{"id":9700,"date":"2012-09-14T00:00:00","date_gmt":"2012-09-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9700"},"modified":"2012-09-14T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-13T22:00:00","slug":"der-iman-zwischen-anbetungsinstinkt-und-verstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9700","title":{"rendered":"Der Iman zwischen Anbetungsinstinkt und Verstand"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Anbetungsinstinkt ist in der Natur des Menschen verankert. Er ist der sich aus dem nat\u00fcrlichen Gef\u00fchl der Schw\u00e4che und Unzul\u00e4nglichkeit im Menschen ergebende Impuls, eine h\u00f6here Macht anbeten zu wollen, die ihn bei der Bew\u00e4ltigung der Lebensanforderungen unterst\u00fctzt.Bei allen V\u00f6lkern und in allen Zeiten ist der Anbetungsinstinkt wahrnehmbar. Die griechische oder germanische Mythologie ist Ausdruck dieses Instinktes genauso wie der Glaube der alten \u00c4gypter. Selbst jene, die die Religion kategorisch ablehnen, haben einen Anbetungsinstinkt. Ihre Anbetung richtet sich in diesem Fall nicht gegen das, was man herk\u00f6mmlich als Religion bezeichnet, sondern gegen eine Idee, wie etwa die Idee der Freiheit, f\u00fcr deren Verteidigung man seine Armee bis nach Afghanistan schickt. Der Anbetungsinstinkt wird immer Teil der menschlichen Natur bleiben, unabh\u00e4ngig davon, auf welche Art er zum Ausdruck kommt.Obwohl der Anbetungsinstinkt eine nat\u00fcrliche Anlange darstellt, fragt er nicht nach richtig oder falsch, da es ihm ausschlie\u00dflich darum geht, befriedigt zu werden. Daher verleitet er den Menschen dazu, seine Anbetung gegen Dinge zu richten, die der Anbetung unw\u00fcrdig sind, etwa die Kuh im Hinduismus. Der Anbetungsinstinkt f\u00fchrt auch zu widerspr\u00fcchlichen Vorstellungen wie der Dreifaltigkeit im christlichen Glauben, so dass Sch\u00f6pfer und Gesch\u00f6pf gleicherma\u00dfen angebetet werden. Selbst der Aberglaube ist das Ergebnis des Anbetungsinstinktes. Er gibt sich im Grunde mit allem zufrieden, weil ihn die Wahrheit nicht interessiert und er nicht nach Beweisen fragt, so dass er sich beispielsweise auch mit dem Glauben an hoch entwickelte Au\u00dferirdische befriedigen l\u00e4sst. Das hei\u00dft, der Anbetungsinstinkt dr\u00e4ngt auf Befriedigung und l\u00e4sst dabei im Grunde alles zu.Der Instinkt allein ist somit v\u00f6llig unzuverl\u00e4ssig. Beispielsweise ist Angst eine nat\u00fcrliche Erscheinungsform des Selbsterhaltungsinstinktes im Menschen, der ein Fluchtverhalten einleitet, wenn er Gefahr wittert. Nimmt der Mensch nachts eine Gestalt auf der Stra\u00dfe wahr, bekommt er Angst und m\u00f6chte fliehen oder zumindest Abstand halten. Zieht er jedoch seinen Verstand hinzu, stellt er fest, dass es sich nur um einen toten Gegenstand handelt, dessen Konturen im Dunkeln einer menschlichen Gestalt \u00e4hneln. Der Instinkt ist nicht in der Lage, die Welt in ihrer wahren Realit\u00e4t wahrzunehmen. Dies kann nur der Verstand, der letztlich dar\u00fcber entscheidet, welches Verhalten angemessen ist. Deshalb muss der Verstand als W\u00e4chter \u00fcber den Instinkt herangezogen werden, so dass dieser einer richtigen Befriedigung zugef\u00fchrt wird und nicht den Irrungen von Blasphemie und G\u00f6tzendienst verf\u00e4llt.Aus diesem Grund darf der Glaube nicht allein auf dem Anbetungsinstinkt basieren. Der Glaube an einen Sch\u00f6pfer muss sich auch mit dem Verstand vertragen. Das hei\u00dft, der Mensch darf nicht nur f\u00fchlen, dass er eines Sch\u00f6pfers bedarf, sondern er muss dessen Existenz rational belegen k\u00f6nnen. Das Ergebnis, zu welchem der Verstand gelangt, darf auch nicht im Widerspruch zu dem im Menschen angelegten Instinkt stehen. So m\u00fcssen Verstand und Anbetungsinstinkt darin \u00fcbereinstimmen, dass es einen Sch\u00f6pfer gibt, dem allein die Anbetung geb\u00fchrt.[Der alt\u00e4gyptische Abgott Anubis.] Die islamische Glaubens\u00fcberzeugung beginnt mit &#8222;Ich bezeuge, dass [\u2026]&#8220;. Wenn der Mensch etwas bezeugt, so tut er dies nur dann, wenn er sicheres Wissen \u00fcber die Sache hat, die er bezeugt. Ein Zeuge, der vor Gericht etwas bezeugen soll, darf dies nicht auf der Grundlage von Empfindungen tun. Das Gericht geht davon aus, dass eine Person, die als Zeuge auftritt, etwas gesehen oder geh\u00f6rt hat, d. h., die Sinne m\u00fcssen in irgendeiner Form beteiligt sein. Wer also die Worte &#8222;Ich bezeuge, dass [\u2026]&#8220; spricht, bei dem ist ein Denkprozess vorangegangen, der ihn zu einer Gewissheit gef\u00fchrt hat, die er bezeugen will.Der Verstand lehnt den Atheismus ab, weil das Negieren eines Sch\u00f6pfers irrational ist. Die Realit\u00e4t besteht aus Materie, an der die Frage haftet, woher sie stammt. Die Urknalltheorie kann allenfalls die Entstehung des Universums erkl\u00e4ren, jedoch nicht die Herkunft der Materie, aus der sich das Universum zusammensetzt. Auch eine Theorie wie die Evolutionstheorie sagt nichts \u00fcber den Ursprung der Materie aus, sondern versucht lediglich die Artenvielfalt zu erkl\u00e4ren. Die Behauptung, die Materie habe schon immer existiert und sei ewig, widerspricht der Realit\u00e4t, in der man die Endlichkeit der Materie wahrnimmt. Die Sinne nehmen die Endlichkeit der Materie wahr, ob in der belebten oder unbelebten Natur, so dass der Verstand von der Unendlichkeit der Materie nicht \u00fcberzeugt werden kann.[Milchstra\u00dfe] Dar\u00fcber hinaus ist die Materie nicht in der Lage, andere Materie hervorzubringen. Der Verstand nimmt in der Realit\u00e4t wahr, dass Materie umwandelbar ist und ein Stoff seinen Zustand ver\u00e4ndern kann, aber Materie bringt keine v\u00f6llig neue Materie aus dem Nichts hervor. Da sie sich nicht selbst hervorgebracht haben kann, jedoch zwingend eine Ursache haben muss, bleibt als einzige M\u00f6glichkeit ein Sch\u00f6pfer, der nicht Teil der Materie ist und diese erschaffen hat. Die Existenz eines Sch\u00f6pfers ist die einzig rationale Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Existenz der Materie.Weil der Glaube an einen Sch\u00f6pfer rational ist, fordert der Islam alle Menschen dazu auf, ihre Anbetung ausschlie\u00dflich an den einen Sch\u00f6pfer zu richten. Der Koran spricht daher auch den Verstand des Menschen an, indem Allah (t) beispielsweise sagt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><i><b>&#8222;Wahrlich, in der Sch\u00f6pfung der Himmel und der Erde und dem Wechsel von Nacht und Tag sind Zeichen f\u00fcr jene, die einen reinen Verstand haben.&#8220;&nbsp;<\/b><\/i><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[Al-Imran 3:190]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da der Glaube an einen Sch\u00f6pfer vom Verstand abh\u00e4ngt, zieht Allah (t) auch nur jene Menschen zur Rechenschaft, deren Verstand vollst\u00e4ndig entwickelt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anbetungsinstinkt ist in der Natur des Menschen verankert. 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