{"id":9735,"date":"2014-01-17T00:00:00","date_gmt":"2014-01-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9735"},"modified":"2014-01-17T00:00:00","modified_gmt":"2014-01-17T00:00:00","slug":"dilemma-an-der-uni-zwischen-party-und-quran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9735","title":{"rendered":"Dilemma an der Uni &#8211; Zwischen Party und Qur&#8217;an"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Muslime an der Universit\u00e4t werden mit zahlreichen Problemen, Hindernissen und Herausforderungen konfrontiert. Sei es in ihrer Heimatstadt oder auch nach einem Umzug, bei dem sie sich das erste Mal f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit von ihrem Elternhaus verabschieden. Sie bereiten sich darauf vor, die anstehende Arbeitsbelastung zu bew\u00e4ltigen, ihre Zeit zu organisieren und eine Wohnung zu finden. Obwohl diese Aufgaben unbestritten der studentischen Realit\u00e4t angeh\u00f6ren, darf nicht \u00fcbersehen werden, dass sie nur die Spitze des Eisbergs sein k\u00f6nnen.<br>Paradoxerweise setzen sich muslimische Studenten w\u00e4hrend ihrer ersten Studienwoche nicht zu allererst mit der Organisation ihres neuen Lebensabschnitts und der Bew\u00e4ltigung des angehenden Lehrplans auseinander. Muslimische Studenten werden n\u00e4mlich sehr wahrscheinlich zu einer Party eingeladen, auf die der akademische Nachwuchs willkommen gehei\u00ad\u00dfen werden soll. Nicht selten schlie\u00dft sich eine Kneipentour an, f\u00fcr die dann mit billigem Bier und sonstigen Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr die k\u00fcnftige Klientel geworben wird.<br>Zur\u00fcck bleibt der muslimische Student mit einem echten Dilemma: Sollten wir mit dem Strom schwimmen und unsere Identit\u00e4t kompromittieren oder an unseren Prinzipien festhalten und damit das Risiko eingehen, als anti-soziale Pers\u00f6nlichkeiten gebrandmarkt zu werden?<br>Wie also gehen Muslime mit diesem Dilemma um? Einige werden vorbehaltlos alles akzeptieren, was die Kufr-Gesellschaft ihnen anbietet und den Islam vollends vergessen. Sie w\u00fcrden das ganze Jahr \u00fcber nicht ein Gebet verrichten und wenn Nichtmuslime den Islam angreifen, w\u00fcrden sie wom\u00f6glich sogar zustimmen. Vermutlich geht aber die Mehrheit dazu \u00fcber, einen Mittelweg einzuschlagen. Sie w\u00fcrde die fragw\u00fcrdigen Annehmlichkeiten des studentischen Partylebens genie\u00dfen, sich aber dennoch freitags zum Gebet einfinden, w\u00fcrde sich dem Alkohol- und Drogenkonsum hingeben, aber niemals ein Schinkensandwich anr\u00fchren. Im Laufe der Zeit w\u00fcrde einer nach dem anderen den Islam vergessen und den neu erworbenen Lebensstil als Normalzustand ansehen.<br>Das Eingehen von Kompromissen ist einer der wesentlichen Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entstehung einer Identit\u00e4tskrise bei muslimischen Studenten. Der Kompromiss f\u00fchrt n\u00e4mlich zwangsl\u00e4ufig dazu, dass der Muslim auf einige Bestandteile seiner Lebensweise verzichtet. Das betrifft insbesondere jene Aspekte des Lebens, die nicht mehr so recht mit der neuerlich angeeigneten Lebensf\u00fchrung in Einklang gebracht werden k\u00f6nnen. Letztendlich mutiert die islamische Lebensweise zu etwas Fremdartigem, dem man vielleicht noch an Freitagen oder in der Ferienzeit zu Hause nachgeht.<br>Manch einer kann nichts Verwerfliches an einer Lebensweise finden, die die Menschen dazu aufruft, dem maximalen Genuss nachzueifern. Schlie\u00dflich lebt man ja nur ein (Studenten-)Leben, nach dessen Abschluss man sich ja wieder auf seinen Islam besinnen kann. Andere wiederum opfern sich vollends f\u00fcr ihr Studium auf und lassen au\u00dfer einem islamischen Gru\u00df, den sie hin und wieder f\u00fcr einen muslimischen Mitstudenten \u00fcbrig haben, keinen Raum mehr f\u00fcr ein islamisches Leben.<br>Als Folge derartiger Verstrickungen k\u00f6nnen einem jungen Muslim seine Gef\u00fchle f\u00fcr den Islam abhandenkommen und er w\u00fcrde soweit abstumpfen, dass er nicht ein Mal mehr erkennen kann, welche Probleme die Muslime um ihn herum plagen. Ausreden daf\u00fcr sind rasch zur Hand, denn genau genommen gingen ihn die Sorgen anderer Menschen ja nichts an und waren diese und jene Probleme nicht eigentlich nur auf eine Gruppe von Muslimen beschr\u00e4nkt, die dieser und jener Nationalit\u00e4t angeh\u00f6ren? \u201eWarum sollte ich mich darum k\u00fcmmern?&#8220;, fragen sich dann viele.<br>Als Muslime befinden wir uns in st\u00e4ndiger Gefahr in die Fallen der hiesigen Gesellschaft zu tappen, unsere ureigensten \u00dcberzeugungen aufzugeben und unseren Islam h\u00f6chstens auf rein spirituelle Aspekte zu reduzieren. Also sollten wir uns selbst hinterfragen und uns versichern, dass wir unser Leben tats\u00e4chlich begriffen haben. Allerdings wurde den meisten Muslimen nie beigebracht, die fundamentalsten Fragen \u00fcber ihr Leben zu stellen: Weswegen bin ich Muslim? Welchen Sinn hat mein Leben? Erwartet mich etwas nach dem Tod?<br>Obwohl diese Fragen von essentieller Wichtigkeit sind, verdr\u00e4ngen und ignorieren wir sie oftmals, so dass sie k\u00fcnftig h\u00f6chstens verschwommen und unausgegoren in unseren K\u00f6pfen zur\u00fcckbleiben. Ein Mal mit derlei Fragen konfrontiert, w\u00fcrde man manch einen sprachlos zur\u00fccklassen. Andere w\u00fcrden kurzerhand auf ihre Eltern verweisen, die ja auch schon Muslime gewesen seien. Konfrontiere man denselben mit einer Frage nach der Auswahl seines Bankkontos, erhielte man wahrscheinlich eine durchdachtere Antwort. Beim N\u00e4chsten w\u00fcrden wir auf die Frage, weswegen er den Muslim sei, vernehmen: &#8222;Weil Islam die Wahrheit ist&#8220;. Sp\u00e4testens beim Nachhaken, wie den die Wahrheit des Islam bewiesen werden k\u00f6nne, erhielte man wohl auch wieder nur eine eher vage Auskunft.<br>Muslime sollten sich also vergewissern, dass ihr Islam die absolute Wahrheit ist. Islam ist kein Glaube, der mit Religionen verglichen werden kann und auf Neigungen oder gef\u00fchlsbezogenen Aussagen gr\u00fcndet, wie etwa: &#8222;Ich f\u00fchle Jesus in meinem Herzen, deswegen bin ich Christ&#8220; oder &#8222;Der Mensch sollte frei sein zu handeln wie er es begehre, denn er ist von Natur aus gut.&#8220; Vielmehr wissen Muslime um die sichere Existenz von Allah (swt) und dass der Qur&#8217;an seine Botschaft ist. Der Beweis f\u00fcr die Existenz Allahs (swt) liegt in all jenem begr\u00fcndet, das uns umgibt und uns zur unumst\u00f6\u00dflichen Erkenntnis f\u00fchrt, dass alles im Universum zwingend auf einen intelligenten Sch\u00f6pfer zur\u00fcckgef\u00fchrt werden muss und nicht, wie uns wei\u00df gemacht werden soll, alles schlichtweg aus dem Nichts hervorgebracht worden ist.<br>Allah (swt) betont das in zahlreichen Versen im Qur&#8217;an. So sagt Er:<br><strong>&#8222;In der Sch\u00f6pfung der Himmel und der Erde und in dem Unterschied von Nacht und Tag liegen wahrlich Zeichen f\u00fcr diejenigen, die Verstand besitzen.&#8220;<\/strong> (Al-i-Imran, 190)<br>Wir sollten uns das Wissen um unsere \u00dcberzeugung und Identit\u00e4t zu eigen machen, so dass jeder Zweifel ausgeschlossen werden kann und leicht jene fehlerbehafteten Argumente zur\u00fcckgewiesen werden k\u00f6nnen, mit denen uns unser Umfeld zu irritieren versucht.<br>Diejenigen Muslime, die die \u00dcberzeugung \u00fcber Allah (swt) teilen und erkennen, dass der Qur&#8217;an Seine Rechtleitung beinhaltet, k\u00f6nnen ihr Leben nach Ma\u00dfgabe des Islam ausrichten und die tr\u00fcgerische Vorstellung von Freiheit sowie das bedingungslose Streben nach maximalem k\u00f6rperlichen Genuss abweisen, die eine Gesellschaft hervorbringen, in der Vergewaltigungen, sexuelle Bel\u00e4stigungen und Stalking auf dem Campus zum Alltag geh\u00f6ren.<br>Die selektive Anwendung des Islam in unserem Leben kommt der Verbrennung von Qur&#8217;an-Seiten gleich. Wir sollten uns vergegenw\u00e4rtigen, dass wir durch die Beschr\u00e4nkung des Islam auf die Moschee oder auf die Etikettierung \u201ehalal-food&#8220; unsere Chancen sowohl im Leben als auch im Jenseits leichtfertig verspielen. Wir sind ausnahmslos f\u00fcr alle unsere Taten verantwortlich. Allah (swt) wird uns auf dieser Grundlage zur Rechenschaft ziehen, schlie\u00dflich die Standhaften mit den unverg\u00e4nglichen Freuden des Paradieses belohnen und jene, die seine Missgunst provoziert haben, in Ewigkeit mit den Qualen der H\u00f6lle peinigen.<br><strong>&#8222;Glaubt ihr denn an einen Teil der Schrift und verleugnet den anderen? Wer von euch aber solches tut, dessen Lohn ist nur Schande im diesseitigen Leben. Und am Tag der Auferstehung werden sie der schwersten Strafe zugef\u00fchrt werden. Und Allah ist nicht unachtsam dessen, was ihr tut.&#8220;<\/strong> (al-Baqara, 85)<br>Allah (swt) warnt uns davor, an verdorbenen und erb\u00e4rmlichen Zusammenk\u00fcnften, wie sie in Nachtclubs oder auf Partys stattfinden, teilzunehmen. Denn sie sind bestimmt durch Freund-Freundinnen-Beziehungen und vorehelichem Geschlechtsverkehr. Der Gesandte Allahs (sas) ermutigte uns dazu, unsere Gel\u00fcste und unsere Worte zu beherrschen.<br>Sahl ibn Sa&#8217;d (ra) berichtete, dass der Gesandte Allahs (sas) sagte:<br><strong>&#8222;Derjenige, der das zur\u00fcckh\u00e4lt, was zwischen seinen zwei Kiefern und zwischen seinen zwei Beinen ist, dem sichere ich das Paradies zu.&#8220;<\/strong><br>Sobald wir durch Rauschmittel wie Alkohol oder Drogen, seien es gro\u00dfe oder kleine Mengen, in Versuchung geraten, sollten wir die Worte des Gesandten Allahs (sas) beherzigen, der sagte:<br><strong>&#8222;Jedes Rauschmittel ist untersagt, von all jenem, das in gro\u00dfen Mengen berauscht, sind selbst geringe Mengen untersagt.&#8220;<\/strong><br>Derartige Hinweise zielen nicht darauf ab, Muslime anzugreifen, die nicht dem Islam folgen, sondern sind n\u00fctzliche Ratschl\u00e4ge, die ein Denken hervorbringen sollen, das uns in die Lage versetzt, der Wahrheit zu folgen.<br>Der Gesandte Allahs (sas) sagte:<br><strong>&#8222;Jeder einzelne von euch ist der Spiegel seines Bruders, wenn er also einen Fehler an ihm erkennt, so sollte er f\u00fcr ihn (den Fehler) beseitigen.&#8220;<\/strong><br>Derweilen zerbrechen sich zahlreiche kluge Menschen an den Hochschulen Stunde um Stunde den Kopf \u00fcber ihre F\u00e4cher, ihre Karriere und ihr soziales Umfeld und trachten wie Sklaven nach der Anerkennung ihrer Mitmenschen. Es w\u00e4re scheinheilig, nicht \u00fcber unsere \u00dcberzeugungen nachzudenken und \u00fcber die Art und Weise, wie wir unser Leben momentan f\u00fchren und in Zukunft f\u00fchren sollten. Eine absolute Konstante in unserem Leben ist der Tod. Es w\u00e4re also unvern\u00fcnftig als Mensch, das Unvermeidbare zu ignorieren und vor seiner Realit\u00e4t zu fliehen, so wie es die meisten Nichtmuslime zu tun pflegen.<br>Sofern der eine oder andere noch nicht begonnen hat sich ernsthaft mit dem Islam auseinanderzusetzen, so ist dieser Zeitpunkt so gut wie jeder andere dazu geeignet. Jene, die den Islam praktizieren, sollten sich nicht der Bequemlichkeit ergeben und das \u00c4u\u00dferste unternehmen, um ihre islamische Pers\u00f6nlichkeit weiterzuentwickeln und die Muslime in ihrem Umfeld zu f\u00fchren.<br>W\u00e4hrend der Studienzeit ist es enorm wichtig, eine islamische Atmosph\u00e4re unter muslimischen Studierenden zu etablieren. Dazu geh\u00f6rt auch, dass man sich um Aktivit\u00e4ten wie Seminare, Debatten und Gespr\u00e4chskreise bem\u00fcht. Eine solche Atmosph\u00e4re wird uns dabei behilflich sein, stark zu bleiben inmitten all jener Wirren, die der Unglaube an einer Universit\u00e4t hervorbringen kann.<br>Allah (swt) sagt:<br><strong>&#8222;Sag: Nicht gleich sind das Schlechte und das Gute, auch wenn die Menge des Schlechten dir gefallen sollte. Darum f\u00fcrchtet Allah, o die ihr Verstand besitzt, auf das es euch wohl ergehen m\u00f6ge.&#8220;<\/strong> (al-Ma&#8217;ida, 100)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muslime an der Universit\u00e4t werden mit zahlreichen Problemen, Hindernissen und Herausforderungen konfrontiert. 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