gebt, so nehme ich ihn, wenn nicht, so ist er f\u00fcr mich verboten (haram).&#8220; Dieses Verhalten &#8218;Umars (r) ist allein das Ergebnis seiner Gottesfurcht und der Gewissheit, eines Tages Rechenschaft ablegen zu m\u00fcssen f\u00fcr die gro\u00dfen wie f\u00fcr die kleinen Dinge, m\u00f6gen sie einem auch noch so unbedeutend erscheinen.<br>Heute erkennt man einen Regenten daran, wie viel Sicherheitsleute ihn umgeben, dass er in einem gepanzerten Wagen sitzt und dass B\u00fcrger keinen freien Zugang zu ihm haben. &#8218;Umar (r) zeichnete sich aber gerade dadurch aus, dass er f\u00fcr jeden ansprechbar war und jeder jederzeit Rechenschaft von ihm fordern konnte. Man wei\u00df auch, dass &#8218;Umar (r) nachts durch die Stra\u00dfen ging, um pers\u00f6nlich nach dem Rechten zu sehen und sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war \u2013 ein f\u00fcr heutige Verh\u00e4ltnisse kaum vorstellbares Verhalten eines Staatsoberhauptes. Bei diesen n\u00e4chtlichen Rundg\u00e4ngen durch die Stra\u00dfen wurde &#8218;Umar (r) eines nachts auf das Weinen zweier Kinder aufmerksam.<br>Als er sich erkundigte, weshalb die beiden weinten, erwiderte die Mutter, dass es aus Hunger sei. &#8218;Umar (r) fragte hierauf, was es mit dem Topf auf dem Feuer auf sich habe. Sie antwortete, dass sie den Topf nur mit Wasser f\u00fclle, um den Kindern vorzumachen, es befinde sich etwas zu essen darin, bis sie einschliefen. &#8218;Umar (r) ber\u00fchrte diese Fall sehr. In seiner Verantwortung f\u00fcr jeden einzelnen B\u00fcrger des Staates ging er los, nahm einen Sack und f\u00fcllte diesen mit Mehl, Butter, Kleidung, Geld usw. bis oben hin. Als sein Begleiter ihm den Sack abnehmen wollte, bestand &#8218;Umar (r) darauf, ihn pers\u00f6nlich zu den Kindern zu tragen, mit dem Kommentar: &#8222;Ich trage ihn, denn ich bin im Jenseits f\u00fcr sie verantwortlich.&#8220;<br>Denn &#8218;Umar (r) wusste, dass er zur Rechenschaft gezogen wird, wenn er seiner Pflicht, die Angelegenheiten seiner B\u00fcrger wahrzunehmen, nicht nachk\u00e4me. So trug &#8218;Umar (r) nicht nur den Sack, sondern bereitete auch das Essen f\u00fcr die Kinder zu, gab ihnen zu essen und verlie\u00df erst wieder das Haus dieser armen Leute, nachdem die Kinder lachten. &#8218;Umar (r) sagte zu seinem Begleiter: &#8222;Ich sah sie weinen, und es war mir zuwider wegzugehen und sie zur\u00fcckzulassen, bis sie lachten. Und als sie lachten, ging es meiner Seele wohl.&#8220;<br>Die Kalifenzeit &#8218;Umars (r) war die Zeit der Er\u00f6ffnungen f\u00fcr den Islam. Obwohl er gerade einmal zehn Jahre regierte, wurden bereits Gro\u00dfm\u00e4chte wie Persien besiegt. Es ist vor allem &#8218;Umars (r) Verdienst, dass das Kalifat zu einer Gro\u00dfmacht aufsteigen konnte, w\u00e4hrend sich sein Vorg\u00e4nger Abu Bakr (r) noch damit befassen musste, das Kalifat zu stabilisieren. &#8218;Umar (r) konnte dem Staat zum Durchbruch verhelfen und damit die Botschaft des Islam an die Menschen herantragen. Denn die islamischen Er\u00f6ffnungen haben keinen anderen Zweck, als die Menschen in allen Regionen der Welt mit dem Islam bekannt zu machen. Nur deshalb hat &#8218;Umar (r) die islamische Armee entsendet und Gebiet um Gebiet f\u00fcr den Islam gewonnen.<br>Trotz der Tatsache, dass &#8218;Umar (r) ein gerechter Regent war, fiel er einem Attentat zum Opfer. Als er das Morgengebet verrichten wollte, stach ein persischer Sklave von hinten auf ihn ein. &#8218;Umar (r), der im Sterben lag, war erleichtert zu h\u00f6ren, dass der Attent\u00e4ter kein Muslim war. Der Umstand, dass er ermordet wurde, darf nicht zu dem Schluss verleiten, dass &#8218;Umar (r) ein unbeliebter Regent war, denn der M\u00f6rder handelte aus rein pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden. Selbst im Sterbebett war &#8218;Umars (r)Anliegen kein anderes als das Kalifat, so dass er, wissend, dass er im Sterben lag, in seinem Zustand sechs Personen festsetzte, die aus ihrer Mitte einen Nachfolger bestimmen sollten. Das hei\u00dft, bis zu seinem letzten Atemzug stand f\u00fcr &#8218;Umar (r) nur die Umsetzung der islamischen Gesetze im Vordergrund. Bis heute ist er eine der herausragendsten islamischen Pers\u00f6nlichkeiten, die ihresgleichen in der islamischen Geschichte sucht. Nicht ohne Grund gilt seine Regierungszeit als das goldene Zeitalter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es liegen uns \u00fcber die Sahaba (r), die Gef\u00e4hrten des Propheten, die beeindruckendsten Biographien vor, beeindruckend deshalb, weil sie veranschaulichen, welch fundamentale Wandlung sich in einem Menschen allein durch die Annahme der islamischen Glaubens\u00fcberzeugung vollzieht.<\/p>\n","protected":false},"author":56,"featured_media":907,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[1303,1414,1415,1845,2277,2635],"class_list":["post-9650","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sahaba-geschichten","tag-islam","tag-kalif","tag-kalifat","tag-muslime","tag-sahaba","tag-umar-ibn-ul-chattab"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/56"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9650"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9650\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/907"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}