{"id":9738,"date":"2013-09-27T00:00:00","date_gmt":"2013-09-27T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9738"},"modified":"2013-09-27T00:00:00","modified_gmt":"2013-09-27T00:00:00","slug":"wer-hat-schuld-wenn-die-menschen-verderben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9738","title":{"rendered":"Wer hat Schuld, wenn die Menschen verderben?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWenn man zu ihnen sagt: &#8222;Richtet nicht Unheil auf der Erde an!&#8220;, sagen sie: &#8222;Wir sorgen ja f\u00fcr Ordnung. Dabei sind doch eben sie diejenigen, die Unheil anrichten. Aber sie merken es nicht.&#8220; (Sura 2, Ayat 11-12)<br>Kriminalit\u00e4t, das Brechen der Gesetzlichkeit, ist allgegenw\u00e4rtig. Das Rechtswesen ist essentieller Bestandteil einer jeden Gesellschaft und ihre Aufrechterhaltung ist Pflicht eines jeden Einzelnen. Wer mit ihr in Konflikt kommt, ist ein Widersacher und unterliegt Vergeltungsma\u00dfnahmen, bis die Rechtsordnung wiederhergestellt wird.<br>Ob eine Handlung selbst- oder fremdbestimmt ausgef\u00fchrt wird und inwieweit eine subjektive Zurechnung vorhanden ist, macht den Pr\u00fcfungsgegenstand bez\u00fcglich der Schuldfrage aus. Die Bestrafung desjenigen, der selbstbestimmt bzw. absolut zurechnungsf\u00e4hig handelt, ist legitim. Was ist jedoch im Falle von T\u00e4tern, die vom Einfluss und dem Willen anderer abh\u00e4ngig sind (sogenannte Heteronomie)? Inwiefern kann Heteronomie in einer vermeintlich freiheitlichen (autonomen) Gesellschaft vorhanden sein? Woher kommt diese Heteronomie und wie kann man sie pr\u00e4ventiv einschr\u00e4nken?<br>Bereits Aristoteles erkannte, dass der Mensch als \u201ezoon politikon&#8220; ein soziales und politisches Wesen ist, welches anderer Menschen bedarf und nur in der Gesellschaft seine Erf\u00fcllung findet. Schon von klein auf bewegt sich der Mensch in Gruppen und gesellt sich in der Regel zu \u201eseinesgleichen&#8220;. Diese Gruppierungen sind meist Interessenverb\u00e4nde, was voraussetzt, dass ein identisches Gedankengut bei den Individuen vorhanden sein muss. Das Tragen einer determinierten Geisteshaltung bestimmt demnach die Zugeh\u00f6rigkeit zu den jeweiligen Vereinigungen. Dementsprechend muss sich der Einzelne diversen Ordnungen beugen und Kompromisse eingehen, die seinen pers\u00f6nlichen Interessen unter Umst\u00e4nden zuwiderlaufen &#8211; zum Wohle des Kollektivs. Dass das Individuum sich also von seiner Umgebung lenken l\u00e4sst oder zumindest in seiner Handlungs- und Denkweise beeinflusst wird, ist eine erwiesene sozialpsychologische Erkenntnis und spiegelt vor allem den Einfluss des \u201e\u00dcber-Ichs&#8220; wider (gem\u00e4\u00df Sigmund Freuds Modell des psychischen Apparats). Nach Sigmund Freud werden drei Instanzen der kognitiven\/intellektuellen Willensbildung unterschieden:<br>\u2022 das <strong>Es<\/strong>, welche die nat\u00fcrliche Triebinstanz darstellt<br>\u2022 das <strong>Ich<\/strong>, das durch den kritischen Verstand geleitet wird<br>\u2022 das <strong>\u00dcber-Ich<\/strong>, welches durch Wert- und Normvorstellungen Gebote und Verbote unterscheidet<br>Das \u201e\u00dcber-ich&#8220; entsteht nach Freud aus den verinnerlichten Wertvorstellungen des kulturellen Umfeldes des Individuums. Es \u00fcbernimmt demnach die Ideen als seine eigenen und denkt auf Grundlage eben dieser. Der Mensch identifiziert sich mit einer bestimmten Gesellschaft und gleicht sein Denkfundament dieser an (Introjektion).<br>Aus der Betrachtung der Realit\u00e4t geht ein weiterer Aspekt hervor, der bei der Pers\u00f6nlichkeitsbildung zu beachten ist: die Verhaltensweise. Die Verhaltensweise des Menschen ist unabdingbar mit seinen Konzeptionen verbunden. Seine Verhaltensweise wird durch seine Handlungen verk\u00f6rpert, welche wiederum durch seine Neigungen motiviert sind. Somit bedarf der Mensch einer Lebensordnung, die die Befriedigung seiner Bed\u00fcrfnisse ausnahmslos regelt. Er braucht Richtlinien und einen Ma\u00dfstab, um seine Erhabenheit und W\u00fcrde als Mensch unter Beweis zu stellen, statt auf das Niveau von Tieren herab zu sinken.<br>Folglich m\u00fcssten die Konzeptionen, die der Mensch sich aneignet, mit seiner Verhaltensweise identisch sein\/\u00fcbereinstimmen.<br>Genau gesehen ist die Bestimmung der gesellschaftlichen Wertvorstellungen mitverantwortlich f\u00fcr die Handlungen des Individuums. Das hei\u00dft, dass das herrschende System und die Ideen, die von der Gesellschaft als \u00fcbergreifende Gruppe getragen werden, jeden B\u00fcrger in seinen Handlungen und seiner Denkweise zumindest beeinflussen. Wenn demnach festgelegt ist, dass beispielsweise Diebstahl als strafrechtlicher Tatbestand geahndet wird, wird diese Tatsache das Individuum insoweit beeinflussen, dass es diese Handlung im Idealfall unterl\u00e4sst oder vielmehr sogar verabscheut und selber gedanklich verurteilt. Dies demonstriert das Wirken des \u201e\u00dcber-Ichs&#8220; auf den Menschen.<br>Ist somit das Wertesystem der Gesellschaft ein fehlerhaftes, so ist es durchaus realistisch anzunehmen, dass auch der Gro\u00dfteil der Menschen in dieser Gesellschaft von dieser Falschheit beeinflusst wird. Problematisch ist insbesondere in einer \u201efreiheitlichen&#8220; Gesellschaft, dass grundlegende Werte nicht eindeutig definiert werden k\u00f6nnen und ihre Auslebung demnach mit sich bringt, dass bestimmte andere Normen beschnitten werden. Folglich ist es in diesem Rahmen relativ einfach, die Grenze zur Kriminalit\u00e4t zu \u00fcberschreiten.<br>In der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung vom 4.Juli 1776, im Wesentlichen verfasst von Thomas Jefferson aus Virginia, sind die Menschenrechte, zusammen mit dem aus ihnen abgeleiteten Prinzip der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, in einem einzigen, aber inhaltsschweren Satz zusammengefasst: \u201eFolgende Wahrheiten erachten wir als selbstverst\u00e4ndlich: dass alle Menschen gleich geschaffen sind \u2013 dass sie von ihrem Sch\u00f6pfer mit gewissen unver\u00e4u\u00dferlichen Rechten ausgestattet sind &#8211; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Gl\u00fcck (life, liberty and the pursuit of happiness) geh\u00f6ren.&#8220;<br>Gem\u00e4\u00df Artikel 20 der Bundesdeutschen Verfassung basiert die demokratische Gesellschaft auf dem Konzept der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t &#8211; somit obliegt dem Volk die Gesetzgebung. Es handelt sich um eine individualistische Gesellschaftsform, was bedeutet, dass die Gesellschaft dem Individuum dient und nicht umgekehrt. Folglich proklamiert sie die allgemeinen Freiheiten, die f\u00fcr jedes Individuum uneingeschr\u00e4nkt gew\u00e4hrleistet sein m\u00fcssen:<br>\u2022 Glaubensfreiheit<br>\u2022 Eigentumsfreiheit<br>\u2022 Meinungsfreiheit<br>\u2022 Pers\u00f6nliche Freiheit<br>Die westlich-kapitalistische Wertegemeinschaft r\u00fchmt sich vor allem mit der Hoheitsstellung, die der pers\u00f6nlichen Freiheit in allen Lebensbereichen einger\u00e4umt wird. Die Normen und moralischen Werte werden durch sie definiert und in der gesetzgebenden und rechtsprechenden Gewalt des Staates geachtet. Ihr Bestand ist Ma\u00dfstab f\u00fcr Gerechtigkeit und ihre Missachtung ist zu verurteilen.<br>Wenn man den Begriff der pers\u00f6nlichen Freiheit jedoch eingehender betrachtet, wird deutlich, dass dieses Fundament des westlichen Wertesystems nicht einmal im privaten Bereich eindeutig abgegrenzt werden kann. Linguistisch bedeutet Freiheit ein \u201eZustand, in dem jemand von bestimmten pers\u00f6nlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen frei ist und sich in seinen Entscheidungen o. \u00c4. nicht (mehr) eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlt&#8220; (DUDEN). Der Freiheitsbegriff ist gleichzusetzen mit Ungebundenheit und Selbstbestimmung. In Artikel 2 Absatz 1 GG hei\u00dft es:<br>\u201eJeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Pers\u00f6nlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsm\u00e4\u00dfige Ordnung oder das Sittengesetz verst\u00f6\u00dft.&#8220;<br>Hier wird der pers\u00f6nlichen Freiheit eine potentielle Grenze auferlegt. Die Freiheit des Individuums ist nur so lange gew\u00e4hrleistet, solange sie die Rechtsg\u00fcter der anderen achtet. Darin liegt jedoch ein Widerspruch in sich; denn auch das w\u00e4re eine gesellschaftliche wie auch pers\u00f6nliche Einschr\u00e4nkung der Entfaltungsfreiheit. Demnach liegt eine Einschr\u00e4nkung vor und die Freiheit wird zu einem Paradoxon, einem utopischen Wert, der nicht einmal im hoch gepriesenen und vermeintlich wohl organisierten Rahmen einer Sozialstruktur wie der des Westens gew\u00e4hrleistet werden kann. Das demonstriert, dass diese Werte einzig durch die Idee des Relativismus (Freiheit ist demnach nicht absolut zu verstehen) umgesetzt werden k\u00f6nnen; die jedoch auch eine \u00fcberaus widerspr\u00fcchliche und unbest\u00e4ndige Theorie ist.<br>Abgesehen von der Unm\u00f6glichkeit der praktischen Umsetzung dieser Theorien verleitet diese Unklarheit in der Definition von Freiheit &#8211; die aus der nebul\u00f6sen Definition des Freiheitsbegriffs resultiert &#8211; das Individuum dazu, stetig seine Grenzen zu erweitern. So war beispielsweise vor einigen Jahrzehnten Homosexualit\u00e4t noch eine unbestrittene sittliche Schranke und ist inzwischen zur Normalit\u00e4t geworden.<br>Dieses fundamentale Defizit zeugt von Unvollkommenheit, die jede Gesetzgebung von Menschenhand mit sich bringt. Dem Menschen fehlt es an einem klaren Rahmen und nicht zuletzt an einem Handlungsma\u00dfstab. Er wird mit seiner Vollj\u00e4hrigkeit in die Wildnis der Hemmungslosigkeit entlassen, die er nicht zu bew\u00e4ltigen vermag. Schon in der Schule wird den Sch\u00fclern die Idee des Freigeistes vermittelt, die ihnen dabei helfen soll, ihre Gedanken und Begierden frei zu entfalten. Nebenher werden erfundene Pseudo-Werte wie die sogenannte \u201eZivilcourage&#8220; vermittelt, die das Verhalten des Menschen mit Verantwortungsbewusstsein verfeinern soll. Jedoch gelten diese Werte nur unter dem Deckmantel des \u201eheiligen Profits&#8220; und heben sich demnach selber auf, sobald dieser gef\u00e4hrdet wird.<br><strong>Der Islam als klar definierte Lebensordnung<\/strong><br>Anders als von westlichen Medien propagiert, fundiert das islamische Recht auf ein stabiles Wertesystems. Es ist kein reines Strafrecht, sondern umfasst Regelungen f\u00fcr alle denkbaren Lebensbereiche und bietet dem Menschen so einen eindeutigen Handlungsma\u00dfstab.<br>Das islamische Recht basiert auf einem unvergleichlichen Wertesystem, das aus drei Elementen besteht.<br>In erster Linie sind feststehende Werte ein tragender Bestandteil. Sie sind vor allem pr\u00e4ventiver Garant zur Einhaltung der Gesetze. Sie umfassen<br>\u2022 die Gottesfurcht (getragen vom Bewusstsein \u00fcber die Allwissenheit des Sch\u00f6pfers)<br>\u2022 die Moral (z.B. Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich erteilter Treuhand)<br>\u2022 kollektive Verantwortung (die Pflicht, Unrecht in der Gesellschaft zu beseitigen)<br>Das zweite Element ist das islamische Regelwerk. Anders als im Westen, wo die Gesetze bzw. Gesetzesl\u00fccken teilweise sogar kriminalit\u00e4tsf\u00f6rdernd wirken, beinhaltet das islamische Recht detaillierte Regelungen f\u00fcr alle Lebensbereiche des Menschen. Der Mensch kann seine Instinkte ordnungsgem\u00e4\u00df befriedigen, ohne jegliche Leugnung seiner Natur, wodurch das Verlangen nach Kriminalit\u00e4t in der Regel erst gar nicht entsteht. Zum Beispiel gibt es f\u00fcr beide Geschlechter eine Kleiderordnung und das Gebot der Geschlechtertrennung im privaten und \u00f6ffentlichen Leben, sodass der au\u00dfereheliche Geschlechtsverkehr systematisch und bereits im Fr\u00fchstadium bek\u00e4mpft wird. Auch ohne zu bestrafen sorgen die islamischen Regelungen bzw. das Gesellschaftssystem daf\u00fcr, dass Straftaten in der Regel nicht begangen werden. Sie helfen dem B\u00fcrger im islamischen Staat tats\u00e4chlich dabei, keine Straftaten zu begehen, weil die Regelungen harmonisch aufeinander abgestimmt sind.<br>Letztlich verf\u00fcgt die Scharia auch \u00fcber ein Strafrecht. Dieser beinhaltet harte und abschreckende Strafen. Jedoch bedarf jedes Urteil einer hohen Beweiskraft und eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen Verfahrens, wodurch letztlich die Gerechtigkeit denen zuteil wird, die sie verdienen.<br>Angesichts der angef\u00fchrten Denkans\u00e4tze l\u00e4sst sich zusammenfassend behaupten, dass das Wohlergehen des Menschen, der grunds\u00e4tzlich \u2013 und das ist nicht von der Hand zu weisen &#8211; als schwaches Wesen erschaffen wurde, von genauen und detaillierten Richtlinien abh\u00e4ngig ist. Er ben\u00f6tigt eine Rechtleitung, die seinen beschr\u00e4nkten Verstand f\u00fchrt. Das \u00dcberbewerten der Vernunft des Menschen und die Leugnung seiner Begrenztheit ist eine fatale Fehleinsch\u00e4tzung, die den Menschen ins Verderben st\u00fcrzt. Denn damit beansprucht der Mensch, seine Angelegenheiten selber verwalten zu k\u00f6nnen, was seiner Natur widerspricht.<br>Rational betrachtet ist es einzig das islamische Gedankengut, das dem Menschen die Ordnung geben kann, die er braucht. Die islamische \u00dcberzeugung und Lebensordnung nimmt sich seiner an und gew\u00e4hrleistet ihm ein menschenw\u00fcrdiges Leben. Allah (t) alleine ist es, der durch seine unendliche Weisheit einen gesellschaftlichen Rahmen bestimmen kann, welcher der Natur des Menschen entspricht.<br>Die Verbannung des Islam aus dem \u00f6ffentlichen Leben ist demnach der Grund f\u00fcr die Dekadenz der Menschheit, den Verfall grundlegender Werte und den Niedergang der Gesellschaften. Somit sollte die R\u00fcckkehr des islamischen Staates, als einzige M\u00f6glichkeit zur Wiederherstellung der menschlichen W\u00fcrde, Ziel eines jeden tiefgr\u00fcndig und erleuchtend denkenden Menschen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn man zu ihnen sagt: &#8222;Richtet nicht Unheil auf der Erde an!&#8220;, sagen sie: &#8222;Wir sorgen ja f\u00fcr Ordnung. Dabei sind doch eben sie diejenigen, die Unheil anrichten. 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