{"id":9799,"date":"2012-12-15T00:00:00","date_gmt":"2012-12-15T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9799"},"modified":"2026-06-17T06:22:51","modified_gmt":"2026-06-17T04:22:51","slug":"das-kalifat-unsere-schicksalsfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9799","title":{"rendered":"Das Kalifat &#8211; Unsere Schicksalsfrage"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas Gleichnis der Gl\u00e4ubigen in ihrer gegenseitigen Freundschaft und Barmherzigkeit sowie ihrem Mitgef\u00fchl f\u00fcreinander ist wie der K\u00f6rper eines Menschen; wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze K\u00f6rper mit Wachsein und Fieber.&#8220;<br>Dieser von Abu Hurairah \u00fcbereinstimmend \u00fcberlieferte Hadith des ehrw\u00fcrdigen Gesandten Muhammad (s.a.s.) erinnert uns in unnachahmlicher Weise an unsere Verantwortung als islamische Umma. Diese Umma ist eine einheitliche Gemeinschaft, die nach dem Wohlgefallen Allahs trachtet. Die Gemeinschaft der Muslime ist durch den Qur&#8217;an und die Sunna zu einer unteilbaren Schicksalsgemeinschaft verbunden. Eine Schicksalsgemeinschaft, die hier im irdischen Leben anhand ihrer Taten und ihrer \u00dcberzeugungen gepr\u00fcft wird, ob sie es w\u00fcrdig ist, im Jenseits zu jenen zu geh\u00f6ren, die ungestraft in das ewige Leben in Jannah wieder zusammengef\u00fchrt werden.<br>Daher ist es die \u00dcberzeugung eines jeden Muslims, dass das irdische Leben eine Pr\u00fcfung darstellt, um durch das Wohlgefallen Allahs letztendlich in Sein (s.w.t.) Paradies eintreten zu d\u00fcrfen und von Seiner Strafe verschont zu bleiben.<br>Somit l\u00f6st der Muslim jedes Problem, das ihm begegnet, auf Grundlage der islamischen Aqida. Sein Handlungsma\u00dfstab orientiert sich an Halal und Haram, dessen Richtigkeit durch die rationale Beweisf\u00fchrung der Aqida mittels des Verstandes (Aqida aqliya) bewiesen ist. Dabei h\u00e4lt der Muslim am Erlaubten (Halal) fest und h\u00fctet sich vor dem Verbotenen (Haram) auf Grundlage der islamisch-juristischen Texte und darf sich nicht durch pers\u00f6nliche Neigungen oder dem Profitgedanken beeinflussen lassen.<br>Nun stellt der Islam nicht eine rein spirituelle Verbindung ohne eine entsprechende Lebensordnung unter den Menschen dar, wie es z. B. im Christentum der Fall ist. Vielmehr ist der Islam eine umfassende Ideologie, die eine spezifische Grund\u00fcberzeugung (Aqida) mit anzuwendender Lebensordnung (Shariah) beinhaltet. Damit stellt die Verbindung unter den Muslimen auch eine ideologische Verbindung dar, weil sie von Allah (s.w.t.) aufgefordert werden, eben aus dieser spezifischen Aqida ihr Denken und somit ihre Verst\u00e4ndnisse \u00fcber das Leben zu entnehmen.<br>So spricht Allah (s.w.t.) im Qur&#8217;an:<br>Und wer einen anderen Din (Lebensordnung) als den Islam begehrt, nimmer soll er von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlieren geh\u00f6ren (Sura Aali Imran, Aya 85)<br>Auch der Gesandte Muhammad (s.a.s.) veranschaulicht uns die zwingende Loyalit\u00e4t zu der islamischen Aqida und Lebensordnung, die wir Muslime mit unseren Worten und Taten einhalten m\u00fcssen. So spricht er (s.a.s.) in einem authentischen Hadith:<br>&#8222;Wer eine Tat begeht, die nicht unserer Angelegenheit (dem Islam) entspringt, so ist diese zur\u00fcckzuweisen.&#8220;<br>Die islamische Lebensordnung regelt somit s\u00e4mtliche Bereiche menschlicher Existenz in einer mit der menschlichen Natur \u00fcbereinstimmenden Art und Weise. Durch die gottesdienstlichen Handlungen (Ibadat) wird die Beziehung des Menschen zu seinem Sch\u00f6pfer geregelt, w\u00e4hrend durch die Rechtsspr\u00fcche der Nahrung (Mat&#8217;umat) und der Kleidung (Malbusat) die Beziehung des Menschen zu sich selbst und durch die vertraglichen Beziehungen (Mu&#8217;amalat) und durch die Strafen (Uqubat) die Beziehungen zwischen den Mitmenschen in eine harmonische Ordnung gebracht wird.<br>Die heutige Realit\u00e4t ist jedoch davon gekennzeichnet, dass die islamische Lebensordnung seit der Abschaffung des Islamischen Staates durch Atat\u00fcrk im Jahre 1924 keine Anwendung mehr findet, und dass stattdessen die verdorbene westliche Lebensordnung mit all ihren offenkundigen Unzul\u00e4nglichkeiten und Widerspr\u00fcchen die Angelegenheiten der Umma ihrer unw\u00fcrdig und zu ihrem Elend f\u00fchrend wahrzunehmen versucht.<br>Bereits aus diesen Ausf\u00fchrungen wird erkennbar, dass sich die Umma derzeit in einem von Allah (s.w.t.) nicht akzeptierten Zustand befindet und verpflichtet ist, ihre \u00e4u\u00dfersten Anstrengungen zur Wiederaufnahme der islamischen Lebensordnung zu unternehmen und in einem Kalifat die Umsetzung s\u00e4mtlicher Rechtsspr\u00fcche zu verwirklichen.<br>Die Schicksalsfrage der Umma ist somit an die Existenz des Islamischen Staates gebunden. Dies geht auch aus einem Ausspruch des zweiten Kalifen und gleichzeitig eines der gr\u00f6\u00dften Staatsm\u00e4nner der Weltgeschichte, Umar Ibn Al-Khattab (r.a.), hervor, in dem er zutreffend sagt:<br>\u201eWir sind ein Volk, dem Allah mit dem Islam machtvolle W\u00fcrde verliehen hat. Sobald wir W\u00fcrde anderswo suchen als im Islam, wird Allah uns erniedrigen!&#8220;<br>Wenn wir uns nun mit diesem Verst\u00e4ndnis die Situation in der islamischen Welt vor Augen f\u00fchren, so erkennen wir den Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Die Umma ist seit der Zerschlagung des Islamischen Staates durch die westlichen Kolonialisten in \u00fcber 50 schwache Einzelstaaten zerst\u00fcckelt und wird seither gedem\u00fctigt und entehrt, wo immer es der politische Plan der heutigen Weltm\u00e4chte vorsieht. Und so hofft die Umma sehns\u00fcchtig auf ihre Bestimmung &#8211; die Gr\u00fcndung des rechtgeleiteten Kalifats.<br>Es besteht somit ein direkter Zusammenhang zwischen der Abwesenheit des Islamischen Staates von der weltpolitischen B\u00fchne und der fatalen Situation der Umma, die sich auch in den vielen kriegerischen Auseinandersetzungen bis hin zu ethnischen S\u00e4uberungen ausdr\u00fcckt, denen viele Gliedma\u00dfe und Organe unseres einheitlich zu betrachtenden K\u00f6rpers seither ausgesetzt sind.<br>Unsere heutige Situation prophezeite schon unser gr\u00f6\u00dftes Vorbild, der Prophet Muhammad (s.a.s.) in einem sehr markanten Hadith:<br>\u201eEs wird eine Zeit kommen, da werden die Nationen \u00fcber euch herfallen wie Hunde \u00fcber ein St\u00fcck Fleisch.&#8220; Die Sahaba (r.a.) fragten: \u201aWerden wir zu dieser Zeit wenige sein, oh Gesandter Allahs?&#8216; Er antwortete: \u201eNein, ihr werdet zahlreich sein wie der Schaum am Meer, jedoch bedeutungslos. Allah wird die Angst und die Furcht vor euch aus den Herzen eurer Feinde nehmen und in eure Herzen Schw\u00e4che werfen.&#8220; Die Sahaba (r.a.) fragten: \u201aWas wird diese Schw\u00e4che in den Herzen der Muslime sein, oh Gesandter Allahs?&#8216; Er sagte: \u201eDie Liebe zum Diesseits und die Abscheu vor dem Tod.&#8220;<br>Wir treffen heute viele Muslime vor, auf die diese Prophezeiung zutrifft. Die derzeit dominierende Ideologie ist die kapitalistische Demokratie, die nicht nur das Regierungssystem in den L\u00e4ndern der Muslime bestimmt, sondern auch die gesellschaftliche Atmosph\u00e4re ma\u00dfgeblich beeinflusst. Die Muslime entnehmen gerade die L\u00f6sungen f\u00fcr ihre privaten und gesellschaftlichen Probleme aus diesem niedertr\u00e4chtigen System, dass die Kolonialisten in unsere L\u00e4nder gebracht haben.<br>Dabei ist der Profitgedanke ein Hauptmerkmal des Kapitalismus und steht im diametralen Widerspruch zu den islamischen Lebensverst\u00e4ndnissen. Die \u00dcbernahme dieser islamfremden Geistesbildung hat dazu gef\u00fchrt, dass sich die Umma immer mehr von der islamischen Lebenspraxis entfernt hat und der Islam heute nicht mehr als Lebensordnung umgesetzt wird, sondern zu einer rein spirituellen Verbindung unter Menschen degradiert wurde, wie sie beispielsweise das Christentum oder der Hinduismus verk\u00f6rpern.<br>Der Islam wird in unserer Zeit zumeist als Ritualreligion umgesetzt, bei denen nur einige Rechtsspr\u00fcche der gottesdienstlichen Handlungen praktiziert werden, die rein individueller Natur sind, wie z. B. das Gebet, das Fasten, das Pilgern nach Mekka etc.<br>Dieser Zustand wird auch vom Propheten (s.a.s.) beschrieben:<br>\u201eDie Knoten des Islam werden einer nach dem anderen gel\u00f6st und die Menschen werden sich von einem zum anderen festklammern. Der erste Knoten wird die Regentschaft des Islam sein und der letzte das Gebet.&#8220; (\u00fcberliefert bei Ahmad)<br>Die Umma hat sich insgesamt der scheinbaren \u00dcbermacht und Dominanz der s\u00e4kularistischen Lebensordnung hingegeben, ohne die Falschheit und Widerspr\u00fcchlichkeit zur islamischen Lebensordnung erkannt zu haben.<br>Insbesondere die Imame, die sogenannten Denker und Akademiker der Muslime stehen unter gro\u00dfem Einfluss der westlichen Weltanschauung und verm\u00f6gen es nicht, die Umma aus den Finsternissen zum Licht des Islam zu leiten.<br>Die Volksaufst\u00e4nde in der arabischen Welt haben uns vor Augen gef\u00fchrt, dass die Umma durchaus \u00fcber das Potential verf\u00fcgt, sich gegen die Unrechtsherrscher zu erheben, die bisher mit brutalsten Repressalien jede Bewegung, die gegen ihre Diktatur gerichtet war, niederschlugen.<br>Durch diese der Umma innewohnende Kraft wurden gerade die bisher lethargischen und eher systemtreuen Imame, &#8222;Denker&#8220; und Akademiker sowie die islamischen Bewegungen, denen es an klaren Konzeptionen zur Erhebung der Umma mangelt, \u00fcberrascht und beeinflusst, so dass sie sich an die Spitze der revolution\u00e4ren Bewegungen katapultierten und diese geradezu mit ihrem Gift der Systemtreue zum Stillstand brachten. Ihnen fehlt ein klares Verst\u00e4ndnis von der islamischen Lebensordnung, ebenso wie ein politisches Denken auf Grundlage der islamischen Aqida.<br>So ist es bislang f\u00fcr die Weltm\u00e4chte ein Leichtes gewesen, die Revolutionen in der arabischen Welt zu einem f\u00fcr sie kontrollierbaren Ausgang zu lenken, weil es der Umma an einer islamischen F\u00fchrerschaft und einem notwendigen politischen Verst\u00e4ndnis fehlte, den Intrigen der Feinde des Islam zu trotzen.<br>Solange wir die vorherrschenden Ideen und Lebensanschauungen, die unser Denken und unsere Konzeptionen vom Leben pr\u00e4gen, nicht fundamental ver\u00e4ndern, solange wird auch Allah (s.w.t.) unseren Zustand nicht r\u00e4ndern:<br>Gewiss, Allah \u00e4ndert den Zustand eines Volkes nicht eher, bis die Menschen ihren Zustand selbst ge\u00e4ndert haben (Sura Ar-Rad, Aya 11)<br>Die Umma steht nach derzeitiger weltpolitischer Lage nicht mehr weit von der Gr\u00fcndung eines Islamischen Staates, dem Kalifat. Und dies ist den Weltm\u00e4chten aus ihren Analysen heraus zur soziologischen Ver\u00e4nderung der Umma durchaus bewusst, sodass sie versuchen, diesen Prozess mit allen ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln zu verz\u00f6gern. Doch sie werden das Schicksal dieser Umma nicht l\u00e4nger bestimmen k\u00f6nnen, denn Allah (s.w.t.) hat uns versprochen:<br>Sie wollen gern Allahs Licht mit ihren M\u00fcndern ausl\u00f6schen. Aber Allah wird Sein Licht vollenden, auch wenn es den Ungl\u00e4ubigen zuwider ist. Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und dem Din (Lebensordnung) der Wahrheit gesandt hat, um ihr die Oberhand \u00fcber alle Lebensordnungen zu geben, auch wenn es den G\u00f6tzendienern zuwider ist (Sura As-Saff, Ayat 8-9)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser von Abu Hurairah \u00fcbereinstimmend \u00fcberlieferte Hadith des ehrw\u00fcrdigen Gesandten Muhammad (s.a.s.) erinnert uns in unnachahmlicher Weise an unsere Verantwortung als islamische Umma. Diese Umma ist eine einheitliche Gemeinschaft, die nach dem Wohlgefallen Allahs trachtet. 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