{"id":9815,"date":"2011-02-24T00:00:00","date_gmt":"2011-02-23T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9815"},"modified":"2011-02-24T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-23T23:00:00","slug":"konsequenzen-einer-unterdrueckung-der-menschlichen-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalifat1.com\/?p=9815","title":{"rendered":"Konsequenzen einer Unterdr\u00fcckung der menschlichen Natur"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende Januar dieses Jahres wurden, wie schon so oft, Missbrauchsf\u00e4lle in einer kirchlichen Einrichtung bekannt. Am Canisius-Kolleg, dessen Tr\u00e4ger der Jesuitenorden ist, wurden in den Siebziger- und Achtzigerjahren Sch\u00fcler in gr\u00f6\u00dferer Zahl systematisch sexuell missbraucht. Der Orden sei sogar schon seit Anfang der Neunzigerjahre dar\u00fcber informiert gewesen. Doch erst jetzt erf\u00e4hrt die \u00d6ffentlichkeit davon.<br>Immer wieder tauchen in den Medien Berichte \u00fcber Missbrauchsf\u00e4lle innerhalb kirchlicher Institutionen auf, die der katholischen Kirche sogar bekannt sind und vertuscht werden, wie etwa im Falle des jahrzehntelangen sexuellen Missbrauchs von unz\u00e4hligen Kindern in Irland. Seit den Drei\u00dfigerjahren war der Missbruch vor allem an Jungen in Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Im vergangenen Jahr kam es aufgrund dessen zu einem riesigen Skandal in Irland. Eine Regierungskommission kam zu dem Ergebnis, dass nicht nur systematisch missbraucht wurde, sondern dass die Erzbisch\u00f6fe Kenntnis davon hatten und die katholischen Geistlichen deckten, die sich an den Kindern vergingen. Nicht nur der Missbrauch, sondern auch die Mitwisserschaft machte die Gr\u00f6\u00dfe des Skandals aus. Politiker forderten, nachdem dies bekannt wurde, von der katholischen Kirche, mehr Geld f\u00fcr Entsch\u00e4digungszahlungen an Missbrauchsopfer bereitzustellen, wohl wissend, dass ein systematischer Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche auch in Zukunft nicht verhindert werden kann. Auch in Deutschland fordert man inzwischen die Einrichtung von Entsch\u00e4digungsfonds.<br>Umfang und Ausma\u00df des Kindesmissbrauchs legen offen, dass es sich hier nicht um die Taten psychisch Gest\u00f6rter handelt. Auch sind es nicht die Taten Einzelner. Es ist bezeichnend, dass diese Missbrauchsskandale vor allem die katholische Kirche betreffen, die ihren Priestern den Z\u00f6libat vorschreibt. Der Zusammenhang zwischen dem systematischen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche und dem Priesteramt, das dem Priester die Ehelosigkeit und die sexuelle Enthaltsamkeit abverlangt, ist augenscheinlich und stellt eine nat\u00fcrliche Konsequenz des Z\u00f6libats dar. Wenngleich die Ursache so offensichtlich ist, scheuen sich Politik und Medien davor, das Problem klar zu benennen, obwohl sie sich im Falle des Islam keineswegs zimperlich zeigen, wenn es beispielsweise darum geht, die muslimische Frau wegen ihres Kopftuchs anzugreifen, das weder das Leben anderer Menschen beeintr\u00e4chtigt noch zerst\u00f6rt.<br>Der Z\u00f6libat stellt in der r\u00f6misch-katholischen Kirche eine Voraussetzung f\u00fcr die Priesterweihe dar. Man kann dar\u00fcber spekulieren, wann genau der Z\u00f6libat erstmals aufkam, doch der Grund seiner Einf\u00fchrung ist augenscheinlich. Es geht mehr um die Ehelosigkeit als um die sexuelle Enthaltsamkeit. Den sexuellen Missbrauch hat es in der katholischen Kirche schon immer gegeben, und die Tatsache, dass die Verantwortlichen innerhalb der katholischen Kirche die T\u00e4ter deckten und noch immer decken, ohne sie ihres Amtes zu entheben, belegt, dass es nicht die Reinheit des Priesters sein kann, die der Z\u00f6libat sch\u00fctzen soll. Im Wesentlichen geht es darum, dass Priester keine legitimen Kinder haben, die erbberechtigt sind. Das hei\u00dft, der Z\u00f6libat soll den Kirchenbesitz zusammenhalten, der nicht unter den Erben der Priester aufgeteilt werden soll. Daher geht es vor allem um die Ehelosigkeit und weniger um die sexuelle Enthaltsamkeit, doch kann die Kirche, um glaubw\u00fcrdig zu bleiben, nicht die Ehelosigkeit fordern, ohne gleichzeitig auch die sexuelle Enthaltsamkeit vorzuschreiben. Denn sie kann ihren Anh\u00e4ngern nicht die Unzucht verbieten, w\u00e4hrend sie diese ihren Geistlichen erlaubt.<br>[Rektor des Canisius-Kollegs Pater Klaus Mertes] Die Realit\u00e4t zeigt, dass der Z\u00f6libat unvereinbar ist mit der menschlichen Natur. Dies belegen die zahllosen Missbrauchsf\u00e4lle innerhalb der katholischen Kirche. Die Natur des Menschen besteht nun einmal aus Instinkten und Trieben sowie aus organischen Bed\u00fcrfnissen, die ihre Befriedigung einfordern. Dem Menschen, ob Mann oder Frau, die lebenslange sexuelle Enthaltsamkeit kategorisch vorzuschreiben, bedeutet die Unterdr\u00fcckung seiner nat\u00fcrlichen Eigenschaften. Dies rechtfertigt nicht die Kindesmissbr\u00e4uche, aber es erkl\u00e4rt die Masse dieser Verbrechen in der katholischen Kirche. Denn die Priester haben wie jeder andere Mensch auch einen Sexualtrieb, der durch \u00e4u\u00dfere Reize oder auch durch die eigene Phantasie stimuliert werden kann.<br>Der Islam wei\u00df um die Natur des Menschen Bescheid und verbietet daher eine Vorschrift wie den Z\u00f6libat. Er regelt die menschliche Natur, indem er aufzeigt, auf welche Art die Instinkte und organischen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen sind. Was den Sexualtrieb angeht, so legt der Islam lediglich fest, dass dieser nur innerhalb der Ehe ausgelebt werden darf. Zwar belegt der Islam den au\u00dferehelichen Geschlechtsverkehr, den er als schwere S\u00fcnde sieht, mit einer harten Strafe, aber er schafft mit der Ehe Rahmenbedingungen, die dem Menschen gar keinen Anlass geben, seinen Sexualtrieb au\u00dferhalb der Ehe zu befriedigen. Dem Mann gibt er sogar die M\u00f6glichkeit, bis zu vier Frauen zu heiraten. Zudem wird der Sexualtrieb nicht als etwas mit der Religion Unvereinbares und Unreines gesehen. Die Festigkeit eines Menschen im Glauben macht der Islam nicht davon abh\u00e4ngig, inwieweit der Mensch seinen Sexualtrieb unterdr\u00fccken kann.<br>[Papst Benedikt XVI] Trotz des Zusammenhangs zwischen dem Z\u00f6libat und den sexuellen Missbr\u00e4uchen mischt sich die Politik nicht in diese Angelegenheit ein, obwohl sie sich, was den Islam angeht, durchaus in religi\u00f6se Belange einmischt, die sie nichts angehen und die vor allem niemandem schaden. Der Grund hierf\u00fcr liegt in der Trennung von Religion und Staat. Dies bedeutet nicht nur, dass sich die Kirche nicht in die Politik einmischt, sondern auch, dass der Staat sich aus der Kirche heraush\u00e4lt. Wenn die katholische Kirche beispielsweise den Z\u00f6libat vorschreibt, so greift der Staat nicht ein, auch wenn dies bedeutet, dass sich der systematische sexuelle Missbrauch von Kindern in kirchlichen Einrichtungen weltweit fortsetzt. Denn die Missbrauchsf\u00e4lle, die \u00f6ffentlich werden, sind, davon muss man ausgehen, nur die Spitze des Eisbergs, zumal die katholische Kirche zu vertuschen versucht und sich bez\u00fcglich der Natur des Menschen weiterhin uneinsichtig zeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Januar dieses Jahres wurden, wie schon so oft, Missbrauchsf\u00e4lle in einer kirchlichen Einrichtung bekannt. 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