{"id":9746,"date":"2011-05-28T00:00:00","date_gmt":"2011-05-28T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9746"},"modified":"2011-05-28T00:00:00","modified_gmt":"2011-05-28T00:00:00","slug":"artgerechte-haltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9746","title":{"rendered":"Artgerechte Haltung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsinn, Skandal, Fehlentscheidung! Das Echo von Politik und Medien auf die skandal\u00f6se Bambi-Verleihung im November 2011 fiel nicht gerade zimperlich aus. Ein ganzes Rudel von Moralaposteln beteiligte sich an der Treibjagd und forderte, dass der einschl\u00e4gig bekannte \u201eSchwulen- und Frauenfeind&#8220; Bushido seinen unverdienten Integrationspreis zur\u00fcckgeben solle. Schlie\u00dflich bewege sich besagter Musiker in einer Parallelgesellschaft, welche durch mafi\u00f6se Strukturen und kriminelle Machenschaften gepr\u00e4gt sei. Inzwischen scheint die Spiegel TV Redaktion die Rolle des R\u00e4delsf\u00fchrers in der Debatte \u00fcbernommen zu haben und mimt folgerichtig den Sittenlehrer. In ihrem j\u00fcngsten Bericht vom 21.04.2013 f\u00fchrt sie den Zuschauer durch den Dunstkreis Berliner Ghettos und macht ihn mit skrupellosen Unterweltgr\u00f6\u00dfen bekannt. Hierbei handle es sich vor allem um arabischst\u00e4mmige Gro\u00dffamilien, welche haupts\u00e4chlich im Rotlichtmilieu ihr Unwesen treiben w\u00fcrden. Auch bewaffnete Raub\u00fcberf\u00e4lle und Schutzgelderpressung seien das Alltagsgesch\u00e4ft jener Familienclans. \u201eSie handeln mit Heroin und Kokain, kassieren in Bordellen oder sind im Schleusergesch\u00e4ft aktiv. Die Brutalit\u00e4t, mit der sie dabei vorgehen, haben sie zur Macht im Milieu werden lassen, Polizisten f\u00fcrchten sich vor ihnen. Der Staat schaut dem Treiben der Sippen meist tatenlos zu, die Politik ignoriert das Ph\u00e4nomen&#8220;, so das Magazin \u00fcber die schon fast \u00fcberm\u00e4chtig anmutende Bedrohung. Gerade unter diesen Umst\u00e4nden ist der Gedanke an einen Bambi im Scho\u00dfe des Berliner Mafiapaten offenbar mehr als die sensible Seele eines Spiegel TV Radakteurs ertragen kann. Schlie\u00dflich symbolisiere das unschuldige Rehkitz in diesem Fall die gelungene Integration eines Migranten in das westliche Wertesystem.<br>Diese Medienberichterstattung und die damit einhergehende Forderung nach der R\u00fcckgabe des Preises offenbaren einmal mehr den hinterh\u00e4ltigen Charakter der Integrationsdebatte. So wird ein Bild der westlichen Kultur gezeichnet, welches frei von Schuld und Tadel ist. Kriminalit\u00e4t hingegen sei ein eingeschleppter Erreger aus einem anderen Kulturkreis, der sich im Zuge der Migration in der Bundesrepublik Deutschland eingenistet h\u00e4tte und die eigene Existenz bedrohe. Wo noch vor kurzer Zeit Milch und Honig flossen, str\u00f6men inzwischen der Angstschwei\u00df unbescholtener Bundesb\u00fcrger und das Blut der Opfer ausl\u00e4ndischer Gewaltt\u00e4ter, so der Tenor der Apologeten westlicher Werte. Selbst vor Kindern und Jugendlichen mache die Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t kein Halt und so f\u00fchrte die verstorbene Jugendrichterin Kirsten Heisig den Anstieg von K\u00f6rperverletzungsdelikten an Berliner Schulen nicht lediglich auf soziale Ursachen zur\u00fcck. Viel mehr dr\u00e4ngte sich ihr der \u201eEindruck auf, dass sich die hiesige Gesellschaftsordnung und die Werteordnung der Zuwanderer immer st\u00e4rker auseinanderentwickeln&#8220;. \u00dcber diese Entwicklung gebe es zwar keine Statistiken, jedoch konnte die Berliner Jugendrichterin von unz\u00e4hligen Anekdoten berichten, welche allesamt davon handelten, dass aggressive Araber, T\u00fcrken oder Kurden ihre deutschen Mitmenschen nicht lediglich berauben und zusammenschlagen, sondern dar\u00fcber hinaus stets als \u201eSchweinefleischfresser&#8220; oder \u201eSchei\u00dfchrist[en]&#8220; beschimpfen w\u00fcrden. Bei besagten T\u00e4tern komme also \u201eganz offensichtlich auch eine gewisse Ver\u00e4chtlichkeit gegen\u00fcber der deutschen Werte- und Gesellschaftsordnung[&#8230;] zum Ausdruck&#8220; und so wird hinter einem gew\u00f6hnlichen Stra\u00dfenraub oder \u00e4hnlichem lediglich eine andere Ausdrucksform eines tobenden Kulturkampfes vermutet. Der Prototyp des Antideutschen wird inzwischen durch muslimische Einwanderer verk\u00f6rpert, welche laut den Ausf\u00fchrungen Heisigs Deutsche am liebsten \u201evergasen&#8220; w\u00fcrden.<br>Abgesehen von der generalisierenden Polemik zeugen diese Ausf\u00fchrungen von einer \u00e4u\u00dferst selektiven Sichtweise. Denn obwohl die Kriminalit\u00e4tsraten bei Migranten aus Russland und Vietnam verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch sind, werden sie mit den Muslimen nicht in einen Topf geworfen, gelten sie doch als bestens integriert und werden sogar von Islamhassern wie Henryk Broder immer wieder als leuchtendes Beispiel f\u00fcr gelungene Integration angef\u00fchrt. So bezeichnete er asiatische Einwanderer als \u201eunauff\u00e4llige Ausl\u00e4nder&#8220; und \u00fcbernahm damit die Logik seiner nationalsozialistischen Lehrmeister, welche zu Beginn der Pogrome zuerst die auff\u00e4lligen Juden ins Visier nahmen.<br>Noch niedertr\u00e4chtiger als das Messen mit zweierlei Ma\u00df ist allerdings die explizite Behauptung, dass sich besagte Muslime durch ihre kriminellen Aktivit\u00e4ten \u00fcber die deutsche Werte- und Gesellschaftsordnung hinwegsetzen w\u00fcrden. Denn die vorliegenden F\u00e4lle werden nicht lediglich aus der juristischen Perspektive betrachtet, viel mehr werden die Straftatbest\u00e4nde unter der Pr\u00e4misse einer ideologischen Diskrepanz erkl\u00e4rt. So verlaufen die Bruchlinien angeblich zwischen westlich-kapitalistischen und islamischen Werten. Die Motive der Kriminellen seien also auf die islamische Kultur zur\u00fcckzuf\u00fchren, w\u00e4hrend die westliche Gesellschaft nur Gutmenschen hervorbr\u00e4chte. Die L\u00f6sung bestehe selbstverst\u00e4ndlich darin, einen st\u00e4rkeren Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft herzustellen und so m\u00fcsse den Muslimen bereits im \u201eKindergarten und [in der] Schule verst\u00e4rkt und nachhaltig hiesiges Werte- und Verfassungssystem&#8220; vermittelt werden.<br>Die Metastasen der antiislamischen Aversion haben der Introspektive der westlichen Gesellschaft anscheinend den endg\u00fcltigen Todessto\u00df verpasst. Anstelle der vielgepriesenen Selbstreflexion steht nun die Reinkarnation eines erhobenen Zeigefingers, der sich nur eine Handbreit vom Heilsgru\u00df vergangener Tage unterscheidet. Es wird eine Realit\u00e4t konstruiert, in der die Germanen wieder einmal von einem b\u00f6sen Geist heimgesucht w\u00fcrden, der Besitz von ihrer Gesellschaft ergriffen h\u00e4tte und f\u00fcr alles \u00dcbel verantwortlich w\u00e4re. So sehr dieses Narrativ kapitalistischer Wanderprediger das eigene Gewissen auch beruhigen m\u00f6ge, entbehrt diese am\u00fcsante Geschichte jeder Grundlage. Denn eine genaue Bestandsaufnahme der beschriebenen Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t legt eine ersch\u00fctternde Wahrheit zu Tage, welche m\u00f6glicherweise verantwortlich f\u00fcr den Freitod der Jugendrichterin Kirsten Heisig war. Wom\u00f6glich musste sie sich eingestehen, dass Drogen- und Alkoholkonsum, Prostitution und Beschaffungskriminalit\u00e4t Kinder des westlichen Lifestyles sind. Gerade das hier beschriebene Milieu zeichnet sich durch die st\u00e4ndige Jagd nach Ruhm und Reichtum aus, wobei stets westlich gepr\u00e4gte Statussymbole wie dicke Autos, edle Uhren und aufgetakelte Frauen eine tragende Rolle spielen. So entpuppen sich vermeintliche T\u00e4ter als Verf\u00fchrte einer Gesellschaft, welche ihnen von Kindesbeinen an vermittelt hat, dass der Schl\u00fcssel zur gesellschaftlichen Anerkennung in der Anh\u00e4ufung und gro\u00dfz\u00fcgigen Zurschaustellung des eigenen Reichtums bestehe. Weder haben die Einwanderer Prostitution und Gl\u00fccksspiel erfunden, noch waren sie es, die die gesetzliche Grundlage daf\u00fcr geschaffen haben. Die Aktivit\u00e4ten einiger Migranten in diesem Bereich zeugen von nichts anderem als einer Kollateralintegration, haben sie doch einen Teil der erb\u00e4rmlichen westlichen Werte und Lebensweisen \u00fcbernommen und schlagen in kapitalistisch vorbildlicher Manier Profit aus den bereits existierenden Gesch\u00e4ftsfeldern. Feindliche \u00dcbernahmen durch \u201eausl\u00e4ndische Investoren&#8220; im Rotlichtmilieu sollten im Grunde genommen nicht mehr Aufsehen erregen, als sie es auf dem Parkett deutscher B\u00f6rsen tun. Zum einen belebe ein gesunder Konkurrenzkampf bekannterma\u00dfen das Gesch\u00e4ft und zum anderen w\u00fcrden auch hier die \u00f6konomischen Prinzipien von Angebot und Nachfrage zum Tragen kommen.<br>Auch die hysterischen Spiegel-Redakteure werden in einem n\u00fcchternen Moment sicherlich den bereichernden Charakter der Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t im Sinne der westlichen Lebensart erkennen und ihre Sorge um das unschuldige Rehkitz verlieren. Denn selbst wenn der Bambi f\u00fcr Integration den Ehrenplatz eines Berliner Freudenhauses ziert, handelt es sich zweifelsfrei um artgerechte Haltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsinn, Skandal, Fehlentscheidung! Das Echo von Politik und Medien auf die skandal\u00f6se Bambi-Verleihung im November 2011 fiel nicht gerade zimperlich aus. 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