{"id":9777,"date":"2013-12-03T00:00:00","date_gmt":"2013-12-03T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9777"},"modified":"2013-12-03T00:00:00","modified_gmt":"2013-12-03T00:00:00","slug":"eintausend-und-ein-islam-ein-saekulares-maerchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9777","title":{"rendered":"Eintausend und ein Islam &#8211; Ein s\u00e4kulares M\u00e4rchen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht erst in der j\u00fcngeren Vergangenheit werden Muslime mit Aussagen und Aktionen der Ungl\u00e4ubigen und ihrer Lakaien konfrontiert, die das Ziel haben, das Licht, das uns von Allah (swt) \u00fcber seinen Gesandten (sas) in Form der g\u00f6ttlichen Botschaft \u00fcberbracht worden ist derart zu manipulieren, dass es im westlich-s\u00e4kularen Kontext in einer entarteten und verkr\u00fcppelten Form weiterexistieren kann. Das erkl\u00e4rte Ziel ist die Formierung eines westlich gepr\u00e4gten Islam, der hierzulande als &#8222;deutscher Islam&#8220; oder als &#8222;Euro-Islam&#8220; mit seinen zweifelhaften Forderungen zu gleicherma\u00dfen zweifelhaftem Ruhm gelangt ist.<br>Der Islam soll so weit deformiert werden, dass er mit den Gesetzen des Unglaubens in Einklang gebracht werden kann. Die Ablehnung von Allah (swt) als Gesetzgeber und die s\u00e4kulare Idee sollen von den Muslimen nicht nur anerkannt, sondern auch als islamisch akzeptiert werden. Von der einst glorreichen und umfassenden Idee einer islamischen Lebensordnung, die den Anspruch erhebt zu allen Zeiten und an jedem Ort f\u00fcr jedes Problem der Menschen eine korrekte Probleml\u00f6sung anzubieten, verbleibt lediglich eine blo\u00dfe Religion, die einige ethische Vorstellungen transportiert und sich lediglich auf Glaubensrituale beschr\u00e4nkt.<br>Obwohl dieser Prozess mit einer offenkundigen Erniedrigung der Muslime seitens der Ungl\u00e4ubigen einhergeht \u2013 man denke an die zahlreichen Kopftuch-Gerichtsurteile, staatliche Zwangsma\u00dfnahmen wie dem Schwimmunterricht, an die Karikaturen und an die verbalen Angriffe (z.B. die Regensburger Rede) &#8211; erkl\u00e4ren sich bedauerlicherweise immer wieder auch Muslime bereit, diesen Weg der Entfremdung zu begleiten oder gar mitzugestalten, um ihn dann als Erfolg im Dienste des Fortschritts zu verkaufen. Dabei bedeutet er aber nicht weniger als den Verrat am Islam und an den Muslimen, an der g\u00f6ttlichen Botschaft sowie die Abkehr vom Wege desjenigen, der diese Botschaft \u00fcberbracht hat (sas).<br>Die klassische Sichtweise eines demontierten und nach westlich-s\u00e4kularem Muster wieder zusammengef\u00fcgten &#8222;Islam&#8220; kann eindrucksvoll anhand eines am 02.09.2013 im Deutschlandradio gef\u00fchrten Interviews mit dem Leiter des Zentrums f\u00fcr Islamische Theologie an der Universit\u00e4t M\u00fcnster, Mouhanad Khorchide, gezeigt werden. Mit jenem also, der genau diejenigen Lehrkr\u00e4fte ausbilden soll, die dann auf unsere Kinder losgelassen werden und der f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, f\u00fcr den deutschsprachigen Raum eine zeitgen\u00f6ssische islamische Theologie geschaffen zu haben, die im Wesentlichen folgende Vorstellungen umfasst:<br>Gott trete in einen Dialog mit den Menschen, denn Gott sei an einer Beziehung zu den Menschen interessiert, was der Qur&#8217;an beweise, in dem Er beschreibe, dass Er Menschen erschaffen wolle, die Er liebt und die Ihn lieben.<br>Das Ergebnis dieser Betrachtung f\u00fchre zum Ausschluss einer Herr-Knecht-Beziehung. Die Position Allahs als Befehlshaber sei kategorisch auszuschlie\u00dfen. Vielmehr handele es sich bei der Beziehung zu Seinen Gesch\u00f6pfen um eine Liebesbeziehung und eine Kooperation, mit deren Hilfe der Sch\u00f6pfer aller Dinge seine Barmherzigkeit in der Welt manifestiere.<br>Die Vorstellung von H\u00f6lle und Paradies oder das Konzept von Bestrafung und Belohnung sei als Ma\u00dfstab f\u00fcr die Handlungen der Menschen ungeeignet und entspringe vielmehr einem kindlichen Verhaltensmuster. Der Mensch solle Gutes tun, nicht etwa um etwas daf\u00fcr zu bekommen oder einer Strafe zu entgehen, sondern aus gutem Willen heraus. Ansonsten sei die Handlung moralisch unsauber. Motivation f\u00fcr die eigene Handlung sei eine Selbstverpflichtung und nicht etwa Furcht.<br>Der vorgestellte Thesenkomplex ist ein ausgezeichnetes Beispiel f\u00fcr den Versuch einer S\u00e4kularisierung der umfassenden islamischen Lebensordnung, die bei der Betreuung aller Angelegenheiten des Lebens die Verkn\u00fcpfung zu ihrem Sch\u00f6pfer vorsieht. Die Trennung zum allm\u00e4chtigen Sch\u00f6pfer von den Angelegenheiten des Lebens vollzieht sich in besorgniserregender Weise beginnend mit der Deklaration der Bedeutungslosigkeit der g\u00f6ttlichen Gesetzgebung bis hin zur erkl\u00e4rten Ung\u00fcltigkeit eines der wichtigsten Konzepte des Islams, n\u00e4mlich das der Gottesfurcht (Taqwa). An ihrer Stelle solle das Konzept einer nebul\u00f6sen Selbstverpflichtung treten, was sofort die Frage aufwirft, welchem Zweck eine g\u00f6ttliche Ordnung eigentlich noch dienen soll. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen nur zwei Erscheinungsformen einer Verpflichtung existieren. Entweder entscheidet der Mensch \u00fcber seine Pflichten oder sein Sch\u00f6pfer urteilt dar\u00fcber. Welche Rolle nimmt Gott ein, nachdem wir uns bereits selbst verpflichtet haben, etwas auszuf\u00fchren oder zu unterlassen? Die hier gemeinte Selbstverpflichtung bedeutet also zwingend die Trennung Allahs (swt) von den Entscheidungen \u00fcber die Angelegenheiten des menschlichen Lebens (S\u00e4kularismus).<br>Diesem pervertierten Verst\u00e4ndnis steht das reine Bild der Gottesfurcht in Qur&#8217;an und Sunnah gegen\u00fcber. Taqwa wird dort als ein Konzept vorgestellt, das die Muslime vor dem H\u00f6llenfeuer bewahrt, indem sie die Befehle Allahs, des Erhabenen, befolgen, seine Anweisungen ausf\u00fchren und sich von dem fernhalten, was Er uns untersagt hat. Denn Allah, der Erhabene, sagt:<br>\u201eUnd Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und wir haben jenen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, und euch selbst auferlegt, Allah zu f\u00fcrchten. Wenn ihr jedoch ungl\u00e4ubig werdet, dann ist Allahs, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah ist auf keinen angewiesen und des Lobes w\u00fcrdig.&#8220; (Sura 4, Aya 131)<br>Zudem sprach unser Prophet (saw) in seiner letzten Ansprache:<br>&#8222;Ich befehle euch Ihn zu f\u00fcrchten, h\u00f6rt Ihm zu und gehorcht.&#8220;<br>Sowohl die Aussage Allahs, des Erhabenen, im Qur&#8217;an als auch die Ansprache des Propheten (saw) beinhalten den Befehl an die Muslime, gottesf\u00fcrchtig zu sein. Der Muslim verinnerlicht die Gottesfurcht und errichtet damit eine Barriere, die sich zwischen dem Menschen und dem Zorn und dem Missfallen seines Sch\u00f6pfers manifestiert. Gottesfurcht, Taqwa, f\u00fchrt zum Streben nach Gehorsam seinem Gebieter gegen\u00fcber und h\u00e4lt den Menschen von den Restriktionen seines Herrn fern.<br>Was die Rolle der Liebe im Islam betrifft, so h\u00e4tte man sich gew\u00fcnscht, dass der Leiter des Zentrums f\u00fcr Islamische Theologie seinem eigenen Ratschlag nachgekommen w\u00e4re, sich bei der Einordnung von islamischen Konzepten doch bitte auf die islamischen Quellen zu besinnnen, um menschliche Projektionen zu vermeiden.<br>Al-Azhari sagt dazu folgendes: \u201eDie Liebe des Dieners zu Allah und Seinem Gesandten bedeutet der Gehorsam ihnen gegen\u00fcber und ihrem Befehl zu folgen&#8220;.<br>Al-Baidawi sagte: \u201eDie Liebe ist der Wille zum Gehorsam&#8220;.<br>Al-Zaggag f\u00fchrte seinerseits dazu aus: \u201eDie Liebe des Menschen zu Allah und Seinem Gesandten ist der ihnen geltende Gehorsam und seine Zufriedenheit mit den Befehlen Allahs und mit dem, was der Gesandte Allahs brachte.&#8220;<br>Die Liebe Allahs zum Diener bedeutet die Vergebung, das Wohlgefallen und der Lohn.<br>Al- Baidawi sagte dazu: \u201e&#8217;Allah liebt euch&#8216; d.h. Er vergibt euch, mit anderen Worten hat Er Wohlgefallen mit euch.&#8220;<br>Al-Azhari sagte: \u201eDie Liebe Allahs zu seinen Dienern ist die Vergebung, die Er ihnen schenkt.<br>Und Allah, der Erhabene, sagt:<br>\u201eWahrlich, Allah liebt die Ungl\u00e4ubigen nicht.&#8220; (Sura 2, Aya 32)<br>Das hei\u00dft, Er vergibt ihnen nicht.<br>Al-Bagawiy sagte dazu: \u201eDie Liebe Allahs zu Seinen Dienern ist Sein ihnen geltendes Lob, Sein Lohn und Seine Vergebung&#8220;.<br>Al-Zaggag meinte: \u201eDie Liebe Allahs zu Seinen Gesch\u00f6pfen besteht in Seiner Vergebung f\u00fcr sie, Seiner Barmherzigkeit, Seiner Gnade und Seinem sch\u00f6nen Lob ihnen gegen\u00fcber.&#8220; {1}<br>Die Sichtweise des Islams auf das Konzept der Liebe steht also diametral dem propagierten Modell entgegen, das seinerseits nur die menschliche Projektion sein kann, vor der der Vertreter dieser Idee eigentlich warnen wollte. Denn um die Art der Liebe des Dieners zum Sch\u00f6pfer und die Liebe des Sch\u00f6pfers, die Er seinen Gesch\u00f6pfen entgegenbringt selbst\u00e4ndig zu definieren, ist die Wahrnehmung und das Begreifen desjenigen, der geliebt werden soll und von dem die Liebe seinen Gesch\u00f6pfen gegen\u00fcber ausgeht unabdingbar. Der Mensch kann jedoch seinen Sch\u00f6pfer nicht wahrnehmen und daher auch nicht sein Wesen begreifen, sodass jeder Versuch, selbstt\u00e4tig ein Urteil \u00fcber das Wesen einer wie auch immer gearteten Beziehung unm\u00f6glich ist. Jeder Versuch bleibt damit haltlose Philosophie oder eben menschliche Projektion. Der Mensch wei\u00df nicht, wie er etwas lieben soll, das er nicht kennt. Ebenso wenig wei\u00df der Mensch, wie sich die Liebe des Sch\u00f6pfers ihm gegen\u00fcber ausdr\u00fcckt, weil er Ihn nicht kennt. Also muss jede Information dar\u00fcber, wie die Liebe von und zu Allah (swt) in das Leben der Menschen Eingang findet, von Allah (swt) selbst stammen. Sie ist verbindlich und bedeutet den Gehorsam dem Sch\u00f6pfer gegen\u00fcber sowie Seine Vergebung und das Gew\u00e4hren Seiner N\u00e4he. Gleichwohl stellt der aufmerksame Leser fest, dass aus dieser Beziehung auch die f\u00fcr die Menschen angedachte Rolle definiert worden ist. Sie umfasst den Gehorsam Allah (swt) gegen\u00fcber und das Befolgen Seines Befehls, also kurzum die Dienerschaft zum Herrn aller Dinge oder die Herr-Knecht-Beziehung, die Professor Khorchide geflissentlich geleugnet hat.<br>F\u00fcr das Denken und Handeln der Muslime ist demzufolge die korrekte Beziehung und die enge Verbindung zum Sch\u00f6pfer sowie die Treue zum Weg des Gesandten ma\u00dfgeblich und eben nicht die Trennung, die der s\u00e4kularen Idee entspringt und den Muslimen eingeimpft werden soll.<br>Aus der korrekten Beziehung des Menschen zum Sch\u00f6pfer ergeben sich die korrekten Probleml\u00f6sungen und ihre angegliederten Systeme zu ihrer Umsetzung. Diese sehen keine zeitgen\u00f6ssische Theologie f\u00fcr deutsche Muslime vor. Genauso wenig, wie es auch keinen syrischen, t\u00fcrkischen oder afghanischen Islam geben kann, denn die islamische Lebensordnung ist universell und spricht alle Menschen an jedem Ort und zu allen Zeiten an.<br>Es ist an der Zeit, dass wir, die Umma, endlich begreifen, dass durch die Implementierung eines wie auch immer gearteten nationalen Islams unsere Gef\u00fchle und unser Denken von jenen unserer weltweit leidenden Geschwistern gegen\u00fcber entkoppelt werden sollen. Nur so k\u00f6nnen die Feinde des Islams ihre grausamen Verbrechen an der Gemeinschaft der Muslime ausf\u00fchren, ohne mit einer Reaktion der Muslime rechnen zu m\u00fcssen. Kein Wunder also, dass die westlichen Regierungen Lehrkr\u00e4fte unterst\u00fctzen, die unseren Kindern in Europa fl\u00e4chendeckend eine s\u00e4kulare Version des Islams indoktrinieren sollen.<br>\u201eWer aber als Lebensordnung etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern geh\u00f6ren.&#8220; (Sura 2, Aya 85)<br>Literatur<br>{1} Wesensz\u00fcge Islamischen Charakters, Dar al-Umma-Verlag, Beirut-Libanon (unter der Kategorie \u201eB\u00fccher&#8220; steht das Werk zum Download auf dieser Webseite bereit)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht erst in der j\u00fcngeren Vergangenheit werden Muslime mit Aussagen und Aktionen der Ungl\u00e4ubigen und ihrer Lakaien konfrontiert, die das Ziel haben, das Licht, das uns von Allah (swt) \u00fcber seinen Gesandten (sas) in Form der g\u00f6ttlichen Botschaft \u00fcberbracht worden ist derart zu manipulieren, dass es im westlich-s\u00e4kularen Kontext in einer entarteten und verkr\u00fcppelten Form weiterexistieren kann. <\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":3503,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[637,738,804,1845,2306],"class_list":["post-9777","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-deutscher-islam","tag-eintausend-und-ein-islam","tag-euro-islam","tag-muslime","tag-saekulares-maerchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9777"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9777\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kalifat1.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}