{"id":9654,"date":"2012-09-17T00:00:00","date_gmt":"2012-09-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9654"},"modified":"2012-09-17T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-16T22:00:00","slug":"musab-ibn-umair-r-a-einer-der-vorbildhaftesten-dawa-traeger-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9654","title":{"rendered":"Mus\u2019ab ibn \u2019Umair (r.a.) \u2013 einer der vorbildhaftesten Da\u2019wa-Tr\u00e4ger (Teil I)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Zeit des Propheten Muhammad (s.a.s.) gab es zahlreiche beispielhafte Tr\u00e4ger der islamischen Botschaft, die sich dadurch auszeichneten, dass sie alles taten, was in ihrer Macht lag, um die Botschaft Allahs (s.w.t.) zum Durchbruch zu bringen und schlie\u00dflich Sein Wohlgefallen und Seine Zufriedenheit zu erlangen. Hierbei sticht insbesondere das Engagement des jungen Mus&#8217;ab ibn &#8218;Umair (r. a.) hervor, den sich wahrhaft jeder Muslim zum Vorbild nehmen und dessen Biografie man sich immer wieder vergegenw\u00e4rtigen sollte.<br>Mus&#8217;ab Ibn &#8218;Umair Ibn Hashim Ibn Abd Manaf wuchs in einer Atmosph\u00e4re des Wohlstands auf. Seine reichen Eltern lie\u00dfen ihm sehr viel F\u00fcrsorge zukommen und schenkten ihm oft ihre Aufmerksamkeit. Seine teure Kleidung und seine Schuhe entsprachen der neuesten Mode jener Zeit. Als Jugendlicher wurde er von den W\u00fcrdentr\u00e4gern und Machthabern des Stammes der Quraish nicht nur f\u00fcr sein gutes Aussehen, sondern auch seines scharfen Verstandes und seiner Beredsamkeit wegen bewundert. Obwohl er noch jung war, genoss er das Vorrecht, an Besprechungen und Zusammenk\u00fcnften der Quraisch teilnehmen zu d\u00fcrfen. Er befand sich somit in einer Position, die ihn \u00fcber die Angelegenheiten der Mekkaner, \u00fcber deren Verhaltensweisen und Strategien Bescheid wissen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><strong>Mus&#8217;ab Ibn &#8218;Umair (r.a.) entscheidet sich f\u00fcr den Islam<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Mus&#8217;ab (r.a.) war erst ein Heranwachsender, als er vom Propheten Muhammad (s.a.s.) h\u00f6rte, der nun so langsam in Mekka begonnen hatte, das Rechte zu gebieten, das Unrecht anzuprangern und offen zu verk\u00fcnden, dass Allah (s.w.t.) ihn als \u00dcbermittler froher Botschaften und als Warner mit dem Islam entsandt habe, womit die Mekkaner in helle Aufregung versetzt wurden. Muhammad (s.a.s.) warnte vor schrecklichen Strafen, wenn sie sich nicht der Anbetung und dem Gehorsam nur gegen\u00fcber dem Einen einzigen Gott zuwenden w\u00fcrden; gleichzeitig versprach er den Rechtschaffenen gro\u00dfe Belohnung, womit diese Themen in Mekka allm\u00e4hlich zum Gespr\u00e4chsstoff wurden. Die listigen Anf\u00fchrer der Quraisch \u00fcberlegten sich, wie man den Propheten (s.a.s.) zum Schweigen bringen k\u00f6nnte. Als Spott, Verleumdung und \u00dcberredungsversuche sich als unwirksam erwiesen, zettelten sie einen Boykott an und begannen, ihn aus dem Alltag Mekkas auszuschlie\u00dfen.<br>Mus&#8217;ab (r.a.) wurde sehr neugierig und beschloss daraufhin, den Propheten (s.a.s.) aufzusuchen, um sich selbst von seiner Gesandtschaft zu \u00fcberzeugen. Er hatte erfahren, dass sich der Gesandte (s.a.s.) und seine treuen Gef\u00e4hrten in einem Haus in der N\u00e4he des H\u00fcgels As-Safa versammelten, um ihren Peinigern auszuweichen. Es handelte sich um das Haus von Al-Arqam (Dar-ul-Arqam). Um seine Neugier zu stillen, ging Mus&#8217;ab (r.a.) eines Nachts dorthin und lie\u00df sich auch nicht von der M\u00f6glichkeit abschrecken, dass die Quraisch auch ihn aus der Gesellschaft aussto\u00dfen k\u00f6nnten. Er beobachtete, wie der Prophet (s.a.s.) die kleine Gruppe von Gef\u00e4hrten unterrichtete, indem er mit ihnen \u00fcber weitere Pl\u00e4ne sprach, Ayat aus dem Qur&#8217;an vorlas und in Demut gegen\u00fcber Allah (s.w.t.) das Gebet verrichtete.<br>Mus&#8217;ab (r.a.) war von dem, was er sah und h\u00f6rte, \u00fcberw\u00e4ltigt. Ein tiefes Gef\u00fchl des Friedens \u00fcbermannte ihn: Die Worte des Qur&#8217;an \u00fcberzeugten und beeindruckten ihn tief. Der junge Mus&#8217;ab (r.a.) erkl\u00e4rte auf der Stelle, den Islam annehmen zu wollen. Dieses Ereignis stellte nicht nur f\u00fcr ihn pers\u00f6nlich einen Wendepunkt dar: Der scharfe Verstand Mus&#8217;abs (r.a.), sein unbeirrbarer Wille, seine unersch\u00fctterliche Entschlusskraft, seine Wortgewandtheit und sein hervorragender Charakter standen fortan im Dienste des Islam und trugen dazu bei, den Lauf der Menschheitsgeschichte in eine neue Richtung zu lenken.<br>Doch seine Hauptsorge galt zun\u00e4chst der Reaktion seiner Mutter, Khunnas Bint Malik. Sie war eine sturk\u00f6pfige Frau mit einer au\u00dferordentlich dominanten Pers\u00f6nlichkeit, die aufgrund ihres Temperaments und ihrer scharfen Zunge unter den Leuten keinen guten Ruf genoss. Sie verbreite Furcht und Schrecken, wenn ihr etwas nicht passte. Die Machthaber Mekkas, deren Festhalten am Kufr (Unglauben) und am Shirk (Vielg\u00f6tterei) bereiteten ihm weniger Kopfzerbrechen. Um eine Konfrontation mit seiner Mutter zu vermeiden, entschied er sich, seinen \u00dcbertritt zum Islam so lange zu verheimlichen, bis Allah (s.w.t.) ihm irgendwann einen Weg weisen w\u00fcrde.<br>Er besuchte trotzdem weiterhin regelm\u00e4\u00dfig das Haus des Al-Arqam, um in der N\u00e4he des Propheten (s.a.s.) zu sein und seine Taq&#8217;wa (Gottesfurcht) zu st\u00e4rken. Es dauerte nicht lange, bis \u00fcberall bekannt war, dass er den Islam angenommen hatte. Die Nachricht von seiner Konvertierung war f\u00fcr die Quraish niederschmetternd und erreichte auch seine Mutter binnen k\u00fcrzester Zeit. Mus&#8217;ab (r.a.) stand sodann vor seiner Mutter, seinem Stamm und den Machthabern der Quraish, die sich versammelt hatten, um zu erfahren, was er zu seiner Verteidigung zu sagen hatte. Er sprach ruhig und bescheiden und best\u00e4tigte seinen \u00dcbertritt. Er rezitierte Ayat aus dem Qur&#8217;an und versuchte deutlich zu machen, wie die Offenbarung den Verstand \u00fcberzeugt, die Herzen der Gl\u00e4ubigen h\u00f6her schlagen l\u00e4sst, sie zur urspr\u00fcnglichen Reinheit der Hingabe und der Ergebenheit ihrem Sch\u00f6pfer gegen\u00fcber zur\u00fcckf\u00fchrt und sie mit Weisheit, Ehre, Gewissheit, Mut und Gerechtigkeit erf\u00fcllt. Seine Mutter wurde jedoch immer w\u00fctender. Sie reagierte entsetzt und wies ihn auf den Stolz ihrer Herkunft hin und auf den alten Bund, den ihr Stamm mit den falschen G\u00f6ttern &#8211; den G\u00f6tzen &#8211; hatte. Vehement wies sie alles von sich und befahl Mus&#8217;ab (r.a.) zum G\u00f6tzendienst zur\u00fcckzukehren.<br>Er lies sich jedoch nicht einsch\u00fcchtern und widersetzte sich seiner Mutter, indem er nicht dazu bereit war, eine Reue abzulegen. Sie erhob ihre Hand, um ihn zu schlagen und zum Schweigen zu bringen, aber als sie die Gelassenheit im Gesicht ihres Sohnes sah, stockte ihre Hand. Nichtsdestotrotz hatte sie das Gef\u00fchl, etwas tun zu m\u00fcssen, um die G\u00f6tzenstatuen, die Mus&#8217;ab (r.a.) aufgegeben hatte, zu r\u00e4chen: Sie f\u00fchrte ihn zur\u00fcck ins Haus, wo sie ihn mit einem Strick fesseln lie\u00df. So wurde Mus&#8217;ab (r.a.) zu einem Gefangenen im eigenen Haus, der bewacht wurde und an jedem weiteren Kontakt mit dem Gesandten Allahs (s.a.s.) gehindert werden sollte.<br>Trotz der Qualen, die er zu erdulden hatte, geriet Mus&#8217;ab (r.a.) nicht ins Wanken. Bald darauf erfuhr er, dass die Verfolgungen der Mushrikun (G\u00f6tzendiener) auch den anderen Gl\u00e4ubigen das Leben in Mekka immer unertr\u00e4glicher machten und ein Teil der Muslime vorhatte, nach Abessinien auszuwandern. Kurze Zeit sp\u00e4ter gelang es ihm auch, sich den anderen Gl\u00e4ubigen anzuschlie\u00dfen, indem er es schaffte, aus seiner Gefangenschaft zu entkommen. Sie segelten daraufhin \u00fcber das Rote Meer nach Afrika.<br>Obwohl die Muslime im Land des christlichen Negus Sicherheit vorfanden, sehnten sie sich danach, in Mekka in der N\u00e4he ihres geliebten Propheten (s.a.s.) zu sein. Nachdem in Abessinien berichtet worden war, in Mekka habe sich die Situation der Muslime gebessert, geh\u00f6rte Mus&#8217;ab (r.a.) zu den Ersten, die zur\u00fcckkehrten. Die Berichte erwiesen sich jedoch als falsch, womit er nun erneut nach Abessinien aufbrach. Als er abermals nach Mekka zur\u00fcckkehrte, unternahm seine Mutter einen letzten Versuch, ihn gefangen zu nehmen. Doch Mus&#8217;ab (r.a.) schwor, dass er jeden umbringen w\u00fcrde, der ihr bei ihrem Plan, ihn gefangen zu nehmen, hilft.<br>Seine Mutter war sich \u00fcber die Ernsthaftigkeit seines Entschlusses im Klaren. So verbannte sie ihn aus ihrem Haus, entzog ihm all die materiellen Annehmlichkeiten, mit denen sie ihn fr\u00fcher \u00fcbersch\u00fcttet hatte, und sagte bitter weinend Folgendes: \u201eGeh deinen eigenen Gesch\u00e4ften nach! Ich bin nicht mehr bereit, dir eine Mutter zu sein!&#8220; Mus&#8217;ab (r.a.) trat dicht an sie heran und erwiderte: \u201eMutter, ich gebe dir einen aufrichtigen Rat. Ich mache mir Sorgen um dich. Bezeuge, dass es au\u00dfer Allah keine Gottheit gibt und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist!&#8220; Sie jedoch lehnte ab und schwor w\u00fctend: \u201eBei den Sternschnuppen schw\u00f6re ich: Ich werde niemals in deine Religion eintreten, selbst wenn ich daf\u00fcr verspottet werde und mein Verstand schwach wird.&#8220;<br>Die Mutter hielt vehement an ihrem Unglauben fest, w\u00e4hrend Mus&#8217;ab (r.a.) seinerseits ihre Bestimmtheit noch \u00fcbertraf. Er strebte nicht mehr nach Prunk und sch\u00f6nem Gewand und war nur mehr darauf bedacht, Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Seine Kleidung war teils aus Fetzen zusammengen\u00e4ht, seine Speisen einfach und die nackte Erde sein Bett. So verlie\u00df Mus&#8217;ab (r.a.) sein Elternhaus und verzichtete auf all den Luxus und Komfort. Der einstmals so elegante junge Mann wurde fortan nur noch in einfacher Kleidung gesehen. Er hatte sich jetzt um wichtigere Dinge zu k\u00fcmmern, denn er ging nun ganz darin auf, sich Wissen anzueignen und Allah (s.w.t.) zu dienen. Als er sich einige Jahre sp\u00e4ter einmal zu einigen Muslimen setzte, die sich um den Propheten (s.a.s.) versammelt hatten, senkten diese ihre Blicke und vergossen still Tr\u00e4nen. Der Anblick seines alten, fettigen Gewandes, das von Dornen festgehalten wurde und ihn nicht einmal v\u00f6llig zu bedecken vermochte, rief ihnen sofort die Tage in Erinnerung, als sie den verw\u00f6hnten Jungen stets in eleganten und neuen Gew\u00e4ndern gesehen hatten.<br>Der Prophet (s.a.s.) schaute ihn an, l\u00e4chelte voller Zuneigung und sagte: <strong>\u201eIch habe diesen Mus&#8217;ab mit seinen Eltern in Mekka gesehen. Sie lie\u00dfen ihm sehr viel F\u00fcrsorge zukommen, widmeten ihm ihre ganze Aufmerksamkeit und versorgten ihn mit allen Annehmlichkeiten. Unter den Quraish gab es keinen Jugendlichen wie ihn. Dann gab er das alles auf und strebte nur noch nach dem Wohlgefallen Allahs und widmete sich dem Dienst an Seinem Propheten.&#8220;<\/strong><br>Dann fuhr er fort:<strong> \u201eEs wird eine Zeit kommen, da wird Allah euch den Sieg \u00fcber Persien und Byzanz verleihen. Ihr werdet ein Gewand am Morgen und ein weiteres am Abend tragen, und ihr werdet aus einer Sch\u00fcssel am Morgen und aus einer anderen am Abend essen.&#8220;<\/strong><br>Die Gef\u00e4hrten fragten ihn: \u201eO Gesandter Allahs! Ist unsere jetzige Lage besser oder wird es zu jener Zeit besser um uns bestellt sein?&#8220;<br>Er antwortete: <strong>\u201eIhr seid eher jetzt besser gestellt als ihr es dann sein werdet. Wenn ihr um den Zustand der Welt w\u00fcsstet, wie ich um ihn wei\u00df, dann w\u00fcrdet ihr euch um sie gewiss nicht so viele Gedanken machen.&#8220;<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Zeit des Propheten Muhammad (s.a.s.) gab es zahlreiche beispielhafte Tr\u00e4ger der islamischen Botschaft, die sich dadurch auszeichneten, dass sie alles taten, was in ihrer Macht lag, um die Botschaft Allahs (s.w.t.) zum Durchbruch zu bringen und schlie\u00dflich Sein Wohlgefallen und Seine Zufriedenheit zu erlangen. Hierbei sticht insbesondere das Engagement des jungen Mus\u2019ab ibn \u2019Umair (r. a.) hervor, den sich wahrhaft jeder Muslim zum Vorbild nehmen und dessen Biografie man sich immer wieder vergegenw\u00e4rtigen sollte.<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":2347,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[587,1303,1319,1839],"class_list":["post-9654","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sahaba-geschichten","tag-dawa-traeger","tag-islam","tag-islamische-botschaft","tag-musab-ibn-umair"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9654\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}