{"id":9748,"date":"2013-04-24T00:00:00","date_gmt":"2013-04-24T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9748"},"modified":"2013-04-24T00:00:00","modified_gmt":"2013-04-24T00:00:00","slug":"zypern-und-das-opportune-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9748","title":{"rendered":"Zypern und das opportune Europa"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kleptomanie wird als das zwanghafte oder triebhafte Stehlen beschrieben. Von Kleptokratie hingegen ist die Rede, wenn die herrschende Elite die willk\u00fcrliche Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber den Besitz und die Eink\u00fcnfte der Beherrschten innehat. Diese Art des willk\u00fcrlichen Umgangs kann sich nat\u00fcrlich nur in Diktaturen abzeichnen, also keineswegs in Europa, denn hier treten integre Pers\u00f6nlichkeiten &#8222;f\u00fcr die Freiheit und gegen den Fundamentalismus, f\u00fcr die Werte der Aufkl\u00e4rung und gegen kulturellen Relativismus.&#8220; ein.[1] So hie\u00df es zumindest, als die f\u00fchrenden Politiker Deutschlands den Karikaturisten Kurt Westergaard im Jahre 2010 als einen Vorreiter der Meinungsfreiheit bei der Verleihung des Medienpreises feierten. Joachim Gauck lobte die Preisverleihung als einen &#8222;Appell an alle, standhaft, wertorientiert und mutig zu bleiben&#8220;. &#8222;Egal, ob wir seine Karikaturen f\u00fcr n\u00f6tig oder hilfreich halten&#8220;, erkl\u00e4rte die Kanzlerin, &#8222;Europa ist ein Ort, in dem ein Zeichner so etwas darf.&#8220;[1]<br>Die Meinungsfreiheit ist bekannterma\u00dfen nur eine der Freiheiten, denen sich die westliche Welt seit der vermeintlichen Aufkl\u00e4rung verschrieben hat. Die Eigentumsfreiheit ist eine weitere. Hieraus entwickelte sich das s\u00e4kulare Wirtschaftssystem, und das Wirtschaftssystem ist &#8211; wie die Geschichte verdeutlicht &#8211; das hervorstechendste Merkmal der westlichen Welt und des s\u00e4kularen Systems. Aus diesem Grund tr\u00e4gt das westliche Staatsmodell den Namen &#8222;Kapitalismus&#8220;. Die Eigentumsfreiheit ist somit ein St\u00fctzpfeiler der s\u00e4kularen Gesellschaft.[2] Aus dieser Idee entwickelten die europ\u00e4ischen Denker auch die Idee des freien, grenz\u00fcbergreifenden Kapital- und Warenverkehrs. Auf diesen Ideen basiert die Welthandelsorganisation (WTO), welche den freien Handel propagiert. Diese Grundfreiheiten waren aber auch die Basis f\u00fcr die Gr\u00fcndung der EU. Denn innerhalb der europ\u00e4ischen Familie sollte der Waren- und Kapitalverkehr ohne etwaige Kontrollen erfolgen. Die Freiheit des Kapitals und seiner Vermehrung hat sich inzwischen soweit durchgesetzt, dass Staaten sich an Gesch\u00e4ftsmodellen orientieren, um im Wettbewerb \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Zypern hat sich als Gesch\u00e4ftsmodell die Steueroase ausgesucht und genau das ist dem Inselstaat nun zum Verh\u00e4ngnis geworden.<br>Gerade in problematischen Situationen bedarf es, um die Worte Joachim Gaucks aufzugreifen, der Standhaftigkeit und Wertorientierung. Wer in schwierigen Zeiten an seinen Werten festh\u00e4lt, demonstriert eben diese Standhaftigkeit und damit zugleich auch Treue und Verbundenheit zu den zuvor aufgestellten Werten. Dies schafft letztendlich Vertrauen. Und nur das Vertrauen in die Verl\u00e4sslichkeit der propagierten Werte schart ein Volk hinter seine F\u00fchrerschaft. Dieses Vertrauen macht eine starke F\u00fchrung aus. Und stark muss jene F\u00fchrung sein, die sich den Weg durch die Krise bahnen will.<br>Europa braucht dieses Vertrauen, denn es befindet sich gerade in seiner schwierigsten Zeit &#8211; einer Zeit, in der es vor allem dadurch gepr\u00fcft wird, ob es an den \u201eeurop\u00e4ischen Werten&#8220; festh\u00e4lt. Was mit der globalen Finanzkrise 2007 begann, erreichte in 2009 Griechenland. Ebenso ergriff es Irland, Portugal und Spanien. Momentan steht Zypern als wankender Dominostein im Fokus der Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><b>Der Fall Zypern<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Zypern warb in den Jahren vor der Krise mit niedrigen Steuern und hohen Renditen. So wurde es zu einem Steuerparadies f\u00fcr ausl\u00e4ndisches Kapital.[3] Als Resultat wuchs der Finanzsektor im Schatten der \u00fcbrigen zyprischen Wirtschaft auf das achtfache des Bruttoinlandsproduktes an und macht mittlerweile einen immens gro\u00dfen Anteil an der Besch\u00e4ftigungsquote des Landes aus. Der Nachteil eines Finanzsektors dieser Gr\u00f6\u00dfe ist, dass auftretende Probleme darin nicht mit den Mitteln der \u00fcbrigen Wirtschaftssektoren ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr bedarf es ausl\u00e4ndischer Hilfe.[4] Die anhaltende Krise im Euroraum trifft jetzt genau diesen wirtschaftlichen Bereich Zyperns. Im Vergleich zum europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum macht der Finanzsektor in Zypern zwar einen relativ kleinen Teil aus, dennoch k\u00f6nnte die Pleite einer einzigen Bank in Zypern den ganzen Bankensektor in Europa in Frage stellen und eine Vertrauenskrise nach sich ziehen. Dies wiederum w\u00fcrde Griechenland wieder ins Zentrum der Krise r\u00fccken und ein mit dem Vertrauensverlust einhergehender Sturm auf die Banken in Griechenland w\u00fcrde einen Fl\u00e4chenbrand in der EU ausl\u00f6sen &#8211; und anschlie\u00dfend die Welt befallen. Dieses Szenario ist allzu gut bekannt. Eine Vertrauenskrise im Bankensektor ist daher zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt das letzte, was die EU braucht. Denn dieser ist, wie wir bereits 2007 in Erfahrung bringen durften, systemrelevant. Diese Systemrelevanz wird durch folgenden Vergleich deutlich: Das internationale Finanzsystem, welches Kapitalgeber mit Kapitalnehmern und Sparer mit Investoren verbindet, \u00e4hnelt einer Autobahn. Wenn nun den Banken aufgrund der Vertrauenskrise das Geld ausgeht, ist es so, als ob Tankstellen der Treibstoff ausgeht. Die Autobahnen bleiben leer, obwohl sie an sich funktionst\u00fcchtig sind. F\u00fcr Europa besteht also das Problem darin, dass ein winziger Staat wie Zypern am Rande der EU nicht nur das ganze W\u00e4hrungsgef\u00fcge destabilisieren, sondern die ganze Weltwirtschaft in eine Repression st\u00fcrzen kann. Nach einem wirklich stabilen, fortschrittlichen und unserer Zeit angepassten Wirtschaftssystem h\u00f6rt sich das nicht gerade an. Aber dies ist nun einmal die Realit\u00e4t des Kapitalismus.<br>Dieses hohe Ansteckungsrisiko der Finanzbranche kann Europa nicht ignorieren. Andererseits kann Br\u00fcssel das ganze Bankensystem in Zypern nicht ohne weiteres retten. Zum einen w\u00fcrde dadurch ein Pr\u00e4zedenzfall geschaffen werden, wodurch weitere EU-Mitgliedsstaaten der Hoffnung verfallen k\u00f6nnten, ebenfalls gerettet zu werden, falls sie das gleiche Schicksal ereilt. Zum anderen fehlt der politische R\u00fcckhalt in denjenigen Nationen, welche die finanzielle Last einer Rettung tragen k\u00f6nnten. Als wirtschaftsst\u00e4rkste Nation innerhalb der EU m\u00fcsste Deutschland den Hauptteil dieser Last tragen. Der Zeitpunkt hierf\u00fcr k\u00f6nnte kaum ung\u00fcnstiger gew\u00e4hlt sein, denn die Parteien bereiten sich gerade auf die Wahlen im September 2013 vor und die Bev\u00f6lkerung ist nicht gewillt, ihre Steuern an die europ\u00e4ischen Nachbarn zu &#8222;verschwenden&#8220;.<br>Daher muss eine andere L\u00f6sung herhalten. Br\u00fcssel hebelt einfach die Grundfreiheiten aus und entzieht sich somit seiner eigenen Grundlage. Die Forderung der Europ\u00e4ischen Union, wobei vor allem die deutsche Regierung hier federf\u00fchrende Kraft war, die Bankkonten aller Kontoinhaber zu besteuern, war \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlich und widerspricht den demokratischen und freiheitlichen Prinzipien der EU. Die Unantastbarkeit und Freiheit des privaten Eigentums wurde mit einem Mal \u00fcbergangen. Dieses Vorgehen der EU ist auch entsprechend international kommentiert wurden. Das Wirtschaftsmagazin Forbes reagierte mit w\u00fctender Kritik an der \u201eGruppe von EU-Funktion\u00e4ren unter der F\u00fchrung Deutschlands&#8220;, die \u201edie wohl unerkl\u00e4rlichste und verantwortungsloseste Entscheidung im Bereich der Bankenaufsicht der Industriel\u00e4nder seit den 1930ern&#8220; gef\u00e4llt habe.[5] Der Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck, der bis Ende 2012 Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation f\u00fcr Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf war, sagt hierzu: &#8222;Das ist Willk\u00fcr in einer Dimension, die nicht mehr in Worte zu fassen ist.&#8220;[6] Wer eine solch prinzipienlose Art und Weise an den Tag legt, braucht sich nicht wundern, wenn ihm das Vertrauen seitens der Bev\u00f6lkerung entzogen wird.<br>Seit der globalen Finanzkrise der 1930er hat sich keine Industrienation gewagt, das Verm\u00f6gen von Kontoinhabern anzutasten. Andernfalls w\u00fcrde heute niemand mehr sein Verm\u00f6gen der Bank anvertrauen. Br\u00fcssel hat mit dieser Forderung die Unantastbarkeit der Bankkonten verletzt und \u00fcber Nacht die Enteignung des Privateigentums beschlossen. Und das in einem Mitgliedsland der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion &#8211; einem der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsr\u00e4ume der Welt. Die Bef\u00fcrworter dieser Ma\u00dfnahme brachten das Argument vor, dass viele Kontoinhaber nicht Zyprer seien, sondern Ausl\u00e4nder mit einem hohen Anteil an zwielichtigen Russen. Demgem\u00e4\u00df w\u00fcrde die Enteignung kaum die breite Bev\u00f6lkerung treffen, sondern haupts\u00e4chlich zwielichtige Russen; und diese h\u00e4tten es schlie\u00dflich verdient. Dennoch l\u00f6ste die gedrohte Enteignung der zyprischen Kontoinhaber Emp\u00f6rung und Entt\u00e4uschung auf der kleinen Insel aus. Unter diesem Druck lehnte das Parlament in Zypern am 17.03.2013 die pauschale Enteignung aller Konten ab.[7] Die Kleinsparer wurden zwar verschont, die Enteignung soll jetzt aber dennoch stattfinden, und zwar f\u00fcr Guthaben \u00fcber 100.000\u20ac.<br>Die Ma\u00dfnahme der Zwangsenteignung birgt folgende Schwierigkeit f\u00fcr Br\u00fcssel: Die EU hat es nun zu einer offiziellen Praxis erkl\u00e4rt, dass unter bestimmten Umst\u00e4nden einzelne Mitgliedsstaaten der EU dazu gedr\u00e4ngt werden k\u00f6nnen, auf das Guthaben seiner Sparer zur\u00fcckzugreifen, um die Finanzinstitute zu stabilisieren. Anders ausgedr\u00fcckt, was bisher ein sicherer Hafen war mit keinerlei Risiken und \u00fcberaus geringen Renditen, ist jetzt mit geringen Renditen und unbekannten Risiken behaftet. Diese Realit\u00e4t schreckt Gro\u00dfinvestoren wie auch Kleinanleger ab, daher besteht die Gefahr, dass viele ihr Verm\u00f6gen aus der EU abziehen. \u201eWenn russische Einlagen in Nikosia beschlagnahmt werden k\u00f6nnen, warum dann nicht auch amerikanische Einlagen in Luxemburg?&#8220; fragte die Agentur Stratfor.[8] Doch wenigstens dieser Gefahr wollten sich die EU-Funktion\u00e4re ernsthaft zuwenden. Aus diesem Grund wurde Br\u00fcssel nicht m\u00fcde zu betonen, dass Zypern ein besonderer Fall sei und ein solcher Vorfall sich nicht wiederholen werde. Bez\u00fcglich der Einzigartigkeit Zyperns wurde unter anderem damit argumentiert, dass die Enteignung vor allem zwielichtige Russen treffe. Auch wurde betont, wie sehr diese Kontoguthaben aus kriminellen Machenschaften stammen. Zypern w\u00e4re unauff\u00e4llig klein und w\u00fcrde daher viele Kriminelle mit mafiosem Hintergrund anziehen, und diese sollten bestraft werden.[9] Ob das \u00fcberzeugend genug klingt, um glaubhaft darzustellen, dass Zypern ein Sonderfall mit Bedarf einer Sonderbehandlung ist, bleibt fragw\u00fcrdig.<br>Die Tatsache, dass Europa seine fundamentalen Werte mit F\u00fc\u00dfen tritt, die eigenen Prinzipien unter den Teppich kehrt, die Grundfreiheiten seiner B\u00fcrger verletzt, seine Glaubw\u00fcrdigkeit in der Welt aufs Spiel setzt &#8211; am Rande sei erw\u00e4hnt, dass die Euro-Krise seit sechs Jahren andauert und eine L\u00f6sung noch immer nicht in Sicht ist &#8211; zeigt nur allzu deutlich, dass im s\u00e4kularen System lediglich ein Prinzip Best\u00e4ndigkeit hat, n\u00e4mlich das Prinzip des Opportunismus, die zweckm\u00e4\u00dfige Anpassung an die jeweilige Situation. Solange die freiheitlichen Werte dem S\u00e4kularismus von Nutzen sind, werden sie propagiert, andernfalls werden sie unter den Teppich gekehrt. Nach diesem Prinzip herrscht das Gesetz des Dschungels. Der St\u00e4rkere \u00fcberlebt. Die aktuelle Lage in Zypern ist nur das letzte pr\u00e4gnante Ereignis, welches diese Feststellung best\u00e4tigt. Joachim Gauck verk\u00f6rpert diese Geisteshaltung auf vorbildliche Weise. Statt seinen Appell zur Standhaftigkeit und Wertorientiertheit zu wiederholen, reist der deutsche Bundespr\u00e4sident nach Afrika, um dort die universellen Rechte und Werte zu verk\u00fcnden, die man dieser Tage in Europa kaum mehr finden kann.[10] Dieses Verhalten l\u00e4sst sich durchaus als heuchlerisch beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><b>Ist eine L\u00f6sung f\u00fcr die Euro-Krise in Sicht?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Nein! Die Griechenlandkrise wurde noch nicht gel\u00f6st, die Spanienkrise ebenso wenig, Irland und Portugal hecheln immer noch hinterher und in Italien lautet die Frage nach der Wiederwahl Berlusconis, ob die Krise dort nicht jetzt erst richtig beginnt. Zypern ist hier keine Ausnahme. Die Verantwortlichen haben nicht die Ursachen dieser Krise beseitigt, sondern lediglich die Symptome unterdr\u00fcckt. Hanno Beck, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Pforzheim, beschreibt die Situation wie folgt: &#8222;Wir haben die Symptome der Krise mit viel Geld bek\u00e4mpft, aber die Ursachen nicht beseitigt.&#8220;Und weiter: &#8222;Die Tablette lindert das Krankheitsbild, aber irgendwann l\u00e4sst die Wirkung nach. Und dann muss man sich \u00fcberlegen, ob man die n\u00e4chste Pille einwirft.&#8220;[11] Die Krise ist fester Bestandteil des westlichen Wirtschaftssystems, und darin stimmt die Mehrheit der Wirtschaftsfachleute \u00fcberein. Bisher hat sich die Krise nur als Ausnahmeerscheinung ge\u00e4u\u00dfert. Was wir jedoch gegenw\u00e4rtig erleben, stellt ein Novum dar. In Europa ist die Krise in den letzten sechs Jahren zur Regel geworden. Europa schleudert von einer Krise in die n\u00e4chste, und die politische F\u00fchrung gl\u00e4nzt durch Konzeptlosigkeit und Missachtung der eigenen Werte, was den Vertrauensverlust der Bev\u00f6lkerung nach sich zieht. Somit hat Europa nicht nur mit einer wirtschaftlichen Krise zu k\u00e4mpfen, sondern befindet sich auch in einer Wertekrise, einer Vertrauenskrise und in einer tiefen politischen Krise. In einem solchen Fall hilft auch das Bekennerschreiben von Wirtschaftsprofessor Hanno Beck nicht viel: &#8222;Die [in] marktwirtschaftlichen Systemen immanenten Tendenzen zu Krisen und Verwerfungen sind der Preis, den wir f\u00fcr die Freiheit und den Wohlstand zahlen, den diese Systeme uns bringen&#8230;&#8220;[12] Mit Verlaub Herr Beck, welche Freiheit und welchen Wohlstand meinen Sie?<br>Auch wenn die Europ\u00e4ische Union noch existiert, hat sie einen immensen Imageverlust erlitten. Die eigene Bev\u00f6lkerung hat das Vertrauen verloren, die BRIC-Staaten einschlie\u00dflich der T\u00fcrkei haben nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln f\u00fcr die Europ\u00e4er \u00fcbrig, und die S\u00fcdstaaten innerhalb der EU strahlen nicht gerade vor Zufriedenheit. Jean-Claude Juncker, der Ministerpr\u00e4sident von Luxemburg und ehemalige Chef der Euro-Gruppe, warnte zu Beginn des Gipfels anl\u00e4sslich der Zypernkrise: \u201eIch mache mir gro\u00dfe Sorgen um die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen. Ich schlie\u00dfe nicht aus, dass eine soziale Revolution oder Rebellion droht.&#8220; Der franz\u00f6sische Finanzminister, Pierre Moscovici, warnt davor, dass das Vorgehen der EU m\u00f6glicherweise zu \u201eeinem Verlust des Vertrauens in Gesellschaft und Politik in ganz Europa&#8220; f\u00fchre.[13]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br><b>Der arabische Fr\u00fchling und die Zukunft der Muslime<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die s\u00e4kulare Welt versucht uns Muslimen ihr wertloses Gesch\u00e4ftsmodell der vorget\u00e4uschten Werte aufzuschw\u00e4tzen. Als sie bei uns die s\u00e4kularen Diktatoren einsetzten und uns Wohlstand versprachen, sind wir schon einmal entt\u00e4uscht worden. Nun, nachdem die islamische Welt mit viel M\u00fche und Blut im Zuge des arabischen Fr\u00fchlings sich ihrer Diktatoren entledigt, versucht der heuchlerische Westen erneut, uns sein System als erl\u00f6sende und erhabene Lebensordnung zu pr\u00e4sentieren. Die s\u00e4kulare Welt preist ihr krisenhaftes und zerbrechliches System als alternativlos an. Dabei ist gerade dieses System f\u00fcr das Elend in der ganzen Welt verantwortlich. Dieses System ist so unbarmherzig, dass sogar die s\u00e4kulare Bev\u00f6lkerung darunter leidet. Es ist ein System, in dem die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert werden. Dieses System entspricht nicht der menschlichen Natur und ist ungerecht.<br><b>Das Gleichnis derer, die sich Helfer au\u00dfer Allah nehmen, ist wie das Gleichnis von der Spinne, die sich ein Haus macht, und das gebrechlichste der H\u00e4user ist gewiss das Haus der Spinne &#8211; wenn sie es nur begriffen!<\/b> (Sura 29, Aya 41)<br>Wenn ein System das Attribut der Alternativlosigkeit verdient, dann ist es mit Sicherheit einzig und allein die Lebensordnung, die uns vom Herren der Welten offenbart worden ist, der Islam! Diese islamische Lebensordnung wird im Kalifatsstaat im Innern auf die B\u00fcrger angewendet und nach Au\u00dfen der Welt verk\u00fcndet, auf dass die Menschheit Rechtleitung findet. Allah (s.w.t.) hat uns mit dem Islam eine Lebensordnung geschenkt, welche s\u00e4mtliche Probleme des Menschen l\u00f6st. Wir finden darin nicht nur ein Regierungs- und Gesellschaftssystem weider, sondern auch ein unserer Zeit ad\u00e4quates Wirtschaftssystem. Das islamische Wirtschaftssystem dient dem Menschen und nicht umgekehrt wie in der s\u00e4kularen Welt. Es dient dazu, das Individuum zu sch\u00fctzen, indem es ihm Zugang zu Nahrung, Kleidung und einer dauerhaften Bleibe verschafft. Es ist verpflichtet, Dienstleistungen wie Bildung, medizinische Versorgung und Sicherheit f\u00fcr die Gesellschaft kostenlos zur Verf\u00fcgung zu stellen. Es ist krisenfest und der Beleg hierf\u00fcr ist die 1400-j\u00e4hrige islamische Geschichte. Das islamische Wirtschaftssystem f\u00f6rdert die Realwirtschaft und wurde daher noch nie von einer Finanzkrise heimgesucht. Es baut sein W\u00e4hrungssystem auf den stabilsten Standard, dem Gold- und Silberstandard. Deshalb haben wir in der Vergangenheit nie eine W\u00e4hrungskrise erleben m\u00fcssen, wie es gegenw\u00e4rtig mit der Euro-Krise der Fall ist. Das s\u00e4kulare System kann dem islamischen in keiner Weise das Wasser reichen. Im islamischen Regierungssystem ist es der F\u00fchrung nicht gestattet, nach opportunen Ma\u00dfst\u00e4ben zu handeln und islamische Rechtsprinzipien und Werte \u00fcber Bord zu werfen, wenn es heikel wird. Im islamischen System kann die Rechtsstaatlichkeit nicht nach der willk\u00fcrlichen Laune ein- und ausgesetzt werden. Die Fr\u00fcchte des Kalifats werden sich dadurch \u00e4u\u00dfern, dass die \u00e4rmsten Gebiete der Welt, wie z. B. Afrika, am Reichtum teilnehmen werden, wie alle anderen Regionen im Kalifat auch. Wer sich gegen das Kalifat entscheidet, entscheidet sich f\u00fcr den Opportunismus. Er entscheidet sich somit f\u00fcr die Korruption und Willk\u00fcr in der s\u00e4kularen Welt und w\u00e4hlt die Herrschaft der Pl\u00fcnderer &#8211; die Kleptokratie.<br>[1]http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/medienpreis-fuer-mohammed-karikaturist-so-aendern-uns-die-zeiten-a-716533.html<br>[2]Taqiyyud-Din an-Nabhani; Lebensordnung des Islam; 6.Ausgabe; Seite 42<br>[3]http:\/\/www.dw.de\/wie-zypern-in-die-krise-geriet\/a-16698276<br>[4]http:\/\/www.wienerzeitung.at\/nachrichten\/europa\/europastaaten\/534703_Wird-Slowenien-naechster-Pleitekandidat.html<br>[5]http:\/\/www.forbes.com\/sites\/eamonnfingleton\/2013\/03\/17\/the-botching-of-the-cyprus-bailout-worse-than-lehman-brothers\/<br>[6]http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/zypern-es-geht-nicht-um-sparer-es-geht-um-menschen-die-zufallig-ubers-wochenende-geld-auf-dem-konto-hatten\/#sthash.4c2odI00.dpuf<br>[7]http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/zyperns-parlament-lehnt-zwangsabgabe-ab-rettungspaket-in-gefahr-a-889847.html<br>[8]http:\/\/www.stratfor.com\/weekly\/europes-disturbing-precedent-cyprus-bailout<br>[9]http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/russisches-schwarzgeld-bnd-warnt-vor-rettungspaket-fuer-zypern-a-865151.html<br>[10]http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/was-am-18-3-wichtig-wird-ruestungsexporte-hollande-gauck-a-888982.html<br>[11]http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/italien-spanien-zypern-die-euro-krise-kommt-zurueck-a-884629.html<br>[12]http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/31998\/anatomie-der-weltwirtschaftskrise-ursachen-und-schuldige?p=all<br>[13]http:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2013\/03\/19\/cype-m19.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Meinungsfreiheit ist bekannterma\u00dfen nur eine der Freiheiten, denen sich die westliche Welt seit der vermeintlichen Aufkl\u00e4rung verschrieben hat. Die Eigentumsfreiheit ist eine weitere. 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