{"id":9656,"date":"2012-09-15T00:00:00","date_gmt":"2012-09-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9656"},"modified":"2012-09-15T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-14T22:00:00","slug":"abu-dharr-al-ghifari","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9656","title":{"rendered":"Abu Dharr al\u2013Ghif\u00e2ri"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man h\u00f6rt oft die Ausrede, dass Muhammad (s) als Prophet ma&#8217;sum d. h. unfehlbar war, wenn \u00fcber seine gro\u00dfartigen Eigenschaften und Taten berichtet wird und der Qur&#8217;an ihn als nachahmungsw\u00fcrdiges Beispiel uns ans Herz legt. In der Tat war er (s.a.s.) als Prophet unfehlbar.<br>Nichtsdestotrotz war er auch ein Mensch und besa\u00df als solcher entsprechend menschliche Eigenschaften. Im Tragen der Botschaft Allahs zeichnete er sich dabei als einzigartig aus.<br>Neben dem Propheten haben wir zahlreiche weitere nachahmungsw\u00fcrdige Vorbilder im Islam, von denen wir wissen, dass sie die Zufriedenheit Allahs erlangt haben.<br>In einem Hadith sagt der Prophet (s) \u00fcber seine Weggef\u00e4hrten: <strong>\u201eMeine Sahaba (Gef\u00e4hrten) sind wie Sterne. Wem immer ihr folgt, ihr erlangt F\u00fchrung.&#8220;<\/strong> Ein jeder der zahlreichen Sahaba stellt eine islamische Pers\u00f6nlichkeit dar. Sie zeichneten sich durch einen scharfsinnigen Intellekt mit einer islamischen Denkweise sowie einen islamischen Charakter aus. Im Tragen der Da&#8217;wa waren sie offen, mutig, standhaft und kompromisslos.<br>Abu Dharr al-Ghif\u00e2ri (r.a.) war einer der ersten Muslime. Sein eigentlicher Name war Jundub Ibn Junadah. Nachdem er den Islam angenommen hatte, gab ihm der Prophet (s.a.s.) den Namen \u201eAbdullah&#8220;, welchen er am liebsten mochte. Er hie\u00df \u201eal- Ghif\u00e2ri&#8220;, weil er zum Stamme der Ghif\u00e2r geh\u00f6rte, und sein \u00e4ltester Sohn hie\u00df Dharr, deswegen wurde er auch Abu Dharr genannt, Abu Dharr al \u2013 Ghif\u00e2ri (r.a.).<br>Der Stamm Ghifar lebte in der N\u00e4he von Yathrib (sp\u00e4teres Madina), wo die Karawanen der Quraisch vorbeizogen. Sie \u00fcberfielen die Karawanen und lebten von dem Erbeuteten.<br>Sie pflegten den G\u00f6tzen Manat anzubeten. Eines Tages, als sie wegen einer D\u00fcrreperiode dem G\u00f6tzen Opfergaben brachten, bemerkte der junge Abu Dharr, dass der regungslose G\u00f6tze, der sich weder \u00e4u\u00dfern noch vor dem Urinieren eines Fuchses sch\u00fctzen konnte, kein Sch\u00f6pfer des Universums sein kann.<br>Als sich dann die Nachricht unter den arabischen St\u00e4mmen ausbreitete, dass in Mekka unter den Quraisch ein Prophet sei, war Abu Dharr, der mittlerweile zu einem jungen Mann herangewachsen war, sehr gl\u00fccklich. Denn es war ihm bereits von den Schriftbesitzern einiges \u00fcber den erwarteten Propheten zu Ohren gekommen. Um n\u00e4heres zu erfahren, schickte er zun\u00e4chst seinen Bruder Anis nach Mekka. Da ihm jedoch die Informationen seines Bruders nicht ausreichten, reiste er pers\u00f6nlich nach Mekka, um den Propheten zu sehen.<br>Vor der Kaaba sitzend wartete er auf den Propheten. Als Ali Ibn Abi Talib den Fremden dort sah, bot er ihm an, bei ihm zu \u00fcbernachten, ohne ihn n\u00e4her \u00fcber seine Absichten in Mekka oder seiner Herkunft zu fragen. Auch Abu Dharr erz\u00e4hlte ihm nichts, da ihn sein Bruder \u00fcber die Situation in Mekka bez\u00fcglich der Feindseligkeit der Quraish gegen\u00fcber dem Gesandten (s.a.s.) aufgekl\u00e4rt hatte. So vergingen drei Tage, bis ihn Ali Ibn Talib \u00fcber seine Absichten in Mekka befragte. Abu Dharr erkl\u00e4rte ihm schlie\u00dflich, dass er aus dem Stamm der Ghifar komme und angereist sei, um den neuen Propheten zu sehen. Dies erfreute Ali sehr und er versprach, ihn am folgenden Tage zu ihm zu f\u00fchren. Ali ibn Talib hielt sein Versprechen und brachte den Gast aus dem Stamm der Ghifar unter hohem Sicherheitsaufwand zum Propheten. Die Situation in Mekka war wie Anis berichtet hatte, sehr angespannt.<br>Nachdem ihm Muhammad (s.a.s.) einige \u00c2y\u00e2t aus dem Qur&#8217;an vorgetragen hatte, nahm er den Islam sofort an und gelobte, diese Botschaft an alle heranzutragen.<br>Der Gesandte (s.a.s.) empfahl ihm, in Mekka niemandem zu erz\u00e4hlen, dass er den Islam angenommen habe. Doch Abu Dharr war so sehr von der neuen Botschaft des Islam begeistert, dass er beabsichtigte, die Quraish \u00f6ffentlich zum Islam aufzufordern.<br>Er ging zur Kaaba, wo die Menschen f\u00fcr gew\u00f6hnlich versammelt waren und rief mit lauter Stimme: \u201eIhr Stamm der Quraisch! H\u00f6rt, ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt au\u00dfer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Gesandter ist!&#8220;<br>Hierauf versammelten sich die Quraisch um Abu Dharr und schlugen heftig auf ihn ein bis er ohnm\u00e4chtig wurde. Erst als Abbas Ibn Abd al-Muttalib ihnen erz\u00e4hlte, dass er ein Mann aus jenem Stamm sei, der die Handelsroute nach Norden kontrolliert, lie\u00dfen sie von ihm ab.<br>Doch Abu Dharr konnte nicht anders, als erneut vor die Kaaba zu treten und mit lauter Stimme die Schah\u00e2da, das islamische Glaubensbekenntnis, auszurufen, worauf er ein weiteres Mal brutal zusammengeschlagen wurde.<br>Schlie\u00dflich befahl ihm der Prophet (s.a.s.), in sein Dorf zur\u00fcckzukehren und die Botschaft des Islam dort unter den Menschen zu verbreiten. Abu Dharr tat wie ihm gehei\u00dfen und war sehr erfolgreich. So traten durch ihn zun\u00e4chst sein Bruder und seine Mutter und im weiteren Verlauf der \u00fcberwiegende Teil seines Stammes sowie des Nachbarstammes in den Islam ein.<br>Nach der Hijra, wanderte auch Abu Dharr nach Medina aus, um in der N\u00e4he des Propheten zu sein.<br>Auf dem Weg zur Schlacht von Tabuk blieb Abu Dharr hinter den restlichen Truppen der Mujahidin zur\u00fcck, weil sein Kamel krank war. Abu Dharr entschloss sich, weiter Richtung Tabuk zu ziehen und nicht nach Madina zur\u00fcckzukehren, wie es einige Muslime mit schwachem Glauben taten. Andere zogen \u00fcberhaupt nicht aus, als der Prophet zur Schlacht von Tabuk aufrief.<br>Als die Sahaba rasteten, bemerkten sie eine Person, die auf sie zukam. Sie teilten es dem Propheten mit. Dieser (s.a.s.) sagte:<strong> \u201eM\u00f6ge es Abu Dharr sein!&#8220;<\/strong><br>Als ihn die Sahaba erkannten, schrieen sie auf und sagten: \u201eO Gesandter Allahs, es ist Abu Dharr.&#8220;<br>Der Prophet (s.a.s.) wandte sich schlie\u00dflich zu Abu Dharr, der sehr m\u00fcde schien, und sagte:<strong> \u201eO Abu Dharr, Allah wird sich deiner erbarmen. Du wirst allein leben, und du wirst allein von dieser Welt gehen, und du wirst allein am Tage des Gerichts auferstehen. Du wirst alleine in den Himmel eingehen, und eine Gruppe Iraker wird deinetwegen Segen erhalten, d.h., sie werden deinen Leichnam waschen, dich einh\u00fcllen und f\u00fcr dich beten.&#8220;<\/strong><br>Diese Prophezeiung ging schlie\u00dflich in Erf\u00fcllung, denn nach dem Tode des Propheten (s.a.s.) wanderte Abu Dharr aus Medina nach al-Sham (heutiges Syrien) aus, da er das Verweilen in jener Stadt ohne die Anwesenheit des Propheten (s.a.s.) nicht ertragen konnte.<br>Zur Zeit des Kalifats von Uthman (r.a.) kam er wieder nach Madina. Hier hatte sich die Gesellschaft nach den \u201eFutuhat&#8220; (Er\u00f6ffnungen fremder L\u00e4ndereien f\u00fcr den Islam) ge\u00e4ndert. Abu Dharr konnte es nicht ertragen, dass die Muslime Nachl\u00e4ssigkeiten im Aus\u00fcben des Islam und im Tragen der Da&#8217;wa aufwiesen. Er kritisierte sie, wo er nur konnte, sodass der Kalif nach Eingang mehrfacher Beschwerden \u00fcber Abu Dharr ihn erneut fortschickte, und zwar nach al-Rabathah in den Osten von Medina. Hier verbrachte er den Rest seines Lebens mit seiner Familie, bis er starb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man h\u00f6rt oft die Ausrede, dass Muhammad (s) als Prophet ma\u2019sum d. h. unfehlbar war, wenn \u00fcber seine gro\u00dfartigen Eigenschaften und Taten berichtet wird und der Qur\u2019an ihn als nachahmungsw\u00fcrdiges Beispiel uns ans Herz legt. 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