{"id":9745,"date":"2013-05-16T00:00:00","date_gmt":"2013-05-16T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9745"},"modified":"2013-05-16T00:00:00","modified_gmt":"2013-05-16T00:00:00","slug":"616-gramm-pure-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9745","title":{"rendered":"616 Gramm pure Angst"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tannenbusch, 15.03.2013 &#8211; Ein Spezialkommando des Landeskriminalamts durchsucht die Wohnung eines zuvor verhafteten und verschleppten Muslims&#8230; \u00e4h Salafisten. Hintergrund: Einen Tag zuvor ergingen Haftbefehle wegen Planung schwer staatsgef\u00e4hrdender Straftaten gegen \u201evier radikalislamische M\u00e4nner im Alter zwischen 23 und 43 Jahren.&#8220; (Spiegel Online, 15.03.2013) Sie sollen Anschl\u00e4ge auf den Vorsitzenden der antiislamischen Hetzgenossenschaft Pro-NRW, Markus Beisicht, und andere Mitglieder geplant haben. Das einfache Problem der Staatsanwaltschaft hier allerdings: F\u00fcr eine Verurteilung existieren keine Beweise. Doch wie allgemeinhin bekannt ist, kann das Fehlen von Evidenz durch den \u00f6ffentlichen Druck und Mainstream-Journalismus kompensiert werden.<br>So fragt beispielsweise Die Welt (F. Flade, 15.03.2013) daraufhin sofort \u201eWohin wollten G. und B. mitten in der Nacht?&#8220; und deutet damit an, dass in der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr praktizierende Muslime eine Art Ausgangssperre gilt, deren Missachtung sogleich die Staatsanwaltschaft auf den Plan ruft. \u201eZwar sei das in Leverkusen verhaftete Salafisten-Duo nicht bewaffnet gewesen, hei\u00dft es vonseiten der zust\u00e4ndigen Staatsanwaltschaft in Dortmund, dennoch beabsichtigte die Gruppe offenbar, gemeinschaftlich einen Mord zu ver\u00fcben.&#8220; (Die Welt) Die Formulierung in diesem Artikel beweist, dass die Anschuldigungen jeder Beweislast entbehren und nur den Zweck verfolgen, Angst und Schrecken zu sch\u00fcren.<br>Selbstverst\u00e4ndlich werden diese Vorverurteilungen allerdings mit realen Fakten gest\u00fctzt: So finden sich in besagter Wohnung n\u00e4mlich passenderweise 616 Gramm reines Ammoniumnitrat, sodass die Medienschlagzeilen feststehen: \u201eExplosive Chemikalie: Salafisten besa\u00dfen Ammoniumnitrat&#8220; (Spiegel Online), \u201eIslamistischer Terror: Polizei findet Sprengstoff in Salafisten-Wohnung&#8220; (Zeit Online) oder \u201eScharfer Sprengstoff in Salafisten-Wohnung&#8220; (Bild). Diese Berichte reichen gewiss, um das F\u00fcrchten vor den \u201egrausamen Islamisten&#8220; zu lehren. Es folgte zwangsl\u00e4ufig ein gro\u00dfes Echo: Talkshows, Politreden, Printartikel, Forumsbeitr\u00e4ge und der Mittagstisch in bundesdeutschen B\u00fcros fordern erneut eine h\u00e4rtere Gangart mit \u201eHasspredigern&#8220; und \u201eIslamisten&#8220;. Die Schuldfrage der Angeklagten bleibt dabei v\u00f6llig auf der Strecke. Selbst nach einem m\u00f6glichen Freispruch bleiben so Reputation und Ansehen derjenigen nachhaltig gesch\u00e4digt.<br>Ein genauer Blick auf die Schlagzeilen und eine Bestandsaufnahme der Ereignisse werfen hier allerdings einige Fragen auf. Der aufgefundene Stoff ist sogenanntes Ammoniumnitrat. Bereits der Laie erkennt nach kurzer Recherche, dass dieses prim\u00e4r nicht t\u00f6dlicher \u201eSalafistensprengstoff&#8220; ist, sondern gew\u00f6hnlicher Kunstd\u00fcnger, dessen Besitz keineswegs straf- oder sanktionierbar ist. Um Sprengstoff daraus herzustellen, w\u00e4ren weitere Komponenten (Prim\u00e4rsprengstoff) notwendig, die allerdings in der durchsuchten Wohnung nicht sichergestellt werden konnten. Ebenso war ein notwendiger Z\u00fcndmechanismus nicht aufzufinden. Doch auch in diesem Fall w\u00fcrde die Menge von 616 Gramm gerade einmal f\u00fcr das Feuerwerk eines mexikanischen Kindergeburtstags ausreichen, sodass das hochkompetente Landeskriminalamt-Team durchaus auch folgenlos mit einem Bulldozer \u00fcber den \u201eSprengstoff&#8220; h\u00e4tte hinwegfahren k\u00f6nnen. Zu allem \u00dcberfluss wurde in selbiger Wohnung am Folgetag eine \u201esprengstoff\u00e4hnliche Substanz&#8220; gefunden, welche \u201eam fr\u00fchen Abend von Entsch\u00e4rfungsexperten aus dem Fenster in den Garten des Wohnhauses bef\u00f6rdert [wurde], um sie in einem abgesicherten Bereich zu sprengen.&#8220; (Hannover Zeitung) Auch ohne sonderliches Vorwissen in der Sprengpraxis sollte schnell klar werden, dass es f\u00fcr ein angeblich ausgebildetes Sprengstoffkommando fragw\u00fcrdig ist, nicht identifizierbare Substanzen, die unter dem Verdacht stehen, hochexplosiv zu sein, zun\u00e4chst einmal in den heimischen Vorgarten zu werfen. Im Falle wirklich ernster privat herstellbarer Sprengstoffe wie beispielsweise Acetonperoxid h\u00e4tte dies bereits eine vernichtende Explosion ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Dementsprechend verbleiben nur zwei m\u00f6gliche Schl\u00fcsse: Entweder war das Sprengkommando von absoluten Dilettanten durchsetzt oder es handelte sich um eine praktische PR-Aktion. Obwohl beide M\u00f6glichkeiten als naheliegend bezeichnet werden m\u00fcssen, ist die zweite relevanter, denn die angeblichen Sprengstofffunde befeuern sogleich allerhand Medienspekulationen. So titelte die BILD \u201eVier Festnahmen bei Salafisten-Razzia: Spur f\u00fchrt zu Bonner Bombenleger!&#8220;, der FOCUS \u201eExtremismus: Polizei pr\u00fcft Salafisten-Spur zur Bombe vom Bonner Hauptbahnhof&#8220; und die K\u00f6lnische Rundschau \u201eSprengstoff gefunden &#8211; Salafist m\u00f6glicherweise Bombenleger&#8220;. Dass dieser Schluss auf den angeblich versuchten Anschlag am Bonner Hauptbahnhof vor einigen Monaten ebenso wenig untermauert werden muss, demonstriert beispielsweise der Tagesspiegel, der brisante Tatsachen unter den Tisch fallen l\u00e4sst: \u201eEin Abgleich mit dem Video einer \u00dcberwachungskamera des Bonner Bahnhofs hat die Ermittler bislang aber nicht weitergebracht. Der auf dem Film zu sehende korpulente Mann mit Bart ist offenkundig nicht mit einem der Festgenommenen identisch.&#8220;<br>Diese Taktik der medialen und polizeilichen T\u00e4uschung ist keineswegs neu oder ein Einzelfall; sie stellt die g\u00e4ngige Praxis bei derartig verflochtenen Hetzkampagnen dar: Im Rahmen von Razzien werden unspektakul\u00e4re Haushaltsfunde als todesbedrohliche Chemieutensilien von Hobbysprengmeistern deklariert. Eben dies fand beispielsweise im Fall des Abu Malik (ehem. Deso Dogg) im Juni 2012 statt, bei welchem eine im Rahmen einer Razzia aufgefundene taschenreiche Jacke mal eben als gef\u00e4hrliche Sprengstoffweste identifiziert wurde (Focus Online: \u201eSprengstoff-Weste bei Islamisten-Rapper gefunden&#8220;). Ebenso durch einen V-Mann-inszenierten Fall zweier Terrorverd\u00e4chtiger aus Berlin im September 2011, bei denen \u201eChemikalien [&#8230;], die sich zum Bau einer Bombe eignen&#8220; (Spiegel Online) gefunden wurden. Dabei handelte es sich um im Internet bestellte K\u00fchlpacks und einfache Schwefel- und Salzs\u00e4ure. Von Sprengstoff kann hier keine Rede sein. Dieselbe Schlagzeile lie\u00dfe sich nach der Inspektion von nahezu jedem Haushalt publizieren, sind nun einmal zahlreiche Chemikalien f\u00fcr den Hauseinsatz, beispielsweise in Putzmitteln, potenzielle Sprengstoffe. Abseits dessen h\u00e4tten besagte K\u00fchlpacks angeblich als Quelle f\u00fcr Ammoniumnitrat dienen sollen. Diese Idee ist jedoch v\u00f6llig abwegig, l\u00e4sst es sich doch \u2013 problemlos \u2013 aus im Baumarkt erh\u00e4ltlichem Kunstd\u00fcnger extrahieren. Weshalb also den leicht nachvollziehbaren Umweg \u00fcber Internet-K\u00fchlpacks gehen? Dieses Man\u00f6ver der Berliner Polizei outet sich also bei genauerem Hinsehen ebenso als billige Medienfinte, so wie auch zahlreiche andere, die nach kurzer Recherche offenbar werden.<br>Dieses Verhalten zeigt einmal mehr, dass das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit nichts weiter als eine hohle Phrase zur Maskierung des deutschen Staates ist, f\u00fcr den jeder Wert, jedes Prinzip, jedes rechtliche Dogma aufl\u00f6sbar ist, wenn es ihm dient. Die Unschuldsvermutung ist eine zynische Farce; im Falle von Muslimen findet die Verurteilung vor der Festnahme statt. Die Medien nutzen dies, gleich den schmierigen Tentakeln eines staatlichen Oktopusses, saugen sich an den B\u00fcrgern Deutschlands fest und injizieren ihnen Angst vor den Feinden, die sie als solche empfinden sollen, um so eine furchtgetriebene, programmierte Masse zu schaffen, die dem deutschen Obrigkeitsclan so dient, wie er es m\u00f6chte.<br>Dies sollte selbst dem letzten, verblendeten Kollaborateur zeigen, welche Rolle ihr deutscher Schutzstaat spielt. Die Polizei ist eben nicht des Muslims Freund und Helfer, Richter sprechen sicherlich kein Recht und ARD-Talkrunden werden keine unvoreingenommenen B\u00fchnen f\u00fcr die islamische Da&#8217;wa sein. Demjenigen, der den Pfad der einen Ummah verl\u00e4sst und sich mit dem Staat oder einem seiner Sicherheitsorgane gegen sogenannte Extremisten verb\u00fcndet, sei gesagt, dass dieses Schicksal ihm ebenso wiederfahren kann. Die Islamhasser werden sich mit den Muslimen (so moderat sie auch sein m\u00f6gen) und dem Islam niemals zufrieden geben, noch werden sie uns gerecht behandeln. Wer davon noch nicht \u00fcberzeugt ist, dem sei empfohlen sich folgende Aya ins Ged\u00e4chtnis zu rufen:<br><strong>\u201eUnd sie werden nicht ablassen, gegen euch zu k\u00e4mpfen, bis sie euch von eurem Glauben abbringen, wenn sie dazu imstande sind.&#8220;<\/strong> (Sura 2, Aya 217)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Spezialkommando des Landeskriminalamts durchsucht die Wohnung eines zuvor verhafteten und verschleppten Muslims&#8230; \u00e4h Salafisten. 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